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Blutige Anfänger  Organhandel

von Dreamy100
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi / P12 / Gen
23.09.2020
23.09.2020
1
3.218
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23.09.2020 3.218
 
Eine Polizistin kommt mit einem Mädchen ins Präsidium. Inka und Ann Christin sehen sie als erste. Das Mädchen ist total verschmutzt und hat eine mit Blut getrocknete Wunde an der Stirn und mehrere Hautaufschürfungen.


Inka:          Was ist passiert?
Polizistin:     Wir haben dieses Mädchen in der Nähe des Stadions aufgegriffen.
Inka:          (geht auf sie zu, das Mädchen weicht zurück)  Du musst keine Angst haben.
          Wir tun dir nichts.

Lorenzo Battiato kommt nun dazu.

Lorenzo:     Waren sie mit ihr schon bei einem Arzt?
Polizistin:     Ja, allerdings hat sie sich mit Händen und Füßen gewehrt.     

Sami Malouf, der mit Kilian Hirschfeld zusammensteht, bekommt das Gespräch um das Mädchen mit. Er schaltet sich jetzt ein.

Sami:          Hallo, mein Name ist Sami Malouf. Verrätst du uns deinen Namen?  (schweigen)  Ann Christin, bringen sie das Mädchen erst einmal in den      Verhörraum.
AC:          OK. Kommst du?

Sie will sie berühren, aber sie weicht zurück. Sie folgt Ann Christin allerdings in den Verhörraum.

AC:           Setz dich doch. Möchtest du etwas zu trinken? (sie schweigt immer noch)  Willst du uns nicht sagen, was passiert ist?

Im Nebenraum beobachten Sami, Lorenzo und Inka die Situation.
Claas kommt dazu, er hat einen Bericht, den er unbedingt loswerden möchte.

Claas:          Hallo. Mein Abschlussbericht.
Sami:          Danke Claas. (er sieht nun das Mädchen)
Claas:          Wer ist das?
Lorenzo:     Keine Ahnung. Eine Streife hat sie aufgegriffen. Leider spricht  sie kein Wort.
Claas:          Also wenn ihr mich fragt, dann steht das Kind unter Schock. Wurde sie schon untersucht?
Lorenzo:     Sie lässt keinen an sich ran.
Sami:          Der Versuch einer Ärztin, sie zu untersuchen, war ohne Erfolg.
Lorenzo:     Ein Kinderpsychologe?
Sami:          Inka, versuchen sie, Dr.  Schöne   zu erreichen.
Inka:          Ja, mach ich.

Ann Christin kommt wieder zu den anderen.

AC:          Sie schweigt.

Sie beobachten, wie das Mädchen, das jetzt alleine im Verhörraum ist, aufsteht und in eine Ecke läuft.

Zur gleichen Zeit geht die zweite Tür des Verhörraumes auf. Michael kommt herein. Er telefoniert.

Michael:     Hören sie, das ist mir ehrlich gesagt, scheißegal.  ----  Nein.  ----- Wissen sie was?  Vergessen sie’s einfach.

Er drückt die Taste auf seinem Handy und beendet das Gespräch. Danach schnappt er sich die Akte, die er vor einer Stunde dort auf dem Tisch hat liegen lassen. Beim Rausgehen erkennt er das Mädchen. Sie merkt sofort, dass er wütend ist.

Olga.          Ist irgendwie  nicht unser Tag heute, oder?

Michael schaut das Mädchen an. Sie lassen sich nicht aus den Augen.

Michael:     Stimmt. Ist ein richtiger Scheißtag heute.

Sie lassen sich  immer noch nicht aus den Augen. Dann streckt das Mädchen ihre Hand zum Gruß aus.

Olga:          Ich bin Olga.
Michael:          (zögert ein wenig, steckt sein Handy, dass er in der Hand hält, in seine Jackentasche und gibt ihr dann seine Hand)  Michael.  

Sie setzt sich und Michael macht es ihr nach. Er erkennt natürlich an ihrem Aussehen, dass irgendwas mit ihr passiert sein muss.

