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Lecilia - Was Besonderes

von Jeylee
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
20.09.2020
25.09.2020
3
10.817
4
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.09.2020 3.685
 
Hallo liebe Leser,

ich melde mich auch mal wieder. Diesmal mit Schloss Einstein aus einem ganz neuen Bereich für mich. Da mir die Liebesgeschichte zwischen Cäcilia und Leni sehr gefällt, musste ich einfach was dazu schreiben.

Die Kurzgeschichte hat drei Kapitel, die bereits alle fertig geschrieben sind und nacheinander hochgeladen werden. Genauer gesagt werden Kapitel Zwei und Drei jeweils am 23. Und 25.September hochgeladen. Schloss Einstein Fans können sich sicherlich denken warum

Aber jetzt viel Spaß beim Lesen. Über Reviews, Favoriteneinträge oder sogar Empfehlungen würde ich mich natürlich sehr freuen.

Jeylee





Die Serie und deren Charaktere gehören nicht mir und ich verdiene auch kein Geld damit.









“Mann, ich werd das nie verstehen. Mathe ist echt das schlimmste Fach überhaupt!“ Stöhnend nahm Cäcilia von Toll ihren Rucksack und verließ das Klassenzimmer.

„Dasselbe könnte ich über Englisch auch sagen.“ erwiderte Leni Freytag lachend während sie Cäcilia folgte.

„Das ist etwas völlig anderes. Englisch hat auch Sinn, Mathe…nicht. Was hat mein Vater immer gesagt? ‚Mathe war solange einfach bis das X sich in seiner Welt verlief und sich das gesamte Alphabet auf den Weg gemacht hat um es zu suchen.‘“ widersprach Cäcilia. „Davon abgesehen brauch ich Englisch später mal im Leben, was von Mathe nicht gerade behaupten kann. Zumindest wenn es über die vier Grundrechenarten hinaus geht.“

„Ist ja gut Lia, beruhig dich wieder.“ Leni blieb stehen und griff nach Cäcilias Hand. „Weißt du, es hat auch so seine Vorteile wenn man eine Freundin hat die Mathe gut kann.“

Cäcilia zog die Augenbrauen hoch. „Ach ja?“

„Naja, wir könnten heute nach der Schule direkt in den Park gehen. Wir nehmen eine große Decke und etwas zu Essen mit, machen und es schön gemütlich und legen uns hin und dann…wir gelernt.“

Cäcilia verzog das Gesicht. „Lernen? Muss das sein?“

„Wenn du nicht durchfallen willst, dann schon. Und wir müssen ja nicht die ganze Zeit lernen.“ meinte Leni.

„Und was könnten wir sonst noch machen?“ fragte Cäcilia mit einem Grinsen auf den Lippen. Leni lachte. „Ich glaube, da fällt uns schon was sein,“

„Und an was dachtest du da?“

„Mhm, ich weiß nicht. Wie wärs denn mit sowas?“ meinte Leni und lehnte sich leicht vorwärts um Cäcilia einen sanften, aber intensiven Kuss zu geben.

Leni und Cäcilia waren bereits seit einigen Wochen ein Paar, aber jeder einzelne Kuss sorgte bei Cäcilia immer noch für Gänsehaut und Herzklopfen. Zu beginn wollte Cäcilia ihre Beziehung noch nicht öffentlich machen. Zu groß war ihre Angst davor was die anderen dazu sagten, sie war schließlich nicht immer nett zu ihnen gewesen, aber sie wollte Leni auch nicht verlieren und am Ende stellte sich heraus, dass ihre Angst völlig unbegründet war.

Nachdem sie sich wieder voneinander lösten hielt Cäcilia ihre Augen noch für einen kurzen Moment geschlossen. „Ich glaube, das ist eine sehr, sehr gute Idee. Dafür lass ich dann auch das Lernen über mich ergehen.“

„Ach wirklich? Ich fühle mich geehrt.“ Sagte Leni. Cäcilia wollte etwas darauf sagen, ein Blick auf ihre Uhr ließ sie aber seufzen. „Ich muss los. Wenn ich heute schon wieder zu spät komme bringt Hauser mich noch um.“

„Na, dann mal ab mit dir. Wir haben heute Mittag schließlich noch eine Verabredung.“ Meinte Leni.

„Darauf kannst du dich verlassen.“ Sagte Cäcilia und gab Leni noch einen kurzen Kuss, bevor sie sich auf den Weg zum Stadion machte. Normalerweise hätte sie jetzt Unterricht bei Frau Miesbach und kein Training, aber da am Wochenende ein Wettkampf war, hatte Herr Hauser sie befreien lassen.

Cäcilia konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen als sie an das Date mit Leni dachte. Seit sie mit ihr zusammen war, war das fast schon ein Dauerzustand bei ihr. Moritz hatte mal gesagt dass er das langsam unheimlich fand und sie konnte es ihm auch nicht verübeln. Sie war früher nicht gerade die einfachste Person gewesen. Sie war eine Einzelkämpferin gewesen die niemanden zu nahe an sich heran ließ. Bei Leni hatte sie das am Anfang auch versucht, merkte aber ziemlich schnell das es nicht ging. Mit Leni war es etwas anderes, es war einfach was Besonderes.

Sie hatte den Hof schon fast überquert als eine Stimme ihren Namen rief: „Cäcilia! Hey, Cäcilia, warte mal!“ Als sie sich umdrehte das sie wie Theo auf sie zu gerannt kam.

„Was willst du?“ fragte sie ohne stehen zu bleiben.

„Wir haben doch jetzt Training und ich dachte wir könnten zusammen hinlaufen. Du weißt schon, Teamgeist und so.“ erklärte der braunhaarige Junge. Cäcilia verdrehte die Augen. „Von mir aus.“

Theo war erst seit kurzem auf dem Einstein, aber er ging ihr schon ziemlich auf die Nerven. Am Anfang war er ja noch ganz nett gewesen, auch wenn er ihr ständig folgte wie ein kleiner Welpe. Dann hatte er allerdings bemerkt das sie und Leni ein Paar waren. Seitdem war er unausstehlich, nun war er der Überzeugung er müsse ihr wieder helfen „normal“ zu werden.

„Super, danke.“ Meinte Theo fröhlich und lief neben ihr her. „Weißt du, wenn du mal Reden möchtest oder so, ich bin immer für dich da.“

Cäcilia seufzte genervt. Das der Typ einfach nicht merken konnte das sie nicht mit ihm zu tun haben wollte.

„Ich meine, das mit Leni muss ja ziemlich hart für dich sein, auch wenn ich es nicht verstehe.“ Sprach er weiter ohne auf Cäcilias Reaktion zu achten.

„Das musst du auch nicht verstehen, weil es dich nämlich absolut nichts angeht und mich trifft auch gar nichts hart, weil alles in Ordnung ist, also lass Leni da raus!“ antwortete sie ihm unwirsch. Völlig egal was er von ihr wollte und das sie sich schon durchs Staffellaufen mit ihm abgeben musste, Leni hatte damit nichts zu tun und so sollte es auch bleiben.

„Dann weißt du es wohl noch gar nicht, sie hat dir nicht erzählt…war ja klar.“ Theo schüttelte leicht den Kopf.

Jetzt hatte Cäcilia genug. Sie blieb stehen und baute sich vor ihm auf. Das sie dabei knapp einen Kopf kleiner war als er störte sie dabei nicht im geringsten. „Ich sags dir jetzt zum letzten Mal: Lass Leni da raus!“

„Aber es hat doch mit ihr zu tun.“ Erwiderte Theo.

„Wovon zur Hölle redest du überhaupt?!“ Langsam aber sicher wurde Cäcilia sauer und sie war mit ihrer Geduld am Ende.

„Naja, sie hat gesagt das sie nichts von dir will und dich eklig findet.“ Erklärte Theo. Cäcilia sah ihn einen Augenblick nur stumm an, dann drehte sie sich um und lief weiter. „Du hast sie doch nicht mehr alle.“

„Ich hatte wirklich gehofft das ich das nicht tun muss, aber ich habe Beweise!“ rief er hier hinterher. Schlagartig drehte Cäcilia sich wieder um und ging sauer auf ihn zu. „Das einzige was du hast ist ein Knall und nichts anderes!“

„Nein, ich hab es aufgenommen. Ich kann es dir beweisen, Leni verarscht dich nur!“

Ein Hauch von Unsicherheit huschte über Cäcilias Gesicht, verschwand aber genauso schnell wie er gekommen war und sie sah ihn herausfordernd an. „Na, dann lass doch mal hören.“

Theo nickte, holte sein Handy aus der Tasche und tippte darauf rum. Cäcilia wippte ungeduldig mit dem Fuß. Sie war schon auf seine Ausrede gespannt warum er die Aufnahme nicht fand, aber was sie dann hörte, verschlug ihr die Sprache: „Cäcilia?....Die will ich nicht, wie kommst du darauf das ich die mag? Das ist doch total eklig?“

Sie wollte nicht glauben was sie da hörte, aber es war ganz eindeutig Lenis Stimme, sie würde sie unter tausenden Stimmen erkennen, er war die Stimme ihrer Freundin. Aber, was hatte das zu bedeuten?

„Wie…wie hast du…?“ fing sie an zu stammeln.

„Gar nichts hab ich getan falls du das meinst. Leni war mit ihrer Schwester in der Küche. Sie hat es gesagt, ich hab es nur aufgenommen, mehr ist nicht passiert.“ Erklärte Theo. „Ich dachte du solltest es wissen, oder ehe ich dachte, du weißt es schon und ihr habt euch getrennt.“

Cäcilia konnte ihn nur anstarren, zu mehr war sie im Moment nicht fähig. Die Gedanken drehten sich nur so in ihrem Kopf. Was passierte hier gerade?

„Also…“ sprach Theo weiter. „Wenn du Reden willst, oder jemanden zum Trösten brauchst, ich könnte…“

„Lass mich in Ruhe, du Idiot!“ zischte Cäcilia ihm zu, kehrte auf dem Absatz um und rannte davon. Sie musste einfach weg von hier. Weg von Theo, weg vom Stadion und der Schule, weg vom Einstein, einfach nur weg.

„Cäcilia warte!“ Sie hörte wie Theo ihr hinterherrief, aber sie blieb nicht stehen oder drehte sich um. So bemerkte sie auch nicht, dass sich ein kleines Grinsen auf deinem Gesicht bildete oder das sie von zwei neugierigen Köpfen unbemerkt beobachtet wurden.

Cäcilia war das egal, für sie zählte im Moment nur so schnell wie möglich von hier wegzukommen. Sie rannte nur, sie wusste nicht einmal wohin, sie rannte nur so schnell sie konnte.

Als sie endlich stehen blieb um wieder Luft zu holen, bemerkte sie das sie mitten im Wald stand. Als sie noch klein war ist sie immer den Wald gegangen wenn sie alleine sein wollte. Im Wald gab es niemanden außer einem selbst, man hörte nur die Natur und seine eigenen Gedanken. Ihre Gedanken waren jetzt allerdings das letzte mit dem sie sich beschäftigen wollte.

Ziellos lief Cäcilia durch die Reihen der Bäume, sie bemerkte dabei nicht mal das sie vor Erschöpfung ihre Tasche fallen ließ und einfach weiterlief. In ihren Ohren rauschte das Blut, ihr Herz klopfte schnell gegen ihren Brustkorb.

Als sie nach einer Weile endlich stehen blieb, schaute sie sich verwirrt um. „Oh nein, oh nein, oh nein, oh nein, oh nein.“ Murmelte sie leise. Bei ihrem Versuch so schnell wie möglich vom Einstein wegzukommen, hatte sie nicht bemerkt wie tief sie schon in den Wald hinein gelaufen war. Cäcilia hatte keine Ahnung wo sie war und wie sie wieder zurückkam. Sie hatte sich verlaufen.

