Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Unbreakable

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe OC (Own Character)
18.09.2020
08.10.2021
50
219.138
14
Alle Kapitel
87 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.09.2021 3.996
 
FORTY-SIX

[Eine Woche später]

„Und, was hat Sora gesagt?“, fragte Natsuki.
„Du kannst dir vorstellen, wie aufgebracht sie war“, antwortete Maron, wechselte die Hand zum Telefonieren. „Sie will nicht, dass ich zurückgehe.“
„Willst du zurück?“, fragte Natsuki skeptisch und besorgt zugleich.
Maron antwortete nicht, legte wortlos einen Umschlag auf einen Stapel Briefe, dass in den Postkasten demnächst gehen sollte. Es war an die Ribbon Universität gerichtet. Ihr Bewerbungsschreiben befand sich darin.
„Wie geht es dir eigentlich?“, fragte Maron, wechselte abrupt das Thema, „Wie geht es dir und Shinji?“
Ein schweres Seufzen war auf der anderen Seite zu hören. „Wir hatten bessere Tage. Er versprach mir, dass er sie nicht geküsst hat. Kodachi wäre auf ihn zu gerannt, heulte über etwas, das ihr ins Auge geflogen sei und als er sich runterbeugte, um zu schauen, küsste sie ihn plötzlich und rannte davon. Er hätte mir zumindest was davon sagen können, als es passiert ist.“
„Er wollte dir garantiert nicht wehtun und hatte bestimmt nicht erwartet, dass man ihm eine böse Falle gestellt hat.“
„Ja, ich weiß“, sagte Natsuki seufzend, „Es ist nicht so, dass ich ihm nicht glaube, aber als ich das Foto sah...es war, als hätte man mir das Herz rausgeschlagen. Es war so g-grausam, M.“ Ihre Stimme erstickte etwas. „Und Kimi und Noyn...Gott, jeder hat das gesehen. Kimi hat die ganze Woche geweint.“
Maron’s Hand ballte sich zur Faust. Es war schwer zu glauben, dass eine Woche schon vergangen war, seit dieser furchtbaren Nacht.
„Miyako und Cersia werden für das Gras und den Pillen garantiert verwiesen“, sprach Natsuki weiter. „Ich wusste, dass sie hart zuschlagen würden, aber das... das war...“
„Grausam“, sagte Maron mit tonloser Stimme. „Wie du eben sagtest.“
Es herrschte eine erdrückende Stille in der Leitung. Maron sah zu dem kleinen Zen, der fröhlich mit seinem Spielzeug auf dem Wohnzimmerteppich spielte. Sie versuchte sich vorzustellen, wie sie selbst ein Kind großziehen würde, auf Grundlage eines jahrhundertalten Vermächtnisses voller Hochstapelei und Intrigen, und es dann zur Akademie schickte, um diese Tradition fortzusetzen. Ein kalter Schauer überkam sie und ihr Kopf lehnte diese Vorstellung entschieden ab.
Es war einfach nur falsch.
„Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht, was du erzählt hattest“, sagte Natsuki.
Ein Tag nachdem sie nach Hause kam, hatte Maron ihr, Chiaki, Shinji, Yamato und Kagura, alles erzählt, was Toki ihr offenbart hatte. Es war für alle ein Schock.
„Dreizehn Familien. Leute, die uns beobachten und darauf warten, dass unsere Talente deren Konto füllt... Ich habe seit diesem Tag nicht mehr richtig geschlafen.“
„Geht mir genauso.“
„Mom ist auch ausgeflippt.“
„Du hast es deiner Mutter erzählt?“
„Ja. Dad auch. Wir hatten letztens eigentlich ein gutes Gespräch abends gehabt. Ich sagte ihnen, wie ich mich fühle. Es war komisch alles rauszulassen.“ Sie lachte sanft. „Aber sie öffneten sich auch und entschuldigten sich bei mir für die miese Erziehung.“
„Ich bin froh, dass zu hören, Natsu.“
„Ja. Aber die Sache ist die, sie haben keine Ahnung, wer die anderen elf Familien sein könnten. Sie hörten von den Spades, aber sie hätten nie gedacht, dass die eine Art Mafia-Organisation seien. Sie denken auch darüber nach, mich von der Schule zu nehmen.“
„Kann ich ihnen nicht verübeln.“
„Was sagt denn Chiaki dazu?“
Maron seufzte. „Nicht viel. Er wusste wahrscheinlich auch nicht, was er sagen soll…Aber ich werde ihn heute sehen, also reden wir bestimmt nochmal darüber.“
„Ich bin froh, dass ihr es immer noch durchzieht. Auch wenn ihr es eine Woche nach hinten verschieben musstet. Ihr braucht das nach allem, was ihr durchgemacht habt. Besonders du, M.“
„Deine Liebe und Unterstützung ist alles, was ich brauche, Natsu“, sagte Maron warm lächelnd, „Genauso wie ich dich lieben und unterstützen werde, was auch immer du beschließt zu tun.“
„Awww! Ich wünschte, du wärst hier, damit ich dir ‘ne fette Umarmung geben kann.“
Diesmal entkam Maron ein Lachen. „Kann es kaum erwarten, wenn du vom Urlaub wiederkommst.“
„Bis dahin rufe ich dich jeden Tag an, M.“
„Perfekt.“
„Ich muss jetzt gehen, aber ich ruf dich morgen an.“
„Okay. Bye, Natsu.“
Maron legte auf und spielte ein wenig mit Zen.

