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My So-Called Life

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P12 / MaleSlash
28.09.2020
06.11.2020
20
75.092
2
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
28.09.2020 4.377
 
Hi, Leute, ich bin back to the roots auf der deutschen Fanfiction Seite, nach sechs langen Jahren. Damals war ich noch ein Kind, und wenn ich so meine alten Geschichten lese, kann ich nur den Kopf schütteln, wegen des Schreibstils und so...
In den letzten Jahren habe ich mich stark verbessert, mich auf englischsprachigen Seiten herumgetrieben, und dort auch die ein oder andere Geschichte veröffentlicht.
My So-Called Life ist natürlich von meiner Wenigkeit verfasst worden, macht euch keine Sorgen wegen der Rechte. TheOtherXOPrincess ist nur mein englisches Pseudonym, hier der Link zum Original:
https://archiveofourown.org/works/24098521/chapters/58008367
Ich hab jetzt mal beschlossen, es ins Deutsche zu übersetzen, es gibt vieeel zu wenige Superpower Fanfics hier.
Ich hoffe, es gefällt euch, ka, wie es auf der deutschen Fanfic Seite läuft, aber ich würd mich auf ein Like oder so freuen xD
So, genug jetzt von meiner Seite, jetzt lass ich euch mal lesen. Viel Spaß!



Kurt Hummel hasste die Highschool. Er hasste all diese blöden Typen vom Footballteam, die ihn in Mülleimer warfen, und das jeden Tag. Er hasste diese bescheuerten beliebten Kids, die ihn jedes Mal slushien.

Was das Verb slushien hieß?

Nun, eigentlich wollt ihr das gar nicht wissen.

Leute, meistens die nicht so beliebten und uncoolen Kids, wurden mit eiskalten, farbigen Slushies von der neuen Slushiemachine, die McKinley von einem neuen Sponsor bekommen hatte, genau ins Gesicht vollgespritzt. Und natürlich war Kurt ein beliebtes Ziel, wie sollte es denn auch anders sein?

Kurt schwor, es war als würde man von einem Eisberg geohrfeigt werden. Was das ganze noch verschlimmerte, war, dass dieses Eisgemisch seine teuren Designerklamotten verschmutzte, und er brauchte Stunden, um sie wieder einigermaßen wieder hinzukriegen.

Falls sie überhaupt noch zu retten waren.

Ernsthaft jetzt, was hatte sich sein Vater gedacht, als sie in seinem ersten Highschool Jahr von Columbus in dieses Höllenloch von einer Stadt gezogen sind?

Denn er mochte Lima nicht.

Nein, das war die Untertreibung des Jahrhunderts. Er hasste diese Stadt mit jeder Faser seines Herzens.

Dieses Kaff konnte der Hauptstadt von Ohio nicht annähernd das Wasser reichen. Ja, Columbus war auch nicht gerade perfekt, aber wenigstens konnte er tun und lassen was auch immer er wollte, und niemanden würde es jucken.

In Columbus war es jeden egal, ob er nun extravagante Klamotten trug oder nicht so männliche Hobbys hatte wie Kleider zu designen oder die Vogue zu lesen.

In Columbus konnte er out und proud sein, und niemand würde mit der Wimper zucken (Okay, ein paar ignorante Idioten, aber das waren vielleicht einer von tausend Fällen oder so kam es Kurt zumindest vor).

Als er und sein Dad vor zwei Jahren nach Lima gezogen sind, hatte Kurt entschieden, dass er nicht verstecken wollte, wer er war, ungeachtet der Konsequenzen. Er wusste, dass Lima nicht gerade eine schwulenfreundliche Stadt war, aber er wusste nicht, wie schlimm es wirklich war.

Eigentlich hat er sich in der Schule noch nicht offiziell geoutet, aber seine Mitschüler waren nicht dumm. Sie konnten eins und eins zusammenzählen. Sein Benehmen, sein Kleidergeschmack und seine Hobbys sprachen Bände. Genau deshalb war er ein beliebtes Ziel fürs Mobben.

Aber Kurt war entschlossen, die Schule zu beenden, egal wie arschig sich die Leute verhielten. Er würde Lima verlassen, nach seinem Schulabschluss ein berühmter Broadway Star und/oder Mode Designer werden und NIEMALS wieder zurückblicken.

