townsperson b

von memoirst
GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Hinata Shouyou Kageyama Tobio Shimizu Kiyoko Tsukishima Kei Yachi Hitoka Yamaguchi Tadashi
20.09.2020
23.10.2020
5
21.331
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TOWNSPERSON B






deep water diving






×






An schlechten Tagen war sie nicht einmal Protagonist ihrer eigenen Geschichte.

Reaktiv statt aktiv, vom metaphorischen Strom mitgetragen, statt im Bruststil gegen ihn anzukämpfen.
Yachi planschte dann in einem flachen Bächlein, klar und mit Kiesboden, die wenigen Steine flach und weich und vom Wasser gerundet – ein Ding der Unmöglichkeit, sich an ihnen zu reiben.
Und obwohl ihre Mutter der Typ Mensch war, der das tiefe Ende des Pools für die erste Schwimmstunde vorzog, lag es doch an Yachi, den Sprung über den Beckenrand zu wagen.

Wirklich nass war sie nun schon lange nicht mehr geworden, hatte höchstens mal die Zehenspitzen rein getaucht, nur um dann bibbernd wieder mehrere Meter Abstand zwischen sich und das tiefe Wasser zu bringen.

Bis Hinata sie geschubst hatte. Mit Anlauf.

Yachi blickte von dem Klemmbrett in ihrer Hand auf, gerade rechtzeitig, um den Zenit seines Fluges mit anzusehen.
Der Volleyball wurde mit einem befriedigend lauten Klatschen getroffen, dann ein zweites Geräusch, als er mit Wucht auf dem Hallenboden aufkam.
Hinatas strahlendes Gesicht wandte sich ihr zu und sie zeigte ihm beide Daumen hoch, ihrerseits mit einem breiten Grinsen.

„Hinata, du Idiot, das sollte ein Cross werden, kein Straight!“

Das Lächeln rutschte ihm vom Gesicht.
Kageyama hatte sich bereits auf der anderen Seite des Spielfeldes Asahi zugewandt, der sich für den nächsten Spike aufgestellt hatte, und würdigte das kleinlaute Upps bloß mit einem genervten Schulterblick. „Sag mal, pennst du eigentlich nur oder was ist los mit dir?“
„Schon wieder so gereizt heute, Kageyama-kun?“
„Mach nur weiter so, dann kannst du ja sehen, wie sehr!“

Yachi griff das Klemmbrett fester und blendete die streitenden Stimmen aus.
Hinata Shoyo. Wenn man gerade von Protagonisten sprach …
Ihre Augen huschten zu dem Punkt oberhalb des Netzes, an dem Hinata vor wenigen Sekunden noch gehangen hatte, als würde er schweben.
Auf Krähenschwingen in einer Aufwärtsspirale, die nicht abzubrechen schien. Wie sollte ein Statist wie Yachi da mithalten können?
Selbst wenn sie sich mittlerweile im Wasser befand – und jetzt war es ein Fluss, ein Fluss, in dem sie heftig trampeln musste, um nicht unterzugehen – bedeutete das nicht automatisch, dass sie schwimmen konnte.

„Notizen?“

Yachi sah auf.
Ihre Augen weiteten sich, ehe sie den Blick angestrengt auf ihr Klemmbrett richtete und verlegen nickte.

Es war der Geruch, der sie schwindelig machte.

Sie hatte mit etwas Blumigem gerechnet, einer ganzen Wiese aus wild wuchernden Pflanzen – und sich mehr Gedanken darüber gemacht, als vielleicht gesund war.
Stattdessen war es moschusartig, fast herb, irgendwo noch eine Limettennote im Mix, unverkennbar ein Männerdeo. Die halten besser.
Yachi atmete flach ein, um die Gradwanderung zwischen Sog und Ich-brauche-gleich-ein-Sauerstoffzelt zu bewältigen.
Als würde das die Purzelbäume unterbinden, die ihr Magen gerade schlug.

Kiyoko lehnte sich vor und schob sich dabei eine schwarze Haarsträhne hinters Ohr. „Du hast eine wunderschöne Handschrift, Hitoka-chan.“
Yachi nickte und hätte sie daraufhin am liebsten das Klemmbrett ins Gesicht gehauen.
Kiyoko schenkte ihr ein Lächeln und hob die Notizen in ihrer eigenen Hand. „Dann hatten wir wohl einen ähnlichen Gedanken. Wollen wir abgleichen?“

Bevor Yachi antworten konnte, ließ ein verzücktes Tuscheln – trotz einschlagender Volleybälle in der Turnhalle noch immer viel zu laut – beide aufhorchen.

