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2020 09 18: Das Herz ein verräterisches Organ [by Rosalie18]

OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
James T. Kirk Leonard McCoy
18.09.2020
18.09.2020
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1.542
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Dieses Kapitel
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18.09.2020 1.542
 
Tag der Veröffentlichung: 18.09.
Zitat: „Ich würde sagen, die Wahrheit hängt manchmal von den Umständen ab. Sie ist für jeden was anderes." - Captain America - The Winter Soldier
Titel der Geschichte: Das Herz ein verräterisches Organ
Autor:  Rosalie18
Hauptcharaktere: Leonard McCoy, James T. Kirk
Nebencharaktere: Spock, Uhura
Pairing: Leonard x Jim
Kommentar des Autors: Wieder eine angefangene Geschichte, die ich im Rahmen des Jahreskalenders fertiggestellt habe und die ohne dieses Projekt ihr Dasein auf einer externen Festplatte gefristet hätte.



Das Herz ein verräterisches Organ

Seine Laune war auf dem Tiefpunkt. Sein Herz schmerzte und dennoch sehnte sich dieses verräterische Organ nach ihm.  Er wollte ihn aber nicht mehr lieben. Denn es war für ihn und sein Seelenheil nicht gut. Er hatte sein Herz doch schon unzählige Male gebrochen und ihn vollkommen zerstört zurückgelassen. Dass er es unabsichtlich machte, änderte an der Tatsache rein gar nichts.

Vielleicht war es an der Zeit sich zu verändern. Etwas Neues auszuprobieren. Vielleicht wäre es gut für ihn, aber er konnte es nicht. Er konnte einfach nicht ohne ihn sein, er wollte in seiner Nähe sein, auch wenn er so weiter mit ansehen musste, wie Jim Eroberungen am laufenden Band machte. Ein Teufelskreis ohne ein Entkommen. Manchmal wünschte Leonard Jim niemals begegnet zu sein. Es hätte ihm sehr viel Herzschmerz erspart.



+++




Leonard rieb sich mit den Fingern über die pochenden Schläfen. Er hatte schon den ganzen Tag leichte Kopfschmerzen verspürt, die im Laufe des Tages immer stärker geworden waren. Was auch kein Wunder bei seinem emotionalen Gemütszustand war.

Er war Jim in den letzten Tag erfolgreich aus dem Weg gegangen. Nie waren sie alleine gewesen. Pille war sich sicher, dass Jim das bemerkt hatte und er sich Gedanken darüber machte, wieso das so war. Lange würde es nicht mehr dauern bis er ihn darauf ansprechen würde.

Es klopfte an seiner Tür. Energisch.  Er öffnete besser, wimmelte den Besucher ab und hatte wieder seine Ruhe und würde dann etwas gegen seine Kopfschmerzen nehmen. Wozu war er schließlich Arzt?

Leonard öffnete die Tür und hätte sie am liebsten wieder zugeschlagen.

Jim.

„Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“, fragte er spitzer, als er wollte.

„Als ob du das nicht weißt“, erwiderte Jim mit ruhiger Stimme und schob sich an Pille vorbei ins Zimmer.

„Komm doch rein“, nuschelte er und schloss die Tür. Er blieb an der Tür stehen und blickte zu Jim. Dieser fixierte ihn mit seinen strahlend blauen Augen.

„Wieso gehst du mir aus dem Weg?“ Er hatte mit dieser Frage gerechnet. Jeden Tag.

„Das tu ich doch gar nicht.“ Gegen seinen Willen zitterte seine Stimme verräterisch.

„Und ob du das tust, Pille.“

„Wenn du meinst.“

Jim schüttelte seinen Kopf. „Ich dachte wir wären Freunde.“

„Das sind wir doch auch“, sagte er eilig.

„Ich weiß es nicht mehr.“ Nach diesen Worten ging Jim. Enttäuschung lag in seinen blauen Augen.



+++



Jim strafte Leonard mit Nichtachtung und sprach nicht ein Wort mit seinem Schiffsarzt. Nicht einmal dienstlich. Natürlich blieb dieses Verhalten nicht unbemerkt.

„Sehr interessantes Verhalten“, murmelte Spock, nachdem Jim seinen langjährigen Freund wieder einmal ignoriert hatte. Pille verdrehte seine Augen. ‚Na super.‘ Jetzt war auch schon dem Vulkanier aufgefallen, dass Jim nicht mehr mit ihm sprach und etwas nicht stimmte. So weit war es also zwischen ihnen schon gekommen.

„Hey, geht´s dir gut?“, wollte Uhura mit einem Lächeln wissen und musterte ihn mit besorgter Miene. Innerlich verdrehte er seine Augen. Das konnte er jetzt gar nicht gebrauchen. Konnten ihn seine Kollegen nicht einfach in Ruhe lassen?

Leonard setzte ein falsches Lächeln auf. „Ja, mir geht´s gut“, antwortete er und versuchte glaubhaft zu klingen. Sie nickte, glaubte ihm aber nicht.

„Falls du reden möchtest, kannst du jederzeit zu mir kommen.“ Jetzt nickte der Arzt nur, doch er würde das Angebot nicht annehmen. „Gib ihm etwas Zeit“, flüsterte Uhura und ließ Leonard dann alleine. Wie meinte sie das? Wieso sollte er Jim Zeit geben? Er verstand nicht, was sie ihm sagen wollte.

Er ließ sich in seinem Quartier auf sein Bett fallen und schloss seine Augen. Keine gute Idee. Jim tauchte vor seinem inneren Auge auf und in seinem Blick lag Enttäuschung.

„Verdammt“, entfuhr es Leonard und er schlug mit der Faust auf seine Matratze. Wieso musste er sich auch in Jim verlieben? Ihm kam wieder in den Sinn, was Uhura gesagt hatte. Eine leise Hoffnung keimte in ihm auf. Aber konnte das wirklich sein? Nein, konnte es nicht.



+++



Jim wusste nicht, wieso Leonard ihm augenscheinlich aus dem Weg ging. Er hatte Angst seinen Freund zu verlieren. Vielleicht hatte er ihn schon verloren. Wenn er doch nur wüsste, was sein Problem war. Verzweifelt fuhr er sich durch die Haare und schloss seine Augen.

Jim vernahm Schritte, doch er öffnete seine Augen nicht. „Grübelst du schon wieder über den Doktor und sein merkwürdiges Verhalten dir gegenüber nach“, sprach ihn Spock an. Er öffnete seine Augen und blickte direkt in das Gesicht des Vulkaniers.

„Mmmh.“

„Und du hast wirklich keine Ahnung, wieso er so komisch zu dir ist?“

„Nein. Du etwa?“

„Möglicherweise“, antwortete Spock in seiner üblichen Manier. Jim verdrehte seine Augen.

„Jetzt sag schon und lass dir nicht alles aus der Nase ziehen“, schnaubte der Captain. Aufgrund der verwendeten Redewendung zog der Vulkanier eine Augenbraue nach ob. Noch immer verstand er diese Redewendungen nicht. Man konnte niemanden etwas aus der Nase ziehen, doch aufgrund des aufgewühlten Gemütes seines Freundes und Captains ging er nicht weiter darauf ein.

„Unser Doc hat sich in dich verliebt“, antwortete Spock ihm und Jim war für einen Moment sprachlos, dann brach er in schallendes Gelächter aus.

„Guter Scherz. Pille ist sicherlich nicht in mich verliebt.“ Das war viel zu abwegig.



+++




Jim gingen die Worte von Spock einfach nicht mehr aus dem Kopf. Konnte das wirklich sein? So würde das seltsame Verhalten seines besten Freundes Sinn machen. Wieso war ihm das denn nicht vorher aufgefallen? ‚Weil du damit beschäftigt warst Eroberungen am laufenden Band zu machen‘, höhnte die kleine Stimme in seinem Kopf. Spock hatte Recht, Pille war in ihn verliebt und er hatte ihn unabsichtlich verletzt in dem er vor ihm mit seinen Eroberungen geprallt hatte. Er musste unbedingt mit Leonard reden.

Schnell verließ er sein Quartier und begab sich zu dem seines besten Freundes. Dort angekommen, klopfte Jim. Es dauerte einen Moment bis er Schritte hörte und einen Moment später wurde die Tür geöffnet.

„Jim. Was gibt es?“ Leonards Stimme war unterkühlt, verdenken konnte er es ihm nicht.

„Ich muss mit dir reden.“

„Ich wüsste nicht, was wir zu reden hätten“, beharrte Pille stur.

„Bitte Pille. So geht’s nicht weiter. Wir müssen miteinander reden.“

Der Widerstand bröckelte. Leonard trat von der Tür weg und ließ Jim eintreten.

Sie gingen zu der Sitzecke und nahmen gegenüber Platz.

Leonards Augen bohrten sich in die Blauen von Jim. „Du wolltest mit mir reden. Also was hast du mir zu sagen?“ Seine ganze Körperhaltung zeugte von Ablehnung. Es schmerzte Jim und versetzte ihm einen Stich. Diese Kälte kannte er von seinem besten Freund nicht.

„Ich weiß jetzt den Grund für dein komisches Verhalten mir gegenüber.“ Jim beobachtete Leonards Verhalten. Dem Arzt entglitten die Gesichtszüge. Es stimmte also.

„Und der wäre?“ Pille hatte sich wieder gefangen, doch sein Freund und Captain hatte ihn natürlich durchschaut.

„Du hast dich in mich verliebt!“

Leonard blickte ihn einfach nur fassungslos an. „Wie … was …?“, stammelte Leonard. „Wie hast du es herausgefunden?“ Es zu leugnen machte daher keinen Sinn mehr.

„Von Spock.“

Der Arzt stöhnte auf. Auch das noch. War ja klar, dass es dem Vulkanier auffallen musste.

„Uhura hat in das gleiche Horn geblasen.“

Mittlerweile hatte Jim sich neben ihn gesetzt. „Anscheinend haben alle anderen bereits gewusst, was mit uns los war, bevor wir es kapiert haben“, grinste er. Pille konnte nur zustimmend nicken. Ihre Blicke trafen sich und sie verloren sich in den Augen des anderen. Jim nahm die Hand von Leonard und verschränkte sie mit seiner. „Es war schon ein Schock für mich, als mir klar wurde, dass ich mich in dich verliebt habe. Weil ich bisher noch nie Gefühle für einen Mann hatte, die über Freundschaft hinausgegangen sind. Ich glaube, ich habe mich auch in dich verliebt.“ Für einen Moment entstand eine Pause.

„Wow. Damit habe ich nicht gerechnet, denn ich bin schon so lange in dich verliebt und deine Eroberungen waren nicht wirklich angenehm für mich.“ Der Schmerz war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören.

Schuldbewusst senkte Jim seinen Blick und unterbrach den Blickkontakt. „Es tut mir leid. Ich hatte ja keine Ahnung …“

„Ist schon gut. Du hast es ja nicht bewusst getan.“

Jim hob seinen Kopf wieder und verlor sich erneut in Leonards Augen. „Ich verspreche dir, dich nicht zu verletzten und dir auch nicht wehzutun“, versprach er ihm.

„Das weiß ich doch.“

Leonard legte seine Stirn gegen die von Jim und ihre Hände waren ineinander verwoben. Pille löste sich von ihm und verwickelte ihn in einen kurzen fast keuschen Kuss. Es fühlte sich gut an und zum ersten Mal fühlten sich beide angekommen.



~*~






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine interessante Geschichte zu einem Fandom, das ich nicht wirklich kenne. Das Zitat wurde hier sehr gut eingearbeitet.

Eure lula-chan
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