„Oh verdammt!“ Wütend über sich selbst, über Theo und Leni, über die gesamte Situation, stampfte sie mit dem Fuß auf. Als sie weitergehen und versuchen wollte den Weg zurück zu finden, verfing sich ihr Fuß in einer Wurzel und sie stürzte einen kleinen Hang hinunter. Cäcilia spürte wie die vielen kleinen Äste und Stöcke sich in ihre Haut bohrten und konnte einen kleinen Schrei nicht zurückhalten. Ihr Kopf schlug hart auf dem Boden auf, alles um sie herum wurde schwarz und sie blieb bewusstlos am Fuße des Hanges liegen….





„Habt ihr Cäcilia gesehen?“ fragte Leni ihre beiden Schwestern Flora und Finja als sie sich im Gemeinschaftsraum zu ihnen saß. „Ich werde ihr den Hals umdrehen!“

Finja schüttelte mit dem Kopf. „Nein, tut mir leid.“

„Was hat sie denn nun schon wieder gemacht?“ wollte Flora wissen. Leni sah sie scharf an. „Was soll das denn bitte heißen?“

„Naja, auch wenn sie deine Freundin ist, du musst schon zugeben, dass sie nicht gerade die einfachste Person ist.“ Erklärte Flora.

„Das stimmt doch gar nicht! Cäcilia ist wundervoll!“ meinte Leni empört.

„Hast du nicht gerade gesagt dass du ihr den Hals umdrehen willst?“ warf Finja ein, was Flora zum Lachen brachte und Leni rot werden ließ. „Okay, sie ist meistens wundervoll.“

„Was ist denn nun passiert?“ fragte Flora.

„Gar nichts ist passiert, absolut gar nichts!“ antwortete Leni leicht wütend. Als sie ihre Schwestern nur verständnislos ansahen, fuhr sie fort: „Sie hat mich versetzt. Heute Morgen erst haben wir uns für nach der Schule verabredet, dass war jetzt vor zwei Stunden! Wir wollten in den Park gehen und zusammen Mathe lernen, aber sie ist nirgendwo zu finden!“

„Ihr wolltet Mathe lernen? Da hätte ich dich auch versetzt.“ Sagte Flora trocken. Leni sah sie nur wütend an. „Das ist nicht lustig Flora, ich mein es ernst.“

„Hast du denn schon nach ihr gesucht?“ versuchte Finja ihr zu helfen. Leni nickte. „Ja, ich war wirklich überall, sogar mehrmals. In unserem Zimmer, in der Schule, beim Stadion, ich hab sogar auf dem Klo nach ihr geschaut. Auf meine Nachrichten und Anrufe reagiert sie auch nicht, als würde sie mir aus dem Weg gehen oder so. Ich frag mich die ganze Zeit ob heute Morgen was war, ob ich was falsches gesagt habe, aber mir fällt einfach nichts ein.“ Zum Ende hin wurde sie immer leise und blickte traurig auf den Tisch.

„Hey Leni…schau mich an.“ Flora wartete bis Leni ihrer Aufforderung folgte, bevor sie weitersprach: „Ich kenne Cäcilia vielleicht nicht so gut wie du, aber ich hab Augen im Kopf. Cäcilia kann nicht den Blick von dir lassen, ich glaube sie hat noch nie so viel gelächelt wie seit sie mit dir zusammen ist. Dieses Mädchen würde alles für sich tun, sie hat dich vor allen geküsst, weil DU eure Beziehung nicht verheimlichen wolltest. Ich glaube kaum dass du irgendwas sagen könntest was dazu führt dass sie dich für Stunden ignoriert.“

„Wer hatte denn die letzte Stunde mit ihr zusammen Unterricht? Vielleicht wissen die ja was und sie muss Nachsitzen oder so.“ schlug Finja vor und Leni schaute zu Flora, schließlich waren sie in der selben Klasse. Die hob aber nur abwehrend die Hände. „Schau nicht mich an, ich war nicht in der letzten Stunde, ich musste was für Herr Zech erledigen.“

