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Unbreakable

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe OC (Own Character)
18.09.2020
08.10.2021
50
219.138
14
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Dieses Kapitel
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08.10.2021 5.589
 
EPILOGUE

[Drei Jahre später]

„Ich kann nicht glauben, dass der Kleine jetzt zur Schule geht. Und du machst bald deinen Uni-Abschluss. Wer hat euch Kindern erlaubt so schnell erwachsen zu werden?“
Chiaki sah, wie Maron und ihre Tante sich ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln wegwischten, während sie Zen dabei zusahen, wie er mit anderen Kindern in die Schule reingeführt wurde.
„Oh man. Ich komme mir vor, wie eine stolze Mutter, die ihr Kind einschulen lässt“, sagte Maron, fuhr sich mit dem Finger über die Augen.
„Im Grunde genommen warst du Mutter und Schwester in einem“, merkte Chiaki an. Sie rollte mit den Augen. „Ich will gar nicht wissen, wie emotional du wirst, wenn wir eines Tages unser eigenes Kind in die Schule schicken.“
Maron errötete, rollte mit den Augen.
„Wollen wir ein bisschen Shoppen gehen, während der Kleine noch in der Schule ist?“, fragte Sora sie von der anderen Seite. „Danach gehen wir essen. Ich lade euch natürlich ein.“
„Klar“, grinste Maron.
Höflich lehnte Chiaki ab. „Ich werde nach Hause gehen. Habe noch einige Mails und Unterlagen für die Firma zu sichten. Und drei Arbeiten für die Uni zu beenden.“
„Vorzeigestudent und fast-CEO von Nagoya Industries“, sagte Sora, schüttelte ungläubig mit dem Kopf. „Ihr Elite-Wunderkinder seid echt auf einer anderen Ebene.“
„Hey, ich gehörte theoretisch auch zu den Elite-Wunderkindern“, kam es von Maron. Stolz lächelnd wandte sie sich an Chiaki. „Ich konnte gut mit euch Genies mithalten.“
Er rollte mit einem selbstgefälligen Grinsen die Augen. „Bilde dir nichts ein, Kusakabe. Ohne meine Hilfe hättest du die High-School bestimmt nur knapp bestanden.“
„Ich wäre auch ohne dich in die Top Ten der Abschlussklasse gekommen, Arschloch.“
„Auch nur, weil du Yamato’s Hilfsbereitschaft nur zu gut ausgenutzt hättest.“
Sie schlug ihm auf den Arm, worauf er amüsiert auflachte. Selbst nach fünf Jahren Beziehung haben die beiden sich nicht viel verändert.
Chiaki nahm Maron’s Hände und zog sie sachte zu sich. Mit einem Grinsen drückte er ihr einen innigen Kuss auf die Lippen, den sie im selben Maße erwiderte.
„Ich werde Zuhause auf dich warten“, raunte er gegen ihre Lippen.
Ihr Lächeln wurde breiter und sie nickte.
Für einige Sekunden konnte Chiaki seinen Blick nicht von ihr loslassen. Maron war wunderschön, aber dieses Lächeln, in Kombination mit der leuchtenden Sonne über ihrem Kopf, machte sie atemberaubend schön. Wie eine Göttin.
„Du solltest gehen“, hörte er sie sagen, „Auf dich wartet eine Menge Arbeit.“
Mit einem letzten Kuss lösten sie sich schließlich voneinander und er fuhr nach Hause, während Maron mit ihrer Tante zurückblieb.
***

