Drachenblut -  Die Wendung (Band 5)

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
28.09.2020
22.10.2020
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22.146
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28.09.2020 1.735
 
Kapitel 1



Quinn hatte einige Tage Zeit, sich zu erholen, da der Wächter von Barafu versprochen hatte, solange mit der Dosis zu warten, bis der Steindrache eingetroffen war. Er verstand, dass es wichtig für die junge Frau war, ihren Peiniger hinter Gittern zu sehen.

Zuerst wurde jedoch der versteinerte, alte Drache abgeholt. Davon bekam Quinn jedoch überhaupt nichts mit, denn alles verlief im Stillen.

Dennoch kam Rei eines Abends auf sie zu, als er von seiner Arbeit kam. Sie und Elgatos saßen, wie so oft in letzter Zeit, auf dem Flur vor dem Schlafgemach. Der Feuerdrache arbeitete an Quinns anderem Kleid und bat sie ebenfalls um Wünsche, falls sie diese hatte.

„Hast du Zeit, Quinn?“, fragte Rei und wirkte etwas unruhig.

Überrascht nickte sie und legte ihre angefangene Stickerei zur Seite, um sich zu erheben.

Seitdem sie mit Elgatos im Flur saß, hatte sie viel gelesen und auch angefangen kleine Dinge zu besticken.

Gleichzeitig erhob sich der Feuerdrache und streckte sich.

Der Wächter führte Quinn ins Schlafgemach und trat an das Fenster. „Morgen trifft Harri ein“, sagte er ohne Umschweife.

Quinn versteifte sich bei dem Namen sofort und schluckte schwer, bevor sie langsam nickte. Er würde wirklich hierherkommen. Sie hatte es gewusst und trotzdem hatte es sich noch nach einer Ewigkeit angefühlt.

„Im Laufe des Tages wird er kommen. Sollte es dir morgen Abend gut gehen, werde ich dir die nächste Dosis geben“, erklärte Rei und warf ihr einen Seitenblick zu. Er wusste, dass es ihr zu schaffen machte, doch sie wollte dabei sein, um sich zu überzeugen, dass er wirklich hierher kam.

Langsam nickte Quinn. "Ich werde mit Elgatos an der Treppe sein", sagte sie, ließ es aber wie eine frage klingen. Sie wollte den Steindrachen sehen, aber aus sicherer Entfernung.

„Ich werde es ihm sagen und bitte dich, auf ihn zu hören und dich nicht in meine Arbeit einzumischen“, sagte der Eisdrache ernst.

"Ich werde mich nicht einmischen und nichts sagen. Ich werde nur schauen", versprach Quinn und wollte dann wissen, wie das Ganze ablaufen würde.

„Es ist nichts spektakuläres“, erklärte Rei und meinte, dass er lediglich von zwei Wächtern des Höchstens gebracht werden würde. Rei würde ihn in Empfang nehmen und in den Keller bringen.

"Trägt er einen Lederkäfig, wenn er hier ankommt?", wollte Quinn besorgt wissen. Sie hatte Angst, dass der Steindrache Rei angriff.

Er verneinte ihre Frage. „Die Drachen unten sind frei und können ihre Magie einsetzen. Nur die, die sich in der Burg bewegen und Aufgaben haben, bekommen einen“, erwiderte der Wächter und starrte gedankenverloren in die Dunkelheit.

"Aber sind Steindrachen dann nicht sehr gefährlich, weil sie durch den Stein hindurch kommen können?", fragte Quinn und bekam wieder Angst.

Erneut verneinte Rei und meinte, dass die Zellen für Steindrachen besonders ausgelegt seien. Diese bestanden aus einem anderen Material, durch welches sie nicht hindurchgehen und fliehen konnten.

"Und ihn bis dorthin zu bekommen, ist das nicht schwierig?", traute sie sich zu fragen. Sie wollte so viel wie möglich wissen.

Rei schüttelte den Kopf und machte eine abwinkende Handbewegung. „Harri ist nicht sehr stark. Es gab schon sehr viel stärkere Drachen. Ich bin schon so lange Wächter, dass ich weiß, wie ich mit ihnen umgehen muss“, meinte er nachdenklich. Sogar Elgatos war viel stärker als Harri.

"Das beruhigt mich", gestand Quinn und entspannte sich wieder etwas. Die Sache lag ihr zwar immer noch schwer auf den Herzen und würde erst vorbei sein, wenn der Steindrache hinter Gittern saß, doch dass Rei hier war, beruhigte sie ungemein.

Wenn Rei wirklich so stark war, würde es sicherlich keine Probleme geben, ihn ohne Zwischenfälle in den Kerker zu bringen.

Zudem hatte der Wächter gesagt, dass er sie schützen wollte. Und wie es aussah, würde er sein Wort halten.

Quinn kam langsam auf Rei zu und blickte ihn mit großen Augen an. "Würdet Ihr mich kurz in den Arm nehmen?", fragte sie. Sie wusste, dass es ihr helfen würde, sich zu beruhigen.

Nur kurz zögerte er, bevor sich seine muskulösen Arme um Quinn schlangen. Er vergrub so gar seinen Kopf an ihrer Halsbeuge, als würde er es selbst brauchen.

Quinn seufzte erleichtert. Sie entspannte sich und konnte glauben, dass alles gutgehen würde und der Steindrache bald weggesperrt war.

Rei stand einige Minuten da, ohne sich zu bewegen, doch Quinn spürte, dass sein Atem schneller ging und er leicht zitterte.

"Ist Euch kalt?", fragte sie vorsichtig, weil sie nicht wusste, ob sie selbst vielleicht mittlerweile zu kalt für Rei wurde. Das sorgte dafür, dass sie Angst bekam. Was, wenn sie ihn irgendwann nicht mehr umarmen konnte?

„Nein“, grummelte er und seufzte. „Ich versuche nur, die Beherrschung nicht zu verlieren und über dich herzufallen“, murrte er, ließ aber nicht von ihr ab.

Quinn versuchte nicht zu lachen. "Rei", sagte sie und hob den Kopf, um ihn anzusehen. "Ich weiß, dass Ihr Angst habt, mich zu verletzen. Aber ich würde es trotzdem gern probieren."

Ein leises Grollen erklang und sie spürte, wie sein Griff sich um sie herum verfestigte.

Sie gab einen überraschten, aber nicht schmerzhaften Laut von sich und blickte ihn weiter von unten her an.

„Wenn es einmal anfängt, kann ich es nicht mehr kontrollieren“, murmelte er verlegen. „Das Biest wird freigelassen und kann nicht kontrolliert werden, bis es vorbei ist“, erklärte er. So war es normalerweise. Außer, bei ihm war es anders wie so viele andere Dinge auch.

Quinn zucke die Schultern. "Dann ist es eben so", sagte sie und schmiegte sich noch mehr an ihn. "Ich möchte es trotzdem."

Leicht gequält seufzte er. „Du bist dir absolut nicht im klaren darüber, was das bedeutet, Quinn. Im schlimmsten Fall kann dein Körper zerrissen werden“, grummelte er. Deutlich war es zu spüren, wie sehr er mit sich kämpfte. Doch Quinn war so verlockend und verführerisch. „Ich weiß nicht, ob bei mir alles anders ist oder nicht. Dazu fehlen die Erfahrungen.“

Quinn rieb ihre Wange an seiner Brust. "Dann machen wir die Erfahrungen zusammen", murmelte sie. Sie konnte einfach nicht glauben, dass er sie umbringen konnte. Wenn selbst der Steindrache es nicht geschafft hatte, dann würde Rei es erst recht nicht.

Laut seinen Worten war der Steindrache jedoch ganz anders als die anderen. Verkrüppelt hatte Rei gesagt. Noch hatte Quinn bisher keinen Vergleich, um es sagen zu können.

Trotzdem wollte sie lieber mit Rei ins Bett, als mit allen anderen. Sie wusste, dass sie gerade bei Zakai nicht darum herumkommen würde. Daher war es gut zu wissen, wie es war und sein konnte.

„Verzeih mir, wenn ich dir weh tun werde“, murmelte Rei, der sie einfach hochhob und zum Bett trug.

Überrascht, dass er genau das tat, krallte sie sich an ihm fest. Er wollte es wirklich?

Quinns Herz begann schneller zu schlagen und Vorfreude mischte sich mit einer leichten Briese Angst.

Zu ihrer Überraschung legte er sie sanft auf dem Bett ab und zögerte, bevor er sich neben sie legte. Seine eisblauen Augen funkelten und ein violetter Ton mischte sich in seine Augenfarbe, als er sich über sie beugte und seine Lippen auf ihre legte.

Quinn war so überrascht, dass sie kurz die Augen aufriss, bevor sie die Lider senkte und den Kuss sichtlich genoss.

Er hatte schon einmal seine Lippen auf ihre gelegt, doch noch nie hatte es sich so intim angefühlt wie jetzt.

Weich und sanft ließ er seine Lippen über ihre gleiten und hielt sogar für einen Moment inne. „Ich bereue es jetzt schon“, murmelte er zwischen den Küssen und Quinn spürte, wie schwer sein Atem bereits ging.

"Ich bin mir sicher, dass ich es nicht bereuen werde", flüsterte sie an seine Lippen und erwiderte den Kuss hungrig auf mehr.

Sie vielleicht nicht, aber er. Rei wusste, dass er Verbotenes tat und trotzdem konnte er es nicht zurückhalten.

Quinn schmeckte einfach zu gut, um nicht gekostet zu werden. Sie war wie ihre Süßigkeiten, die verheißungsvoll rochen und Lust auf mehr machten. Einmal angefangen, konnte man sich nicht zurückhalten. Zumindest Elgatos.

Immer wieder legte der Wächter sanft seine Lippen auf ihre und küsste ihre Stirn liebevoll.

Quinn schloss die Augen und liebte seine Berührungen, die ihren gesamten Körper zum Kribbeln brachten.

Sie konnte nicht glauben, dass er noch nie Erfahrungen darin gesammelt hatte, denn Rei schien zu wissen, was er tun musste.

Hungrig, aber sanft, erkundeten seine Lippen ihren Hals und ihr Ohr, an dem er zärtlich knabberte. Er wollte ihr Zeit lassen und nichts überstürzen. Es würde einmal passieren, dass sie beide genießen und auskosten sollten.

Quinn, die so viel Zärtlichkeit gar nicht gewohnt war, keuchte und seufzte, weil seine Berührungen ihr so gut gefielen. Es war ein komplett ungewohntes und wunderbares Gefühl.

Dass er so sanft sein würde, hatte sie auch nicht erwartet. Er, der eiskalte und unnachgiebige Wächter, war so sanft, als würde er eine Blume küssen.

Quinn entschied sich dazu, ebenfalls etwas Initiative zu ergreifen und hob ihre Hände, um sanft über seinen Rücken zu streicheln.

Das schien er seltsamerweise, im Gegensatz zu sonst, zu genießen, denn ein zufriedenes Brummeln erklang und leises Grollen wurde an ihrem Ohr hörbar, denn er war gerade dabei, ihre Ohrmuschel zu verwöhnen.

Quinns Atem wurde schneller und sie genoss Reis kühle Haut an ihren Fingern, während sie sanft über seine Wirbelsäule fuhr und versuchte sich alles von seinem Körper zu merken.

Dass er es sogar zugelassen hatte, dass sie ihre Hände unter sein Oberteil hatte gleiten lassen, wunderte Quinn. Sonst war er strikt dabei, dass sie ihn nicht anfassen sollte.

Seine Hand begannen, ihren Körper zu erkunden. Vorsichtig fuhr sie an ihren Armen entlang und über ihr Dekolleté, während er sich mit der anderen abstützte.

Es war ein so angenehmes Gefühl, dass Quinn vertrauensvoll die Augen schloss. Es war Rei, denn sie konnte ihn am Geruch erkennen und das löste ein ungemein geborgenes und begehrtes Gefühl in ihr aus. Niemals hätte sie gedacht, dass sie ihn jemals so spüren würde.

Zärtlich und behutsam tanzten seine Finger über dem Kleid und erkundigten sie erst auf diese Weise. Für ihn war es wichtig, jemanden zu kennen und sich Zeit zu lassen, anstatt es schnell zu machen. Schließlich würde es der einzige Liebesakt in seinem Leben sein. Den wollte er genießen und für sie so angenehm wie möglich machen.

Rei wollte sich auch noch später daran erinnern können. Wollte ihre Reaktionen vor seinem inneren Auge abrufen und genießen.
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