Michael:     Olga, das ... ist ein hübscher Name.
Olga:          Danke.
Michael.     Aber... du bist nicht von hier, oder?
Olga.          Nein. Ich komme aus Polen.
Michael.     Aus Polen. Und woher sprichst du so gut Deutsch?
Olga:          Meine Mutter ist aus Deutschland. Und mein Vater aus Polen.     Sie ist sehr darauf bedacht, dass wir zu Hause auch deutsch reden.
Michael:     Das ist gut. Ich finde es toll, wenn Kinder die Chance haben zweisprachig aufzuwachsen.
Olga:          Das sagen meine Eltern auch immer.
Michael.     DU hast kluge Eltern.
Olga:            Ich weiß.

Er schaut sie an und dann auf ihre rechte Hand, die voller Schürfwunden ist.
Er geht langsam mit seinen Fingern auf die Hand zu, berührt sie leicht.

Michael:     Was ist passiert?

Sie nimmt schnell die Hand vom Tisch und versteckt sie.

Michael:     Entschuldige. Ist eine blöde Angewohnheit von mir. Ich stelle von berufswegen furchtbar neugierige Fragen.

Sie schauen sich wieder an.

Michael.     Ich...ich geh dann mal. Meine Kollegen werden  sicher gleich mit dir reden, hm?

ER möchte aufstehen, aber sie hält seine Hand fest.

Olga.          Nein. Ich... ich möchte nicht, dass sie gehen. Und ich möchte auch nicht dass ihre Kollegen mit mir reden
Michael:     Warum nicht?
Olga:          Weil ich … die nicht mag.
Michael:     Verstehe ich nicht. Die sind doch alle sehr nett.
Olga:          Wenn sie es sagen. (sie schaut nach unten)
Michael:     OK, ich hab verstanden. (er setzt sich wieder)

ER schaut sie sich jetzt ganz genau an.

Michael.     Du solltest allerdings wissen, dass ich hier berühmt berüchtigt bin, was meine Verhörtechniken angehen. Wenn ich meinem Gegenüber erst mal meine  Daumenschrauben anlege, dann....
Olga:          Glaub ich nicht. (sie fällt ihm mit diesem Satz ins Wort)

Sie schauen sich wieder an, lächeln.

Michael.     OK. Keine Daumenschrauben. (er lehnt sich zurück, schaut sie an)
Olga:          Sie können mich alles fragen.
Michael:     Vielleicht will ich dich ja gar nicht fragen. (sie schaut ihn fragend an) Na ja. Manchmal erfahre ich viel mehr von meinem Gegenüber, wenn der einfach nur erzählt. Was ihm gerade einfällt.
Olga:          Verstehe.
Michael     Warum erzählst du mir nicht einfach, was du los werden möchtest. Und wenn du nicht mehr magst, dann.... hörst du einfach auf. Ist das OK für dich?
Olga:          Extrem OK.
Michael:     Gut.

Im Nebenraum ist es still. Claas muss lächeln.

Claas:          Also wenn ihr mich fragt, braucht ihr keinen Psychologen mehr.
Sami:          Sieht wohl fast so aus.     
Lorenzo:     Ausgerechnet Kelting. Ich versteh’s nicht.

Alle Anwesenden müssen schmunzeln.

Claas:          Ich schon.

Sie verfolgen das Gespräch weiter.

Olga:          Wir waren auf dem Weg nach Halle. Meine Großeltern besuchen. Papa musste noch tanken und ist zu dieser Tankstelle gefahren. Während er das Auto vollgetankt hat, bin ich schnell auf  die Toilette. Und als ich wieder rauskam, waren sie weg.
Michael:     Weg. (sie nickt)  Einfach so.
Olga:          Ich hab es ja auch nicht verstanden. Sie wussten, dass ich auf Toilette war. Ich hab dann überlegt, was ich machen soll. Und dann kam dieser Mann auf  mich zu.
Michael     Was für ein Mann?
Olga:          Weiß nicht. Er tauchte plötzlich auf. Sagte mir, dass ich zu ihm in den Wagen steigen soll. Er würde mich zu  meinen Eltern bringen. Sie mussten schnell los, wegen Oma.
Michael     Und dann bist du in den Wagen gestiegen.
Olga:          Ja ich weiß. Mama hat es mir oft genug gesagt, dass ich nicht mit Fremden mitgehen soll. Aber ...
Michael     Schon OK.
Olga:          Als ich in den Wagen stieg, saß da noch ein Mann. Der hat mir gleich etwas auf Mund und Nase gelegt und ich war plötzlich bewusstlos.

