Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

2020 10 03: A Bat Caves [by LockXOn]

OneshotAllgemein / P12 / Gen
Bruce Wayne / Batman Jason Peter Todd / Red Hood
03.10.2020
03.10.2020
1
2.834
4
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
03.10.2020 2.834
 
Tag der Veröffentlichung: 3. Oktober 2020
Zitat: „Versuchen kommt vor Versagen.“ (Die Simpsons)
Titel der Geschichte: A Bat Caves
Autor: LockXOn
Hauptcharaktere: Jason, Bruce
Nebencharaktere: /
Pairings: /
Kommentar des Autors: Ein Telefongespräch, entstanden nach RHATO #23 bis 25. Zum Glück ist Jason Jason, das ewige Stehaufmännchen. Aber für ‘ne Weile stellte sich mir doch die Frage: „Was, wenn er alles hinschmeißt?“

---


„...“

„...“

„… Wer ist da?“

„Bravissimo, Batman, haben dir diese drei Wörtchen jetzt echt ‘nen Zacken aus der Krone gebrochen?“

„Was willst du?“

„Kein ‚Schön, von dir zu hören, Jay‘? Kein ‚Stellst du dich freiwillig oder muss ich den Anruf zurückverfolgen‘? Noch nicht mal ein ‚Sind deine Rippen wieder einigermaßen zusammengewachsen oder haben sie deine Lungen perforiert, bevor Arsenal dich in Sicherheit bringen konnte‘? Das schmerzt, B!“

„...“

„Jesses, okay, okay, wie ich sehe, bist du wieder ganz der Alte. Es ist also alles wieder im Lot in Gotham?“

„… Wir haben alles im Griff, ja.“

„Perfekt! Freut mich doch, dass es dir wieder gut geht, ehrlich. Damit ist ja alles wieder in bester Ordnung, nicht wahr? Bin immer glücklich, wenn ich dir helfen kann, das weißt du. Klingle einfach durch, sobald es dich wieder drängt einen Robin zu Klump zu schlagen. Nein, nein, nur keine Hemmungen! Besser ich als einer der Kurzen!“

„...“

„... ‘tschuldige. Ich weiß, du würdest dich an ihnen nie vergreifen. Welpenschutz und so weiter. Die müssen schon ein gewisses Alter erreichen, bevor du deine gewalttätigen Instinkte Überhand nehmen lässt.“

„... Jason, es tut mir -“

„Nein, nein, nein, B, mach dir keine Mühe. Mir ist vollkommen klar, dass es dir nicht leid tut. Vielleicht war’s ja auch meine Schuld. Ach was, natürlich ist es meine Schuld. Nach all der Scheiße, die ich verbockt hab, verdiene ich es keinen Deut besser. Sieh mich an, immer noch am Abstreiten.“

„Du hast versucht, Cobblepot zu töten, aber -“

„Nicht wirklich, aber das tut nichts zur Sache.“

„... Was?“

„Arsenal hat sich ganz schön aufgeregt, dass du nicht mal nach dem Warum gefragt hast. Aber die beste Erklärung hätte nichts geändert, nicht wahr? Es ist dir doch total egal, warum ich ihn angegriffen hab’. Alles, was bleibt, ist ein Mordversuch. Ich habe beschlossen, ab jetzt auch nicht mehr Warum zu fragen. Warum ich in deinen Augen so wertlos bin, wertloser als jeder Massenmörder, Gangsterboss oder sadistischer Psychopath, deren Taten du jedesmal erneut hinterfragst. Das sinnloseste Motiv reicht dir aus, um jedem eine neue Chance zu geben, nur ich muss sie mir wieder und wieder mühsam erarbeiten.“

„...“

„... Red Robin meint, du seist so abgegangen, weil Catwoman dir das Herz gebrochen hat. Dass du es satt gehabt hättest von geliebten Menschen hintergangen zu werden. Dass es ein Zeichen dafür sei, wie nah ich dir stünde.“

„...“

„Ja, das hat Arsenal auch gesagt. Und Tränen über soviel Naivität gelacht hat er auch. Seien wir ehrlich, er hat recht. Wäre ich Cat zuvorgekommen mit dem Scheißebauen und hätte stattdessen sie das Fass zum Überlaufen gebracht ... Du hättest sie niemals so geschlagen wie mich. Aber hey, es ist nicht so, dass ich es ihr wünsche. Bleib ganz Gentleman, B. Du weißt, wie sie ist. Hat kalte Füße bekommen, was soll’s? Früher oder später kommt sie zurück. Und da ist es wahrscheinlich besser, wenn kein Fall von häuslicher Gewalt zwischen euch steht. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass sie sich weitaus effektiver wehren würde als ich.“

„... Was du gesagt hast ... über Joker.“

„Jepp, noch so was, was mir leid tut. Vergiss es einfach. Ich hab’s nicht gesagt, weil ich denke, dass es stimmt, sondern weil ich denke, dass du denkst, dass es stimmt und es dir deshalb am meisten wehtut. Aber auch da habe ich mich wohl verschätzt.“

„Hood, ich habe ihn härter geschlagen – beinahe erschlagen.“

„Tja, Stichwort ‚beinahe‘. Streng dich bei nächster Gelegenheit mehr an, denn zumindest mir würdest du einen riesen Gefallen tun. Und ich kann mich täuschen, aber mir deucht es vage, dass auch der Rest der Welt aufatmen würde, sobald er es nicht mehr tut.“

„Es würde nur jemand anderes in seine Fußstapfen treten.“

„Nenn mich irre, aber ich würde es drauf ankommen lassen. Ich kann mir nämlich nicht viel Schlimmeres als diese Missgeburt vorstellen.“

„Du könntest überrascht werden.“

„Nenn mir einen Kandidaten, den du für schlimmer hältst als Joker. Einen einzigen.“

„...“

„Aber hey, ich will deinen Busenfreund ja gar nicht schlechtreden. Ist bestimmt ‘n dufter Typ unter all ... dem Sadismus und ... der Menschenverachtung und ... der Kaltblütigkeit und ... und ... Nee, nee, dufter Typ. Bestimmt ‘n dufter Typ.“

„... Warum hast du es getan?“

„Was, jetzt interessiert es dich? Steht mal wieder die Apokalypse bevor und Satan hört mit?“

„...“

„...“

„...“

„B, ich kann dir nur sagen, ich wusste, was ich tat. Und wer weiß, vielleicht findest du ja selbst raus, was es war, sofern du das mit dem Interesse tatsächlich ernst meinst.“

„Was um alles in der Welt könnte einen Anschlag auf Cobblepot rechtfertigen, obwohl du ihn schon lange nicht mehr als den schlimmsten Abschaum betrachtest, den Gotham zu bieten hat?“

„Und da fängt sie an, die Verurteilung. Hab sie schon vermisst. Hör mal, nur weil ich den Bleiverschleiß zurückgeschraubt habe, heißt das nicht, dass ich nicht jedem eine Kugel verpasse, der sie verdient. An der Bereitschaft hat sich nichts geändert, nicht dass wir uns hier irgendwie falsch verstehen. Ich habe lediglich eine schonendere Herangehensweise ausprobiert.“

„Wie meinst du das?“

„... Die Familie bedeutet mir was. Das war nicht gelogen. Ihr alle bedeutet mir wirklich was. Nach meiner Rückkehr, als ich euch alle so glücklich und sorgenfrei über mein Grab habe hinwegtrampeln sehen -“

„Hood.“

„... Vermeintlich glücklich und sorgenfrei über mein Grab habe hinwegtrampeln sehen, war es mir unmöglich, einzugestehen, wie sehr mich das verletzt hat. Es ... war einfach zu schmerzhaft. Also habe ich es mit Ablehnung versucht, mit extremer Ablehnung. Was mir das eingebracht hat, wissen wir alle. Jede Rebellion endete in irgendeiner anderen Form von Desaster und ... Ich war’s leid. Ich war’s einfach leid diesen ständigen Kampf um eine lächerliche Existenzberechtigung. Wenn also Ergebenheit einen Weg aus der Isolation darstellen kann, wollte ich ihn zumindest mal ausgetestet haben.“

„...“

„Was soll ich sagen? Das Erfolgserlebnis war erstaunlich gering dafür, dass ich mich an all deine Regeln gehalten habe. Was jedem anderen deine Absolution eingebracht hätte, hat bei mir nur zu weiterem Misstrauen und Zorn geführt. Wie beim Bürgermeister – du hast umgehend eigene Schlussfolgerungen gezogen und sie hatten mit ‚Im Zweifel für den Angeklagten‘ herzlich wenig gemein. Direkt nach dem Schuss hab ich übrigens Gewissensbisse bekommen. Nicht wegen Cobblepot, Gott weiß, der hat den Tod verdient, sondern weil ich euch nicht eingeweiht habe. Ich dachte, mein Vorgehen würde euch unnötig in Zwiespalt bringen. Aber diese Sorge hast du ziemlich schnell zerstreut. Da war kein Zwiespalt, B, nicht wahr? So begeistert, wie du den Vorfall dazu benutzt hast, mal so richtig beziehungstechnischen Dampf abzulassen. Und heiliges Kanonenrohr, mein Schädel hat zwei Wochen später noch geklingelt.“

