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Esra Hargreeves, die Geschichte der Nr. Null

von Firefly96
GeschichteFamilie, Sci-Fi / P18 / Het
Nr.1 / Luther Hargreeves / Spaceboy Nr.2 / Diego Hargreeves / The Kraken Nr.3 / Allison Hargreeves / The Rumor Nr.4 / Klaus Hargreeves / The Séance Nr.7 / Vanya Hargreeves / The White Violin OC (Own Character)
28.09.2020
05.07.2021
19
13.415
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28.09.2020 1.141
 
Esra stand vor dem großen Tor der Academy und fühlte sich plötzlich wieder wie ein kleines Mädchen, ein Schauer lief ihr über den Rücken und sie umklammerte krampfhaft sie den Griff des Regenschirms, den sie in der Hand hielt. Sie fröstelte ein wenig und zog sich den Mantel enger um die Schultern. Wieso hatte sie keine Strumpfhose angezogen? Der Wind pfiff ihr unangenehm um die nackten Beine. Mittlerweile stand sie schon seit gefühlten 25 Minuten vor dem dunklen Eingang des großen Hauses in dem sie ihre Kindheit verbracht hatte und konnte sich nicht dazu bewegen rein zu gehen.
Pogos Brief kam unerwartet, nach 15 Jahren ohne Kontakt zu auch nur einem Mitglied dieser „Familie“.
Esra atmete noch einmal tief durch und dann schritt sie die letzten drei Stufen, die sie noch vom Eingang trennten nach oben und öffnete die schwere Tür. Das Klackern ihrer Stilettos hallte durch die Luft als sie durch die große Halle schritt. Das Haus wirkte verlassen. Esra sah sich in der riesigen Halle um, sie fühlte sich so klein, beobachtet, unterdrückt. All das waren Gefühle, die sich durch ihre Eingeweide schlängelten, während sie durch die verlassenen Hallen schritt. Jeder Schritt fühlte sich schwer an, auch wenn sie von außen betrachtet immer noch leicht zu schweben schien, ihre übliche Leichtigkeit, die ein Nebeneffekt ihrer Kräfte war schien wie weggeblasen, Esra fühlte sich als könnte sie nicht atmen. Wo waren denn alle? War sie etwa die einzige? Langsam schritt sie an den großen Gemälden entlang, die Meter hoch die Wände der Halle schmückten. Das erste zeigte sie mit ihren 6 Geschwistern, nur Vanya fehlte, Esra musste schlucken, sie verharrte kurz vor dem Bild, die starren Mienen, finstere Blicke, sie stand neben Ben, direkt vor Reginald, seine Hand lag auf ihrer Schulter. Esra schauderte, als könnte sie den Druck, den die Hand ihres Vaters auf sie auswirkte noch jetzt spüren. Ihre blonden Locken umrahmten ihr Gesicht und ihre Lippen waren zu einem leichten, winzig kleinen Lächeln verzogen. Als das Bild fertig war und aufgehängt wurde gab es Ärger deswegen. Esra ging weiter und betrachtete jedes weitere Bild, die Mitglieder der Familie, die darauf zu sehen waren wurden weniger, der erste der fehlte war Fünf. Esra seufzte, zu gut erinnerte sie sich an das Frühstück bei dem sie ihm das letzte Mal gegenüber gesessen hatte. Auf dem nächsten Bild waren es ihre blonden Locken die offensichtlich fehlten, dann Ben, dann Klaus, nur mehr Allison, Luther und Diego. Esra blieb vor dem Bild stehen.  Gedankenverloren betrachtete sie ihre drei Geschwister, Nummer 1, Nummer 2 und Nummer 3. „Esra“ erschrocken wirbelte sie herum „Pogo“ sie lächelte, mit gebeugter Haltung kam der Schimpanse auf sie zu, die beiden umarmten sich. „Es ist schön, dass du gekommen bist!“ „Es ist eigenartig wieder hier zu sein.“ Pogo nickte gedankenverloren „deine Geschwister sind im Wohnzimmer, die Beerdigung hast du verpasst.“ „Es war ein langer Flug, die einzige Verbindung die ich so schnell kriegen konnte.“ sagte sie entschuldigend, Pogo schüttelte den Kopf: „Es ist schön, dass du hier bist!“ sie lächelte.

Pogo nickte ihr aufmuntern zu, als sie vor der Tür zum „Wohnzimmer“ stehen blieben, Esra straffte die Schultern, schloss kurz die Augen, atmete tief durch und betrat dann das Zimmer. Zuerst passierte gar nichts, sie scannte den Raum flüchtig und erkannte fünf Personen. Luther, Allison, Vanya, Klaus und … Diego. Im ersten Moment schien sie Niemand zu bemerken und Esra stand einfach nur stumm im Türrahmen. Ihre blonden Locken fielen ihr über die Schulter, sie trug ein schlichtes, enges, schwarzes Kleid,  immer noch ihren beigen Trenchcoat offen darüber. Sie klammerte sich beinahe krampfhaft an ihrem Regenschirm fest, fast so als wäre er ihre einzige Stütze, ihre Fingerknöchel traten bereits weiß hervor.
Immer hatte sie noch Niemand bemerkt, als plötzlich die Stille von einem Klirren durchbrochen wurde, Esra zuckte ein zusammen. Klaus, der nur eine Lederjacke und einen ledernen Rock trug, Esra war ein wenig erstaunt darüber, hatte sein Glas fallen lassen, das mit einem lauten Scheppern am Steinboden zerschellt war. Alle starrten ihn an. Klaus brachte keinen Ton heraus, er starrte nur zu Tür und seine mit Eyeliner umrandeten Augen füllten sich mit Tränen „Nein…" stammelte er „Nein, bitte nicht“ sein Blick bohrte sich in ihren, es fühlte sich wie eine Ewigkeit an in der nichts passierte, nur Klaus schmerzverzerrter Blick der auf Esra lag, dann verstand Ersa, er dachte sie sei tot. Erkenntnis huschte über ihr Gesicht und instinktiv machte sie einen Schritt in den Raum, auf Klaus zu. Das Klicken, das ihre Schuhe auf dem Boden erzeugte ließ auch die restlichen Anwesenden zu ihr schauen. Klaus irritierte das sichtlich. „Was zur Hölle…?“ hörte sie Luther sagen, dann stockte er „Esra?“ ungläubig starrte er sie an. „Du … du kannst sie auch sehen?“ Klaus starrte Luther an, der nickte sichtlich verwirrt. Dann ging alles ganz schnell, Klaus rannte auf Esra zu, wenige Zentimeter vor ihr blieb er stehen, als könnte er es immer noch nicht glauben streckte er eine Hand nach ihr aus und berührte ihre Hand damit. In dem Moment in dem sich ihre Finger berührten und ineinander verschränkten geschah etwas mit Klaus, seine gesamte Miene erhellte sich, er stieß eine Art Juchzer aus und fiel Esra um den Hals. Seine dünnen Arme pressten sie an sich und er schluchzte in ihr Haar: „Du bist wirklich hier!“ Esra lachte leise „Ja, das bin ich“ sie spürte wie Klaus ein Schauer über den Rücken lief, als würde ihre Stimme das ganze nun endgültig real machen. Als Klaus sie losließ und bei der Hand nahm musste Esra laut lachen, ihre Stimme hallte melodisch durch den Raum, der Regenschirm fiel zu Boden und Klaus zog sie schwungvoll mit sich, sie taumelte ein wenig nur um Sekunden später von Klaus Armen in mitten ihrer Geschwister erneut aufgefangen zu werden, er lachte vergnügt, fast wie ein kleines Kind und verkündete laut, als hätten die anderen es noch nicht gemerkt: „Leute, Esra ist hier!“ sie sah sich um, die meisten sahen verwirrt aus, Niemand bewegte sich, Luther schien nicht recht zu wissen, was er sagen sollte und auch Vanya und Allison schwiegen mit der ganzen Situation sichtlich überfordert. Dann sah Esra zu Diego, der an einer Wand lehnte und aussah als hätte er einen Geist gesehen, er war ganz blass und starrte sie an. Sein Blick war finster, irgendwie wütend und unverwandt und ... da war noch etwas in seinem Blick... Esra konnte es nicht richtig deuten. Doch noch bevor sie weiter in seinem Blick lesen konnte  stieß Diego sich schwungvoll von der Wand ab, an der er eben noch gelehnt hatte, ohne ein Wort oder einen weiteren Blick verließ er die Halle. Klaus schaute ihm verwirrt nach „was für eine Laus ist dem denn über die Leber gelaufen?“ dann zuckte er mit den Schultern und ergriff wieder Esras Hand „ich kann nicht fassen das du hier bist Blümchen!“
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