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Der Weg in die Hölle

von SonjaFe
GeschichteDrama, Tragödie / P18 / Gen
Carly Shay Freddie Benson OC (Own Character) Pamela Pucket Sam Puckett Spencer Shay
18.09.2020
24.09.2020
13
10.451
2
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24.09.2020 1.618
 
Kapitel 7

Ich ließ es über mich ergehen wie ich es immer tat. Doch dieses mal war etwas anders. Collin war aggressiver. Er stieß viel fester und härter zu als sonst. Ich wimmerte und er schlug mir ins Gesicht. Dann nahm er mich von hinten. Er riss mich an meinen Haaren zurück und flüstert mir ins Ohr. „Du gehörst nur mir, hast du das verstanden?“ Ich gebe ihm keine Antwort, er weiß ohnehin dass ich längst ihm gehöre. Viel zu oft und lange schlägt und vergewaltigt er mich schon. Er hat mich längst gebrochen.
Plötzlich spüre ich einen neuen Schmerz und ich spüre etwas warmes an meinem Bauch. Vor Schreck reiße ich mich los und drehe mich um. Ich halte mir meinen schmerzenden Bauch und sehe auf diese Stelle. Durch das schwache Licht der Straßenlaterne die auf den Rücksitz des Autos scheint, sehe ich einen roten Fleck auf meinem Bauch. Collin lacht nur. „Gefällt dir das etwa nicht? Ich dachte, wir könnten ja mal was neues versuchen.“
Ich funkle ihn wütend an, das ging zu weit. „Du bist ja total verrückt! Ich mach das nicht mehr mit! Ich gehe zur Polizei und zeige dich an du verdammtes Arschloch!“ Doch Collin greift nach meinen Händen mit denen ich die Tür des Autos öffnen will und wirft mich auf die Rückbank zurück. „Du wirst nirgends hingehen und auch niemanden anzeigen, hast du mich verstanden?“ Und mit diesen Worten drückt er das kleine Messer wieder auf meinen Bauch und ich schreie auf vor Schmerzen als er mir einen neuen kleinen Schnitt verpasst.

Nach etwa 3 Stunden lässt er endlich von mir ab. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten, weshalb er mich bis vor die Appartementtür hoch trägt. Zum Glück war gerade niemand am Empfang, wahrscheinlich wusste Collin dass sogar und hat den Moment einfach abgewartet. Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn, „Schlaf gut kleine Sammy!“.
Ich öffne die Tür und gehe rein. Mein Bauch schmerzt von den Schnitten. Collin hat die Wunden versorgt, nachdem er endlich mit mir fertig war.
Ich schleppe mich in Carly´s Zimmer wo ich mich auf meine Matratze lege und weinend einschlafe.