„Hood, das -“

„Was soll ich sagen? Es tut mir nicht leid. Ich fürchte, es wird mir niemals leid genug für deinen Geschmack tun, eines dieser Monster von der Erdoberfläche zu tilgen. Prügel oder nicht, Widerstand gegen deine Ideale hin oder her. Und du willst und wirst mir nie wieder vertrauen können. Nichts hätte mir das klarer machen können als dieser jüngste Satz heiße Ohren, also Glückwunsch, deine Züchtigungsmaßnahme hat Früchte getragen!“

„... Du weichst dem Thema aus.“

„Was um aller Welt könnte es meinen?“

„Warum, Hood?“

„Oh, das.“

„...“

„...“

„... Nun?“

„Oh, es interessiert dich wirklich?! Ich hab gedacht, du wärst schon längst wieder auf und davon! Oh, meine Güte, du bringst mein ganzes Script durcheinander, mit so viel Aufmerksamkeit hab ich nicht gerechnet!“

„...“

„...“

„...“

„...“

„... Bitte.“

„Er hat meinen Vater getötet.“

„... Was?“

„Der Pinguin ist für den Tod von Willis Todd verantwortlich.“

„Woher -“

„Absolut verlässliche Quelle, vertrau mir ... Oh, entschuldige, gefährliches Pflaster.“

„Wie?“

„Willis hat für ihn gearbeitet, damals. Cobblepot hat ihm die Schuld für einen Riesen-Coup in die Schuhe geschoben, wofür er letztendlich im Knast gelandet ist. Um seine ... Familie zu versorgen, hat er sich bereiterklärt, als Versuchskaninchen bei einem wissenschaftlichen Experiment mitzuwirken. Streng geheime Menschenversuche. Dafür musste erst einmal seine Existenz ausgelöscht werden, also haben sie ihn für tot erklärt. Gestorben ist er aber später, an einem ganz anderen Ort. Wo immer Willis auch liegen mag, in seinem Sarg ist es nicht.“

„Woher -“

„Ich hab’ nachgesehen.“

„Großer Gott ...“

„Ist dir klar, was das bedeutet? Willis hat sein Leben geopfert für mich und Mum. All die Zeit, in der ich ihn gehasst und verflucht und verleumdet habe, hat er das letzte für uns gegeben, das ihm noch geblieben war. Und es war vollkommen umsonst. Denn natürlich haben wir niemals Geld von irgendjemandem erhalten. Der letzte Strohhalm, den er hatte greifen können, und er starb für nichts und wieder nichts. Das hat mich ... ein wenig frustriert, wenn ich das so sagen darf.“

„Rache war also dein Motiv.“

„Teils, teils.“

„Der andere Teil ist ...?“

„Finde es heraus, Herr weltbester Detektiv.“

„... Woher hast du all diese Informationen?“

„Briefe. Alles Zeug, das Willis aus dem Gefängnis geschickt hat. Aus ... Gründen habe ich sie erst kürzlich erhalten. An der Authentizität besteht kein Zweifel.“

„Bist du dir absolut sicher?“

„Vollkommen. Ich würde dir ja meine Informanten nennen, aber ... Nah. Dich um Mitternacht am Schlafzimmerfenster haben sie nicht verdient.“

„Und wie fühlst du dich?“

„Die Frage wird dir Cobblepot sicher gerne beantworten, sobald du ihm den obligatorischen Freundschaftsbesuch abstattest.“

„Das meinte ich nicht.“

„Sondern?“

„Ich will wissen, wie es dir geht. Vergiss Cobblepot.“

„... B, bist du sicher, dass es dir gut geht?“

„Nicht ... gut, nein. Aber ich versuche, damit umzugehen.“

„Hm.“

„...“

„...“

„...“

„Ganz ehrlich? Ich weiß nicht genau. Es ist, als sei mir ein Riesenhaufen Erbschaft auf die Füße gefallen, sodass ich sie nicht einfach ignorieren kann. Robin macht mich immer gerne fertig wegen meiner Abstammung. Vorher hab ich mir wenigstens einreden können: ‚Hey, er hat ja nicht unrecht, aber ich bin immer noch besser als mein Alter, der sich noch nicht mal bemüht hat.‘ Ich hab immer gedacht, sich zu bemühen ist immer noch besser, als sich zu arrangieren, so wie Willis sich arrangiert hat. Aber jetzt musste ich erkennen, dass er sich genauso bemüht hat ... Macht ihn das gut? Bin ich jetzt nicht mal besser als Typen wie er?“

