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Ja

von SugerCat
Kurzbeschreibung
SongficLiebesgeschichte / P12 / Het
Louis Peaches
02.10.2020
02.10.2020
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02.10.2020 2.438
 
Ich bin verloren, in deiner Mitte
Machst mich zum Kämpfer ohne Visier
Alles gedreht, die Sinne wie benebelt
Ich bin so heillos betrunken von dir


„Meint ihr, er wacht überhaupt nochmal auf?“

„Gib es zu Sid, du hast ihn doch k.o. geschlagen.“

„Was? Nein! Crash redet Unsinn. Ihr müsst mir glauben! Ich habe mich nur herum gedreht und dann ist er plötzlich umgefallen.“

„Ja Sid, wir wissen all wie du dich manchmal bewegst. Also könnte das hier doch deine Schuld sein.“

„Diego, sag doch so etwas nicht. Ich will nicht daran Schuld sein, dass es keine Hochzeit gibt!“ Erst hörte der Maulwurfigel nur ein Summen, das fast klang wie Musik in seinem Kopf, aber es verwandelte sich allmählich in Stimmen, die immer deutlicher wurden. Wahrscheinlich weil eine davon immer lauter jammerte.

Du wärmst mich auf, mit deinem Wesen
Und lässt nicht einen Zentimeter unverschont
Du flutest alle meine Decks mit Hoffnung
Auf ein echtes Leben vor dem Tod


„Beruhige dich Onkel Sid. Ihm ist sicherlich nur ein wenig schwindelig geworden. Ich hätte ihn auch fragen können, ob er heute morgen ordentlich gefrühstückt hat.“ Peaches befand sich auch hier. Ihre Stimme würde er überall heraushören. Die Musik verweilte immer noch im Hintergrund, doch es störte ihn im Moment am wenigsten.

„Du warst bei ihm?! Das ist doch gegen die Tradition und..“

„Beruhige dich Dad! Ich meinte mit dem Handy.“ Langsam fragte er sich, ob es hier um ihn ging. Da er es nur erfahren wird, wenn er die Augen öffnet, musste er das jetzt wohl tun.

„Ich glaube er kommt wieder zu sich. So ein Glück. Ich war schon kurz davor, einen Krankenwagen zu rufen.“

„Ellie, dass musst du doch nicht. Es hat den Jungen eben ein wenig aus den Socken gehauen. Passiert wohl jedem, der nicht so gute Nerven hat wie ich.“

„Sagte das Mammut, das sich vor seiner Trauung übergeben hat.“ Versuchte ein bekanntes Faultier zu flüstern.

„Das wusste ich ja noch gar nicht, Schatz.“

„Sid!“

„Verschiebt eure Gespräche auf später. Louis bist du ok?“ Der Angesprochene blinzelte, alles hier war so hell und verschwommen. Doch langsam wurde seine Sicht besser und er erkannte Peaches erneut an der Stimme, die ihn wahrscheinlich Kopfüber besorgt ansah. Eigentlich lag es nur daran, dass er mit seinem Haupt auf ihrem Schoß lag. Langsam versuchte er sich aufzusetzen und um dann herauszufinden, was nun geschehen ist.

Es ist noch immer, so schwer zu glauben
Wie du die meisten meiner Fehler übersiehst
Du erdest jeden, meiner Gedanken
Verleihst Flügel, wenn Zweifel überwiegt


„Geht es wieder?“ Als er auf seinen Beinen stand, bemerkte er das er einen edlen Anzug trug und das nun eine warme Hand auf seiner Schulter lag.

„Ich.. Ja, alles ist wieder...“ Aber dann verschlug es ihm die Sprache als er seine beste Freundin richtig anblickte. Sie war... einfach wunderschön. Also er fand sie jeden Tag hübsch, aber nun schien sie fast zu leuchten. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie ein weißes Hochzeitskleid trug und nun im Licht der Sonne stand. Lichtstrahlen umrahmen ihre Silhouette so perfekt, dass man meinen könnte, auch da oben wollte jemand, dass sie heute ganz besonders wunderbar erschien. Vielleicht kippte er deswegen um, denn dieser Anblick ließ einen schon schwach werden. Seine Beine wollten fast erneut nachgeben, aber dann kam es ihm endlich in den Sinn, was hier ablief. Er befand sich bei einer Trauung. Bei Ihrer Trauung. Warum wusste er dann überhaupt nicht, wen seine besten Freundin heiraten wollte und das es überhaupt stattfand?    