„Sam? Sam? Wach auf Sam.“ Ich blinzle und sehe in Carly`s Gesicht. Sie sieht besorgt aus. „Was ist los?“
„Das frag ich dich. Du hast um dich getreten und immer wieder geschrien „bitte nicht, lass mich in ruhe“. Wovon hast du denn geträumt?“
Ich blinzle nochmals und realisiere dass es heller Tag ist. „Wie spät ist es?“
„Kurz nach 10. Sam, ich mach mir ernsthaft Sorgen. Bitte sag mir was los ist.“ Tränen sammeln sich in Carly´s Augen. Wie gerne würde ich ihr alles erzählen aber ich weiß wenn ich das tue, würde sie mich genauso beschimpfen wie meine Mum. Sie würde sagen dass ich lüge und alles Collin erzählen und wer weiß was ihm noch für Grausamkeiten einfallen. Nach gestern Nacht würde mich auf jeden Fall nichts mehr wundern. Ich fasse instinktiv an meinen Bauch und bemerke dass mein Shirt nach oben gerutscht ist. Doch noch bevor ich es runter ziehen konnte sieht es Carly. „Oh mein Gott! Was ist passiert Sam?!“ Sie begann so laut zu schreien dass Spencer ins Zimmer stürzt. „Was ist los?!“
„Das ist nichts.“ versuche ich es runter zu spielen.
„Das ist nichts? DAS IST NICHTS?“ beginnt Carly wieder zu schreien und reißt mein Shirt wieder hoch. Weiter als beabsichtigt, denn sie entblößt somit meine nackten Brüste. Der Knutschfleck kommt zum Vorschein und Carly rastet nun vollkommen aus. Spencer, der den Blick offensichtlich nur schwer von meinen nackten Brüsten lösen kann sieht mich dann doch an. „Sam, was ist mit dir passiert?“
„Gar nichts.“ „Du nennst das gar nichts? Samantha Puckett! In welchen Kreisen bewegst du dich?“ schreit mich Carly an. Ich wusste es, sie würde mir nicht glauben und denkt womöglich dass dies sexuelle Vorlieben sind.
„Lasst mich doch einfach in Ruhe!“schreie nun ich und laufe aus dem Zimmer.
Ich reiße die Wohnungstür auf und da steht Collin vor mir, mit erhobener Faust um zu klopfen. „Das trifft sich ja super. Ich wollte dich gerade abholen.“
„Wir haben aber Sonntag und du hast gesagt,…“ „Planänderung, sorry Sammy.“ unterbricht er mich. Spencer und Carly laufen die Treppe runter. „Sam warte, wir können ja darüber reden. Carly hat das nicht so gemeint.“ Am Treppenabsatz bleiben sie stehen und starren auf die Szene die sich da gerade bietet. Collin lässt meinen Arm sofort los als er die beiden sieht und setzt sein falsches lächeln auf. „Guten morgen! Entschuldigt die frühe Störung aber ich muss Samantha mit nach Hause nehmen. Familiärer Notfall.“ Und ohne auf eine Antwort zu warten zieht er mich aus der Wohnung.

Carly:

„Hast du gerade Sam´s Blick gesehen? Der war ja total angsterfüllt!“
„Ja, dass dachte ich mir auch. Hör zu Carly, ich glaub da stimmt was nicht. Diese Wunden die Sam da auf dem Bauch hatte, das waren doch eindeutig Schnittwunden, und hast du den Knutschfleck auf ihrer rechten Brust gesehen? Ich fahr da jetzt hin, ich glaub Sam steckt in ernsthaften Schwierigkeiten.“
„Warte Spencer, ich komme mit. Unterwegs rufen wir die Polizei.“

Der Verkehr war schleppend, als würden die es wissen dass wir es eilig haben,aber nach gut einer Stunde sind wir endlich in Sam´s zu Hause angekommen. Die Polizei trifft mit uns zeitgleich ein. „Sind Sie Carly Shay? Haben Sie uns angerufen?“
„Ja, die bin ich und ja, das habe ich. Mein Bruder und ich haben den Verdacht dass unserer Freundin hier schreckliches passiert. Wir glauben dass sie körperlich misshandelt wird.“
„Gut, warten Sie bitte hier, wir gehen der Sache mal auf den Grund.“

Zur selben Zeit:

Sam:

„Was hast du ihnen erzählt?“ Seine Hand traf mein Gesicht. „Ich habe gar nichts erzählt!“
„Und was meinte Spencer dann mit „ihr könntet dass klären“?“ Dieses mal traf mich seine Faust in den Bauch. Ich krümmte mich am Boden und sein Fuß folgte dem Weg seiner Faust. „Ich weiß es nicht“ Bitte hör auf!!“ Gerade als er seinen Gürtel abmachen will, klingelt es an der Tür. „Sei ja still, hast du gehört!“
Mein Stiefvater läuft die Treppe runter und öffnet die Tür. Ich höre von oben alles mit.
„Guten Morgen! Polizei? Haben Sie meine Frau gefunden?“
„Guten Morgen! Mr. Kingston?“
„Ja, der bin ich.“
„Nein, tut uns leid. Wir sind wegen etwas anderem hier. Wir haben eine Meldung bekommen, es geht um ihre Stieftochter Samantha Puckett. Ist sie hier?“
„Sammy? Ja, sie liegt gerade in der Badewanne. Warum?“
„Könnten Sie sie bitte holen.Wir würden gerne mit ihr reden.“
„Das ist gerade wirklich schlecht. Sie müssen wissen, ihre Mum ist gestern Nacht abgehauen und ich habe es ihr vorhin gesagt. Sie hat die Nachricht nicht so gut aufgenommen weshalb ich ihr geraten habe, erstmal ein Bad zu nehmen.“
„Gut, dann komme wir rein und warten bis sie fertig ist. Geht doch in Ordnung, oder?“ Die beiden Polizisten betraten das Haus und sahen sich in der Lobby um. Währenddessen erblickt Collin Spencer und Carly und winkt ihnen freundlich zu bevor er die Tür schließt.
„Einen Moment bitte. Ich werde Sammy holen.“

