Don't Drop Me Too

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Hulk / Bruce Banner Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
23.09.2020
17.10.2020
2
5.152
17
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10 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
17.10.2020 2.103
 
Hey :)
Ja, zu dieser Story gibt es auch tatsächlich mal ein neues Kapitel, ich habe sie nicht vergessen!
Vielen, vielen Dank für 27 Favorisierungen und 9 Empfehlungen nach nur einem Kap, das...wow. Hätte nicht gedacht, dass Clint als verpeilter, untervögelter Lehrer so gut ankommt ^^ Dann wie immer danke an die Reviewer, G1976, taiyo, PurpleQueen und chantalbonnie, ihr seid die Besten <3
Okay, genug geredet, viel Spaß mit Kapitel 2!


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„Nein Robin, Beethoven und Mozart sind nicht dieselbe Person und keiner von ihnen hat Romeo und Julia geschrieben! Das war Shakespeare! Und der gehört in ein völlig anderes Fach."

Clint war kurz davor, seinen Kopf so fest gegen das Smart Board zu stoßen, dass er sich schwer genug verletzte, um diesen Musikkurs bis zum Abschluss nicht mehr unterrichten zu müssen. War ja klar gewesen, dass seine unnatürlich gute Laune nicht den ganzen Tag anhalten würde. Klassik war selten ein einfaches Thema, doch diese Klasse übertraf alle anderen, die er je gehabt hatte. So sehr er selbst klassische Musik auch liebte (es gab kaum eine Richtung, die Clint nicht leiden konnte), hier dachte er jede Stunde mindestens einmal darüber nach, ob er nicht einfach auf den Lehrplan scheißen und nur Pop-Songs mit den Schülern hören sollte.

Er unterdrückte ein Seufzen und wandte sich wieder an die Klasse. „Es ist gerade aber vollkommen egal, welcher Komponist was komponiert hat…“ Wenn dieses Wort euch überhaupt etwas sagt, fügte er in Gedanken hinzu. „…um nämlich überhaupt über Musikstücke sprechen und sie analysieren zu können, müsst ihr zumindest die Grundlagen – was Noten und Rhythmik angeht – kennen. Das sage ich euch bereits seit Anfang des Schuljahres und daran hat sich nicht geändert, also könnt ihr euch eure Fragen über Shakespeare sparen, bis jeder von euch zumindest die C-Dur Tonleiter beherrscht.“ Auch wenn Shakespeare noch immer nicht in dieses Fach gehört.

Clint drehte sich zum Board zurück und begann die einzelnen Noten, die er zuvor säuberlich angezeichnet hatte, mit dem jeweils richtigen Buchstaben zu kennzeichnen, wie es ein verdammter Grundschullehrer tat. Oder besser gesagt, tun sollte, denn anscheinend hatte es bei diesen Schülern niemand für nötig gehalten.

Er ließ die Schüler das Tafelbild abschreiben, war aber zu 100% sicher, dass nur maximal ein Drittel des Kurses es auch wirklich tat. Clint könnte etwas dazu sagen oder einfach darauf hoffen, dass sich ein Schüler erbarmte und ein Foto seiner Notizen an die Anderen schicken würde. Er entschied sich für Letzteres und begann damit, einige Arbeitsblätter mit Übungen zur Tonleiter zu verteilen. Zu seiner eigenen Verwunderung hatte er sie sogar selbst erstellt, anstatt sie von irgendeiner Grundschul-Website zu kopieren. Das war definitiv ein Zeichen dafür, dass Clint alles in allem doch kein völliger Versager als Lehrer eines nervtötenden Kurses war.

Als er sicher war, dass jeder Schüler einen Zettel vor sich liegen hatte (und sich dessen auch bewusst war), setzte er sich ans Pult und überließ die Schüler sich selbst. Sie würden ja wohl dazu in der Lage sein, die Noten lesen zu können, wenn jede einzelne vorne am Smart Board beschriftet war.

Als hätte jemand (Clint versuchte nicht sofort zu hoffen, dass es dieser Jemand war) gespürt, dass Clint für einige Minuten unbeschäftigt war, vibrierte das Handy in seiner Hosentasche. Er sollte es wirklich ignorieren. Für Lehrer galt die Smartphone-Regelung nicht, doch Clint hatte noch immer eine Vorbildfunktion und wollte diese auch eigentlich behalten.

Aber Clint war nun mal ein Idiot und wahrscheinlich ein ziemlich schlechter Lehrer (schließlich gestand er sich schamlos ein, dass ihm an diesem Kurs wirklich überhaupt nichts lag) und zog sein Handy hervor. Jegliches schlechte Gewissen, das ohnehin kaum vorhanden gewesen war, verschwand auf der Stelle, als er den Namen James auf dem Display las.

Es waren ungefähr vier Stunden seit ihrem letzten Gespräch vergangen und das reichte schon vollkommen aus, um Clints Herz ein wenig schneller schlagen zu lassen, so als würden sie sich schon ewig kennen und hätten sich seit Ewigkeiten nicht gesehen.

