Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Unbreakable

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe OC (Own Character)
18.09.2020
08.10.2021
50
219.138
14
Alle Kapitel
87 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.08.2021 5.927
 
FORTY-THREE

In den darauffolgenden Monaten war die Tanemura Akademie zu einem völlig anderen Ort geworden. Die Kluft zwischen beiden Seiten war deutlicher denn je. Es gab die Leute, die zu den Spades hielten und die, die Maron und ihre Freunde unterstützten. Es war unmöglich zu erahnen, wen sie wirklich trauen konnten – denn selbst wenn Leute es vortäuschten, so machten sie einen guten Job darin.
Nachdem die neuen Knights mit ihrer Verbannungskampagne nicht lockerließen und die anderen sich dagegen strotzten, wodurch es nicht selten gewalttätig ausartete, war der Rektor letztendlich eingeschritten und hatten die Schule offiziell geteilt.
Es gab separate Essenszeiten, separate Freistunden, separate Wohnheimanlagen und separate Klassenlehrer.
„Ich vermisse Maruki. Wieso mussten wir Pakkyaramao wieder haben?“, beschwerte Miyako sich, nahm einen Löffel von ihrem Joghurt. „Es wäre fairer, wenn die anderen sie bekommen hätten.“
„Du vermisst Maruki nur, weil er von allen Profs der Heißeste ist“, kicherte Natsuki, worauf Shinji sie schräg ansah, was sie frech grinsend erwiderte.
„Ich habe gehört, dass Pakkyaramao darum gebeten hat uns zu unterrichten“, sagte Yamato. „Rektor Tanemura ging darauf ein, weil sie die meiste Erfahrung mit unserem Jahrgang hat und mit unserem Scheiß umgehen mag.“
Toki schnaubte. „Wem sagst du das.“
Sie saßen alle zusammen in der Cafeteria zum Frühstück. Dank der Ansage vom Rektor, konnten sie dort wieder essen, auch wenn ihre Frühstückszeit von 6 Uhr bis 6:30 war. Man konnte auch im Wohnheim essen, aber es hatte nicht mehr die ruhige Atmosphäre wie zu Anfang das Schuljahres, als sie noch zu acht waren.
Auch wenn die Schüler aus den jüngeren Jahrgängen jetzt woanders untergekommen sind, so waren 18 Leute aus dem Abschlussjahrgang in Maron’s einst alleinigem Wohnheim untergebracht, welches eigentlich zwölf Leute umfassen sollte. Ein paar mussten sich ihre Zimmer immer noch teilen, aber Maron hatte nichts dagegen mit Natsuki zusammenzuleben.
Die letzten Wochen waren hart gewesen, aber trotz allem hatte Ace ihr keine weitere Nachricht mehr geschickt. Das beunruhigte sie mehr, als ihr lieb war.
Eine Hand legte sich auf ihrem Knie und ihr Körper entspannte sich direkt.
Maron sah zu Chiaki, der ihr einen verstohlenen Blick zuwarf. Er zwinkerte ihr zu, als würden sie sich ein Geheimnis teilen (was sie theoretisch auch taten). Maron rückte auf ihrem Stuhl etwas zu ihm ran, sodass ihre Beine sich berührten. Wenigstens waren er und sie sich näher als je zuvor. Sie trafen sich jede Nacht auf dem Dach und sprachen über Gott und die Welt, um für ein paar Stunden dieser Hölle zu entkommen.
„Ich vermute, sie wird mit einer Mengen Scheiße auf dem Schultrip zu tun haben“, setzte Shinji das Gespräch fort.
„Wir hörten, die andere Klasse wollte uns rausschmeißen, aber da es um eine Note geht, hat Prof. Shinobu sie ruhiggestellt“, steuerte Kagura bei, „Neben Shinobu wird Pakkyaramao mitkommen, zur Unterstützung.“
„Diese Schule hat genug Geld, um uns auf getrennte Reisen zu schicken“, sagte Kimi missmutig.
„Ich denke, die Knights haben versucht den Rektor dafür zu überzeugen, sind jedoch gescheitert“, sagte Noyn.
Natsuki stöhnte lustlos auf. „Freut sich überhaupt jemand auf diese Reise?“
Niemand erwiderte etwas darauf. Natürlich freute sich keiner von ihnen darauf mit der anderen Klasse zusammengebracht zu werden. Es war ein Wunder, dass sie unter den chaotischen Umständen die Prüfungen überstanden haben.
Die Schulglocke ertönte, signalisierte allen, dass sie noch fünf Minuten hatten, ehe die andere Klasse in die Cafeteria kam.

Sie begaben sich zur ersten Unterrichtseinheit. Nachdem alle sich auf ihre Plätze gesetzt hatten, stand Prof. Pakkyaramao von ihrem Schreibtisch auf.
„Achtung, Klasse. Wie Sie wissen, ist dieses Wochenende der wissenschaftliche Schulausflug. Ich möchte sicherstellen, dass ein paar Dinge klar sind, bevor wir den Campus verlassen: Es wird in dieser Woche keine Auseinandersetzungen geben. Sie werden sich alle auf dieser Reise von Ihrer besten Seite zeigen. Ist das verstanden?“
„Ja“, kam es in Chor zurück.
„Gut.“ Pakkyaramao nahm sich eine Minute, um alle Anwesenden mit einem strengen Blick zu beäugen. „Wie Sie wissen, werden wir uns in Akita befinden – um genauer zu sein, dessen Wald- und Feuchtgebiet. Sie sollen Ihre erlernten Kenntnisse über die Natur vor Ort anwenden und die biologische und geografische Relevanz für dessen unterschiedlichen Lebensformen -sei es Tier und Pflanzen- kritisch hinterfragen. An Ihrem letzten Tag der Reise haben Sie alle einen freien Tag, um Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in einer zweiseitigen Arbeit qualitativ zusammenzufassen.“
Miyako hob ihre Hand. „Können wir in Gruppen arbeiten?“
Pakkyaramao schüttelte ihren Kopf. „Sie arbeiten allein an dieser Arbeit, aber Gruppendiskussionen sind willkommen. Prof. Shinobu wird Ihre individuelle Kompetenz bewerten. Die Note wird auf das neue Halbjahr übertragen und 50% der Abschlussnote zählen.“
Ein kollektives Stöhnen kam von der Klasse.
