Sleeping Beauty

OneshotRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Newt Thomas
23.09.2020
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Sleeping Beauty - Newtmas
Pov Thomas:
„NIMM ES!“, schrie er, dieser wundervolle Junge, ohne den ich niemals leben konnte während er mir seine zerrissene Lederkette hinhielt. Seine Hand umklammerte auffordernd das Lederband, zitterte, flehend sah er mich an, „Bitte Tommy. Bitte“.
Ich schreckte aus dem Schlaf, nasskalter Angstschweiß lief mir die Stirn hinunter, ich zitterte und meine Atmung war stark beschleunigt. Immer und immer wieder hörte ich diesen Satz „Bitte Tommy. Bitte“, wie er mich angefleht hatte, diese Kette zu nehmen, wie ich ihn aus der Stadt bringen wollte, wie er mich angegriffen hatte und schließlich wie er sich WICKEDs Messer in die Brust gerammt hatte, sein Herz hatte er dabei nur knapp verfehlt. Tränen stiegen mir in die Augen. Er war zwar nicht tot, aber langsam gab auch ich die Hoffnung auf, dass er aufwachen würde. Newt lag jetzt schon seit knapp drei Tagen in einer Art Tiefschlaf, aus dem er nicht aufzuwecken war aber ohnmächtig war er auch nicht. Ich sah mich in der spärlich eingerichteten Holzhütte um, mein Bett, ein Stuhl, ein Tisch und das Bett, auf dem Newt jetzt schon so lang lag. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, stand auf und setzte mich auf den Stuhl neben seinem Bett. Ich sah ihn einfach nur an, er sah so friedlich aus, wie er da lag. Wir hatten es geschafft, ihm das Serum und später auch die endgültige Heilung rechtzeitig zu verabreichen. Wir konnten beobachten, wie seine schwarzen Crank-Adern langsam verschwanden und auch seine Augen wieder diese wunderschöne braune Farbe annahmen. Ich nahm sein Handgelenk und suchte nach seinem Puls. Er war da, nicht so schwach wie sonst, es schien ihm tatsächlich besser zu gehen. Seine Atmung war auch wesentlich gesünder als sie es gestern noch war. Das verwunderte mich. Die ganze Zeit über, in der wir hier waren hatte sich absolut nichts getan und jetzt das. Ich weiß nicht, wie lang ich einfach nur so dagesessen hatte und Newt angestarrt hatte, in der Hoffnung, er würde auch nur mit dem Augenlied zucken. Ich starrte diesen Jungen einfach nur an, den Jungen, mit dem ich mein restliches Leben verbringen wollte, der mir die Welt bedeutete, für den ich alles tun würde, nur um zu hören, wie er noch ein einziges Mal meinen Namen sagte. Ich spürte, wie die Tränen meine Wangen herunter flossen und irgendwo auf den Boden tropften. Ich hatte mich in diesen Jungen verliebt – nein, ich liebte ihn. Ich wollte und konnte ohne ihn nicht leben. Wie sehr ich gerade hoffte, er würde einfach wieder aufwachen. „Thomas, kommst du?“, hörte ich Frypan rufen, es war Frühstückszeit, „Kein Hunger“, entgegnete ich bedrückt. „Thomas, du musst etwas essen, du hast gestern schon nichts gegessen und vorgestern gerade Mal ein paar Löffel deiner Suppe“, rief Fry mit einem besorgten Unterton zurück. Ich wusste, dass das nicht gesund war aber ich fühlte mich, als würde ich mich bei dem kleinsten Bissen übergeben. Ich wollte nichts essen und ich hatte auch absolut keinen Hunger. „Komm lass ihn, du weißt doch, wie sehr die Sache mit Newt ihn beschäftigt“, hörte ich Brenda sagen. Wieder stiegen mir die Tränen in die Augen. Es war meine Schuld, ich hätte ihn besser beschützen müssen, ich hätte ihm das Messer abnehmen sollen, ich hätte ihn auf die Befreiungsmission von Minho gar nicht erst mitnehmen sollen. Ich weinte, ich wollte schreien, irgendetwas kaputt schlagen, meine Wut über mich selbst, über WICKED rauslassen, stattdessen saß ich da und starrte mit von Tränen verschwommenem Blick auf den Jungen, den ich hätte retten können und müssen. Ich wollte die Hoffnung einfach nicht aufgeben, dass er noch eine Chance hatte. Ich hatte Newt niemals sagen können, wie ich fühlte, wie verloren ich mich fühlte, wenn ich nicht in seiner Nähe war, wie zerbrechlich ich ohne ihn war. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust, die sich nur schwer und langsam hob und senkte.

„Tommy?“, ich sah auf, hatte ich mir das wieder nur eingebildet, weil ich nicht realisieren wollte, dass er tot war? „T-Tommy“, es klang sehr kratzig und schwach aber es konnte keine Einbildung sein. Ich sah hoch zu Newts Gesicht. Seine Augen waren geöffnet, waren aber kurz davor, wieder zuzufallen. Er kämpfte gegen die Schwäche, die Müdigkeit. Ein Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab. Es war ein so ehrliches Lächeln, wie ich es schon lang nicht mehr gesehen hatte, ich vermisste es. „Ich…hab dich vermisst, Tommy“, sagte Newt beinahe so leise, dass ich es kaum verstand. „Und ich dich erst“, sagte ich mit Tränen in den Augen. Ich wollte gar nicht mehr mitzählen, wie oft ich heute schon geweint hatte. Zitternd hob er seine Hand um mir mit aller Kraft meine Träne wegzuwischen. „Ich möchte nicht“, er holte Luft, diese Bewegung musste ihn viel Kraft gekostet haben, „dass du wegen mir weinst, Tommy“. „Du musst dich ausruhen, Newt“, sagte ich und sah ihn einfach nur an. Ich konnte es immer noch nicht fassen, wollte, dass mich jemand aufweckte. Newt nickte langsam und legte seinen Kopf, den er kurz hochgehoben hatte zurück auf das Kissen. Er schloss die Augen und tastete nach meiner Hand. Als er sie gefunden hatte zuckte ein kurzes Lächeln über seine Lippen und in mir kribbelte es. Ich verschränkte meine Finger mit seinen, was das Bauchkribbeln noch etwas verstärkte und auch sein Grinsen noch etwas breiter werden ließ. Ich strich mit meinem Daumen über seinen Handrücken, mit der anderen Hand kraulte ich seinen Kopf.
Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass Newts Atem immer gleichmäßiger geworden war, er war eingeschlafen aber diesmal schien es zum Glück nicht wieder diese Art von Schlaf zu sein, aus der Newt nicht mehr wachzubekommen war. Er sah so unglaublich süß und unschuldig aus wenn er schlief, es war schwer zu glauben, dass dieser Mensch andere Menschen, böse Menschen, erschossen hatte, um das Leben seiner Freunde zu retten. Ich würde hier solang warten, bis er wieder aufwachte und ich ihm sagen konnte, wie ich fühlte, auch wenn ich damit unsere Freundschaft ruinieren könnte.
Stunden vergingen, ich rührte mich nicht vom Fleck, starrte Newt nur an und formulierte ein paar sinnvolle Sätze für später wenn er hoffentlich wieder wach wurde.
„Worüber denkst du nach, Tommy?“, fragte mich eine Stimme, die schon fiel besser klang als vorher. Ich schreckte hoch, sah Newt nur perplex in die Augen, ich konnte mich nicht bewegen, war wie gefangen in seinen Augen. „Newt, ich… ich muss dir was sagen“, vorsichtig setzte er sich auf und sah mich erwartungsvoll an. „Ich weiß nicht ganz, wie ich es sagen soll, also…“, ich schwieg, „du kannst mir alles sagen, Tommy, das weißt du“ „ja, ich weiß. Newt, ich möchte, dass du mich jetzt dafür mich hasst“ „wie könnte ich, Tommy?“, fragte der Blonde empört. Ich holte tief Luft. „Schon an meinem ersten Tag auf der Lichtung mochte ich doch echt gern, Newt. Du bist die einzige Person, der ich alles anvertrauen kann, mit der ich über alles reden kann, die mich versteht. Du machst mich jeden Tag aufs neue glücklich, dein Lächeln, dein Gesicht, einfach alles an dir. Du allein bist der Grund dafür, dass wir es bis in den sicheren Hafen geschafft haben. Wenn du tatsächlich...“, Ich machte eine kurze Pause und schaute bedrückt auf den Boden, „na ja du weißt schon…gestorben wärst, wäre ich die nächste Person gewesen, die gestorben wäre, weil ich nicht ohne dich leben kann, Newt. Ich will und kann es einfach nicht. Ich liebe dich, Newt. Ich wollte nur, dass du das weißt.“, ich stand auf und war schon dabei, den Raum zu verlassen, als Newt so laut es eben ging meinen Namen rief. Ich drehte mich im Türrahmen um und sah ihn an. „Du hast dir meine Antwort noch nicht angehört.“, ich schluckte. Ich trat näher an sein Bett, setzte mich auf die Bettkante. Newt kam näher, mittlerweile waren wir uns schon nah genug, dass unsere Stirnen sich berührten. Mit seinem Blick fixiert auf meine Lippen schluchzte Newt auf. Er überwand die letzten Zentimeter, die uns trennten und überall auf meinem Körper breitete sich eine Gänsehaut aus, überall kribbelte es. Ich lächelte in den Kuss hinein. Wir lösten uns wieder voneinander, sahen einander einfach nur in die Augen. „Ich liebe dich auch, Tommy. Mehr als alles andere auf der Welt“.