Clint wusste nicht, was genau an diesem Mann es war, das so extreme Reaktionen in ihm auslöste. Ja, er sah gut aus, verdammt gut sogar, aber es war nicht so, als wäre Clint bei seinen (erfolglosen) Streifzügen auf Grindr und Co nicht bereits auf haufenweise Profilen gutaussehender Typen gelandet.

Okay, keiner von ihnen hatte so gut ausgesehen (stahlblaue Augen stahlen sich erneut in seinen Kopf), aber James war bloß ein Fremder aus dem Auto hinter ihm und allein der Gedanke an ihn reichte aus, um Clint beinahe einen Ständer im Unterricht zu verpassen und ihn somit in die wohl unangenehmste Situation seines Lebens zu bringen. Vielleicht war es die bloße Tatsache, dass das Interesse nicht einseitig war und James sogar seine fucking Handynummer risikobereit geteilt hatte, die Clint so anzog. Wie gesagt, er wusste es nicht.

Mit einem leisen Seufzen, das zur Hälfte verzweifelt und zur Hälfte verträumt war, öffnete er die Nachricht.


(11:01) Kann ich dich was fragen?



Clint runzelte die Stirn. Er konnte nicht einschätzen, was für eine Art Frage nun kommen würde. Irgendetwas sagte ihm, dass es etwas Ernsthaftes sein würde, aber Clints Intuition war kurzgesagt scheiße, also würde er sich nicht darauf verlassen.


(11:01) klar

(11:02) Du bist Musiklehrer, richtig?

(11:02) ja?

(11:02) Bist du so einer von der seltsam spirituellen Art, der Eins mit der Musik wird, singt, tanzt und vor dem die Schüler im Grunde nur Angst haben?



Clint stieß ein schnaubendes Lachen aus, was die Schüler in der ersten Reihe dazu veranlasste, verstört aufzublicken. Ein fröhlicher Clint war in diesem Kurs nun mal eine Seltenheit, da war es nur allzu verständlich, dass es die Schüler ein wenig verwirrte.


(11:03) xD

(11:03) Ich denke eher nicht… was sind die anderen Arten?

(11:04) Gut. Es gibt noch den, den im Grunde jeder hasst, weil er nur Theorie macht und einen immer dazu bringen will, Opern zu analysieren oder was weiß ich.

(11:05) Und die dritte Art (und ich bin mir sicher du bist einer davon), sind die heißen, Gitarre spielenden Lehrer, die die Kinder zum Musik machen bringen wollen und mindestens einmal im Jahr High School Musical im Unterricht gucken.



Clint starrte einen Moment überrascht auf die Nachricht, schockiert, wie perfekt es auf ihn passte. Im Grunde war alles, was er im Musikunterricht erreichen wollte, dass die Schüler Spaß an der Musik fanden, vielleicht ein Instrument lernen wollten oder sich einfach ein wenig mehr damit auseinandersetzen wollten. Auch wenn es in diesem Kurs gerade nicht so wirkte, versuchte Clint normalerweise, möglichst viel auf praktischem Wege zu lösen und die Kinder in direkten Kontakt mit Instrumenten und Musik zu bringen.

Und ja, zum Ende eines jeden Halbjahres sah er sich mit den Kursen einen Film an, und ja, auch High School Musical war öfters darunter, als er zugeben würde.



(11:06) hast du meine Klassenräume verwanzt und stalkst mich?

(11:07) Bitte sag mir dass ich Recht hatte

(11:07) fuck, ja

(11:07) wie zur Hölle konntest du das mit der Gitarre wissen?

(11:07) Musiklehrer spielen doch eigentlich immer Klavier oder Gitarre und du sahst aus wie ein Gitarren Mensch

(11:08) du scheinst viel Zeit damit zu verbringen, Menschen einzuschätzen. Ist das so ne Art Hobby?

(11:08) Ja…Ja denke schon xD Es macht einfach Spaß, wenn man im Nachhinein herausfinden kann ob man richtig lag

(11:09) ich fühle mich geehrt deine Bespaßung zu sein :)

(11:09) Solltest du auch, das ist eine große Ehre ;)

(11:10) bist du immer so eingebildet?

(11:10) Eigentlich nicht. Aber mein Boss ist der König im eingebildet Sein, das färbt irgendwann auf einen ab xD

(11:11) dein Boss scheint anstrengend zu sein

(11:11) Ja, ist er, aber er ist echt witzig, schlau und kann nett sein, wenn er will.

(11:11) und er bezahlt gut

(11:12) Hm, vielleicht sollte ich den Beruf wechseln und werde...was genau?

(11:12) Das sind echt die peinlichsten Versuche meinen Job rauszukriegen, die ich je gesehen habe

(11:12) versuchen das etwa öfters Leute?

(11:12) Nein, du bist der einzige heiße Fremde dem ich meine Nummer geairdropped habe ;) Also kein Grund zur Sorge Desasterchen

(11:13) nenn mich nicht so -_-

(11:13) :P

(11:13) okay, aber jetzt mal Spaß beiseite, als was arbeitest du bitte, dass du um die Uhrzeit Zeit zum Schreiben hast?