Jetzt herrscht Schweigen. Michael gibt ihr Zeit, sich zu sammeln. ER merkt, dass es ihr schwer fällt, aber er möchte sie nicht drängen.

Olga:          Als ich wieder zu mir kam, war ich in einem Zimmer, in dem noch zwei andere Kinder waren. Ein Mädchen und ein Junge. Sie waren wie ich alle aus Polen. Juri,  der Jungen, hat mir dann erzählt, dass sie hier sind, weil sie operiert
          Werden müssen.
Michael     Operiert? Waren sie denn krank?
Olga:          Nein. Das hat mich ja auch gewundert. Später kam der Mann von der Tankstelle wieder und hat mich in einen Raum gebracht, der aussah wie eine Praxis. Ich musste mich.... ausziehen und dann hat mich ein Arzt untersucht.

Jetzt stockt sie und schweigt.
Michael  berührt ihre Hand. Sie schauen sich an, Er erkennt ihre feuchten Augen.
Es herrscht Schweigen.

Michael     Olga, wann war das?
Olga.          Was haben wir heute für ein Datum?
Michael     Der 24.
Olga:          Schon?  Wir sind am 20.  nach Halle gefahren.

Wieder herrscht Schweigen.

Olga:          ich bekam jeden Tag so komische Tabletten und irgendwann wurde Juri geholt und... kam nicht wieder. (sie schaut nach unten)  Die haben ihn bestimmt getötet.
Michael     Und dann bist du weggelaufen.
Olga:          Ja. Sie haben einmal nicht richtig aufgepasst und da hab ich die Gelegenheit genutzt. Ich bin einfach losgelaufen. Quer durch den Wald und dann kam ich an das Stadion und.... da war dann die... Polizei.

Jetzt laufen ihr ein paar Tränen.

Michael     (wischt sie ihr trocken)  Hey, du musst nicht weinen. Du bist hier in Sicherheit, hm?

Draußen nimmt Claas sein Handy und tippt etwas hinein.
Er schreibt eine Nachricht für Michael. Der holt sein Handy und liest.

Sami:          Was ist?
Claas:          Ich muss dem Mädchen Blut abnehmen. Für mich hört sich das alles irgenwie nach Organhandel an. Ich muss wissen, welche Tabletten die Leute ihr verabreicht haben.

Er verlässt den Raum, um das zu holen, was er für eine Blutabnahme braucht.


Olga beobachtet Michael, der die Nachricht liest. Er schaut sie an.

Olga:          Schlechte Nachrichten?
Michael:     Nein, ich…..hör zu. Du… du hast gesagt, dass du Tabletten nehmen musstest.
Olga:          Ja. Aber sie haben mir nicht gesagt, wofür.
Michael:     Es ist wichtig, zu wissen, was sie dir verabreicht haben.
Olga:          Ich weiß es nicht.
Michael:     Das ist nicht schlimm. Das können wir herausbekommen.
Olga:          Ach ja? Und wie?
Michael:     In dem wir dir einfach ein bisschen Blut abnehmen.

Jetzt klopft es an der Tür.

Michael:     Ja?

Claas kommt jetzt mit einer Schale und den entsprechenden Utensilien, die zur Blutentnahme benötigt werden in den Raum.

Claas:          Hallo.

Claas und Michael schauen sich an. Dann zu Olga. Die ahnt, was gleich passieren wird und weicht etwas zurück.

Michael:     Du musst keine Angst haben. Das ist Claas. ER…… er ist mein Freund  und .. er ist auch Arzt. Er… würde dir gerne ein bisschen Blut abnehmen um es dann im Labor zu untersuchen. Verstehst du das?
Olga:          Ja. Aber…..(sie schüttelt den Kopf)
Michael:     Olga…
Claas:          Lass mal Michael. Ich kann sie verstehen. Ich würde mir von jemandem, den ich nicht kenne, auch kein Blut abnehmen lassen. Ich hab einen Vorschlag. (er schaut jetzt zu Olga. Ihre Blicke treffen sich)     Ich lasse meine Sachen hier und…. Michael übernimmt das. Wäre das OK?
Olga:          (schaut Michael an)  Kannst du das denn?
Claas:          Also es gibt ja Leute die behaupten, er würde es besser machen als ich. Was ich allerdings nicht glaube. (Michael und Claas lächeln sich an)

Olga hat jetzt doch ein wenig Vertrauen auch zu Claas. Sie schaut ihn an.

Olga:          Und… sie sind nicht sauer, wenn ich…..wenn ich sage, dass Michael
Claas:          Natürlich nicht. Ich brauche diese Blutprobe. Die ist wichtig.
Olga:          OK.

Sie legt jetzt  freiwillig ihren Arm auf den Tisch.
Michael nimmt die Handschuhe und zieht sie sich an. Er nimmt den Stauschlauch und drückt
Damit ihren Oberarm etwas zusammen. Danach desinfiziert er ihre Armbeuge und nimmt
Die schon fertig gerichtete Funktionsnadel, sticht ein und zieht ein bisschen Blut heraus.
Das ganze sieht sehr fachmännisch aus
Danach legt er die Spritze mit dem Blut in das Schälchen zurück und tupft auf die kleine
Einstichwunde.

Michael:     Drück noch ein bisschen, ja? (sie nickt)
Claas:          (nimmt die Schale an sich)  Danke.

Claas geht zur Tür. Bevor er verschwindet, schauen sich er und Michael noch einmal an.
Olga entgeht das nicht und merkt, dass zwischen den beiden etwas mehr ist als nur Kollegen.

Michael:     War doch gar nicht so schlimm, oder?
Olga:          Nein. Aber…..
Michael:     Was?
Olga:          Dieser Claas……. Er… ist dein Freund?
Michael:     Ja.
Olga:          Also ich… meine so richtig dein Freund (er schaut sie fragend an)  Na ja, wie soll ich das jetzt sagen…. #
Michael:     Wir leben zusammen.
Olga:          OK. Dann….hoffe ich, dass er wirklich nicht sauer auf mich ist. Weil…. Weil das ja eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre.
Michael:     Ganz bestimmt nicht. Die eigentliche Arbeit, nämlich herauszufinden, welche Tabletten du bekommen hast, ist viel interessanter und wichtiger. Und da ist er unschlagbar.
Olga:          Und jetzt?
Michael:     Jetzt zeig ich dir, wo du dich etwas frisch machen kannst und dann fahren wir zu deinen Großeltern.
Olga.          Wirklich?
Michael     Ja. Und wer weiß, vielleicht sind deine Eltern ja auch da.
Olga:          OK.
Michael     Ich zeig dir, wo unsere Waschräume sind.

Er geht vor und sie folgt ihm.
Er zeigt ihr den Waschraum und geht dann in sein Büro, wo alle anderen schon auf ihn warten.

Sami:          Gute Arbeit Michael.
Michael:     Danke. Wir müssen mit Schäfer reden.
Lorenzo:     Du glaubst auch, dass wir es hier mit Organhandel zu tun haben? (er schaut ihn fragend an)
Sami:          Claas hat auch schon so etwas angedeutet.

Michael geht ans Telefon.

Michael:     Tom? Ich bin’s Michael. ---  Danke, geht so. Hör zu, warum ich dich anrufe. Habt ihr irgendwas vorliegen über Organhandel mit Kindern? ---     Möglich. Wir haben hier ein Mädchen, dass entführt wurde und flüchten konnte. Sie hat uns von 2 Kindern erzählt, die wie sie eingesperrt wurden und operiert werden sollten.  ---  Sie ist noch hier, ja.  ----  Gut und wann? ----  Morgen erst.---  nein, kein Problem. Bis morgen.  --------  Ja, bis dann. Tschüß.

Er legt auf.

Sami:          Ich werde den psychologischen Dienst informieren. Die sollen sich um Olga kümmern.
Michael:     Ich glaube nicht, dass sie so einfach dort bleibt.
Sami:          Was haben wir denn für eine Alternative?  Willst du sich um sie kümmern?
Michael:     Jetzt lass mich erst mal mit ihr zu ihren Großeltern fahren.
Sami:          Gut. Aber danach wird sie dem psychologischen Dienst übergeben. Bis wir wissen, was mit ihren Eltern ist.

Olga kommt wieder ins Zimmer. Sie hat die letzten Worte mitbekommen.

Olga:            Ich bin soweit.
Michael:     Gut, dann mal los.
 
 
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