„Nun zur Übernachtung: wir haben ein kleines Hotel in der Nähe vom Waldgebiet gebucht. Sie kommen zu zweit in ein Zimmer unter und Sie können Ihren Zimmergenossen sich aussuchen. Es muss nicht gesagt werden, dass Besuche vom anderen…“
Maron hörte nicht mehr zu, blendete Pakkyaramao’s Ansprache aus. Vieles hatte sie schon vom Rektor und Prof. Shinobu gehört.
Morgen war Samstag. Morgen früh würden sie für die Reise aufbrechen und nächsten Freitag zurückkehren. Anschließend konnten sie für die Sommerferien direkt nach Hause fahren.
Die Verwaltung war zuversichtlich, dass es kein Desaster wird.
Maron hatte ihre persönlichen Zweifel.
Sie werden alle in einem kleinen Hotel zusammengewürfelt sein und Maron hatte das Gefühl, dass Ace die Gelegenheit nutzen würde wieder zuzuschlagen.
Weit weg vom Campus. Keine Security. Keine Kameras. Nur zwei Aufsichtspersonen.
Sie freute sich ganz und gar nicht auf diese Reise.
***

„Ich nehme mir deine Spülung, M. Meine ist leer.“
„Was mein ist, ist dein.“
Es war vier Uhr in der Früh und Maron packte zusammen mit Natsuki ihre letzten Sachen ein. In dreißig Minuten würde der Bus losfahren, der sie für fünf Stunden nach Akita fahren wird. Stimmen und rollende Koffer waren im gesamten Wohnheim zu hören.
Als die Mädchen mit ihren Reisetaschen nach draußen traten, wartete der Bus schon vor dem Toren auf sie.
„Nur ein einziger Bus.“ Maron warf mit einer Hand stöhnend ihre Haare zurück, die inzwischen zur Schulter gingen. „Warum tun sie uns das an?“
„Ich hoffe, die andere Klasse fängt keinen Mist an. Es ist viel zu früh für den Scheiß.“
„Wir würden sonst alle in Schwierigkeiten geraten.“ Maron stellte sich mit Natsuki hinter ihre Mitschüler an, um einzusteigen. „Die Profs haben garantiert auch die Schnauze voll von uns.“
„Ich wünschte, sie würden mehr tun und einschreiten.“
Die Mädchen tauschten sich einen vielsagenden Blick aus. Die Lehrkräfte hielten sich nach wie vor von allem raus. Sie verteilten zwar Strafen, aber keiner von ihnen befasste sich aktiv mit dem eigentlichen Streitthema. Keiner von ihnen wollte an diesem Krieg teilnehmen.
Maron entdeckte Pakkyaramao mit einem Klemmbrett vor dem Buseingang. Ihre Augen verengten sich misstrauisch.
„Ich hoffe, jeder ist zu müde, um irgendwas anzufangen“, sagte sie laut genug, dass die Frau es hören konnte. „Ich plante meinen Schönheitsschlaf nachzuholen.“
„Ditto“, sagte Natsuki.
Die beiden verstauten ihre Taschen in den Bus und stiegen anschließend ein, nachdem Pakkyaramao sie von ihrer Liste gestrichen hat. Der Bus war im Moment voller Leute aus ihrem Wohnheim. Die meisten saßen hinten, weshalb die Mädchen sich zu ihnen begaben.
Natsuki setzte sich neben Shinji hin, kuschelte sich an ihm und schloss ihre Augen. Maron ließ sich neben ihnen auf einen freien Platz am Fenster nieder. Durch die Scheibe sah sie die andere Klasse. Yashiro, Karen und Hijiri führten die Gruppe. Sie erblickten Maron.
Die Mädchen verzogen ihre Gesichter, blickten sie giftig an. Hijiri warf ihr einen Luftkuss zu. Maron zeigte ihm den Mittelfinger. Die paar Monate, in der sie sich nicht mit ihm abgeben musste, waren fast ein Segen gewesen.
Sie bemerkte eine Bewegung neben sich.
„Morgen.“ Chiaki drückte ihr einen federleichten Kuss auf den Kopf und ihre Stimmung hob sich direkt. „Ich bin um ehrlich zu sein froh, etwas von der Akademie wegzukommen.“
„Wäre ich auch, wenn ich nicht ernsthaftes Drama erwarten würde“, erwiderte sie trocken.
„Dir wird nichts passieren, M.“
Sie wusste, dass er an dasselbe dachte wie sie. Dass Ace mit einem möglichen Angriff ankommen wird.
„Ich werde die ganze Reise in deiner Nähe sein“, hörte sie Chiaki abschließend sagen.
Ein müdes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. Seufzend lehnte Maron sich an seine Schulter an.
Es dauerte einige Minuten, bis der Bus losfuhr. Wie erwartet, waren alle zu müde, um irgendwas anderes zu machen als zu schlafen, weshalb die Fahrt ruhig und ausnahmsweise friedlich verlief.

„Okay, alle zusammen!“
Prof. Shinobu stand mit Prof. Pakkyaramao vor den Schülern, nachdem alle ausgestiegen waren. Hinter ihnen war das Hotel zu sehen. Es war ein schönes Gebäude, umgeben von Grün und Natur.
„Wir werden unsere Sachen weglegen und eine schnelle Mahlzeit zu uns zu nehmen, bevor wir den Tag beginnen“, sagte Shinobu. „Sie haben zwei Stunden. Danach will ich Sie alle wieder hier draußen haben. Heute machen wir eine Tour, gehen die Sicherheitsregeln durch und lernen die Gegend kennen, in der wir arbeiten werden.“ Sie senkte ihre Brille, begegnete allen mit einem kritischen Blick. „Ich erwarte, dass Sie alle genau zuhören und sich benehmen. Worüber ich Sie auch warnen muss, sind die Bären, auch wenn sie dazu neigen, sich aus dem Gebiet, in dem wir uns befinden werden, herauszuhalten.“
„Uhm, entschuldigen Sie. Sagten Sie, es gäbe hier Bären?“, fragte Misa fassungslos. „Sie können von uns nicht erwarten, dass wir dahingehen.“
„Sie sind nicht die ersten Schüler, die ich hierhergebracht habe. Seit acht Jahren mache ich das und wir sind noch nie einem wilden Bären in dem vorgesehenen Untersuchungsgebiet begegnet. Sie müssen sich keine Sorgen machen, solange sie sich an die Sicherheitsregeln halten.“
„Aber-“
Shinobu klatschte einmal laut. „Sie haben zwei Stunden. Schnappen Sie sich Ihre Sachen und gehen Sie rein.“
Maron holte sich ihre Tasche, als eine Hand plötzlich vor ihrem Blickfeld war.
„M, ich habe sie.“
Überrascht sah sie Toki an.
„Da drin.“ Er zog eine Sporttasche zu sich. „Ich hab’ die Jahrbücher“, sagte er leise.
„Wirklich? Alle?“ Sie wollte schon nachfragen, denn es war schließlich Wochen her. „Perfekt. Gib he-“
„Nein.“ Er zog die Tasche von ihr weg, als sie danach reichte. „Es würde komisch aussehen, wenn du mit meiner Tasche weggehst“, flüsterte er mit angespannter Stimme. „Wir machen das so: wenn wir wieder in der Schule zurück sind, nimmst du sie aus dem Bus und tust sie in euer Auto. Da wäre jeder beschäftigt genug, um es zu bemerken.“
Verwirrt runzelte Maron ihre Stirn. „Warum so umständlich? Es ist sind nur Jahrbücher.“
„Willst du sie, oder nicht?“
Sie verstand nicht, wieso Toki so ein Stress machte, aber sie wollte die Bücher unbedingt haben. Sie waren womöglich ihre einzige Chance, um Sayuri’s Vater ausfindig zu machen.
„Okay. Ich werde warten, bis wir zurückkehren.“
Toki nickte, nahm sich die Tasche und einen großen Rucksack und ging.
Maron schulterte sich ihre eigene Tasche, als sie plötzlich zur Seite gerempelt wurde und zu Boden fiel.
Yashiro lachte gehässig. „Oops. Sorry, Kusakabe. Hab’ dich nicht gesehen.“
Zähneknirschend stand Maron auf, wollte sich am liebsten auf sie stürzen, aber Pakkyaramao blickte in genau dem Moment in ihre Richtung. Maron schluckte sich ihre Wut runter.
„Vorsichtig, Yashiro.“ Hijiri trat an Yashiro’s Seite. „Fass sie nicht an, sonst erzählt sie noch rum, dass du eine Vergewaltigerin bist.“
„Ich fass die doch nicht an“, entgegnete sie abfällig. „Sollen die Bären doch mit ihr spielen.“
Lachend gingen die beiden davon, als Natsuki auf Maron zukam.
„Die beiden geben das perfekte Teufelspaar ab.“
Maron verzog ihr Gesicht. „Kannst du dir die Kinder vorstellen, die sie brüten würden?“
„Lieber nicht.“
Die Mädchen schlossen sich ihrer Gruppe an. Gemeinsam gingen sie ins Hotel. Es wurde erstaunt gepfiffen. Von innen sah das Gebäude noch beeindruckender aus. Das Atlus Hotel hatte das Aussehen eines modernen Herrenhauses und eine historische Inneneinrichtung. Eine große Treppe führte nach oben und knarrende Holzböden lagen unter ihren Füßen.
Eine Frau trat hinter der Theke hervor, als die Schüler eintraten. „Guten Morgen, Tanemura Schüler. Willkommen im Atlus Hotel.“
Einige von ihnen begrüßten sie freundlich zurück.
„Nachdem Ihre Schulaktivitäten abgeschlossen sind, hoffe ich, dass Sie das Beste aus Ihrem Aufenthalt machen, indem Sie den Pool genießen, Spaß im Spielzimmer haben oder die Filmvorführungen besuchen, die wir jeden Abend im Gemeinschaftssaal veranstalten. Ich weiß, Sie hatten eine lange Reise. Also schnappen Sie sich Ihren Zimmergenossen, nehmen sich einen Zimmerschlüssel und kommen Sie dann zurück für Tee, Waffeln und frisches Obst im Speisesaal.“
Dies brauchte man ihnen nicht zweimal sagen. Maron hakte sich bei Natsuki ein und rannte los, holte sich ihre Zimmerschlüssel.
„Jungs im ersten Stock und Mädchen im zweiten“, rief Pakkyaramao den Schülern nach.
Die Freundinnen stiegen die Treppe hoch und fanden ihre Tür am Ende eines langen Flurs. Das Zimmer, in das sie eintraten, war gemütlich. Zwei Einzelbetten nahmen die Rückwand ein, aber es gab eine schöne Sitzecke mit einer kleinen Couch, einem Couchtisch und einem Fernseher.
„Süß“, kommentierte Maron, als sie ihre Taschen ablegten. „Was denkst du?“
Natsuki steckte ihren Kopf ins große Badezimmer. „Passt.“
Sie packten aus und räumten ihre Sachen weg, ehe sie sich zum Speisesaal nach unten begaben. Kaum waren sie dort, beanspruchte Shinji Natsuki für sich.

Sie folgte ihm zu dem Zweiertisch in der Ecke neben dem Kamin. Ein perfekter Platz.
Der Tisch hatte die perfekte Aussicht nach draußen und das Morgenlicht strahlte über ihnen.
Es war auch weit genug weg von ihren Mitschülern, dass sie reden konnten, ohne belauscht zu werden.
„Ich mag die Ausdrücke auf Hijiri’s und Yashiro’s Gesichtern nicht“, sagte Chiaki leise, als sie sich setzten.
Maron blickte unauffällig zu den beiden rüber. Sie sahen in der Tat viel zu glücklich über etwas aus, und Maron bezweifelte, dass es wegen des Ausflugs war.
„Ich wünschte, ich könnte Ace dazu bringen, mit mir zu reden“, erwiderte sie.
„Provozier ihn nicht. Sonst endest du wieder im Krankenzimmer“, entgegnete er ernst. „Oder schlimmer.“
Die Gabel in ihrer Hand zitterte. Sie war angespannt und frustriert. „Warten und sich wundern ist nicht besser. Besonders, wenn man bedenkt, dass wir von Spades umgeben sein könnten, die vorgeben auf unserer Seite zu sein.“
„Ich sagte dir bereits, dass ich in deiner Nähe sein werde.“ Chiaki legte eine Hand auf ihren Arm, was sie beruhigte. „Dir wird nichts passieren. Versprochen.“
Trotz ihrer unruhigen Gedanken kam ein kleines Lächeln auf ihre Lippen. „Da es von dir kommt, glaube ich dir das.“
„Gut, weil es wahr ist.“
Chiaki’s Hand strich ihren Arm herab, bis er das Messer aus ihrer Hand nahm und es mit seiner Hand ersetzte. Maron verschränkte lächelnd ihre Finger mit seinen.
Seit einem Jahr waren sie schon zusammen. Im Vergleich zu anderen Paaren, waren sie jedoch auf einer anderen -langsameren- Ebene intim. Dennoch schätzte Maron jeden Moment wert, in der Chiaki ihre Hand nahm, sie berührte, oder ein verstohlenes Lächeln mit ihr teilte.
Sex war für ihn einfach - aber sein Herz jemandem öffnen, nicht.
„Lass uns das Thema wechseln“, schlug sie vor. „Werde ich dich über den Sommer sehen?“
Er nickte. „Mom ist nicht daran interessiert zu reisen. Ihre Freundin kommt mit ihren Kindern zu Besuch vorbei, aber sonst haben wir nichts vor.“ Maron versuchte ihm zuzuhören, aber sein Daumen streichelte auf einer Weise über ihre Haut, was unglaublich ablenkend war. „Also dachte ich, über die Ferien bei dir vorbeizuschauen und dich für meine letzte Wiedergutmachung zu entführen.“
Sie blinzelte. „Wirklich? Hast du vor, wieder vor meiner Haustür plötzlich aufzutauchen?“
„Ja“, antwortete er grinsend. „Das letzte Mal, als ich das tat, überraschte ich dich in einem Handtuch. Von daher passt es für mich.“
Maron lehnte sich zu ihm vor, senkte ihre Stimme. „Du musst nicht so weit gehen, um mich in einem Handtuch zu sehen.“
„Das merke ich mir.“ Auch Chiaki hatte seine Stimme gesenkt, sprach in dem rauen, sanften Ton, welcher ihr Herz immer aufklopfen ließ.
„Wollen wir mal nicht vergessen, dass ich die Erste war, die unerwartet vor deiner Tür stand und dich im Handtuch überrascht hat“, erwiderte sie, schmunzelte mit geröteten Wangen.
Er grinste schief. „Hat dir der Anblick gefallen, Kusakabe?“
Sie flirteten schamlos miteinander.
Auch wenn Maron sich dazu entschlossen hatte, sich nach Chiaki’s Tempo zu richten, so musste sie all ihren Willen zusammennehmen, um ihn nach dem Frühstück nicht in eine Besenkammer zu zerren und über ihn herzufallen.
***

„So, alle zusammen“, sagte Prof. Shinobu. „Sind Sie bereit für einen Tag voller Bildung und Abenteuer?“
Lustloses Gemurmel kam zurück.
„Gut. Dann stelle ich Ihnen unseren Gast vor.“ Die Frau deutete auf den älteren, freundlich aussehenden Mann, der neben ihr stand.
„Hallo. Mein Name ist Hiroshi Agasa. Sie können mich Agasa nennen.“ Agasa gestikulierte hinter sich. „Sobald alle bereit sind, machen wir uns auf den Weg. Wir beginnen die Tour, indem wir die Gegend erkunden, in der Sie arbeiten werden. Danach kommen wir zurück und machen dann eine Fahrt zum Wildtierzentrum, um mehr über die Tiere, die Akita ihr Zuhause nennen, zu erfahren und um die Bären, die wir züchten, zu sehen. Haben Sie noch Fragen?“ Niemand sagte was, weshalb der Mann sich umdrehte und die große Gruppe hinausführte.
Das Hotel war perfekt gelegen. Dicke Bäume umgaben den hinteren Bereich, die die Schüler auf einem stark durchwanderten Weg passierten. Agasa sprach in einem konstanten Schwall über die Natur, die Landschaft, die Pflanzen und die Tiere. Je weiter sie gingen, desto feuchter wurde der Boden, die Insekten wurden lauter und das Rauschen eines großen Flusses war in unmittelbarer Nähe zu hören. Irgendwann konnte Maron den älteren Mann kaum noch hören.
Nach einigen Minuten war der Wanderweg nicht mehr vorhanden und sie sah nichts als Bäume, Wurzeln, Pfützen und noch mehr Bäume. Es war sommerlich heiß und die Luft war dick von der Hitze und der Feuchtigkeit.
„Da ist es“, sagte Prof. Shinobu, deutete auf irgendeine grün-braune Stelle mit einem Bach, die für Maron nicht anders aussah als der Rest des Waldes. „Verschwenden wir keine Zeit. Folgen Sie mir.“
Die Klasse tat wie ihnen geheißen. Nur Maron blieb etwas zurück. Das ganze Gerede über Bären hatte sie etwas nervös gemacht.
Während die Klasse vor ihr herging, bemerkte sie, dass jemand an ihrer Seite war.
Sie sah zu Chiaki auf. „Hast du auch Angst?“
Er gluckste. „Nein, aber du siehst aus als hättest du es.“ Chiaki streckte seine Hand aus. „Lass uns zusammen gehen.“
„Wenn wir einen Bären sehen-“, setzte Maron an, nahm seine Hand. „-wirst du dich für mich vor ihm werfen?“
„Ich opfere mich seinen Krallen. Es wird sehr heldenhaft sein. Man wird Lieder über mich und alles schreiben.“
Dies brachte sie zum Lachen. Gemeinsam steuerten die beiden auf die anderen zu.
Prof. Shinobu war ein paar Meter vor ihnen, als sie sich näherten. „-ist sicher hier. Sie werden ein paar Proben sammeln und identifizieren, was sie gefunden haben. Denken Sie daran, das ist eine Einzelarbeit und ich werde Sie benoten. Sollte ich Sie beim Schummeln erwischen, erhalten Sie null Punkte.“
Eine flatternde Bewegung lenkte Maron’s Aufmerksamkeit von der Professorin ab. Sie drehte sich um und sah eine schöne Libelle vorbeifliegen. Die Libelle landete auf einer Baumwurzel am Ufer des Baches.
Maron ließ Chiaki’s Hand los und trat auf das Insekt zu, um es sich näher anzuschauen. Sie wünschte sich, sie hätte ein Handy oder eine Kamera dabei. Sie trat noch etwas näher ran, während die Libelle stillhielt. Langsam beugte Maron sich auf der Baumwurzel runter.
„Hey, Kleiner. Du bist ein ganz Hübscher, oder-“ Sie nahm einen weiteren Schritt und rutschte mit dem Fuß auf etwas Glitschigem aus.
Sie hatte keine Zeit zu schreien, als sie mit dem Gesicht voraus im Wasser landete und ihre Außenwelt für einige Momente verschwamm. Hastig drückte Maron sich mit den Händen auf dem schlammigen Boden ab und tauchte aus der Wasseroberfläche hervor.
In genau dem Moment hörte sie ein „Maron!“
Durch die Wassertropfen, die ihre Sicht behinderten, sah sie Chiaki hastig auf sie zukommen.
„Warte!“, schrie sie, doch es war zu spät.
Die Zeit schien nahezu in Zeitlupe zu verlaufen, als er auf derselben Wurzel ausrutschte wie Maron. Er fiel und stürzte direkt auf sie zu, während sie keine Möglichkeit hatte auszuweichen.
Platsch!
Das Wasser hatte sie wieder eingenommen, doch diesmal hatte sie einen großen Jungen auf sich, der sie runterdrückte. Es war nur für ein paar wenige Sekunden, ehe zwei starke Hände sie rausholten. Hustend spuckte sie Wasser.
Schweratmend sahen Maron und Chiaki sich fassungslos an. Sie schaute auf sich und ihn hinunter. Sie waren beide im schlammigen Wasser getränkt.
„Das war sehr heldenhaft“, war das Erste, was sie sagte.
Chiaki presste seine Lippen zusammen, das Gesicht angespannt, als versuchte er ein Lachen zu unterdrücken. Maron hingegen prustete lauthals los, worauf er sich ihr direkt anschloss.
„Glaubst du nicht, dass man Lieder darüber schreiben wird?“, fragte er.
„Keine, die wir mögen würden.“
Es dauerte eine Minute, bis Maron’s Lachen verebbte, aber ihr Grinsen blieb, als sie zu Chiaki aufschaute. Er war so umwerfend, wenn er lachte. Einfach nur unbeschreiblich perfekt.
Tröpfchen klammerten sich an dichte Wimpern und umrahmen seine schönen, blauen Augen. Ein Wassertropfen lief ihm das Gesicht bis zu den Lippen herunter. Ihr Atem stockte, als ihr Blick auf diesen lächelnden Mund haften blieb.
„Du hast da etwas“, entkam es ihm.
Maron zuckte. „Was?“
„Du hast etwas Schlamm auf deinem Gesicht.“
„Was?! Iieh!! Mach’s weg!“
„Schon gut.“ Lachend strich Chiaki ihr sanft etwas von der Wange. „Da. Perfekt.“
Sein Daumen blieb auf ihrer Haut, als sich ihre Blicke trafen und sie sich gebannt in die Augen sahen. Er umfasste ihr Gesicht.
„Du bist perfekt“, hauchte er, die Stimme voller Zuneigung.
Maron wusste nicht, wer sich zuerst bewegte -er oder sie- aber im nächsten Augenblick waren seine Lippen auf ihren.
Sie kollidierten. Trafen in einem Kuss zusammen, der Bände darüber sprach, wie lange sie gewartet hatten. Warum haben sie überhaupt gewartet?
Die warme Temperatur um Maron herum war nichts im Vergleich zu der Hitze, welche durch ihren Körper strömte, während sie ihre Arme um Chiaki warf.
Alles verblasste – ihre Umgebung, die summenden Insekten, ihre Mitmenschen. Es gab nichts außer Chiaki Nagoya und diese überwältigenden, lodernden Wellen an Emotionen, die er in ihr auslöste. Die ihr das Gefühl gaben, als könnte sie fliegen und-
„Miss Kusakabe! Mr. Nagoya!“
Die beiden fuhren auseinander und sahen Prof. Shinobu, die über ihnen ragte und wenig erfreut aussah. „Sofort aufhören damit! Wo glauben Sie, sind Sie hier bitte?!“
Mit feuerroten Wangen bemerkt Maron, wie die ganze Klasse, samt Agasa, sie anstarrten. Sie rappelte sich mit Chiaki auf die Beine.
Prof. Shinobu zeigte mit dem Finger Richtung Hotel. „Ich möchte, dass Sie beide reingehen und sich sauber machen. Und kommen Sie ja nicht zurück.“
„Okay.“ Maron sah auf sich und ihren triefenden Klamotten herab. „Hätten Sie was dagegen, wenn wir den halben Fluss mitnehmen?“
Chiaki lachte schnaubend auf, wodurch beide einem Lachanfall wieder nahe waren.
„Gehen Sie!“

Die Beiden traten so schnell sie konnten aus dem Wald, waren atemlos vor Lachen. Wenn immer einer von ihnen etwas sagte, brachen sie in Gelächter aus und kriegten sich nicht mehr ein.
Durchnässt stürmten Maron und Chiaki ins Hotel rein und rannten gemeinsam die Treppen hinauf. Ihre Wangen schmerzten vor Lachen, aber sie bekam das Lächeln nicht von ihrem Gesicht los.
„Siehst du, was du getan hast, Kusakabe?“ Chiaki begann sie von der Seite zu kitzeln. „Du hast uns von der Tour geschmissen.“
Kreischend tänzelte Maron von ihm weg. „Nicht Kitzeln“, rief sie. „Und es ist gut, dass wir rausgeschmissen wurden. Ich will nicht wissen, was für eine Rettungsaktion du abgezogen hättest, wenn ich einem Bären zu Opfer gefallen wäre.“
„Wie wir gesehen haben, würde ich mit Einsatz meines Lebens dir zur Rettung kommen“, sagte er, kam wieder auf Maron zu, doch sie rannte los, steuerte auf ihr Zimmer zu. Chiaki fing sie vor der Tür auf und hob sie hoch, was sie zum Kreischen brachte.
Er presste Maron gegen die Wand und küsste sie. Sie erwiderte den Kuss sehnsüchtig.
Es gab keine Worte, um zu beschreiben, wie es war Chiaki zu küssen. Sie wusste nur, dass ihr ganzer Körper sich lebendig anfühlte.
Das Gefühl seiner Lippen. Der Geschmack seiner Zunge. Die Finger auf ihrem Nacken, in ihren Haaren. Die Hand auf ihrem Schenkel. Seine Brust an ihrer.
All dies fühlte sich an, als würde jede einzelne Zelle ihres Körpers mit neuem Leben erweckt werden.
Maron löste sich von ihm, unterbrach den Kuss. Chiaki blickte verwirrt auf sie herab, während sie völlig außer Atem war.
„Wir sind mit dreckigem Wasser bedeckt“, erklärte sie. „Wir sollten tun, was Shinobu gesagt hat und uns...sauber machen.“
Sie blickte ihm in die Augen, hoffte darauf, dass er die stille Botschaft in ihren sah.
„Gute Idee“, wisperte er.
Er trat einen Schritt zurück, als sie zu ihrer Zimmertür ging und aufschloss. Gemeinsam traten sie ein.
Maron blieb auf dem Teppich in der Mitte stehen, während sie nach dem Saum ihres Shirts griff und es sich über den Kopf zog. Mit einem nassen Geräusch fiel es zu Boden und keinen Moment später folgten ihre Jeans, Schuhe und Socken. Sie drehte sich zu Chiaki um, stand ihm in seidener, weißer Unterwäsche gegenüber, die jetzt durchsichtig war.
Ihre Hände zitterten, als sie nach dem Verschluss ihres BHs reichte. Sie war nervös und aufgeregt. Passierte es wirklich?
Chiaki hatte mal gesagt, dass es wegen ihrer Vergangenheit nicht passieren konnte. Er hatte Dinge getan, die zu schrecklich waren, um jemals verziehen zu werden. Aber sie hatte ihm verziehen.
Und es war genau diese Vergangenheit, die ihren gemeinsamen Moment noch wundersamer machte. Ein Moment, welche eine Ebene an Glauben und Vertrauen beanspruchte, die die meisten Menschen womöglich nie erreichen könnten.
Maron würde Chiaki mehr als ihren Körper geben. Sie vertraute ihm mit allem was sie hatte – und ein Blick in seine Augen sagte ihr, dass sie keine Angst zu haben brauchte.
Chiaki’s Augen verdunkelten sich vor Begierde, als sie ihren BH entfernte. Sie hakte ihren Daumen in ihren Slip ein.
„Warte“, sagte er, „Ich mach das.“
Immer noch bekleidet, durchquerte Chiaki den Raum, schloss die Distanz zwischen ihnen und kniete sich vor Maron hin. Sie hielt ihren Atem an, als er ihre Hüfte nahm und einen Kuss auf ihren Bauch drückte. So zärtlich diese Geste auch war, so entfachte es in ihr ein pulsierendes Feuer in ihrer Mitte.
Im nächsten Moment nahm er das Stück Stoff zwischen seinen Fingern und streifte es langsam ab.
Er stand auf und zog sich sein Shirt aus. Vollkommen gefesselt starrte Maron auf die Konturen seiner Brust, hob instinktiv ihre Hand und berührte ihn.
Ihre Hände fuhren über seinen ganzen Oberkörper, während er seinen Gürtel löste und sich seinen Hosen entledigte. Anschließend begaben ihre Hände sich nach unten.
Chiaki nahm ihre Handgelenke, bevor sie ihr Ziel erreichten. „Komm“, raunte er sanft.
Sie eilten ins Badezimmer. Maron stieg in die Duschkabine und schaltete das heiße Wasser an.
„Warte, M.“
Sie fuhr herum und sah, wie Chiaki auf die Tür zuging.
„Chiaki, ich schwöre bei Gott, wenn du mir jetzt was daherdichtest, dass wir das nicht tun sollen und du mich nicht verdient hättest, dann werfe ich dich den Bären zum Fraß.“
Er stieß ein belustigtes Lachen aus. „Ich wollte nur abschließen. Nur für den Fall.“
„Oh. Okay, gut. Mach.“
Chiaki schloss die Badezimmertür ab und kam in die Kabine zurück, während Maron sich vom heißen Wasser berieseln ließ. Sie schaute ihn an, als er eintrat. Sie konnte ihren Blick von ihm und seinen Körper nicht abwenden. Dieser Kerl kann doch nicht real sein.
Ihr Puls beschleunigte sich.
„Ich nehme die Pille“, platzte es aus ihr heraus.
Er lachte. „Wir werden unser erstes Mal nicht auf einem Schultrip haben, während Ace und Pakkyaramao draußen rumschwirren“, entgegnete er. „Wenn wir endlich zusammen sind, will ich mir Zeit mit dir lassen.“
Natürlich musste er mit der Vernunft ankommen – und er hatte auch recht.
Maron grinste ihn an, als er auf sie zukam, sie in seine Arme nahm und ihre nassen Körper aneinanderpresste.
„Bis dahin werde ich diesen Moment aufs vollste ausnutzen“, wisperte er ihr mit tiefer Stimme ins Ohr, was sie zum Schaudern brachte.
Chiaki neigte ihren Kopf zurück und liebkostete direkt die empfindlichste Stelle ihres Halses. Sie seufzte, während die Dusche auf ihr Gesicht herabregnete.
Küssend hinterließ er knisternde Spuren auf ihrer Haut, über ihr Schlüsselbein und Dekolleté. Sie hielt keuchend seinen Kopf, drückte ihn an ihre Brust, wollte das heiße Gefühl seiner Lippen dort spüren. Doch plötzlich kam er wieder hoch und küsste sie innig.
Die beiden begannen sich gegenseitig einzuseifen, hatten dabei Spaß ihre Hände über ihre Körper zu fahren.
Jeder Kuss von ihm war voller unausgesprochener Gefühle und angestauten Emotionen, die freigelassen werden wollten. Sie liebte ihn und auf diese Weise am meisten - wenn er vor nichts zurückhielt und diese Zweisamkeit mit ihr genauso sehr genoss wie sie mit ihm.
Konnte man jemanden noch mehr lieben, als man es schon tat?
„Chiaki.“ Maron küsste sich seine Kieferpartie entlang. „Für deine letzte Wiedergutmachung - lass uns in ein Hotel gehen und das Wochenende zusammen verbringen.“
„S-Sorry“, sagte er heiser. Seine Stimme war tief vor Verlangen, was ihre Begierde noch mehr steigert. „Du kannst dir deine Wiedergutmachungen nicht aussuchen.“
„Ich wette, ich könnte dich überzeugen“, hauchte sie, hörte nicht auf ihn zu küssen.
Er knurrte. „Das wette ich auch.“
Sie nahm seine Hand von ihrer Taille und legte sie auf ihre Brust. Chiaki entkam ein weiteres gequältes Knurren.
„Du und ich.“ Sie gab ihm einen Kuss. „Nächstes Wochenende.“ Ein weiterer Kuss. „Es sind Sommerferien.“ Noch ein Kuss. „Ein Bett. Weiche Laken. Keine Störungen.“ Und noch einer, und noch einer, und noch einer. „Wie klingt das?“
Erneut küsste sie ihn, diesmal langsamer und gefühlvoller, während sein Herz unter ihrer Hand schnell gegen seine Brust schlug.
Chiaki sprach gegen ihre Lippen, als sie sich lösten: „Ich wäre ein verdammter Idiot, um das abzuschlagen - und das bin ich garantiert nicht.“
„Also, nächstes Wochenende?“
„Nächstes Wochenende.“
„Versprochen?“
„Versprochen.“
„Wehe, wenn nicht.“
Er drückte lächelnd ihr einen Kuss auf die Wange. „Ich halte meine Versprechen.“ Er küsste ihre Lippen. „Das solltest du wissen, M. Du kennst mich.“ Unter Küssen begab er sich zu ihrem Hals herab. „Genauso wie ich dich kenne. Ich weiß alles über dich.“
Er begann an ihrem Halsansatz zu knabbern und seine Hand war auf einmal zwischen ihre Beine, was sie aufkeuchen ließ. Ihre Hände klammerten sich an seine Schultern und ihre Atmung beschleunigte sich immens, während er ein wenig mit ihr spielte. Ihre Reaktion schien ihn zu amüsieren.
„Das Einzige, was ich noch nicht über dich weiß, ist, wie ich dich zum Schreien bringe.“ Kichernd strich er mit seinen Lippen über ihre Haut, verteilte verspielte Küsse auf ihrer Brust, neckte sie mit seiner Zunge und brachte sie zum Seufzen. Er trat einen Schritt zurück, schenke ihr ein Grinsen, welches ihr Herz dreimal so schnell hochschlagen ließ. „Aber das werde ich schon früh genug herausfinden.“
Ehe sie die Bedeutung seiner Worte registrieren konnte, war er auf seinen Knien. Chiaki drückte Maron gegen die geflieste Wand, legte vorsichtig ein Bein auf seine Schulter und dann das andere. Seine Hände hielten sie sicher fest.
Ein überraschter Laut entkam ihr, was schnell von einem lauten Stöhnen ersetzt wurde, als sie seine Lippen und seine Zunge auf sich spürte.
Sie warf ihren Kopf gegen die Wand zurück, keuchte seinen Namen. Sie versuchte es zu unterdrücken, biss sich auf die Lippe, doch seine schöne Folter entlockte ihr ein weiteres erregtes Stöhnen. Es fühlte sich einfach zu gut an. Zu unbeschreiblich gut.
