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Warriors

GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P16
Bellamy "Bell" Blake John Murphy Marcus Kane OC (Own Character)
02.10.2020
21.11.2020
5
7.846
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21.11.2020 1.699
 
Ich wachte auf und fühlte mich relativ gut. Die Schmerzen waren  zum Glück schon weniger.
Auch das Aufsetzen klappte schon viel besser als Gestern.
Auf einmal kam Marcus in die Krankenstation rein gestürmt. Er sah ziemlich wütend aus.
„Was fällt dir eigentlich ein, Finn zu helfen die Gefangenen zu befreien.“ Schrie er mich an. Ich wollte gerade etwas sagen, doch bevor ich anfangen konnte, unterbrach er mich auch schon.
„Jetzt sage  nicht, dass du damit nichts zu tun hattest, du wurdest gestern Abend auf dem Platz vor der Ark gesehen. Du und Abby, ihr habt ihnen geholfen zu fliehen.“
„Die Gefangenen haben auch Namen. Sie heißen Bellamy Blake und John Murphy! Und ich habe ihnen geholfen, weil sie zu Unrecht eingesperrt waren.“
Ich wurde jetzt auch wütend und schrie meinen Onkel auch schon fast an.
„Sie waren nicht unschuldig. Sie haben Verbrechen begangen, für die sie bestraft werden sollten.“
„Wir sind die Einzigen, die die Anderen suchen und unsere Freunde wieder finden wollen. Du hast noch nicht einmal einen Trupp los geschickt um nach ihnen zu suchen. Außerdem habe ich auch Verbrechen begangen, aber du meintest, dass sie mir verziehen werden und ich mit keinen Konsequenzen rechnen musste. Warum dann die anderen? Hast du das etwa nur gemacht, weil ich deine Nichte bin und somit noch deine einzige Verwandte?“
Marcus wirkte kurz nachdenklich, bis er wieder sprach. Dieses mal wirkte er ruhiger. Auch ich atmete einmal tief durch, um mich zu beruhigen.
„Ich bin der Ratsvorsitzende und kann diese Taten nicht einfach ignorieren. Alle eure Taten, die ihr auf der Ark begannen habt, wurden vergeben. Aber jetzt sind wir auf der Erde und..“ Ich unterbrach ihn.
„Genau jetzt sind wir auf der Erde. Aber ihr seid nach uns her gekommen. Wir mussten uns alleine gegen die Grounder verteidigen. Wir waren 100 Jugendliche, manche von uns noch fast Kinder. Wir konnten uns glücklich schätzen, dass wir Bellamy und Clarke hatten. Ohne die beiden wären wahrscheinlich noch mehr von uns tot.“ Ich war selber von mir erstaunt, wie sehr ich Bellamy gerade verteidigte, obwohl er mir ziemlich schlimme Dinge angetan hatte. War ich vielleicht schon dabei ihn diese Sachen zu verzeihen?
Marcus schwieg.
„Murphy wurde mehrfach gefoltert und ist dadurch in seiner Psyche angeschlagen. Er ist dem Tod dreimal entkommen.  Er hat mir das Leben gerettet. Zählen diese Dinge denn gar nicht mehr?“ Sprach ich daraufhin einfach weiter.
„Du stehst jetzt unter Arrest. Ich werde gleich einer Wache bescheid sagen, die dich Rund um die Uhr bewacht.“ Er antwortete natürlich nicht auf das, was ich gerade gesagt hatte.
„Aber…“ versuchte ich noch was zu sagen.
„Du kannst froh sein, dass du nur unter Arrest stehst.“
Ohne mich noch einmal anzusehen, ging er.
Ich sank zurück in mein Kissen. Na toll, jetzt wurde ich also rund um die Uhr bewacht. Dass kann ja Lustig werden. Ich war verdammt wütend auf Marcus. Wer hatte ihn eigentlich zum Ratsvorsitzenden gewählt? Bestimmt er selbst. Das würde zu ihm passen. Ich schloss meine Augen und versuchte an irgendetwas anderes zu denken. Doch das Einzige, an dass ich dachte, wenn ich die Augen schloss, war John. Ich fragte mich, wo er gerade steckte und ob es ihm gut ging. Außerdem hoffte ich sehr, dass sie bald mit den Anderen zurück kommen würden. Vielleicht würde sich Marcus dann auch wieder etwas beruhigen. Der Streit mit meinem Onkel hatte mich dann doch ziemlich geschafft und ich schlief wieder ein.
Am späten Nachmittag hörte ich Schreie von Draußen. Ich schrak hoch. „Wer schreit da?“ fragte ich meinen Aufpasser, der mittlerweile in der Krankenstation stand und mich beobachtete.
„Sie haben Mrs. Griffen zu 10 Stromschlägen verurteilt, weil sie den Gefangenen geholfen hat zu fliehen. Du kannst froh sein, dass Kanzler Kane gnädig zu dir war.“ Er klang kalt. kein Mitgefühl war in seiner Stimme, als er mir antwortete.
Ich sah ihn geschockt an. Dann sah ich mich um. Neben mir auf einer Liege, lag ein Toter, bedeckt mit einem weißen Tuch. „Was ist passiert?“ fragte ich ihn wieder. „Du hast wirklich einen tiefen Schlaf.“ Antwortete die Wache. Eigentlich hatte ich einen ziemlich leichten Schlaf. Ich schob es auf meine Verletzungen. Mein Körper will sich so schnell wie möglich regenerieren und dass geht am besten, wenn ich viel schlafe.
„Sie haben einen Grounder gefangen. Es gab einen Tumult und ein Schuss hat sich wohl gelöst und ihn getroffen.“
Sie haben also einen Grounder gefangen. Der wird ihnen bestimmt alles sagen, was sie wissen wollen, dachte ich ironisch und verdrehte dabei die Augen.
Abby kam wieder ins Zelt. Sie sah ziemlich fertig und erschöpft aus. Hinter ihr kam Jackson ins Zelt. „Setz dich da hin. Wir müssen die Wunden säubern.“ sagte er zu ihr. Clarkes Mutter bleib kurz bei mir stehen und schaute mich an. „Es war die richtige Entscheidung die Anderen zu befreien und ihnen Waffen zu geben. Sie sind die Einzigen, die meine Tochter und deine Freunde retten können.“ sagte sie zu mir. Ich nickte nur zurück. Abby drehte sich um und ging auf eine Liege zu. Ich konnte ihren Rücken sehen und zog stark Luft ein. Sie hatte dank diesen tollen Elektrostock ziemlich viele Verbrennungen auf den Rücken. Jackson fing an diese Stellen zu desinfizieren. Bei jeder Berührung zuckte die Ärztin zurück. Mein Onkel kam heute schon das zweite mal auf die Krankenstation. Welch eine Ehre. Er schaute Abby mitleidig an und gab meinem Aufpasser den Befehl zu gehen.
„Und hat es funktioniert? Ist das Camp wieder auf Linie gebracht?“ fragte Abby ihn.
“Abby, diese Entscheidung ist mir ganz und gar nicht leicht gefallen.“ Er schaute kurz zu mir und ich konnte sein schlechtes Gewissen sehen. Es tat ihm wirklich leid, doch das machte es jetzt auch nicht mehr besser. Ich wandte meinen Blick von ihm ab.
„Du musst dich nicht rechtfertigen. Ich habe die Regeln gebrochen und akzeptiere die Konsequenzen. Ich bin schon froh , dass du Alicia nicht dieser Bestrafung ausgesetzt hast. Aber selbst du wenn du mir hundert Schläge verpassen lässt, werde ich dennoch alles tun um diese Kinder zu finden!“ Sie machte eine kurze Pause. „Mein Kind!“
„Das weiß ich.“ Hörte ich Marcus sagen.
„Ich leite eine Mission, um sie zurück zu holen.“ sagte er plötzlich.
Hab ich mich da gerade verhört? Er will die anderen endlich suchen?
Ich konnte nicht anders und fragte deshalb: „Wirklich?“
Marcus sah mich wieder an. „Ja, aber nicht mit ein paar Kids, die einen Kampf anzetteln wollen. Eine diplomatische Mission. Ich will mit den Commander der Grounder sprechen und Friedensverhandlungen führen. Der gefangene Grounder wird uns den Weg zeigen.“
„Wir wollten nie einen Krieg anzetteln. Wir haben immer nur versucht uns zu verteidigen.“ Erwiderte ich, doch ich wusste, dass ich keine Chance hatte.
„Er könnte euch in eine Falle locken.“ sagte Abby.
„Möglich, aber es ist eine Chance.“
„Es ist zu gefährlich. Sie könnten dich umbringen. Diese Grounder sind wie wilde Tiere“ Ich klang verzweifelter, als ich wollte. Denn auch wenn mein Onkel manchmal ein Arsch war, er war die einzige Familie, die ich noch hatte.
„Ich werde dich begleiten.“ kam es von Clarkes Mutter.
„Nein. Du wirst im Camp gebraucht. Du musst während meiner Abwesenheit bei den Leuten mit guten Beispiel voran gehen.“
Marcus machte Abby also gerade zur stellvertretenden Vorsitzenden und sie nahm an.
„Kannst du mich mit Alicia kurz alleine lassen?“ fragte er sie darauf. Sie nickte und ging.
„Es tut mir leid.“ sagte er und es klang aufrichtig. „Du hattest ja Recht heute Morgen. Wir müssen die Kids finden, aber wir machen das jetzt auf meine Weise, okay?“
Ich nickte. „Ich komme mit. Ich kann dir bei den Verhandlungen helfen.“ sagte ich, doch mein Onkel schüttelte den Kopf. „Kommt gar nicht in Frage. Auch wenn ich dir durchaus zutrauen würde, dass du sehr gut mit den Groundern verhandeln könntest, bleibst du hier. Du bist verletzt und ich will dich nicht in Gefahr bringen.“ ich verstand ihn, war aber dennoch enttäuscht und dass sah er mir an.
„Hey kleiner Edelstein. Ich werde bald wieder zurück sein. Mit deinen Freunden und dann wird hoffentlich Frieden zwischen uns und den Groundern herrschen.” Er umarmte mich und ich fühlte mich etwas überrumpelt, doch ich erwiderte die Umarmung. „Bitte komm einfach wieder zurück.“ flüsterte ich “Aber nicht allein.” „Das werde ich. Aber vorher werde ich den Baum pflanzen.“ „Darüber hätte sich Grandma bestimmt gefreut. Darf ich dabei denn mitkommen?“ fragte ich ihn. Er löste sich aus der Umarmung. Und sah mich an. “Schaffst du das denn?” Ich nickte. Ich musste mich sowieso etwas bewegen.
“Okay, dann werde ich dich gleich holen und wir pflanzen den Baum zusammen ein.”
Marcus verließ die Krankenstation, doch kam nach ein paar Minuten mit dem kleinen Baum, der meiner Grandma so viel bedeutet hatte und von dem sie immer gehofft hatte, ihn mal auf der Erde einpflanzen zu können.
Ich stand schon neben meinem Bett und stützte mich nur etwas ab.
“Soll ich dich stützen?” fragte Marco mich.
“Nein, es geht schon.”
Wir gingen langsam und schweigsam durch das Camp, welches jetzt Camp Jaha hieß, bis wir in den Wald kamen. Einige Wachleute begleiteten uns,nur für den Fall, dass Grounder uns angreifen würden.
“Hier ist eine gute Stelle, finde ich.” sagte ich zu meinem Onkel und bleib zwischen zwei Bäumen auf einem kleinen Hügel stehen.
“Lasst uns allein.” befahl Marcus und die Wachen gingen ein paar Schritte davon.
“Hier.” Er gab mir den kleinen Baum, kniete sich hin und grub ein Loch, um den Baum hinein  zu setzen. Als das Loch groß genug war, gab ich ihn den Baum wieder. Er lächelte mich etwas traurig an, aber er lächelte. Ich hatte meinen Onkel schon seit Jahren nicht mehr lächeln sehen, nicht mehr seit, dem meine Mum, seine Zwillingsschwester gestorben war. “Bis zur unsern letzten Reise zur Erde.” flüsterte er und jetzt musste auch ich lächeln. “Mögen wir uns wiedersehen.” fügte ich hinzu und versuchte die Tränen zu unterdrücken. Diesen Satz habe ich schon so lange nicht mehr gesagt und er brachte traurige und schöne Erinnerungen zum vorschein.
“Einer der Soldaten wird dich jetzt zurück ins Camp begleiten und ich werde mich auf den Weg machen, deine Freunde zu retten. Und ich werde mit ihnen zurückkommen.” Ich hoffte wirklich, dass er zurückkommt.
 
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