Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Love and Fight

von Lilime
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Morgan Dutch van der Linde Hosea Matthews Jack Marston Tilly Jackson Uncle
17.09.2020
04.11.2020
18
30.704
3
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.09.2020 1.364
 
„Aufstehen, Turteltauben.“

Arthur spürte, wie in ein Fuß in die Seite trat. Als er die Augen öffnete, sah in John Marstons vernarbtes Gesicht. Kurz überlegte er, wo sein Revolver lag, um den Bastard zu erschießen, der es wagte ihn zu wecken. Oh ja, er war sich sicher, dass er ihn erschießen würde, beschloss er, als er merkte wie sich Allie in seinem Arm regte und alles war sie halbwegs bedeckte, sein Mantel war, der nun verdächtig rutschte.

„Verpiss' dich, Marston.“

Allie quiekte erschrocken auf, als sie die Augen öffnete und den fremden Mann über sie beide gebeugt sah. Sie war kurz davor aufzuspringen, da konnte Arthur sie gerade so zurück halten. Denn sonst wäre sein Mantel wirklich noch mehr verrutscht und würde Dinge freilegen, für die er dem Bastard noch die Augen ausstechen müsste.

„Zeig ein bisschen mehr Anstand, Marston.“, knurrte er und wartete, bis sich John umgedreht hatte, bevor er aufstand und als erstes Allies Sachen zusammen suchte, die wie erstarrt im Gras lag. Erst als er ihr ihr Kleid reichte, schien sie endlich zu erwachen und zog sich an, so schnell es ihr möglich war. Ihre Wangen waren feuerrot und den Blick hielt sie stur auf den Boden gerichtet.

„Wollte euch nur sagen, dass Dutch euch sehen möchte. War ganz schön sauer, als ihr nicht da wart.“, damit verabschiedete John sich und lief zum Lager zurück.

Mit gesenktem Haupt folgte sie Arthur zurück und hatte wieder das Gefühl, dass sie alle anstarrten. Als wüssten sie, was die beiden die ganze Nacht auf der Wiese getrieben hatten. Wie triebgesteuerte Sünder. Genau so fühlte sie sich. Arthur schien dies zu spüren und drehte sich zu ihr um. „Nicht so viel nachdenken, schon vergessen?“ er legte ihr einen Finger unters Kinn und zwang sie, ihn anzuschauen. „Warte kurz auf mich, das dürfte hoffentlich nicht lange dauern.“ Schneller als ihr lieb war, verschwand er in Dutchs Zelt.

- - - - - -

Allie zuckte zusammen, als Arthur plötzlich hinter ihr auftauchte und ihr eine Hand auf die Schulter legte. Eine Weile hatte sie noch vor dem Zelt gewartet, bis Tilly ihr einen Kaffee anbot und sie sich zusammen an einen der Tische setzten. Sie hatten sich eine Weile über über alles Mögliche unterhalten und Mr. Pearson beim Kartoffelschälen geholfen.

„Ich habe mit Dutch alles geklärt. Du kannst gerne bleiben. Aber er würde gerne noch einmal mit dir sprechen.“ Allie nickte und verabschiedete sich von Tilly, bevor sie Arthur folgte.

„Ah, Miss Jakobs.“, sagte der dunkelhaarige Bandenanführer und erhob sich von seinem Bett um ihr die Hand zu reichen. „Es freut mich, dass Sie uns noch eine Weile erhalten bleiben. Arthur, lässt du die junge Dame und mich vielleicht einen Moment allein?“, fragte er nun, obwohl es nicht wirklich nach einer Frage klang, eher nach einem Befehl. Arthur wollte erst protestieren, nickte dann aber und verließ das Zelt. Er nahm sich jedoch vor, in der Nähe zu bleiben.

Dutch Van Der Linde hielt ihre Hand immer noch fest und führte sie nun zu einem Stuhl, der an der Seite stand. „Setzen Sie sich doch und lassen Sie uns doch ein wenig reden. Zum Beispiel darüber, wie sie unseren werten Mr. Morgan kennen gelernt haben und wie es dazu kam, dass wir uns nun an ihrer Anwesenheit hier erfreuen können.“ Dutch ließ sie los und setze sich ihr gegenüber aufs Bett. Er sah sie mit einem prüfenden Blick an, als würde er jedes ihrer folgenden Worte genau analysieren.

„Mr. Morgen und ich.... wir haben uns vor ein paar Tagen in Valentine kennen gelernt... wir... ich habe dort im Hotel gearbeitet...“, Allie rang mit den Worten. Sie wusste nicht, was Arthur ihm alles erzählt hatte. „Gestern da, bin ich in ein paar Schwierigkeiten gerade und... er war zufällig da und hat mir geholfen....“

Dutch schien ihre Nervosität zu bemerken und lächelte verständnisvoll. „Sie müssen vor mir keine Angst haben, Miss Jakobs. Ihnen wird hier nichts passieren.“ Er beugte sich vor und drückte ihre Hand. „Woher kommen Sie, meine Liebe?“

Allie atmete durch, versuchte sich zu beruhigen. Arthur hätte sie sicher nicht allein gelassen, wenn sie hier etwas zu befürchten hatte. „Ich bin vor ein paar Wochen aus Saint Denis her gekommen, Sir.“ Dutch nickte und war ein wenig beruhigt, spürte, dass sie nicht log. Kurze Zeit hatte er befürchtet, sie wäre eventuell aus Blackwater. In solchen Zeiten musste man schließlich ein wenig vorsichtig sein.

„Gut... gut.“ Dutch stand vom Bett auf und reichte ihr die Hand, um ihr vom Stuhl zu helfen. „Wie ich bereits sagte, können Sie gerne eine Weile bei uns bleiben, Miss Jakobs. Jeder hier im Lager erfüllt seine Aufgabe, damit es alles seinen geregelten Gang nehmen kann... Vielleicht finden Sie hier ja die Ihre.“

Allie bedankte sich bei Van Der Linde und ließ sich von ihm nach draußen begleiten. Arthur kam bereits auf sie zu. „Mary-Beth und Sean sind gerade los, deine Sachen holen. Sollte nicht lange dauern, bis sie wieder da sind.“

„Ich hoffe, sie werden keine Probleme wegen mir bekommen.“ Allie machte sich Sorgen um die beiden.

„Zerbrich dir darüber nicht den Kopf, die kommen klar.“, sagte er und winkte ab. „Kannst du reiten?“ Allie war ein wenig verwirrt über den plötzlichen Themenwechseln, schüttelte dann aber den Kopf. „Als kleines Mädchen habe ich es mal versucht, ein paar Stunden genommen. Aber konnte mich nie wirklich damit anfreunden.“, sagte sie dann langsam und bekam von Arthur ein Grunzen.

„Reiten lernt man nicht in einem Unterricht für feine Damen, Allie. Reiten lernt man draußen auf dem Rücken eines Pferdes, wenn einem der Wind um die Ohren pfeift und man den harten Boden unter sich spürt.“, er schien ein wenig verträumt, als er davon sprach. „Sobald deine Sachen da sind, kann ich es dir beibringen. Am besten ziehst du dir dann eine Hose an. Dann hast du einen festeren Sitz, als mit den Kleid.“ Arthur zog sie zu sich heran und grinste. „Wenn du magst, kann ich dir dann helfen aus diesem Ding heraus zu kommen.“

„Arthur!“, sagte sie ein wenig empört und sah, wie Tilly kichernd an ihnen vorbei ging.

„Schon gut, schon gut.“, sagte er, immer noch ein Lächeln auf dem Gesicht, als er einen Schritt von ihr zurück trat. „Komm mit, ich möchte dir jemanden vorstellen.“

Allie fragte sich, wen von der Truppe sie denn nun kennen lernen würde und folgte ihm ein Stück weiter zum Rand des Lagers. Dahin, wo die Pferde grasten. Sie war verwirrt, als Arthur bei einer hell-gescheckten Stute stehen blieb. Er streichelte ihren Hals und gab ihr eine Möhre, als sie ihm ihre Aufmerksamkeit schenkte.

„Wir waren vor ein paar Tagen auf einem Hof Schulden eintreiben und da hab ich sie mit genommen. Sie scheint jedoch ein wenig zu alt zu sein, um sie auf längeren Touren mit zu nehmen oder sie einen der Wagen ziehen zu lassen.“ Als er sah, dass Allie noch ein wenig Abstand hielt sagte er: „Hab keine Angst, sie wird dir schon nichts tun.“

Vorsichtig trat sie näher heran und legte der Stute vorsichtig eine Hand an den Hals um sie zu streicheln. Diese hob den Kopf und schien ihr direkt in die Augen zu sehen. Ihr Blick hatte etwas sanftes, beruhigendes an sich, dachte sich Allie und streichelte sie weiter. Im Augenwinkel sah sie Arthur lächelnd nicken. „Du solltest dich ein wenig mit ihr anfreunden, eine Verbindung aufbauen. Sobald Sean und Mary-Beth zurück sind, fangen wir an.“

„Ich weiß nicht, Arthur...“, fing sie an, wurde aber von ihm unterbrochen.

„In ein paar Tagen werde ich nach Strawberry reiten, etwas erledigen. Du meintest gestern Abend, dass du geplant hattest, dort hin zu gehen und... da dachte ich, es wäre keine schlechte Idee, wenn du mich begleitest. Du könntest dich dort ein wenig umsehen, schauen wie es dir da gefällt und dich dann entscheiden.“ Arthur gab der alten Stute noch eine Möhre, wich Allies Blick aus. „Und da wäre es sicherer praktischer, selbst zu reiten.“

„Ich würde dich gern begleiten“, sagte sie leise, sah wieder zur Stute und gab sich geschlagen. Vermutlich hatte Arthur recht. Es könnte ja nicht schaden, wenigstens ein wenig Reiten zu können. Vielleicht würde sie auch dann endlich ihre Scheu diesen imposanten Tieren gegenüber verlieren.

„Hat sie einen Namen?“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast