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Blumen aus Papier

GeschichteAbenteuer, Angst / P16 / Mix
OC (Own Character)
20.09.2020
26.02.2021
19
63.468
3
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.09.2020 1.139
 
Hallo und Herzlich willkommen zu meiner „Die Tribute von Panem“ Fanfiction. Die ursprüngliche Geschichte gehört natürlich Suzanne Collins und mit dieser Fanfiction verdiene ich kein Geld.
Diese Geschichte erzählt eine alternative Version des Buches. Eine, in der es die Rebellion nie gegeben hat, in der Katniss Everdeen als einzige die siebenundvierzigsten Hungerspiele überlebt hat. Die Welt von Panem hat sich sehr verändert, das Land ist insgesamt moderner geworden, vor allem die Distrikte. Hier habe ich versucht ein neues, verändertes Panem aufzubauen. Eines, in der gewisse Fesseln gelockert wurden, während andere fester zugezogen worden sind. Die hundertfünfzigsten Hungerspiele stehen an, das sechsten Jubel-Jubiläum und wie immer laufen die Spiele etwas anders ab als die üblich. Die erste Regeländerung ist natürlich, dass die Tribute diesmal älter sind. Es gibt noch weitere, neue Regeln, aber die werden euch noch nicht sofort verraten, lest und entdeckt genau wie die Tribute, was alles bei den Hungerspielen auf euch zukommt.
Hauptfiguren sind die beiden Tribute aus Distrikt 5, aber es wird auch von anderen Figuren erzählt.
Die Fanfiction hat zur Sicherheit die Altersempfehlung P 16 Slash und ich habe vor die Geschichte so zu schreiben, dass es auch so bleibt. Es gibt ansonsten einige Kapiteln auf Vorrat, freut euch also auf regelmäßige Updates. Noch ein kleines Dankeschön an meine Betaleserin Applepie.
Ansonsten kann ich nur noch sagen: Viel Spaß beim lesen!
Hier ist übrigens noch eine kleine Website die ich für die Story erstellt habe: Website











Ich habe dir dreihundertfünfundfünzig Blumen aus Papier geschenkt.
Ich habe sie in die unterste Schublade gesteckt, zwischen dem Rauch von Erinnerungen und einer Sehnsucht, die mich jeden Tag ein klein wenig mehr tötet.

Die Schublade ist endlos.
Ich glaube nicht, dass ich sie jemals würde befüllen können mit den Blumen aus Papier.

Ich warte.

Das tue ich seit der ersten Blume aus Papier und auch bei der dreihundertfünfundfünzigsten Blume aus Papier und ich werde das auch bei der Tausendsten tun.
Eines Tages werden dich die Blumen aus Papier erreichen. Ich muss daran glauben, ansonsten zerfalle ich zu Staub.

Also warte ich.










1
Prolog




Die Hungerspiele waren auch nicht mehr das, was sie einmal waren.
Früher hatte sich das Kapitol beim Anblick von Jugendlichen, die sich gegenseitig abstachen, kaum mehr einkriegen können vor Entzückung. Wetten waren abgeschlossen worden, welches Kind überleben würde, welches sterben würde. Man spekulierte, welches Kind das Zeug hatte um die Hungerspiele zu gewinnen. Man schwärmte von jenen Kindern, die man lieb gewonnen hatte, sei es wegen deren Charakter, Aussehen oder kämpferische Fertigkeiten. Die Hungerspiele waren früher das Spektakel des Jahres gewesen, je blutrünstiger und dramatischer, desto besser. Aber heute war alles anders.
Sechsundzwanzig Jugendliche, die für die Hungerspiele ausgelost wurden und nur einer konnte überleben. Früher waren es nur Vierundzwanzig gewesen, aber seit fast fünfzig Jahren war Distrikt 13 auch dabei. Eigentlich hätte das die Spiele noch reizvoller machen sollen und das war Anfangs auch der Fall gewesen.
Der oberste Spielmacher Magnus Rhymer Wasp war der Meinung, dass die Menschen vom Kapitol verweichlicht geworden waren. Magnus war ein alter Mann, siebzig Jahre hatte er schon auf den Buckel und er konnte sich noch an die Zeit erinnern, als er noch jung gewesen war. Damals war er mit seinen Eltern zusammen vor dem Fernseher gesessen, mit einer Tasse Schokoladenmilch und hatte den Tributen dabei zugeschaut, wie sich töteten und er hatte es fantastisch gefunden. Nun wurde heute darüber diskutiert, ob man die Hungerspiele den Kindern im Kapitol überhaupt zeigen sollte. Es sei zu brutal, nicht kindsgerecht. Genau das war doch der Grund, warum alle so verweichlicht waren. Magnus konnte das nicht verstehen.

Dann gab es natürlich noch die ganz Verrückten. Jene, die Mitgefühl mit den Tributen hatten. Das war natürlich lächerlich. Mit Menschen von den Distrikten hatten man kein Mitleid. Sie waren Bürger der untersten Klasse, kaum mehr wert als Tiere in Magnus Augen. Mitgefühl war da reine Zeitverschwendung. Für so einen progressiven Unsinn hatte er keine Zeit.
Magnus war der oberste Spielemacher und er liebte seinen Job und er liebte die Hungerspiele. Aber mittlerweile kam er sich so vor, als hätte man ihn in Ketten gelegt. Er konnte sich hungerspieltechnisch nicht mehr so ausleben. Ständig musste er Rücksicht auf dieses und Rücksicht auf jenes nehmen. Zum Beispiel durfte  kein Gift mehr benutzt werden, bei dem die Tribute zu lang und qualvoll litten. Stattdessen gab es nur noch Gift, wo die Tribute langsam einschliefen und starben. Das war langweilig und besaß überhaupt keinen Reiz. Ein anderes Mal hatte Magnus Rüge bekommen, als er die geköpfte Leiche einer zwölf Jährigen in Ultraauflösung und für einige Minuten gezeigt und dabei jedes Detail mit der Kamera erfasst hatte. Magnus hatte es wunderschön gefunden - wahre, gute, zeitgenössische Kunst. Aber wer verstand ihn schon? Einige Kinder im Kapitol hatten anscheinend Alpträume vom Anblick der jungen Leiche bekommen.

Dieses Jahr würde eine Herausforderung werden. Denn die diesjährigen Spiele waren ein Jubeljubiläum und traditionellerweise wurden die Spiele ein bisschen abgeändert. Das Jubiläum der früheren Spiele war gnadenlos gewesen, einmal wurde die doppelte Anzahl Tribute in die Hungerspiele geschickt, ein anderes Mal mussten die Distrikte ihre Tribute selber auswählen. Aber das war früher gewesen, heute hätte sich Magnus so was nicht leisten können. Das Kapitol, oder zumindest der Anteil der verweichlichten Leute, wäre durchgedreht. Um die Meute zu beruhigen, saß die Präsidentin Magnus im Nacken. Deshalb hatte er das Prinzip der „Drei Leben“ für das letzte Jubiläum eingeführt. Damals hatte jedes Tribut drei Scheine bekommen, ein Schein stand je für ein Leben. Verlor man alle Scheine, hatte man kein Leben mehr und wurde auf der Stelle getötet. Schnell und schmerzlos. Versuchte man einen Tributen vorzeitig zu töten, starb man selber. Die Tribute mussten kreativ sein und versuchten die Scheine ihrer Gegner zu stehlen. Es war natürlich interessant, dass kleine, unscheinbare Tribute, die sich eher auf das Schleichen verließen, dann plötzlich die Chance hatten, kampfsichere Karrieros auszuschalten. Genau ein solcher kleiner, unscheinbarer Tribut, der sehr ausgefuchst war, gewann die Hungerspiele. Magnus wollte aber keine solchen läppischen Spiele mehr. Er wollte den Hungerspielskeptikern wieder die Liebe zu den Spielen näherbringen. Die Spiele waren für Panem unverzichtbar, nur so konnte die Ordnung aufrechterhalten werden. Das mussten die Leute sehen.

Die Pläne für das diesjährige Jubiläum waren schon mit der Präsidentin diskutiert und für gut befunden worden. Sie sollten nicht langweilig werden, sondern kreativ, sollten einen emotional packen, aber gleichzeitig daran erinnern, wer die Distrikte waren und wer das Kapitol war.
Da man anscheinend so viel Erbarmen mit Kinder und Jugendlichen hatte, würden dieses Jahr stattdessen neunzehn bis neunundzwanzig Jährige in die Spiele geschickt werden. Es erhöhte die Chance, dass gewisse Brutalitäten in den Spielen eher durchgewunken wurden. Dazu gab es noch einige andere Regeln, die Magnus Rhymer Wasp, den obersten Spielemacher, vor Vorfreude zum Strahlen brachte. Ja, die neuen Regeln, weckten wieder den Hungerspielkünstler in ihm und er würde seine Kunst mit ganz Panem teilen.
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