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Ein Plan

GeschichteLiebesgeschichte / P12
Alexander von Falkenstein Bibi Blocksberg Graf Falko von Falkenstein Holger Martin Susanne Martin Tina Martin
21.09.2020
29.09.2020
6
5.483
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21.09.2020 982
 
Bibi Blocksberg verbringt wie so oft ihre Ferien auf dem Martinshof. Das Wetter ist fantastisch und sie genießt die Zeit mit ihrer besten Freundin Tina und den Pferden. Gerade kommen die beiden Freundinnen vom morgendlichen Stalldienst in die Küche. Holger brummelt ihnen eine Begrüßung entgegen. Er scheint heute morgen nicht besonders gut gelaunt zu sein. Verschlafen hält er eine Tasse Kaffee in der Hand. Seine Haare stehen verstrubbelt in alle Richtungen ab. Er hat gestern bis in die Nacht hinein versucht den Traktor zu reparieren, der Mal wieder den Geist aufgeben hat. Leider bisher ohne Erfolg. Inzwischen hat er fast den ganzen Motor auseinandergenommen, aber den Fehler noch nicht gefunden. Irgendwann war er zu müde um weiter zu arbeiten und ist ins Bett gegangen. Aber entsprechend unausgeschlafen und schlecht gelaunt ist er jetzt. Ganz im Gegensatz zu seiner Mutter. Diese steht summend am Herd und rührt in einem Topf mit Milch. "Guten Morgen. Die Milch ist gleich fertig und dann gibt es leckeren warmen Kakao für euch." ruft sie den Mädchen fröhlich entgegen. "Huch, so gute Laune heute?" fragt Tina ihre Mutter. "Ja, warum nicht? Es scheint ein schöner Tag zu werden." meint diese nur gelassen. Dann füllt die den heißen Kakao in zwei Tassen, stellt diese Bibi und Tina hin und dann kann das Frühstück beginnen.

Als alle satt sind, steht die Verteilung der Aufgaben für den Tag an. "Der Kuhstall muss heute Vormittag Mal wieder ausgemistet werden." legt Frau Martin fest. "Also ich bin da raus. Ich muss erst dieses blöde Teil wieder ganz bekommen." sagt Holger. Alle wissen natürlich sofort, dass er den Traktor meint. Es scheint ihn wirklich zu wurmen, dass er ihn nicht wieder in Gang kriegt. "Dann müsst ihr das übernehmen. Ich bin heute Vormittag mit Falko zu einem Ausritt verabredet." sagt Susanne Martin beiläufig. Bibi und Tina grinsen sich unauffällig zu. Deshalb also die gute Laune.

Schon bald reitet Frau Martin mit Topsy vom Hof, durch den Wald richtung Schloss Falkenstein. Sie freut sich sehr auf einen gemütlich Ausritt mit ihrem alten Freund. Das machen sie viel zu selten. Jedes Mal nehmen sie sich vor, sich wieder öfter einfach so zu sehen, aber dann kommt irgendwie immer etwas dazwischen. Um so schöner ist es, dass es jetzt Mal wieder zu klappen scheint. Erfreut sieht sie schon von weitem Graf Falko von Falkenstein auf seiner Stute Cleopatra vor dem Schlosstor auf sie warten. "Guten Tag Susanne." begrüßt der Graf sie freundlich lächelnd. "Hallo. Wo wollen wir dieses Mal hin reiten?" fragt Susanne ihn. "Ich würde vorschlagen: durch den Falkensteinern Forst, hinunter zum See, einen kleinen Abstecher zur alten Mühle und dann zurück zum Schloss." überlegt er und schaut sie fragend an. Sie nickt zustimmend.

Bibi und Tina schieben gerade jeweils eine Schubkarre voll Mist zum Misthaufen. Als sie an der Scheune vorbei kommen hören sie von drin leises fluchen. Sie müssen kichern, als sie Holger so schimpfen hören. Schnell laufen sie weiter. Holger ist zwar meist die Ruhe selbst, aber wenn er wütend wird, stellt man sich ihm lieber nicht in den Weg. Der kaputte Traktor scheint ihn wirklich sehr zu ärgern, da ist es besser ihn nicht noch mehr zu nerven, sondern ihm aus dem Weg zu gehen.

Susanne und Falko sitzen inzwischen auf einem großem Findling am See und genießen den Butterkuchen, den sie mitgebracht hat. "Köstlich, meine Liebe. Wie immer äußerst köstlich." lobt Falko gerade ihre Backkünste. Er lächelt ihr zu. Dann wird sein Blick ernst. "Susanne, du bist mir immernoch die Pacht für euren Hof schuldig." spricht er dann das unangenehme Thema an, was ihn schon seit Tagen beschäftigt. Susanne senkt verlegen den Blick. "Ich weiß." seufzt sie leise. Dann schaut sie ihm in die Augen. "Ich muss dich leider nochmals um ein bis zwei Wochen Aufschub bitten." sagt sie dann zu ihm. Der Graf stöhnt genervt auf. "Nicht schon wieder. Du hast die Frist doch schon um zwei Wochen verschoben. Noch länger kann ich nicht warten. Ich habe auch Ausgaben. Die Schlossmauer muss saniert werden. Ich kann dir keinen weiteren Aufschub geben." sagt er sanft aber dennoch entschieden. "Bitte Falko." sagt sie, greift nach seiner Hand und sieht ihn flehend an. "Eine Gastfamilie ist mir noch Geld schuldig und wir haben drei Anmeldungen rein bekommen. In den nächsten Tagen dürften die Anzahlungen eingehen. Dann habe ich das Geld für die Pacht zusammen. Bitte, gib mir noch ein paar Tage." Falko schüttelt den Kopf. "Susanne, es geht um die historische Mauer um mein Schloss. Diese muss dringend restauriert werden. Sonst bricht sie mir zusammen." sagt der Graf unnachgiebig. Susanne springt auf. "Du und deine blöde Mauer. Das sind doch nur ein paar Steine. Bei mir geht es um meine Existenz, um meine Familie und um unsere Tiere." ruft sie ihm wütend entgegen. Doch auch der Graf wird nun sauer. "Es mögen vielleicht nur ein paar Steine sein, aber diese Steine sind historisch von großer Wichtigkeit und für die von Falkensteins, und somit auch für mich, sehr bedeutsam." stellt Falko klar. Susanne geht auf Topsy zu, streichelt ihr über die Nüstern und bindet sie los. "Wichtiger als ich. Vielen Dank, dann weiß ich ja jetzt wo ich in der Rangfolge in deinen Herzen stehe." sagt sie frustriert, nach dem sie aufgestiegen ist. "Gleich hinter ein paar historisch bedeutenden Steinen." ruft sie ihm über die Schulter zurück zu. Dann treibt sie Tobsy an und reitet davon. Ihr kommen die Tränen. Wieso haben sie sich schon wieder so gestritten? Immer dieses blöde Geld. Wie soll sie so schnell die nötige Summe für die Pacht zusammengekommen? Vor allem: wie kann sie Falko nach allem, was sie zusammen erlebt haben nur so egal sein?
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