„Ich glaube er fällt gleich wieder um. Am besten wir Tackern ihn an einem Brett fest, damit..“

„Schon gut, Onkel Eddie. Wir bekommen das auch so hin, nicht wahr?“ Er nickte nur ein wenig abwesend, aber konnte den Blick nicht von Peaches nehmen. Wie sie ihn warm anlächelt und er sollte wohl jegliche Fragen und alles andere sein lassen. Das hier war ihr großer Tag und den würde er nicht zerstören wollen. Somit atmete er nochmal tief durch und begab sich an seinen Platz. Zumindest hoffte er, dass er Trauzeuge sein durfte. Aber irgendwie stand da schon ein blondes Mammut. Wollte seine beste Freundin etwa lieber Katie als Trauzeugin? Bevor ihm das Herz schwer über diesen Gedanken werden konnte, wurde er schon an der Pfote gegriffen.

„Wo willst du denn hin? Du musst dich hier hin stellen.“ Erklärte Peaches sanft und schob ihn neben sich. Dann verstand er es, anscheinend wurde er doch Trauzeuge, nur er stand auf der anderen Seite, wegen der Aufteilung. Männer links bei dem Bräutigam und die Frauen rechts bei der Braut. Er kannte sich auch nicht wirklich mit solchen Sachen aus, denn er beschäftigte sich sonst nicht mit Hochzeiten.

„Louis, fühlst du dich auch wirklich wohl?“ Wurde erneut gefragt und ihn sahen nun alle irritiert an, was ihm selbstverständlich unangenehm war. Der Platz wo der Bräutigam stehen sollte, blieb immer noch leer. Welcher Kerl kam bei so einer wunderbaren Frau zu spät? Der Vater von diesem Mammut schubste ihn nun genau neben Peaches.

„Junge, es gibt nun keinen Rücktritt mehr!“

„Dad! Er ist nur nervös, dass ist alles. Oder?“ Daraufhin sah ihn die bildschöne Braut an und er konnte nur ahnungslos zurück starren. Nun machte alles noch weniger Sinn. Denn wieso sollte Peaches ausgerechnet ihn heiraten wollen?

„Louis?“ Bittend und besorgt wurde er angeblickt. Dann konnte er nicht anders als nickend zuzustimmen.

„Ja, die Nerven... Du bist so wunderschön.“ Kam es fast stotterfrei aus ihm heraus. Egal wie alt er wurde, sie konnte ihn immer durcheinander bringen. Für seinen letzten Satz lächelte das Mammut ihn glücklich an, bevor sie ihm auch ein Kompliment gab. Das alles hier war so surreal. Wahrscheinlich wieder einer seiner besseren Träume oder er war Tod und das hier war der Himmel. Zumindest würde diese Theorie den Engel neben sich erklären.    

„Louis?“

„Hm?“ Irgendwas wurde hinter ihm gebrabbelt, aber es interessierte ihn nicht im geringsten.

„Das ist der Moment in dem du mit Ja oder Nein antworten solltest.“ Peaches sprach ihre Worte noch gar nicht richtig zu Ende, da redete er schon dazwischen.

„Ja. Natürlich. Immer.“ Schließlich ging gerade das in Erfüllung, was er sich schon seit Ewigkeiten erhoffte. Für immer mit der Frau vereint zu werden, die er so sehr liebte. Die Musik in seinen Ohren schien lauter zu werden, aber vielleicht war das auch sein erfreutes Herz.

Und ja ich atme dich
Ja ich brenn für dich,
Und ja ich leb für dich
Jeden Tag
Und ja du spiegelst mich
Und ja ich schwör auf dich und jede meiner Fasern
Sagt ja

Ja zu jedem Tag mit dir
Ja zu jedem deiner Fehler
Asche und Gold
Ich trag alles mit dir
Denn ich bin und bleib verloren, in deiner Mitte
In deiner Mitte, bis der Vorhang fällt


„Beep Beep Beeep.“ Ein bekanntes aber auch nerviges Geräusch, riss ihn aus dem schönen Moment, auch wenn er daran festhalten wollte.

„Beep Beep Beep.“ Ertönte es schnell erneut und das ganze Bild vor ihm änderte sich. Die Gäste und die sehr schöne Braut verschwanden. Er blinzelte und starrte mit einem leichten Seufzer, an die Decke von seinem Schlafzimmer. Es hätte ihm doch klar sein sollen, dass es mal wieder nur ein Traum war. Es war immer so. Müde und mit Kopfschmerzen, drehte er sich um, denn sein Wecker hatte nicht vor still zu bleiben.

„Es gibt eben Dinge, die sind viel zu schön, um echt zu sein.“ Redete er mit sich selbst und die Beep-Runde ging wieder von vorne los. Gerade wollte er sich aufsetzen und genervt danach greifen, als ein Arm sich über ihn streckte und auf den Knopf drückte. Erschrocken fiel er zurück ins Kissen. Als der viel größere Arm sich mit der Hand zurück zog, folgte er dieser Bewegung um dann bei dem dazugehörigen Tier zu landen. Mit blanker Miene starrte er dieses an. Er bekam ein fast schüchternes Grinsen zurück und das von der Frau, die in seinem vorigen Traum die Braut spielte. Er setzte sich eilig auf und bedeckte sich merkwürdigerweise dabei mit der Decke. Und er schlief nicht einmal nackt. Er bekam gerade ein richtig eigenartiges Gefühl. Peaches setzte sich auch langsam auf. Trug sie etwa nichts unter Decke. Der Stoff rutschte runter und ein wenig erleichtert, erkannte er dass sie ein Oberteil trug, er sah nur die Träger wegen ihrer langen Haare und zerwuschelten Fell nicht. Eigentlich ein netter Anblick.  

„Was ist viel zu schön, um echt zu sein?“ Erkundigt sie sich und als er ihre Stimme vernahm, wurde er noch wacher. Das hier klang echter als das vor dem Altar. Wenn man sich im Traum Fell ausreist und es tut weh, könnte dein Hirn dir dann auch Schmerz vorspielen?

„Ich träume immer noch. Oder?“ Um Anhaltspunkte zu finden, wie es zu dieser Situation kam, und um von ihr wegzusehen, blickte er sich in dem Zimmer um. Er bekam fast den nächsten Herzkasper, als er offene Kondomverpackungen vor dem Bett auf den Boden liegen sah. Sie beide haben doch nicht wirklich.. Warum erinnerte er sich an nichts mehr und hatte solche Kopfschmerzen?

„Louis, bist du ok?“ Wurde sich wahrscheinlich ein wenig besorgt erkundigt, weil er sich erneut ins Kissen fallen ließ, aber mit dem Gesicht weg von ihr. Traum oder nicht, er wollte nicht das sie sah, wie peinlich ihm die Situation war. Als das Kissen ein wenig von seinem Atem zurück gab, rümpfte er die Nase. Ihm kam wieder in den Sinn, dass er letzte Nacht getrunken hatte.

„Ach ja, die Bar!“ Louis setzte sich mit der Erkenntnis wieder auf.

„Aber du warst doch gar nicht da. Oder?“ Warum dachte er auch, es wäre eine gute Idee mit Eddie und Crash den Abend zu verbringen? Mit denen endet es doch immer im Desaster.

„Du warst betrunken und da haben Onkel..“ Versuchte das Mädchen in seinem Bett zu erklären, aber er fand, sie musste ihn nicht schonen.

„Dich angerufen um mich besoffen bei dir abzuschieben. Schon klar.“

„Na eigentlich bei dir. Könntest du mich ansehen? Bitte.“ Weil er ihr wahrscheinlich nie etwas abschlagen kann, drehte er doch den Kopf allmählich zu ihr.

„Fühlst du dich unwohl, weil du getrunken hast oder weil ich in deinem Bett liege?“

„Beides. Also eigentlich trinke ich ja nie viel.“ Darauf rutschte sie noch näher zu ihm heran und legte eine Hand auf seine Schulter. Da fühlte er sich schon etwas besser. Und er wusste, dass dies hier wirklich real war, denn die Wärme konnte sein Hirn nicht erfinden.

„Das weiß ich doch. Wir schieben es auf die bösen Onkels. Die Dekoration auf den Boden kannst du übrigens auch auf sie schieben, die fanden das wäre lustig, wenn du aufwachst.“

„Ja, die sollten sehen wie ich lache.“ Erklärte er monoton und starrte nun mehr angespannt vor sich hin, als sie anzublicken. Ihre Hand fiel von ihm ab, dennoch blieb sie dicht bei ihm sitzen.  