Sam:
„Nicht nötig...Dad. Ich bin schon da.“ Ich sehe wie sich Collin anspannt, als er hört dass ich komme, aber es gefällt ihm anscheinend dass ich ihn Dad genannt hab denn er entspannt sich sofort wieder. Er weiß dass ich jetzt wieder lügen werde.
„Guten Morgen Ms. Puckett. Bitte entschuldigen Sie dass wir Sie stören. Wir hätten da ein paar Fragen an Sie. Können wir wo ungestört reden?“
„Ähm, worüber geht es denn? “ Am liebsten würde ich ihnen alles entgegen schreien was dieser Mistkerl seit Monaten mit mir macht, aber ich hab zu viel Angst. Angst vor ihm, dass die Polizisten mir nicht glauben und Angst vor dem was passiert wenn sie wieder weg sind.
„Wir würden lieber mit Ihnen allein reden, Ms. Puckett.“, der Polizist wirft einen Blick auf Collin.
„Ist schon gut Sammy, geht ruhig ins Wohnzimmer. Ich bin in der Küche und mache uns Mittagessen, ja?“ Er berührt mich am Arm und ich weiß genau was dies zu bedeuten hat, „sag bloß nichts falsches“.
Im Wohnzimmer angekommen setze ich mich auf eine der beiden Sofas, die Polizisten gegenüber auf die andere. „Also, worüber wollen Sie mit mir reden?“
„Draußen stehen zwei Freunde von Ihnen. Mr. Shay und Ms. Shay. Die beiden haben uns angerufen mit dem Verdacht dass sie misshandelt werden. Stimmt das?“
Ich versuche glaubwürdig zulachen, was mir sogar fast gelingt. Die Polizisten sehen mich ernst an. „Ms. Puckett, wenn dies der Fall ist, können Sie es uns sagen. Ist es ihr Stiefvater? Was tut Ihnen dieser Mann an?“
„Gar nichts, er ist mein Stiefvater. Er liebt mich und behandelt mich als wäre ich sein eigenes Kind.“ lüge ich.
„Woher haben sie die Schnittwunden auf ihrem Bauch?“
Ich fasse instinktiv hin was den Beamten dazu auffordert aufzustehen und sich mir zu nähern. „Darf ich?“, und ohne meine Antwort abzuwarten hebt er mein Shirt etwas hoch. In diesem Moment kommt Collin ins Zimmer der natürlich nicht in der Küche war sondern an der Tür gelauscht hat. „Was erlauben Sie sich?! Lassen Sie sofort die Finger von meiner Tochter!“ Er stürmte auf uns zu und nahm mich sofort in den Arm. „Glauben Sie mir! Das wird für Sie Konsequenzen haben, wegen sexueller Belästigung an einer Minderjährigen und jetzt raus hier! SOFORT!!“ schrie er die beiden Beamten an. Diese waren kurz so überrascht von dem plötzlichen auftauchen meines Stiefvaters, dass sie tatsächlich in Richtung Haustür steuerten. Bevor sie aber rausgingen drehten sie sich noch einmal um.
„Wir haben Sie im Auge Mr. Kingston. Passen Sie lieber auf was sie als nächstes tun.“
Und sie ließen mich in dieser Hölle zurück. Ich wusste dass mir niemand helfen würde.
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