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2020 09 21: Lasst Sie Kämpfen [by Eiche]

OneshotAllgemein / P12 / Gen
21.09.2020
21.09.2020
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Tag der Veröffentlichung: 21.9.
Zitat: Die Arroganz der Menschen ist zu glauben, wir hätten die Natur unter Kontrolle und nicht anders herum. Lasst sie kämpfen! (Godzilla)
Titel der Geschichte: Lasst Sie Kämpfen
Autor: Eiche
Kommentar des Autors: Die Idee zu diesem Text kam mir, als ich im Atlantik schwimmen war ;).

Lasst Sie Kämpfen




Wieder hat ein Tsunami die Atlantikküste in Frankreich getroffen. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht abzusehen, aber es ist schon jetzt von Todesopfern die Rede.

Ich drehe das Radio leise. Schon wieder. Nachrichten wie diese sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Stürme, Fluten, Tsunamis, all solche Naturkatastrophen haben in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Ich weiß nicht wie viele Menschen deswegen schon ums Leben gekommen sind. Und Hunderte werden folgen.
Ich weiß nicht, ob Klimaforschern vor hundert Jahren das Ausmaß der Folgen des Klimawandels bekannt war, aber wenn, es scheint ja nichts gebracht zu haben. Und das spüren wir jetzt.

Ich weiß noch, wann ich bemerkt habe, welche Kraft die Natur hat. Wir waren am Atlantik, so lange ist es nicht her, aber Europa war vor den Stürmen noch relativ sicher.
Ja, ich war Schwimmen, habe in den Wellen getobt. Es war so magisch, ich werde nie das Gefühl vergessen auf einer Welle auf den Strand zuzufliegen. Aber ich habe auch bemerkt, wie gefährlich es ist, habe die Kraft des Wassers gespürt, wenn eine brechende Welle über meinen Kopf gerauscht ist und ich nur froh war, darunter weggetaucht zu sein. Und ich wurde mehrmals in eine Welle gezogen, die Kraft so stark, dass ich nicht mehr hinauskam. Ich war wie ein Spielzeug, wurde vom Meer herumgewirbelt, schließlich auf den Boden gedrückt, und konnte die ganze Zeit nichts tun, als ruhig zu bleiben und abzuwarten, dass mich das Meer wieder freilässt. Und ich war nur wenige Meter von Strand entfernt. Und auch die Strömung habe ich gespürt, und die Machtlosigkeit ihr gegenüber. Ich wurde in eine Richtung gezogen, dagegen anschwimmen war unmöglich, ich konnte nur darauf vertrauen, dass ich erst raus in den Ozean, aber später auch wieder zurück zum Strand getrieben wurde.
Ja, es war wundervoll dort, aber es gab Momente, da hatte ich Angst, und vor allem Respekt.

Mir ist klar, dass die jetzigen Katastrophen nicht mit meinen Erlebnissen zu vergleichen sind. Ich habe einen Teil der Macht der Natur erlebt, aber mittlerweile zeigt sie sich immer öfter in aller Kraft. Und niemand kann etwas tun.
Lange ist es her, dass die Menschen dachten, sie hätten die Natur in ihrer Kontrolle, hätten die Macht darüber. Mittlerweile wissen wir, dass dem nicht so ist, sie zeigt es uns. Die Natur kämpft, will sich befreien, will die Parasiten loswerden, uns Menschen.
Und ich kann es verstehen. Sie zeigt uns, wie hochmütig und dumm wir waren. Wir haben die Natur gefangen, haben sie eingesperrt und ausgenutzt, haben sie behandelt, wie ein Ding, eine einfache Sache, die einige Schätze für uns hatte, aber mehr auch nicht. Wir haben sie zerstört. Und jetzt schlägt sie zurück, sie befreit sich, sie bestraft die Übeltäter. Zu viel Schaden, es ist unsere Schuld.

Und ich sage, lasst die Natur kämpfen, zu viel haben wir ihr angetan. Wir haben alles zerstört, und dabei nicht an die Folgen gedacht. Jetzt ist es zu spät, wir müssen den Kampf der Natur mit ansehen, können nichts dagegen tun. Wie machtlos wir plötzlich sind. Wir, die dachten, sie seien die Besten, aber die Natur weist uns in die Schranken, endlich. Zu viel Schaden haben wir schon angerichtet.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregen sollte. Zum Zitat passt es allemal.

Eure lula-chan
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