„...“

„Bemühen ist nichts anderes als Versuchen – und Versuchen kommt vor Versagen. So wie du nicht gegen Joker ankommst, komme ich nicht gegen meinen eigenen Vater an. Erbärmlich, was? Und echt abstoßend, wie sich da trotzdem ein Teil in mir mit ihm identifiziert, bedürftig nach Wiedergutmachung schreit. Aber es fühlt sich nicht an wie gewöhnliche Wut. Glaub mir, ich wünschte, ich könnte wütend sein oder so. Aber da ist nichts. Ich fühle mich irgendwie leer. Ich fühle mich, als ob alles, wofür ich gelebt hab, was mich definiert hat, einfach weggespült wurde. Wegen so ‘ner Lappalie, es ist völlig bescheuert. Eigentlich sollte ich froh sein, stimmt‘s? Ich sollte froh sein, dass ich ihm doch ein bisschen was bedeutet hab, aber ... Da ist nichts.“

„Es ist nicht nötig, etwas zu fühlen. Du schuldest ihm nichts.“

„... Eigentlich ändert es auch nichts. Ich war ja von vornherein der Außenseiter. Dein Vater war ein guter Mensch. Dicks Vater war ein guter Mensch. Damians Vater ... ist ganz okay, schätze ich, so im Großen und Ganzen. Barbara, Julia? Kann man größere Glücksgriffe machen? Tims ... Zumindest war Drake für die Öffentlichkeit präsentabel und Fuck, hätte ich damals die Wahl gehabt, hätte ich unsere Alten mit Kusshand getauscht. Cass’ und Stephs ... Okay, es waren Arschlöcher, aber ich weiß nicht, zumindest waren sie erfolgreich in dem, was sie taten. Nicht, dass es in irgendeiner Weise gut war oder sonderlich erstrebenswert, aber ... Ich kann’s nicht erklären.“

„Brown und Cain waren Schwerverbrecher.“

„Und Todd ein erfolgloser Kleinganove.“

„...“

„Es ist nur so ... Willis war ein hoffnungsloser Versager, aber ich war ihm so vollkommen gleichgültig, dass ich mich mental von ihm absetzen konnte. Er hat mich nie gewollt, er hat mich nie gebraucht, er hat mich nie als Nachfolger gesehen. Einerseits konnte ich mich lossagen, andererseits hat mir das die Möglichkeit gegeben, mich im Selbstmitleid zu suhlen, meine Abstammung wie eine Waffe zu schwingen, wozu immer es auch gut sein mochte. Aber jetzt, wo ich weiß, dass ... dass ich ihm was bedeutet habe ... Ich hab die Verbindung noch nie so deutlich gespürt wie jetzt, B, und ich wünschte, ich könnte sie einfach wieder vergessen.“

„Du hast es selbst gesagt. Es ändert nichts. Nichts an dem, was du bist. Und nichts an dem, was du für uns bist.“

„Ein kaltblütiger Mörder?“

„Du bist vieles, aber sicher nicht kaltblütig.“

„Bring mich nicht zum Lachen, meine Rippen knirschen dafür noch zu sehr.“

„... Es war eine Fehleinschätzung.“

„Was, die Entfernung zwischen Faust und Brustbein?“

„...“

„... Das ist doch idiotisch. Ich weiß, dass es dir leid tut.“

„Es tut mir nicht leid, dir den Kopf zurechtgerückt zu haben. Nur die Intensität, mit der ich es getan habe.“

„Herzlichen Dank für diese Richtigstellung, B ... Ach, wie auch immer. Das ist sooo idiotisch. Ich weiß, dass ich dir was bedeute, zumindest irgendwas, und dass du dich wenigstens um meine Leiche kümmern würdest, sollte mir was zustoßen. Ich meine, wahrscheinlich wäre sie schon ein bisschen angefault, ehe dir mein Verschwinden auffällt, aber ich weiß, dass du den Dreck ordentlich wegräumen würdest. Glaubt man das, es steckt immer noch dieser Zweifel in mir, dieses letzte kleine fiese Stimmchen, das mich überzeugen will, dass ich dich nicht die Bohne interessiere. Dass du mich in einem Sammelgrab vermodern lassen würdest, nur um ein Zeichen zu setzen. Ich kapier ja nicht mal, was das für ein Zeichen sein sollte! Aber es nagt und nagt und ich kann nichts dagegen machen. Oh, verzeih. Ich rücke schon wieder vom Thema ab. Immer am Jammern und Beschweren, nicht wahr? Tja, so bin ich.“

