Die Blockade

von NekoRS
KurzgeschichteRomanze / P16
Cana Alberona Laxus Dreyar
17.09.2020
24.09.2020
2
5.003
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17.09.2020 2.221
 
Laxus POV

Einige Wochen sind vergangen, seit Laxus und die Raijinshuu auf den letzten Auftrag aufgebrochen waren. An diesen Abend sind sie schließlich wieder zurückgekommen und verbrachten den Abend ausgelassen in der Gilde. Natürlich war klar, dass es hier wieder laut zugehen würde. Fairy Tail eben.

Der Blitzmagier trank gemütlich sein Bier und beobachtete alle im Raum. Die Stimmung war, wie zu erwarten, sehr ausgelassen. Bixlow und Freed saßen mit ihm an einem Tisch und unterhielten sich. Ever, die ihnen bis vor kurzem noch Gesellschaft leistete, hatte sich mittlerweile zu Elfman gesellt und erzählte ihm von den Erlebnissen während des Auftrages.
„Graaaaay!“, rief Natsu, der pinkhaarige Dragonslayer,vom anderen Ende des Raumes und begann schon mit dem eben angesprochenen Eismagier eine Rauferei. Lautstark warfen sich die beiden alle möglichen Schimpfwörter an den Hals, genauso wie manche Gegenstände. Plötzlich stoppten die zwei. Es schien, als liefe ihnen ein eiskalter Schauer über den Rücken.
Laxus hatte den Grund gleich bemerkt und musste schmunzeln. Einer der Becher war genau auf Erza’s Erdbeertorte gelandet. Allein der Blick der Requip-Magierin schien die beiden zu töten und Natsu und Gray ergriffen schlagartig die Flucht.
Auch die anderen Gildenmitglieder hatten ihren Spaß. Naja, zumindest fast alle. Wie schon öfters am Abend, wanderte Laxus‘ Blick in Richtung Bar. Dort saß Cana allein am Tresen, was schon seltsam war. Normalerweise war sie mittendrin, wenn es an irgendeinem Tisch lustig war. Meistens hatte sie dann ein Wettsaufen angezettelt, welches die trinkfeste Kartenmagierin locker gewann. Heute machte es den Anschein, dass sie noch immer am selben Fass trank, wie schon zu Beginn des Abends.

„Dir ist es also auch schon aufgefallen?“
Erschrocken zuckte Laxus zusammen. Seit wann war er so abgelenkt, dass man ihn so leicht überraschen konnte? Er drehte sich zur Seite und wandte sich an die weißhaarige Person, die ihn angesprochen hatte. Mirajane.
„Was soll mir aufgefallen sein, Mira?“, erwiderte er schließlich beiläufig.
„Ach Laxus, du brauchst jetzt gar nicht so tun, als hättest du sie nicht den ganzen Abend beobachtet. Du weißt doch, mir entgeht nichts!“, sagte sie mit einem zuckersüßen Lächeln. Es gab wohl kaum etwas, was Mira nicht wusste und dieses Lächeln verhieß selten was Gutes. Genau in solchen Momenten wußte er, warum sie der Teufel war. Ihre Miene wurde aber schnell wieder besorgt.
„Nein im Ernst, sie sitzt immer noch an ihrem ersten Bier. Und nicht einmal das rührt sie an. Vorhin habe ich sie gefragt, ob alles in Ordnung ist. Aber sie meinte nur, dass es ihr gut gehe. Ich glaube ihr das aber ganz und gar nicht. Kannst du vielleicht mal mit ihr reden?“
Beide blickten im selben Moment hinüber zur Bar. Laxus wollte schon antworten, als Cana plötzlich seitlich vom Stuhl kippte.

Mit einer Geschwindigkeit wie ein Blitz war Laxus bei Cana und fing sie noch auf, kurz bevor sie am Boden aufschlug. Für die meisten sah es auch aus, als wäre soeben ein Blitz eingeschlagen. Alle hielten erschrocken den Atem an.
„Cana! Was ist los mit dir!“, besorgt sah der Blitzmagier auf die braunhaarige herab und wartete vergeblich auf eine Antwort. Sie hatte das Bewusstsein verloren und sah kreidebleich aus. Er legte ihr eine Hand auf die Stirn.
„Sie hat hohes Fieber. Ihre Stirn glüht förmlich!“, knurrte er.
Die meisten Gildenmitglieder waren mittlerweile herbeigeeilt. Alle waren besorgt und riefen durcheinander, was nun zu tun sei. Einige sagten, sie bräuchten Wendy, wieder andere verlangten, dass sie zu Porlyusicagebracht werden sollte.
„Das geht nicht. Wendy ist noch ein paar Tage fort wegen einem Auftrag und Porlyusica ist mit dem Meister unterwegs.“, wandte Lucy ein. Daran hatte keiner gedacht. Was sollten sie nun machen?

Entschlossen stand Laxus mit Cana in den Armen auf und machte sich auf den Weg zum Ausgang. Irritiert blickten ihn die anderen hinterher.
„Was machst du mit ihr, Laxus?“, fragte ihn Erza. Jeder andere wäre zusammengezuckt. Wäre er nicht selbst ein S-Rang Magier, wäre er beim jetzigen Anblick der Titania wirklich eingeschüchtert.
Mit einem genervten Blick schaute er über die Schulter. „Na was wohl? Ich bringe sie nach Hause. Im Bett ausruhen ist immer noch besser als hier herum zu liegen.“
Sprachlose Kameraden zurücklassend verließ er die Gilde.


Cana POV

Langsam wachte Cana auf. Sie merkte durch ihre geschlossenen Lider, dass es bereits hell wurde. Aber sie wollte die Augen noch nicht öffnen. Kurz überlegte sie, ob sie sich auf die Seite drehen sollte, damit sie dem Licht den Rücken zukehrte. Doch sie fühlte sich so schwach und wollte eigentlich lieber unnötige Bewegungen vermeiden. Wenn sie darüber nachdachte, fühlte sie sich schon die letzten Tage nicht wohl. Auch ihr geliebter Alkohol schmeckte ihr nicht so wie sonst. Gestern hatte sie sogar ihr Bier kaum angerührt. Obwohl… sie konnte sich an den gestrigen Abend eigentlich kaum erinnern. Wie war sie nach Hause gekommen? Naja, sie lag in ihrem Bett, also musste sie auch den Heimweg gefunden haben.
Da sie nun wohl nicht mehr einschlafen würde, öffnete sie schließlich doch die Augen. Verwirrt blinzelte sie. Seit wann war ihre Wohnung so aufgeräumt? So langsam kam ihr die Erkenntnis. Das war gar nicht ihre Wohnung!
Schnell setzte sie sich im Bett auf. Und bereute es sofort! Ein heftiger Schwindel erfasste sie und alles drehte sich. Nachdem sich ihr Kopf wieder etwas beruhigt hatte, fiel ihr auf, dass ein feuchtes Tuch von ihrer Stirn gefallen war.
Nun bemerkte sie auch, dass sie nicht alleine war. Neben dem Bett stand ein Stuhl und auf eben diesen schlief vornübergebeugt ein allzu bekannter, blondhaariger Magier aus ihrer Gilde. Sie befand sich also bei Laxus! Neugierig beobachtete sie ihn, wie er seelenruhig schlief. Der sonst so mürrische Magier wirkte im Schlaf richtig friedlich, was man bei ihm in der Regel nicht sah.
Diesmal etwas vorsichtiger, stand Cana langsam vom Bett auf. Zögerlich ging sie ein paar Schritte, ehe sie das Gleichgewicht verlor. Bevor sie umfallen konnte, wurde sie von starken Händen festgehalten. Anscheinend hatte sie ihn geweckt.
„Du solltest noch nicht aufstehen.“, sprach Laxus eindringlich.
„Ach, und warum nicht? Wie komme ich überhaupt hierher?“, erwiderte darauf die Kartenmagierin. Zugegeben, hätte er sie nicht festgehalten, wäre sie wahrscheinlich am Boden gelandet, aber trotzdem!
„Lass mich mal überlegen… vielleicht weil du gestern ohne Bewusstsein und mit hohen Fieber vom Barhocker gefallen wärst, wenn ich dich nicht aufgefangen hätte? Und weil du eben fast wieder umgekippt wärst?“, erwiderte er gereizt.
Sprachlos blickte sie ihm ins Gesicht. Dann war sie gestern also so fertig, dass sie in der Gilde umgekippt ist? Ihr war gar nicht bewusst gewesen, dass sie Fieber hatte. Das erklärte auch, warum sie ein Tuch auf der Stirn hatte. Aber Moment… hieß das, Laxus hat sich um sie gekümmert?
„Aber wie…“
„Ich habe dich mit zu mir genommen, weil momentan keiner unserer Heilerinnen in der Gilde ist. Zu Gildarts konnte ich dich auch nicht bringen, da er auch unterwegs ist. Allein lassen konnte ich dich so auch nicht. Und jetzt wieder ab ins Bett mit dir.“
Mit schlechtem Gewissen ließ sie sich wieder ins Bett befördern. Beim genaueren Hinsehen hatte sie auch seine Augenringe bemerkt. Er konnte letzte Nacht nicht viel geschlafen haben. Leise nuschelte sie noch ein Danke. Hören würde er es dank seines guten Dragonslayer-Gehörs trotzdem. Erschöpft wie sie war, schlief sie kurz darauf wieder ein.


Laxus POV

Besorgt blickte er auf Cana. Vor ein paar Stunden war sie gleich nach ihrer kurzen Unterhaltung wieder eingeschlafen. Es hatte ihn schon schockiert, wie schwach sie bei ihrem Versuch, vom Bett aufzustehen, war. Das Fieber war zwar nicht mehr so hoch wie am Vortag, aber es war immer noch da.
Gerade eben sind auch Mira und Freed wieder gegangen. Die beiden wollten sich nach Cana erkundigen. Und zumindest bei Mira war klar, dass eine gesunde Portion Neugierde dabei war. Er wollte gar nicht wissen, was sie später alles in der Gilde herumerzählen wird. Aber etwas Positives hatte der Besuch der beiden auch. Die Take-Over-Magierin konnte in Erfahrung bringen, dass Porlyusica und der Meister am nächsten Tag wieder zurück sein würden. Die Heilerin wollten sie dann sofort vorbei schicken.
Der Tag verging auch sehr ereignislos. Cana schlief die meiste Zeit und wenn sie dann doch wach war, sorgte Laxus schon dafür, dass sie das Bett nicht unnötig verließ. Außerdem ertappte er sich immer öfter, wie er auf seinem Stuhl einnickte. Der Schlafmangel machte sich schön langsam bemerkbar.

Am nächsten Tag kam dann endlich Porlyusica vorbei, um nach Cana zu sehen. Passenderweise erwischte sie auch genau einen Moment, wo die Kartenmagierin wach war.
„Na Laxus, wo haben wir unsere Patientin?“, fragte sie grimmig und ohne Umschweife.
„Hier in meinem Zimmer. Sie ist momentan wach. Danke übrigens, dass du so schnell vorbeigekommen bist, Porlyusica.“, erwiderte er höflich. Die Launenhaftigkeit der Magierin war durchaus bekannt in der Gilde, also würde er sich hüten, frech oder unfreundlich zu klingen.
Diese war aber schon bei Cana und begann sie zu untersuchen.
„Seit wann hast du das Fieber, Liebes?“
„Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Die letzen paar Tage habe ich mich zwar ein wenig unwohl gefühlt, hab mir aber nicht viel dabei gedacht.“, antwortete Cana, immer noch sichtlich geschwächt.
„Porlyusica, du solltest vielleicht wissen, dass sie vorgestern Abend bewusstlos vom Stuhl gekippt ist. Sie hat förmlich geglüht. Außerdem hat sie praktisch nichts getrunken, was überhaupt nicht zu ihr passt, wie du weißt. Und was die anderen erzählt haben, ist ihr Alkoholkonsum bereits in den Tagen zuvor merklich zurück gegangen.“, ergänzte Laxus und kassierte einen bösen Blick von Cana.
„Und wann hat es begonnen, dass du dich unwohl fühlst?“
„Mal überlegen… ich denke es war nach dem letzten Auftrag vor etwa einer Woche. Wahrscheinlich habe ich mich zu sehr verausgabt. Ich musste eine kleine Gilde aufmischen. Sie waren zwar nicht so stark, aber ich war immerhin allein und habe doch den einen oder anderen Angriff einstecken müssen.“
Die Heilmagierin sah Cana eindringlich an und nickte kurz, ehe sie das Ergebnis ihrer Untersuchung verkündete.
„Soweit ich das sehe, leidest du unter Mangel an Magie.“
Daraufhin schnaubte Laxus nur empört. „Ernsthaft? Das kannst du doch nicht ernst meinen Porlyusica! Ich spüre doch genau die Magie in ihr. Warum sollte sie dann Magiemangel haben?“
Nun kam auch ihre forsche Art hervor.
„Was erlaubst du dir eigentlich, du vorlauter Bengel! Als ob du eine Ahnung davon hättest. Außerdem war ich noch nicht fertig. Solltest du dich noch einmal erdreisten, mich zu unterbrechen, werde ich auf der Stelle gehen. Ist das klar?“
Der Blick, den sie dem Blitzmagier zuwarf, ließ ihm einen Schauer über den Rücken laufen. Selbst er hatte Respekt vor ihr, vor allem, wenn sie dieses Temperament an den Tag legte. Mit einem Nicken bedeutete er ihr fortzufahren.
„Nun, soweit hast du schon Recht, Laxus. Sie hat Magie in ihr. Aber ich spüre einen Zauber auf ihr, der sie vermutlich blockiert. Dadurch ist sie von der Magie abgeschnitten und daher kommt auch die Mangelerscheinung. Wahrscheinlich hat sie der Zauber beim letzten Auftrag getroffen.“
„Aber ich habe meine Magie in den letzten Tagen kaum gebraucht. Wie kann es sein, dass ich jetzt so heftig darauf reagiere?“, fragte Cana gähnend.
„Weil jeder von uns unterbewusst Magie benutzt. Wie zum Beispiel Laxus, wenn er sagt er spürt, dass du Magie in dir hast. Auch bei solchen Kleinigkeiten verbrauchen wir Magie, wenn auch in so kleinen Mengen, dass wir es gar nicht bemerken. So wie ich die Lage einschätze, wurdest du von diesem Zauber bereits am Anfang des Kampfes getroffen, dadurch hattest du schon einiges verbraucht. Und du musst dir das so vorstellen: Die Magie ist in deinem ganzen Körper verteilt. Wenn du einen Teil davon verbrauchst, regeneriert sie sich mit der Zeit wieder. In deinem Fall ist aber ein großer Teil davon blockiert. Somit konntest du einen Teil davon noch nutzen, aber die Magie kann sich nicht mehr regenerieren. Oder anders ausgedrückt, sie vermehrt sich schon wieder, aber du kannst sie nicht verwenden. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht. Dein Körper erschöpft sich selbst, weil er vergeblich versucht, an die Magie zu gelangen. Auf der anderen Seite staut sich die Magie und kann nicht raus.“
Laxus schaute die beiden Frauen an und sagte: „Das klingt für mich ja recht einfach. Du musst nur diesen Zauber aufheben, dann ist wieder alles in Ordnung.“
Mit einem Kopfschütteln seufzte Porlyusica genervt.
„So einfach ist das nicht. Solche Zauber kann nur derjenige aufheben, der ihn auch ausgesprochen hat. Cana, gib mir bitte deine Hände.“
Die angesprochene reichte ihr die Hände und gab einen überraschten Laut von sich, als ein warmes Licht von dort ausging, wo sie ihre Hände berührten. Nach ein paar Augenblicken war wieder alles vorbei und Laxus staunte nicht schlecht, als Cana nicht mehr so blass war und um einiges gesünder wirkte.
„Ich habe dir ein wenig von meiner Magie gegeben. Damit solltest du ein paar Tage kräftiger bleiben. Du musst nochmal zu dieser Gilde und den Kerl ausfindig machen, der dir diesen Zauber auferlegt hat. Aber du darfst bis der Zauber gelöst ist keine Magie verwenden! Deswegen ist es am besten, wenn dich jemand begleitet. Am besten der Hohlkopf hier. Und je schneller der Zauber wieder gelöst wird, desto besser. Ansonsten kann es passieren, dass dein Körper die aufgestaute Magie und das Ungleichgewicht nicht lange aushält.“



Hallöchen,
ich hoffe, euch hat der erste Teil meines TwoShots gut gefallen und ihr freut euch auf die Fortsetzung. :)
Natürlich freue ich mich immer über Lob, Kritik und eure Meinungen zur Story. ;)
Eure NekoRS
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