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2020 10 02: Backen mit dem Host Club [by Nyanlove]

OneshotHumor / P12 / Gen
Hikaru Kaoru Kyouya Tamaki
02.10.2020
02.10.2020
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02.10.2020 3.620
 
Tag der Veröffentlichung: 2. Oktober
Zitat: "Es fing schlecht an, ließ in der Mitte etwas nach und über den Schluss schweigen wir besser, aber sonst: toll.“ (Black Adder)
Titel der Geschichte: Backen mit dem Host Club
Autor: Nyanlove
Hauptcharaktere: Tamaki , Kyoya, Hikaru, Kaoru
Nebencharaktere: Haruhi, Honey, Mori
Pairings: angedeutet Haruhi x Tamaki
Kommentar des Autors: Viel Spaß beim Lesen.





„Hm“, skeptisch beäugte Tamaki den Gegenstand in seiner Hand. Der Aufdruck Weizenmehl Typ 124 schien ihn zu verhöhnen und er stellte die Packung Mehl schnaubend wieder zurück ins Regal und sah sich nach einer anderen Packung um. „Wieso steht im Rezept nur Mehl, wenn das einfache Volk sogar unterschiedliche Typen hat? Keine Sorge Haruhi. Ich werde nicht aufgeben bis ich das passende habe“
Leicht genervt warteten die Zwillinge im Kassenbereich auf Tamaki. „Man der Boss lässt sich echt Zeit“, meinte Hikaru und schlug die Hände hinter seinen Kopf zusammen. „Schon“, murmelte Kaoru in sein Handy vertieft und stand an ihren Einkaufswagen gelehnt, als er aus seinen Augenwinkel den Blonden bemerkte, „Da kommt er“
„Hm“, Hikaru drehte sich überrascht um und fing an zu lachen, als er Tamakis Einkaufswagen sah. Dieser war bis oben hin gefüllt mit Mehl. Prustend drehte er sich weg und hielt sich den Bauch, sein Bruder war nicht so diskret. „Oh wow“, lachte dieser und wischte sich eine Lachträne weg, „Was willst du mit so viel Zeug“

„Euer Wagen ist doch nicht viel besser“, Tamaki verschränkte die Arme und warf einen Blick in den Wagen der Zwillinge. „Ihr solltet doch nur Puderzucker kaufen“
„Das siehst du falsch“, sagte Hikaru und wackelte tadelnd mit dem Finger. „Wir haben verschiedene Sachen, nicht nur Puderzucker“
„Wir haben Smarties, Schokoherzen, Zuckerstreusel, Sprühsahne, Zuckerherzen und Schokochips“, sagte Kaoru mit einem selbstgefälligen Grinsen, „Schließlich muss das ganze ja nach was aussehen“
„Ihr Idioten! Haruhi soll doch keinen Zuckerschock wegen euch bekommen. Ihr wisst doch wie sie ist, sie ist es nicht gewohnt so viel Auswahl zu haben. Die Arme hat bestimmt noch nie einen Kuchen gesehen, der mehr als eine Schicht hatte“, sagte Tamaki aufgelöst und wischte sich eine Träne weg. „Ihr werdet sie nur traurig machen mit einem schillernden, grellen-"
„Wir haben auch ganz vieles von diesen Kuchen-Topper Dingern gekauft“, unterbrach Kaoru den Blonden und holte etwas aus dem Einkaufswagen hervor.
„Guck mal, hier ist sogar ein Einhorn drin“
„Hört mit dem Spielen auf, wir sind auf einer sehr ernsten Mission- Oh ist das eine Prinzessin? Gute Arbeit Jungs“

„Seid ihr dann fertig? Ihr blockiert schon die ganze Zeit die Kasse“, sagte eine Frau genervt, während ihr Kind die Jungs interessiert musterte. „Ja, natürlich, Madam“, sagte Tamaki charmant und wandte sich den Zwillingen zu, „Zum Auto“, verkündete er.
„Jawohl“, antworteten die Zwillinge unisono und die drei schoben ihre Wägen durch die Kasse.
Weit kamen sie nicht, da der Verkäufer, ein junger Mann nicht älter als sie selbst, sie aufhielt. „Entschuldigung, aber ihr müsst bezahlen“, nervös rieb er sich die Hände und hoffte, dass die Gruppe keine Szene machte. Er hatte keine Lust an seinem ersten Ausbildungstag Ärger zu bekommen. „Ziehen Sie es einfach ab“, meinte Hikaru und hielt den Mann eine seiner Kreditkarten hin, „Ist egal wie viel, passt schon“
Entgeistert starrte der Mann die Karte an. Seine Freundin arbeitete an einer Bank, sie hatte ihm von dieser Kreditkarte erzählt. Diese Typen hatten Geld wie Heu.
Er schluckte kurz, zuckte mit den Schultern, zog die Karte über den Scanner und sagte, „Vielen Dank für Ihren Einkauf“, und ließ die Gruppe kopfschüttelnd gehen.

Draußen auf dem Parkplatz warteten bereits Kyoya, Mori und Honey auf die drei in einer schwarzen Limousine. Während der Fahrer ihre Einkäufe verstaute, setzten sich die Jungs in die hintere Reihe des Autos.
„Habt ihr alles?“, fragte Kyoya ohne von seinem Klemmbrett aufzusehen. Er sah sich seine Notizen durch, ob alles noch im Zeitplan lag.
„Wieso waren wir eigentlich im Supermarkt und haben Kuchenzutaten gekauft“, sagte Honey und sah fragend zu Tamaki.
„Nicht Plot relevant“
„Oh ach so“
„Es ist wegen Haruhis Nachricht von heute Morgen“, mischte sich Kyoya ein und schaute kurz von seinen Notizen auf.
„Welche Nachricht?“
„Ranka hat sich auf der Arbeit verletzt und Haruhi ist nach Hause gefahren, um sich um ihren Vater zu kümmern. Wir fahren später zu ihr um gute Besserung zu wünschen und weil es unhöflich ist mit leeren Händen aufzutauchen, wollte Tamaki einen Kuchen mitbringen“
„Ah“, sagte Honey und nickte begeistert, „Das ist eine gute Idee, aber wieso haben wir dann nicht einfach einen fertigen Kuchen beim Konditor gekauft?“
Die hintere Reihe zuckte merklich zusammen. Das war ihr eigentlicher Plan gewesen, aber nach Renges Ansprache wollten sie nichts riskieren. Sie hatten die schrille Stimme des Mädchens immer noch im Ohr.

Ein Geschenk muss von Herzen kommen. Wenn ihr wollt, dass eure Gefühle ankommen, müsst ihr es selber machen!

Das Auto setzte sich in Bewegung. „Also ich habe mit dem Kochclub gesprochen. Wir bekommen die Küche für ca. 3 Stunden, das sollte reichen“, erklärte Kyoya und warf Tamaki und den anderen einen ernsten Blick zu. „Habt ihr auch an alles gedacht?“
„Natürlich!“, kam es direkt vom Blonden, „Mehl, Zucker, Dekoration-"
„Was ist mit Eiern, Milch, Backpulver, Butter oder Margarine?“
„Ähm...“
Kyoya rollte mit den Augen, „Gut, dass ich vorgesorgt habe.“

Die Küche des Kochclubs war gigantisch, was für die Ouran High auch kein Wunder war, ausgestattet mit den modernsten Kochutensilien und einem großen Arbeitsbereich. Als der Host Club dort auftauchte, waren ihre Einkäufe bereits zu denen von Kyoya besorgten Zutaten gestellt worden.
Kaoru pfiff anerkennend, als sie die Küche betraten. „Wow und hier sollen wir backen?“ Wenn er ehrlich war, hatte er die Hälfte dieser Gegenstände noch nie gesehen, geschweige denn wusste wie man diese benutzt. Aber das wird bestimmt kein Problem werden.
Auch die anderen schienen etwas erschlagen von dem ganzen Zubehör zu sein, außer Kyoya. Dieser ging zielgerichtet auf die Kücheninsel zu, auf der ihr Einkauf verteilt lag. „Da wir ca. 20kg Mehl und einen ganzen Haufen anderer Dinge haben, wir wär’s wenn jeder seinen eigenen Kuchen macht?“ Mit großen Augen sahen ihn die anderen Clubmitglieder an. „Ihr könnt auch Teams bild-"
„Ich und Takashi bilden eins“, unterbrach Honey Kyoya und nahm Mori an der Hand.
„Wir sind eins“, kam es unisono von den Zwillingen. Kyoya nickte, „OK, Tamaki arbeitet dann alleine“
„Was? Wieso bin ich allein? Ich dachte wir sind ein Team. Du kannst mich das nicht allein machen lassen“, mit großen Welpenaugen sah er zu dem Brillenträger, doch dieser gab ihm nur einen unbeeindruckten Gesichtsausdruck zurück.
„Ich bin nicht zum Backen hier“, es klopfte an der Tür und ein Schüler des EDV-Clubs betrat den Raum. „Hey, bin ich hier richtig wegen der Kamera?“
„Ja, danke Yutaka, stell sie ruhig dahin“
Yutaka nickte und ging, nachdem er seine Tasche abgestellt hatte, wieder. „Wozu brauchen wir eine Kamera“, fragte Hikaru und schaute die Tasche durch. „Hast du was komisches vor?“, fragte Kaoru der seinen Bruder über die Schulter linste, um zu sehen, was in der Tasche ist. „Ihr seht das falsch“, Kyoya ging rüber zur Tasche und holte die Kamera heraus, „Wir müssen etwas Geld in die Clubkasse spielen. Aus dem Grund“, er richtete die Kamera auf die Zwillinge, „Erwarte ich eine gute Performance von euch.“


„Die Kamera läuft. Und, bitte“, sagte Kyoya und gab Tamaki ein Zeichen. Dieser setzte sein bestes Host Lächeln auf. „Hallo und herzlich willkommen zu diesem einmaligen Ereignis“, dramatisch zeigte er in die Kamera. „Heute werdet ihr nicht nur von unseren charmanten Gesichtern bezaubert, nein, heute möchten wir euch zeigen, wo sich die unbekannten Talente unsererseits verstecken. Seht gut zu“
„Cut. Ganz ok“, meinte Kyoya und sah sich das Bildmaterial nochmal an.
Hikaru stöhnte genervt, „Wir sind schon fast 30 Minuten an dieser Einleitung. An der Einleitung! Wie oft willst du das noch hören?“ Er hatte schon gar keine Lust mehr. Er hatte sich das viel lustiger vorgestellt und nicht das Kyoya einen auf Filmdirektor machte. Vor allem da dieser bei ihren ersten Takes seinen Finger dauernd auf der Linse hatte. Der Rotschopf sah sich um, Honey machte ein Nickerchen, Mori hatte von irgendwo Karten hergeholt und spielte Solitär auf dem Boden und sein Bruder spielte mit seinem Handy herum. Einzig Tamaki schien noch voller Tatendrang zu sein.
„Er hat recht, wir können nicht noch mehr Zeit verschwenden. Haruhi braucht uns“, meinte Tamaki empört doch Kyoya beachtete ihn nicht wirklich. „Wie ich bereits sagte müssen wir unsere Clubkasse wieder füllen und dafür können wir keine drittklassigen Amateur-Videos verkaufen“, erklärte er sachlich und nahm die Kamera vom Stativ, „Außerdem sind wir mit der ersten Szene fertig. Wir können also weitermachen“
„Endlich“, sagte Tamaki und hüpfte vor Freude auf und ab, „Haruhi wird sich so freuen, wenn wir später zu ihr kommen. Ich sehe ihr Lächeln bereits vor mir. Worauf warten wir noch?“
Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, haute er mit seiner Hand auf den Tisch, leider traf er dabei das Tablett auf dem alle Zutaten standen. Entsetzt sahen die Host Club Mitglieder, wie die Zutaten im hohen Bogen in die Luft flogen, und ehe einer reagieren konnte, zu Boden fielen. Die Eier-Kartons fielen durcheinander und einige der Eier sowie die Milchflaschen zerbrachen und das Mehl der aufgeplatzten Packungen rieselte wie Schnee vom Himmel. „Was war das für ein Krach? Was ist denn mit euch passiert?“, fragte Honey, gähnte herzhaft und rieb sich verschlafen die Augen.  

Nachdem sie Zeit hatten das eben geschehene zu verdauen und Tamaki eine Standpauke gehalten hatten, fingen sie an die Sauerei sauber zu machen.
„Bitte sag mir, dass du das wenigstens auf Band hast“, stöhnte Kaoru und wischte den Boden auf. Statt einer Antwort bekam er nur einen bösen Blick von Kyoya. Dieser massierte sich die Schläfen, „Nur ein kleiner Rückschlag. Das wird schon“
Als sie die Küche gereinigt hatten, schauten sie sich an, was sie noch an Zutaten übrig hatten. Zwei Packungen Mehl, zwei Liter Milch, 1 ½ Zuckerpackungen, fünf Eier, eine Packung Butter und die Süßigkeiten von den Zwillingen.
„Also hiermit müsste jeder noch etwas zusammen bekommen, ihr habt allerdings nur einen Versuch“, meinte Kyoya wenig überzeugt und schaute auf das durchgeweichte Rezeptbuch. Dieses war auch Tamakis Missgeschick zum Opfer gefallen. „Kommt schon Leute, das bekommen wir hin“, versuchte Tamaki die Runde aufzubauen, mit wenig Erfolg. „Ich bin dafür dass der Boss sich als letzter bedienen darf“, verkündete Hikaru und die anderen stimmten ihm zu. Niedergeschlagen ließ Tamaki die Schultern hängen, das hatte er wohl verdient. Nachdem die anderen sich bedient hatten, nahm der Blonde sich das, was übrig geblieben war. Damit bewaffnet suchte er sich einen freien Arbeitsbereich und fing mit den Vorbereitungen an. Im Gegensatz zu den anderen im Host Club hatte Tamaki früher öfter gebacken bzw. dabei zugesehen, also wusste dieser wie man Kekse buck. Jedenfalls etwas besser.

Kyoya folgte dem Geschehen mit der Kamera und wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Die Zwillinge hatten es geschafft Mehl und Butter abzuwiegen und eine große Schüssel zu benutzen, um die Sachen zu verrühren. Als sie jedoch die Eier aufschlagen sollten, fing das erste Drama bereits an. Hikaru schlug das Ei nicht, sondern zerschmetterte es, als er es an der Schüssel anschlug. Kaoru kicherte. Kaoru selbst hatte keine Probleme das Ei aufzuschlagen und es gelang ihm sogar nicht die ganze Schale mit in die Schüssel zu befördern. Sie fügten die Butter hinzu und das Mehl. Da sich beide ziemlich sicher waren, dass die Mischung verrührt werden musste, suchten sie ein passendes Gerät,  nachdem sie es mit einem Löffel versucht hatten. Sie steckten das Rührgerät an den Strom und Kaoru hielt es direkt in die Schüssel. Sofort flog ihm das Mehl durch die Rotation ins Gesicht und er musste Husten. Hikaru grinste seinen Bruder schelmisch an, sagte ‘Karma’ und holte ein Tuch hervor um ihm zu helfen das Mehl aus dem Gesicht zu bekommen. Nachdem Kyoya diesen Twincest Moment auf Band hatte, ging er zu Honey und Mori, um zu sehen, wie weit diese schon waren.
Die Beiden waren schon soweit, dass sie den Teig fertig gerührt hatten. Mori räumte gerade das Rührgerät weg, als Honey sich entschied den Teig zu probieren. Mit einem Mal leuchteten seinen Augen auf und er leckte sich genüsslich den Finger ab, ehe er ihn wieder in die Schüssel steckte. Mori meinte noch zu ihm, dass er rohen Teig nicht essen sollte, doch Honey verneinte und aß weiter. Der Größere versuchte ihm die Schüssel abzunehmen, doch Honey zischte ihn nur und rannte mit der Schüssel davon.
Als letztes ging Kyoya zu Tamaki, der gerade dabei war seine Kekse auf dem Backblech zu verteilen, die Kekse hatten die Form von Herzen. „Oh wow, die sehen gut aus“, meinte Kyoya beeindruckt und zoomte näher ran. „Danke. Weißt du ich habe früher immer mit meiner Mutter gebacken“, erzählte er mit einen kleinen Grinsen. „Ich hoffe, dass die Kekse Haruhi und ihrem Vater auch schmecken“
Er stellte den Backofen ein und seine Kekse mit dem Backblech hinein. Die Zwillinge stellten ihre dazu und warteten etwas bis sich ein süßlicher Geruch in der Küche verbreitete.

Sie schalteten den Backofen aus und aufgeregt holten die Zwillinge ihre Kekse hervor, diese hatten eine Sternform. „Ich bin ja so gespannt, wie sie schmecken“, sagte Kaoru aufgeregt. „Und ich erst“ meinte Hikaru. Sie warteten kurz bis die Kekse etwas abgekühlt waren, konnten aber schlussendlich doch nicht länger warten und aßen einen. Kaum dass sie die Kekse im Mund hatten, rannten beide zum Mülleimer und spuckten sie wieder aus. „Bäh, was ist da drin? Die sind ja total versalzen“, würgte Hikaru, während Kaoru sich am Wasserhahn den Mund ausspülte. Nachdem er damit fertig war, ging er zu ihren Arbeitsbereich und schaute sich die Zuckerpackung genauer an. „Das ist kein Zucker sondern Salz!“
„Was, aber das kann doch nicht sein?“, meinte Hikaru und schaute auch nochmal nach. Kyoya haute sich auf die Stirn, ihm war klar, dass sowas passieren musste. „Immerhin haben wir noch Tamakis Kekse“
„Was riecht hier eigentlich so verbrannt?“, fragte Honey, als er mit der leeren Schüssel neben Kyoya auftauchte, mit einem abgehetzten Mori im Schlepptau. „Oh, nein“, sagte Tamaki panisch, er hatte sie vergessen aus dem Ofen zu holen. Schnell rannte er zu ihnen und öffnete die Ofentür. Schwarzer Rauch kam ihm entgegen und er holte sich Handschuhe, um das Blech herauszuholen.

Erst dann sah er das Desaster.


„Also fassen wir zusammen. Honey hat seinen ganzen Keksteig gegessen“
„Ich bereue nichts“, verkündete Honey stolz und rieb sich dann seinen vollgefressenen Bauch.
Kyoya wandte sich an die Zwillinge, „Eure Kekse sind versalzen“
„Das ist nicht meine Schuld!“, kam unisono die Antwort und Kyoya seufzte niedergeschlagen, „Und über Tamakis reden wir besser nicht.“ Er schaute auf die Uhr. „Um diese Zeit noch etwas passables zu finden wird schwierig“

Tamaki ließ den Kopf hängen. Er fühlte sich so schlecht. Das war alles seine Schuld. Hätte er vorher nicht alles umgeworfen. hätten sie einen neuen Versuch starten können und, mit viel Glück, etwas hinbekommen. Sollte er so einfach aufgeben? Dabei hatte er sich so darauf gefreut.
Er dachte an Haruhi und stand auf. „So leicht gebe ich mich nicht geschlagen“, murmelte er und ging zu seinen Keks Blech. Sein Versagen strahlte ihm förmlich entgegen. Die kleinen verschrumpelten Kekse, die eigentlich eine Herzform ergeben sollten und die an einigen Ecken leicht angebraten waren, schienen ihn zu verhöhnen.
„Ich werde es ihr bringen“, verkündete Tamaki und die anderen drehten sich zu ihm. „Bist du dir sicher, Boss?“, fragte Hikaru und schaute mitleidig auf Tamakis Kekse. „Vergessen wir es doch einfach und kaufen morgen etwas. Damit gehen wir dann zu ihr“, meinte er aufmunternd.
„Er hat Recht“, schaltete Kaoru sich dazwischen.
„Nein, ich bringe sie ihr vorbei“ Der Blonde hob das Blech an und wollte damit losrennen, blieb aber an einer Ecke hängen. Mori hielt ihn in letzten Moment fest, nahm ihm das Blech aus der Hand und legte es auf den Küchentisch. Aus einer Schublade holte er eine kleine Tüte hervor und legte sie dazu, „Mach sie da lieber rein, statt das ganze Blech mitzunehmen“
„Takashi hat recht“, meinte Honey und war schnell zu ihnen gelaufen, um die Kekse in die Tüte zu machen, während Tamaki die beiden nur ungläubig anschaute. „Jetzt fehlt nur noch eine Schleife“, sagte der Kleinere lächelnd.
„Ich glaub ich hab da was“, Kaoru wühlte kurz in seiner Tasche herum, ehe er ein gelbes Geschenkband hervor holte. „Das müsste gehen“, mit einer hübschen Schleife band er die Tüte zu.
„Sollte wir noch eine gute Besserungskarte dazu schreiben für Haruhis Papa?“, überlegte Honey laut und Hikaru grinste. „Der Meinung war ich auch, deshalb hab ich die besorgt“, sagte er und holte eine Karte mit einem Stift hervor. „Was sollen wir drauf schreiben?“
„Ich übernehme das“, sagte Kyoya und schrieb etwas in die Karte und gab seinen Stift an Tamaki weiter, „Unterschreib“
„Danke, Leute“, sagte Tamaki gerührt und die anderen lächelten nur.
„Nicht der Rede wert“


Nachdem alle unterschrieben hatten, sah Kyoya auf die Uhr und sah, dass es schon relativ spät war. Er warf den anderen einen eindeutigen Blick zu. „So Jungs wir fangen schon mal mit aufräumen“, sagte Kyoya und wandte sich an Tamaki, „Geh du ruhig zu Haruhi“
„Wollt ihr wirklich nicht mit?“, fragte der Blonde verwirrt und wurde im selben Moment förmlich vor die Tür geschoben. „Nein, nein, wir machen hier klar Schiff. Grüß Haruhi von uns“, meinte Hikaru und knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Als die Tür zu war, atmeten die anderen erleichtert aus. „Puh, ich hätte nicht damit gerechnet, dass das noch was wird“, gestand Kaoru. „Das wäre so traurig gewesen, da er sich ja so darauf gefreut hat etwas für Haruhi zu machen“, meinte Honey, „Zum Glück ist ja alles gut gegangen“‘
„Jup“, meinte Mori, während er das Geschirr in die Spülmaschine stellte. „Hoffen wir mal, dass er diese Gelegenheit nicht verbockt“, grinste Hikaru frech und Kyoya richtete seine Brille, „Wir hoffen einfach mal auf das Beste. Und jetzt hopp hopp. Ich hab den Kochclub gesagt ihre Küche ist fleckenfrei, wenn wir hier fertig sind“
„Was? Wir müssen wirklich putzen?!“
„Aber wir haben doch schon geputzt für heute“
„Das ist echt gemein von dir“
„Jup“



Während der Autofahrt zu Haruhi wurde Tamaki immer nervöser. Ob Haruhi sich über den Besuch überhaupt freute? Vielleicht störte er sie auch, da sie sich um ihren Vater kümmern musste. Was ist wenn Ranka ihn wieder rauswirft?
Mit weichen Knien stand er vor ihrer Tür und konnte sich nicht überwinden zu klingeln. Gerade als er seinen Mut zusammengenommen hatte, öffnet sich die Tür.
„Oh, Tamaki du hier?“, Haruhi stand in der Tür und musterte Tamaki fragend. „Oh ich, ja also ich“, stotterte Tamaki nervös mit hochroten Kopf, ehe er sich wieder beruhigte. „Im Namen des Host Club bin ich hier deinem Vater gute Besserung zu wünschen und dir das zu übergeben“, roboterartig hielt er ihr die Kekstüte entgegen. „Das ist aber lieb“, sagte sie lächelnd und zog ihn an der Hand rein, „Mein Vater ist im Wohnzimmer, ich war gerade dabei Wasser für Tee zu kochen. Setzt dich doch kurz zu ihm, er wird sich bestimmt über die Kekse freuen“
Tamaki nickte und ging ins Wohnzimmer, dort saß Ranka ausgestreckt auf dem Sofa und legte seinen Fuß hoch. Dieser war bandagiert. „Haruhi könntest du- Oh, was machst du denn hier?“
„Ich, der Host Club wünscht gute Besserung“, nervös hielt er ihm die Tüte entgegen. Ranka musterte diese kurz, ehe er sich aufsetzte um Tamaki etwas Platz auf dem Sofa zu machen. „Danke“, murmelte er und öffnete die Tüte und verzog sofort das Gesicht. „Die sehen ja scheußlich aus“
Tamaki zuckte zusammen. Er wusste, dass seine Kekse nicht gerade gelungen waren, aber das von anderen zu hören, war doch etwas anderes. „Die sind selbst gemacht“, murmelte er peinlich berührt.

Skeptisch beäugte Ranka die Kekse und drehte sie in der Hand hin und her, „Und die hast du selbst gemacht Bursche?“
„J-ja“
„Ich wollte nur sicher gehen“, meinte Ranka und steckte sich einen in den Mund. Quälend langsam verging die Zeit für Tamaki, in der er Ranka beim Kauen beobachtete, jeden seinen Gesichtsausdrücke analysierend.  Endlich hatte er den Keks runtergeschluckt und sah Tamaki verblüfft an. „Die sind ja lecker. Haruhi probier mal“
Er hielt ihr die Tüte hin und sie nahm sich einen Keks raus und probierte ihn sofort. „Du hast recht“, meinte sie und holte sich noch einen, „Hm, echt lecker. Ich mach dann mal den Tee fertig. Du magst doch schwarzen Tee, oder Tamaki?“
„Äh, was? Ich wollte eigentlich gleich gehen, um nicht zu stören“
„So ein Unsinn“, belustigt haute Ranka Tamaki auf den Rücken und zog ihn näher an sich heran, „Du bleibst hier und trinkst Tee mit uns“
Ein riesengroßes Lächeln bildete sich auf Tamakis Gesicht, „Sehr gerne“


„Wann darf ich das Video endlich sehen?“, quengelte Renge und sah Kyoya mit einem Welpenblick an. „Wenn ich fertig bin. Mir fehlt nur noch ein Titel“, nachdenklich betrachtete er den Bildschirm. „Das ist doch das einfachste“, meinte Renge fröhlich und verschränkte ihre Finger miteinander, „Erzähl mir einfach wie es gelaufen ist und um was es geht. Ich überleg mir dann etwas, das ist meine Spezialität“
Mit voller Entschlossenheit sah sie ihn an. „Na, wenn es ihr so viel bedeutet“, dachte der Schwarzhaarige sich, ehe er sich zu ihr drehte und antwortete. „Es fing schlecht an, ließ in der Mitte etwas nach und über den Schluss schweigen wir besser, aber sonst: toll“

Einen kurzen Moment sahen die beiden sich schweigend an. „Wie wärs mit Backen mit dem Host Club?“
„Ah, gute Idee Renge.“





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Mal wieder ein Fandom, das ich nicht kenne. Das Zitat kam in dieser Geschichte sehr gut zur Geltung.

Eure lula-chan
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