„... Du brauchst Hilfe. Professionelle, besser geeignete als meine. Lass mich dir helfen.“

„Das letzte Mal, wo ich diese Phrase gehört habe, hab ich sie nicht gut verkraftet. Warum meinst du, sie sei jetzt willkommener?“

„Das letzte Mal habe ich sie in den falschen Worten, zur falschen Zeit und mit der falschen Absicht vorgetragen.“

„Und dieses Mal ist es anders?“

„Ja.“

„... Warum probierst du es nicht erst selbst aus?“

„Ich bin nicht bereit dafür.“

„Aha. Tu was ich sage, nicht was ich tue, hm?“

„Glaub mir, es würde mir nicht helfen.“

„Batman hilft dir ebensowenig und trotzdem hältst du daran fest.“

„Du irrst dich, Batman ist mir eine immense Stütze. Aber Red Hood ist keine für dich. Du brauchst nicht noch mehr Gewalt, du brauchst Frieden. Wonder Woman oder Green Canary könnten -“

„Bevor ich mich noch einmal von einem von euch einweisen lasse, verreck ich lieber auf offener Straße.“

„... Warum tust du das, Hood? Warum verdrehst du mir die Worte im Mund? Warum agierst du extra entgegen meiner Befehle? Entgegen meiner Erwartungen, Wünsche? Warum tust du nicht einmal das, was ich dir sage?“

„Aber B, du hast es doch gesagt. Gotham braucht keinen zweiten Batman.“

„Was?“

„Es braucht Red Hood. Und der werde ich immer sein. Und deswegen werden wir niemals auf einen Nenner kommen.“

„... Und warum reicht es dir nicht, dass Gotham den Mann hinter der Maske braucht? ... Dass wir jenen Mann brauchen?“

„... Weißt du, was wirklich helfen würde? Gotham zu verlassen. Diese ganze verfluchte Kloake ein für allemal in ihrer eigenen Scheiße versinken zu lassen. Glaub mir, gib dem Konzept Zeit und es würde uns allen besser gehen. Ah – womit wir auf den eigentlichen Grund für meinen Anruf zurückkommen!“

„Der eigentliche Grund?“

„Komm schon, du dachtest doch nicht etwa, ich würde dich vom angenehmen Stelldichein mit dem Schurken des Tages abhalten, wenn ich dir nicht was wirklich Wichtiges mitzuteilen hätte, oder? So gemein bin selbst ich nicht, schließlich weiß ich ja, wie viel dir die produktiven Gespräche mit den freundlichen Psychopathen aus der Nachbarschaft bedeuten.“

„Das ist nicht -“

„Folgendes. Ich weiß, dass du mir nicht noch einmal vergeben willst, deshalb werde ich nicht darum bitten. Ich werde die Stadt verlassen, also hab’ bitte einige wachsame Augen auf mein Viertel – die Leute dort haben es genauso verdient wie alle anderen. Leider kann ich dir so pauschal nicht versprechen Gotham nie wieder zu betreten, immerhin kann ich nicht voraussehen, wohin mich meine Fälle führen. Aber sei versichert, dass ich mein Möglichstes tun werde dich nie wieder zu behelligen. Ich wünsche dir nur das Beste, deshalb dürfte es wohl von Vorteil sein, dass mir die anderen wahrscheinlich nicht Bescheid geben werden, sollte dir je was passieren, aber ... übertreib’s nicht und gönn dir ab und zu ‘ne Pause. Du wirst nicht jünger, alter Mann. Wow, wenn ich so drüber nachdenke, hatte ich nicht viel zu sagen. Komisch, dass ich doch immer wieder meinen verbalen Müll bei dir ablade. Hey, danke, dass du mir so lange zugehört hast. Hätt’ ich nicht erwartet. War’s letzte Mal, versprochen.“

„Hood, es ist nicht notwendig, jede Verbindung zu kap-“

„Leb wohl, Batman.“

„Hood, warte, du kannst nicht einfach -“

...

„... Jason?“





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine tolle Geschichte passend zum Zitat. Interessant, wie diese Geschichte nur mit wörtlicher Rede auskommt.

Eure lula-chan
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast