Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Breaking the Habit

von Nicole49
GeschichteAngst, Freundschaft / P16
Chester Bennington David "Phoenix" Farrell OC (Own Character) Rob Bourdon
26.09.2020
19.11.2020
9
20.449
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
26.09.2020 2.285
 
Hallo. Heute fange ich eine neue Geschichte an. Ich hoffe sie gefällt Euch. Beginnt und spielt in Chaz Jugend. So zwischen dem 14 und 15 Lebensjahr.
Gleich im voraus. Ich weiß nicht ob ich regelmäßig einmal die Woche posten kann, da die Arbeit zurzeit sehr stressig ist. Trotz allem werde ich es versuchen.
Eure Nicole
_____________________________________________________________________    

Kapitel 1  Bittere Wahrheit
Chaz saß im Wagen seiner neuen Familie und sah Gedankenverloren aus dem Fenster. Dass seine Mutter mit ihm sprach interessierte ihn nicht. Er wollte nicht hier sein, er musste. Diese dämliche Richterin hatte so entschieden.
Sein Dad konnte doch nichts für das was ihm passiert war. Doch er hätte sich denken können das seine Mutter seinen Vater dafür verantwortlich machte würde sie je von den missbrauchsvorwürfen erfahren. Und genau so ist es gewesen. Sie hatte das alleinige Sorgerecht eingeklagt, bekam jedoch nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Oder besser gesagt leider.
Sie hatte ihm das einzige genommen was ihm im letzten Jahr Halt und Kraft gegeben hatte. Sein Fels in der Brandung, seinen Vater und seinen großen Bruder.
Und jetzt wollte sie dass er höflich zu ihr war?
Er schnaubte verächtlich. Sie hatte die Familie sitzen lassen, da war er gerade mal vier und Brian war sieben. Von heute auf morgen war sie fort.
Sein Dad hatte ihn und Brian alleine aufgezogen und das hatte er bis jetzt verdammt gut gemacht. Und dann, zehn Jahre später kommt sie zurück und mischte sich in Dinge ein die sie schon lange nichts mehr angingen.
Er konnte gar nicht sagen wie sehr er diese Frau verachtete.
„Wir sind da, Schatz“, hörte er sie sagen und schnaubt erneut.
„Und? Was hältst du von unserem Haus?“ wollte sie wissen, hatte jedoch nicht mit Chaz Antwort gerechnet.
Insgeheim war er von diesem Bunker schon beeindruckt, aber nicht in dem Sinne, der seiner Mutter lieb gewesen wäre.
„Es ist ein Haus!“, antwortete er wenigstens und Sue sah ihren Sohn mit entsetzter Miene an.
„Wie kannst du so etwas sagen Chaz. Wenn man bedenkt, wo du bisher gelebt hast“, entfuhr es ihr verärgert.
„Uhhhh. Ich soll dir wohl auch noch dankbar sein das du mich in so einen Scheißkasten entführst“, konterte er so hasserfüllt, dass seine Mutter ihn fassungslos ansah.
„So sprichst du nicht mit deiner Mutter, Freundchen!“ knurrte John.
„Du bist nicht mein Vater, du hast mir nichts zu sagen, und ich habe keine Mutter. Die hat sich verpisst als ich noch klein war und bisher habe ich keine scheinheiligen gebraucht“, antwortete Chaz und nahm sein Gepäck aus dem Wagen.
Zwei große Reisetaschen, einen fetten Rucksack und seine Gitarre.
Sein Dad hatte sie ihm geschenkt da war er neun.
Sie war das wichtigste was er hier hatte.
„Also, wo soll ich den Kram abstellen? Und komm mir nicht mit Familie und so ein Scheiß. Ich hab ne Familie“, fügte er hinzu und nicht nur Sue hatte es die Sprache verschlagen. Selbst John konnte den Hass des Jungen nicht nachvollziehen, dabei hatten sie ihn vor diesem Vater doch gerettet. Sie hätten auch den Ältesten mitgenommen, doch der hatte eine Gegenklage angestrebt. Wenigstens konnten sie den vierzehnjährigen mitnehmen.
Nun, er würde schon noch lernen was gut für ihn war und was nicht. John würde dafür sorgen.
Wortlos führte er ihn in sein Zimmer im oberen Stockwerk.
Genau wie Chaz es sich vorgestellt hatte. Schön weiß, brav und steril. Keine Persönlichkeit.
„Du kannst es dir einrichten, wie du möchtest, doch die Wände werden weder bemalt noch zerstört“, sagte John und wieder schnaubte Chaz nur.
„Und dieses Piercing in der Lippe wirst du entfernen. Wir sind ein anständiges Haus“, fügte er hinzu.
„Wärt ihr ein anständiges Haus, wäre ich nicht hier. Und das Piercing bleibt. Mein Dad hat‘s mir erlaubt und die da hat nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht, mehr nicht. Also führt Euch nicht auf als wärt ihr Übereltern. Vielleicht für Eure Bälger, aber nicht für mich“, antwortete Chaz.
„Ach, was sind wir dann für dich?“, fragte Sue knapp.
„Ich glaube nicht, dass du das Wissen möchtest. Es könnte deine ach so bescheuerte Idylle ins Wanken bringen. Und jetzt raus. Ich packe jetzt aus“
„Das ist immer noch mein Haus“, fuhr John ihn langsam wirklich zornig an.
„Von mir aus kannst du es behalten. Es schert mich einen Dreck“, erwiderte Chaz und schlug ihnen einfach die Tür vor der Nase zu.
„Fickt Euch ins Knie“, zischte Chaz leise und setzte sich neben die beiden Taschen, die er auf das Bett gestellt hatte.
Er hasste es jetzt schon mehr als gut für ihn war.
Und dann hatte er noch einen Stief und einen Halbbruder.
Daniel war vierzehn, so alt wie er und Matt war zwölf. Er stand auf und stellte sich ans Fenster. Sein Blick ging hinten raus in den Garten, wo zwei Jungs miteinander spielten. Daniel und Matt, er hatte ein Foto von Ihnen gesehen. Sie tollten ausgelassen im Garten umher und balgten sich lachend.
So wie er und Brian.
Tränen stiegen in seine Augen.
Sie hatten ihm einfach alles weggenommen. Selbst seinen Therapeuten, mit dem er mittlerweile recht gut klarkam. Er war noch recht jung gewesen und er hatte der Richteren davon abgeraten dem Vierzehnjährigen den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Die Richterin meinte nur es gäbe auch in LA gute Therapeuten. Sie verstand es nicht. Sie verstand auch nicht, dass er sich bei seinem Dad sicher fühlte. Doch man sagte das sein Dad durch seinen Job als Polizist nicht genügend Zeit für ihn hätte und nicht genug auf ihn einwirken könnte. Was sollte er denn noch tun? Sein Dad hatte alles getan was er tun konnte und Chaz hatte es ihm gedankt indem er fleißig in der Schule war. Selbst wenn er ein Außenseiter war und sich am mündlichen Unterricht kaum beteiligte, so gehörte er zu den besten Schülern. Sein Dad hatte immer wieder betont, wie stolz er auf ihn und Brian ist.
Das alles hatten sie ihm einfach weggenommen.
Doch er würde ihnen schon zeigen, dass er nicht hierhergehörte. Sein Dad hatte noch immer das Besuchsrecht und seine großartige Mutter wusste nicht, dass er nach LA ziehen würde. Sie wussten auch nicht, dass Brian demnächst zu Tante Bonnie zog.
Doch das sein Dad wegen dieser Frau jetzt sein Haus verkaufen musste, um nach LA ziehen zu können, das würde er ihnen nie verzeihen.
Niemals!
Er schnaubte und wandte sich nun seinen Taschen zu. Hosen und Oberteile packte er fein säuberlich in den Schrank und Socken und Unterwäsche in die Kommode.
Danach packte er seinen Rucksack aus.
Seine CD’s stellte er oben auf die Kommode und seine Zeichensachen und Textbücher ganz nach unten. Seine Zeichenmappe verstaute er unter dem Bett und seine Schulsachen auf den Schreibtisch. Dann packte er noch einige Fotos aus. Das Familienfoto mit Brian, ihrem Dad und ihm selbst stellte er auf seinen Nachtisch, und ein großes Foto von ihm und seinem Dad pinnte er einfach über dem Schreibtisch an die Wand.
Sie waren da im vergangenen Sommer in den Bergen zum Wandern und Zelten, sie alle drei. Wenn er es sich so recht besah war das alles doch noch kahl und er packte den Karton aus der Tasche, wo er die ganzen anderen Fotos drin hatte.
Schulfotos von ihm und den wenigen Freunden, die er hatte und jede Menge Fotos mit sich und Brian und wo sie alle drei drauf wahren. Meist beim wandern in den Bergen.
Jetzt wo er die Wände mit seinen Fotos zugekleistert hatte, jetzt ging es ihm schon besser.
Seinen Mp3 Player und seinen Discman legte er zu seinen CD’s, sein Handy versteckte er unter der Matratze. Erstmal.
Er brauchte noch eine abschließbare Box für seine Textbücher. Die gingen niemand etwas an, oder aber er musste sie immer mit sich rumtragen, was auch nicht so toll war. Er würde Brian bitten Tante Bonnie zu fragen, ob sie ihm so etwas besorgen könnte.
Jetzt war er fertig und sah hinaus. Seine Mutter, ihr Macker und die Jungs saßen draußen. Doch da würde er sich nicht dazu setzen.
Also öffnete er das Fenster, um frische Luft zu bekommen und packte seine Gitarre aus.
Rasch hatte er sie gestimmt und begann dann leise darauf zu spielen. Doch ihm fiel nichts ein außer melancholischen Songs. Eigentlich stand er auf Punk und Metal, doch zurzeit wollte er nicht schreien, sondern sich zurückziehen.
Dann stimmte er einen Song an, den er selbst geschrieben hatte. Oder angefangen hatte. Es gab nur diese eine Strophe.

Memories consume
Like opening the wound
I'm picking me apart again
You all assume
I'm safe here in my room
Unless I try to start again

Er sang ganz leise, trotz allem hörten sie ihn durch das offene Fenster.
„Chester Schatz, möchtest du dich nicht zu uns setzen und uns etwas vorspielen?“ hörte er die Stimme seiner Mutter und trat ans Fenster.
„Nein. Der einzige, für den ich spiele ist Dad! Und den sehe ich hier nirgends“, konterte er und packte seine Gitarre wieder weg. Noch nicht mal in Ruhe spielen konnte man hier.
Also holte er sich seinen Discman, legte neue Batterien ein und nahm eine CD von Blink. Er brauchte jetzt etwas, wo er sich abreagieren konnte.
Er brauchte noch mehr. Er musste sich bewegen. Also zog er seine Sportsachen an und ging nach unten.
„Ich geh laufen. Wann esst ihr?“ fragte er kurz und bündig.
„Nimm doch Daniel mit“, schlug seine Mutter vor.
„Nein“
„Wir essen pünktlich um sechs. Also hast du zwei Stunden“, antwortete John.
Chaz nickte, setzte seine Kopfhörer auf, schlüpfte in seine Joggingschuhe und zog ohne ein weiteres Wort die Tür hinter sich zu.
Er lief fast eine Stunde lang in die eine Richtung, dann wandte er um und lief wieder zurück.
Etwa zwanzig vor sechs klingelte er und Daniel ließ ihn rein.
Er war sichtlich erstaunt, dass er wirklich durchgeschwitzt war. Er hatte eher gedacht, dass Chaz ein paar Meter läuft und sich dann irgendwo hinsetzte.
Chaz streifte seine Schuhe ab und zog die Kopfhörer runter.
„Dusche?“ fragte er freundlich. Gegen Daniel und Matt hatte er nichts. Sie wollten ihn ebenso wenig hier haben, wie er hier sein wollte.
„Oben neben deinem Zimmer“, antwortete Daniel.
Chaz nickte.
„Danke“, sagte er und nahm immer gleich drei Stufen auf einmal.
Er warf seinen Discman aufs Bett, nahm sich frische Klamotten und sprang unter die Dusche.
Pünktlich um sechs erschien er schweigend am Tisch.
Er wartete bis alle saßen und setzte sich dann auf den einzigen freien Platz, der anscheinend für ihn war.
Er wartete bis sie zu essen anfingen, dann nahm auch er sich was.
„Du gehst also laufen?“ erkundigte John sich.
„Sieht so aus“, antwortete Chaz.
„Schulmannschafft?“
„Nein“
„Warum nicht?“
„Weil ich keinen Bock auf diese Sportleridioten habe. Ganz einfach. Die sind hier nicht heller als in Phoenix. Also nerv mich nicht mit diesem Scheiß“, antwortete Chaz und Daniel machte große Augen.
Der würde sich noch wundern, wenn er weiter so mit seinem Vater sprach.
„Dann wäre es doch sicher mal einen Versuch wert“, forderte John ihn mit einem ganz bestimmten Unterton in der Stimme auf.
„Nein“, erwiderte Chaz mit stoischer Ruhe. Er ließ sich von ihm sicherlich nicht unter Druck setzen.
„Ich rede mal mit dem Sportlehrer“
„Kannst du gerne tun. Frag Matt und Daniel, die erfüllen dir bestimmt jeden Wunsch. Ich werde es nicht. Ich geh laufen, wann ich will und ich habe meine Gründe dafür. Wenn es dir nicht passt, ist das nicht mein Problem“, gab Chaz noch immer mit unglaublicher Ruhe zurück. Doch er war kurz vorm Platzen.
„Wir werden sehen“
„Tu was du nicht lassen kannst, doch deine kleinen Spielchen kannst du mit deinen eigenen treiben“
John sah ihn einen kurzen Moment fassungslos an.
Chaz schnaubte. Oh ja, sein Dad hatte sich über den ach so großartigen Anwalt erkundigt und dabei festgestellt das es bei ihm schon mehrfach zu häuslicher Gewalt gekommen war. Und dass er wegen Körperverletzung vorbestraft war. Zwar eine Jugendstrafe und eigentlich versiegelt, doch sein Dad wusste, wie er an sowas rankam.
„Lass mich ganz einfach in Ruhe“, fügte Chaz noch hinzu, schob seinen Teller weg und ging ohne ein weiteres Wort nach oben.
Der Hunger war ihm gründlich vergangen. Am liebsten würde er gerade noch einmal eine Runde laufen gehen. Doch er glaubte kaum, dass seine Mutter ihn um diese Zeit noch mal aus dem Haus ließ.
Stattdessen nahm er seine Zeichensachen und setzte sich an seinen Schreibtisch.
Doch das was er zeichnete war düster, einen Spiegel.
Ein Spiegelbild seiner momentanen Verfassung.
Er vermisste seinen Dad und seinen Bruder.
Doch erst mal musste er hiermit fertig werden.
Es klopfte leise an seine Tür und er sagte einfach nur Ja. Sie würden auch reinkommen wenn er es nicht wollte. Sein Dad war da anders. Er fragte, jedes Mal.
Doch es war keiner der Erwachsenen, sondern Daniel.
„Was willst du?“ fragte Chaz ruhig, während Daniel einen Blick auf seine Zeichnung riskierte.
„Darf ich kurz rein?“ fragte er leise und sah sich immer wieder um, etwas, das Chaz dann doch verwunderte, also nickte er.
Daniel kam rein und schloss die Tür.
„Chaz, wir wissen das du nicht hier sein willst, auch wenn ich mich frage warum, doch das ist ne andere Sache. Aber mein Dad wird sich deine Art mit ihm zu sprechen nicht lange gefallen lassen“
„Ach, und du denkst was er mir antun könnte ist schlimmer als das was ich erlebt habe?“ hauchte Chaz zuckersüß.
„Lass stecken, Dein Dad interessiert mich nicht. Um es noch deutlicher zu sagen, ich will weder mit ihm noch mit Sue was zu tun haben. Diese dämliche Richterin hat mich zwar dazu verdonnert hier zu leben, aber das ist auch schon alles“
„War nur eine gutgemeinte Warnung, Chester“, erwiderte Daniel.
„Wurde auch so zur Kenntnis genommen“, antwortete Chaz und widmete sich wieder seiner Zeichnung.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast