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GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Son Gohan Videl
26.09.2020
01.02.2021
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26.09.2020 3.589
 
Gohan fiel es Heute extrem schwer dem Unterricht seiner Englischlehrerin zu folgen. Das Kinn in die Hand gestützt und den dazugehörigen Arm auf sein Pult starrte er geradewegs durch die Lehrerin hindurch.

Immer wieder drifteten seine Gedanken ab, selbst wenn er gewollt hätte, hätte er sie nicht daran hindern können. Und wenn Gohan ehrlich war wollte er es gar nicht anders. Ziel seiner Gedanken war der vorangegangene Sportunterricht.

Der war sonst eher eine echte Zerreißprobe für ihn. Es war ein richtiger Balanceakt seine Kräfte und Fähigkeiten so unter Kontrolle zu halten, dass Niemand misstrauisch wurde. Gerade Videl, die ihn bereits seit seinem ersten Tag an der Orange Star High School ganz genau im Auge behielt.

Womit er dann auch bei dem genauen Grund seiner Unkonzentriertheit angelangt war. Videl. Sonst immer mit Leggings und weitem Schlappershirt im Sportunterricht bekleidet, hatte sie am heutigen Tag eben diese Sportbekleidung Zuhause vergessen. Videls beste Freundin Erasa hatte ihr dann schlussendlich mit Sportbekleidung ausgeholfen, da sie wohl immer mindestens zwei extra Outfits dabei hatte und wow…

Gohan hatte immer gewusst, dass Videl ein hübsches und durchaus attraktives Mädchen war, aber in der hellblauen knallengen Yoga Hose und dem dazu passenden Sport-BH hatte er noch ein anderes Wort für sie gefunden: Sexy!
Aber sowas von sexy.

Videl hatte eine super Figur und perfekte Rundungen sowohl an ihrem Hinterteil als auch an ihrer Oberweite. Nicht nur ihm war bei ihrem Anblick die Kinnlade heruntergeklappt und wenn er das Ki der anderen Jungen auch nur ansatzweise richtig gedeutet hatte war nicht nur bei ihm das Blut in südlichere Gefilde geflossen.

Videl selbst hatte dem Gegaffe mit ihrer burschikosen Art schnell ein Ende gesetzt, allerdings nicht für sehr lange. Das Rennen und Ausweichen während des Völkerballs hatte Videls sonst so gut versteckte Attribute noch einmal auf besondere Weise zur Geltung gebracht. So sehr, dass die meisten Jungen in seiner Klasse erhebliche Probleme damit hatten sich auf das Spiel zu konzentrieren.

Sie alle schienen froh gewesen zu sein als der Lehrer den Unterricht beendet hatte. Und dennoch fiel es Gohan schwer diese Bilder für mehr als zwei Minuten aus seinem Kopf zu verbannen. Gut, er wusste ganz genau was er mit diesen Bildern heute Abend unter der Dusche veranstalten würde, aber jetzt sollte er sich doch eher auf den Unterricht konzentrieren, oder?

Er atmete tief durch und fokussierte seinen Blick auf die an die Tafel geschriebenen Vokabeln, doch nur kurz darauf schob sich Videls wohlgeformter Körper wieder vor sein geistiges Auge. Laut seufzend ließ Gohan den Kopf auf die Tischplatte sinken. Ihm war bewusst, dass er damit die Aufmerksamkeit der Mitschüler in seiner unmittelbaren Umgebung auf sich zog.

„Hey Gohan“, wisperte Erasa da auch schon von rechts, „Geht’s dir nicht gut?“
Er brauchte nicht erst hochzublicken, um zu wissen, dass sie ihn besorgt aus großen Augen ansah; auch nicht, um zu wissen, dass Videl ihn ebenfalls aus großen Augen ansah, vermutlich aber eher misstrauisch als besorgt. Also hob er nur die Hand und deutete mit hochgerecktem Daumen an, dass alles in bester Ordnung war.

                                                  *~*~*~*~*~*

„Also, Gohan, was ist jetzt? Kommst du nun zu meiner Party, oder nicht?“
„Achso, entschuldige. Ja, aber ich werde nicht lange bleiben können, meine Familie ist Sonntagvormittag schon bei Freunden eingeladen.“
Es war schon seltsam, fand Gohan, dieses Freundschaftsding mit Leuten in seinem Alter und mit normalen… Sterblichen.