(11:14) Hey, ich bin nicht der Einzige der schreibt. Es ist zwar schon ein wenig her, dass ich auf der High School war, aber ich glaube, dass du gerade im Unterricht sein müsstest

(11:14) bin ich auch, aber ich habe mit dem dämlichsten Kurs der existiert… die können nicht einmal die C-Dur Tonleiter!

(11:15) Ich bin kein Lehrer, aber ist es nicht dein Job, es ihnen beizubringen?

(11:15) nein das ist die Aufgabe eines Grundschullehrers. Ich muss es natürlich trotzdem machen, irgendwas muss ich schließlich benoten. Aber nachdem ein Schüler mir gerade wirklich erzählen wollte dass Mozart und Beethoven dieselbe Person sind, ist meine Geduld für heute aufgebraucht.

(11:15) verständlich

(11:15) ich schwör’s dir, normalerweise bin ich ein guter Lehrer

(11:16) Guckst du mit den Schülern denn High School Musical?

(11:16) den oder andere Disney-Filme

(11:16) Okay, du bist ein guter Lehrer

(11:16) wenn das Referendariat nur so einfach gewesen wäre xD

(11:17) aber wir weichen vom Thema ab...

(11:17) Nein, ich sage dir nicht, als was ich arbeite ^^

(11:17) einfach nur um mich zu ärgern?

(11:17) Genau

(11:18) Seit mein bester Freund in einer Beziehung mit meinem Boss ist, kann ich ihn nicht mehr nerven, weil… mein Boss das übernimmt. Und mein anderer bester Freund lebt nicht hier und blockiert mich regelmäßig…

(11:18) hört sich nach einer tollen Freundschaft an xD

(11:18) Ist es wirklich! Erst haben wir uns gehasst, dann hatten wir was miteinander und seitdem sind wir befreundet.

(11:19) und du bist dir ganz sicher, dass eure Affäre nichts mit der Tatsache zu tun hat, dass er weggezogen ist und dich regelmäßig blockiert?

(11:19) Ganz sicher. Das ist schon sieben Jahre her, wir waren Anfang 20!

(11:19) Er ist einfach nur ein Arschloch xD So einer, der aus Absicht seinen Autositz nicht nach vorne schiebt, nur damit es für dich hinten extra unbequem wird.

(11:20) okay, das interessiert dich alles eh nicht, ich sollte aufhören. Der Punkt ist, ich habe niemanden zum nerven, deshalb nehm ich jetzt dich

(11:20) alles klar :)

(11:20) stell dich drauf ein, dass ich das auch tun werde…

(11.20) hast du auch einen besten Freund in einer frischen Beziehung?

(11:21) schlimmer, eine verlobte beste Freundin, die seit Monaten nur über Hochzeiten redet

(11:21) Oh man, mein Beileid

(11:21) danke

(11:21) okay, ich sollte jetzt wirklich noch ein wenig den Lehrer geben… ein Schüler hat gerade schon wieder gesagt, dass Mozart-Beethoven Romeo und Julia geschrieben hat

(11:21) ein Glück, dass ich doch kein Musiklehrer geworden bin

(11:22) war das ne Überlegung von dir?

(11:22) nein eigentlich nicht… ich wollte vielleicht was in die musikalische Richtung machen, hab’s dann aber doch sein gelassen. Ich spiel aber hin und wieder noch Klavier…

(11:22) machst du das mit Absicht?

(11:22) was?

(11:22) zu attraktiv für diese Welt zu sein

(11:23) charmant

(11:23) Und nein, das ist angeboren ;)

(11:23) Und jetzt geh, bevor deine Schüler noch mehr verblöden!

(11:23) ist ja gut… willst du mich etwa loswerden?

(11:23) würde mir nie in den Sinn kommen

(11:23) ich meld mich später nochmal, okay?

(11:24) Mehr als okay



Clint schaltete sein Handy mit klopfendem Herzen aus und steckte es zurück in seine Tasche. Fuck, wenn das so weiterging, würde er irgendwann an einem Herzinfarkt sterben, nur weil er mit James textete!

Zuvor hatte er ein wenig Angst gehabt, dass das Gespräch seltsam werden könnte oder James sich als letztendlich doch nicht als Heiratsmaterial herausstellte. Das Gegenteil war der Fall. Clint war kurz davor James‘ Handy zu orten, im nächstbesten Schmuckladen einen Verlobungsring zu kaufen und sich auf den Weg zu seinem zukünftigen Ehemann zu machen.

Natürlich würde er das nicht tun, ein wenig Anstand hatte er schließlich noch, aber träumen durfte er ja wohl. Mit einem Seufzen kehrte er in die Realität zurück, um festzustellen, dass seinen Schülern die ganze Stunde nicht einmal klar gewesen war, was eine Tonleiter überhaupt ist und er wieder ganz von vorne anfangen konnte.





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