„Findest du den Gedanken so schrecklich das wir..“ Doch er unterbrach sie, denn das hier war nicht ihre Schuld.

„Nein.“ Das kam zu vorschnell, aber sie saß ja selbst schon in seinem Bett, also warum nicht rauslassen, was er sonst versperrte.

„Ich würde es nur schrecklich finden, wenn es unter Einfluss von Alkohol geschehen wäre.“ Der Maulwurfigel sah vorsichtig nach oben und bekam erst ein schüchternes, aber schnell ein richtiges Lächeln. Auch griff sie erst zaghaft nach seiner Pfote, die auf dem Bett lag, doch als er ihre Hand drückte, wurde ihre Berührung fester. Das hier wurde sehr schnell besser, fand er und gab ihr auch ein kleines Lächeln zurück.

„Für eine Zeitlang musst du echt gedacht haben, dass ich total bescheuert bin.“ Fing sie ruhig an zu reden, doch er verstand nicht wirklich, worauf sie hinaus wollte.

„Dein Bett ist für ein Mammut. Oder allgemein für größere Tiere gedacht. Als ich dein Schlafzimmer hier zum ersten Mal gesehen habe, ist es mir nicht einmal aufgefallen.“

„Das Bett?“

„Das schon. Aber ich war es so gewohnt, die Größe zu sehen, dass es bei dir keinen Unterschied machte.“

„Warte? Du dachtest, jeder schläft in so einem Bett?“ Sie sah verlegen zur Seite und er konnte es fast nicht glauben, dass er der Grund dafür war.

„Als wir Kinder waren, konnte ich dein Zimmer ja nie sehen wegen meiner Größe.“ Beschwerte sie sich ein wenig.

„Na ja, jetzt darfst du mein Zimmer sehen, wann du willst. Vielleicht darfst du auch mal darin schlafen.“

„Wann bist du nur so süß geworden?“ Der Stachlige rollte mit den Augen und boxte ihr spielerisch in den Arm. Auch wenn er genau am Ton erkannte, wie sie das meinte.

„Oder sollte ich sagen attraktiv?“ Darauf wollte er noch was erwidern, doch sie war schneller.

„Ich meine es ernst. Wenn ich nicht so blöd gewesen wäre und nur nach groß gebauten Mammuts ausschaue gehalten hätte, dann wäre ich schon eher darauf gekommen, dass der richtige Mann schon lang an meiner Seite ist.“ Da wollte Louis erneut seine Meinung dazu sagen, doch sie ließ es nicht zu.

„Und jetzt sag nicht, 'du bist ein Mammut, da ist es verständlich sich nach Mammuts umzusehen.' Vielleicht wenn ich aus einer Familie kommen würde, die eher aus einer Spezies besteht, aber nicht so. Ich habe immer das Gesucht, was ich schon habe. Die Männer mit denen ich zusammen war, waren weder stärker als ich, noch..“

„Du weißt, du musst dich für nichts rechtfertigen und es tut mir leid, wenn ich nun ein wenig direkt bin... Aber würdest du mit mir ausgehen?“ Die Größere fing darauf an zu lachen.

„Louis, ich liege schon in deinem Bett, also natürlich gehe ich mit dir aus. Ich dachte eher, dass wir gleich eine Beziehung anfangen. Das beinhaltet natürlich auch Dates.“ Ungläubig konnte er nicht aufhören sie anzusehen, während sie mehr zur Seite blickte und mit der freien Hand an ihren Haaren herum spielte.

„Du bist nervös.“ Stellte er in den Raum. Er fand es merkwürdig, denn Peaches handelte immer so bedacht, als wüsste sie immer was sie tut.

„Natürlich bin ich nervös. Ich sitze fast nackt im Bett eines attraktiven Mannes. Wie sollte ich da nicht nervös werden?“ Auf die Antwort warf er sich doch wieder zurück ins Kissen, denn auch er kam nicht darum herum noch mehr verlegen zu werden.  

"Frühstück?" Erkundigte sich der Stachlige, nachdem er einfach nur dalag und sie beide sich ansahen.

"Ja, gerne." Bekam er von ihr mit einem Lächeln zu hören und Louis erwiderte es natürlich. Des Rest können sie immer noch herausfinden. Zusammen.

Und ja ich atme dich
Ja ich brenn für dich,
Und ja ich leb für dich
Jeden Tag
Und ja du spiegelst mich
Und ja ich schwör auf dich und jede meiner Fasern
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