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Fohlen mit Folgen

GeschichteLiebesgeschichte / P16
02.10.2020
18.10.2020
9
10.726
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
02.10.2020 985
 
Serie: Akte X

Kategorien: MSR, AU

Anmerkungen:
Die Geschichte wurde von eine Fotoreihe von David Duchovny (unter anderem '98 als Poster in einer Jugendzeitschrift erschienen) inspiriert, in welcher er unter anderem im Schlamm stehend, in einem Truck, etc. zu sehen ist. Dies hat xscullyx auf die Idee für eine AU-Geschichte die nur leicht (daher die geänderten Namen) auf Mulder und Scully basiert, gebracht. Vielen Dank an xscullyx, welche nicht nur die Inspiration geliefert, sondern auch als Betaleserin fungiert hat. Ich kenne mich übrigens nicht mit Pferden aus, also bitte verzeiht mir fehlerhafte Informationen.

Die ursprünglichen Charaktere, auf denen die dieser Geschichte basieren gehören Chris Carter und Ten Thirteen Productions.

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Die Morgenluft war kühl und feucht, als Marty Payne kurz vor 5 Uhr zum allmorgendlich Füttern der Pferde aus seinem Haus trat. Er nahm einen langen Atemzug und zog den Duft von nasser Erde und frischem Gras in seine Nase ein. Vor ihm erstreckten sich 40 Hektar Natur mit den imposanten steilen Bergen Wyomings im Hintergrund. Das Tal war noch vernebelt, wobei sich der Dunst langsam lichtete, als wache die Landschaft erst langsam aus einem langen Schlaf auf. Marty liebte Morgende wie diesen und das frühe Aufstehen bereitete ihm keinerlei Probleme, da er nach einem langen Tag von Arbeit an der frischen Luft oft wie ein Murmeltier schlief.

Dies war nicht immer so gewesen, denn vor langer Zeit hatten ihn jede Nacht Albträume von seiner Schwester geplagt. Immer wieder hatten ihre Hilferufe in seinem Kopf gehallt: "Marty! Hilf mir!" Marty war sich bis heute nicht sicher, wieso er sich kaum an die wichtigsten Details der damaligen Nacht erinnern konnte. Wie hatte sich der Täter Zugang zum Haus der Paynes verschafft? Wieso konnte er sich partout nicht an das Gesicht des Entführers erinnern? Warum hatte er wie angewurzelt dagestanden, anstatt zumindest um Hilfe zu rufen, wie seine Schwester, oder ihr gar zu helfen? Nichts von dem Fall ergab Sinn. Nur ihre Stimme, ihr angstverzerrtes Gesicht und ihre ausgestreckten Arme hatten sich in sein Gehirn gebrannt.

Der Vorfall hatte seine Familie zerrissen und Marty dazu inspiriert, Profiler zu werden. Während seiner Arbeit für die Polizei lernte er Tami Duckson kennen und lieben, bis diese eines Tages ihr wahres Gesicht zeigte und ihm einen sprichwörtlichen Dolchstoß versetzte. Er dachte nicht gerne an die Zeit zurück und war froh, dass er nie auf großem Fuß gelebt und dadurch genug Geld zusammengespart hatte, um sich sein kleines Stück Himmel in der Wildnis von Wyoming zu kaufen. Er genoss die Ruhe und die Tatsache, dass ihm hier niemand vorschreiben konnte, wie er sein Leben zu leben habe. Die steifen Anzüge und unangenehmen Krawatten von der Wache in Washington, D.C. waren meilenweit entfernt von hier und dafür war er dankbar.

Er hatte sich als Kind und Teenager regelmäßig um die Pferde seines Onkels gekümmert und sich den Rest des notwendigen Wissens selbst vor seinem Umzug nach Wyoming angelesen. Seinen Unterhalt verdiente er sich hauptsächlich mit Reitunterricht und ab und zu Reitausflügen für Touristen, welche jedoch eher an seiner Ranch auf dem Weg zum Nationalpark vorbeifuhren, als sich auf sie zu verirren. Ab und zu kontaktierten ihn auch einige seiner ehemaligen Kollegen und baten ihn um Hilfe bei einem Fall, was ihm auch finanziell half. Allgemein musste er sich aber nicht um Geld sorgen, da ihm seine Eltern mehr als genug hinterlassen hatten.

Marty trug heute ein weißes Unterhemd, darüber ein Jeanshemd und eine braune Velourslederjacke mit Sherpafutter. Die Hände steckten in den Taschen seiner ausgewaschenen Bluejeans und seine Füße in robusten dunkelbraunen Schuhen aus glattem Leder. Ein Dreitagebart zierte sein Gesicht, ein weiterer Vorteil, fernab der Zivilisation zu leben: Wenn einen kaum jemand sah, musste man sich nicht jeden Tag rasieren. Seine dunklen Haare hatte er locker nach hinten gekämmt. Regelmäßig kassierte er einen anerkennenden Blick von Frauen, wenn er sich zum wöchentlichen Einkaufen ins nächstgelegene Dorf begab, war jedoch nicht an Liebe interessiert. Eine Affäre, das Einzige, was er im Moment in Betracht ziehen würde, würde nur für Getuschel unter den Dorfbewohnern sorgen. Ihm reichte die Gegenwart seiner tierischen Kumpanen, die Pferde und sein getreuer Gefährte Buddy, ein aufgeweckter Collie-Mix. Dieser saß wachsam zu seinen Füßen.

Mit selbstbewusstem Schritt schlug Marty den leicht matschigen Pfad zum Stall ein, dicht gefolgt von Buddy. Eine von Martys Stuten, Willow, war schwanger und es konnte jederzeit zur Geburt kommen. Da Marty noch nie selber bei einer Geburt mitgeholfen hatte, hatte er sich dazu entschlossen, den Tierarzt bzw. die Tierärztin anzurufen, wenn der Zeitpunkt näher rückte. Er hatte die Praxis bereits vorgewarnt, dass es heute soweit sein könnte, da dies durch die Entfernungen hier nötig war. Bei der Untersuchung vor ein paar Wochen hatte alles gut ausgesehen, aber Marty war trotzdem leicht nervös. Obwohl er nie daran gezweifelt hatte, dass er nach seinem Umzug je zurückblicken würde, so machte die bevorstehende Pferdegeburt, das erste Tier auf seiner Ranch, das während seiner Zeit hier das Licht der Welt erblicken sollte, seine Entscheidung noch offizieller.

Von weitem konnte Marty bereits das Wiehern der anderen Pferde hören. Die Stimme von Willow ertönte nicht wie sonst gewohnt, was ihn dazu anregte, seine Geschwindigkeit zu erhöhen. Am Stall angekommen, öffnete er rasch die schwere Tür, schaltete das Licht an und lief zur letzten Box, in welcher sich Willow befand. Sie lag schon schnaufend in der Ecke und es galt keine Zeit zu verlieren. Marty sprach der Stute nur kurz gut zu, drehte sich um und rannte schnurstracks zurück zum Haus, um den Tierarzt zu rufen. Seine gute Kondition - er war schon immer sehr sportlich gewesen - half ihm hierbei ungemein, auch wenn er ein paar Mal im Matsch fast das Gleichgewicht verlor. Buddy blieb besorgt zurück. Er spürte, dass Willow Schmerzen hatte. Währenddessen, zwei Treppenstufen auf einmal nehmend riss Marty die Haustür auf und griff zum nahegelegenen Telefon.
„Dr. Peters? Marty Payne hier. Ich glaube, es ist soweit.“


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Ich hoffe, das 1. Kapitel gefällt euch.
 
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