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Way back home

GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Kita Shinsuke Miya Atsumu Miya Osamu Sakusa Kiyoomi
23.09.2020
17.01.2021
2
8.282
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23.09.2020 3.821
 
Way back home




Warnung: Manga Spoiler, Twincest angedeutet, Charaktere könnten OOC sein



Nichts mochte Miya Osamu lieber als Onigiri und Volleyball. Seit seinem Abschluss hatte er sich daher selbstständig gemacht und einen eigenen Onigiri Shop eröffnet, welcher auch schon gut sechs Jahren lief. Kita-san, sein ehemaliger Captain der Volleyball Mannschaft der Inarizaki Oberschule, belieferte ihn mit Reis, da er Farmer geworden war. Sein um ein paar Minuten jüngerer Zwillingsbruder Atsumu hatte den Weg als Profivolleyballer eingeschlagen und war derzeit bei den MSBY Jackals. Der blonde Chaot fehlte ihm. Ohne ’Tsumu war das Leben hier viel zu ruhig geworden. Klar, er unterhielt sich ab und an mal mit den Kunden oder gar Kita-san, aber seiner Meinung nach, fehlte der andere Zwilling. Er wusste noch nicht einmal, wann er wieder zurück kam. Müsste die Saison nicht bald vorbei sein?



Ein Blick zur Ladentür verriet ihm, dass es bereits Abend war. Heute war es erstaunlich ruhig gewesen. Aber es war nie täglich so viel los, außer bei Festivals. Ob Rintarō Zeit hatte? Ihn zu fragen schadete ihm ja nicht. Also zückte er sein Handy und wollte gerade die Nummer des Middleblockers wählen, als ihm etwas einfiel. „Ach verdammt! Der ist ja auch bei den EJP Raijin. Oh man…“, seufzend legte er das Handy wieder auf den Tresen. Seine Langeweile war gerade wirklich ätzend. Noch dazu hatte er in Zehn Minuten Feierabend und dann war es erst sechs Uhr abends. Was sollte er solange tun? Der ältere Zwilling wusste es wirklich nicht und allein Volleyball spielen war langweilig. Der Onigiri Verkäufer schreckte aus seinen Gedanken, als sein Handy dauervibrierte. Verwirrt sah er auf das Display. Kita-san rief an. Sofort nahm er an und hielt das Gerät ans Ohr.



„Miya?“

„Abend Osamu. Alles gut bei dir?“

„Abend Kita-san. Ja, ich denke. Bei dir?“

„Ebenfalls. Hast du Zeit und Lust was Essen zu gehen?“



Es war schon süß, wie sich der Ältere darum bemühte, sein Herz zu gewinnen. Er hatte schon bemerkt, dass Kita was für ihn zu empfinden schien. Doch er wusste, dass er ihm bei einem Geständnis das Herz brechen musste. Nicht, dass der Zwilling ihn nicht mochte, aber er liebte ihn eben nicht. Für ihn war ein sehr guter Freund und Partner, wohl gemerkt Arbeitspartner. Doch mehr wollte er nicht haben oder gar sich vorstellen. Also lächelte der Dunkelhaarige.



„Ich habe Zeit, ja.“

„Gut. In einer Stunde? Ich hol dich ab.“

„Aye-Aye, Captain.“



Damit wurde aufgelegt und leise seufzte er. Atsumu würde dies nicht gefallen. Auch wenn er selbst Kita mochte, die Zwillinge brauchten einander, liebten aneinander und kannten sich, wie kein Anderer. Der Blonde war schon immer recht eifersüchtig gewesen und zeigte dies offen. Osamu hingegen schmiedete lieber Pläne, wie man es gegen ihn verwendete. Kurz sah er auf die Uhr und erhob sich von seinem Stuhl, um zur Ladentür abzuschließen und das Schild auf ‚Closed‘ zu drehen. Dann ging er durch den Laden und ging in den ersten Stock, wo er wohnte. Gewischt hatte er schon vor einer Stunde, also tat dem heute kein Abbruch. So ging er erst einmal duschen, nur um sich schick zu machen. Auch wenn seine Gefühle für den ehemaligen Captain nicht über Freundschaft hinaus gingen, so konnte er ihm ja zumindest einen Anblick bieten. Ob er Tsumu ein Bild schicken sollte? Ach, mehr als sich aufregen, konnte der Jüngere eh nicht. Also stellte er sich vor den großen Spiegel in seinem Schlafzimmer und machte ein Foto, welches direkt an seinem Bruder gesendet wurde. Keine zwei Minuten später machte es auch schon ‚Ping‘. Verwundert sah er auf den Display. Hatte Tsumu kein Training?



Tsumu heute um 17:42


Gehst du etwa aus?




Samu heute um 17:42

Ja.



Tsumu heute um 17:42


Mit wem?




Samu heute um 17:43



Kita-san hat mich zum Essen eingeladen.



Tsumu heute um 17:45


Echt jetzt? Gibt der denn nie auf?


Vielleicht muss ich mal klar stellen, wem du gehörst!




Der Ältere schmunzelte nur über die Antwort. Das war so typisch für seinen jüngeren Zwilling. Er glaubte allerdings weder daran, dass Atsumu das konnte, noch dass es Kita-san aufhielt, mit ihn ausgehen zu wollen. Wobei ihn sogar Rintarō lieber wäre. Für diesen hatte er zumindest mal etwas empfunden. Doch seitdem dieser in eine Beziehung mit einem der Fans hatte, war dies in Rauch aufgegangen. Seufzend fuhr er sich durch die Haare, nur um sie wieder zurecht zu rücken und dann seine Wohnung zu verlassen. Ging dieses Mal auch zum Seiteneingang dieses Hauses und wartete dann, dass es klingelte. In der Zeit antwortete er Tsumu.



Samu heute um 17:50

Nein.

Haha, als ob ich wem gehöre! Wenn, dann gehöre Ich nur mir selbst.



Tsumu heute um 17:50


Never! Leidest du schon an Alzheimer? Du gehörst mir!




Samu heute um 17:51

Das glaubst du doch selbst nicht, Tsumu!



Tsumu heute um 17:51


Doch! Ich beweise es dir!


Ich komme vorbei!!




Samu heute um 17:52

Bitte? Atsumu, du bist nicht einmal in der Hyōgō Präfektur! Wie willst du also her kommen?



Tsumu heute um 17:53


Du wirst es schon sehen, Onii-san!




Verwirrt sah der Dunkelhaarige auf das Display. Er würde es schon sehen? Was meinte er damit? Doch bevor eine Antwort tippen konnte, klingelte es an der Tür und er schaltete das Internet aus, eher er seine Schuhe anzog und die Tür öffnete. „Guten Abend, Kita-san.“, begrüßte er ihn und lächelte charmant. Eine kurze Umarmung wurde getätigt, eher die beiden Spieler los gingen.



~*~




Atsumu war sauer, sehr sauer sogar! Wie konnte es Kita wagen, seinen Bruder immer noch zu daten!? Er hatte ihm doch erst gestern eine Nachricht geschrieben, er sollte sich von ihm fern halten. Mal von der Arbeit abgesehen, aber das ließ ihm keine Ruhe. In ihm brodelte es und er verzog das Gesicht, wenn er sich ausmalte, was sie täten. „Hey hey hey Tsum-Tsum! Was machst du so für ein Gesicht?“, kam es aufgeregt fragend von der ehemaligen Eule Bokuto. „Ach halt die Backen!“, fuhr er ihn angesäuert an, woraufhin die Eule vollkommen bedröppelt ihn ansah, nur um kurz darauf zu schmollen. „Sei doch nicht so gemein, Tsum-Tsum!“, jammerte Bokuto. Auch Hinata nickte heftig. Sakusa hielt sich vollkommen heraus, hatte sich in die hinterste Ecke des Busses verkrochen und starrte aus dem Fenster. „Hey Sakuuuu! Sag doch auch was!“, wurde der schwarzhaarige Lockenkopf aufgefordert, doch dieser ignorierte sie alle vollkommen. Grummelnd lehnte sich der Blonde zurück und schmollte eine Runde. Bald. Bald würden sie da sein. Dann würde er sie auseinander bringen!



~*~




Kita hatte ihn mittlerweile in ein feines Restaurant geführt und gerade las sich der Ältere die Karte durch. Osamu hingegen machte sich Gedanken darüber, was sein Bruder gemeint hatte. Er würde doch nicht etwa etwas angestellt haben? War er suspendiert worden? Von den Spielen ausgeschlossen sein? Seufzend rieb sich der Zwilling den Nasenrücken. „Alles in Ordnung, Osamu?“, fragte der ehemalige Captain ruhig, aber man hörte den besorgten Unterton heraus. „Ja, natürlich. Sollte es nicht?“ Nur nichts anmerken lassen! Also lächelte er und nahm sich die Karte, als der Ältere ihm diese zu schob. Kurz besah er sich die Gerichte und blätterte durch. „Atsumu?“ „Hö was?“, kam es jetzt sichtlich irritiert und verwirrt vom Onigiri Verkäufer. „Hat es mit Atsumu zu tun?“ „Hm… Nein. Ja. Vielleicht?“ Skeptisch wurde der Braunhaarige angesehen, dann hörte man ein Seufzen. Osamu wusste, wenn man dies einem Gespräch von Kita vernahm, sollte man gefälligst Rede und Antwort stehen. „Tsumu meinte, ich soll mich von dir fern halten. Ihm gefällt es nicht, dass wir hier sitzen, essen und reden.“, erklärte der ältere Zwilling. „Also ist er eifersüchtig darauf, dass du mit mir auf Dates gehst?“, fragte der Weißhaarige mit den dunklen Spitzen und sah ihn vollkommen ruhig an.



Osamu verschluckte sich direkt am Glas Wasser und hustete stark. Atsumu und eifersüchtig? Er wusste ja, dass sein Bruder zwischenzeitlich ziemlich … eigen war, aber was glaubte er, was er tat? Was machte er selbst überhaupt hier? Seine Liebe zu seinem Bruder war doch das Heiligste in seinem Leben. Sie haben immer alles zusammen getan, gingen zusammen zur Schule, spielten beide Volleyball und kloppten sich bei Meinugsverschiedenheiten. Eigentlich typisch für Geschwister, insbesondere Zwillinge, wo die emotionale Bindung noch stärker war. Zumindest fühlte sich Osamu mehr zu seinem jüngeren Bruder hingezogen, als er vermutlich sollte. Doch wen interessierte es? Er stand zu seinen Gefühlen! Wie es bei Tsumu aussah, wusste er nicht. Begehrte er Hinata oder gar Sakusa? Näherte sich vielleicht dem Ass der Itachiyama an? Wenn ja, warum wäre er dann eifersüchtig? War er das überhaupt? Oder wollte er ihn nur beschützen? „Ich denke nicht.“, antwortete der Dunkelhaarige dann und sah zur Kellnerin, die gerade ihre Bestellungen aufnehmen wollte. Also sagten sie eben, was sie nahmen und der Jüngere sah der Dame nach. „Warum nicht? Seine ständige Fragerei, was wir tun, wie wir was tun oder gar wie lange es dauert und seine Reaktionen darauf. Alles deutet darauf hin, Samu.“ Überrascht sah der Wing Spiker seinen ehemaligen Captain an. Es wunderte ihn nicht, dass er es merkte. Nur die Gefühlsregung bei Kita-san selbst fehlte. Doch ehe er etwas sagen konnte, kamen die Gerichte und schweigend aßen sie dann auch.



Selten war Osamu etwas unangenehm, aber diese Situation bereitete ihm Unbehagen. Kita-san konnte einen lesen wie bei einem offenen Buch, dafür war es sehr schwer den Älteren zu lesen. Leise seufzte der Dunkelhaarige, als er bei der Hälfte sein Besteck weg legte. „Ich gehe eben zur Toilette.“, kam es vom Zwilling und er stand auf und leistete seinen Worten folge. Bei den Waschbecken blieb er stehen und sah in sein Spiegelbild. Er wusste, dass er seinen Bruder verbotenerweise liebte. Das es sowohl moralisch als auch ethnisch verwerflich war, ihn so zu begehren. Doch er wollte niemand anderen. Sie kannten sich solange, hatten so vieles miteinander geteilt und erlebt, sogar ihre ersten sexuellen Erfahrungen einfach miteinander geübt. Ihre Eltern waren eh nie Zuhause gewesen und dann wurde aus den einfachen Übungen mehr. Allein der Gedanke an Atsumus Lippen, wie auf seinen liegen, verschaffte ihm ein angenehmes Kribbeln in der Magengegend. Doch schüttelte den Kopf und ging in die erste Kabine, um sich zu erleichtern. Kaum war er fertig und herausgetreten, knallte eine Hand direkt neben seinen Kopf an die Kabinentür, die nach außen aufging und damit hinter ihm zu einer Wand wurde. Die braunen Irden des Älteren lagen undurchdringlich auf ihm und für einen Moment hielt Osamu den Atem an. Keiner sagte ein Wort, aber beide Parteien sahen sich einfach nur an, obwohl der Zwilling deutlich merkte, dass der Farmer seinem Gesicht näher kam. Sein Atem beschleunigte sich selbst, als er den warmen Atem an seinen Lippen spürte. Kurz darauf spürte er die fremden Lippen auf den seinen. Ein Schauer jagte über seinen Rücken. Der Ältere war sanft, fast schon zurückhaltend, fast schon so, als wollte er es einfach nur austesten. Er spürte, wie sich die Lippen bewegte, Aufregung machte sich in ihm breit, genauso wie ein schlechtes Gewissen und doch fühlte es sich gleichzeitig nicht einmal falsch an. Was zum Heck geschah hier!? Doch der Weißhaarige mit den schwarzen Haarspitzen löste sich. Eines der seltenen Lächeln bildete auf den Lippen des Älteren. Der Wing Spiker selbst brauchte einen Moment, um das eben geschehene zu verarbeiten. „Shinsuke … Warum…?“, hauchte er fragend und war verwirrt. Sein Herz zog sich kurz zusammen. Atsumu würde ausrasten, wenn er das herausfand! „Liegt das nicht auf der Hand, Samu?“, konterte der Andere mit rauer Stimme, die ihm noch einen Schauer über den Rücken jagte. Doch, Kita hatte Recht. Atsumu hatte Recht. All die Dates, die er bereits mit dem Älteren gehabt hatte, die ganzen Komplimente seinerseits und die Geschenke. Das konnte doch nicht sein! „Du…?“ „Ja?“ „Du … Du … Du liebst mich?“, seine Stimme versagte am Ende der Frage und seine Augen wurden größer. Obwohl er sonst immer so selbstsicher und selbstbewusst auftrat, war er hier gerade sichtlich damit überfordert, was sich hier gerade abspielte. „Ja, das tue ich, Miya Osamu.“, vernahm er ganz nah an seinem Ohr und er konnte das überraschte Keuchen nicht unterdrücken. Wann hatte er sich dahin gebeugt? Beschämt wandte er den Kopf ab und legte die Hände auf die Brust des Älteren, drückte ihn weg. „Tut mir Leid, Shinsuke…“, sagte er leise und ging an ihm vorbei, zurück zu ihrem Tisch.



Sein Herz schlug schneller in seiner Brust. Er konnte gar nicht beschreiben, was er gerade wirklich fühlte. Zum einen besaß er ein schlechtes Gewissen, dass ihm der Kuss sogar gefallen hatte, zum anderen liebte er Atsumu und wollte gleichzeitig aber auch die Nähe des Captain gerade nicht missen. Wo man vom Teufel sprach, dieser kam gerade wieder. Allerdings hatte sein Gesicht wieder diese Mauer errichtet. Doch sah er nun deutlich gerötete Stellen unter den Augen. Er hatte doch nicht etwa wegen ihm…? Verzweifelt Biss sich der Zwilling auf die Unterlippe, er wollte doch den Älteren nicht verletzen. „Kita-san…“ „Schon gut, sag nichts. Lass uns aufessen und dann gehen.“ Autsch. Das tat weh. So stark waren die Gefühle des Anderen, dass seine Reaktion eben ihm das Herz brach? Doch er fügte sich, aß auf, obwohl ihm der Appetit vergangen war. Schweigend saßen sie da, die Stille war unangenehm. Kita-san bezahlte, dann verließen sie das Restaurant und liefen schweigend nebeneinander her. Selten war Osamu so verunsichert. Vor seinem Lokal blieben sie stehen, der Jüngere wagte es nicht einmal, ein Wort zu sagen. Bis er eine Hand an seinem Kinn spürte und sein Kopf angehoben wurde, nur um in die braunen Augen des Älteren zu blicken. Erneut hielt er den Atem an, versank in dem sanften Braun, welches ihn förmlich in seinen Bann zog. Wieder spürte er die Lippen, wieder zog sich sein Herz zusammen und gleichzeitig prickelte es in seiner Magengegend. Doch anstatt wieder zu flüchten, legte er die Arme um Kita’s Nacken und erwiderte den Kuss. Sein Hirn schaltete sich vollkommen aus, aber er ließ alles auf sich zu kommen. Er spürte, wie die Hand an seinem Kinn in seinen Nacken wanderte, während der Kuss intensiviert wurde. Die zweite Hand hatte sich dafür an seine Hüfte gelegt und zog ihn näher heran. Zögernd schloss er die Augen, bewegte seine eigenen Lippen gegen die Anderen. Der Griff in seinen Nacken verstärkte sich, ließ ihn durch dem leichten Schmerz keuchen, während sich die Zunge ihren Weg in seinen Mund bahnte und ohne groß zu zögern die seine zum Tanz aufforderte. Scheiße! Das fühlte sich so unglaublich gut an. Er konnte nicht einmal verhindern, dass er sich in den Kuss hinein bewegte und voll darauf einging. Sein Verstand, der bis eben noch an ihn appellieren wollte, weil er damit Atsumu betrug, verstummte. Kaum löste er sich aus Luftmangel, schon fand er sich an der Wand in der Seitengasse wieder, wo auch die Tür zur Wohnung sich befand. Zögernd öffnete er die Augen, sah Kita an, dessen Augen durch das Licht der untergehenden Sonne funkelten. Erneut krachten ihre Lippen aufeinander, doch diesmal verlangender als vorher und der Wing Spiker unterlag deutlich der plötzlichen Dominanz seines Captains. Nicht, dass er nicht wusste, dass Kita das deutlich drauf hatte, aber es gefiel ihm, mal einfach zu unterliegen und sich zu fügen. Atsumu dominierte er, das nahm er sich allein als älterer von Beiden heraus. „Schließ die Tür auf, Miya.“, kam es vom Weißhaarigen, dessen Tonlage vollen Gehorsam verlangte. Angestachelt von ihren Knutscherei wandte er sich der Tür zu, fischte den Schlüssel aus der Hosentasche und schloss auf. Kaum eingetreten, wurden die Schuhe ausgezogen und kurz darauf wieder ein inniger Kuss ausgetauscht. Der Jüngere wurde am Hintern gepackt und hoch gehoben, nur um mit ihm in dessen Schlafzimmer zu verschwinden…



~*~




Atsumu schnaufte genervt auf. Aufgrund eines Unfalls mitten auf der Straße, musste der Mannschaftsbus eine Umleitung fahren und befand sich nun mitten im Stau. Sein Bruder hatte nicht mehr auf seine Nachrichten reagiert. Langsam machte er sich Sorgen und wurde unruhig. Noch dazu hatte er ein ganz mieses Gefühl, je länger sie brauchten. „Tsum-Tsum? Was ist los?“, fragte der Eulerich besorgt nach. „Samu antwortet nicht…“ „Vielleicht schläft er ja?“, kam es nun von Hinata. „Kita-san hat ihn zum Essen ausgeführt.“, erwiderte der Blonde brummig. Sakusa horchte indes auf. „Dann lass ihn die Zeit genießen. Meine Güte, du tust ja gerade so, als gehörte Osamu dir.“ Der Wing Spiker war eindeutig genervt von der Laune des Setters. Normalerweise hielt er sich aus sowas heraus, doch jetzt gerade kratzte es derbe an seiner Geduld. Da spürte er den Blick den Blonden auf sich und wandte den Kopf direkt wieder ab. Sieh mich nicht an, Idiot!, dachte der Schwarzhaarige und schnaubte leise. Er wollte endlich nach Hause und sich aus den Klamotten befreien, die unangenehm durch die Wärme im Bus rochen. Dreckig fühlte er sich, wenn er an die vom Schweiß feuchten Stellen dachte. Dies war die beste Voraussetzung für Keime! Schön warm und feucht, widerlich. Seine Nackenhaare stellten sich auf, als Atsumu sich plötzlich zu ihm setzte. Dabei hatte er extra einen Platz in der hintersten Ecke des Busses gesucht, damit er seine Ruhe hatte. „Osamu gehört auch mir.“, kam es vom Setter. Sakusa zog seine Brauen kraus. „Bitte? Sei nicht albern, er ist nur dein Bruder.“ „Genau deswegen.“ Der Keimphobiker wusste nicht, ob er ihm glauben sollte. Wenn ja, sollte er sich davor ekeln? „Ich denke nicht, dass er das auch so sieht.“ „Oh doch! Du weißt ja gar nicht, was wir schon alles miteinander getan haben!“, grinste der Blonde ihn breit an. Der Spiker verzog angewidert das Gesicht. Das konnte er nicht ernst meinen! Das war doch Inzest, zumindest, wer er dieses Grinsen richtig deutete. „Will ich auch gar nicht wissen…“ „Nicht? Hast du denn schon einmal jemanden geküsst?“ Erneut verzog er angewidert das Gesicht. Warum sollte er jemanden küssen? Der Mund- und Rachenraum war voller Keime! Nie im Leben würde er das tun. „Wüsste nicht, was dich das anginge.“ „Oya? Omi-Omi hat also noch nie jemanden geküsst?“, kam es direkt von der Eule. Sakusa wurde schlecht. Warum musste er auch mit den aufdringlichsten Personen seiner Altersklasse in einem Team sein? Einzig Hinata hielt sich heraus. Vermutlich erging es ihm gerade nicht anders wie ihm. Aus seinen Gedanken gerissen sah er Atsumu an, der eine Hand an sein Kinn gelegt hatte und ihn zwang ihn anzusehen. „Fass mich nicht an, Miya!“, zischte er direkt knurrend. Doch der Blonde grinste nur, kam seinem Gesicht gefährlich nahe. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen „Atsu-!!“ Weiter kam er nicht, da wurde auch schon seine Maske herunter gezogen und die Lippen fest auf seine gepresst. Vor Schreck weiteten sich die Augen wieder und die Übelkeit stieg an. Er krallte sich direkt in seine Jackentaschen und versuchte nach hinten zu weichen. Doch der Blonde legte eine Hand in seinen Nacken und drückte die Lippen noch fester auf seine. Es kribbelte. Stark. Zu stark! Der Bus fuhr zum Glück gerade auf einen Rastplatz, weil der Fahrer eine Pause brauchte. Kaum hielt dieser, stieß Sakusa Atsumu weg und sprang auf, um aus den Bus zu flüchten. Keinen Meter weiter und erbrach er sich direkt in einen Busch. Sein Körper zitterte. Wie konnte er es nur wagen!? Das würde er ihm büßen! Ganz doll! Hinata kam schon auch schon angehüpft und fragte nach, ob alles okay war. „Natürlich nicht! Wer weiß, was dieser Fuchs gegessen hat!“, knurrte der Schwarzhaarige und ging zum Bus zurück. Der Trainer sah ihn besorgt an, sagte aber nichts. Immerhin kannte man seine Keimphobie, da wusste man, wie man mit ihm umgehen musste. Außerdem war er sauer! Das war sein erster Kuss … den hatte er sich vielleicht irgendwie irgendwo und irgendwann anders vorgestellt. Nur gewiss nicht mit diesem Aas von Zwilling!



Leicht schwankend richtete er sich auf. Das flaue Gefühl im Magen blieb. Am liebsten würde er nun nach Hause laufen, doch leider ging das nicht. Stattdessen war Sakusa gezwungen, mit denen mitzufahren. Kreidebleich stieg er in den Bus und setzte sich wieder rein. Die Anderen schienen in den Laden mitgegangen zu sein, nur er und der Fahrer waren im Bus. Grummelnd nahm er sein Handy hervor und schrieb Motoya Komori, seinem Cousin.



Kiyoomi heute um 19:17

Irgendwann kill ich Miya!



Momo heute um 19:17


Wieso?




Kiyoomi heute um 19:18

Der Spast hat mich geküsst! Vor der ganzen Mannschaft im Bus!



Momo heute um 19:18


Jetzt echt?! Wie war’s? Kann er gut küssen?




Kiyoomi heute um 19:18



Kiyoomi Heute um 19:19

Natürlich scheisse! Wegen dem hab ich mich übergeben … wer weiß, was der alles in der Fresse hatte!



Momo heute um 19:19


Ach Saku… vielleicht mag er dich ja sehr und wollte es dadurch ausdrücken?




Kiyoomi heute um 19:19

… igitt! Nein, niemals! Soll er wen anderes knutschen, aber nicht mich.



Momo heute um 19:20


So kommst du nie unter die Haube … ich rede mit ihm die Tage.




Kiyoomi heute um 19:20

Gut! Mach ihn fertig -.-

Wir fahren weiter, sehen uns später.



Momo heute um 19:21


Ja … bis später.




~*~




Osamu wusste gar nicht, wie ihm geschah. Kitas Hände waren überall und nirgendwo. Wieso fühlte sich das so gut an? Sein ganzer Körper stand unter Strom und der Ältere schien genau zu wissen, wo er ihn berühren musste, um gewisse Laute zu entlocken. Gerade, als auch die Shorts des älteren Zwillings auf den Boden landete, hielt er den Weißhaarigen auf. „Warte! Warum … tust du … das?“, fragte er keuchend, die Beine anwinkelnd. Er biss die Zähne zusammen, als er die Zunge an seinem Gemächt spürte. „Ist das nicht offensichtlich, Samu?“ „Ja- hahh~“ Der Dunkelhaarige konnte das Grinsen förmlich spüren. Die Augen schloss er nun, ließ sich vollkommen drauf an. Der ehemalige Captain hatte ja Recht, er war frei, er durfte das! Zumindest redete er sich das ein. Seine Laute hallten im Zimmer, vor allem als sie eins wurden.



Atsumu hatte Sakusa nicht mehr angesehen oder angesprochen. Sein Stolz war deutlich gekränkt, nachdem der Keimphobiker ihm damit korbte, sich zu übergeben nach dem Kuss. Doch dafür wunderte er sich umso mehr, dass die Wohnungstür nicht abgeschlossen war, als er diese aufschloss. Verwirrt sah er auf die paar Schuhe. Kitas. Deutlich zuckte er aber zusammen, als er die Laute seines Bruders vernahm. „Was zum Heck!?“, knirschte er mit den Zähnen und hoffte nur, dass sie nicht das taten, was er dachte. Langsam ging er die Treppen hinauf und ein ungutes Gefühl beschlich ihn. Die Geräusche wurden lauter und kaum stand er vor der Tür, schnürte sich seine Brust zu. Das durfte nicht sein! Dennoch stieß er die Tür auf, fuhr bei dem Anblick aber stark zusammen. Wie Osamu da lag … vollkommen willig und mit Lust getränkten Blick, welcher sofort zu ihm glitt. „T..Tsumu?“ „Wie kannst du nur…?“, kam es brüchig von ihm, eher er mit einem ‚Ich hasse dich!‘ aus der Wohnung stürmte und die Tür zu knallte.

Zurück blieben ein zufrieden grinsender Captain und ein nun vollkommen verwirrter Zwilling…
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