Leni ließ daraufhin ihren Blick durch den Raum schweifen und überschaute die verschiedenen Grüppchen: Jona, Hermann und Pit saßen zusammen, wahrscheinlich planten sie wieder irgendwelche Streiche. In einer anderen Ecke saßen Moritz, Rike, Anton, Rosa und Theo, auch sie unterhielten sich angeregt. Die letzte Gruppe war auch gleichzeitig die Größte und bestand aus Martha, Till, Nele, Sibel, Pawel, Viktor und Badu. Sibel war ihre und Cäcilias Mitbewohnerin und in einer Klasse waren sie auch, wie auch ein paar andere von der Gruppe, also lief Leni zuerst zu ihnen.

„Hey Sibel, weißt du wo Cäcilia nach der letzten Stunde heute hin ist?“ fragte sie direkt. Die schüttelte den Kopf. „Sie war heute nicht in der letzten Stunde, ich wollte dich schon fragen ob sie krank ist.“

„Beim Training war sie auch nicht. Hauser ist ausgeflippt.“ Fügte Viktor hinzu. Leni runzelte die Stirn. „Das kann nicht sein. Sie ist extra früh los, damit sie nicht zu spät kommt.“

Viktor zuckte mit den Schultern. „Mehr weiß ich auch nicht.“

Sibel, die in Pawels Armen lag, sah Leni besorgt an. „Leni, was ist los?“

„Ich…ich weiß nicht…sie…“ fing Lena an. Langsam machte sie sich wirklich Sorgen. Wo war Cäcilia nur?

„Und, was rausgefunden?“ Flora war Leni gefolgt als sie sah dass diese immer verwirrter wurde, dicht gefolgt von Finja.

„Nein! Sie war weder in der letzten Stunde, noch beim Training, aber sie wollte direkt zum Stadion als wir uns getrennt haben…“

„Warte mal, heißt das, dass Cäcilia seit heute Morgen verschwunden ist?“ fasste Finja zusammen.

„Cäcilia ist verschwunden? Was meint ihr damit? Vielleicht hatte sie einfach keine Lust aufs Training.“ Erwiderte Nele.

„Wohl kaum. Sie und Leni wollten sich treffen, aber sie ist nicht aufgetaucht. Auch Nachrichten und Anrufe reagiert sie auch nicht und Leni kann sie nirgendwo finden.“ Entgegnete Flora

„Das ist wirklich merkwürdig.“ Stimmte Badu zu.

„Ja, wenn sie einen auf krank machen würde, hätte sie zumindest auf Leni reagiert.“ Sagte Till.

„Irgendwas stimmt da doch nicht.“ Flora legte einen Arm um ihre kleine Schwester als sie merkte dass diese immer verzweifelter wurde.

„Da gibt es nur ein zu tun.“ Verkündete Martha und stand auf. „Hey Leute, hört mal alle her!“ Als sie sich sicher war, dass sie von allen die Aufmerksamkeit hatte, fuhr sie fort: „Hat heute nach Elf Uhr irgendjemand Cäcilia gesehen oder hatte sonst irgendwie Kontakt zu ihr? Sie wollte zum Stadion ist da aber nicht aufgetaucht.“

„Vielleicht wurde sie ja entführt? Wie schrecklich“ stieß Rike aus.

„Vielleicht waren es Außerirdische, endlich haben sie Kontakt zu uns aufgenommen.“ Fügte Pit aufgeregt hinzu.

„Hört auf mit dem Quatsch.“ Mischte sich Hermann ein. „Sie wurde nicht entführt und schon gar nicht von Außerirdischen.“

„Ja, sie ist in den Wald gerannt.“ Stimmte Jona zu.

„Moment, ihr habt sie gesehen?!“ wandte sich Leni hoffnungsvoll an die Beiden.

