Unglücksrabe

GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Debbie Fischer Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
25.09.2020
29.10.2020
14
26.225
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17.10.2020 1.637
 
Als sie auf die Liege des Schockraums gehoben wurde, wachte Lee aus ihrem leichten Schlaf auf.
Debbie stand mit besorgtem Blick neben ihr.
Es war ganz ungewohnt für sie, die Ärztin in weißem Kittel und nicht in der Arbeitskleidung des Rettungsdienstes zu sehen.
Sie lauschte konzentriert der Übergabe ihres Kollegen Oliver und fing derweil an Lee noch einmal zu untersuchen.
Vorsichtig betastete Debbie ihren Kopf.
Was direkt höllische Schmerzen verursachte, wodurch sie einen leisen Schmerzenslaut nicht unterdrücken konnte.
„Tut mir leid. Folg mal bitte meinem Finger."
Meinte Debbie und sah sie nach wie vor mit einem besorgten Blick an.
„Ich habe einen Dickschädel, wird schon nicht so schlimm sein."
Versuchte Lee die Ärztin zu beruhigen und lächelte.
Das entlockte auch der erfahrenen Ärztin ein Lächeln, doch die Besorgnis kehrte direkt wieder in ihr Gesicht zurück.
„Wir machen direkt ein Notfall CT vom Kopf."
Wies sie die beiden Schwestern im Schockraum an.
Die eine hieß Linda soweit Lee sich erinnern konnte, den Namen der anderen hatte sie vergessen.  Schließlich sah sie die Schwestern nur wenige Minuten am Tag bei den Patientenübergaben.
Tja, jetzt würde sie bestimmt die Chance haben alle richtig kennenzulernen, so wie ihr Schädel dröhnte hatte sie mindestens eine schwere Gehirnerschütterung und durfte eine Woche im Krankenhaus bleiben.
Still liegen, ohne wirkliche Ablenkung war eigentlich überhaupt nichts für sie.
Der unfreiwillige Krankenhausaufenthalt würde sie vermutlich vor Langeweile töten.
Lee seufzte auf und schloss die Augen wieder, während Schwester Linda sie in Richtung CT schoben.
Durch die über ihr vorbeihuschenden Deckenpanelle, wurde ihr wieder schlecht. Eigentlich dürfte sie gar nichts mehr im Magen haben, aber auf keinen Fall wollte sie den Schwestern in den Flur kotzen.
„Magst du mir sicherheitshalber noch eine Nierenschale geben, mir ist etwas schlecht."
Bat sie die hübsche Schwester.
Die nickte alarmiert und verschwand kurz in einem Raum. Nachdem sie ihr eine Nierenschale in die Hand gedrückt hatte, ging die Fahrt weiter in Richtung Röntgenabteilung. Dort angekommen wurden sie bereits erwartet.
Der Mitarbeiter er Röntgenabteilung und Linda halfen ihr vom Bett auf die Liege des Computertomographen zu klettern.
Sie bekam einen Knopf in die Hand gedrückt, denn sie im Notfall drücken sollte.
Dann musste sie versuchen ganz still dazuliegen, während um sie herum das Gerät ratterte und knackste.
Lee schloss die Augen und versuchte sich an diese Vorgabe zu halten.
Trotz, dass die lauten Geräusche die Schmerzen in ihrem Kopf immer schlimmer werden ließen, schlief sie nach einigen Minuten wieder ein.
Die Aufregung hatte sie ziemlich fertig gemacht, außerdem hatte sie dank ihrer Mitbewohner eh zu wenig geschlafen.
Erneut weckte sie die Tatsache das sie vorsichtig auf das Bett zurück gehoben wurde. Die Schwester schob sie zurück in den Schockraum, wo Debbie bereits ungeduldig wartete.
"Da seid ihr schon wieder. Ich schau mal ob ich die Bilder schon habe."
Sie nahm ein Tablett zur Hand und wischte darauf herum.
Dabei wurde ihr Gesicht zuerst noch ernster, dann schien sie allerdings beruhigt zu sein. Trotzdem war noch immer Besorgnis in ihrem Gesicht zu sehen, als sie sich Lee wieder zuwandte.
"Also, du hast einen Lineare Fraktur des Schädelknochens. Bisher sind Gott sei Dank keine Blutungen zu erkennen.
Aber du musst aufjedenfall für 24 Std auf die Intensivstation und danach zwei Wochen im Krankenhaus bleiben."
Entsetzt sah Lee sie an.
"Zwei Wochen?"
Krächzte sie ungläubig.
"Wenn du zuhause Ruhe bekommst und jemand auf dich aufpassen kann, würde ich dich auch schon in einer Woche entlassen. Aber eine ist wirklich Minimum!"
Streng aber auch mit mitleidigem Blick sah Debbie sie an.
Lee seufzte, Ruhe würde sie in ihrer WG auf keinen Fall bekommen.
Zwei Wochen Krankenhaus, das war für sie wirklich die Höchststrafe.
Hätte sie mal besser aufgepasst und den Typen gleich ohnmächtig geschlagen, dann wäre das nicht passiert.
"Ok. Also zwei Wochen. Danke, Debbie."
Meine Lee niedergeschlagen und ließ sich dann von Schwester Linda auf die ITS bringen.
Dort wurde sie von einer weiteren Schwester begrüßt, die sie zur Überwachung an ein EKG anschloss.
Auch eine neue Infusion bekam sie noch und eine Dosis Schmerzmittel.
Dadurch wurde sie recht schnell wieder müde und döste ein.
"Lee?"
Vorsichtig rüttelte jemand an ihrem Arm. Paula stand mit besorgtem Blick neben ihrem Bett.
Verwirrt rieb Lee sich die Augen und sah sich um. Schnell fand sie sich wieder zurecht und erinnerte sich an die unliebsame Begegnung mit dem Metallschläger.
"Hi. Wie geht es dir?"
Paula fuhr das Kopfteil ihres Bettes etwas höher, sodass Lee sich ohne Anstrengung mit ihr unterhalten konnte.
"Hey du. Alles gut soweit. Höchstens etwas Kopfschmerzen."
Meinte sie im lockeren Ton und lächelte. Natürlich wollte sie auf keinen Fall, dass ihre beste Freundin sich unnötig Sorgen um sie machte.
"Du hast einen Schädelbruch, alles gut sieht ja wohl anders aus."
Meinte Paula vorwurfsvoll.
"Draußen sind Stephan und sein Kollege Ben, die beiden wollten dich kurz befragen. Geht es dir soweit gut, sodass du mit ihnen reden kannst?"
Lee nickte vorsichtig und lächelte ihre beste Freundin erneut an.
"Echt alles ok. Mach dir keine Sorgen."
Paula nickte und ging zur Tür.
Kurz redete sie mit den beiden Polizisten im Flur und verließ dann denn Raum, während Stephan und Ben zu Lee ins Zimmer kamen. Ben setzt sich neben das Bett von Lee, während Stephan sich an die Wand gegenüber dem Bett lehnte und einen Block herausholte.
"Hallo, Lee. Wie geht es dir?"
Fragte Ben und sah sie mit leichter Besorgnis im Blick an.
"Alles ok soweit."
Versicherte sie.
"In Ordnung. Dann müsstest du uns bitte einige Fragen beantworten."
Eigentlich würde sie jetzt viel lieber ein paar Stunden schlafen, aber sie wollten den beiden Polizisten auch nicht unnötig die Arbeit erschweren.
Auf Bens bitten hin, erzählte Lee so detailliert wie möglich, was während des heutigen Einsatzes vorgefallen war.
Nachdem sie ihren Bericht beendet hatte, bemerkte sie das Stephan fleißig mitgeschrieben hatte.
Ben hatte sie nur ab und an mit Fragen unterbrochen.
"Welche Verletzungen hast du denn?"
Fragte er nun.
"Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung."
Erschrocken sah Ben sie an.
"Ach du Schande. Sollen wir, wenn für dich anrufen. Deine Eltern?"
Entsetzt sah Lee ihn an und antwortete sofort.
"Nein, auf keinen Fall!"
Ben sah sie komisch an, als sie so schnell antwortete.
"Aber du musst deinen Eltern doch Bescheid geben. Gib mir die Nummer einfach, ich mach das für dich."
Entsetzt und wütend sah Lee ihn an.
"Ich möchte auf keinen Fall, dass meine Eltern informiert werden!"
Meine sie bestimmt. Ben sah sie kurz schweigend an und grinste dann frech.
"Ich bin Polizist, du weiß, wenn ich will finde ich die Nummer eh raus. Also ich denke deine Eltern sollten Bescheid bekommen.
Bestimmt kommen sie her und der Besuch wird dir guttun.
Wenn man krank oder verletzt ist, hilft Beistand von der Familie am besten."
Er stand auf und verabschiedete sich immer noch grinsend. Entsetzt sah Lee ihm hinterher. Dann sah sie Stephan flehend an, der noch immer an der Wand lehnte.
"Bitte Stephan, er darf auf keinen Fall meine Eltern anrufen!"
Bettelte Lee ihn an. Der machte eine beruhigende Geste und richtete sich auf.
"Keine Sorge. Ich glaub das war nur ein doofer Scherz von Ben. Manchmal hat er einen recht eigenartigen Humor. Ich regele das, keiner ruf deine Eltern an, versprochen."
Lee nickte ihm dankbar zu und lehnte sich dann wieder in ihrem Kissen zurück.
Stephan verabschiedete sich und wünschte ihr eine gute Besserung.
Sobald er den Raum verlassen hatte, verfiel Lee in Gedanken an ihre Familie.
Der ihrer Meinung wirklich schlechte Scherz von Ben, hatte sie aufgewühlt und nun war sie bald den Tränen nahe.
Angespannt versuchte sie sich zu beruhigen, da sie ganz sicher nicht hier im Krankenhaus vor allen Leuten weinen wollte.
Überhaupt ihre Eltern waren es gar nicht wert, dass sie sich so aufregte oder gar wegen ihnen weinte.
Nach einigen Minuten hatte sie sich wieder einigermaßen beruhigt.
Bald kehrte wie sie es erwartet hatte Langeweile ein.
Sie saß im Bett und wartete, die Müdigkeit war leider verflogen.
Eine Zeitlang sah sie gelangweilt aus dem Fenster der Tür in den Flur.
Am Fenster nach draußen waren leider geschlossene Jalousien angebracht, sodass es hier nichts zu sehen gab.
Die Schwester eilte ab und an den Flur entlang und schaute kurz durch das Fenster der Tür hinein.
Eine halbe Stunde lang versuchte Lee doch wieder einzudösen. Dann waren mehrere Schritte im Flur zu hören. Ralf und Oli öffneten die Tür und traten ein.
"Hey, wir mussten gerade einen neuen Patienten abgeben und dachten wir schauen schnell mal nach dir."
Meinte Ralf und ließ sich auf den Stuhl an Lees Bett nieder.
"Was sagt das CT?"
Fragte Oli und sah sie prüfend an.
"Linear Fraktur des Kraniums. Aber keine inneren Blutungen."
Meinte Lee und zog eine Grimasse.
"Dachte ich mir fast. Der hat dich auch richtig Volldampf mit dem Schläger erwischt.
Ich dachte schon das war es mit dir!"
Meinte Oli und sah sie besorgt an.
"Brauchst du irgendwas?"
Fragte Ralf.
"Mir ist echt langweilig. Was zum Lesen wäre toll.
Morgen darf ich auf die Normalstation.
Aber zwei Wochen Krankenhaus, das wird wie Folter."
Seufzte Lee und sah ihren Kollegen entnervt an.
"Ach du wirst es überstehen.
Wir bringen dir was vorbei und es kommt dich öfters einer von uns besuchen."
Versprach Ralf und kniff ihr in die Schulter. Lee musste lächeln und bedankte sich bei den Beiden.
Da sie weiter mussten verabschiedeten sich ihr beiden Kollegen dann auch. Lee war nun doch wieder müde und döste bald weg.
Vielleicht würden die zwei Wochen Krankenhaus ja wirklich schnell umgehen.