Zu Hause in der Villa verbrachte Chiaki einige Stunden damit Firmendokumente durchzugehen und diversen Formularen seine Unterschrift zu verleihen. Wichtige Entscheidungen mussten getroffen werden, die die Zukunft von Nagoya Industries bestimmten. Kaiki hatte das Unternehmen stark runtergezogen, aber Chiaki war sich sicher, dass es sich unter seiner Führung von dem schlechten Ruf erholen konnte.
Der Kerl war nicht nur ein schlechter Ehemann und Vater, sondern offensichtlich auch ein schlechter Chef. Ein egoistischer Bastard. Dies war sofort bemerkbar für ihn gewesen, als Chiaki die Mitarbeiterumfragen und –Statistiken sich anschaute. Bei jeder Entscheidung wusste er genau, was der Kerl gemacht hätte - weshalb er bewusst das Gegenteil tat, und Entscheidungen traf, die für alle zu Gunsten waren. Zwar kam es oft zu mehr Investitionen, aber solange dies die Zufriedenheit steigert, sei es intern oder extern, wird es auch das Unternehmen wieder hochbringen.
Zufrieden lehnte Chiaki sich in seinem Stuhl zurück.
„Ich hätte mir denken können, dass sie hier ist.“
Chiaki drehte sich zur Stimme seiner Mutter um, die schmunzelnd in der Tür stand. Er sah auf die schlummernde Katze auf seinem Schoß herab, die sie anscheinend gesucht hatte. Er kraulte Luna etwas. Mitten bei der Arbeit hatte sie es sich auf ihn gemütlich gemacht. Sie hatte zusammen mit drei anderen Katzen zwar ein eigenes Katzenzimmer, welches Kaiki’s ehemaliges Büro war (wohlwissend, dass er es hassen würde), aber sie genoss lieber die Nähe ihrer Besitzer.
„Wie geht es dir?“, fragte er.
Midori ging auf ihn zu, sah ihn mit einem Blick an. „Mir geht es gut“, antwortete sie. „Ich habe heute ein Gemälde fertig gestellt.“ Nach all den Jahren hatte seine Mutter sich endlich dazu gebracht, dass zu tun, worauf sie immer Lust hatte. „Ich würde meinem Therapeuten sagen, wenn mir es nicht gut ginge.“
Chiaki hob in kapitulierender Geste seine Hände hoch. „Ich frage, wie ein guter Sohn, nach deinem Wohlergehen. Es ist ja nicht so, dass ich mir Sorgen mache. Ich könnte mich auch einen Scheißdreck für deine Gesundheit interessieren, wenn dir das lieber ist?“
Er erntete einen weiteren Blick von seiner Mutter.
„Wie geht es dir, Liebling?“ Sie zupfte an seinem Ohrläppchen, wie früher als er klein war.
Chiaki nahm Luna von seinem Schoß, die wach wurde und miauend davonlief. „Gut. Ich hätte eigentlich gedacht, dass Maron zum Abendessen wiederkommen würde, aber sie hatte angerufen und gesagt, dass sie etwas mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen will.“ Er stand auf und seine Lippen zogen sich zu einem schiefen Grinsen hoch, was ihr automatisch ein warmherziges Lächeln aufs Gesicht zauberte. „Dann werde ich mit dir Abendessen, Mom. Der Koch sagte, er hat mein Lieblingsessen gemacht.“
„Hat er. Gratin.“ Midori hakte sich bei ihm ein und zusammen verließen sie sein Büro. „Wie war die Einschulung? War der kleine Zen sehr nervös?“
„Nervös ist noch leicht ausgedrückt“, grinste Chiaki.
„Ich hoffe, der Kleine kommt bald wieder hierher zu Besuch. Er bekommt schließlich noch ein Einschulungsgeschenk von mir. Ich würde unseren Koch auch dazu bringen, ihm seine Lieblingswaffeln mit Bananen und Streuseln zu machen.“ Midori lächelte sanft. „Vielleicht können wir dem Anlass entsprechend eine kleine Feier veranstalten? Das Grundstück ist schließlich groß genug, damit seine Freunde auch Spaß haben können. Sora hätte bestimmt nichts dagegen“, sagte sie amüsiert.
Chiaki warf ihr einen Seitenblick zu. Seine Mutter liebte es Kinder im Haus zu haben. Mochte es schon immer, wenn ihre Freundin mit ihren kleinen Kindern sie besuchte.
Midori machte ihnen keinen Druck, aber ihm war bewusst, dass sie die Tage zählte, bis sie ein Kind mit Maron willkommen hießen.
Seine Mutter wollte mehr Kinder. Sie hätte sie haben können, wenn sie nicht in einer Ehe mit einem Soziopathen gefangen gewesen wäre. Letzten endlich gab es nur ihn - gezeugt von einem Mann, den er nicht kannte.
Chiaki ging mit seiner Mutter die Treppen runter Richtung Esszimmer.
Unzählige Male lag ihm die eine Frage auf der Zunge. Wer ist mein Vater?
Doch er schluckte sich die Frage jedes Mal runter. Er konnte seine Mutter nicht wissen lassen, dass Maron ihr Vertrauen gebrochen hatte. Das würde das Gespräch darauf lenken, wie er es herausfand, anstatt dass sie es ihm nicht selbst gesagt hatte. Etwas, worüber Chiaki versuchte nicht wütend zu sein. Letztendlich konnte er jeden Tag froh darüber sein, nicht mit Kaiki Nagoya blutsverwandt zu sein.