Aber aus genau diesem Grund hatte Chichi ihn vor ein paar Monaten auf die Orange Star High School in Satan City geschickt. Um Freunde zu finden. Er musste gestehen, dass er Zweifel gehabt hatte überhaupt Anschluss zu finden, aber Erasa hatte es ihm erstaunlich leicht gemacht.
Seit dem ersten Tag an hatte sie ihn sozusagen an die Hand genommen und in ihren Freundeskreis aufgenommen.

Sharpner hatte zuerst nur die Nase gerümpft und gemeint er könne sich nicht mit einem Streber anfreunden, immerhin müsse er sein Image wahren. Und dieses Image bestand nun mal darin ein gutaussehendes Sportlerass und ein Mädchenschwarm zu sein.

Gohan hatte jedoch schnell gelernt, dass hinter diesem Image ein wahrer Freund steckte. Sharpner war loyal und hatte Gohan schon mehr als einmal vor den Schlägertypen der Schule verteidigt. Nicht, dass Gohan Hilfe wirklich nötig gehabt hätte, aber das musste er seinem neuen Freund ja nicht unbedingt auf die Nase binden.

Und dann war da ja auch noch Videl. Videl, die ihn von Anfang an anzog und das obwohl sie ihn seit jeher verdächtigte der Große Saiyaman zu sein, womit sie ja auch nicht ganz unrecht hatte, aber darum ging es gerade auch gar nicht.

Sie war stur, ehrgeizig, temperamentvoll und die Tochter von Mister Satan. Als Gohan dies erfahren hatte wäre er beinahe hintenübergekippt. Er erinnerte sich noch ganz genau an Mister Satans Auftritt bei den Cellspielen und Videl schien so gar nichts von ihrem Vater geerbt zu haben; Gohan vermutete, dass sie mehr nach ihrer Mutter kam.

Da Videl ihm gegenüber so misstrauisch war, hatte es recht lange gedauert bis sie ihn als Freund akzeptiert hatte. Aber da er sich in den vergangenen sechs Monaten absichtlich tollpatschig angestellt und auch Erasa Videl nicht in Ruhe gelassen hatte, hatte sie schlussendlich ihr Misstrauen ihm gegenüber abgelegt.

Na gut, nicht vollständig, auch jetzt noch musste er sich ab und zu ihre Sticheleien anhören, aber damit konnte er sehr gut leben.
„Lohnt es sich denn dann überhaupt zu Sharpners Party zukommen? Wo du doch so weit weg wohnst?“, holte Eraser ihn aus seinen Gedanken.
Er sah von seinem Mittagessen auf und grinste:
„Ach, das ist schon okay. Der lange Weg ist mir die Zeit, die ich mit meinen Freundin verbringen kann allemal wert.“

Sharpner, der ihm gegenüber saß, gab laute Würgegeräusche von sich.
„Gott, Gohan, du bist so ein Softie.“
Lachend stieß Videl dem Blonden den Ellenbogen in die Seite und sagte:
„Stell dich nicht so an, im Grunde deines Herzens bist du genauso ein Softie.“
Während Sharpner sie gespielt beleidigt ansah brachen auch Gohan und Erasa in Gelächter aus.

                                                      *~*~*~*~*~*

„Was geht der Kerl mir auf die Nerven“, murmelte Videl, den Blick in den Himmel gerichtet. Dort zog der ach so Große Saiyaman gerade seine übliche Show ab. Die, die er immer abzog, wenn er vor ihr am Ort des Verbrechens eintraf und regelte was es eben so zu regeln gab.
„Albernes Rumgehampel.“

Einen anderen Ausdruck hatte Videl für seine dämlichen Verrenkungen einfach nicht. In dem Moment schien er Blickkontakt mit ihr aufzunehmen, ganz sicher sein konnte sie sich da nie, wegen seiner blöden Sonnenbrille.

Es wäre ein leichtes für sie ihm diese, sowie dieses doofe Kopftuch, vom Kopf zu reißen, wenn er nur nicht so verflucht schnell und wendig wäre.
„Hey, Videl. Können wir dann jetzt weiter? Wir müssen Sharpners Geschenk Heute noch besorgen.“

Videl löste den Blick von dem nun davonfliegenden Saiyaman und sah ihre beste Freundin an. Sie waren gerade auf den Weg in die Innenstadt gewesen als der Polizeinotruf Videl erreicht hatte, da es auf dem Weg gelegen hatte, hatte sie Erasa kurzer Hand einfach mitgenommen, doch der Saiyaman war ihr zuvorgekommen.

„Ja, lass uns gehen“, antwortete sie und machte sich mit Erasa an ihrer Seite wieder auf den Weg.
In Gedanken war sie jedoch immer noch beim Saiyaman. Er war vor etwa einem halben Jahr in der Stadt aufgetaucht und half ihr und der Polizei wann immer sie nicht weiterkamen. Dabei hatte ihn nie Jemand darum gebeten. Ganz genau sagen, warum er ihr so auf die Nerven ging konnte sie gar nicht, denn manchmal kam ihr seine Hilfe ziemlich gelegen; es war schon recht praktisch, dass er fliegen konnte.

Es lag auch nicht daran, dass er ihr regelmäßig das Rampenlicht stahl, denn um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit war es ihr noch nie gegangen, immer nur darum Unschuldige zu beschützen und für Recht und Ordnung zu sorgen. Höchstwahrscheinlich lag es einfach daran, dass sie tierisch neidisch auf seine außergewöhnlichen Fähigkeiten war, außerdem war sie von Natur aus, ein sehr neugieriger Mensch und es machte sie wahnsinnig nicht zu wissen wer unter der Sonnenbrille und dem Kopftuch steckte.

Und dann war da noch… die Tatsache, dass Videl ihn schon irgendwie heiß fand. Ja, die Farben seines Anzuges waren genauso albern wie seine Posen, aber auch die konnten nicht von seinen muskelbepackten Armen und Beinen ablenken und schon gar nicht von seinem anscheinend ebenso durchtrainierten Oberkörper. Nicht zum ersten Mal fragte Videl sich wie er wohl ohne seinen Anzug aussah.

Hastig schüttelte sie den Kopf und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Erasa, die fröhlich plappernd neben ihr herging.
„Ich finde es voll schön, dass Gohan am Wochenende auch zu Sharpner kommt. Hätte ich nicht gedacht, so streng wie seine Mutter ist“, sagte die Blondine.

Schmunzelnd dachte Videl an den Elternsprechtag im letzten Monat zurück. Chichi, Gohans Mutter, schien wirklich ein Drache zu sein.
„Ja, keine Ahnung wie er sie davon überzeugen konnte ihn auf eine Party gehen zu lassen“, antwortete Videl während sie gemeinsam das Einkaufszentrum betraten.
Erasa zuckte mit den Schultern.

„Vielleicht hat er ihr gesagt, dass es nur wir vier sind und dass wir lernen oder so.“
Daraufhin musste Videl erst einmal lachen.
„Gohan? Unser süßer und unschuldiger Gohan soll seine Mutter angelogen haben? Das glaubst du doch wohl selbst nicht.“

Ein breites Grinsen breitete sich auf Erasas Lippen aus und sie begann mit ihren Augenbrauen zu wackeln.
„Uh… Videl, hast du Gohan gerade süß genannt?“
Lachend gab Videl ihr einen leichten Klaps auf den Oberarm.
„Du weißt ganz genau was ich meine“, antwortete sie.
Erasas Grinsen wurde zu einem Lachen und dann hakte sie sich bei Videl ein. Zeit Sharpners Geburtstagsgeschenk zu besorgen.

                                                    *~*~*~*~*~*

„Na, Gohan. Wie läuft die Schule? Hast du schon eine Freundin gefunden?“ Müde wanderten Gohans schwarze Augen zu Krillin, der ihn amüsiert angrinste.

Es war der Tag nach Sharpners Geburtstagsfeier und die Son Familie hatte sich mit all ihren alten Freunden bei Bulma zum Brunchen eingefunden. Und obwohl Gohan schon seit Wochen von dem Brunch gewusst und Chichi ihm ein Zeitlimit mitgegeben hatte, war Gohan bis weit nach Mitternacht auf der Feier geblieben und hatte eine gute Zeit mit seinen Freunden verbracht, und ja, verbotenerweise hatte er auch etwas Alkohol zu sich genommen.

Natürlich war ihm klar gewesen, dass seine Mutter ihm die Hölle heiß machen würde, aber das hatte er für mehr Zeit mit seinen Freunden in Kauf genommen.

Gohan war müde und zum allerersten Mal in seinem Leben verkatert und hatte nun wirklich herzlich wenig Lust sich mit Krillins Sticheleien auseinanderzusetzen, doch noch bevor er den besten Freund seines Vaters zurecht weisen konnte erklang sein Handy und signalisierte, dass er eine Nachricht erhalten hatte. Er fischte das kleine Gerät aus seiner Hosentasche und augenblicklich hellte sich sein müdes Gesicht auf. Eine SMS von Videl.

Hey. Ich hoffe du bist heute Nacht gut nach Hause gekommen und du hast nicht allzu viel Ärger mit deiner Mutter gehabt. Wir sehen uns Morgen. :)

„Eine Nachricht von deiner Freundin? Du strahlst auf einmal so“, sagte Krillin, dem Gohans Gemütsumschwung nicht entgangen war und ihn nun dreckig angrinste.
Der Halb-Saiyajin warf seinem Gegenüber einen grimmigen Blick zu und widmete sich dann wieder seinem Handy.

„Son Gohan! Habe ich dir nicht verboten dieses Ding während des Essens zu benutzen?!“, erklang die schrille Stimme seiner Mutter hinter ihm; nur eine Sekunde später hatte sie ihm das Gerät aus der Hand gerissen. Geknickt ließ Gohan den Kopf hängen, sein Handy würde er in den nächsten Tagen dann wohl nicht wiedersehen.

Aber selbst schuld, seine Mutter war sowieso schon sauer auf ihn und nachdem er nun auch noch während des Brunchs sein Handy in der Hand gehabt hatte, hätte er sich auch gleich selbst erschießen können.
„Schreibst du etwa mit Mädchen?“ Ruckartig schoss Gohans Kopf wieder in die Höhe.

„Mutter, das ist privat!“, stieß er aus; es war jetzt nicht so, dass er schmutzige Dinge mit Videl und Erasa schrieb, aber hier ging es ums Prinzip. Außerdem hatte er seine beiden Klassenkameradinnen Chichi gegenüber oft genug erwähnt.

„Komm Chichi, gib dem Jungen sein Telefon wieder. Er ist alt genug, um zu wissen was er mit den Mädchen seines Alters tun kann. Wenn du nicht gewollt hast, dass er mit Mädchen zu tun hat, hättest du ihn auf eine andere Schule schicken müssen“, schaltete Bulma sich ein und entwand Gohans Handy Chichis eisenhartem Griff.

„Aber mein Baby ist doch gerade erst siebzehn“, sagte Chichi den Tränen nahe. Seufzend stützte Gohan den Kopf in die Hand, jetzt ging das wieder los.
„Siebzehn, hä?“, sagte Vegeta vom anderen Ende des Tisches, „Dann bist du ja jetzt im paarungsfähigen Alter.“

„Bitte was?“, riefen Chichi und Gohan gleichzeitig und sahen Vegeta schockiert an. Dieser lehnte sich grinsend zurück und fixierte Gohan.
„Saiyajin kommen mit Siebzehn ins paarungsfähige Alter. Die Hormone schießen ein und sie machen sich auf die Suche nach einem passenden Weibchen. Mit hoher Kampfkraft, einem starken Willen und paarungswillig muss es sein. Nur so kann dafür gesorgt werden, dass unsere Rasse weiter besteht.“

Fassungslos blickte Gohan den Prinzen an und war sich nicht sicher, ob ihm wegen dessen Worten schlecht wurde oder es ein verspätetes Symptom seines Katers war.
„Hast du das etwa mit siebzehn getan?“, fing Bulma an zu schreien und Gohan nutzte den Moment, da alle abgelenkt waren, um ins Haus zu flüchten.

                                                      *~*~*~*~*~*

Videl blickte überrascht von ihren Hausaufgaben auf als ihr Handy begann zu klingeln.
„Hey, mit einem Anruf hatte ich jetzt überhaupt nicht gerechnet“, sagte sie, nachdem sie das Gespräch entgegengenommen hatte.

„Hey“, antwortete Gohan am anderen Ende der Leitung, „Du hast mich mit deiner SMS in eine unangenehme Situation gebracht.“
Videl stutzte.
„Echt? Wie das?“, fragte sie.
„Naja… meine Mutter hatte mir das Handy abgenommen und gesehen, dass ich Nachrichten von Mädchen habe und ich glaube ihr ist Heute zum ersten Mal klar geworden, dass ich nicht mehr ihr kleiner vierjähriger Junge bin.“

Sie musste lachen.
„Befürchtet sie, dass du flügge wirst und das Nest verlässt?“
„Es scheint fast so.“
„Ach, Gohan... wenn ich dich schon mal dran hab“, begann Videl mit der lieblichsten Stimme, die sie zustande bringen konnte.
„Jaa?“, kam es skeptisch von Gohan.

„Kannst du mir nachher mal ein Bild deiner Matheaufgaben schicken? Damit ich vergleichen kann, ob ich das Thema richtig verstanden habe, versteht sich.“
Sie hörte Gohan sanft lachen und biss sich auf die Unterlippe.

„Ist das der wahre Grund, Videl?“, fragte er. Die Art wie er ihren Namen aussprach sandte ihr eine Gänsehaut über den gesamten Körper; Videl schüttelte diese Regung jedoch schnell wieder ab und antwortete:
„Natürlich ist das der wahre Grund. Du glaubst doch nicht, dass ich lüge, oder?“

Gohan lachte erneut, dann seufzte er.
„Na gut, ich schick dir nachher meine Lösungen.“ Erleichtert ließ Videl sich auf ihr Bett fallen, sie hasste Mathe.
„Hör mal, ich fand es übrigens echt cool, dass du Gestern länger geblieben bist und mit uns gefeiert hast, obwohl du wusstest, dass du Ärger mit deiner Mom bekommen würdest“, begann sie sanft zu sagen, „Du bist doch nicht so ein verklemmter Streber wie ich immer dachte.“

„Hör ich da etwa ein Kompliment von Videl Satan höchstpersönlich?“, antwortete Gohan und Videl könnte schwören, dass er grinste. Sauer werdend legte sie die Stirn in Falten.
„Nimm es hin oder lass es bleiben.“
„Schon gut, schon gut. Ich fand den Abend mit euch auch echt cool.“

                                                      *~*~*~*~*~*

Paarungsfähiges Alter, pff, von wegen. Was wusste Vegeta schon? Der war doch schon immer seltsam gewesen. Dass Gohan seit geraumer Zeit darüber nachdachte, wie sich Sex anfühlte, hatte überhaupt nichts mit seiner Abstammung von den Saiyajin zu tun.

Und dass diese Gedanken vermehrt seit seinem siebzehnten Geburtstag auftraten war reiner Zufall. Es war auch reiner Zufall, dass Videl ziemlich gut in das von Vegeta beschriebene Profil passte und daran lag es auch gar nicht, dass Gohan sich immer stärker zu ihr hingezogen fühlte.
Nein, das alles hatte rein gar nichts mit dem zu tun was Vegeta am Wochenende gesagt hatte.

Gohan war ein heranwachsender junger Mann, da war es ganz natürlich seine Sexualität zu entdecken und das hatte rein gar nichts mit dem außerirdischen Blut in seinen Adern zu tun. Rein gar nichts!
„Ich glaube, sie mag dich.“

Erschrocken zuckte er zusammen und blickte Erasa an. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass sie sich neben ihn gesetzt hatte und das musste bei seinen Fähigkeiten schon was heißen; da war er wohl doch tiefer in seinen Gedanken versunken gewesen als angenommen.
„Was?“, antwortete er äußerst geistreich.

„Videl. Ich bin mir sicher, sie mag dich“, sagte Erasa und deutete auf die Schwarzhaarige, die als Letzte ihres Teams noch auf dem Spielfeld stand. Gohan dankte Dende, dass sie beim dieswöchigen Sportunterricht wieder ihre eigenen Sportklamotten trug. Sie noch einmal in Erasas Klamotten zusehen, hätte sein armes Herz wohl nicht überlebt. Auch, wenn ihr Outfit von letzter Woche seine Lieblingsvorlage zum… das war gar nicht das Thema, oder?

Hastig wandte er sich wieder zu Erasa um.
„Wir sind befreundet, denk ich, da ist es doch von Vorteil, wenn sie mich mag, oder?“
Grinsend stützte Erasa das Kinn in die Hand und sah ihn von der Seite an.
„So meinte ich das gar nicht. Ich denke, Videl hat sich ein bisschen in dich verguckt und weiß es nur noch nicht.“

Gohan starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an. Bitte was? Videl sollte sich in ihn verguckt haben und wusste es nur noch nicht?
Also als allererstes ergab, das mal so überhaupt keinen Sinn und zweitens war, das sowieso unmöglich! Videl und er? So sehr er es sich auch heimlich wünschte, würde das wahrscheinlich nie geschehen.

In Videls Augen war er nur der tollpatschige Streber, der ihr praktisch von ihrer besten Freundin aufgezwungen wurde und der am Ende doch ganz okay war. Und Videl würde sich bestimmt Jemanden suchen, der sportlicher war, der ihr die Stirn bieten konnte. Jemand, der sich nicht alles gefallen ließ. Jemand, der das komplette Gegenteil von ihm selbst war.

Klar, im Grunde war er selbst schuld, dass Videl diese Art Meinung von ihm hatte, immerhin verheimlichte er mit voller Absicht eine Hälfte seiner Persönlichkeit. Nicht, weil er sich für irgendetwas schämte, sondern weil er keine Aufmerksamkeit erregen wollte.

Die Menschen hatten sich ihren Helden auserkoren und dank Mister Satan war es Gohans Familie möglich ein ruhiges, wenn auch bescheidenes, Leben zu führen.
Ihm war durchaus bewusst, dass er Erasa noch immer sprachlos anstarrte, aber er wusste einfach nichts darauf zu erwidern.

Als ihr Sportlehrer das Spiel abpfiff und allen Schülern mitteilte sich auf dem Spielfeld einzufinden, boxte Erasa ihn leicht gegen die Schulter und sagte:
„Denk mal drüber nach.“

                                                     *~*~*~*~*~*

Es gab kaum etwas anderes auf der Welt, dass Videl mehr verachtete als Shoppen. Und doch hatte Erasa es irgendwie geschafft sie mit ins Einkaufszentrum zu schleifen. Schon wieder.

Videl hatte nicht grundsätzlich etwas gegens Einkaufen, wenn man mit einem klaren Ziel vor Augen in einen Laden ging war sie gerne dabei, aber nicht um nur mal so zugucken. Das war einfach ätzend.

Auch das Erasa dieses Mal Sharpner mitgeschleift hatte machte den Nachmittag nicht besser. Anstatt, wie wohl jeder normale siebzehnjährige Junge, gelangweilt rumzustehen, rannte er begeistert hinter Erasa her und half ihr sogar noch beim Zusammenstellen von Outfits. Videl fragte sich nicht zum ersten Mal, ob der Blonde ein kleines bisschen schwul war.

Seufzend und gelangweilt ließ sie ihre Finger über die Kleider an den Ständern fahren. Irgendwie vermisste sie Gohan, mit dem hätte sie sicher reden können, aber da er am Wochenende länger auf Sharpners Party geblieben war als ihm seine Mutter erlaubt hatte, hatte er nun Hausarrest und hatte deswegen direkt nach Schulschluss nach Hause gemusst.

„Hey Videl. Guck mal, ist das nicht süß? Das würde dir bestimmt gutstehen“, holte Erasa sie aus ihren Gedanken.
Sie stand nun direkt vor ihr und hielt ihr ein dunkelblaues Kleid entgegen, Sharpner stand hinter ihr und sah Videl erwartungsvoll an.
„Nein, danke.“

„Oh“, stieß Erasa enttäuscht aus, „Warum denn nicht? Gohan würde es bestimmt gefallen, wenn du deine Figur mal ein wenig mehr betonen würdest.“
„Hä?“, antwortete Videl.

Was hatte Gohan denn jetzt damit zu tun? Die Blondine ließ das Kleid sinken und sah Videl an als wäre diese begriffsstutzig.
„Du kriegst aber auch gar nichts mit, oder? Er mag dich!“
„Hä?“, stieß Videl erneut aus.

„Was der Streber und Videl? Also, dass seh ich nicht“, schaltete sich Sharpner ein.
„Doch, natürlich. Gohan ist süß, gutaussehend. Einen besseren ersten Freund kann man gar nicht haben. Ich finde die Beiden wären ein tolles Paar.“
Ohne Videl noch eines Blickes zu würdigen, drehte Erasa sich um und machte sich mit Sharpner weiter auf die Suche nach Schnäppchen.
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