„Siehst du das? Kiyoko-san lächelt schon wieder!“
„Als würden sich die Himmelstore öffnen!“
„Aber echt …“

Tanaka und Noya unterbrachen sich, als sie die Pranke auf ihren Schultern spürten, die ordentlich zudrückte.
Sie drehten sich nicht um. Bloß die Schweißperlen auf ihren Stirnen offenbarten, dass sie wussten, wer sie da am Schlafittchen gepackt hatte.
Bei Daichis Gesichtsausdruck konnte ihnen das aber auch keiner verübeln.

„Ach, was. Haben wir etwa schon Pause?“, erkundigte er sich freundlich, ein krasser Kontrast zu seinen im Schatten liegenden Augen.
„Ähm.“
„Also, der Uhr nach-“
„Ganz recht“, unterbrach der Kapitän gefährlich leise. „Der Uhr nach sind wir noch immer mitten im Training.“
Die Schweißperlen glichen nun eher einem Sturzbach.
„Wenn ihr also nicht zum Auslaufen bis nach Sendai joggen wollt, dann würde ich euch ans Herz legen, euch wieder für die Spikes anzustellen.“
„Jawohl ja!“

Ein Salut und ein schuldbewusstes Lächeln später wurden die beiden Störenfriede damit belohnt, dass man ihren Trikotkragen wieder losließ.
Mit den Händen in den Hüften sah Daichi den Sorgenkindern dabei zu, wie sie zum Ende der Schlange spurteten, und blickte dann mit einem Schulterheben zu Kiyoko, die das mit einem leichten Lächeln und einem Kopfschütteln abtat.

Yachi starrte auf ihr Klemmbrett hinab, die Lippen zu einer Linie verkniffen.
Das Gefühl, nicht der Hauptcharakter der eigenen Geschichte zu sein, Wellen zu treten und gerade so mit dem Hals über der Wasseroberfläche zu bleiben – das kannte sie mittlerweile nur allzu gut.
Nicht fliegen zu können wie Hinata, kein Genie zu sein wie Kageyama, nicht Noyas Charme zu haben, nicht Tanakas Selbstvertrauen, nicht Daichis Autorität.
Ein gerader Weg lag vor ihr, keine Aufwärtsspirale.

Für eine Zeit lang war das auch in Ordnung gewesen, hatte das gereicht.

Aber seitdem sie ihre erste Flut überstanden hatte – vor einem Monat in der U-Bahnstation hatte sie ihrer Mutter die Entscheidung, den Managerposten zu übernehmen, über die Fahrkartenentwerter ins Gesicht geschrien – seitdem war es nicht mehr genug. Würde nie mehr genug sein.
Yachi hatte Wasser geschluckt. Yachi hatte Blut geleckt.

Sie warf einen verstohlenen Blick nach oben.
Schwarze Haare, Augen blau hinter der blank polierten Brille, noch immer nah genug, dass Yachi den Duft registrieren konnte.
Ein Seufzen entwich ihr, ehe sie sich an einem breiten Lächeln versuchte, das ihr nicht so recht gelingen wollte.
Die zweite Geige zu spielen, war nichts Neues für Yachi Hitoka.
Dem Protagonistentitel lief sie mit ausgestreckter Hand hinterher, ohne ihn wirklich in Reichweite zu haben. Ein Platz in der Geschichte mit ihrem Namen war einen Wunschtraum entfernt.

Aber es gab noch andere Dinge, die den Statistenrollen nicht vergönnt waren.





×




„Stifte beiseitelegen.“

Yachi massierte ihre verkrampfte Hand und versicherte sich vorsichtshalber, dass sie das Kästchenpapier nicht angekokelt hatte.
Ihr rosafarbener Bleistift rauchte noch immer. Bei ihrem Glück steckte sie noch den Tisch in Brand.

Zwei Plätze vor ihr drehte sich Himari aufgeregt auf der Stelle herum, sodass ihre langen braunen Haare nur so zu fliegen schienen. „Und?!“
„Nicht so laut, Ito“, murmelte Koichi, der zwischen den beiden Freundinnen saß, den Blick gen Tafel gerichtet. „Unterricht läuft noch.“
„Alter Spielverderber.“ Sie streckte dem Jungen die Zunge heraus und wandte sich mit funkelnden Augen an Yachi. „Und?“, wiederholte sie.
Vierundzwanzig“, formte Yachi mit dem Mund, als die Lehrerin einen bösen Blick in ihre vage Richtung warf.
„Vierundzwanzig von fünfundzwanzig? Ich hab nur siebzehn!“

„Jetzt halt endlich die Klappe!“ Koichi hob sein Arbeitsheft, um den Blickkontakt zwischen den beiden zu vereiteln. „Ist doch bloß die Probeklausur.“
„Ja, ja, ihr beide habt gut reden. Wie viel hast du überhaupt?“
„Zweiundzwanzig.“
„Na, wir sind aber am Schwächeln heute.“
„Wie gesagt“, wiederholte er mit zuckender Augenbraue, „ist nur die Probeklausur heute.“

„Ein wenig Ruhe, wenn ich bitten darf.“ Die Lehrerin stützte sich am Pult ab und sprach unverkennbar das Dreiergrüppchen am Fenster an, das sich schuldbewusst zur Tafel umdrehte.
Sie räusperte sich, ehe sie die gesamte Klasse adressierte. „Wer mit seinem Ergebnis nicht zufrieden ist, der kann sich gerne nach Extraaufgaben bei mir erkundigen. Die Klausur vor den Sommerferien wird kein Leichtes werden, aber wenn ihr den Stoff angemessen wiederholt, sollte euch auch das keine Probleme bereiten.“

Himari warf ihr einen Schulterblick zu. Vierundzwanzig, wiederholte sie geräuschlos und wackelte dann mit den Augenbrauen.
Yachis Mundwinkel zuckten.

„Aber da auf jede Arbeit das Vergnügen folgen soll, hoffe ich, dass ihr auch über die Schule hinaus noch Pläne für diesen Sommer habt.“
Sie sah in die Runde und unterband so die halbherzigen Versuche mancher Schüler, ihren Sitznachbarn über Urlaubspläne in Kenntnis zu setzen. „Ich weiß, ich weiß, Eigenwerbung fällt hier auf taube Ohren, aber da es der stellvertretende Schulleiter diese Woche versäumt hat, eine Ansage zu machen, muss ich das wohl oder übel selbst übernehmen.“

Yachi und Himari wechselten einen Blick, als sich Gemurmel im Klassenzimmer 1-5 ausbreitete. Eigenwerbung?

„Ich hoffe, ihr fiebert alle dem Juli so sehr entgegen wie ich.“ Die Lehrerin lächelte andächtig. „Denn es gibt kaum Schöneres, als nach bestandenen Klausuren das Tanabata-Festival zu feiern.“

Ein Raunen ging durch die Klasse, dann ein Kichern. Sommerzeit war Festivalzeit und gerade das Tanabata wollte wirklich niemand missen.

„Und ganz nebenbei“ Ihre Augen blitzten auf und alle wandten sich wieder an das Lehrerpult, „wird mein Taiko-Verein dieses Jahr auftreten, also solltet ihr euch das nicht entgehen lassen!“
„Ach, so ist das also.“
„Taiko? Das passt irgendwie.“
„War ja klar – kein Festival um des Festivals Willen.“

Das Gemurmel schwoll erneut an.
Die Lehrerin bemühte sich, die aufkommenden Gespräche im Keim zu ersticken, aber Yachi hörte schon gar nicht mehr richtig zu, als Himari einen schmachtenden Blick nach hinten warf. „Das Tanabata-Festival? Wie unglaublich romantisch!“
„Romantisch“, schnaubte Koichi, ehe Yachi antworten konnte. „Ich weiß ja nicht. Warum nochmal braucht man ein ganzes Festival dafür? Ich kann solchen Volksmärchen nicht viel abgewinnen.“
„Kein Wunder, mit dir will ja auch keiner hingehen.“

Er trat nach ihrer Stuhllehne und Himari grinste. „Also ich finde die Geschichte von Orihime und Hikoboshi unheimlich süß. Vom Himmel getrennt und nur einmal im Jahr dürfen sie sich wiedersehen – und all die Vögel des Himmels bilden eine Brücke, damit sich die beiden treffen können! Wenn das keine 1-A Liebesgeschichte ist, dann weiß ich auch nicht.“
„Du bist echt leicht zu beeindrucken, was?“
„Ach ja?“ Sie blies die Wangen auf. „Weißt du was? Vielleicht nehme ich dich einfach mit, bevor du zuhause versauerst. Wenn ich so leicht zu beeindrucken bin, solltest du ja nicht ins Schwitzen kommen.“
„Ein Date mit dir? Oh Freude.“
„Es gibt andere, die würden jetzt Luftsprünge machen, du undankbarer-“ Himari hielt inne und faltete dann entsetzt die Hände vor der Stirn. „Was rede ich denn da, Hitoka und ich gehen doch immer zusammen hin! Sorry, Koichi, dann fällt das wohl flach.“
„Ich werde mir meine Tränen für den Heimweg aufheben. “

Yachi hob abwehrend die Hand, ein anerkennendes Schmunzeln auf dem Gesicht.
Nachdem ihre Freundin Yachi bereits anderthalb Ohren über Koichi Nakashima abgekaut hatte, würde sie ihnen die geplante Verabredung jetzt nicht vermasseln. „Das geht schon in Ordnung. Geht ruhig zusammen zum Tanabata. Ich bin eigentlich sowieso nicht so der Festivalgänger.“
„Ach, papperlapapp.“ Himari beugte sich vor. Ein schelmisches Grinsen hatte sich in ihre Züge geschlichen. „Das geht für dich in Ordnung, was? Hast du denn vielleicht schon längst Ersatz gefunden?“
„Ersatz, was-“
„Sag bloß.“ Koichi beugte sich ebenfalls vor. „Yacchan, seit wann bist du denn vergeben?“
„Denk dran, du bist jetzt mit mir unterwegs, also versuch nicht, dich so enttäuscht anzuhören.“
„Bei dir piept’s wohl!“

Vergeben?“ Eine tiefe Röte schlich sich in Yachis Wangen. „S-so ein Quatsch.“
„Hmm. So durcheinander kenne ich dich ja gar nicht, Hitoka. Wenn es nicht meine Wenigkeit ist, mit der du zu einem so romantischen Festival wie dem Tanabata gehst“ Himari stützte sich mit dem Kinn auf ihrem Handrücken ab, „wer würde dir denn dann in den Sinn kommen?“

Der Moschusgeruch war wieder da und für einen kurzen Moment schwirrte Yachi der Kopf bei dem Gedanken an Yukata, Goldfischfangen und Takoyaki-Bällchen.
Gemeinsam an den Ständen vorbeiziehen, die farbenfrohen Papierstreifen über ihren Köpfen, Kiyoko an ihrer Seite, lächelnd und mit leuchtenden Augen.
Als würden sich die Himmelstore öffnen, hatte Noya gesagt. Ungelogen.

Für einen kurzen Moment erlaubte Yachi dem Tagtraum, in ihrem Kopf Gestalt anzunehmen.
Dann erinnerte sie sich wieder daran, wo sie war, wer sie war, und der Traum zerplatzte über ihrem Kopf wie eine Seifenblase.

Koichi schien es ihr anzusehen, denn er zog einen Mundwinkel nach unten und verpasste Himaris Stuhllehne einen zweiten Tritt. „Jetzt bedräng sie nicht so, das ist äußerst unhöflich. Yachi kann sich alle Zeit der Welt nehmen, jemanden auszusuchen, mit dem sie auf das Tanabata geht. Oder eben nicht, ganz, wie sie will.“
Himari sah verwundert auf. „So meinte ich das gar nicht. Ich will dich doch zu gar nichts drängen. Ich dachte nur, seit du dem Volleyballclub beigetreten bist, hast du so viele coole Typen um dich herum, da ist doch bestimmt etwas für dich dabei.“
Yachi unterdrückte mit all ihrer Willenskraft ein Schnauben.
„Du musst gar nicht so gucken, bei einem süßen Mädchen wie dir stehen die doch Schlange!“

Erstens ist das eine ziemliche Übertreibung und zweitens ist das ja auch nicht das Problem.
Yachi biss sich auf die Lippe. Die Seifenblasenreste hatten sich in ihren Haaren verfangen und ließen sich nicht ganz lösen. So ein Dreck.
„Selbst wenn“, murmelte sie und hob ein wenig hilflos die Schultern. „Jemandem eine solche Frage zu stellen … das kann ich nicht.“

„Das kannst du nicht? Du willst ja wohl nicht die Flinte ins Korn werfen, bevor du-“
„Jetzt lass sie endlich in Ruhe, Ito.“

Himari pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und wandte sich um, als die Lehrerin den Rest der Stunde an der Tafel wieder aufnahm.
Koichi tat es ihr nach einem entschuldigenden Augenkontakt gleich.
Bevor Himari ihre volle Aufmerksamkeit wieder dem Mathematikunterricht widmete, warf sie Yachi noch einen letzten Schulterblick zu. „Kein Risiko, kein Gewinn, Hitoka. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Ein Nein?“



×




Das Schlimmste, das passieren konnte, war Krieg, Hunger, Pestilenz und Tod.

Yachi rieb sich die Schläfe, mit der sie sich nicht gegen die Scheibe des U-Bahn-Fensters drückte.

Das Schlimmste, das passieren konnte, war ein Attentat auf ihr Leben, sobald Kiyokos Fanclub – denn dessen Existenz zweifelte Yachi nicht im Geringsten an – von einer Verabredung Wind bekommen sollte.
Das Schlimmste, das passieren konnte, war es, nach einer Abweisung aus dem Volleyball-Team gekickt zu werden und die restlichen Mittagspausen ihrer Oberschulzeit sozial geächtet auf der Schultoilette zu verbringen.
Obwohl man Tanaka und Noya für deren Schmachtereien ja auch noch nicht in die Wüste geschickt hatte. Wenn es ein Rauswurfgrund war, für Kiyoko Shimizu zu schwärmen, dann durfte ganz Karasuno bald das Handtuch schmeißen.

Und gerade, als ihr dieser beruhigende Gedanke kam, schlug eben jenes Gefühl ins Gegenteil um, als Yachi bewusst wurde, auf welcher Stufe der Nahrungskette sie eigentlich stand.

Es wäre effektiver, eine Flaschenpost zum Mond zu schicken, als Kiyoko nach einem Date zu fragen.
Die konnte sich vermutlich vor Verabredungen ohnehin nicht retten, gerade bei einem Anlass wie dem Tanabata-Festival.
Und mal abgesehen davon hatte sich Yachi mittlerweile genügend alberne Liebesschnulzen um die Ohren gehauen, um zu wissen, dass es einzig und allein der Hauptcharakter war, der am Ende das Mädchen bekam.
Für Statisten standen die Aussichten da außerordentlich schlecht.

Lustlos fuhr sie mit dem Fingernagel über die Einkerbungen in der Plexiglasscheibe.

Schwimmen, Hitoka, dachte sie, du sollst doch schwimmen.

Schwimmen war aber auch nicht gleich Schwimmen.
Im tiefen Ende des Pools mit dem Unterricht anzufangen, war eine Herausforderung.
Sich in einen Tsunami zu werfen, war glatter Selbstmord.

Der Finger an der Scheibe kam zu einem Stillstand.
Ihr Herz klopfte in ihrer Brust, aber die eisigen Finger um ihren Magen, die sie normalerweise packten, wenn sie sich vor Nervosität gelähmt sah, blieben aus.
Yachi atmete tief ein und aus, die Lippen eine entschlossene Linie.
Wasser geschluckt. Blut geleckt.

Das Tanabata-Festival war ganze drei Monate entfernt – eigentlich genug Zeit, um einen Plan zu schmieden.
Um ein paar Trockenübungen durchzugehen.
Um die Schwimmflügel auszupacken.

Schubs.
Yachi brauchte einen Schubs.
Nicht Himari, deren Selbstverständlichkeit Yachi eher einschüchterte als aufbaute.
Und nicht Koichi, dessen coole Herangehensweise sich zu sehr mit ihrem sensiblen Gemüt biss.

Yachi brauchte einen Schubs. Und am besten einen mit Anlauf.









hallo hallo und herzlich willkommen zu meiner ersten (längeren) ff im haikyuu-bereich!

yachi hitoka ist ein zuckerstück und obwohl ich verstehen kann, warum die jungs im fandom die bühne beherrschen – schließlich ist es ja auch sport-shonen – will ich mein lieblingsdesaster doch gerne mit dieser ff ins richtige licht rücken.
außerdem ist kiyoyachi einfach cute. so.

normalerweise bin ich nicht die art mensch, der viel romanze schreibt (oder konsumiert). was vielleicht merkwürdig ist, wenn man bedenkt, dass die pairing-liste für diese story ausgesprochen lang ist.
dieses konzept ist also ein bisschen außerhalb meiner comfort zone, aber wie yachi auch werde ich wohl hiermit ein wenig das schwimmen üben!
aber gerade deswegen würde ich mich total über eine rückmeldung freuen ⊂(・ヮ・⊂)

was gibt es noch groß zu sagen?
vielleicht disclaimer: keine homophobie, internalisiert oder anderweitig, in dieser ff. because i’m gay and i said so.
liest sich in fandom-arbeiten nicht so schön und lässt sich auch nur sehr schwer mit dem genre „humor“ vereinbaren. das soll hier nämlich auch nicht zu kurz kommen.

im grunde genommen steht der plot bereits, anregungen, fragen, kritik usw usf sind natürlich trotzdem immer mehr als willkommen.

in diesem sinne – bis zum nächsten mal!

mfg memo
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