„Mom, kann ich dich was fragen?“
Im Esszimmer zog er ihr den Stuhl raus und nahm neben ihr anschließend Platz. Das Essen war schon vor ihnen zubereitet.
„Alles, Liebling.“
„Wirst du mir diesmal die Wahrheit sagen?“
Midori hielt inne, als sie nach ihrer Serviette reichte. Ein kurzes Zögern, was ihm nicht entging.
„Ich sage dir immer die Wahrheit, Chiaki.“
Er öffnete seinen Mund. „Wieso hast du Kaiki geheiratet?“
Midori entwich der Atem – sowie jegliche Farbe im Gesicht. Sie war dieser Frage immer ausgewichen und er selbst hatte vor einigen Jahren aufgehört zu fragen.
„Chiaki, das hatten wir doch schon durch.“
„Du sagtest, du standest unter Druck einen gutpassenden Partner zu finden, und du hast dich für Kaiki entschieden, weil er eine gute Show abgab ein anständiger Mensch zu sein. Aber warum standest du unter Druck, Mom? Warum er?“
„Warum ist dir das so wichtig, Chiaki?“
„Weil dieser Mann den Lauf unseres Lebens für immer verändert hat. Ist es falsch für mich zu verstehen, wie wir hierhergekommen sind?“
Ihre Züge wurden weicher. „Nein, mein Sohn. Es ist das Natürlichste auf der Welt seinen Ursprung kennen zu wollen.“
Wartend nahm Chiaki ein paar Bisse, während sie sich sammelte.
„Wie du weißt, besaßen meine Eltern Restaurantketten“, fing Midori an. „Unsere ganze Familie hing davon ab. Onkels, Tanten, Cousins, Cousinen…sie alle arbeiteten im Restaurant oder steuerten auf irgendeiner Art dazu bei. Nach einiger Zeit lief das Geschäft immer schlechter und es standen somit nicht nur meine Eltern vor dem Abgrund. Es war wie ein Domino, in der die Steine nacheinander ohne Rettung sich gegenseitig zum Fallen brachten. Meine Familie konnte das nicht zulassen.“ Midori stoppte, nahm tief Luft. Chiaki hörte aufmerksam zu.
„Meine Eltern hatten es nicht direkt gesagt, aber als ich in die Tanemura Akademie kam, war ihre Aufregung über die wohlhabenden Aussichten, die mir die Schule bieten würde, offensichtlich. Zumindest haben sie am Anfang es nicht gesagt. Die Jahre vergingen und alte Schulfreunde wurden oft zum Abendessen eingeladen. Ich kam fast jede Woche von der Universität zu einem Überraschungsgast nach Hause.“ Midori presste sich kurz die Lippen zusammen. „Die meisten Nächte war es Kaiki. Ich kann nicht sagen, wann wir anfingen miteinander zu gehen“, gestand sie. „Eines Tages waren wir ein Paar, ohne meine Einwilligung.“
„Hast du für deine Eltern deine Rolle gespielt?“, fragte er.
„Für sie und mich“, antwortete sie. „Zu der Zeit war ich mit einem netten, wundervollen Kerl zusammen, der ein Stipendium an der Universität hatte. Meine Eltern hätten es nie gebilligt, aber ich liebte es mal etwas zu haben, was ganz mir gehörte.“
Chiaki setzte sich gerader auf seinem Sitz. „Wer war der Kerl?“
„Spielt keine Rolle“, sagte Midori und schüttelte den Kopf. „Denn am Ende meines Abschlussjahres schlossen nacheinander unsere Restaurants. Der Kreditantrag meines Vaters wurde abgelehnt, und Kaiki machte mir einen Antrag. Es wurde klar, dass unsere letzte Hoffnung, meine Familie zu retten, ich war. Also sagte ich Ja.“
Sie legte ihre Hand über seine. „Ich wünschte, ich hätte eine bessere Erklärung für dich, Chiaki. Am Ende ist es dieselbe alte Geschichte. Ich heiratete das Biest für Geld.“
„Du hast ihn nicht für Geld geheiratet. Du hast ihn für Familie geheiratet“, wendete Chiaki ein. Er versuchte sich die Frage zu verkneifen, aber letztlich sprach er sie trotzdem aus: „Was wurde aus deinem Freund? Der wundervolle Kerl?“
Sie lächelte - ein schnelles Zucken der Lippen, das so schnell weg war, wie es kam. „Er verstand, warum wir die Beziehung beenden mussten. Wir blieben eine Weile nach dem Abschluss Freunde, aber schließlich bekam er einen Job außerhalb des Landes und wir verloren den Kontakt.“
Chiaki sah seine Mutter an und nahm mit seiner Hand die ihrer. „Du bist so stark, Mom.“
„Ach, Liebling.“ Sie strich ihm durch die Haare. „Das musst du nicht sagen.“
„Ich meine es ernst. Ich habe von dir noch eine Menge zu lernen, um auch nur halb so selbstlos und standhaft zu werden.“
„Bring mich nicht zum Weinen“, sagte sie mit bebender Stimme.
Er hob seinen Kopf und wandte sich wieder seinem Essen zu. „Dann werde ich dich zum Lachen bringen. Ich erwischte Luna, wie sie wie ein Sultan auf Zen’s Rücken ritt, als er das letzte Mal hier war. Sie weiß, wie man die Männerwelt auf die Knie zwingt.“
Midori lachte laut auf. „Der arme Zen ist ihr zu Opfer gefallen.“

Chiaki und Midori blieben lange nachdem das Dessert serviert, wurde noch im Esszimmer. Lang genug, dass Maron wiederkam und sich ihnen anschloss.
„Wie war dein Tag mit Sora und Zen?“, fragte Midori.
„Ereignisreich.“ Maron gab Chiaki einen Kuss, setzte sich neben ihn hin und nahm unter dem Tisch seine Hand. Sie begann von der Einschulung und alles, was danach noch geschah zu erzählen. Verzückt hörte Midori zu.
Nach einer Weile rückte Midori vom Tisch zurück. „Ich werde mich fürs Bett fertig machen. Komm hoch und red‘ mit mir noch etwas, bevor du schlafen gehst“, sagte sie an Maron gewandt.
„Werde ich“, erwiderte Maron warm lächelnd.
Ein Gespräch zu dem Chiaki nicht eingeladen war.
Ihr Verhältnis hatte ihn anfangs gestört, als er dachte, sie beruhe auf Schuld und Pflichtgefühl. Er wollte nicht, dass seine Mutter das Gefühl besaß für Kaiki’s Sünden bezahlen zu müssen.
Das war seine Aufgabe. Maron zu unterstützen. Ihr alles zu geben, was sie brauchte und für den Hass wiedergutzumachen, den Kaiki in ihm einpflanzte.
So hatte Chiaki sich früher gefühlt. Jetzt konnte er sehen, dass ihre Freundschaft echt war. In vielerlei Hinsicht haben sie sich gegenseitig mehr geholfen, als jemand anderes es konnte.
„Worüber denkst du nach?“, fragte Maron, riss ihn ins Hier und Jetzt zurück. Sie strich mit ihren Lippen über sein Ohr. Midori war längst weg und die beiden waren allein.
„Ich dachte daran, dass du meine Mutter mehr magst als mich.“
Sie kicherte und nippte an seinem Ohrläppchen. „Lächerlich. Ich liebe euch beide gleich.“
„Verdammt. Trotz täglicher Orgasmen, die ich dir liefere, gewinne ich nicht?“, fragte er mit erhobener Braue.
„Wer sagt, dass die alle echt sind.“
„Das war’s!“
Kreischend rannte Maron davon. Chiaki jagte sie durch den Flur, ins Wohnzimmer, über die Wohnzimmercouch. Sie schoss zur Hintertür und floh nach draußen zum Pool.
Er fing sie ein und packte sie hoch. Maron schrie und zusammen fielen sie in den Pool rein.
„Chiaki!“
„Ich hab’ dich.“
Sie klammerte sich mit den Händen an ihm, die Beine fest um seine Hüfte gelegt. Er stand mit beiden Füßen im Pool, das Wasser reichte ihnen bis ans Kinn.
„Du solltest wirklich in Erwägung ziehen, schwimmen zu lernen“, sagte Chiaki ihr.
„Sollte ich“, murmelte sie. „Ist womöglich längst überfällig.“
Er blickte sie an. Dicke, kastanienbraune Strähnen klebten an ihren Wangen. Er strich sie zurück, fuhr mit den Fingern nach unten zu ihren Lippen. Tröpfchen klammerten sich an ihre dichten, langen Wimpern. Sie fielen, wenn sie blinzelte - tropften auf seine Finger.
Maron Kusakabe war wirklich das schönste Wesen, das auf dieser Erde wanderte. Unübertrieben.
Sie glaubte es selbst nicht. Sie bemerkte die Leute nicht, die abrupt stehen blieben, wenn sie vorbeilief. Die Männer, die ihn mit Neid ansahen oder die Frauen, die zweimal blinzelten, um zu sehen, ob sie auch wirklich real war.
Es erstaunte ihn jeden Tag, dass sie ihn gewählt hatte. Aber wenn Chiaki ehrlich mit sich war, so hatte er nie vorgehabt ihr eine Wahl zu geben.
„Du gehörst mir, Kusakabe. Das weißt du, oder?“
„Wurde ein- oder zweimal erwähnt.“
Chiaki strich ihr ein paar weitere nasse Strähnen aus dem Gesicht. Er würde alles für dieses Mädchen machen. Alles, um all die vergeudeten Jahre in ihrer Jugend wiedergutzumachen. Ganz gleich, ob sie ihm schon vor Ewigkeiten verziehen hat, er hatte sich selbst geschworen, den Rest seines Lebens für seine Taten zu büßen.
Sie küssten sich - langsam und ausgiebig, was sein Verlangen nach ihr verstärkte. Eine normale Reaktion. Er war jedes Mal scharf nach ihr, wenn sie sich küssten.
„Ich habe nachgedacht“, sagte er nach einer Weile.
Maron kraulte ihm die Haare am Nacken. „Worüber?“
„Über Väter. Besonders meinen.“
Sie hielt inne. „Du meinst deinen leiblichen Vater?“
Chiaki nickte. „Ich habe versucht zu glauben, dass es keine Rolle spielt, aber ich muss es wissen, M.“
„Chiaki.“ Sie küsste seine Nasenspitze. „Ich weiß, es ist schwer. Was immer du tun willst, ich unterstütze dich. Sag Midori, dass du es weißt. Sie wartet wahrscheinlich auf den Tag, an dem du es tust. Das ist ein großes Geheimnis, welches vor dem Mann bewahrt wird, den ich liebe.“ Maron schnappte sich eine vorbeischwimmende Wassermatte und kletterte darauf. Chiaki schwamm sie ein wenig um den Pool, genoss dabei ihre Hände in seinen Haaren. „Deine Mutter und ich haben seit damals nicht mehr darüber gesprochen, Chiaki.“
„Ich werde ihr nicht sagen, wie ich es herausgefunden habe. Ich werde sagen, dass ich das Testament oder so etwas gefunden habe.“ Er seufzte. „Fürs Erste werde ich versuchen ihn selbst zu finden. Mom hat genug durchgemacht. Ich will keine weiteren schmerzhaften Erinnerungen hochbringen.“
Maron umfasste seine Wange. „Ich werde dir helfen, wo ich kann. Wenn du Hilfe möchtest.“ Sie grinste ihn an. „Wir könnten Kenji’s Wasserflasche aus dem Müll fischen und ins Labor schicken“, scherzte sie. „Wie komisch wäre das, wenn es der Mann wäre, der die ganze Zeit in deiner Nähe war? Und dich beschützt hat.“
„Wie komisch wäre es, wenn es der Mann wäre, mit dem sie eigentlich eine Zukunft hätte haben sollen?“, entgegnete er, „Freundlich und fürsorglich und aufgegeben - für einen Mann, der ihr Retter hätte sein sollen und stattdessen ihr Albtraum wurde.“
Maron sah ihn durchdringend an. „Redest du von jemand bestimmten?“
Chiaki stoppte ihre Matte am Ansatz der Pooltreppe. „Lass uns hoch gehen. Ich lasse den Koch dein Essen warm machen und es auf unser Zimmer bringen.“
Doch Maron hielt ihn fest. „Chiaki, sag es mir“, bat sie ihn sanft und doch bestimmt.
„Ich weiß nicht, was es groß zu sagen gibt“, gab er zu. „Mom erzählte mir von einem Mann, mit dem sie in der Uni ausging. Sie liebte ihn. Ich konnte es deutlich sehen. Sie sagte, dass er da war, nachdem sie geheiratet hatte und erst irgendwann später wegzog. Mom wurde mit mir schwanger, ein Jahr nachdem sie Kaiki geheiratet hatte.“
Chiaki hob Maron in seine Arme hoch und trug sie rein.
Maron hielt ihre Stimme gedämpft, obwohl Midori die beiden von ihrem Zimmer aus nicht hören konnte. „Wie willst du ihn finden, ohne sie zu fragen?“
„Es müssen alte Fotos herumliegen. Wenn ich nichts herausfinden kann, werde ich mit ihr reden, aber es ist einfacher für mich das so zu machen. Ich bin sicher, sie hat ihre Gründe die Wahrheit zu verbergen. Es könnten dieselben Gründe sein, die sie dazu bringen mich anzulügen.“
„Alles, was sie getan hat, ist, um dich zu beschützen, Chiaki“, sagte Maron. „Keine Zweifel.“ Sie vergrub ihr Gesicht in seinen Hals. „Sag mir einfach, was ich tun soll, und ich werde es tun.“
„Werde ich, aber nicht jetzt. Nach der Prüfungsphase. Ich habe einundzwanzig Jahre überstanden, ohne den Kerl zu kennen. Ich kann noch ein paar Tage warten.“
Oben wuschen sie sich und Chiaki machte es sich mit Maron und ihrem Abendessen auf dem Bett gemütlich. Danach würde Maron noch kurz zu Midori rübergehen, ehe sie schließlich schlafen gingen.
„Was würdest du machen, wenn du ihn gefunden hast?“, fragte Maron mit Neugier in der Stimme. „Würdest du ihn kontaktieren?“
Chiaki neigte nachdenklich seinen Kopf und zuckte seufzend mit den Schultern. „Keine Ahnung. Was würdest du machen? Was würdest du mir raten?“
Maron schürzte ihre Lippen. „Ich weiß es nicht.“
„Komm schon, M.“
„Es geht nicht darum, dass du die Antwort selbst herausfinden sollst, Chiaki. Ich weiß es wirklich nicht. Ich sehe das aus verschiedenen Blickwinkeln. Als deine Freundin. Als jemand, die selbst ihren Vater nicht kennt. Als zukünftige Therapeutin. Jede hat eine andere Antwort.“
Er dachte daran zurück, wie sie zusammen vor dem Haus ihres Vaters standen und sie sich dazu entschied wegzufahren.
Maron legte liebevoll ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn sanft. „Was sagt dein Gefühl?“
Chiaki atmete durch, ging tief in sich. „Ich will ihn kennenlernen.“
Sie lächelte ihn warm an. „Da hast du deine Antwort.“
***

[Monate später]

Es war Weihnachten und sehr früh am Morgen, als er zur Uhr blinzelte. Die Morgensonne brach durch die Gardinen durch, als Chiaki seine Augen öffnete, während Maron ihn mit sanften Küssen auf dem Gesicht weckte.
Seine Lippen formten sich bei dem Anblick von ihr automatisch zu einem Lächeln.
„Guten Morgen“, lächelte Maron ihn süß an.
„Hi.“ Chiaki legte einen Arm um sie und küsste sie sanft und leidenschaftlich zugleich.
„Ich hab’ gar nicht mitbekommen, dass du gestern ins Bett gekommen bist“, sagte sie.
„Du warst auch tief und fest am Schlafen, als ich nach Hause kam.“
„Wie war’s gestern?“, fragte sie.
„Gut. Wir gingen Last-Minute-Weihnachtsgeschenke kaufen. Haben geredet. Und ein paar Biere gehabt“, antworte er. „Ich lud Mom ein sich uns anzuschließen. Sie kam, als er gerade gehen wollte. Aber sie kam.“
„Ich bin so stolz auf dich.“ Erneut gab Maron ihm einen Kuss, den er mit Freude erwiderte.
Nach dem einen Gespräch mit seiner Mutter hatte es einige Zeit gedauert, bis Chiaki ihren damaligen Freund -seinen leiblichen Vater- ausfindig machen konnte.
Er war hin und her gerissen, ob er seinen Vater kontaktieren sollte. Einen Monat nachdem er ihn gefunden hatte, sprach er das Thema schließlich bei seiner Mutter an. Midori blockte jedes Gespräch über ihn ab, beharrte mit Angst und Panik darauf, dass Kaiki sein Vater sei und alles andere nur wilde Gerüchte wären - was für Chiaki der Tritt in den Hintern schließlich war die Nummer zu wählen.
Das war das erste Mal in seinem Leben, dass er mit seiner Mutter ihm richtigen Konflikt stand. Eine ganze Woche lang sprachen sie nicht miteinander. Midori hatte dem Mann nie erzählt, dass Chiaki existierte, und der zornige, traurige Anruf, den sie erhielt, ließ sie in Tränen zurück. Chiaki verstand, warum sie diese Entscheidung traf. Midori’s Angst vor Kaiki dominierte sie. Er war schrecklich zu ihr, nachdem er die Wahrheit herausfand und machte ihnen das Leben schwer. Dies erstreckte sich noch lange nach seinem Tod hinaus. Weshalb es Zeit war, sich nicht mehr davor zu verstecken. Weshalb Chiaki am Ende beschloss, dass er seinen leiblichen Vater kennenlernen musste. Dies alles sagte er Midori auch, wodurch sie schließlich lockerließ.
Seitdem haben Chiaki und sein Vater es sich zur Aufgabe gemacht, jede Woche miteinander zu sprechen. Gestern trafen sie sich zum ersten Mal persönlich.
„Wie ist er so?“, fragte Maron interessiert.
„Als ob du nicht wüsstest, wie er ist“, erwiderte er. „Du platzt bei jeder Gelegenheit in unsere Anrufe rein.“
Sie lachte. „Ich kann nicht anders. Ich möchte wissen, wie viel von deiner Persönlichkeit vererbbar ist. Ich bereite mich auf die zukünftigen Mini-Chiakis vor.“
„Süß“, sagte er nur. Chiaki zog sie näher heran, suchte unter ihren Haaren nach der empfindlichen Stelle unter ihrem Ohr. Sie summte unter seinen Küssen.
Maron rutschte zwischen seinen Beinen. „Wollen wir frühzeitig Geschenke auspacken? Bevor die anderen kommen“, raunte sie.
„Gib mir eine Minute, um eine Schleife darauf zu setzen“, zwinkerte er.
Chiaki wollte an ihrer Unterlippe knabbern und seine Hand unter ihr Schlafshirt gleiten lassen, als Maron von ihm wegrückte.
„Schließ zuerst die Tür. Du machst dein Geschenk zuerst auf.“
„Ich war gerade dabei mein Geschenk aufzumachen.“ Er rollte aus dem Bett und schloss die Zimmertür.
Eine kleine, verpackte Box erschien in ihren Händen, als er zum Bett zurückkehrte. Maron sah Chiaki dabei zu, wie er es annahm und das Papier entfernte.
Seine Augen wurden groß und er erstarrte, als er die Box öffnete und den schönen Ring darin erblickte. „Das ist...“
„Ein ganz bestimmter Ring“, sagte sie. „Ein ganz bestimmtes Geschenk für den Mann, der schon alles hat.“ Maron blickte ihm stetig in die Augen. „Willst du mich heiraten und zur Frau nehmen?“, fragte sie mit einem Hauch von Nervosität in der Stimme.
Chiaki sah sie für einige Sekunden völlig verdutzt an und stieß anschließend ein ungläubiges Lachen aus. Kurz drehte er sich zu seinem Nachtschrank um, machte eine Schublade auf.
Ihre Augenbrauen haben sich verwirrt zusammengezogen, als er sich wieder Maron zuwandte.
„Du ruinierst mir wirklich alles, Kusakabe“, sagte Chiaki, hatte eine kleine Schatulle in seinen Händen. Mit einer flinken Bewegung öffnete er sie und ein prachtvoller Diamantring kam zum Vorschein. Maron schnappte hörbar nach Luft, hielt sich die Hände vor dem Mund.
Mit einem breiten, liebevollen Lächeln blickte er sie an. „Ja, M. Ich will dich heiraten und zur Frau nehmen.“
Überwältigt schmiss Maron sich in seine Arme, mit Freudentränen in den Augen und küsste ihn stürmisch. Kurz lösten sie sich, um sich überglücklich die Ringe gegenseitig anzustecken.

Nach einem weiteren langen Kuss, hob Chiaki sie in seinen Armen hoch und trug sie zum Flügel. „Ich glaube, ich schulde dir jetzt zwei Geschenke.“
„Ich glaub’ nicht, dass wir sowas vereinbart haben.“
„Doch.“ Er klappte die Tasten auf und begann zu spielen. Es war ein neues Stück, was er ihr noch nie gespielt hatte. Was er ihr komponiert hatte.
Noch mehr Tränen entkamen Maron’s Augen und sie lächelte in berührt an. „Das war wunderschön“, flüsterte sie, als er fertig war und küsste ihn zum Dank.
Chiaki legte einen Arm um ihre Taille. „Nun zum letzten Geschenk“, murmelte er gegen ihre Lippen, klappte die Tasten zu und hob sie auf den Deckel des Flügels an. Kichernd legte sie sich zurück, öffnete sich ihm, während er sich sein Shirt auszog.
Seine Lippen strichen über die Innenseite ihrer Beine, als er sachte mit seinen Fingern über ihren Bauch entlang glitt, über ihre Brust und dabei ihr Top mit sich hochschob. Momente später entfernte er ihr die wenigen Klamotten, die sie an hatte.
Er hatte es bereits auf jeglicher Art und Weise, in jeder ihm bekannten Sprache gesagt: Maron war die schönste, sinnlichste, verführerischste Frau, die je auf diesem Planeten existierte. Manchmal blickte er sie an und versuchte zu verstehen, wie eine Mixtur aus Genen diese ehrlichen Augen, weichen Locken und verführerisch vollen Lippen kombinieren konnte.
„Du sagst, ich sei zu umwerfend, um legal zu sein, aber verdammt, Mädchen, hast du dich selbst gesehen?“, sagte er, küsste erregt ihre Lippen.
Sie lachte rau. „Du bekommst immer diese herzförmigen Augen, wenn meine Kleider weg sind. Angezogen bin ich wie jede andere Sterbliche.“
„Falsch“, widersprach er ihr, küsste ihren Hals. „Du bist anmutig, schön und stolz, wie eine Göttin. Gleichzeitig sanft und zerbrechlich, wie ein Engel-“
„Die dir dennoch den Arsch versohlen kann.“
„Ein großmäuliger Racheengel“, kicherte er mit tiefer Stimme. „Mein.“
Seine Lippen wanderten weiter nach Süden, nippten an willkürlichen Stellen über ihre sensible Haut. Ihr Atem stockte, als Chiaki sich wieder nach oben begab.
„Dein Geschenk erlaubt keine Neckereien.“ Maron verwirrte ihre Finger in seinen Haaren, während er an ihrer Halsbeuge nippte und knabberte. „Du schlägst die falsche Richtung ein, Nagoya.“
Er gab ihrer Kehrseite einen Klaps, was sie zum Quietschen brachte. „Meinem Geschenk ist diese freche Attitüde nicht erlaubt.“
„Diese freche Attitüde war Teil des Deals, als du dich in mich verliebt hast. Schnall’ dich besser an. Ich werde dich die nächsten siebzig Jahre auf Trab halten.“
Er neckte sie mit seiner Zunge auf ihrer Brust und biss leicht zu. „Ich werde dich auf Trab halten.“
Damit legte er ihre Beine über seine Schultern und sank den Kopf zwischen ihnen herab. Sie stieß ein langes, genüssliches Zischen aus. Nach einer Weile begann sie zu wimmern und sich zu rekeln.
„Fuck, Chiaki... das fühlt sich so gut an.“ Ihr Hand ballten sich in seinen Haaren zur Faust. „Du kannst dieses Geschenk ruhig jeden Morgen öffnen.“
Mit einem rauen Lachen in der Kehle zog Chiaki sich von ihrer Mitte zurück. Maron zitterte vor Verlangen, hakte ihr Bein um ihn, um sicherzugehen, dass er nicht wegging.
Als ob er das könnte. Maron war eine Sucht, von der er nie loskommen könnte.
Er entledigte sich seiner Hose und legte seine Finger auf ihre geöffneten Beine. Als er schließlich in ihr war, entkam ihm ein ersticktes Stöhnen. Gott, er liebte dieses unbeschreiblich schöne, warme Gefühl ihres Körpers um ihn.
Langsam und stetig bewegte er sich – was beide um den Verstand brachte.
„Schneller“, keuchte sie, nahezu gequält.
„Kann nicht“, entgegnete er konzentriert, „Bin noch dabei den Moment zu genießen.“
„Dein Leben hängt von diesem Moment ab“, drohte sie ihm schwer atmend.
Chiaki lachte laut auf und schenkte der Frau, die sein Leben auf dem Kopf gestellt hat, ein diabolisches Grinsen. Es war schwer vorstellbar, dass es jemals eine Zeit gab, in der er ohne Maron leben wollte. Man sagte, dass Jungs furchtbar dumm seien. Man lag hundertprozentig richtig bei ihm. Er war dumm. Der größte Idiot, den es auf Erden gab. Man solle ihm eine Medaille dafür geben…
Maron wimmerte unter ihm, wölbte ihren Rücken auf dem Flügel. Er nahm ihre Hüfte hoch und traf eine bestimmte Stelle tief in ihrem Inneren. Sie stöhnte, laut und ungehemmt. Er liebte es sie zu dominieren und er wusste, dass sie es auch liebte.
Schließlich ging er ihrer Aufforderung nach und wurde schneller, wodurch ihre Schreie direkt eine Oktave höher ging.
„Härter“, entkam es ihr gerade so und diesen Wunsch schlug er ihr definitiv nicht ab. Die Laute, die ihr entkamen, waren ein Geschenk Gottes.
Unterdessen versuchte Chiaki seinen eigenen Höhepunkt hinauszuzögern.
Der Anblick von Maron war an sich schon ein Meisterwerk. Seidige Wellen breiteten sich auf der glänzenden Oberfläche aus. Ihre helle, perfekte Haut stand im idealen Kontrast zum dunklen Holz. In genau solchen Momenten wünschte er sich, dass sein Talent Kunst war, damit er dieses perfekte Bild von ihr für immer festhalten konnte. Oder Fotografie.
Nach einer Weile hielt er den Druck nicht mehr stand und explodierte, während sie so stark kam, dass sie vom Flügel runterrutschte und sie beide auf die Bank fielen.
Maron klammerte sich wie ein Koala an ihm, bedeckte sein Gesicht mit Küssen, während Chiaki sie in seinen Armen hielt und durchatmete.
„Ich liebe dich“, flüsterte sie, küsste ihn lange und gefühlvoll.
„Ich liebe dich auch“, erwiderte er gegen ihre rot geschwollenen Lippen.
„Alles ist so, wie ich es mir erträumt habe.“ Maron lächelte ihn an. „Und ich weiß, dass jeder einzelne Tag, den ich mit dir verbringen werde, perfekt sein wird.“
Dem hat Chiaki nichts entgegenzubringen.
***

***

[Zehn Jahre später]

„Wir haben zu viele.“
Maron hörte auf ihr Baby zu schaukeln und drehte sich zu Chiaki um, der in ihr Tanzstudio reinkam, mit ihren dreijährigen Sohn Haru unter seinem Arm. Seine Krawatte fehlte, sein Hemd lugte halb aus der Hose raus und seine Haare standen in allen Himmelsrichtungen ab.
Sie machte die Musik aus. „Hast du gut gemacht, Korron. Mach eine Pause.“
„Okay, Mama“, sagte die Zehnjährige, hörte auf zu tanzen und ging zum Tisch, um ihre Wasserflasche zu holen. Anschließend war ihr nächster Halt ihre kleine Schwester.
Maron legte ihr Yuna in die Arme und Korron ging anschließend mit ihr aus dem Zimmer. Die Kleine konnte sich keine zwei Meter von dem Baby fernhalten – es war sehr herzerwärmend.
Maron strahlte Chiaki mit einem belustigten Lächeln an. „Wovon haben wir zu viel?“
„Davon.“ Er nickte auf Haru herunter, der frech kicherte. „Kinder. Vielleicht können wir welche zurückgeben.“
Haru befreite sich aus seinem Griff, drehte ein paar Runden im Tanzstudio, ehe auch er aus dem Zimmer verschwand.
„Ich befürchte, dass wir sie schon zu lange haben“, erwiderte Maron amüsiert, schlang ihre Arme im Chiaki, „Sie sind uns ans Herz gewachsen.“
„Shit. Du hast recht.“
„Was ist passiert?“
„Hat mich attackiert, als ich aus dem Büro kam.“
Sie lachte laut auf. „Von wem diese schelmische Ader wohl kommt...“
„Hey“, wisperte er, zog sie näher zu sich heran. „Pass ja auf, Kusakabe.“
Ihr Grinsen wurde breiter bei dem vertrauten Klang ihres Mädchennamens aus seinem Mund. Anschließend legte er seine Lippen auf ihre, gab ihr einen langen Kuss, den sie in jeder Faser ihres Körpers spürte. Atemlos löste sie sich von ihm. Fünfzehn Jahre waren sie inzwischen zusammen und Chiaki schaffte es immer noch, ihr Herz zum Rasen zu bringen.
Er blickte sie schief an. „An was denkst du?“
Sie legte ihre Hand über sein Herz. „Ich-“
„Mama. Papa“, kam es von Korron. „Essen ist fertig.“

Hand in Hand begaben sie sich zur Terrasse. Maron mit Korron, während Chiaki Yuna hielt. Auf halbem Wege entschied Yuna sich dazu, den Kopf ihres Vaters zu packen und in ihren Mund zu stecken. Zumindest versuchte sie es. Der trockene Blick, den Chiaki ihr gab, löste in Maron wieder einen Lachflash aus.
Auf der Terrasse unterhielt Midori sich mit Sora, während Zen und seine Freundin mit Haru spielten. Als sie dazustießen, wurde sich hingesetzt, gegessen und sich ausgelassen unterhalten.
Nach einiger Zeit sah Maron zu Chiaki. Yuna hatte es aufgegeben ihn fressen zu wollen und kuschelte sich in seine Halsbeuge rein, driftete in den Schlaf weg. Ein warmes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen bei dem Anblick.
Ihr bester Freund.
Ihr geliebter Ehemann.
Ihr Seelenverwandter.
Chiaki war ihr Seelenverwandter, lange bevor einer von ihnen es wusste.
Er war der Vater, mit dem er gerne aufgewachsen wäre. Der Chef, der das Unternehmen in die richtige Richtung lenkte. Der Sohn, der den seiner Mutter jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Und der Liebhaber, der sie jede Minute an jedem Tag liebte, begehrte und wunderschön fühlen ließ.
Fast zwanzig Jahre waren seit ihrem ersten Kennenlernen vergangen, wie ein wilder Wirbelsturm. Sie fingen als Spielkameraden an. Eine Serie an unglücklichen Ereignissen machte sie zuerst zu Feinden und dann zu Freunden. Und schließlich zu Liebenden.
Jetzt waren sie eine Familie, bestehend aus drei Kindern und vier Haustieren.
Manch einer würde ihre Geschichte als episch oder einzigartig bezeichnen...ganz gleich, ob episch oder einzigartig – es war definitiv mit viel Wahnsinn, Tränen und Emotionen gefüllt.
Sie waren weit gekommen - aber Maron wusste, dass das erst der Anfang war.
„Chiaki.“ Sie legte ihr Kinn auf seine Schulter ab und strich Yuna über die weiche Wange. „Denkst du immer noch, wir haben zu viele?“
„Nö. Du hattest recht. Sie sind mir ans Herz gewachsen.“ Er küsste Yuna sanft auf die Haare und zwinkerte Maron zu. „Ich würde nichts an unserer Familie ändern wollen.“
„Nun...Ich denke, eine Sache müssen wir ändern.“
Seine Brauen zogen sich zusammen. „Was?“
„Die Zahl.“
„Die...“
Lächelnd rieb Maron sich ihren Bauch. „Ich denke, in ein paar Monaten gehen wir von drei auf vier.“
Ein riesiges, glückseliges Grinsen breitete sich über sein Gesicht aus. „Bist du dir sicher?“
Ihr Grinsen kam seinem gleich. „Ich bin mir sicher.“
Chiaki überschüttete sie mit Küssen, was angeekelte Laut von den Kindern auslöste und Gelächter von den anderen – und ihnen selbst.
„Ich liebe dich, Maron. Für immer. Ich habe dich nie verdient, aber verdammt, ich werde dich nicht aufgeben.“
Sie hielt lachend seine Hand an ihren Bauch. „Uns fehlen noch ein paar tausend Jahre fürs Für Immer, mein Lieber.“

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Ende.
Danke fürs favorisieren, kommentieren, empfehlen und lesen!

Ein schönes Wochenende und man liest sich :)
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