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Sex, drugs and friendships

GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P16 / Mix
Elizabeth "Lizzie" Saltzman Hope Mikaelson Josette "Josie" Saltzman Landon Kirby OC (Own Character) Rafael Waithe
30.09.2020
25.02.2021
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30.09.2020 7.527
 
*Hope’s Sicht*
2029. Und wieder ein Jahr, in dem ich in dieser Schule festsitze. Seit 2019 bin ich hier. Natürlich, ich hätte mich direkt mit den Saltzman Zwillingen anfreunden können und alles wäre gut gewesen. Aber so bin ich nicht. Ich wollte nicht von zuhause weg. Ich wollte bei meiner Familie bleiben.

Selbst nach 10 Jahren fühlte sich dieser Ort eher selten wie eine Heimat an. Wenn ich allerdings in den Ferien mal die Erlaubnis bekam, für eine Weile nach Hause zu fahren, nahm ich dies dankend an und besuchte meine Familie in New Orleans. Dank meiner guten Beziehung zu Dr. Saltzman passierte dies sogar relativ oft. Allerdings war er auch der einzige, mit dem ich wirklich redete und der wusste, wieso ich mich verhielt, wie ich mich verhielt.

Ja, es war zum Teil wegen meiner Familie. Viele dachten bei dem Namen „Mikaelson“ direkt an meinen Vater. Das Monster Niklaus Mikaelson. Mit dem Nachnamen war ich so oder so abgestempelt, selbst wenn Elijah oder Kol mein Vater wäre. Deswegen machte ich kein Geheimnis daraus, wer mein Dad war. Sie hatten eh ihr Bild von unserer Familie und das würde ich nach 1000 Jahren nicht mal eben richten können.

Dazu kam, dass ich Leute eher damit verschreckte, dass ich eine Tribridin war. Ich war nun einmal die erste und einzige meiner Art. Ein Schlupfloch der Natur. Ausgesucht hatte ich mir das bestimmt nicht. In den letzten Jahren hatte ich mir oft jemanden gewünscht, mit dem ich reden konnte. Jemanden, der mich verstand. Aber das ging nicht. Es würde niemand verstehen. Ich war die einzige meiner Art. Das machte mich zur Einzelkämpferin. Sogar einer ziemlich mächtigen Einzelkämpferin.

Macht. Ja, das war auch noch so ein Ding. Dad war immer jemand gewesen, der Macht und Kontrolle brauchte. Egal, was er dafür tun musste. Ja, er war brutal. Aber viele übersahen dabei, dass er es oft machte, um diejenigen zu beschützen, die er liebte. Das war letztendlich sein Todesurteil gewesen. Er und Onkel Elijah hatten sich geopfert, um mich zu schützen. Das war nun gut 1 Jahr her. Und es schmerzte immer noch höllisch. Ich hatte Schuldgefühle.

Zu gerne hätte ich mit Mom darüber geredet und sie nach einem Rat gefragt. Soweit ich zurückdenken konnte, war Mom immer das Gegenteil von Dad. Sie hatte immer versucht, alles diplomatisch zu klären und Konflikten aus dem Weg zu gehen. Wann immer ich Sorgen oder Ängste hatte, konnte ich zu ihr gehen und mit ihr reden. Mir ging es danach immer besser. Sie hatte einfach in jeder Situation einen guten Rat für mich.

Und vor fast schon 3 Jahren ist sie gestorben. Seitdem habe ich angefangen, mich noch mehr von den anderen Schülern abzuschotten. Nach dem Tod meines Vaters letztes Jahr, habe ich angefangen, mich komplett zu isolieren. Ich ging weder zum Unterricht, noch nahm ich an Mahlzeiten teil. Und wenn, dann war es so selten, dass mich dann alle anstarrten wie ein Zombie. Nicht, dass ich nicht sowieso immer von allen Seiten angestarrt wurde wegen meinem Dad oder dem was ich bin. Aber naja.

Wenn ich nicht gerade auf meinem Zimmer war, war ich meistens irgendwo am Trainieren. Entweder irgendwo alleine oder Dr. Saltzman war mein Trainingspartner. Er war so ziemlich der einzige, der wusste, dass ich quasi ein Waisenkind war. Natürlich kümmerte sich der Rest meiner Familie noch um mich. Aber es war nicht das Gleiche. Ich hatte meine Eltern verloren. Freunde hatte ich hier auch nicht. Ich lebte einsam und allein an einem fremden Ort mit fremden Leuten.

Natürlich ‘kannten‘ Lizzie, Josie und ich uns. Schließlich war ich schon 1 Jahr nach ihnen und der Eröffnung an die Schule gekommen. Damals hatte mir Caroline die Schule gezeigt und Lizzie und Josie kamen immer wieder zu ihr, um sie etwas zu fragen. Die Zwillinge nannten Caroline ‘Mom‘, dabei war diese weder ihre leibliche Mutter, noch mit Dr. Saltzman in einer nennenswerten Beziehung. Soweit ich wusste, war sie sogar mit jemand anderem in einer Beziehung. Aber das war eh nicht meine Baustelle.

Ich fand es allerdings schon damals interessant, dass sie eine andere Frau, als ihre Mutter ‘Mom‘ nannten. Aber Caroline war auch für die beiden das, was am nächsten an eine Mutter herankam, wie ich mit der Zeit von unserem Schulleiter erfuhr. Obwohl niemand eine Mutter ersetzen konnte. Genauso wenig einen Vater. Jedoch ähnelte Dr. Saltzman für mich mittlerweile einer Vaterfigur. Lizzie und Josie hatten wirklich Glück, ihn als Vater zu haben.

Und einer Mutter am ähnlichsten kommen würde bei mir… Ja, wer eigentlich? Tante Freya? Sie war meine Mentorin in Sachen Hexerei und hatte immer ein offenes Ohr. Trotzdem hatte sie ihre eigene kleine Familie mit Vincent und Keelin. Rebekah? Sie und Marcel regierten jetzt in New Orleans. Außerdem hatten sie eine Tochter. Zoey Gerard („gespielt“ von Indiana Evans). Sie war ein Jahr jünger als ich und kam ein Jahr nach mir an die Schule. Vermutlich sollte ich mich dadurch nicht ganz so alleine fühlen, wenn meine Cousine bei mir war. Naja, Mission gescheitert.

Außerdem war da auch noch mein Cousin Liam Claire („gespielt“ von Zac Efron). Der Sohn von Kol und Davina. Mal im Ernst, wieso mussten die beiden sich nicht mit dem Namen Mikaelson rumschlagen, wie ich? Das war doch nicht fair! Jedenfalls… Liam war ebenfalls ein Jahr jünger als ich. Er kam allerdings erst 2022, also 2 Jahre nach Zoey, an die Schule. Die beiden waren Häretiker. Die einzigen beiden an der Schule. Aber immerhin waren sie zu zweit.

Im nächsten Jahr kam Stefanie Gilbert – Salvatore („gespielt“ von Lucy Hale) zu uns. Sie war die Tochter von Elena und Damon. Ich hatte schon viel über die beiden und auch den verstorbenen Stefan Salvatore gehört und gelesen, weshalb ich froh war, dass das Mädchen scheinbar eher nach ihrer Mutter kam. Allerdings war sie ein Medium, was hieß, sie konnte Kontakt zu Geistern haben. Auch sie war alleine. Und ihre Gabe hätte mir durchaus nützlich sein können in den letzten Jahren.

Allerdings wollte ich niemanden in meine Nähe lassen, damit ich niemanden verletzen konnte. Ich musste erst einmal selbst mit den Verlusten und der Situation fertig werden. Dann konnte ich darüber nachdenken, wieder jemanden in mein Leben zu lassen. Aber das endete meistens nur damit, dass ich die Person körperlich oder seelisch verletzte. Im Extremfall endete es so, dass die Person mir wichtig wurde und dann starb. Und naja… wir Mikaelsons sind wohl eher für das Extreme bekannt.

Dazu kam, dass ich meine Kräfte immer noch nicht 100% einschätzen konnte und oft die Kontrolle verlor – vor allem, wenn ich wütend oder traurig war. Dann tendierte ich dazu, alles um mich herum zu zerstören – ohne Rücksicht auf Verluste. Deswegen hielt ich mich lieber von allen anderen fern. Ich musste nicht noch mehr Leben zerstören oder irgendjemanden unnötig in Gefahr bringen. Das war das Beste für alle. Selbst für meinen Cousin und meine Cousine. Zudem wurden meine Besuche in New Orleans auch nach dem Tod meiner Mutter immer weniger. Nachdem auch Dad gestorben war, konnte ich schließlich nicht mehr zurück. Also saß ich hier wohl oder übel fest.


Es war Anfang des Jahres 2029. Es klopfte an meiner Zimmertür. „Hope?“hörte ich die vertraute Stimme des Schulleiters. Ich stand von meinem Bett auf, öffnete die Tür ein Stück, trat auf den Flur und schloss die Tür wieder hinter mir. Niemand außer mir betrat mein Zimmer! „Wir haben 3 Neue. 2 beste Freunde und ein Mädchen. Lizzie und Josie führen die besten Freunde herum. Kannst du das Mädchen übernehmen?“ Ich sah ihn ausdruckslos an. Wieso fragte er, wenn er wusste, dass ich nein sagen würde? Davon abgesehen bekamen Lizzie und Josie natürlich die Jungs.

Nicht, dass ich planen würde, eine Beziehung oder Freundschaft aufzubauen. Aber trotzdem. Es war unfair, wenn man es objektiv betrachtete. „Hope, ich kann dich nicht überall bevorzugen. Du bekommst Privattraing, musst nicht zum Unterricht oder sonstigen Veranstaltungen, die Führungen machen sonst auch Lizzie und Josie, du hast ein Einzelzimmer,…“ Dr. Saltzman sah mich bittend an. „Es ist nur dieses eine Mal, Hope. Bitte.“ Ich verdrehte die Augen. „Wenn’s sein muss. Erwarte aber nicht zu viel.“

Ich verschwand kurz in mein Zimmer und zog mir dickere Sachen an, da es schneite und draußen eh schon Schnee lag. Als ich mein Zimmer wieder verließ, schloss ich meine Tür stumm mit einem Zauber ab. Nur zur Sicherheit. Dr. Saltzman sah mich dankbar an und setzte sich in Bewegung. „Ihr könnt euch auch einfach an Lizzie und Josie hängen. Dann musst du nicht so viel erzählen.“schlug er vor. Ich nickte nur und folgte ihm nach draußen.

Dort warteten die Zwillinge bereits mit 2 Jungen und einem Mädchen. Lizzie warf ihrem Vater einen genervten Blick zu. „Dein Ernst Dad? Wir brauchen nicht noch ein Anhängsel. Aber naja, umso mehr kann ich unter Beweis stellen, dass ich keine Hilfe für die Tour brauche. Stimmt doch, oder Josie?“ Sie sah ihre Schwester an. Diese nickte langsam.

Ich spürte den Wolf in mir, der ausbrechen wollte. Deshalb wusste ich, dass meine Augen begannen, gelb zu leuchten. „Hope, beruhig dich.“kam es von Dr. Saltzman. „Ich wusste, ich kenne dich irgendwo her.“riss mich die Stimme von einem der Jungen aus den Gedanken. Ich blinzelte ein paar Mal, damit meine Augenfarbe wieder normal wurde und sah dann zu den beiden Jungen.

Einen von ihnen hatte ich tatsächlich schon mal gesehen. „Hilf mir auf die Sprünge.“lächelte ich entschuldigend. Er lachte. „Scheint, als würden dich dauernd Kellner nach einem Date fragen und zum Tanzen auffordern.“ Innerlich klatschte ich mir mit der flachen Hand vor die Stirn. Natürlich. Der süße Kellner, der mit mir zur Feier am Town Square wollte und dann drauf bestanden hat, mit mir zu tanzen. „Landon, richtig? Sorry, ich war lange nicht mehr unterwegs und naja, ist ja schon etwas her…“ Er lächelte. „Alles gut. Ja, Landon Kirby.“

Ich nickte und bemerkte, dass die Anderen der Unterhaltung gespannt folgten. Es kam schließlich selten genug vor, dass ich so viel von mir preisgab. „Also ich kann euch alleine lassen?“mischte sich Dr. Saltzman wieder ein. Josie nickte. Lizzie verdrehte die Augen. „Dad. Wir sind keine 5 mehr. Zumindest 2 von uns 3.“ Ich unterdrückte mit aller Kraft den Instinkt, auf sie loszugehen. Was fiel ihr eigentlich ein? Was dachte sie sich, mit wem sie redet?

„Vorsicht, Saltzman. Immerhin hab ich eigene Kräfte. Und wenn mir danach ist, kann ich dich auch ganz leicht zerfleischen und dein Schwesterchen dann mit ganz lieben Wolfsaugen angucken.“warnte ich sie, aber es klang mehr wie eine Drohung. „Aufhören! Beide!“schrie Josie auf einmal. Die stille Josie. Nicht nur mich schien das zu überraschen. Wir alle guckten sie ein wenig überfordert an.

„Merkt ihr nicht, was ihr hier für eine Botschaft sendet? Eure Streitereien sorgen bestimmt nicht dafür, dass Landon, Rafael und Luna sich hier wohlfühlen.“ Ehrlich gesagt war mir das egal. „Du hast Recht, Schwesterchen. Danke, dass du mich wie immer an meine Pflichten erinnerst, anstatt, dass ich mich um unnütze Dinge kümmere. Dafür hab ich dich ja.“ Wow, sie schien das ernsthaft so zu meinen. Dass Lizzie eine arrogante Bitch und somit das genaue Gegenteil von der schüchternen, zurückhaltenden Josie war, war mir schon seit Jahren bekannt. Aber so mit seiner Schwester umzugehen… wow.

Es war mir egal, dass Lizzie mich hasste. Dass sie es tat, war mehr als offensichtlich. Aber für Josie tat es mir in dem Moment leid. Sie hatte versucht, zu schlichten. Zu Recht. Mit Lizzie und mir trafen zwei sture und impulsive Gemüter aufeinander. Dass das vor den Augen der Neuen geschah, war mir egal. Naja… vielleicht bis auf Landon. Er kannte eine andere Version von mir. Eine glückliche und gute Hope. Ich wollte dieses Bild nicht zerstören.

Dr. Saltzman sah die Zwillinge und mich bittend an. Es war dieser ‚Bitte, Mädels…reißt euch zusammen‘ Blick. Ich verdrehte die Augen und setzte ein Lächeln auf. „Okay, wollen wir?“fragte ich. Josie nickte und zog Lizzie mit sich. Mit einer Kopfbewegung machte die Brünette deutlich, dass wir ihnen folgen sollten. Mir warf sie noch kurz einen entschuldigenden Blick zu.

Ich sah Dr. Saltzman an. „Sie hassen mich.“merkte ich an, als besagte Zwillinge außer Hörweite waren. Die anderen 3 liefen ihnen hinterher. Naja, Landon tapste eher lustlos und langsam vor sich hin. Dr. Saltzman seufzte. „Das tun sie nicht. Sie sind nur… skeptisch.“ Sein Herzschlag veränderte sich nicht. Also schien er es wirklich zu glauben.

Ich drehte mich um und lief des anderen schnellen Schritts nach. Schon bald war ich bei Landon. Er lief ein ganzes Stück hinter den anderen. „Wieso läufst du hier so einsam rum?“fragte ich. Er lächelte und sah mich kurz an. „Ich hab auf dich gewartet.“ Ich lächelte und senkte den Blick. „So bekommst du aber nichts von der Führung mit.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich bin eh nur wegen Raf hier.“ Ich sah ihn verwirrt an. Landon sah nach vorne zu dem anderen Jungen.

„Rafael… er ist mein Bruder. Nicht blutlich, aber wir haben eine Menge zusammen durchgemacht.“ Ich nickte. „Wie kommt’s dass ihr hier seid?“ Landon lächelte. „Dr. Saltzman hat uns eine Nachricht zukommen lassen, dass er uns gerne hier an der Schule haben würde.“ Ich nickte. Also wusste Dr. Saltzman irgendwas, was wir nicht wussten. „Was war das eben eigentlich mit deinen Augen?“ Fuck. Er war ein Mensch. Ich konnte ihm nicht die Wahrheit sagen.

„Was soll gewesen sein?“fragte ich unschuldig. Landon sah mich prüfend an. „Hope… ich habe solche Augen schon mal gesehen. Bei Rafael. Vor ein paar Wochen.“ Rafael war also ein Werwolf. Gut zu wissen. Mein Schweigen brachte Landon dazu, weiter zu reden. „Es war nachts. Wir waren draußen. Raf ging es den ganzen Tag schon nicht gut. Aber gegen Abend hat er immer mehr Schmerzen bekommen. Er hat sich in einem Wolf verwandelt. Seine Augen waren gelb. Ich dachte, er würde auf mich losgehen… auf einmal kam noch ein zweiter Wolf. Das war Luna („gespielt“ von Shelley Hennig). Sie hat auf Raf aufgepasst.“

Ich schwieg. Luna und Rafael waren also Werwölfe. Was war Landon dann? Ein Mensch, der zwischen die Fronten geraten war? „Hope… bist… bist du auch so… so etwas?“ Jein. Ich war schlimmer. Ich nickte nur. Alles andere würde ihn vermutlich abschrecken. Mit Werwölfen schien er erstaunlich gut umgehen zu können. „Was bist du?“stellte ich die Gegenfrage. Er zuckte mit den Schultern. „Ein ganz normaler Mensch.“ Ich nickte langsam. Ich wollte nicht, dass er geht.

„Also? Möchtest du mir auch etwas zu den Orten hier erzählen oder wie soll ich mich zurechtfinden, wenn ich hier zur Schule gehe?“ Er wusste nicht, dass wir ihn nicht nehmen würden. MG würde ihn manipulieren, die Schule zu vergessen. Und das war das Beste. Völlig in Gedanken versunken merkte ich nicht, dass ich fast in Rafael reinlief, da die anderen stehen geblieben waren.

Er drehte sich zu mir um und musterte mich ausgiebig. „Rafael? Dürfte ich wieder um deine Aufmerksamkeit bitten? Hope kann euch nicht herumführen. Sie kennt nur ihre eigenen 4 Wände.“ Okay langsam wurde mir das echt zu dumm. „Wollen wir doch mal sehen, wer sich hier besser auskennt.“ Lizzie grinste siegessicher und sah dann die Neuen an.

„Wann und von wem wurde die Schule gegründet?“ „2018 von Mom und Dad.“ „2018 von Dr. Saltzman und Caroline Forbes.“ „Seid ihr irgendwie reich oder so? Das sieht nicht aus, als wäre es billig, das alles aufzubauen…“fragte Rafael. Lizzie schwieg. Ernsthaft? Sie knickte jetzt schon ein? „Mein Vater… er…und der Rest meiner Familie…sie haben der Schule ein ordentliches Startkapital gegeben als sie gegründet wurde.“rückte ich stockend heraus. Das wurde mir zu privat. Nicht cool.

„Also warst du von Anfang an hier?“fragte Landon. Ich schüttelte den Kopf. „Ich bin erst im zweiten Jahr an die Schule gekommen. Vorher habe ich bei meiner Familie gelebt.“ „Wieso hat deine Familie dann schon vorher so viel Geld in die Schule investiert?“hörte ich Josie vorsichtig fragen. Wussten sie das nicht? Ich sah Lizzie an. „Willst du antworten?“ Lizzie schüttelte den Kopf. Ich seufzte. „Sagen wir einfach unsere Eltern kannten sich schon. Außerdem wollte Dad, dass ich eine schöne neue Heimat habe.“ Ich lächelte.

„Dein dad… ist das der Mann, mit dem du im Mystic Grill warst?“ Ich lächelte. „Nein. Das ist mein Onkel Elijah.“ Naja, besser gesagt WAR. Aber das ging hier niemanden etwas an. „Naja. Genug zu mir. Noch irgendwelche Fragen?“wechselte ich das Thema. Während wir weitergingen erzählte Lizzie hauptsächlich den typischen Führungskram. Ich ergänzte sie immer wieder mit Details oder verbesserte sie, was sie sichtlich nervte.

Nach gefühlten Stunden waren wir mit der Tour soweit durch, dass nur noch die Zimmer fehlten. „Sorry, ich muss mit Dr. Saltzman reden.“verabschiedete ich mich frühzeitig von den anderen. Ich verschwand um die nächste Ecke und lehnte mich an die Wand. Fuck. Wieso hatte ich mich darauf eingelassen, bei der Tour zu helfen? Meine Fassade fing an zu bröckeln aber das durfte sie nicht.

Ich sammelte mich und ging geradewegs zum Büro von Dr. Saltzman. Ohne anzuklopfen betrat ich den Raum. „Hope. Was gibt’s?“fragte er, ohne den Blick zu heben. Ich war die einzige, die einfach so ohne zu klopfen das Büro des Schulleiters betrat. Schnell schloss ich die Tür hinter mir. „Landon muss weg.“ Der Mann hob seinen Kopf und sah mich an. „Hope, du kennst du Regeln.“ „Er ist ein Mensch. Ich habe mit ihm geredet. Und ich habe nicht vor, ihn zum Vampir zu machen, nur weil er dann bei seinen Freunden bleiben kann.“

Dr. Saltzman sah mich prüfend an. „Da steckt doch noch mehr da hinter, Hope.“ Ich ließ mich seufzend auf den Stuhl ihm gegenüber fallen. „Hope, bitte sag mir was los ist. Du hast heute mit Landon mehr geredet, als mit Lizzie und Josie zusammen im letzten Monat. Und jetzt willst du ihn so schnell wie möglich loswerden?“ Ich sah ihn an. „Das ist ja das Problem. Landon, er…“ Ich wurde davon unterbrochen, dass es an der Tür klopfte.

Ich bekam noch einen entschuldigenden Blick, bevor die Person vor der Tür mit einem „Herein!“ reingebeten wurde. Und weil das Schicksal es ja mit uns Mikaelsons so gut meint, betrat Landon wenige Augenblicke später das Büro. „Ich gehe dann mal…“beschloss ich und stand auf. „Nein, du bleibst hier.“entschied unser Schulleiter. Wie ich es hasste, wenn man mir etwas vorschrieb.

Ich lehnte mich an die Tür und Landon setzte sich unsicher dorthin, wo ich noch vor wenigen Augenblicken gesessen hatte. „Ich sollte herkommen?“ „Ja… es ging darum, dass wir wissen müssen, was du bist. Ein Mensch, ein Werwolf,…“ Landon seufzte. „Ich bin ein stinknormaler Mensch. Wie oft noch?“ Ich senkte den Blick. „Vielleicht hat er den Fluch auch noch nicht ausgelöst. Oder er weiß nicht, dass er hexen kann.“gab ich zu Bedenken.

„Was für ein Fluch?“ Ich seufzte. „Es gibt mehrere Familien, die mit dem Werwolf – Fluch belegt sind. Heißt, man wird als Werwolf geboren, wenn man Teil dieser Familie ist. Man wird aber erst zu einem richtigen Werwolf, wenn man jemanden getötet hat. Danach verwandelt man sich jeden Vollmond. Das Ganze ist ziemlich schmerzhaft.“ „Du… du hast jemanden umgebracht?“fragte Landon. Sein Ernst? Das einzige, was er wissen wollte war, ob ich jemanden getötet hatte? Was war mit Rafael? Wen hatte er getötet?

„Ja.“antwortete ich knapp. „Und du? Hast du auch irgendwelche Leichen im Keller?“ Landon schüttelte den Kopf. „Okay, Hope? Du kümmerst dich um ihn und versuchst herauszufinden, ob er wirklich nur ein Mensch ist. Für die Tests könnt ihr nach draußen oder in die Turnhalle. Ansonsten bleibt er in einer Verwandlungszelle.“ Ich nickte. „Ihr wollt mich wegsperren? Das könnt ihr nicht machen!“ Ich verdrehte die Augen und ging zu ihm. Mit einem Schlag hatte ich ihn bewusstlos geschlagen. „Das Training zahlt sich aus.“stellte ich fest. Dr. Saltzman sah mich genervt an.

Ich nahm mir den bewusstlosen Körper und schleppte ihn nach unten in den Keller. Dort legte ich ihn in einer Zelle auf ein Bett. Sobald ich die Zelle verlassen hatte, verschloss ich sie mit dem gleichen Zauber, wie meine Zimmertür. „Tut mir leid, Landon, aber du kannst hier nicht bleiben.“flüsterte ich. Dann ging ich wieder nach oben. Rafael kam mir entgegen. „Hey, du ähm… hast du Landon vielleicht gesehen?“ Fuck.

„Mach dir keine Sorgen, ihm geht’s gut. Ich soll mich um ihn kümmern.“ Ich wollte an ihm vorbeigehen, doch er hielt mich am Oberarm fest. Instinktiv riss ich mich los und griff nach seinen Handgelenken. Von mir selbst erschrocken ließ ich ihn los und wich zurück. „Alles gut?“ Ich nickte. „Okay… wegen eben… deine Augen… bist… bist du auch ein… ein Werwolf?“ Ich nickte langsam. „Beim nächsten Vollmond… kannst du mir vielleicht helfen? Klar, Luna kenne ich schon mehr oder weniger aber sie ist… keine Ahnung. Du scheinst dich besser damit auszukennen.“ Ich lächelte zögerlich. Ich würde mich nicht verwandeln, wenn ich das nicht wollte. Erst recht nicht unter solchen Schmerzen, wie Rafael. Ich konnte mittlerweile fließend und ohne Schmerzen zwischen meiner Wolfs- und Menschengestalt wechseln.

„Ja… du solltest nur wissen… das Rudel, von dem ich abstamme kann sich gut kontrollieren… nicht, dass du dich wunderst.“ Das war nur die halbe Wahrheit. Er nickte. „Umso besser. Ähm was hattest du gesagt, wo Landon ist?“ Eingesperrt und bewusstlos im Keller. Nein Hope, das kannst du nicht sagen. „Keine Ahnung. Er wollte dich glaube ich suchen. Und ich hab noch Hausaufgaben zu erledigen.“ Damit war die Unterhaltung beendet und ich ging schnellen Schrittes in mein Zimmer.

Dort schmiss ich direkt auf mein Bett. Fuck. Ich konnte Rafael nicht helfen. Wieso hatte ich zugesagt? Generell… seit ich Landon erkannt hatte, war ich anders, als die letzten Jahre. Das gefiel mir gar nicht. Aber ausnahmsweise war mir nicht egal, was jemand von mir dachte. Vermutlich hatte ich mich auch deswegen dazu bereiterklärt, seinem besten Freund zu helfen.

Stundenlang lag ich so da und dachte über den Tag nach. Über Landon. Über Rafael. Über Lizzie. Über Josie. Vielleicht war es ja an der Zeit, sich jemandem gegenüber zu öffnen. Nein, Hope! Jeder, der dir wichtig ist, stirbt. Es können nicht noch mehr Leute wegen dir sterben! Es ist besser für alle, wenn du dich weiter abschottest.

Meine Gedanken machten mich wahnsinnig und ich hatte das starke Bedürfnis, den Wolf mal wieder rauszulassen und einfach durch den Wald zu rennen. Kurz nach 10. Die Party, die immer Anfang des Jahres draußen stattfand, war schon in vollem Gange. Da konnte ich dann schlecht in den Wald und mich als Wolf austoben. Was nun? Ich beschloss, nach Landon zu sehen, da ich mich ja um ihn kümmern sollte.

Leise ging ich runter in den Keller. Landon saß mit dem Rücken an der Wand und hatte die Augen geschlossen. Geräuschlos öffnete ich die Gittertür zu seiner Zelle und ging zu ihm rein. Ohne darüber nachzudenken wechselte ich in meine Wolfsform und tapste auf Landon zu. Er schien das zu hören und öffnete die Augen. Verwirrt sah er sich um. Als er mich, einen Wolf, vor sich sah, erschrak er. Ich hörte, dass sein Puls schneller ging.

Traurig sah ich ihn an und sprang neben ihn auf das Bett. Ich legte meinen Kopf in seinen Schoß und hoffte einfach, dass ich ihm nicht zu viel Angst machte. Während ich so da lag, fiel mir auf, dass Landon weder menschlich, noch wie ein Vampir, Werwolf oder eine Hexe roch. Ich legte den Kopf ein wenig schief, in der Hoffnung, so mehr von dem neuen Geruch aufnehmen und ihn vielleicht identifizieren zu können, aber keine Chance.

Ich knurrte. Es gefiel mir nicht, wenn ich etwas nicht herausfinden konnte. Landon begann mich sanft hinter den Ohren zu kraulen. Vermutlich aus Selbstschutz, weil er mein Knurren als Bedrohung gesehen hatte. Aber ich wollte ihn nicht verletzen. Im Gegenteil. Ich wollte ihn beschützen. „Weißt du… die anderen Wölfe, die ich kenne, sind nicht so zutraulich. Zumindest nicht als Wölfe.“ In menschlicher Gestalt hätte ich vermutlich gelacht, aber als Wolf ging das schlecht. Deswegen spitzte ich meine Ohren, um ihm zu zeigen, dass ich ihm zuhörte.

„Wieso bist du hier?“ Ich stupste ihn leicht mit meiner Schnauze an. „Wegen mir?“ Ich senkte meinen Kopf leicht und hob ihn wieder. Der Versuch, als Wolf zu nicken. „Zeigst du mir, wer du bist, kleiner Wolf?“ Kleiner Wolf… so ähnlich hatte Dad meine Mom immer genannt. Ich knurrte leise. „Ich verstehe das mal als nein…“ Auf einmal hörte ich Schritte. Ich sprang von seinem Schoß, verließ die Zelle und verwandelte mich eine Ecke weiter wieder zurück.

Schnell zog ich mir meine Sachen wieder an und verschloss die Tür zu Landons Zelle wieder. Dabei bemerkte ich, dass seine dunklen Klamotten von weißen Haaren übersät waren. Hätte man vorher drüber nachdenken können, dass das nicht gerade unauffällig ist. Kurz darauf erschien Dr. Saltzman vor der Zelle. Landon sah ihn an. „Du bist wieder bei Bewusstsein. Das ist gut. Ich wollte mich eigentlich nur für Hope entschuldigen…“ Dann trat ein wissendes Grinsen auf sein Gesicht. Fuck! Toll gemacht, Mikaelson!

„Naja, vielleicht kommt sie ja noch zu dir, um sich selbst zu entschuldigen. Auch wenn sie es dann vermutlich nicht so direkt sagt… du musst wissen, Hope ist kompliziert. Und ich bin froh, dass sie dich zu mögen scheint. Sie hat jahrelang alle von sich gestoßen. Also, falls Hope noch hier auftauchen sollte, sag ihr, ihr könnt ruhig auch zur Party kommen.“ Dr. Saltzman wusste also, dass ich noch hier war. Eine indirekte Botschaft. Na vielen Dank auch. Er setzte mich in Zugzwang.

Ich wollte nicht auf diese dämliche Party. Ich wollte hier sein. Mit Landon. Hier konnte ich nicht so viele Leute verletzen. Dr. Saltzman ging wieder in Richtung Treppe und Landon lehnte sich wieder mit geschlossenen Augen an die Wand. Schnell und geräuschlos bewegte ich mich an seiner Zelle vorbei und folgte Dr. Saltzman zur Treppe. Hier war man für Menschen außer Hörweite – sofern man sich nicht anschrie.

Dr. Saltzman wartete auf der Treppe und sah mich tadelnd an. „Du weißt, dass das nicht geht, Hope.“ Ich verdrehte die Augen. „Soll ich lieber draußen im Wald als Wolf rumlaufen?“zischte ich. Er seufzte und schüttelte den Kopf. „Nein, aber bleib weg von Menschen oder generell anderen. Du darfst dich in der Nähe anderer nicht verwandeln. Ich dachte, das hätten wir geklärt.“ „Er ist kein Mensch.“erwiderte ich nur. „Hope, willst du, dass er geht oder, dass er bleibt?“ Gute Frage.

„Keine Ahnung. Er ist jedenfalls keins von den Sachen, die wir kennen. Er riecht… anders.“ Dr. Saltzman verkniff sich ein Lachen. Ich verdrehte die Augen. „Gut, dann finde ich das auf die altmodische Art nochmal heraus. Aber ich gehe definitiv nicht mit ihm zu der Party.“ Dr. Saltzman grinste nur. Dann ging er. Ich seufzte und ging erneut die restlichen Treppen runter und den Gang entlang bis zu Landon. „Hey…“ Er öffnete die Augen und sah mich an.

„Dr. Saltzman war grad hier.“ Ich nickte. „Er ist mir entgegengekommen. Willst du zu der Party? Du musst dann aber mit mir als Bodyguard leben.“ Er sah mich skeptisch an. Dann sah er sich ein wenig nervös um. Er suchte den Wolf. Er suchte mich. „Ich weiß nicht…“ Ich nickte. „Verstehe. Du denkst, ich würde dich auch töten, wenn ich die Chance dazu hätte.“ Er schüttelte den Kopf. „So ist das nicht… es ist nur… ach vergiss es.“ Er stand auf und kam zur Tür. Mit einer Handbewegung öffnete ich sie.

„Was hältst du davon, wenn wir das als zweites Date sehen?“ Ich lachte. Ein Date, auf dem ich nur war, weil ich dazu gezwungen wurde und auf ihn aufpassen musste? Aber okay, ich war ja auch irgendwie gerne in seiner Nähe. „Du hattest Besuch?“stellte ich mich dumm und deutete auf die weißen Haare meines Fells auf seinen Klamotten. „Erwischt würde ich sagen.“ Ich lachte. „Wow, du betrügst mich schon vor unserem zweiten Date. Und das nicht mal unauffällig.“ Er lächelte.

Auf dem Weg nach oben griff er unsicher nach meiner Hand. „Zweites Date und wir sind schon bei Händchenhalten?“kommentierte ich seine Geste grinsend. Sofort ließ er meine Hand los. „Sorry… ich…“ Ich verdrehte die Augen und nahm seine Hand wieder. So wusste ich wenigstens, wo er war und konnte ihn beschützen. „Das hat nichts zu bedeuten. Nur, dass das klar ist.“stellte ich klar. Landon grinste und nickte.

Zusammen gingen wir nach draußen zur Party. Wie ich Massenveranstaltungen hasste. Immer mehr Blicke richteten sich auf uns. „Gewöhn dich lieber dran, wenn du Zeit mit mir verbringen willst. Ich bin nicht gerade gesellig und deswegen endet es meistens so, wenn ich doch irgendwo auftauche.“flüsterte ich. Landon nickte, aber ich spürte und hörte an seinem Herzschlag, dass er sich nicht wohlfühlte.

„Wir können auch wieder gehen…“schlug ich vor. „Wow, Mikaelson, du wirst ja noch normal.“kam es abwertend von Lizzie, als sie an uns vorbeiging. Normal… was war in dieser Welt schon normal? „Wow, Hope… du hast nicht untertrieben, als du gesagt hast, du kümmerst dich um ihn.“kam es von Rafael, der auf einmal mit Luna neben uns stand. Ich lächelte. „Also ihr beide…?“fragte Raf unsicher weiter. Landon und ich sahen uns an und schüttelten die Köpfe. „Ich bin nur sein Bodyguard.“

Raf lachte. „Ahja. Für mich sieht das anders aus.“ Ich verdrehte die Augen. Luna musterte mich die ganze Zeit. „Is irgendwas?“ Sie schüttelte den Kopf und sah zu Landon. „Woah, was ist denn mit dir passiert?“ Landon senkte den Kopf. „Ich hatte Besuch von einem Wolf.“ Luna lachte. „Stell dir vor, das rieche ich auch. Von wem denn?“ Er zuckte mit den Schultern. „Aber… es ist doch gar nicht Vollmond?“kam es verwirrt von Raf.

„Und ich dachte, man darf sich hier nicht einfach so verwandeln?“machte Luna weiter und die beiden sahen mich fragend an. Ich zuckte mit den Schultern. „Was wollt ihr jetzt von mir hören? Ich weiß selber, dass kein Vollmond ist und die Regeln kenne ich auch.“ Raf seufzte. „Andere Frage. Geht’s dir gut?“ Landon nickte. „Ja… Hope hat mich gerettet. Also alles gut.“ Hä? Bitte was hatte ich? Ich hab ihn k.o. geschlagen und als Wolf mit ihm gekuschelt. Aber ihn gerettet? Vor was?

„Du hast also mal eben gegen ‘nen Werwolf gewonnen?“fragte Luna mich skeptisch. Ich zuckte mit den Schultern und nickte. „Glaub mir, wenn ich dir sage, sie ist stark.“murmelte Raf. Ich sah auf den Boden. „Das war ein Reflex heute Nachmittag…“ Landon sah seinen besten Freund an. „Was war denn?“ Rafael schüttelte nur den Kopf. „Nicht der Rede wert.“ Landon zog mich zur Seite. „Was war heute Nachmittag mit Rafael?“ Ich sah zu Rafael und Luna. Sie konnten uns hören.

Ich ging mit Landon an den Waldrand, da niemand nah genug an diesem war, um uns zuhören zu können. „Er ist mir auf dem Flur entgegengekommen und hat dich gesucht. Als ich an ihm vorbei gehen wollte, hat er mich festgehalten. Ich hab mich aus Reflex gewehrt und an den Handgelenken gepackt. Aber als ich gesehen hab, dass er es war, hab ich ihn direkt losgelassen. Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob ich ihm wehgetan hab.“ Landon sah mich an.

„Wieso?“fragte er nur. Verwirrt sah ich ihn an. „Wieso hast du ihn angegriffen? Wieso denkst du, du hast ihm wehgetan? Ihr seid beide Werwölfe. Da seid ihr doch gleich stark.“ Ich schüttelte den Kopf. „So funktioniert das nicht. Manche Werwölfe sind von Natur aus stärker als andere. Hängt auch mit den Rudeln zusammen. Dazu kommt die jeweilige Position im Rudel. Emotionen, Erfahrungen und so weiter können Wölfe zusätzlich triggern und stärken.“erklärte ich. „Du weichst meiner ersten Frage aus.“

„Reflexe. Hab ich doch gesagt. Ich bin es gewohnt, attackiert zu werden. Deswegen mag ich Körperkontakt auch nicht wirklich.“ Landon sah auf unsere verschränkten Hände. Ich lächelte. „Wieso hast du behauptet, ich hätte dich gerettet? Ich hab dich k.o. geschlagen…“ Er lächelte. „Du willst nicht die Heldin sein. Aber für mich bist du es. Und meine Freunde sollen die Hope kennenlernen, die ich kenne.“

Ich lächelte. „Landon… du kennst mich nicht. Sonst würdest du sowas nicht sagen. Ich bin nicht die Gute.“ Er seufzte. „Ich hab keine Angst vor dir.“ Sollte er aber. „Wieso nicht?“ Er lächelte. „Ich hab zwei Werwölfe als Freunde. Ich komme damit klar. Und wenn der andere Werwolf wiederkommt und mich attackiert… du hast gesagt, du beschützt mich.“ Ich lächelte. „Er wird nicht wiederkommen, solange ich bei dir bin.“

Landon sah mich skeptisch an. „Woher willst du das wissen?“ Ich lächelte. „Niemand hier würde es wagen, mich anzugreifen. Das ist ein Selbstmordkommando.“ Er lächelte. „Gilt das auch für Lizzie und Josie?“fragte er schließlich amüsiert. Ich seufzte. „Josie ist harmlos. Lizzie auch. Sie ist halt sehr impulsiv. Aber ich hoffe für sie, dass sie weiß, womit sie eine Grenze überschreitet. Weil ich kann meine Kräfte nicht unbedingt immer kontrollieren.“ Landon grinste.

„Ziemlich mächtig für eine kleine Wölfin oder?“ Und da war es wieder. Kleine Wölfin. Ich schwieg. Ich hörte Personen näherkommen und sah mich um. MG und Josie kamen in unsere Richtung. Als sie bei uns waren blieben sie schließlich unentschlossen stehen. „Ähm Hope?“ Ich sah die Brünette an.

„Wegen heute Mittag… ich wollte dich nicht anschreien oder dir in den Rücken fallen.“ Ich nickte und sah Landon nur triumphierend an. „Is gut, ich merk schon, mit dir will sich echt keiner anlegen.“ Josie sah ihn geschockt an. „Das ist ein Himmelfahrtskommando! Ich bin zwar schon einmal gestorben, aber ich will nicht nochmal draufgehen.“kam es entsetzt von MG. Landon sah ihn sprachlos an. „Er ist ein Vampir.“erklärte ich schnell.

Landon nickte langsam. „Und ihr Wölfe seid also auch mächtiger, als Vampire?“ Josie und MG sahen mich verwirrt an. Ich räusperte mich. „Wie gesagt, es kommt auf den Werwolf an.“ „Können wir kurz reden?“fragte Josie unsicher. Nein. Das wurden mir langsam aber sicher zu viele soziale Kontakte. Landon ließ meine Hand los, damit ich mit Josie gehen konnte.

Widerwillig stand ich auf und folgte der Hexe ein Stück weiter, bis Landon uns nicht mehr hören konnte, MG hingegen schon. „Ich will dir echt nicht zu nahetreten, aber weißt du, was du für Ärger bekommst, wenn Dad herausfindet, dass du dich auf dem Schulgelände verwandelt hast?“  Ich zuckte mit den Schultern. Das hatte ich ja bereits hinter mir. „Er weiß nicht, was du bist, oder?“ Ich schüttelte den Kopf. „Die neuen halten mich für einen normalen Werwolf.“ Josie sah mich fragend an. „Wieso?“

Weil ich nicht die Böse sein wollte. Weil ich normal sein wollte. Weil ich dazu gehören wollte. Weil ich keine Extrabehandlung wollte. Weil mir etwas an Landon lag und mir wichtig war, was er von mir dachte. „Das geht dich herzlich wenig an.“ Josie seufzte. „Hope, ich kenne dich gefühlt mein ganzes Leben lang.“ „Und du kannst an einer Hand abzählen, wie oft wir etwas zusammen unternommen haben.“

„Weiß Landon, dass du der Wolf bei ihm warst?“wechselte sie das Thema. Ich sah sie warnend an. „Ein Wort und du bist tot. Für dich gilt das auch, MG.“ Ich wusste, dass der Vampir uns zuhörte. Im Augenwinkel nahm ich wahr, dass er zusammenzuckte. „Ich hab nicht vor, irgendwas zu sagen. Und ich rede mit Lizzie, damit sie auch nichts sagt.“lächelte Josie. Ich nickte und ging zurück zu Landon.

„Ich geh wieder rein ok? Bleib ruhig noch, ich merke, wenn dir was passiert.“ Landon sah mich skeptisch an. „Okay…“ Ich ging wieder rein und sorgte mit einem Zauber unterwegs noch dafür, dass ich spürte, wenn mit Landon etwas nicht stimmte. Zwar wusste ich draußen nicht, wohin mit mir, jedoch wurde das Gefühl drinnen nicht unbedingt besser. Schließlich entschied ich mich dazu, in Landons Zelle auf ihn zu warten.

Sobald ich wieder im Keller war, nahm ich wieder meine Wolfsform an. Ich tapste in Landons Zelle und legte mich mit dem Kopf auf den Pfoten auf sein Bett. Das Bett roch nach Landon. Ich kuschelte mich daran. Nach gut einer Stunde hörte ich Schritte. Ich spitzte die Ohren. Die Schritte kamen näher. Ich legte meinen Kopf schief und sah zum Gang. Als ich roch und später auch sah, dass es sich um Landon handelte, legte ich meine Alarmbereitschaft wieder ab. Doch wie würde er reagieren, wenn er hier einen Wolf auf seinem Bett fände?

Überrascht sah Landon mich an. Dann stieg ein Ausdruck von Panik in seine Augen und er sah sich um. Scheiße. Vermutlich hatte er Angst, dass ich seinen kuschelbedürftigen Wolf abschlachtete, wenn ich ihn sah. Naja, ging halt schlecht, wenn ich es selbst war. Ich richtete mich auf und sprang von seinem Bett. „Du kannst nicht hier sein…”flüsterte er und ging in die Hocke. Vorsichtig tapste ich zu ihm. Sofort glitt eine seiner Hände wieder in mein Fell.

Ich rieb meinen Kopf an seinem Arm. Unsicher hielt er seine andere Hand ein Stück vor meine Schnauze. Verspielt stupste ich ihn immer wieder mit meiner Nase an. Irgendwann legte ich den Kopf schief und leckte ohne darüber nachzudenken unsicher über einen Teil seiner Hand. Ich spürte, dass es etwas in mir auslöste. Landon krallte sich in mein Fell.

Reflexartig leckte ich erneut über seine Hand. Scheiße, ich musste echt damit aufhören. Das hatte schon fast etwas Sexuelles. Landon stand auf und ging zu seinem Bett. Fuck! Sieh an, was du wieder angerichtet hast, Mikaelson. „Komm her, wenn du willst.”lächelte er. Ich hob den Kopf und sprang neben ihn auf das Bett. Vorsichtig legte ich meine Vorderpfoten auf seinen Schoß und meinen Kopf auf meine Vorderpfoten.

Landon lehnte sich an die Wand und kraulte mich wieder hinter den Ohren. „Bleibst du heute Nacht bei mir?” Ich wollte erneut seine Hand anlecken, doch stattdessen traf ich seinen Oberschenkel, da ich nicht darüber nachgedacht hatte, wo seine zweite Hand war. Ups. „Das sehe ich mal als Ja…”lachte er. „Lässt du mich mich mal eben hinlegen?” Ich sprang erneut von seinem Bett.

Landon legte sich hin und klopfte neben sich. Ich sprang wieder hoch und legte mich zwischen ihn und die Wand. Landon rutschte näher an mich und vergrub seine Hände in meinem Fell. Seinen Kopf lehnte er ebenfalls an mich. Es war ungewohnt, jemanden so nah an mich ran zu lassen. Allerdings wusste Landon ja auch nicht, dass ich es war. „Schlaf gut, kleiner Wolf.“lächelte er. Innerlich lächelte ich.

Er war so lieb und süß zu mir. Aber ich durfte keine Gefühle zulassen. Nicht mal Freundschaft. Nur so konnte ich alle um mich herum schützen. Lange lag ich noch wach und sah Landon beim Schlafen zu. Auf einmal krallte er sich in mein Fell. „Hope… geh nicht.“ Er träumte von mir? „Nein… nein Hope, das bringt dich um!“ „Nein! Hope!“ Kurz darauf wachte er völlig verschwitzt auf. Sein Herz raste und sein Atem war unregelmäßig.

Ich sah ihn aufmerksam an. Er setzte sich hin und stützte seinen Kopf auf seinen Händen. Als sein Atem und sein Puls wieder einigermaßen normal gingen, zog er sich sein verschwitztes Oberteil aus und kuschelte sich wieder an mein Fell. Ich versuchte, nicht darüber nachzudenken, dass Landon gerade oberkörperfrei neben mir lag, nachdem er offensichtlich von mir geträumt hatte. Dass es ein Albtraum war, konnte ich ihm nicht verübeln.

Kurz nachdem Landon eingeschlafen war, schlief ich auch endlich ein. Keine Ahnung, wann ich zuletzt in meiner Wolfsgestalt geschlafen hatte – auf jeden Fall war es lange her. Geweckt wurde ich davon, dass Landon mit jemandem sprach. Er lag zwar so, dass man mich nicht wirklich sah, aber ich hörte, dass er mit Dr. Saltzman redete. Ich war am Arsch. „Falls du Hope siehst, erinnere sie bitte daran, dass heute deine Tests anstehen.“lächelte der Schulleiter dann. Landon nickte. Dann verschwand Dr. Saltzman.

Ich jaulte leise. Landon drehte sich zu mir um und kraulte mich erneut hinter den Ohren. „Ich glaube nicht, dass er dich gesehen hat, kleiner Wolf.“ Naja, ich war mir ziemlich sicher, dass er mich bemerkt hatte. Aber egal. Wenig später hörte ich erneut Schritte näherkommen. Panisch sah ich mich um. Der Großteil der anderen Schüler würde mich erkennen.

Kurz darauf tauchte Josie auf. „Na ihr?“grinste sie. Ich knurrte warnend. Sie lächelte. Ich merkte, wie sie Landon musterte, der immer noch schützend und oberkörperfrei vor mir lag. Erneut knurrte ich – dieses Mal etwas lauer. Josies Blick fiel auf mich und dann wieder auf Landon. Sie räusperte sich und sah ihm in die Augen.

„Wegen gestern Abend… MG hat das Gespräch mit Rafael, Luna und Hope gehört und mir davon erzählt. Und naja… als ich heute Nacht von der Party rein gegangen bin, hat es mich interessiert, ob der Wolf wiedergekommen ist. Als ich gesehen habe, dass das der Fall war und ihr beide friedlich am Schlafen wart, hab ich einen Zauber über deinen Besuch gelegt. Dad kann also niemanden außer dir sehen.“gab sie zu.

Bitte was? Wieso hatte sie das getan? Landon sah sie etwas überfordert an. „Ähm danke nehme ich an?“ Josie lächelte. „Passt schon. Nicht jeder kommt hier so gut mit Wölfen klar, wie du… erst recht nicht, wenn sie nicht wissen, was man ist.“ Landon lächelte unsicher. Ich richtete mich auf und sprang über Landon vom Bett. Ich musste dringend mit Josie reden.

Josie sah mir liebevoll in die Augen, aber ich hörte, dass ihr Herz schneller schlug, als es normal gewesen wäre. „Weißt du, wer es ist?“hörte ich Landon hoffnungsvoll fragen. Ich sah Josie an. Sie schüttelte den Kopf und streckte vorsichtig eine Hand nach mir aus. Ich knurrte, ließ aber zu, dass ihre zierliche Hand sich in meinem Fell vergrub. „Aber es ist bestimmt ein guter Mensch. Sonst wäre dein Wolf nicht so zutraulich.“

Wieso sagte sie so etwas? Sie wusste ganz genau, dass ich nicht gut war. Ich schüttelte mich und Josie zog erschrocken ihre Hand zurück. Dann stieß ich mit meinem Kopf die Tür auf und rannte aus der Zelle in Richtung Treppe. Sobald ich mich wieder zurückverwandelt hatte, zog ich mir meine Sachen wieder an und verließ den Keller. Im Flur wartete ich auf die Hexe. Zum Glück war niemand hier, da gerade Frühstückszeit war.

Einige Minuten nach mir kam Josie aus dem Keller. Als sie sah, dass ich mit verschränkten Armen in Flur auf sie wartete, sah sie auf den Boden. „Es tut mir leid… ich wollte mich nicht einmischen… Ich wollte dich nur beschützen…“ Skeptisch sah ich sie an. „Wieso?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Das machen Freunde doch so.“ Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. „Freunde?“hakte ich nach. Wie konnte sie mich als Freundin bezeichnen, wenn wir nie etwas miteinander zu tun gehabt hatten und ich sie immer nur von mir gewiesen habe?

Josie lächelte. „Ja… ich kenne dich hier mit am längsten. Du lässt niemanden an dich ran. Und jetzt, wo du es einmal tust, sollst du nicht dafür bestraft werden. Freunde sind etwas Gutes und ich wäre froh, mit dir befreundet zu sein.“ Schüchtern lächelte sie. „Wir reden später.“flüsterte ich, da ich Lizzie aus dem Augenwinkel kommen sah. Ich drehte dieser den Rücken zu und ging in Richtung Frühstücksraum. „Wow, Mikaelson. Wo ist denn dein hübsches Anhängsel? Wie hieß er noch? Landon?“

Ruckartig drehte ich mich um. Meine Augen glühten gelb und meine Krallen bohrten sich in meine Handflächen, da ich meine Hände zu Fäusten geballt hatte. „Hast du ein Problem mit mir?“fragte ich möglichst ruhig nach. Von Lizzie kam ein ironisches Lachen. „Frag lieber, wer hier nichts gegen dich hat. So, wie du dich in den letzten Jahren verhalten hast. Besonders Jo und mir gegenüber.“ Fragend sah ich die Blondine an. „Und was genau soll ich euch getan haben? Wir hatten nie etwas miteinander zu tun.“

„Lizzie… lass gut sein…“versuchte Josie es und sah ihren Zwilling bittend an. Lizzie schnaubte nur. „Wie wäre es damit… Du macht einen auf Liebling von Dad, obwohl er nicht mal dein Vater ist. Tut mir leid, wenn du Vaterkomplexe hast, weil dein Dad ein herzloses Arschloch ist, abe-“ Weiter kam sie nicht, denn da hatte ich mich schon auf sie gestürzt und sie auf den Boden gedrückt. Meine Krallen waren kurz davor, sich in ihre Schultern zu bohren. Eine winzige Bewegung nur und ich würde sie verletzen.

Keine Ahnung, wie lange ich so auf ihr lag und sie wütend anstarrte. Auf einmal spürte ich eine Hand an meiner Schulter. „Hope?“hörte ich eine beruhigende Stimme hinter mir. Ich schloss kurz die Augen und stand dann wieder auf. „Landon… was machst du hier?“fragte ich ihn geschockt und drehte mich zu ihm um. „Josie hat mich geholt. Hast du das nicht mitbekommen?“ Nein. Ich hatte alles um mich herum ausgeblendet.

„Doch…klar. Hab ich grad nicht dran gedacht.“lächelte ich. Josie half ihrer Schwester mittlerweile wieder hoch und fragte sie, ob es ihr gut ginge. Landon schloss mich vorsichtig in seine Arme. Ich lehnte mich an ihn und schloss meine Augen. „Ganz ehrlich, Mikaelson. Du bist genauso ein Monster, wie dein gestörter Vater. Das hast du einmal mehr bewiesen. Ich hab echt, keine Ahnung, was Dad so toll an dir findet, dass er für dich mehr Zeit hat und alles, als für uns. Zum Beispiel bei deinem inszenierten Feuer vor 3 Jahren.“ Ich knurrte und riss mich nur nicht von Landon los, weil ich ihm nicht weh tun wollte und weil er mich nicht als Monster sehen sollte.
 
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