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Unbreakable

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe OC (Own Character)
18.09.2020
08.10.2021
50
219.138
14
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Dieses Kapitel
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06.08.2021 5.071
 
FORTY-TWO

Am Montag danach ließ die Anspannung Maron nicht los.
Der Vormittag ging an ihr vorbei und in der Mittagspause steuerte sie mit ihren Freunden auf die Cafeteria zu. Einer der Jungs machte die Doppeltür auf und sie traten ein.
Es wurde ruhig im Raum, als man sie und ihre Freunde bemerkte.
Die neuen Knights saßen am Tisch beim Podest. Yashiro aß gemütlich, ehe sie aufstand.
Maron dachte, sie würde sie direkt ansprechen, doch stattdessen sah Yashiro nicht mal in ihre Richtung, als sie zum Rand des Podests trat. „Ich weiß, ihr habt alle Fragen-“
„Ist die Markierung aufgehoben?“, verlangte eine Mitschülerin.
„Es muss vorbei sein!“, sagte ein anderes Mädchen, „Maron hat nichts Falsches getan.“
„Maron Kusakabe behauptet, dass sie markiert wurde, weil sie herausfand, dass unsere ehemalige Kunstprofessorin pädophil sei.“ Yashiro blickte Maron nun direkt in die Augen. „Sie hat gelogen.“
„Was?! Ich habe nicht gelogen!“, schrie Maron entrüstet, war dabei nicht die Einzige.
„Wie kann das eine Lüge sein?“, kam es von Cersia.
„Wenn sie von Anfang an unschuldig war, hätte sie es sagen sollen. Sie hatte keinen Grund die Sache totzuschweigen, insbesondere nachdem Prof. Mikami die Schule verlassen hat.“
Karen und Hijiri tauchten hinter Yashiro auf. „Maron wurde nicht markiert, damit jemandes Geheimnis geheim blieb. Sie wurde markiert, weil die Spades ihr Geheimnis entdeckt haben.“
„Was für ein Geheimnis bitte?“, verlangte Maron zu wissen.
„Das große Geheimnis darüber, wie du dir die Schule leisten kannst“, sagte Karen. „Das Geld kommt nämlich-“
Maron weitete ihre Augen.
„-von ihrem Mittelschullehrer.“
Wer?
„Ace hat herausgefunden-“
Ace redet mit ihnen?
„-dass sie ihren Mittelschullehrer, Mr. Hatake, verführt und ihn erpresst hat, damit er nicht im Gefängnis landet.“
Sichtlich entgeistert blickte Maron die Knights an, konnte es nicht fassen, dass die ihren ehemaligen Lehrer in den Mist reinzogen. Er war nett, beliebt unter den Schülerinnen, dreißig Jahre jung und verließ das Land, bevor Maron ihren Mittelschulabschluss gemacht hatte. Da er weg war, gab es keine Möglichkeit diese Story zu widerlegen. Ace hatte seine Hausaufgaben gemacht.
„Mr. Hatake hatte mich nie auf unangebrachter Weise angefasst. Ihr und die Spades solltet euch schämen, dass ihr einen unschuldigen Mann in den Scheiß mitreinzieht. Diesen Bullshit denken sich die Spades nur aus, um sich und Sayuri zu schützen.“
„Genauso wie du dir Bullshit ausdenken kannst, um den anonymen Schüler zu schützen?“, wendete Yashiro mit hochgezogener Braue ein. „Wenn diese Person existiert, hätte sie deine Story längst bestätigen sollen.“
„Die Person existiert. War bei der Polizei und beim Rektor und hat denen alles erzählt.“
Yashiro’s ruhige Miene löste sich. Überraschung flackerte über ihr Gesicht. „Wenn der schon beim Rektor und der Polizei war, dann soll er die Eier haben mit uns zu reden!“
Gerade als Maron was erwidern wollte, schritt Chiaki ein. Sie erstarrte, als er seine Hand auf ihre Schulter legte.
„Nennst du mich einen Feigling?“ Seine Stimme wurde so scharf wie ein Messer.
Mit einem Mal war totenstill im Raum.
„Ja, ich war es, der mit Sayuri im Wald war. Und ich gehörte zu denjenigen, die sie in der Mittelschule belästigt hat.“ Maron sah zu ihm hin. Ihr Schock wandelte sich schnell in Stolz um und sie nahm unterstützend seine Hand, die eben noch auf ihrer Schulter war.
„Woher wissen wir, dass du nicht lügst, nur um deiner verfickten Freundin zu helfen?!“, erwiderte Karen.
„Chiaki sagte die Wahrheit“, kam es von Kagura, der mit Shinji und Yamato an Chiaki’s Seite trat.
„Tsk! Gibt es Beweise?“
„Wir sind die Beweise“, antwortete Yamato. „Wir haben dasselbe durchlebt wie er. Wir und andere Opfer haben alle bei der Polizei ausgesagt.“
„Wenn ihr unbedingt Details hören wollt, sind wir offen euch welche zu geben“, sagte Shinji. „Ich kann nur nicht garantieren, dass euer Mittagessen im Magen bleibt.“
Yashiro’s Mund öffnete sich, aber nichts kam raus.
Es herrschte eiserne Stille.
Es war Cersia, die den Bann brach: „Alles, was Maron sagte, passt zusammen.“  
„Es klingt, als wären Ace und die Spades die verfickten Lügner“, sagte Akechi, einer von Hijiri’s (ehemaligen) Freunden. „Was haben sie vor? Warum nehmen sie Mikami in Schutz? Ihr habt mit denen geredet! Ihr kennt sie. Sagt uns, wer sie sind, damit wir sie selbst fragen können!“
„Ja!“, kam es von der Menge zustimmend.  
„I-Ich kenne sie nicht!“, schrie Yashiro.
„Lügnerin!“, brüllte Sagami.
Es war ohrenbetäubend laut in der Cafeteria.
„Hört zu!“ Maron wandte sich an ihre Mitschüler. „Hier ist die Wahrheit: Sayuri Mikami war eine furchtbare Person, die sich an Kindern vergriffen hat. Sie nutzte ihre Macht als Spade aus und markierte mich. Jetzt beschützen ihre Kameraden sie und benutzen euch alle dabei. Behandeln euch wie Marionetten, während sie sich im Hintergrund versteckt halten. Ihr seid keine Marionetten. Ihr entscheidet, wen ihr glauben wollt. Entscheidet für euch selbst. Meine Entscheidung steht: ich gehe nirgendwo hin, egal, wie weit diese Arschlöscher es treiben werden.“
Damit drehte Maron sich um und ging zur Tür, gefolgt von Chiaki und ihren Freunden. Natsuki hatte gerade einen Arm um sie gelegt, als hinter ihnen zig Stühle zu hören waren. Maron blickte über ihre Schulter.
Die Hälfte ihrer Mitschüler war aufgestanden, darunter Miyako, Cersia und Toki, und folgten ihnen nach draußen. Auch Misa erhob sich endlich vom Knight-Tisch. Sie blickte zu Hijiri und ihren Freundinnen und stieg ohne ein Wort vom Podest runter, lief aus der Cafeteria.
Schock war auf den Gesichtern der Knights, als die Tür zu schwang.
***

„Ich bin ferienreif!“, stöhnte Natsuki, breitete sich auf dem Sofa in Maron’s Chill-Ecke aus. „Ich wünschte es wäre schon Sommer.“
Es war Donnerstag, die zweite Schulwoche war knapp überstanden. Seiten wurden gewählt und seit Montag hatte sich die Schule noch mehr entzwei geteilt. Streits standen aktuell mehr in der Tagesordnung als das eigentliche Schulprogramm.
Jeder gegen jeden.
Teamkamerad gegen Teamkamerad.
Freund gegen Freund.
Sogar Familie gegen Familie.
„Es ist gut, dass wir mehr Leute auf unserer Seite jetzt haben, aber ich habe das Gefühl, dass eine Bombe noch explodieren wird“, sprach Natsuki weiter.
„Ich weiß, was du meinst“, stimmte Maron ihr zu.
Für einige Momente schwiegen sie. „Du hast dasselbe getan, was Takeru damals getan hat“, sagte Natsuki schließlich. „Was ist, wenn sie jetzt nach unseren Leben trachten? Wir können nicht überall als Gruppe rumlaufen.“
„Doch, können wir.“ Maron ging auf sie zu, legte eine Hand auf ihre Schulter. „Wir passen aufeinander auf. Wir sind ein Team.“
Sie lächelte. „Du hast recht.“
„Ich weiß“, grinste Maron. „Versuche dich auf morgen Nachmittag und dein Wochenende mit Shinji zu freuen. Nach dieser Woche werden wir wahrscheinlich alle nach Hause fahren, um Dampf abzulassen.“
„Wir werden mein Haus für uns allein haben. Es gibt Probleme mit einen der Auslandsdeals, weshalb Mom sich mit meinem Dad trifft.“ Natsuki begann ihre Stimme zu senken. „Aber das nicht der interessante Part. Samstag werden wir ein Doppeldate haben... mit Kimi und Noyn.“
„Wirklich? Sie gehen miteinander?“
„Ja. Wurde auch Zeit, oder? Sie wollen das anscheinend aber nicht an die große Glocke hängen, weshalb es noch niemand erfahren soll.“ Natsuki zuckte mit den Schultern und zwinkerte. „Aber da ich dir alles erzähle, weißt du es nun auch.“
Maron lachte herzhaft, als ein Klopfen sie unterbrach.
Sie ging zu ihrer Tür und machte auf.
„Chiaki“, sagte sie, als sie ihn vor sich sah. „Stimmt was nicht?“
Er schüttelte den Kopf. „Treff mich um acht draußen vor dem Eingang.“
Sie blinzelte. „Okay.“
Der Hauch eines Lächelns war auf seinen Lippen, für andere wahrscheinlich kaum zu sehen.
„Bis später“, sagte Chiaki, ehe er sich zu seinem Zimmer begab.
Maron machte die Tür zu und wurde von Natsuki angegrinst. „Was er wohl vorhat?“
„Ich...werde sehen“, zuckte Maron ahnungslos mit den Schultern, war gespannt.
„Wollen wir uns noch den Film anschauen?“
„Klar.“
Die Mädchen machten es sich mit Laptop auf dem Bett gemütlich.

Um Punkt acht Uhr trug Maron noch schnell Lippenstift auf und eilte anschließend die Treppe runter, hatte zu lange gebraucht, um sich ein Outfit auszusuchen.
Chiaki drehte sich zu ihr um, als sie nach draußen trat und, lächelte sie mit seinem perfekten Lächeln an.
Sie neigte verlegen ihren Kopf. „Also, wo gehen wir hin?“, fragte Maron, trat auf ihn zu.
„Wo wir etwas mehr Privatsphäre haben.“
„Klingt gut.“
Sie bogen um die Ecke des Hauptgebäudes ab. Der Schulhof breitete sich vor ihnen aus. Chiaki hielt nicht an. Er führte sie zur Sportanlage. Erst als sie hinten herumliefen, wurde ihr klar, wo es hinging.
„Du bringst mich aufs Dach?“
„Ja. Ist das in Ordnung? Ich...will dir was zeigen.“
Maron zögerte noch einen Moment, ehe sie nickte. „Okay.“
Chiaki hielt ihr gentlemanlike die Tür auf. Es war eine Ewigkeit her, seit sie das letzte Mal auf dem Dach war. Das letzte Mal wäre sie fast in den Tod gestürzt, weil die Wahrheit zwischen ihnen rauskam.
Ein Schauer lief ihr bei der Erinnerung über den Rücken, während sie die Treppen aufstieg.
Wie würde es sich anfühlen, wieder mit ihm da oben zu sein?
Chiaki ging voraus und öffnete ihr die Tür. Maron trat mit langsamen Schritten nach draußen und blieb abrupt stehen, keuchte nach Luft.
Es war schon immer schön hier oben gewesen - mit der gemütlichen Couch und dem Teppich, erhellt im sanften Licht der Lichterketten. Jetzt war der Ort noch schöner.
Mehr Lichter wurden aufgehangen und die Möbel wurden mit Neue ersetzt. Auf dem Couchtisch standen zwei Gläser mit einem Teller Essen.
„Hast du das gemacht?“, fragte Maron, sichtlich erstaunt.
Chiaki nickte. „Ich weiß von Natsuki, dass du seit...der einen Nacht nicht mehr hier oben warst“, sagte er, blickte sie entschuldigend an. „Es tut mir leid, dass ich dir diesen Ort ruiniert habe. Ich will das wiedergutmachen. Ich habe das alles schon letztes Jahr vorbereitet, aber...kam am Ende aus offensichtlichen Gründen nicht dazu dich hierherzubringen.“
Sie nickte mit einem sprachlosen Lächeln, war mehr als berührt von dieser Geste. „Ist das Wiedergutmachung Nummer drei?“
Er grinste kopfschüttelnd. „Nein.“
„Nein?“
„Wohl eher eine halbe Wiedergutmachung. Wenn höchstens.“
Maron zog mit schiefgelegtem Kopf eine Augenbraue hoch.
Chiaki beugte sich runter und reichte ihr ein Glas. „Kiba“, sagte er, als sie auf das weiß-rote Getränk herabblickte. „Und Brownies.“
„Wo hast du das alles her?“
„Habe mit den Jungs die Küche geplündert.“
„Wirklich??“
Er zuckte mit den Schultern. Maron wusste nicht, ob sie ihm glauben sollte. Aber das war auch nicht wichtig.
Sie setzte sich hin und legte ihre Füße auf der Couch hoch.
„Danke“, sagte sie mit einem faszinierten Lächeln, sah zum Sternenhimmel auf. „Du hast dich übertroffen.“
Tatsache war, er übertraf sich mit jedem Mal, in der er sich entschuldigte. Und mit jeder Wiedergutmachung, verfestigten sich ihre Gefühle für ihn noch mehr.
„Ich muss meinen Standpunk schließlich klarstellen.“ Chiaki ließ sich neben sie nieder, erwiderte ihr Lächeln. Er legte ihr eine dünne Decke um, obwohl es nicht kalt war.
Maron lehnte sich an ihm an. „Es ist wunderschön hier. Schade, wie hässlich die Akademie unten vergleichsweise ist.“
„Versuchen wir über etwas anderes zu reden“, erwiderte er, einen Arm über ihre Schultern gelegt.
Sie warf ihm einen langen Blick zu, verlor sich in dem blau seiner Augen.
Sehnsüchtigen flackerten ihre Augen zu seinen Lippen runter.
„Wir brauchen auch gar nicht reden“, wisperte Maron, rückte etwas mehr zu ihm ran. Sie lehnte sich zu Chiaki vor, kam seinem Gesicht näher.
Plötzlich traf etwas Weiches, Krümeliges ihren Mund.
„Dann iss wenigstens was. Mittlerweile kommst du mittags kaum zum Essen“, sagte Chiaki, steckte ihr ein Browniestück zwischen die Lippen.  
Augenrollend nahm Maron einen Bissen, setzte sich wieder ordentlich hin.
„Irgendwann krieg ich dich noch.“
„Du hast mich doch schon“, lächelte er schief, nahm sich ebenfalls einen Brownie.
„Du weißt genau, was ich meine.“ Sie gab ihm einen Klaps auf die Schulter, worauf er laut auflachte und ihre Schläfe küsste. Kurz darauf schloss Maron sich seinem Lachen an.
Die restliche Nacht verbrachten sie damit zu lachen, die Sterne zu zählen, ihre Brownies zu essen und über alles Mögliche zu reden.
Als die Sonne über den Horizon lugte, kehrten sie zum Wohnheim zurück.
„Wirst du morgen auch nach Hause fahren?“, fragte Maron ihn vor ihrer Zimmertür, „Beziehungsweise heute“, korrigierte sie sich schmunzelnd.
Chiaki nickte. Er kam auf sie zu und legte seinen Mund an ihr Ohr. „Ich werde mit Mom reden.“
„Meinst du etwa...?“ Maron verstummte, als seine Lippen ihre Wange streiften.
Anschließend war er in sein Zimmer verschwunden, bevor das warme Kribbeln auf ihrer Haut verblasste.
***

Da sie nur um die drei Stunden Schlaf hatte, war der Freitag für Maron noch unerträglicher, als es schon gewesen wäre. Umso froher war sie, als sie das Wochenende nach Hause fuhr und mit ihrer Familie zur Ruhe kommen konnte.
Leider Gottes gehen zwei Tage schnell um und sie stand wieder vor ihrem Wohnheim.
Nur war dort ein Aufruhr, die Maron nicht verstand. Schüler -darunter einige aus ihrer Klasse wie Yori, Sagami oder Misa, aber auch andere Jahrgänge- waren kreuz und quer in der Eingangshalle verteilt und das Personal lief aus allen Himmelsrichtungen an ihr vorbei.
Was machten die Leute hier?
„Hört zu!“, brüllte Hanzou. „Jungs im ersten und zweiten Stock, die Mädchen im Erdgeschoss und dritten Stock. Die Zimmer wurden zugewiesen. Alle Wohnheimregeln treffen auch hier zu...“
Maron wandte sich von ihm ab, als sie Natsuki mit Shinji und Yamato entdeckte.
„Was geht hier vor?“, fragte sie ihre Freunde.
„Jeder, der sich für unsere Seite entschieden hat, wurde aus den Wohnheimen geschmissen. Sie ziehen hierher um“, sagte Yamato.
Sie starrte ihn verdutzt an. „Das ist die halbe Schule! So viele Zimmer gibt es doch gar nicht. Wie soll das funktionieren?“
„Als Übergangslösung müssen wir unsere Zimmer teilen“, kam es von Shinji, der an der Wand angelehnt war.
Maron drehte sich zu Natsuki. „Bitte sag mir, dass du und ich Zimmergenossen sind.“
„Sind wir“, erwiderte ihre beste Freundin, worauf sie etwas aufatmete.
„Das ist doch wirklich wahnsinnig“, entkam es Maron, immer noch fassungslos.  
„Die Schule ist gespaltet“, hörte sie hinter sich sagen. Alle wandten sich Toki, zu der mit einem Koffer vor ihnen stand. „Die, die Spades folgen und die, die sich ihnen entgegenstellen.“
„Du hast dich gegen sie entschieden“, sagte Maron, „Warum?“
„Das geht alles aus den Fugen, M. Ich weiß nicht, was ich darüber denken soll, aber ich will nicht auf der falschen Seite zu sein.“
„Und ich wollte nur einen normalen Schulabschluss machen. Stattdessen habe ich Intrigen und eine geheime Organisation am Hals“, höhte sie spitz. „Es ist jetzt so weit gekommen. Ich werde nicht klein beigeben.“ Maron blickte ihn scharf an. „Und ich habe keine Zeit für jemanden, der nicht zu mir steht.“
„Ich versteh, wieso du mir nicht traust-“
„Ich habe auch keinen Grund dazu. Du hast mich zweimal im Stich gelassen.“
„Es ging nicht um dich.“
„Wie bitte?“ Maron verzog entgeistert ihr Gesicht. „Wie ging es dabei nicht um mich?!“
Es dauerte einige, angespannte Momente, bis Toki weitersprach.
„Du hast meine Familie, meine Großmutter doch kennengelernt. Du weißt, wie viel Wert sie auf die Traditionen legt. Die Befehle der Knights und der Spades werden in meiner Familie nicht in Frage gestellt. Egal, wie falsch es ist. Sie werden nicht angezweifelt.“ Er sah sie an. „Dass ich mich für deine Seite entscheide, ist ein Verrat an meine Familie.“
Auch wenn Maron es nicht zugeben mag, so konnte sie seinen persönlichen Konflikt verstehen.
„Ich tat, wovon ich dachte, tun zu müssen“, sprach Toki weiter, „Und nun tue ich das, wovon ich denke, dass es das Richtige ist. Reicht das nicht?“
Mit Natsuki wechselte Maron einen stummen Blick. „Nein.“
Er blinzelte. „Nein? Was meinst du damit?“
„Es reicht nicht, dass du dich entschieden hast und jetzt tatenlos dasitzt. Ich will, dass du mir hilfst Ace und die Spades zu erledigen.“
„W-Was erwartest du von mir zu tun?“
„Für den Anfang...“ Kurz schweifte Maron ab, als sie Chiaki mit Kagura entdeckte, die beide auf sie zukamen und sich ihnen anschlossen. „-will ich, dass du das Jahrbuch deines Vaters holst.“
„W-Wieso?“, fragte Toki.
„Eine Sache wundert mich seit den Gesprächen mit dem Rektor und der Polizei über Sayuri die ganze Zeit schon.“
Chiaki blickte sie an. „Was denn?“
„Sie sagten immer ‚Mrs. Mikami‘.“
„Mrs.“ Toki sprach, bevor Chiaki was erwidern konnte. „Sie ist verheiratet?“
„Oder war. Das erklärt zumindest, wieso ich ihren Vater in dem Jahrbuch nicht finden konnte. Sie hat einen anderen Nachnamen.“
„Also, soll ich dir Dad’s Jahrbuch geben, damit du ihren Vater findest. Wieso?“
„Deine Großmutter hatte angedeutet, dass sie als Knight ausgewählt wurde, wegen eurer Familie. Und du warst angepisst, weil du als Erbe nicht ausgewählt wurdest. Was ist, wenn Sayuri aus einer Familie kommt, bei der es familiär vorbestimmt ist, dass man als Spade auserwählt wird? Was ist, wenn ihr Vater auch einer war? Wenn wir ihn finden, können wir ihn vielleicht zur Rede stellen.“ Maron sah Toki an. „Also, bitte bring mir das Jahrbuch.“
Er nickte. „Okay. Ich hole mir nächste Woche einen Wochenendpass.“
„Danke. Außerdem möchte ich, dass du uns alles sagst, was du über die Akademie, dessen Geschichte und was deinen Dad weißt.“
„Mein Dad?“
„Er war ein Knight als die Sache mit Hikari, Takeru und den Spades passiert ist. Er muss wissen, warum die Spades getan haben, was sie getan haben, oder warum deine Großmutter Hikari eine Schlampe nennt. Er muss dir was erzählt haben, oder?“
„Mein Vater erzählt mir nicht so viel, wie du denkst.“ Toki begann sich zurückzuziehen. „Schau, ich muss auspacken, aber ich werde tun, was du von mir willst. Ich hole das Buch, rede mit Dad und erzähl dir alles, was ich herausfinden kann.“ Er nahm seinen Koffer. „Es gibt sowieso kein Zurück mehr. Helfen ist meine einzige Option.“
„Gut, dass wir uns verstehen.“
Toki erwiderte darauf nichts und verschwand in der Menge. Miyako und Cersia waren auch zu sehen, die mit ihren Koffern zu ihren neuen Zimmern sich begaben.    
***

Am Montag kam Maron zur ersten Stunde und sah wieder mal das gespaltene Bild ihrer Klasse.
Am Fenster waren Yashiro und ihre Leute. Auf der gegenüberliegenden Seite an der Wand war die andere Partei, darunter ihre Freunde. Die Fronten waren klar und deutlich zu sehen.
Sie blickte zu Prof. Maruki, der unbeschwert tippte und das einfach so zuließ.
„Wie können Sie als Pädagoge sowas hinnehmen?“
Der Mann sah von seinem Computer auf. „Sie sollten sich setzen, Miss Kusakabe.“  
„Und sie sollten ihren verdammten Job machen“, platzte es aus ihr heraus. „Die Schule ist nahezu ein Schlachtfeld und das Einzige was Sie tun, ist hier rumzusitzen oder draußen im Gang zu stehen.“
Es war vollkommen still im Raum. Langsam stand Maruki auf. „Sie haben recht, Miss Kusakabe. Ich sollte meinen verdammten Job machen. Als Pädagoge gebe ich Ihnen tägliches Nachsitzen mit mir für den Rest des Semesters.“
Ihr Mund fiel auf. „Aber-“
„Soll ich es auch auf das nächste Semester erstrecken?“
Sie schloss ihren Mund, erdolchte ihn mit ihren Blicken, aber der junge Professor lächelte nur. „Legen Sie Ihr Handy weg und setzen Sie sich. Jetzt.“
Maron tat wie ihr geheißen. Natsuki legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter, als sie Platz nahm. Dies brachte sie zumindest nicht dazu, ihr Lehrbuch nach ihm zu schmeißen.

Mit der Strafe im Hinterkopf, war der Tag einfach nur nervig. Und wie immer laut.
Als Maron zum Nachsitzen das Klassenzimmer betrat, war niemand da außer sie und Maruki. Kurioserweise war es eine angenehme Ruhe, die sie schon fast vermisst hatte.
„Setzen Sie sich“, sagte Maruki, zeigte auf den Stuhl neben sich. „Sie werden mir helfen die Arbeiten zu benoten.“
„Darf ich das?“
„Es gibt keine Regel, die dagegenspricht. Die Abschlussnoten werden schließlich auch für die ganze Schule veröffentlicht.“
Das stimmte. Maron ging um den Tisch herum und setzte sich. Maruki trennte den Papierstapel und legte ihr die Hälfte hin.
„Das ist das Antwortblatt.“ Er legte ein weiteres Blatt dazu sowie einen roten Stift. „An die Arbeit.“
Wortlos fing Maron an. Für eine Weile war das einzige Geräusch im Raum das Gekritzel der Stifte und ein gelegentliches Husten. Maruki fuhr mit seiner Arbeit fort, als wäre sie nicht da, aber ab und an drifteten ihre Augen nach links zu ihm. Nach etwa zwanzig Minuten hielt Maron es nicht mehr aus. „Kann ich Sie was fragen?“
„Nein“, antwortete Maruki, ohne von den Arbeiten aufzuschauen.
„Nun, ich werde trotzdem fragen.“ Sie wandte sich ihm zu. „Sie sagten, Sie waren früher ein Knight. Hatten Sie jemals mit den Spades zu tun?“
Maruki schnaubte. „Sie können nicht wirklich glauben, dass ich diese Diskussion mit Ihnen führen werde.“
„Ach, kommen Sie.“ Maron verschränkte ihre Arme. „Was könnte es schaden, mir von Ihrer Schulzeit zu erzählen.“ Sie imitierte sein lustloses Lächeln. „Es sei denn... Sie haben immer noch Angst vor ihnen.“
Er warf ihr einen Seitenblick zu. „Ich hatte keine Angst vor ihnen, geschweige denn jetzt.“
„Wie war es als Sie ein Knight waren? Hatten Sie mit ihnen zu tun gehabt? Hatte Ace mit Ihnen gesprochen?“
Maruki sah sie an. „Die Spades waren eine Gruselgeschichte und Ace war nichts als eine Legende, als ich ein Knight war“, sagte er schließlich. „Sie sprachen nicht mit mir oder den anderen drei.“
„Also haben Sie nicht geglaubt, dass es sie gibt?“
Er zuckte mit den Schultern. „Ich glaube daran, dass jemand eine Karte in meinen Spind gelegt und mich zum Chef ernannt hat. Warum?“
Maron spähte zum Handy-Schrank. „Weil Ace zu mir spricht–beziehungsweise sprach. Ich habe ihn so sehr angepisst, dass es sich den Knights offenbart hat. Ähnlich wie Takeru Koji die Spades dazu zwang zu handeln“, sagte sie leise, „Was ich allerdings nicht glauben kann ist, dass niemand nach seinem Tod versucht hatte, herauszufinden, wer sie sind. Irgendjemand muss es doch probiert haben. Irgendjemand muss etwas wissen, was mich weiterbringt.“ Maron stieß einen ungläubigen Laut aus. „Warum gibt es die überhaupt? Man hat doch schon die Knights, die alles in Ordnung halten sollen.“
„Warum hält niemand die Spades auf, hm?“ Maruki legte den Kopf schief. „Denken Sie scharf nach, Kusakabe. Was schätzt diese Schule am meisten wert?“ Maron zuckte zusammen, als er sich plötzlich zu ihr vorlehnte.
Sie brauchte einen Moment, um zu antworten. „Seinen Ruf.“
Maruki lächelte ein attraktives Lächeln. „Richtig. Und wie helfen die Spades der Akademie ihren leuchtenden Ruf zu behalten?“
„Keine Ahnung.“ Maron schüttelte ihren Kopf. „Natsuki sagte, dass sie die Leute entfernen, die nicht verwiesen werden können, aber dennoch gehen müssen.“
„Warum können sie nicht verwiesen werden?“
„Weil- Ich- Sie- Keine Ahnung! Sagen Sie es mir doch einfach!“
Er lachte. Anschließend nahm er ihre Hände.