Sie öffnete leicht ihre zusammengekniffenen Augen und sah, wie er sie mit einem intensiven Blick fixierte. Gott, diese blauen Augen waren noch ihr Untergang.
Eine erdrückende Hitze sammelte sich in ihrem Unterleib an und überwältigte sie mit unwiderstehlichem Verlangen nach ihm. Er brachte sie wahrlich um den Verstand.
Immer und immer wieder stöhnte sie seinen Namen. War zu mehr nicht imstande. Sonstiges Vokabular war aus ihrem Gedächtnis gefegt.
Ihre Hände krallten sich so sehr in seinen Haaren fest, dass es schmerzen musste. Doch er hörte nicht auf, bis alles in ihr schließlich explodierte. Die Muskeln in ihrem Inneren zuckten. Sie verkrampfte sich und ein atemloser Schrei entkam ihr. Es war ein unbeschreiblich intensives Gefühl, welches sie sich fallen ließ.
Zärtlich küsste er die Innenseite ihres Oberschenkels und sie konnte förmlich spüren, wie seine Lippen sich auf ihrer empfindlichen Haut zu einem selbstzufriedenen Lächeln formten.
Behutsam ließ Chiaki sie auf den Boden herunterrutschen, was Maron kraftlos geschehen ließ. Das Wasser prasselte noch immer über sie herab, während er sie in seinen Armen festhielt.
„Nächstes Wochenende“, sagte er sanft.
Sie lächelte glücklich. „Nächstes Wochenende.“
Verspielt nippte er an ihr Ohrläppchen. „Was nicht heißt, dass es nach heute aufhören muss. Verlass dich darauf, dass ich während dieses Ausflugs mir weitere solche Momente mit dir stehlen werde.“
Kichernd schmiegte sie sich an ihm. „Da bin ich erleichtert.“
Für eine gefühlte Ewigkeit saßen die beiden da, genossen die Nähe des anderen, tauschten sich ab und an ein paar süße, gefühlvolle Küsse aus.

Schließlich erhoben sie sich und traten aus der Kabine. Sie wickelten sich in dicke Tücher ein und gingen aus dem Badezimmer.
„Hey, Leute.“ Natsuki grinste das Paar von ihrem Bett aus an, schaute vom Fernseher weg.
Maron spürte sofort, wie ihr die Röte das Gesicht hochstieg. „Wie lange bist du schon hier?“
„Lang genug, Süße. Lang genug.“ Natsuki sah zu Chiaki, der sich cool und unbeirrt durch die Haare strich. „Shinji hat dir ein paar trockene Klamotten geschmuggelt, aber du solltest dich beeilen. Pakkyaramao kam schon zweimal rein und hat nach euch gefragt. Ich sagte ihr, dass ihr spazieren seid.“
„Alles klar. Danke, Natsuki.“
„Kein Problem.“
Chiaki nahm sich seine Sachen und ging zurück ins Bad.
Maron wühlte unterdessen in ihrer Tasche. „Wie war die restliche Tour?“
„Ganz cool. Agasa zeigte uns die Bärenbabys, die sie in ihrem Zentrum haben. Ganz süß und knuddelig. Da vergisst man vollkommen, dass die zu großen, gefährlichen Tieren heranwachsen.“
„Ich wünschte, ich hätte sie gesehen.“
„Ja, klar.“ Natsuki schenkte ihr einen wissenden Blick. „Ich bin mir sicher, du hast viel aufregenderes gesehen und erlebt.“
Maron vergrub ihren Kopf in ihre Tasche. „Versuchst du gerade zu testen, wie rot mein Gesicht noch werden kann? Denn es funktioniert.“
Natsuki lachte. „Ich teste gar nichts. Aber ich will Details hören, wenn er weg ist.“
Wie aufs Stichwort öffnete sich die Badezimmertür und Chiaki kam in schwarzer Jeans und T-Shirt raus. Er gab Maron einen letzten Kuss zum Abschied, ehe er zügig aus dem Zimmer ging.
„Er ist weg. Red.“
„Wir hatten keinen Sex“, stellte Maron klar, während sie ihr Tuch entfernte und sich anzog.
„Beharrt er immer noch darauf, dass er dich nicht verdient hat?“, fragte Natsuki mit hochgezogener Braue.
„Nein. Ich drohte ihn mit seinem Leben, also ist das hoffentlich vorbei. Aber wir beide einigten uns darauf, dass wir unser erstes Mal nicht auf einem Schulausflug haben werden – oder im Bad, während meine beste Freundin draußen vor der Tür lungert.“ Sie warf Natsuki einen Blick zu. „Wir werden in den Sommerferien zusammen sein.“ Maron konnte sich das riesige, glückliche Lächeln nicht verkneifen.
Quietschend sprang Natsuki auf und umarmte sie. „Ich freu mich so für dich!“
„Wirklich?“, lachte Maron.
„Natürlich.“ Die Mädchen setzten sich auf die Bettkante hin. Natsuki blickte sie mit einem fürsorglichen Blick an. „Das wird dein erstes Mal sein. Du fühlst dich auch wirklich bereit dafür? Du und Chiaki hattet schließlich eine heftige Vergangenheit. Abgesehen davon, wenn man bedenkt, was du erlebt hattest…“
„Ich weiß. Aber es ist, was es ist. Vergangenheit. Ich habe mein Trauma überwunden…Ich werde okay sein.“ Maron atmete tief durch. „Und ich bin bereit, Natsuki. Chiaki hat in den letzten anderthalb Jahren viel getan, um die Vergangenheit wiedergutzumachen. Er hat sich stark verändert. Du hast gesehen, was für ein komplett anderer Mensch er eigentlich ist und sein kann. Und... es fühlt sich richtig an.“
Natsuki lächelte warm. „Nun, das ist das einzig Wichtige, Süße.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast