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Unbreakable

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / Het
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe OC (Own Character)
18.09.2020
08.10.2021
50
219.138
14
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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11.06.2021 3.092
 
THIRTY-SEVEN

Der Rest des Tages war für Maron seltsam.
Niemand sprach über die Bilder oder was Chiaki und seine Jungs getan haben.
Sie hätte es mit Yashiro und den Diamonds selbst aufnehmen können, aber zu sehen, wie sehr Chiaki auf sie achtete, hatte sie umgehauen.
Irgendwie überstand Maron den Tag und war wieder in Pakkyaramao’s Klassenzimmer. Ihr Handy vibrierte mit einer Benachrichtigung, was sie nicht überraschte.
Es war schließlich zu erwarten.
„Bist du stolz darauf, dass die Knights deine nicht vorhandene Ehre verteidigen?“
Maron antwortete nicht sofort. Stattdessen öffnete sie die Kamera-App und machte ein Foto vom Schrank. Danach widmete sie sich Ace.
„Ich habe ihnen nicht gesagt, dass sie das tun sollen.“
„Nope, aber du hast mit Chiaki rumgemacht. Das wird nicht nochmal passieren.“

Sichtlich irritiert schüttelte sie ihren Kopf. „Was soll das heißen? Was interessiert es dich, ob ich mit ihm rummache, oder nicht? Ihm steht es frei, zu tun, was er will.“
„Falsch. Keiner der Knights ist frei.“

Maron’s Augenbrauen zogen sich zusammen.
„Was soll das bitte schön heißen?“
„Das soll heißen, dass Chiaki und seine Jungs mein sind.“
„Wie können sie dein sein? Stehst du etwa auf sie?“
„LOL! Auf sie stehen? Wie süß. Aber ich erwarte auch nicht von dir, dass du über den Tellerrand hinausschauen kannst, M.“

Was für ein Freak. Benimmt sich als wären die Jungs sein Eigentum. Dieses Arschloch tat alles in seiner Macht stehende, um Maron dazu zu bringen ihn windelweich zu prügeln, wenn sie jemals herausfindet, wer er ist.
„Wie dem auch sei, du musst dir jetzt keine Sorgen um mich machen. Was hier wichtig ist, ist sicherzustellen, dass du nichts wert bist und diese Message verstehst. Hier ist, was du tun wirst: Wir alle erinnern uns voller Freude an das erste Schuljahr, als du mit einem Handtuch in die Cafeteria herumstolziertest. Dieses Mal... lass das Handtuch zurück.“
Maron’s Augen weiteten sich.
Eine weitere Nachricht kam, als sie eine Antwort tippte: „Zur Klarstellung: Strip.“
„Das mache ich NICHT! Du bist krank!“
„Korrektur: Du wirst es tun.“
„Ich werde von der Schule fliegen!“
„Das wäre ein Bonus. Stell dir das so vor: du würdest an einem viel schlimmeren Ort enden, wenn ich der Polizei zeige, dass du einen Tod vertuscht hast.“
„Warum tust du das?! Ich gehe nicht mit Chiaki aus und die Knights sind nicht meine Freunde. Das wolltest du doch.“
„Ich stelle nur sicher, dass man sieht, wie wertlos du wirklich bist. Morgen. Zum Mittagessen. Wenn du das nicht tust, sende ich das Video an die Polizei.“

***

Der Unterricht ging den ganzen Vormittag völlig an Maron vorbei.  
Ihr Lehrbuch lagen offen vor ihr, aber sie konnte sich auf keines der Wörter auf der Seite konzentrieren, selbst wenn sie wollte.
Maron’s Aufmerksamkeit voll und ganz war auf die Uhr im Klassenzimmer fokussiert. Die Glocke, die die Mittagspause signalisierte, war wie eine Totenglocke.
Langsam erhob sie sich von ihrem Stuhl und verließ das Klassenzimmer. Ihre Klassenkameraden gingen alle den einen Weg, während sie den anderen ging. Mit dem Fahrstuhl fuhr sie zum Erdgeschoss runter, lief in den Hof raus und begab sich zu ihrem Gebäude.
Ihr Bademantel erwartete sie, als sie in ihr Zimmer trat. Er wurde am Morgen von Maron wahllos aufs Bett geworfen. Sie starrte geistesabwesend auf ihn herab und zog sich ihr Kleid über den Kopf.
Maron hatte die ganze Nacht darüber nachgedacht, was sie tun sollte. Sie hatte Chiaki und den Jungs nichts gesagt. Genauso wenig Natsuki.
Das war eine Sache zwischen ihr und Ace. Sie konnten ihr nicht helfen.
Stück für Stück, zog Maron sich die Uniform aus.
Sie hasste es, zu was er sie brachte, aber es musste getan werden.
Sie hatte keine andere Wahl.
Sie verstand das jetzt.

Der Wind wehte stark, als Maron wieder nach draußen trat. Sie erschauderte etwas, zog ihren Bademantel enger um sich. Es lag zwar kein Schnee mehr, aber es war immer noch winterlich kalt. Ihre nackten Füße waren schon blau, aber sie überquerte bestimmt den Schulhof und kehrte ins Hauptgebäude zurück.
Die Cafeteria war voller Lärm, als sie reinkam.
Niemand schenkte ihr Beachtung...bis sie Hijiri’s Blick begegnete.
„Hey, Kusakabe! Was zum Henker machst du da?“
Sie funkelte ihn an. „Wirst du sehen.“
Mit einem Mal wurde es vollkommen still im Raum und jeder drehte sich zu ihr um.
Maron steuerte mit erhobenem Haupte auf das Podest zu. Jeder der Knights sah sie mit demselben, entgeisterten Gesichtsausdruck an.
Chiaki stand auf, als sie ihren Fuß auf den Podest gesetzt hatte. „Maron, was machst du da?“
Sie antwortete nicht, ging um ihn herum und kletterte auf seinen Stuhl. Anschließend stand sie auf dem Tisch.
Die restlichen Knights waren jetzt auch aufgestanden.
„Maron, komm runter“, hörte sie Chiaki zwischen zusammengeknirschten Zähnen sagen, hatte eine Hand auf ihren Arm. Aber sie schüttelte ihn ab, reichte nach dem Gürtel ihres Mantels.
„Oh Shit!“, rief ein Typ. „Sie gibt uns wieder ‘ne Show!!“
Es wurde gepfiffen und gejohlt. Jungs erhoben sich von ihren Sitzen und näherten sich dem Podest.
„Hinsetzen! Sofort!“, kam es von Shinji laut und Kagura stellte sich wie ein Bodyguard vor dem Tisch auf. „Setzt euch verfickt nochmal hin!“
„Komm schon, M! Ausziehen! Ausziehen! Ausziehen!!“
„Raus mit euch!“, rief Yamato aufgebracht. „Alle!!“
Chiaki reichte wieder nach ihr. „Maron!!“
In einer geschmeidigen Bewegung riss Maron den Mantel auf und ließ ihn zu Boden gleiten. Die Pfiffe und das Gejodel brachen stotternd ab.
Maron hielt ihren Mittelfinger in die Menge. „Schau genau hin!“, schrie sie. „Stell sicher, dass du diese Message verstehst!“
Sie war nicht nackt. Wohl eher das Gegenteil.
Sie trug eine Shorts und ein weißes T-Shirt auf dem „FUCK YOU“ groß geschrieben stand.  
Maron sah jedem in die Augen, der zu ihr hinsah.
„Irgendeine Mistgeburt-“, fing sie an, „-hat mich das ganze Schuljahr lang erpresst. Er dachte, er würde mich dazu bringen euch allen einen Striptease zu geben, aber er hatte wohl vergessen, mit wem er sich hier verfickt nochmal anlegt. Nun hör zu, Ace, wenn du hier bist! Du kannst dein Schlimmstes tun, ich werde mich nicht runterkriegen lassen. Und ich werde herausfinden, wer du bist. Das verspreche ich dir!“
Kaum war sie fertig mit Reden, schnappte Chiaki sich ihren Arm.
Sie schrie kurz auf, als er sie über seine Schulter warf und aus der Cafeteria raustrug.

„Eh, Chiaki? Ich kann laufen“, sagte Maron, stupste ihn auf dem Rücken.
Er ignorierte sie. Die anderen Jungs folgten ihnen.
Sie erreichten den Club-Raum der Knights und Chiaki ließ sie auf die Couch fallen.
„Erklär“, verlangte er, nachdem er ihr eine Decke umgelegt hatte.
„Gerne.“ Maron erzählte den Jungs alles. „Ace war angepisst wegen gestern. Er wollte mich bestrafen.“
„Warum hast du nichts gesagt?“, fragte Chiaki.
„Was hättet ihr tun können? Ich hatte zwei Möglichkeiten: strippen oder mich ihm trotzen. Ihr hättet mir da nicht helfen können.“
„Wohl eher nicht…Aber was machen wir jetzt?“, kam es von Yamato. „Der wird das Video an die Polizei schicken.“
„Ich denke nicht, dass er das tut.“
„Warum? Wie kannst du dir da so sicher sein?“, fragte er.
„Weil ihr da drauf seid. Alle von euch. Die ganze Zeit ist er auf mich fokussiert, obwohl ihr Jungs auch im Video drauf seid. Ich denke daher nicht, dass er euch schaden will“, erklärte Maron. „Dieser Freak labert auch irgendeinen Mist, dass ihr nicht frei seid und denen gehört.“
„Weil der durchgeknallt und wahnsinnig ist“, entgegnete Shinji abfällig, „Wir wissen nicht, wer das ist oder warum der so denkt. Wir können nicht voraussehen, was der als nächstes tun wird.“
„Was ist, wenn es sie sind?“, sagte Kagura. „Ace of Spades. Die Spades, die sowieso denken, dass die Schule und jeder hier drinnen ihnen gehört.“
Sie schüttelte skeptisch ihren Kopf. „Ich denke nicht, dass es ein Spade ist. Ich denke, ihr habt einen Stalker.“
„Einen Stalker?“
„Ja. Jemand muss im Wald gewesen sein, weil er euch gefolgt ist und war achtsam es versteckt zu tun. Er kommt auch sehr besessen rüber. Ich weiß nicht, was Ace jetzt tun wird, aber wenn es um euch geht, wird er das Video nicht an die Polizei schicken.“
„Und was ist mit dir?“, fragte Chiaki schließlich. „Wenn wir einen verrückten Stalker haben, der so entschlossen ist, dann wird er nicht glücklich mit deiner Aktion heute sein. Er könnte hinter dir auftauchen und du würdest nicht wissen, dass er es ist.“
„Dann lass uns was dagegen tun.“ Maron stand auf. „Gestern habe ich ein Bild vom Handy-Schrank gemacht, nachdem ich meins rausnahm. Die Nachricht von Ace kam zehn Minuten bevor ich da war. Wenn es jemand aus unserem Jahrgang war und dessen Handy auch den ganzen Tag eingesperrt ist, dann muss er zu den Leuten gehörten, der sein Handy vor mir rausgeholt hat. Wir müssen nur die Namen mit den Schülernummern zuordnen und voilà: wir haben eine Liste an Verdächtige.“
„Das ist brillant, M“, sagte Kagura anerkennend.
Sie lächelte stolz. „Und drei Leute können wir schon mal eliminieren.“
„Misa, Karen und Yashiro“, setzte Yamato fort, „Ihre Handys sind kaputt und keine von ihnen hatte genug Zeit, um sich ein neues zu holen.“
„Genau.“
Chiaki setzte sich in Bewegung. „M, hol dein Handy. Wenn Pakkyaramao ausflippt, dann sag ihr, dass es eine Knight-Angelegenheit ist. Yamato, besorg uns die Liste mit den Schülernummern. Shinji, hol Maron etwas zu essen. Wir beenden die Scheiße.“
***

Geflüster verfolgte sie am nächsten Tag.
Maron konnte Ace’s Namen aus allen Richtungen wispern hören. Leute beobachteten sie und sie beobachtete jeden genaustens.
Sie hatten jetzt eine Liste. Sie waren nah dran Ace zu finden.
Sie konnte es spüren.
Als Maron sich ihrem Schließfach näherte, sah sie Natsuki mit Shinji eng umschlungen zusammenstehen. Keine bescheuerten Versteckspiele mehr. Nicht, nachdem was sie getan hat.
„Ich habe übrigens gehört, dass du Yashiro eine reingehauen hast“, sagte Shinji zu Natsuki. „Dich, meine Süße, heirate ich.“
Natsuki lachte mit roten Wangen.
Lächelnd ging Maron auf ihre Freunde zu. „Es ist schön, euch beide wieder zusammen zu sehen.“
„Hey, Queen“, grinste Shinji zur Begrüßung.
„Morgen, Maron“, umarmte Natsuki sie. „Ich bin immer noch wütend wegen gestern, aber ich denke, es war das Richtige sich diesem Freak entgegenzustellen.“
„Ich hatte keine andere Wahl.“ Maron wandte sich ihrem Schließfach zu. „Irgendwann war der Punkt erreicht, in der ich mich nicht mehr unterwerfen lassen konnte. Und dieser Punkt war gestern.“
„Wir wissen aber nicht, was Ace tun wird“, kam es auf einmal von Chiaki, der an ihrer anderen Seite aufgetaucht war. Etwas erschrocken zuckte Maron zusammen, drehte sich zu ihm um. Sah ihn lange an.
„Was auch immer kommen mag – wir werden damit umgehen können“, antwortete sie ihm und machte ihr Schließfach auf. Maron reichte nach ihrem Chemiebuch, als etwas ihr ins Auge fiel.
Die Zeit verlangsamte sich.
Die Stimmen ihrer Freunde verblassten im Hintergrund, als sie ihren Kopf hob und es sah.
An der Oberseite ihres Schließfaches hing eine Joker-Karte.
Natsuki schnappte laut nach Luft.
„Fuck...“, kam es von Shinji fast flüsternd.
Chiaki war vollkommen still.
„Hey, schaut. Sie hat die Karte bekommen.“
Die Worte trafen sie wie ein Schlag ins Gesicht.
Maron schoss nach vorne und riss die Karte runter, auch wenn sie wusste, dass es zu spät war.
Nein. Bitte, nicht. Nicht schon wieder.
„Na, schau mal an.“ Hijiri’s Stimme verursachte ihr einen Schauer auf den Rücken. „Ich schätze, wir treten jetzt Runde zwei an. Ich frage mich, ob du überleben wi-“
Chiaki bewegte sich so schnell, dass Maron ihn kaum sehen konnte.
Eben grinste Hijiri sie noch falsch an und im nächsten Moment wurde er knallend gegen die Schließfächer gedrückt.
„Hör genau zu“, knurrte Chiaki. „Es wird keine zweite Runde geben. Wenn du oder irgendjemand anderes sie anfasst; dann bringe ich dich zum Heulen, kapiert?“
„Habt ihr gehört“, sagte Shinji an das Publikum, dass sich angesammelt hatte, „Das ist ein Befehl der Knights.“
„Ja.“ Die Menge teilte sich in alle Richtungen auf, eilten in ihre Klassen.
Maron wusste nicht, was sie tun sollte.
Es rauschte in ihren Ohren und es wurde nur noch lauter.
Die vertraute Enge in ihrer Brust kehrte zurück.
Irgendwie hatte sie es geschafft in ihre Klasse zu gehen. Chiaki saß neben ihr, aber nichts was er sagte, kam bei ihr an.
Als sie jedoch das triumphierende Lächeln von Yashiro sah, traf sie die Realität.
Sie war markiert.

Durch ein Wunder hatte Maron den restlichen Vormittagsunterricht überstanden. Und ihre Freunde waren jede Minute bei ihr.
„Du wirst das nicht nochmal durchmachen, M“, sagte Natsuki in der Mittagspause, drückte ihre Schulter. „Wenn dich irgendwer mobben will, versohl ich dem den Arsch.“
„Ditto“, stimmte Noyn zu.
Sie warf ihnen ein dankbares Lächeln zu. Zumindest hoffte sie, dass es ein Lächeln war. Es konnte auch eine Grimasse gewesen sein.
„Danke, Leute, aber ihr solltet sofort wissen, dass ich es nicht zulasse, dass ihr wegen mir zu Schaden kommt.“
„Scheiß drauf“, sagte er.  
Maron seufzte. Es gab nichts, was sie tun könnte, wenn ihre Freunde so entschlossen waren und sagten, dass sie hinter ihr stünden. Ein Teil von ihr wollte sie nicht davon abhalten. Sie konnte das nicht noch einmal durchmachen. Nicht allein.
Stille kehrte in der Cafeteria ein, als sie hineintrat. Allmählich hatte sie es wirklich satt.
Maron fiel auf, dass etwas anders war und bemerkte anschließend, dass die Knights alle standen, als sie reinkam.
„Hört zu“, brüllte Shinji, obwohl es vollkommen still war. „Ihr habt alle inzwischen von der Karte gehört.“
Yamato sprach weiter: „Wir nämlich auch und wir wollen sicherstellen, dass eines sehr klar ist.“
„Maron Kusakabe bleibt hier“, sagte Kagura. „Niemand legt sich mit ihr an.“
Chiaki’s Stimme dominierte den Raum. „Weil diese Karte Fake ist.“
„Was?!“, schrie der Erste und im nächsten Moment waren alle am Schreien.
Maron starrte die Jungs geschockt an. Was machen sie da?
„Was meinst du damit, die Karte ist Fake?“, kam es von Karen. „Woher willst du das wissen?“
Chiaki wandte sich zu ihr.
„Eine echte Markierung ist auf speziellem Kartenmaterial gedruckt. Der Joker ist handbemalt und trägt die Schulfarben. Diese Karte hatte nichts davon. Es ist eine Fälschung, die höchstwahrscheinlich von der Person verteilt wurde, die Maron erpresst. Der hat sich darauf verlassen, dass ihr Idioten die Fakten nicht kennt und beim Anblick einer Joker-Karte abgeht.“
Yashiro meldete sich zu Wort: „Wenn das wahr ist, dann zeig sie uns. Lasst sehen, ob sie wirklich Fake ist.“
Maron konnte den Moment sehen, in der sich seine Augen verdunkelten und härteten. Chiaki trat vom Podest runter und trat auf Yashiro zu. Sie ging einen kleinen Schritt zurück.
„Nennst du mich einen Lügner?“, sagte er mit einer so eisigen Stimme, dass selbst Maron erschauerte.
Man könnte spüren, wie die Temperatur im Raum sank.
Yashiro schüttelte ihren Kopf. „Nein, ich – ich dachte nur, wir sollten sichergehen, dass sowas nicht nochmal passiert, indem man den Leuten zeigt, wie ein Fake aussieht.“
„Ihr braucht nicht zu wissen, wie ein Fake aussieht. Das Einzige was ihr tun müsst, ist auf mich zu hören, wenn ich euch sage, dass es so ist.“
Sie hielt seinen kalten Blick für einige Sekunden stand. „Ja. Sorry, Chiaki.“
Er wandte sich von ihr ab und schaute sich um. „Hat jeder das verstanden?“
„Ja“, kam es im Chor zurück.
Maron brauchte eine Weile, um ihre Füße zum Arbeiten zu bringen und sich der Essensschlange anzuschließen.
War’s das? Haben die Knights diesen Albtraum wirklich beendet, bevor er beginnen konnte?
Sie schaute zu ihnen rüber, begegnete Chiaki’s Blick – und ehe sie es sich bewusst war, rannte sie zum Podest hoch.
Die Emotionen, die sie in dem Augenblick verspürte, waren so stark, sie konnte sie nicht mehr zurückhalten.
Chiaki fing sie auf, als Maron sich in seine Arme warf.
„Danke“, flüsterte sie, umarmte ihn fest. „Danke vielmals.“
***

Am nächsten Morgen machte Maron sich für den Tag fertig, als es auf einmal an der Tür klopfte.
Leicht verwundert ging sie die Treppen runter und machte auf.
„Chiaki, was machst du hier?“, fragte sie erstaunt, aber dennoch mit einem kleinen Lächeln.
Chiaki stand mit Regenschirm vor ihr, während es draußen wie aus Eimern schüttete.
„Beeil dich, sonst kommen wir zu spät“, antwortet er nur, worauf sie ihn für einen Moment überrascht anblinzelte und anschließend nickte.
Maron rannte die Treppen wieder hoch, schnappte sich ihren Rucksack und kam wieder runter. Sofort schlüpfte sie unter seinem großen Schirm und gemeinsam gingen die beiden los.
„Wie geht es dir?“, fragte Chiaki.
„Gut. Insbesondere nach dem, was du und die anderen gestern für mich getan habt...“ Maron sah ihn an, wurde ernst. „Wir wissen beide, dass die Karte kein Fake ist. Jetzt wissen wir, dass Ace nicht nur ein Psychopath und Stalker ist, sondern wirklich ein Spade.“
„Mir ist scheißegal, wer oder was er ist. Wir spielen seine Spielchen nicht mehr mit. Die Leute dazu zu bringen an der Markierung zu zweifeln, war eine Sache...damit hat’s sich aber nicht erledigt. Was auch immer als nächstes kommt: es ist Krieg angesagt.“
Dem hatte Maron nichts hinzuzufügen und nickte mit einem entschlossenen Lächeln.
Zusammen liefen sie über den Schulhof, teilten sich seinen Regenschirm.
Maron spürte, wie ihr die verlegene Röte ins Gesicht stieg, und ihr Herz aufklopfte, während sie neben Chiaki herlief. Sie konnte seine Wärme spüren, auch wenn sie sich nicht berührten.
Keine Versteckspiele mehr. Alles würde sich jetzt ändern.
Im Hauptgebäude verblasste ihr Lächeln, als Maron die Blicke der Menschen bemerkte. Nicht nur sie, auch er wurde komisch angestarrt.
„Was geht hier vor?“ Sie hatte ein ungutes Gefühl.
„Keine Ahnung“, antwortete Chiaki, „Aber irgendwas ist faul.“
Die beiden stiegen die Treppen zum zweiten Stock hoch, als sein Handy losging.
Er holte es aus der Hosentasche raus und nahm ab. „Ja, Shinji? Was? Beruhig dich. Wovon redest du?“
Das Unbehagen verstärkte sich in ihr, als Schock sich auf seinem Gesicht ausbreitete und er an Farbe verlor. Es war eine Seltenheit, Chiaki geschockt zu sehen – und das sagte was.
„Aber—Das ist unmöglich.“
„Chiaki, was?“ Maron packte seinen Arm. „Was ist los?“
Chiaki nahm sein Handy vom Ohr. Sie konnte immer noch hören, wie Shinji über etwas unverständlich schrie.
„Maron, wir—wir wurden markiert“, brachte er mit gepresster Stimme heraus. „Die Knights wurden alle markiert.“
Es dauerte einige Minuten, bis Maron die Worte richtig sacken ließ. Und dennoch konnte sie es nicht glauben. Konnte nicht fassen, was er gerade gesagt hatte.
Ihr Handy vibrierte panisch im Sekundentakt.
Roboterartig nahm sie es heraus, tippte auf Natsuki’s Nachrichtenfenster. Sie betrachtete das Bild, dass Natsuki ihr geschickt hatte.
Joker-Karten hingen jeweils draußen an den vier Schießfächern der Knights, damit jeder sie sehen konnte. Eine Graffiti-Nachricht war auf dem roten Metall:
„Das Einzige was Fake ist - seid ihr.“
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