„Die Knights“, sagte er und hielt ihre rechte Hand hoch. „Und die Spades“, er hob ihre linke Hand. „Seit diese Schule gegründet wurde, waren die Knights dazu da, um alle in Schach zu halten, aber es sind nur vier Leute aus einem Jahrgang. Vor welchem Problem stehen sie?“
„Sie...können nicht überall gleichzeitig sein.“ Ihre Augen weiteten sich. „Sie können nicht alles wissen, was in anderen Klassen und in anderen Jahrgängen von sich geht. Ganz zu schweigen davon, dass die Leute den Mund halten könnten, wenn sie in der Nähe sind.“ Sie sah zu ihrer linken Hand. „Aber die Spades haben dieses Problem nicht. Sie können überall sein und jeder. Sie könnten all Ihre Geheimnisse einem Spade verraten, ohne es zu wissen.“
Maruki grinste. „Sehr schlau. Also, sagen Sie mir, warum das das Problem behebt? Warum benutzen sie die Markierungen?“
Die Puzzleteile fügten sich in ihrem Kopf zusammen. „Okay - angenommen, jemand redet darüber Drogen zu schmuggeln und ein Spade bekommt das mit, dann darf es keinen großen Trubel darüber geben. Niemand wird zur Schulleitung gerufen. Die Presse bekommt nicht Wind davon. Unser Ruf ist nicht gefährdet. Man wacht eines Tages auf und findet eine Karte im Schließfach und das Problem löst sich von selbst... Man würde einerseits nie zugeben, dass man was Falsches getan hat, andererseits würde man nicht bleiben und Zielscheibe aller sein. Man geht und die Akademie bleibt die perfekte Schule.“
Maruki nickte.
Maron sah zwischen ihren Händen hin und her. „Das bedeutet... die Spades sind ein Haufen von Spionen. Verräter.“
Er hob ihre rechte Hand, die die Knights repräsentierte. „Die Vollstrecker.“ Dann hob er ihre linke Hand. „Und die Informanten.“ Ihre Hände wurden zusammengeführt. „Ohne die beiden gibt es keine Ordnung im System. Die Spades erfüllen ihre Funktion besser als die ahnungslosen Professoren oder uninformierten Rektoren. Niemand stoppt sie oder hinterfragt sie, weil sie womöglich etwas wissen, was wir nicht wissen wollen.“
Maruki schüttelte ihre Hände. „Die Knights und Spades sind zwei Seiten einer Medaille. Arbeiten zusammen.“ Sein Blick begegnete ihren. „Arbeiten als eins.“
Maron erschauderte. „Aber-...das ist doch abgefuckt! Ich habe nichts falsch gemacht!“
„Ich bin nicht derjenige, den Sie überzeugen müssen.“
„Sie meinen Ace.“ Ihre Augen wurden zu Schlitzen. „Aber Ace hat klar gemacht, dass er mir nicht glaubt. Das Einzige, was ich jetzt tun kann, ist, ihn zu finden und für all seine Taten bloßzustellen.“ Sie lehnte sich zu ihm hin. „Ich werde das gesamte, abgefuckte System bloßstellen. Mir ist egal, wie es angefangen hat oder welcher Vollpfosten dachte, dass es eine gute Idee war. Kinder wurden für den dummen Ruf dieser Schule verletzt. Die Spades werden ihr Ende finden.“
Amüsiert schmunzelte Maruki. „Nun, Sie müssen sie erstmal finden, Kusakabe.“
„Ich-“
Bam!
„M, bist du fer—Was zum Teufel geht hier vor?!“
Maron schoss von dem jungen Professor weg, während Chiaki in der Tür stand und sie beide mit verengten Augen anstarrte.
„Unsere Zeit ist um“, sagte Maruki, schaute gelassen auf seine Uhr, „Sie können das morgen fertig machen, Miss Kusakabe.“
Maron sprang von ihrem Stuhl hoch. Sie spürte Chiaki’s brennenden Blick auf sich, während sie den Handy-Schrank aufriss und reingriff. In dem Moment, als Maron sich ihm zuwandte, vibrierte es in ihrer Hand.
Sie erstarrte. Langsam hob sie ihr Handy und entsperrte den Bildschirm.
„Es beeindruckt mich, dass du deinen Freund und dessen kleinen Kumpanen dazu brachtest für dich zu lügen. Ich kenne nicht viele Kerle, die für ein Mädchen behaupten, dass er belästigt wurde. Er muss dich wirklich lieben.
Es beeindruckt mich, aber es ist dennoch eine Lüge. Sayuri Mikami war vieles, aber sie würde sowas niemals machen. Ich muss mich bei dir entschuldigen, M. Ich habe dich vorher nicht ernst genommen. Ich wusste nicht, was für eine kalte, skrupellose Bitch du bist. Wie du alles zu tun scheinst, um zu bekommen, was du willst.
Du bist mir eine ebenbürtige Gegnerin. Um meinen Respekt zu zeigen, werde ich dich nicht nochmal unterschätzen. Ich bin bereit für deinen nächsten Schachzug, M. Ich hoffe, du bist bereit für meinen.“

„Miss Kusakabe?“
Maron riss ihren Blick bei Maruki’s Stimme vom Bildschirm los. Sie drehte ihren Kopf und sah ihn grinsen. „Auf Wiedersehen.“
„T-Tschüss“, stammelte sie, schulterte ihren Rucksack und stürmte aus dem Klassenzimmer raus.
Keine drei Schritte aus der Tür, schnappte Chiaki sich ihren Arm. „Maron, was zum verfickten Henker ist da drin passiert?“
Maron kam nicht dazu ein Wort zu sagen, ehe Chiaki sie gegen die Schließfächer drückte. Seine Hände jeweils auf beiden Seiten ihres Kopfes. „Hat er versucht dich zu küssen?“
„Was? Bist du verrückt? Natürlich nicht!“
„Was war’s dann?“, knurrte er. „Warum kuschelt ihr hinter seinem Schreibtisch?“
„Niemand hat gekuschelt!“ Sie drückte ihn mit beiden Händen auf seiner Brust etwas von sich. „Wir haben nur geredet. Er... half mir etwas zu realisieren.“
Chiaki’s argwöhnisches Gesicht veränderte sich nicht. „Und dafür muss er dir so nah im Gesicht sein?“
Maron stöhnte augenrollend auf. Was machte sie mit diesem Typen nur?
„Ernsthaft, Chiaki. Denkst du wirklich, ich würde was mit einem Prof anfangen? Außerdem ist er nicht unser Problem.“ Sie hielt ihm ihr Handy entgegen, welches noch in ihrer Hand war. „Ace hat mir geschrieben.“
In der nächsten Sekunde hatte Chiaki ihr Handy und las die Nachricht.
Ich hoffe, du bist bereit für meinen“, las er, „Fuck. Plant er etwas?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Was auch immer es ist, ich werde bereit sein.“
Wir werden bereit sein.“  
Dies zauberte ihr das erste Lächeln des Tages auf die Lippen. „Apropos wir – wir müssen die anderen holen und reden. Dann sag ich euch, was ich dank Maruki herausgefunden habe.“
Ohne nach Details zu fragen, schrieb Chiaki ihren Freunden. Anschließend begaben sie sich zusammen zum Treffpunkt.
Maron schnappte sich seine Hand, während sie die Treppen herunterliefen. Auch wenn sie momentan allein waren, senkte sie trotzdem ihre Stimme: „Wir kamen noch nicht dazu zu reden... Hast du mit deiner Mutter geredet?“
Chiaki blickte starr gerade aus, nickte einmal.
Sie drückte seine Hand. „Wie geht es ihr? Wie geht es dir?“
„Sie... nimmt es schwerer, als ich dachte.“
„Chiaki, ich bin mir sicher sie-“
„M.“ Seine Stimme war weder laut noch scharf, aber sie verstummte abrupt. „Ich will jetzt nicht darüber reden.“
„Ja...“, wisperte sie nach einem Moment. „Natürlich.“
„Danke“, sagte er, das Gesicht starr nach vorne gerichtet.  

Es dauerte zwanzig Minuten bis Natsuki, Shinji, Kagura und Yamato mit ihnen am Springbrunnen saßen und Maron allen das wiedergab, was sie von Maruki gelernt hatte.
„Spione?“, wiederholte Kagura ungläubig.
„Ja.“ Maron machte ein ernstes Gesicht. „Wisst ihr, was das bedeutet?“
Es dauerte ein paar Sekunden bis Chiaki sprach: „Es gibt mehr von den Spades. Sehr viel mehr als wir erwarten würden. Wenn sie als Spione dienen sollen, dann reicht einer offensichtlich nicht.“
Sie nickte. „Wir wissen, dass Ace in der Nähe von uns ist, aber was ist mit den jüngeren Jahrgängen? Wer passt auf die auf? Wer ist da unten, während die Knights bei uns sind?“
Es wurde scharf Luft eingezogen. „Shit, Queen“, kam es von Shinji. „Du hast recht. Es müssen mehr sein. Sie müssen in der gesamten Schule verteilt sein.“
Maron hielt ihre Hände hoch. „Vollstrecker und Informanten – arbeiten zusammen, um die funkelnde Fassade der Akademie vor Schmutz zu bewahren.“
„Wenn die Spades die Informanten sind, dann können wir uns sicher sein, dass sie uns beobachten“, sagte Chiaki, „Sie sind höchstwahrscheinlich-“
„Unter den Leuten, die sagen, dass die auf unserer Seite sind“, vollendete Yamato. „Sie könnten womöglich sogar in unserem neuen Wohnheim untergebracht sein.“
Ein ernstes, vielsagendes Schweigen breitete sich in der Gruppe aus, während das Plätschern des Springbrunnens die Stille durchbrach.
„Wir können niemandem trauen“, sagte Maron. „Selbst die, die weinten und um Vergebung bettelten. Was auch immer wir planen, das bleibt unter uns.“
„Was ist mit Kimi und Noyn?“, fragte Natsuki.
„Ich denke nicht, dass unser Franzose etwas mit allem hier zu tun hat, aber ich will Noyn nicht sagen, dass wir seiner Freundin nicht trauen.“ Maron seufzte, blickte alle an. „Wir sechs sind auf uns gestellt.“
Chiaki stand auf und nahm ihre Hand. „Ist mir recht.“
Ihre Lippen formten sich zu einem riesigen Lächeln.
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