„Ja,“ nickte Jona. „Sie hat sich mit Theo unterhalten, ist wütend geworden und weggerannt.“

Sofort waren alle Augen auf den Jungen gerichtet.

„Davon hast du gar nichts erzählt als Hauser uns gefragt hat wo sie steckt.“ Meinte Viktor misstrauisch. Theo hob abwehrend die Hände. „Hey, ihr habt da was falsch verstanden. Ich hab nichts damit zu tun.“

„Was hast du zu ihr gesagt?“ fragte Leni ihn drohend.

„Gar nichts!“„Ach komm schon, jeder weiß das du was gegen sie und Leni hast.“ Meinte Martha.

„Das stimmt überhaupt nicht.“ Wehrte sich Theo.

„Er hat ihr irgendwas auf seinem Handy gezeigt, daraufhin ist sie weggelaufen.“ Rief Hermann dazwischen und Jona nickte zustimmend.

„Her mit dem Handy.“ Forderte Martha ihn auf.

„Was? Das könnt ihr vergessen. Ich geb euch mein Handy bestimmt nicht freiwillig.“ Sofort verschränkte Theo die Arme.

„Das musst du auch gar nicht.“ Sagte Till ungerührt. „Viktor, Badu.“

Bevor er reagieren konnte, waren die drei Jungs auf Theo zugegangen. Viktor und Badu hielten seine Arme fest, während Till ihm sein Handy wegnahm.

„Lasst mich sofort los, das könnt ihr nicht machen, das ist Diebstahl!“

„Ganz ruhig, du bekommst es schon wieder.“ Entgegnete Till. „Und nochmal zum Mitschreiben für dich: Einer für alle und alle für Einstein. Einsteiner halten zusammen. Legst du dich mit einem an, dann legst du dich mit allen an…auch wenn wir uns manchmal nicht ausstehen können.“

„Ich bin auch ein Einsteiner, falls ihr das noch nicht bemerkt haben sollte.“ Verteidigte sich Theo.

„Noch nicht. Jedenfalls noch nicht lange. Und auch wenn unsere liebe Frau von Toll manchmal ganz schön anstrengend sein kann, gehört sie noch eher zu uns als du.“ Meinte Moritz.

„Dann wollen wir doch mal sehen.“ Murmelte Till und tippte auf dem Handy herum. „Hier, das hört sich doch ganz gut an…“ Einen Augenblick war es still, ehe alle die Aufnahme hören konnten: „Cäcilia?...Die will ich nicht, wie kommst du darauf das ich die mag. Das ist doch total eklig.“

Genauso wie einen Moment zuvor alle Theo ansahen, starrten jetzt alle zu Leni.

„Äh, Leni?“ Fragend schaute Sibel ihre Mitbewohnerin an, die starrte nur mit großen Augen zurück. „Das…das stimmt nicht! Ich…ich hab nie so…so über Cäcilia gesprochen. Das müsst ihr mir glauben, ehrlich!“

Bevor irgendjemand reagieren konnte, meldete sich Till zu Wort. „Sie hat Recht.“ Leni sah ihn dankbar und erleichtert an, aber er deutete nur auf das Handy. „Das eben war bearbeitet. Das hier ist die ganze Aufnahme: ‚Weiß nicht so genau. Cäcilia?...Die will ich nicht, wie kommst du darauf das ich die mag. Das ist doch total eklig!‘ ‚Ach komm schon.‘ ‚Nein, Ananas ist die absolut ekligste Frucht die es gibt.‘

„Okay, das ist schon logischer.“ Bemerkte Viktor.

„Hey Till, schick die Aufnahme doch in unsere Gruppe, also die ganze, nicht die bearbeitete.“ Schlug Nele vor. „Vielleicht sieht sie sie ja und kommt wieder zurück.“

Till nickte und tippte erneut auf dem Handy herum.

„Krieg ich jetzt endlich mein Handy zurück?“ meldete sich Theo genervt.

„Nein.“ Sagte Till ohne auch nur aufzusehen.

„Warum hast du das getan? Ich mein, warum hast du Cäcilia das vorgespielt, obwohl du genau wusstest das es nicht stimmt?“ fragte Pawel ihn.

„Weil sie es nicht anders verdient hat! Sie hat mich abblitzen lassen. Wegen einem Mädchen! Das ist nicht nur unnatürlich, sondern auch eklig! Und jetzt denkt sie das du das auch denkst.“ Dabei sah er Leni an.

„Du mieses Arschloch!“ Leni riss sich von Flora los, stürmte auf Theo zu und verpasste ihm eine Ohrfeige. „Wenn ihr irgendwas passiert ist, dann kannst du was erleben!“ Bevor sie weiter auf ihn losgehen konnte, wurde sie von Viktor und Badu jeweils an einem Arm gepackt und losgezogen.

„Was ist hier los?“ rief auf einmal eine Stimme durch den Raum. Als Leni aufsah, sah die das Frau Schiller reingekommen war.

„Die verrückte Kuh hat mich geschlagen!“ beschwerte sich Theo sofort.

„Der Typ ist schuld daran dass Cäcilia weg ist!“

Frau Schiller sah sie mich hochgezogenen Augenbrauen an. „Okay, ich verstehe kein Wort. Also, was ist hier los? Rike?“

„Keiner hat Cäcilia seit heute Morgen gesehen. Sie war weder beim Training, noch in der letzten Stunde.“ Begann Rike ihre Erklärung. Frau Schiller wollte gerade den Mund aufmachen, aber Rike ließ sie gar nicht erst zu Wort kommen. „Das haben wir gerade erst erfahren, sonst hätten wir sie natürlich schon früher informiert.“

Frau Schiller nickte. „Okay, und weiter? Keiner hat sie gesehen? Was ist passiert?“

„Jona und Hermann haben gesehen wie sie zuletzt mit Theo gesprochen hat.“

„Ja, er hat ihr was auf seinem Handy gezeigt und dann ist sie weggerannt.“ Erzählte Hermann weiter.

„Wir haben auf seinem Handy geschaut um zu sehen was er ihr gezeigt hat und das hier gefunden.“ Erklärte Till und ließ erneut die bearbeitete Aufnahme spielen. „Das ist aber verfälscht. Leni hat das so nie gesagt.“

„Okay, so langsam verstehe ich. Und daraufhin hast du ihm eine verpasst?“ wandte sich Frau Schiller wieder an Leni. Diese nickte leicht.

„Gut, darüber reden wir später noch einmal, aber im Moment gibt es wichtigeres zu tun. Wie lange ist das jetzt her?“

„Es war um elf.“ Antwortete Jona. „Da haben wir gesehen wie sie und Theo gesprochen haben.“

„Um elf?“ versicherte sich Frau Schiller und Jona und Hermann nickten. „Das war vor…fast fünf Stunden! Habt ihr versucht sie anzurufen? Reagiert sie auf Nachrichten? Gibt es einen Ort wo sie hingeht wenn sie alleine sein will?“

„Sie reagiert auf nichts.“ Sagte Leni niedergeschlagen. „Und ihr Rückzugsort ist das Stadion.“

„Oder bei Leni.“ Fügte Finja hinzu.

„Beides fiel aus, also ist sie weggerannt, in Richtung Wald.“ Meinte Nele.

„Okay, ich werde Herr Chung und Frau Stocker verständigen und ihr bildet schon mal Suchgruppen. Schüler aus den unteren Klassen gehen nicht alleine los, wir können nicht noch mehr von euch verlieren, verstanden? Theo, du kommst bitte mit und dein Handy auch.“ Till gab Frau Schiller das Handy, diese schaute noch mal alle ernst an, bevor sie sich mit Theo auf den Weg zu den Direktoren machte.

„Was, wenn ihr was passiert ist?“ fragte Leni traurig. „Ich will sie nicht verlieren.“

„Und das wirst du auch nicht.“ Sagte Flora fest und nahm sie in den Arm. „Wir werden sie finden. Du wirst schon sehen, alles wird wieder gut.“
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