Sie war dabei ihren kleinen Bruder zu kitzeln, als Sora kam und ihr sagte, dass Chiaki da war.
Automatisch bildete sich ein aufgeregtes Lächeln auf ihren Lippen. Maron verabschiedete sich von ihrer Tante und dem lachenden Kleinkind.
Chiaki stand auf der Veranda und wartete auf sie. Er sah toll aus in seiner losen Jeans und dem enganliegenden Hemd. Seine Haare waren locker nach hinten gestylt.
„Hallo, M.“
„Hi.“
Sie küssten sich. Maron legte sehnsüchtig ihre Arme um ihn, hatte ihn über der Woche vermisst.
„Bist du bereit?“, fragte er, hatte seine Hände auf ihrem Rücken.
„Mehr als bereit.“
Er nahm ihre Hand und führte sie zum Auto. Gentlemanlike öffnete er ihr die Tür.
Maron wartete, bis sie drinnen waren, um ihn mit Fragen zu grillen. „Wirst du mir von dem Hotel erzählen, in dem wir einchecken werden? Was werden wir dieses Wochenende machen? Es wird einige Festivals geben. Wir können sie uns ansehen. Oder shoppen gehen. Oder Filme schauen.“
Chiaki lachte auf. „Wir tun alles, was du willst, aber zuerst möchte ich dich wohin bringen.“
„Geht es um deine letzte Wiedergutmachung?“, fragte sie.
„Ja“, antwortete er, mit einer gewissen Ernsthaftigkeit in der Stimme.
„Wirst du mir sagen, was es ist?“
„Noch nicht, aber du kannst mir vertrauen.“
Sie vertraute ihm. Sie vertraute ihm mit ihrem Leben.
Chiaki reichte über der Konsole nach ihrer Hand und verschränkte ihre Finger fest miteinander.
Sie redeten während der Fahrt. Die Themen waren zunächst leicht, doch dann schweiften sie zu einem bestimmten Thema über.
„Ich wusste nichts von Kaiki und den dreizehn Familien“, sagte Chiaki, „Mom war genauso geschockt wie ich, als ich ihr alles erzählte.“
„Kein Wunder. Toki sagte, dass Kaiki dir dieses Vermächtnis verweigerte.“
„Ich habe es schon oft gedacht, aber ich sage es jetzt auch laut: Ich bin froh, nicht sein Sohn zu sein.“
„Ich wünschte nur, wir wüssten, wer die anderen elf sind.“ Maron drückte seine Hand fester. „Wir würden es wissen... wenn die Jahrbücher nicht geklaut worden wären.“
„Die Jahrbücher?“
„Ja. Ich denke über nichts anderes nach als an die verschwundene Sporttasche. Toki hatte alle Bücher mitgebracht, anstatt nur den einen, den ich wollte. Wenn ich sie alle gesehen hätte, hätte ich das Geheimnis womöglich herausgefunden. Ich hätte die dreizehn Nachnamen notiert, die im Laufe der Jahre immer wieder auftauchten und zur allerersten Klasse zurückführten.“
Chiaki stieß einige Flüche aus. „Fuck, das macht natürlich Sinn.“ Er blickte von der Straße weg und sah sie an. „Aber es gibt andere Wege es herauszufinden. Wir könnten die öffentlichen Aufzeichnungen nach Familien prüfen, die in Tanemura City seit ihrer Gründung leben.“
„Das wären zu viele Leute“, entgegnete Maron. „Die Familie von Natsuki’s Mutter hatte für viele Jahre dort gelebt. Abgesehen davon besteht keine Garantie dafür, dass die elf Familien in der Nähe von der Akademie leben. Es ist eine Privatschule. Schüler müssen nicht pendeln.“
„Shit. Du hast recht.“ Chiaki dachte für einen Moment nach. „Selbst wenn wir das hinbekommen und die Familien eingegrenzt haben, so würden wir keinen Zugang zu den Aufzeichnungen der Schüler haben, um zu bestätigen, dass sie bis in die erste Klasse zurückgehen.“
„Genau. Der einfachste Weg war sich die Jahrbücher anzuschauen, weshalb Toki sie mir heimlich übergeben wollte und weshalb sie jetzt gestohlen wurden. Wir müssen andere Exemplare finden.“
„Es gibt keine in meinem Haus. Ich meine, es gibt eins von Mom und Kaiki’s Abschlussjahr, aber nur dieses eine. Ich habe noch nie andere gesehen.“
„Es muss mehr geben. Vielleicht in der Schule.“
Chiaki blickte wieder zu ihr. „Du willst doch nicht wieder zur Schule zurück, oder? Nicht nachdem...“
Maron presste sich die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen. Ihre Brust verengte sich, als sie sich an die Botschaft der unnatürlichen Stimme und dem erstickenden Wasser erinnerte.
„Ich- ich weiß es nicht“, gab sie resigniert zu.
„Musst du auch nicht“, flüsterte er, sprach sanfter auf sie ein. „Selbst wenn du nicht zurückkommst, werde ich niemals aufgeben, diese Arschlöcher zu finden und sie für das bezahlen zu lassen, was sie dir angetan haben. Sie werden nicht damit durchkommen. Wenn es sein muss, prügle’ ich die Wahrheit aus jedem in dieser Schule raus.“
Ein leises Kichern entkam ihr, während sie sich eine Träne wegwischte. „Ich weiß, dass du nicht aufgeben wirst.“
Mehr sagte sie dazu nicht und Gott sei Dank wechselte Chiaki das Thema.
Für die nächste Stunde entspannte Maron sich wieder. Sie wusste nicht, wohin sie fuhren, aber sie vertraute ihm.
***

Schließlich fanden sie sich auf einer ihr unbekannten Landstraße, mit hübschen Geschäften und kleinen Läden wieder.
Chiaki fuhr in eine Einbahnstraße rein, in eine Sackgasse und hielt den Wagen am Bürgersteig an.
„Chiaki? Wo sind wir hier?“, fragte Maron, sichtlich verwundert.
Er antwortete nicht.
Stattdessen lehnte er sich zu ihr rüber und zeigte aus dem Beifahrerfenster.
Maron erblickte neben sich ein zweistöckiges Haus mit einem kleinen, blauen Zaun. Zwei Autos standen in der Einfahrt und ein pinkes Fahrrad neben ihnen.
„Wer lebt hier?“
„Maron.“ Etwas in seiner Stimme brachte sie dazu Chiaki anzusehen. Da war etwas in seinem Gesichtsausdruck, dass sie nicht deuten konnte. „Ich sagte, dass du dir deine Wiedergutmachungen nicht aussuchen kannst, aber das hier schon. Wenn du willst, starte ich den Wagen, fahre davon und wir werden nie wieder darüber reden, aber...“
„Was?“ Maron verstand kein Wort. „Chiaki, wovon redest du? Wo sind wir hier?“
„Wir sind vor dem Haus deines Vaters.“
Sie erstarrte. Ihre Augen wurden größer, während sie diesen Satz sacken ließ.
„Mein...Vater…?“
Chiaki nickte. „Ich habe im ersten Jahr nicht gelogen bezüglich dem Privatdetektiven. Man hatte ihn aufgespürt und hier wohnt er. Wenn du ihn treffen willst, er ist da.“
„Woher weißt du das?“, flüsterte sie. „Vielleicht ist er nicht zu Hause.“
„Er arbeitet nachts. Tagsüber ist er zu Hause.“
Langsam drehte Maron sich zu dem Haus um. „Zu Hause... mit demjenigen, dem dieses rosa Fahrrad gehört.“
„Er hat eine Tochter“, bestätigte er, „Und eine Frau.“
Ein erdrückendes Gefühl bildete sich in ihrem Herzen.
Er hat eine andere Familie. Eine, die er nicht verlassen hat.
„Wie heißt er?“, brachte sie angestrengt hervor.
„Takumi Masaki. Er ist zu Hause, Maron. Sie alle sind es, wenn du sie treffen willst. Dieses Mal hast du wirklich die Wahl.“
„Ich...habe die Wahl...?“
Sie hatte nie eine Wahl gehabt.
Korron weigerte sich ihr ganzes Leben lang, ein Wort über ihn zu sagen. Nahm ihr die Wahl, ihn zu kennen.
Alles, was Maron von dem Mann, der sie gezeugt hatte, wusste, war, dass er seine College-Freundin abwies, nachdem er herausfand, dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trug.
Sie konnte ihn treffen. Sie konnte sein Gesicht zum ersten Mal sehen.
Und ihre Schwester. Sie hatte eine Schwester.
Weiß sie, dass ich existiere?, fragte sie sich, Wünscht sie sich, dass ich eines Tages an diese Tür klopfen würde? Und er? Bedauert Takumi mich verlassen zu haben? Hat er der Tochter, die er nie kannte, jemals einen Gedanken gewürdigt?
Lange saß Maron da.
Chiaki sprach nicht oder drängte sie. Er gab ihr den Freiraum, den sie brauchte, während sie auf dieses hübsche Haus schaute, welches diese glücklich erscheinende Familie behauste.
Schließlich wandte sie sich ab.
„Gehen wir“, sagte sie, blickte starr nach vorne.
„Bist du dir sicher?“, fragte er vorsichtig nach.
„Ja. Dieser Mann ist nicht mein Vater. Sie sind nicht meine Familie. Er ist...einfach nur ein Fremder.“
Chiaki startete den Wagen und fuhr davon.
Das Haus verblasste im Rückspiegel, doch Maron würdigte es keinen weiteren Blick.
Sie verließen die Straße und hielten an einer roten Ampel an.
Chiaki beugte sich zu ihr hin und küsste ihre Wange. „Ich hoffe, ich habe dich nicht verärgert“, sagte er in einem entschuldigen Ton. „Es hat sich all die Jahre falsch angefühlt, zu wissen wo er war, während du ahnungslos bliebst.“
Maron streichelte seine Wange. „Nein, Chiaki. Ich bin nicht verärgert“, sagte sie sanft, „Ich bin froh, dass du mich hergebracht hast. Du hast mich an etwas erinnert, was ich für den Moment vergessen habe.“
„An was erinnert?“
Die Hand auf seiner Wange hielt inne. „Du erinnertest mich daran, dass ich eine Wahl habe und dass niemand außer ich selbst über mein Leben entscheide. Ich entschied mich dafür zur Tanemura Akademie zu gehen, um meiner Familie ein besseres Leben zu bereiten und meine Beweggründe haben sich nicht geändert.“ Entschlossen blickte sie ihm in die Augen. „Ich werde beenden, was ich angefangen habe...ich werde diese Arschlöscher zur Strecke bringen, die versuchen sich mir in den Weg zu stellen.“
Zu ihrer Überraschung, zogen sich seine Mundwinkel zu einem Grinsen hoch.
„Weißt du, du bist wirklich sexy, wenn du Rache schmiedest“, sagte er.
„Oh, ja?“, lachte sie. „Du erinnerst dich, dass wir heute Abend noch etwas anderes geplant hatten?“
„Wie könnte ich das vergessen? Das Hotelzimmer ist gebucht und wartet auf uns.“
„Na dann los!“
Lachend gab Chiaki Gas, als die Ampel grün wurde.
***

„Hier ist es.“ Chiaki zeigte nach draußen auf ein Hotel, welches in den Himmel ragte.
Maron’s Mund fiel auf, als sie das Luxusresort sah. Von außen sah das Gebäude unglaublich aus.
Chiaki checkte sie beide ein und nahm auf dem Weg zum Fahrstuhl ihre Hand.
„Ich habe uns die Hochzeitssuite besorgt.“
„Ohh? Hochzeitssuite?“ Maron zog ihn in den Fahrstuhl rein, als die Türen sich öffneten und drückte ihn gegen die Wand. „Gibt es etwas Bestimmtes, was du mich fragen willst?“, fragte sie mit einem interessierten Grinsen.
Seine Wangen röteten sich. „Nicht heute Abend. Aber ich dachte mir, dass dir die Extras, die im Zimmer enthalten sind, gefallen würden. Ich will, dass heute Abend etwas Besonderes wird.“
„Das wird es.“ Maron legte ihren Kopf an seine Brust, während der Fahrstuhl sie zwanzig Stockwerke hochbrachte.
Die beiden stiegen aus und begaben sich zum Zimmer 2001 - die letzte Tür am Ende der Halle.
Chiaki öffnete die Tür, trat aber zur Seite, damit Maron zuerst eintreten konnte. Sie machte zwei Schritte und schnappte hörbar nach Luft.
Sie hatte auf kitschige Akzente, wie hundert Kerzen, auf dem Boden verstreute Rosenblätter und ein herzförmiges Bett erwartet.
Was sie stattdessen betrat, war ein wunderschönes Paradies. Der Himmel auf Erden. Anders konnte man es nicht beschreiben.
Die Lichter waren gedimmt, erhellten das Zimmer im sanften Licht. Auf einer erhöhten Plattform befand sich das große Bett mit bordeauxroter Bettwäsche. Couch, Fernseher und Bad gab es auch. Des Weiteren bot die Suite eine atemberaubende Aussicht über die gesamte Stadt an.
Maron sah, dass auf einem kleinen Zweiertisch das Essen bereits wartete.
Chiaki trat in die Mitte des Raumes.
„Ich stellte sicher, dass das Abendessen auf uns wartet, wenn wir ankommen und du Hunger hast“, sagte er, sah sie mit seinem perfekten Lächeln an. „Du hast was von Filmen gesagt? Der Fernseher hat eine Menge. Wir können beim Essen welche schauen.“
„Lie-liebend gern“, sagte Maron, ihre Stimme brach.
Sie war kurz davor zu weinen, aber das wollte sie nicht. Worte konnten nicht beschreiben, wie perfekt das war - aber Taten würden es.
Ihr Herz klopfte vor Aufregung, wenn sie an das dachte, was die Nacht noch alles bringen würde.

Gemeinsam machten sie sich auf der Couch gemütlich. Maron kuschelte sich an Chiaki an, während er den Film anmachte.
Sie schauten, lachten, fütterten sich gegenseitig. Vollkommen zufrieden befand Maron sich in seinen Armen. Die beiden entspannten sich vollkommen, während der Abend ungezwungen sich vor ihnen entfaltete.
Als der Abspann über den Bildschirm rollte, neigte Maron ihren Kopf und sah Chiaki an.
„Willst du einen weiteren Film gucken?“
„Nope.“
„Willst du mehr vom Zimmerservice?“
Chiaki strich einen Finger über ihre Wange und fuhr die Schwingungen ihrer Lippen nach. „Nope.“
„Nun, was willst du dann machen?“, flüsterte sie mit einem Lächeln.
„Ich gebe dir einen Hinweis.“
Das Lächeln haftete immer noch auf ihrem Gesicht, als er sich herunterbeugte und ihre Lippen in Besitz nahm.
Der Kuss war süß und langsam – all die Dinge, von denen Maron nie dachte, dass Chiaki sie sein konnte. So langsam der Kuss auch war, so löste er diese kribbelnde Elektrizität aus, welche ihren gesamten Körper durchfuhr.
Sie atmete schwer, als sie sich lösten. Mit einer Hand auf seinem Nacken lehnte sie seine Stirn an ihrer an und blickte ihm tief in die Augen.
„Ich habe den Hinweis nicht ganz verstanden. Kannst du ihn es mir noch einmal geben?“
Sein Lachen wärmte ihre Lippen.
Als Antwort stand Chiaki auf und hob sie in seine Arme hoch. Er trug Maron zum Bett und legte sie sachte auf die Laken ab.
Ohne den Blickkontakt abzubrechen, knöpfte er sein Hemd auf und zog es sich aus.
Sie griff nach dem Reißverschluss ihres Kleides, als er seinen Gürtel löste.
Maron wurde heiß unter den intensiven Blicken seiner blauen Augen. Ihr Puls beschleunigte sich, während sie sich für den anderen entkleideten. Sie berührten einander nicht, aber die Vorfreude steigerte ihre Begierde ins Unbeschreibliche.
Der Moment, auf den sie beide so lange gewartet haben.
Als beide nackt waren, rutschte Maron rückwärts nach hinten zu den Kissen, wollte ihre Augen nicht von seinen abwenden. Ihr Herz klopfte bei der Art, wie er sie ansah höher. Mit Lust, Verlangen…und noch mehr.
Die Luft zwischen ihnen elektrisierte. Die Matratze sank ein, als Chiaki draufstieg und ihr folgte. Mit Herzklopfen war sie ihm gegenüber und ließ sich aufs Bett nieder.
Chiaki drückte seine Lippen auf ihre Stirn. „Bist du dir sicher?“, fragte er.
„Ja“, hauchte sie. „Ich bin bereit“, versicherte sie ihm. „Ich will dich.“
Er küsste ihren Kopf, dann ihre Nase, dann ihren Lippen, wo er für einige Momente verweilte. Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken, doch er entwand sich aus ihnen, setzte seine Exkursion fort.
Er küsste sich ihren Körper herab, derweil raste ihr das Herz in der Brust. Sie bisst sich seufzend auf die Lippe, als er ihren Bauchnabel küsste.
Schließlich sank sein Kopf zwischen ihre Beine. Das Nächste was sie spürte, waren seine weichen Lippen auf den Innenseiten ihrer Schenkel.
„Ich sagte doch...hör auf mich zu ärgern“, keuchte sie.
Sein Kichern ging durch sie hindurch. „Und ich sagte, dass ich mir Zeit mit dir lassen werde. Wir haben die ganze Nacht, Maron. Ich werde Sekunde ausnutzen und jeden Millimeter von dir verwöhnen.“
Maron wollte nicht länger warten - gleichzeitig wollte sie nicht, dass er aufhörte.
Jede seiner Berührungen brannten wie Feuer auf ihrer Haut und es dauerte nicht lange, dass sie ihn überall spürte.
Chiaki küsste jeden Millimeter ihres Körpers, bis alles in ihr nach ihm schrie.
„Chiaki.“ Sie flehte ihn fast an. „Bitte.“
„Bitte was?“
Er platzierte seine Arme auf beiden Seiten ihres Kopfes, grinste auf sie herab.
Sie stöhnte frustriert. „Diese böse Ader in dir wirst du nicht los, oder?“
Er lachte tief. „Nein. Außerdem bin ich noch nicht fertig.“ Er beugte sich runter, streifte seine Nase mit ihrer.
„Es gibt einige Stellen, die ich mindestens einmal gekostet haben muss“, sagte er, begab sich runter. „Da zum Beispiel.“ Scharf zog Maron Luft ein, als sie seinen Mund auf ihrer Brust spürte und seufzte immer und immer wieder erregt auf, während er sie mit der Zunge liebkostete. „Und da.“ Er begab sich zur anderen Brust. Sie halt sich krampfhaft am Laken unter ihr fest, während ihre Atmung sich zusammen mit ihrem Herzschlag beschleunigte.
Oft hatte sie sich Sex mit Chiaki schon vorgestellt - wild und leidenschaftlich. Aber sie hatte sich nie vorgestellt mit ihm Liebe zu machen - zärtlich und liebevoll, denn genau das war es, was hier passierte.
Er behandelte sie mit einer Sanftheit und Zärtlichkeit, voller Zuneigung und Bewunderung, sie dachte ihr Herz würde explodieren.
Er brauchte nichts zu sagen. Er brauchte keine Worte, um ihr mitzuteilen, wie viel sie ihm bedeutete. Wie er für sie empfand.
Sie konnte es in jeder seiner Küsse und Berührungen spüren. In sein schnell schlagendes Herz unter ihren Fingern. Unter ihrer Haut.
Chiaki hob seinen Kopf und versiegelte erneute ihre Lippen miteinander. Ihre Zungen neckten und spielten miteinander. Unterdessen begaben sich ihre Hände auf Wanderschaft, strichen über den Körper des anderen. Seine Atmung war angestrengt, als sie den Kuss atemlos lösten und er ihr gebannt in die Augen schaute. Seine tiefen Atemzüge wurden rauer, als sie seine Erregung behandelte. Sie liebte es, solch eine Wirkung auf ihm zu haben.
„Bin gleich wieder da“, raunte er ihr ins Ohr.
Sie nickte und er rutschte ihren Körper herunter.
Laut keuchte sie auf, als sie seine Lippen dort spürte, wo sie ihn am meisten wollte. Sie biss sich fest auf die Lippe, wimmerte. Es dauerte nicht lange, dass sie sich wild unter ihm rekelte und ihre Beine automatisch zusammenzuckten. Doch er hielt sie eisern fest und zwang sie mit seinen Schultern sich ihm zu öffnen. Ein Lustschrei einkam ihr, als er seine Finger hinzufügte und die Stelle fand, die sie um den Verstand brachte.
Sie kam laut, ihr Rücken wölbte sich vom Bett.
Chiaki kam wieder zu ihr, küsste sie lange und leidenschaftlich. Er legte seine Arme um Maron und zog sie hoch, presste sie an sich.
Sie blickte in seine Augen und sie konnte klar und deutlich sehen, dass er sie genauso wollte, wie sie ihn.
„Dreh dich um“, wisperte er.
Ohne zu zögern drehte sie sich um. Mit dem Rücken zu ihm gewandt, kniete sie vor ihm.
Er legte seine Hände um ihre Taille und sie spürte seine Brust auf ihren Rücken. Sie schmiegte sich direkt an ihn, konnte sein stark schlagendes Herz gegen ihre Schulter fühlen.
Er küsste ihren Kopf und nahm einen tiefen Atemzug von ihren Haaren.
„Es gibt etwas, was ich sagen will, bevor wir das tun“, hörte sie Chiaki sagen.
„Was denn?“
Seine Hände strichen über ihre Beine und dann hoch zu ihren Brüsten. „Du bist so verdammt wunderschön. Besonders wenn du lächelst.“
Maron lachte atemlos auf. „Das erste Mal, als du mir das gesagt hast, hast du mich geküsst – ohne das Gefluche. Erinnerst du dich?“
„Natürlich erinnere ich mich“, antwortet er mit einem Lächeln in der rauen Stimme. „Wir waren zwölf. Du kamst zu mir nach Hause und schnapptest mich vom Tennisunterricht weg. Wir versteckten uns hinter einer Palme und kicherten, als hätten wir was Böses getan. Und dann küsste ich dich.“ Für eine Sekunde hielt Chiaki inne. „An dem Tag erfuhr ich von der Affäre und alles änderte sich. Wenn ich die Zeit zurückdrehen und die Dinge anders machen könnte, würde ich es tun.“
„Ich nicht. Wenn die Dinge anders verlaufen wären, wäre der kleine Zen nicht hier. Ich wäre nie an die Akademie gekommen. Ich hätte keine so tollen Freunde, wie Natsuki kennengelernt. Ich hätte mich nie so in dich verliebt. Alles was wichtig ist, ist, dass wir jetzt zusammen sind.“
„Das erinnert man an eine andere Sache, die ich dir sagen will.“ Seine Stimme wurde wieder zu einem tiefen Flüstern.
Maron erschauderte. „Was?“
„Ich will dir sagen, dass ich dich liebe.“
Sie hielt ihren Atem an, schloss ihre Augen. Sie hielt still, während sie versuchte, alles von diesem Moment festzuhalten.
Das Gefühl seiner Hände auf ihrer Haut.
Den Klang seiner Atmung an ihrem Ohr.
Das Klopfen seines Herzes gegen ihren Rücken.
Die drei Worte, die atemberaubende Emotionen in ihr auslösten und ihren ganzen Körper durchfuhren.
„Ich liebe dich auch.“ Sie hob ihren Arm, umfasste seinen Hinterkopf und zog ihn zu einem gefühlvollen Kuss herunter.
Chiaki’s Hand wanderten langsam nach unten, ohne den Kuss zu unterbrechen, der mit jeder Sekunde leidenschaftlicher und fordernder wurde. Keine weiteren Worte wurden gewechselt.
Ein einziger Blick und sie stöhnten beide auf, als er in sie eindrang. Als er anfing sich zu bewegen, konnte sie sich nicht unter Kontrolle halten, wurde lauter und immer lauter. Das Gefühl ihrer verbundenen Körper war unglaublich und sie ließ sich komplett fallen.
Nach einer langen Weile überwältigte sie dieses intensive Feuer in ihrem Inneren, explodierte und brachte sie über den Rand. Momente später kam auch er, fluchend und heftig.
Maron brach kraftlos auf dem Bett zusammen, während der Orgasmus noch nachwirkte und Chiaki sich über sie legte.
„Ich liebe dich“, wisperte er, küsste liebevoll ihr Gesicht.
Ihre Lippen formten sich zu einem glücklichen Lächeln. Sie bekam nicht genug, ihn das sagen zu hören.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast