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Veränderungen machen vor niemandem halt

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
OC (Own Character)
30.09.2020
30.09.2020
24
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30.09.2020 1.164
 
Langsam fährt der Zug in den Erfurter Bahnhof ein. Mats zieht seinen Koffer hinter sich her zur Straßenbahn. Nach kurzer Fahrt und kurzem Fußmarsch kommt er am Internat an. Sechs Wochen ist es her, dass er hier war. Die Sommerferien waren lang. Kaum hat Mats den Hof betreten, trifft er auf seine Freunde, Till, Timo, Nick und Pawel, die, wie immer, Basketball spielen. „Tach Mats. Wie waren deine Ferien?“ fragte Till und warf ihm den Ball zu. „Ganz ok. Ziemlich langweilig ohne euch“ antwortete Mats mit einem Lachen und beförderte den Ball gekonnt in den Korb. Er lässt seinen Blick prüfend über den Hof und den Eingang schweifen. „Nele ist unterwegs“ sagt Timo. Mats wirft Timo einen kalten Blick zu, der sonst nur Till auffällt. „Sie ist mit Martha und Sibel in der Stadt“ ergänzt Pawel. „Umso besser. Dann können wir noch ein paar Körbe werfen.“ Till schnappt sich den Ball und versucht an Nick vorbei zu kommen. Natürlich ohne Erfolg. Nach einem verunglückten Wurf von Timo springt der Ball vom Korb ab und landet vor einem Jungen, der gerade durch das Tor tritt. Er ist groß und dunkelhäutig. Ohne zu zögern nimmt er den Ball und wirft ihn im hohen Bogen auf den Basketballkorb. Zur Verwunderung der Jungs trifft er auch noch. „Nice“ kommentiert Till. „Guter Wurf“ sagt Mats anerkennend. „Reiner Zufall.“ „Bist du neu hier?“ fragt ihn Nick, doch ehe der Junge antworten kann kommt Viktor aus dem Gebäude und läuft freudestrahlend auf ihn zu. „Badu! Wie geil ist das denn?“ Die beiden umarmen sich. „Das ist Badu Barry. Mein bester Kumpel.“ Die Jungs geben Badu die Hand. „Was machst du so für Sport?“ will Till wissen, als sich alle entspannend auf den Rasen legen. „Hindernisparcours.“ „Was deine Geschwätzigkeit betrifft könntest du dich glatt mit Mats zusammentun“ stellt Pawel fest. „Warum soll ich mehr reden als nötig?“ „Genau mein Reden. Von wo kommst du?“ „Aus Husum.“ „Wo liegt denn das?“ „Mensch Nick. Passt du gar nicht in Erdkunde auf?“ „Hallo? Es sind noch Ferien.“ „Husum liegt nördlich von Hamburg.“ „Cool. Aus Hamburg komme ich weg.“ „Stark.“ Die Jungs unterhalten sich noch eine Weile, bis Frau Schiller zu ihnen kommt. „Wollt ihr nicht langsam mal eure Taschen auspacken?“ Widerwillig gehen sie auf ihre Zimmer und räumen ihre Taschen und Koffer aus. Badu teilt sich mit Viktor und Pawel ein Zimmer. Mats ist weiterhin mit Timo, Hermann und Moritz auf einer Bude. Badu und Viktor haben ihre Klamotten schnell in den Schränken verstaut. Viktor zeigt seinem besten Kumpel das Internat und stellt ihm die anderen Mitschüler vor. Im Aufenthaltsraum treffen sie auf Sibel, Martha und Nele. „Hey Neuer. Herzlich Willkommen am Einstein“ wird Badu gleich von Martha begrüßt. Nach einer kurzen Unterhaltung gehen die Mädchen weiter. Badu schaut den dreien interessiert hinterher. „Mach dir keine Hoffnungen.“ „Warum nicht? Die sehen doch alle drei nicht schlecht aus und nett scheinen sie auch noch zu sein.“ „Dann würdest du aber Stress mit ihren Typen bekommen.“ „Wie? Die haben alle einen Freund?“ „Jupp. Sibel ist mit Pawel zusammen, Martha mit Till und Nele mit Mats.“ „Schade. Nichts hält für ewig.“ „Lass das nicht die anderen hören.“ Beide lachen und gehen in den Fitnessraum. Währenddessen haben es sich Mats, Timo und Hermann auf ihren Betten bequem gemacht. Timo und Hermann tauschen ihre Urlaubserlebnisse aus, Mats beteiligt sich nicht. Plötzlich hören sie wie ein Taxi auf den Hof fährt. Hermann schaut aus dem Fenster und sieht, wie drei Mädchen aussteigen. „Wer sind denn die?“ Die beiden anderen stellen sich zu ihm. „Keine Ahnung. Vermutlich sind die auch neu.“ „Die große sieht nicht schlecht aus“ stellt Timo fest. „Von wem redet ihr?“ Die drei drehen sich um. In der Tür stehen Nele und Martha. „Hi“ begrüßen die Jungs die Mädchen überrascht. Nele wirft Mats einen flüchtigen Blick zu, dieser beachtet sie nicht. Nele bohrt nochmal nach: „Über wen habt ihr gesprochen?“ Die Mädchen schieben sich an den Jungs vorbei ans Fenster. „Meint ihr etwa die drei da unten?“ Nele und Martha schauen die Jungs belustigt an. „Was findet ihr denn an denen?“ „Wieso? Schlecht sehen die doch nicht aus.“ Nele schaut Mats fragend an. „Und was sagst du dazu?“ „Ich?“ „Ja. Du. Findest du das auch?“ „Hässlich sind die nicht. Aber nicht mein Typ.“ Die anderen bemerken die frostige Stimmung zwischen Nele und Mats. „Haben wir irgendwas nicht mitbekommen?“ will Hermann wissen und schaut von Nele zu Mats. Die reagieren nicht. Timo schaut aus dem Fenster: „Oha. Till scheint die drei zu kennen.“ „Warum?“ Martha schiebt ihn zur Seite und schaut auf den Hof. Dort umarmt ihr Freund gerade die älteste der drei. Martha zieht ihre Augenbrauen hoch und verschwindet aus dem Zimmer. Die anderen folgen ihr. „Das will ich sehen, wie sich Till da rausreden will“ feixt Timo. Nele und Mats bleiben noch kurz im Zimmer stehen und schauen sich an. Dann folgen sie den Anderen. Nele, Mats, Timo und Hermann betreten gerade den Hof, als sich Martha vor ihrem Freund aufbaut. „Hey Martha“ lächelt Till sie unschuldig an. „Kannst du mir verraten, warum du die Neue umarmt hast?“ „Bist du etwa eifersüchtig?“ kommt es von Flora. Die Zuschauer holen anerkennend tief Luft. Till ahnt, dass Martha das nicht witzig findet. „Das war gar nichts. Ich kenn die drei von früher. Sie waren mit ihrem Zirkus in unserer Stadt, zuhause, und gingen zwei Wochen auf unsere Schule.“ Um seine Freundin wieder zu beruhigen, nimmt Till sie in den Arm. „Respekt. Das hätte ich Till gar nicht zugetraut“ sagt Timo anerkennend. „Was meinst du?“ „Das er es schafft Martha zu beruhigen.“ Die Zuschauer lachen. Frau Schiller kommt nach draußen. „Ah. Wie ich sehe habt ihr die drei Freytag-Schwestern schon kennen gelernt.“ „Jo. Till kannte sie schon.“ „Seid ihr länger in der Stadt?“ „Ihre Eltern möchten, dass sie ein wenig mehr Beständigkeit in ihr Leben bekommen.“ „Da haben sie sie hierhergeschickt?“ unterbricht Hermann Frau Schiller. „Ja.“ „Das wird bestimmt lustig,“ meint Till. „Keine Angst. Wir bleiben nicht lange.“ Alle schauen Flora fragend an. „Wieso?“ „Wir sind so schnell wie möglich wieder weg.“ „Da muss ich euch endtäuschen. Eure Eltern möchten, dass ihr unter allen Umständen hierbleibt.“ „Das werden wir noch sehen.“ „Ok. Wenn du meinst. Kommt. Bringt eure Sachen auf eure Zimmer. Flora. Du teilst dir ein Zimmer mit Martha und Nele. Leni, du bist bei Sibel und Carolin und Finja ist bei Rike und Rosa im Zimmer.“ „Wir wollen alle drei in ein Zimmer.“ „Nichts da. Ich glaube euch tut eine räumliche Trennung ganz gut.“ Missmutig folgen die drei Schwestern Frau Schiller ins Internat. Die anderen Einsteiner bleiben noch kurz draußen stehen. Nur Mats trennt sich von den anderen und geht auf sein Zimmer. ,Er müsse noch seinen Koffer zu Ende auspacken.‘ Seine Mitschüler schauen ihm irritiert hinterher. „Was ist denn mit dem los?“ Alle schauen fragend zu Nele. Diese läuft leicht rot an, zuckt aber nur kurz mit den Schultern. Martha lenkt die anderen ab, indem sie vorschlägt rein zu gehen. Es sei sowieso Zeit fürs Abendbrot.
 
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