Und er würde nicht zulassen, dass die Neandertaler ihn runterzogen. Kurt war für mehr bestimmt, er konnte es regelrecht spüren. Aber bis das passierte, musste er durchhalten, obwohl das Tag für Tag immer schwerer wurde.

Auch wenn das hieß, dass er die Schule als Einzelkämpfer durchstehen musste. Wenn die Kids an der Schule ihn nicht akzeptieren konnten, wie er war, war das ihr Pech. Aber sie würden es bereuen nachdem er reich und berühmt geworden war und sie gezwungen waren, für ihn zu arbeiten.

Das sagte Kurt zu sich seit nun zwei Jahren. In der Zwischenzeit war er fast siebzehn und im vorletzten Highschooljahr an der McKinley.

Hocherhobenen Hauptes marschierte er in diesem Moment durch die Gänge McKinleys, direkt zur Turnhalle der Schule. Prinicpal Figgins hatte verkündet, dass es in ein paar Minuten eine obligatorische Schulversammlung geben würde.

Kurt verdrehte die Augen als Santana Lopez, einer der beliebten Cheerios, seine Kleider beäugte und ihn auslachte.

David Karofsky, einer der Football-Teammitglieder, schubste ihn in die Spinde, und er stöhnte innerlich auf und knirschte mit den Zähnen. Finn Hudson, Quarterback des Teams, warf ihm einen entschuldigenden Blick zu bevor er und Karofsky zur Halle eilten. Kurt fragte sich, auf wessen Seite Hudson eigentlich war. Wenn er das ganze Mobbing nicht guthieß, wieso hielt er dann zu Karofsky?

Leider waren diese Vorfälle für Kurt Alltag seit er nach Lima gezogen war. Seufzend betrat er die Turnhalle und setzte sich in die letzte Reihe.

Das war nur ein gewöhnlicher, Back-To-School Tag an der McKinley. Dieses Jahr würde genauso werden wie all die anderen davor. Es würde scheiße werden, Kurt wusste es jetzt schon. Und auch verdammt langweilig.

Wisst ihr, das Mobbing war nicht das einzige was Kurt an seinem Leben nicht mochte. Es war auch die Leere, die Farblosigkeit und die Monotonie. Er hatte einfach ein Gefühl, dass das Leben für ihn nichts mehr Aufregendes bereithielt.

Doch Kurt hatte absolut keinen Schimmer wie falsch er in diesem Moment lag.

Diese Zeit war nur der Anfang von etwas Außergewöhnlichem. Der Anfang von etwas Großartigem. Und all das begann mit dieser scheinbar unwichtigen Schulversammlung.



"Schüler von McKinley, ich hoffe, ihr habt eure Sommerferien genossen …"

Chef Cheerio Quinn Fabray, die direkt vor Kurt saß, gähnte übertrieben laut and streckte gelangweilt ihre Arme. Kurt verdrehte seine Augen. Er hasste seine Mitschüler. Denn eigentlich würde es ihn interessieren, was der Rektor zu sagen hatte. Aber es war unmöglich zuzuhören, wenn diese dummen Barbie-Girls vor ihm ihn die ganze Zeit ablenkten.

“…William McKinley Highschool will sich dieses Jahr auch an dem Schutz unserer Umwelt beteiligen. Deshalb haben die Lehrkräfte und ich über die Ferien einen Plan zusammengestellt. Ab sofort werden wir Müll trennen, recyclebares Plastik in der Cafeteria verwenden sowie LED-Lampen im gesamten Gebäude…“

„Langweilig!”, beschwerte sich Santana neben Quinn. Eine Blondine neben ihr, Brittany Pierce, kicherte. Kurt stöhnte innerlich auf. War er der einzige Vernünftige in diesem Irrenhaus einer Schule? Er wünschte er könnte jetzt nach Hause gehen, Musik aufdrehen und seine neuen Outfits nähen.

Vielleicht brauchte er Schule gar nicht.

Er könnte hinschmeißen und sein eigenes Modeimperium erschaffen, ganz allein. Kurt hatte schon mal darüber nachgedacht, aber Burt war nicht so begeistert darüber. Seiner Meinung nach lernte man in der Schule nicht nur Schulstoff, sondern auch mit täglichen Problemen zurechtzukommen, und man fand Freunde fürs Leben.

Darüber konnte Kurt nur lachen. Er bezweifelte es stark nach zwei Jahren in dieser Hölle.

“…es wird auch obligatorische Projekte für Schülergruppen geben, die von Lehrern beaufsichtigt und benotet werden“, sagte Figgins gerade.

„Können wir zumindest unsere eigenen Gruppenmitglieder aussuchen?“, fragte Quinn.

Kurt hoffte, dass Figgins das nicht erlauben würde. Im Sportunterricht wurde er immer als Letzter gewählt, nicht weil er unsportlich oder so war, sondern weil er der Unbeliebteste an der Schule war.

Okay, nach Rachel Berry. Aber Rachel schien es nicht so zu stören. Und ehrlich gesagt konnte Kurt verstehen, warum niemand das Mädchen leiden konnte. Sie redete viel zu viel, war besessen davon, ein Broadwaystar zu werden, viel zu egozentrisch und überzeugt, dass sie, und nur sie, die talentierteste Sängerin der Welt sei.

Nun, nach Barbra Streisand, die sie wie eine Göttin verehrte.

Zurück zum ursprünglichen Thema: Kurt fand es immer so demütigend, als Letzter gewählt zu werden, das zeigte, dass niemand sich um ihn scherte. Und es tat irgendwie weh. Also betete er zum Gott, an den der nicht mal glaubte, dass die Schüler ihre Gruppenmitglieder nicht selbst wählen durften.

„Tut mir leid, Quinn, aber die Lehrer und ich haben schon Teams zusammengestellt. Wir haben sie durch Zufall gewählt, damit Schüler die Chance bekommen, andere Mitschüler kennenzulernen. Wer weiß, vielleicht entstehen so neue Freundschaften.”

Kurt verdrehte die Augen wegen seiner Naivität. Dies war keine schnulzige Serie, wo Leute sich miteinander anfreunden wegen eines blöden Schulprojekts. Das hier war das wahre Leben.

„Die Listen mit den Teams und ihren Aufgaben hängen draußen. Die Teams haben mindestens zehn und maximal zwölf Mitglieder, damit ihr eure Aufgaben früher abschließen könnt. Platz tauschen mit anderen Gruppen ist nicht erlaubt. Die Aufsichtslehrer müssen nicht unbedingt bei euren Aufgaben dabei sein, werden aber kontrollieren ob ihr sie gut absolviert habt. Wenn ja, wirkt es sich positiv auf eure Noten aus.“

Kurt schaute auf. Zusatznoten? Hörte sich gar nicht mal so schlecht an.

Als Figgins die Schüler entließ, stürmten sie alle aus der Turnhalle, um die Listen zu checken.

Alle bis auf Kurt.

Es war ihm echt egal, wer mit ihm in der Gruppe sein würde, wenn er ehrlich war. Wenn er Glück hatte, würde er in einer Gruppe landen mit Losern wie ihm.

Aber hoffentlich nicht mit Nervensäge Rachel Berry.

„Yeah! Quinn, Britt, Puck, Chang, Forellenmund und ich sind in einer Gruppe!“, jubelte Santana gerade und führte einen kleinen Freudentanz auf. Kurt grinste. Ihm taten die armen Opfer jetzt schon leid, die mit diesen drei nervigen Cheerios und vier dummen Football Spielern in einer Gruppe sein würden.

Er wartete, bis der Auflauf von Schülern sich vor den Listen sich auflöste, bis er seinen Namen auf der Liste checkte. Er musste etwas suchen, bis er ihn fand.

Gruppe 27


Aufsichtslehrer: Emma Pillsbury


Auftrag: Den Winfield-Wald aufräumen (Den Müll aufheben und ihn in den richtigen Container werfen)


Finn Hudson


Noah Puckerman


Michael Chang


Tina Cohen-Chang


Kurt E. Hummel


Santana M. Lopez


Mercedes Jones


Rachel B. Berry


Brittany S. Pierce


Samuel Evans


L. Quinn Fabray


Arthur Abrams




Kurt erblasste. Das hatte er wirklich nicht kommen sehen.

Er war in einer Gruppe mit den Sportlern, die ihn jeden Tag in den Mülleimer warfen.

Er war in einer Gruppe mit den drei Anführerinnen von den Cheerios, die sich jeden Tag über ihn lustig machten.

Er war in einer Gruppe mit Nervensäge Rachel Berry, die er mehr hasste als die Cheerios und all die Jocks zusammen.

Er war einer der armen Opfer, über die er sich gerade amüsiert hatte. Und er war gezwungen, Zeit mit den oberflächlichsten Kids der Schule zu verbringen, um seinen Notendurchschnitt zu verbessern.

Jetzt war es offiziell: Kurt Hummel hasste sein Leben.





"Wohin fahren wir, Dad?", fragte Kurt seinen Vater, als sie am selben Tag noch im Auto saßen. Bis jetzt wollte er ihm nichts über ihre Destination verraten. Er hatte Kurt nur gesagt sich schick zu kleiden.

„Du wirst es mögen, Kiddo. Ich möchte dir meine Freundin vorstellen.“

„Diese ominöse Frau, die du schon eineinhalb Jahre datest?“, fragte Kurt neugierig. Seit sie nach Lima gezogen waren, datete Burt jemanden, und Kurt erwartete, dass sie die Beziehung nach einiger Zeit beenden würden, was aber nie eingetreten war.

„Genau. Ich will, dass du sie kennenlernst. Und ihren Sohn.“

„Sie hat einen Sohn?", wiederholte Kurt mit hochgezogenen Brauen. „Kenne ich ihn?"

Burt lächelte nervös als sie ausstiegen. „Kann sein. Aber bitte sei nett zu ihm, Kumpel, kannst du mir den Gefallen tun?“

Kurt fragte sich, warum sein Dad auf einmal so nervös war. Er war gerade dabei zu fragen, als eine braunhaarige Frau zu ihnen kam, mit offenen Armen.

„Burt! Nett dich wieder zu sehen“, lächelte sie and küsste ihn auf der Wange. Sie drehte sich zu Kurt.

„Du musst Kurt sein. Nett dich endlich persönlich zu treffen“, sagte sie herzlich and gab ihm ihre Hand zum Schütteln. Kurt zwang sich zu einem Lächeln. Sie schien nett zu sein.

Die Frau drehte sich suchend um. „Wo ist mein Junge? Ich könnte schwören, er war vor ein paar Sekunden noch hinter mir..."

Ein großgewachsener Junge erschien hinter ihr, auf sein iPhone starrend. Als er vom Gerät aufsah, machte er ein langes Gesicht.

“Du?”, platzte Kurt raus als er Finn Hudson erblickte.

“Ihr kennt euch?”, fragte Burt überrascht.

“Ja, leider”, murmelte Kurt.

Finns Augen weiteten sich, als ihm die Situation klar wurde. Und Kurt fragte sich, ob der Typ immer so schwer von Begriff war.

Finn schaute nicht gerade begeistert aus. Kurt auch nicht.

„Sollen wir schon mal reingehen? Breadstixx hat die beste Pasta in Lima“, schwärmte Carole, die die fehlende Begeisterung der Jungs nicht wahrnahm (oder absichtlich ignorierte).

Burt brummte mit Vorfreude. “Hört sich gut an.”

Kurt verdrehte die Augen, doch sein Vater warf ihm einen flehenden Blick zu bevor sie eintraten.



Kurt starrte schweigend auf seine Spinat- und Käsetortellini und hörte Burt und Carole bei ihrem Gespräch zu. Finn war dabei, seinen Burger zu verdrücken, ohne aufzuschauen, Cocktail Soße war auf seinem Kinn.

Seit sie sich hingesetzt hatten, hatte Finn kein einziges Sterbenswörtchen gesagt. Kurt war sowieso erleichtert darüber, er war sich nicht sicher, ob er dazu in der Lage wäre, eine nette, zivilisierte Unterhaltung mit diesem Neandertaler zu führen.

Burt räusperte sich und Kurt schaute auf.

„Jungs, Carole und ich…wir müssen euch was sagen.“ Er nahm ihre Hand und drückte sie. Kurt musste sich zusammenreißen, um nicht genervt die Augen zu verdrehen.

„Burt und ich sind jetzt seit eineinhalb Jahren in einer Beziehung, und…“

„Ihr macht Schluss?“, fragte Finn mit Hoffnung. Kurts Augen leuchteten auf. Das wäre perfekt. Er war nicht gerade scharf darauf mehr Zeit mit Finn Hudson, den dümmsten Menschen dieses Planeten, zu verbringen.

Burt schaute verwirrt. “Nein, ganz im Gegenteil. Wir haben lange geredet and haben den Entschluss gefasst, dass es an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu machen.“

“Der da wäre?”, fragte Kurt, hoffend, dass er nicht das sagen würde, was er befürchtete.

„Wir werden alle zusammenziehen!“, strahlte Carole. Kurts Gesichtsausdruck verfinsterte sich, genauso wie Finns.

“Ich habe sogar ein nettes Haus in der Nähe von eurer Schule gefunden. Ihr beide bekommt eure eigenen Zimmer, macht euch da keine Sorgen“, lächelte Burt and zeigte ihnen die Fotos auf dem Handy. „Wir haben einen großen Garten, wo du und ich Football spielen können, Finn.“

Finn schaute auf. “Wirklich?”

“Ich war auch im Football Team in der Schule. Aber ich muss dich warnen, ich bin außer Übung nach all den Jahren. Was ist eigentlich so dein Lieblingsteam? Also ich bin ein Fan von den…”

Dieses Thema schien für Finn das Eis zu brechen. Schon zehn Minuten später waren die Beiden in einem Gespräch über Football vertieft.

Kurt auf der anderen Seite musste immer noch die Informationen verarbeiten.

Mit Finn Hudson in dasselbe Haus ziehen?

Einer der hirnlosen Jocks?

Niemals.

Er stand ruckartig auf. “Tut mir leid. Aber das ist einfach…zu viel“, murmelte er und stürmte zur Toilette.Er lehnte sich gegen die Wand, tief durchatmend. Warum tat sein Dad ihm das an? Er und sein Dad waren all die Jahre immer ein großartiges Team gewesen, ein dynamisches Duo.

Nun wollte er alles ändern, nur weil er sich verliebt hatte. Mit der Mutter von einem seiner Mobber.

Sein Leben war scheiße.

Aber dann musste er an seinen Vater denken. Wie traurig er war nachdem Kurts Mom gestorben war, als er acht war. Es war eine harte Zeit für sie.

An diesem Abend war es das erste Mal, dass die Augen seines Dads gestrahlt hatten vor Glückseligkeit.

Kurt biss seine Zähne zusammen. Sein Benehmen war einfach nur egoistisch. Er sollte glücklich sein, dass sein Vater sich wieder verliebt hatte, anstatt herumzujammern.

Sein Dad war ein großartiger Mann. Burt hatte nicht einmal mit der Wimper gezuckt, als er sich vor einem Jahr vor ihm als schwul geoutet hatte, und gesagt, dass er es wusste seit er drei war. Sein Dad verdiente es, glücklich zu sein, und er hatte kein Recht, es nicht zu erlauben.

Auch wenn es hieß, sich ein Badezimmer mit einem der Jocks zu teilen.

Mit einem tiefen Atemzug verließ Kurt das WC. Wer weiß, vielleicht würden sie Schluss machen, nachdem ihnen klar werden würde, dass sie nicht miteinander leben konnten. Er konnte immer noch hoffen.

“Tut mir leid wegen meines Benehmens. Ich musste einfach…alles verarbeiten“, murmelte Kurt als er sich wieder hinsetzte.

“Ist schon gut, Sweetie”, sagte Carole. „Wir hätten euch nicht einfach so überraschen dürfen. Aber als Wiedergutmachung kannst du dein Zimmer vor Finn aussuchen.“

„Hey!“, beschwerte sich Finn, schwieg aber als Carole ihm einen warnenden Blick zuwarf.

Kurt verzog seine Augenbrauen. Naja, wenigstens was.

...


“Als selbsternannte Anführerin dieser Gruppe…“

“Mach mal halblang: Wer sagt, dass du die Anführerin bist, Manhands?“, schnitt Santana Rachel im Wort ab.

Rachel reckte trotzig das Kinn in die Höhe. „Ich sage es. Weil ich die geborene Anführerin bin.“

“Du bist nur eine egozentrische, untalentierte Bitch, die kein Leben hat. Übrigens: Deine YouTube Videos sind scheiße”, sagte Quinn genervt.

Rachel stampfte wütend auf. „Das ist nicht wahr! Ich bin Rachel Barbra Berry, die nächste Barbra Streisand. Und du wirst deine Worte bereuen, wenn mein fabelhaftes Gesicht auf der Titelseite von Forbes sein wird!“

Quinn schnaubte verächtlich. “In deinen Träumen, Berry. Mit diesem Monstrum einer Nase schaffst du es nicht einmal auf die Titelseite von Limas Tageszeitung. Und die ist umsonst.“

Kurt verdrehte die Augen. Jetzt standen die zwölf Jugendlichen im Winfield Wald mit Müllsäcken in ihren Händen. Nur ein paar Minuten waren vergangen, seit sie sich im Wald getroffen hatten, und er wollte jetzt schon wieder gehen.

Es war ein warmer Nachmittag im September und Kurt würde ihn lieber zuhause in seinem Keller verbringen, neue Kleider designen. Oder Project Runway schauen.

Aber nein, er musste Müll aufklauben, den dumme Leute im Wald fallen gelassen hatten. Mit Mitschülern, die er überhaupt nicht ausstehen konnte.

„Warum müssen wir das eigentlich machen? Ich bin kein Müllmann. Ich will heim und Minecraft zocken“, beschwerte sich Noah „Puck“ Puckerman. Er und Finn waren sowas wie Bros and außerdem war er auch ein Jock, also erfüllte er alle Voraussetzungen, um ganz oben auf der Liste zu sein von Menschen, die Kurt nicht leiden konnte.

“Hör gut zu, weißer Junge“, Mercedes Jones, ein afroamerikanisches Mädchen, zischte and stampfte zu ihm rüber mit den Händen auf ihren Hüften. „Ich hasse mindestens sechzig Prozent von euch allen hier und ich würde jetzt gern wirklich was anderes tun als diesen Bullshit hier.“ Überrascht schaute Kurt auf. Vielleicht konnte diese Mercedes eine Verbündete werden. Er teilte ihre Meinung.

“Aber ich will diese verdammte Zusatznote. Wenn du jetzt abhaust und ich krieg eine Sechs, werde ich dafür sorgen, dass du es bereuen wirst.“ Kurt grinste sie an. Sie grinste zurück. Langsam begann er sie zu mögen.

Puck erhob seine Hände. “Okay, okay. Kein Grund so auszurasten.“

Rachel klatschte mit ihren Händen. „Hey, Leute, ich hab einen Plan. Würdet ihr mir bitte zuhören?“, rief sie, doch keiner hörte zu.

Finn kam zu ihr rüber. „Leute, haltet gefälligst den Mund! Es ist irgendwie unfair, ihr keine Chance zu geben“, rief er.

Die anderen verstummten augenblicklich. Rachel strahlte Finn an und errötete ein bisschen. „Danke, Finn.“

Kurt hob eine Braue. Konnte es sein, dass…Rachel auf Finn stand?

Ekelhaft.

„Wir müssen alles Abschnitt für Abschnitt aufräumen, und zwar gründlich. Ms. Pillsbury wird morgen alles kontrollieren, und alles muss perfekt aussehen. Ich habe eine Karte, wo ich die Abschnitte des Waldes alle farblich markiert habe. Ich würde vorschlagen, dass wir mit dem Norden beginnen, okay?“, schlug Rachel vor und schaute in die Runde.

Arthur „Artie“ Abrams, ein nerdiger Junge im Rollstuhl, nickte. „Eigentlich ist das keine so schlechte Idee. Aber wir können uns aufteilen, und Dreiergruppen können sich um jeden Abschnitt kümmern, das wär viel schneller.“

Sofort grabschte Rachel Finns Arm. „Ich bin in einer Gruppe mit Finn“, beschloss sie.

“Nö!”, beschwerte sich Quinn und packte seinen anderen Arm. „Er ist mein Ex, er ist in meinem Team!”

“Ihr beide könnt in Frankenteens Team sein“, sagte Santana und verdrehte ihre Augen. Sie nahm sich Brittanys Hand. “Du wirst mit mir sein, Britts.“

Am Ende gingen Quinn, Rachel und Finn zum Norden, Puck, Mike und Sam zum Osten, Brittany, Santana und Mercedes zum Süden und Tina, Artie und Kurt zum Westen.

Zwei Stunden später schaute Kurt in den Müllbeutel, den Artie in den Händen hielt. Sie hatten Bierdosen, Plastiktüten, Flaschen, alte Magazine und sogar einige BHs gefunden.

„Mein Gott, ein paar Leute sind dreckiger als Schweine“, beschwerte sich Tina Cohen-Chang, ein asiatisches Mädchen mit Goth-Vibes, nachdem sie sich an einer gigantischen Eiche, ihrem Treffpunkt, getroffen hatten.

“Wir haben sogar einen Fernseher gefunden”, sagte Michael “Mike” Chang stirnrunzelnd. Er redete nicht so viel wie seine Football Kollegen (was wahrscheinlich daran lag, dass sein IQ höher war als ihrer, denn anders als die anderen Schulsportler war er ein Einserschüler) und beteiligte sich nie am Mobbing. Deshalb fand Kurt ihn nicht ganz so abstoßend. „Unglaublich, wie Leute diesen Wald als gigantischen Mülleimer verwenden.“

Rachel schaute auf ihre Armbanduhr. „Gut, wir sind fertig. Es ist spät, ich denke wir können jetzt gehen.“

Santana stemmte die Hände in die Hüften. „Aww, hat Manhands etwa Angst vorm Dunkeln? Oder will sie nicht so spät aufbleiben? Es ist erst acht.“

Quinn stöhnte. “Aber sie hat nicht ganz so Unrecht. Ich will auch weg von hier, dieses ekelhafte Zeug loswerden und endlich nach Hause fahren. Mein warmes zuhause.“

Puck hob seine Brauen, unartig und auf schmutzige Weise grinsend. „Ich hätte einen anderen Vorschlag, wie du deinen Körper aufwärmen könntest…“ Er und Finn machten einen Faustschlag, aber Quinn versetzte ihm genervt einen Klaps auf den Hinterkopf.

“Müssen Jungs immer an das eine denken?“, fragte Mercedes neben Kurt und schüttelte den Kopf.

“Nun, ich tu’s nicht”, murmelte er, und Mercedes lachte. „Wenigstens ein vernünftiger Kerl. Übrigens, ich liebe deinen Style, weißer Junge. Er ist so einzigartig.“

“Danke. Selbst wenn wir Müll sammeln müssen, muss ich doch ein Fashion Statement machen“, antwortete Kurt und lächelte. Er mochte Mercedes immer mehr. Vielleicht konnte er sie fragen, ob sie ihre Pausen zusammen verbringen konnten oder so, um über Mode zu reden.

Obwohl er sich schon an sein Einzelgängerleben gewöhnt hatte, wäre es schon nett, wenigstens eine Person an der Schule zu haben, die ihn anlächelte.

„Ich denke, der Wald sieht jetzt ganz in Ordnung aus. Ich hoffe nur, dass Leute ihn bis morgen nicht verschmutzen werden“, überlegte Artie laut und versuchte, seinen Rollstuhl durch die ganzen Äste auf dem Boden zu manövrieren.

Mike wollte schon umdrehen and winkte seinen Schulkameraden zu. „Wir sehen uns dann in der Schule.“

“Hoffentlich nicht”, murmelte Santana. “Ich will nie wieder mit euch Losern abhängen.“

„Wen nennst du hier Loser, Möchtegern JLO?“, fragte Mercedes angriffslustig. Sie kam näher zur Latina und ballte ihre Hände zu Fäusten.

Santana schnaubte nur unbeeindruckt. “Komm schon, Aretha. Beiß mich!”

“Mädels, hört auf!“, Samuel „Sam” Evans, ein blonder Jock, kam dazwischen und trat zwischen Santana und Mercedes. Kurt fragte sich, ob er ihn jemals zuvor in der Schule gesehen hatte. War er neu oder so? Zuerst dachte Kurt, dass er schwul, oder zumindest bi war, aber die Art wie er (nur) die Ärsche der Mädchen ausgecheckt hatte, sprach leider Bände. Zu schade, Sam schien netter zu sein als die anderen Sportler.

„Lass es einfach sein, okay? Sie ist es nicht wert“, sagte Sam zu Mercedes. Stöhnend schaute diese von Santana weg.

“Gut, ich werd dann mal gehen. Mit euch Zeit zu verbringen ist nicht gut für meinen Coolness Faktor.“ Quinn drehte im Absatz um und wollte gehen.

Kurt folgte ihrem Beispiel. Er brauchte ja viel Zeit für seine Hautpflege, bevor er ins Bett ging. „Finn, kommst du? Sonst werde ich ohne dich fahren, und du musst zu Fuß nach Hause gehen.“

Finn zog eine Grimasse.

“Wie ist es denn so, mit der Prinzessin ein Haus zu teilen? Tut er überall Glitzer verteilen?“, fragte ihn Puck grinsend.

„Das habe ich gehört, Hockey-Puck“, sagte Kurt wütend. „Und ich werde dich hier im Wald zurücklassen, Hudson. Meinetwegen können dich auch die Bären als Abendessen auffressen.“

Finn schaute plötzlich verängstigt aus. „B…B…Bären? Alter, du hast mir nicht gesagt, dass es hier Bären gibt?“

Kurt verdrehte die Augen. „Bye, Finn.” Er machte im Absatz kehrt und wollte schon zum Parkplatz.

„Leute, wartet!”, rief Sam plötzlich. „Seht ihr das im Himmel? Sieht wie eine…Sternschnuppe aus!“

Die Jugendlichen blieben alle stehen. Kurt drehte sich um und folgte Sams Blick. Tatsächlich war da was Helles am Himmelszelt.

“Können wir uns was wünschen?“, fragte Brittany aufgeregt. „Ich wünsche mir zehn Tonnen Zuckerwatte. Und Lord Tubbington soll seine eigene Villa bekommen.”

Santana neben ihr lachte. “Du darfst Wünsche nicht laut aussprechen, Britt. Und du musst zuerst deine Augen schließen. Warte, ich zeig‘s dir.“ Sie schloss ihre Augen und dachte an etwas.

Obwohl Kurt nicht an so ein Zeug glaubte, schloss auch er seine Augen.

Ich wünsche mir, dass endlich was Großartiges in meinem Leben geschieht.

Aber er hatte Zweifel, dass sein Wunsch sich erfüllen würde. Er war nicht so naiv.

“Wartet mal, Leute. Ist es normal, dass dieses Ding auf uns zufliegt?“, fragte Tina und verengte ihre Augen.

Sie hatte recht. Das Ding kam näher. Und näher.

Kurts Augen weiteten sich. Er hatte das schonmal zuvor gesehen. In den Dokus, die sein Dad gern sah.

„Das ist keine Sternschnuppe. Das ist ein METEORIT!“, schrie er schrill.

Finn neigte den Kopf, verwirrt. „Und was soll das heißen?“

Kurt schlug sich wiederholt mit der Hand auf den Kopf. Würde er sich nicht vor Angst in die Hosen machen, würde er sich über den IQ dieses Typen lustig machen, welcher niedriger sein musste als der einer Fliege.

„Er wird jeden Moment mit dem Wald zusammenkrachen, du Idiot!“, brüllte er, lauter als zuvor.

Langsam begann der Quarterback zu begreifen, und Kurt wunderte sich zum hundertsten Mal, wieso genau Quinn and Rachel auf ihn standen. Das Gehirn dieses Kerls war so gut wie inexistent.

“Oh, scheiße. LAUFT!“, rief Finn.

Unter panischem Geschrei liefen alle Richtung Parkplatz, Mike und Puck trugen Artie und ließen seinen Rollstuhl zurück.

Kurts Herz setzte einen Schlag aus, als der Meteorit größer wurde, je näher er kam. Er sah nicht so aus wie all die anderen Meteoriten, die er in den Dokus gesehen hatte. Er war grell und leuchtend gelb aus irgendeinem Grund.

Aber Kurt hatte viel zu viel Angst, um sich darum zu scheren. Er lief so schnell seine Beine ihn tragen konnten.

Was leider nicht genügte.

Ein paar Sekunden später schlug der Meteorit auf der Erde ein. Wegen seines Aufschlags wurden die zwölf von einer enormen Schockwelle erfasst und in die Luft geschleudert.

Und plötzlich wurde es um Kurt herum schwarz.
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