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Love and Fight

von Lilime
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Morgan Dutch van der Linde Hosea Matthews Jack Marston Tilly Jackson Uncle
17.09.2020
04.11.2020
18
30.704
3
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Dieses Kapitel
1 Review
 
28.09.2020 1.591
 
Arthur...

es sind bereits etliche Tage vergangen, seit wir uns das letzte Mal im Lager gesehen haben.

Die Tage hier vergehen so langsam und ich zweifle, ob es hier ein Leben für mich geben wird. Ich habe versucht, mir selbst das Jagen bei zu bringen, um nebenbei ein wenig Geld zu machen. Nun, ich kann sagen, es ist schwerer, als ich es mir vorgestellt hätte. Doch ich habe erste Erfolge erzielt. Vor zwei Tagen konnte ich einen kleinen Hasen erlegen. Oder wohl eher Asra... Sie hat den armen kleinen Kerl im Wald einfach um gerannt.

Doch was langweile ich dich hier mit meinen Geschichten.

Ich hoffe bei dir und den anderen ist soweit alles in Ordnung und ihr habt einen guten Platz gefunden. Ich muss gestehen, dass ich dich vermisse und dich gerne wieder sehen würde.

In Liebe,

Allie


Allie schüttelte den Kopf und zerknüllte den Brief. Das hörte sich ja an, als würde sie einen Brief an ihren Vater schreiben. Das konnte sie doch besser.

Arthur,

so viele Tage sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Ich hoffe, du bist gesund und unverletzt. Hast mich noch nicht vergessen, so wie ich jeden Tag an dich denken muss.

Und obwohl du nicht hier bist, habe ich das Gefühl, dennoch ein Stück von dir hier bei mir zu haben, das dafür sorgt, dass meine Gefühle dir gegenüber jeden Tag stärker werden. Ja, Arthur Morgan, man könnte sagen, ich habe mich ganz und gar vollständig in dich verliebt. Das ist ja so verrückt.

Ich öffne morgens die Augen, und sehe dich. Ich laufe durch den Wald und durch die Stadt, und sehe dich. Und ich liege am Abend in meinem Bett... und sehe dich, wünschte mir, du wärst da und würdest all diese wunderbaren Dinge tun, die du immer wieder mit mir getan hast. Ich verzehre mich danach.

Und nun sitze ich hier und wünsche mir nichts sehnlicher, als dich hier bei mir zu haben. Vielleicht sehen wir uns ja bald wieder,
Mr. Morgan.

In Liebe,
deine Miss Allie.


Allie nickte, zufrieden mit sich selbst. Während sie sich eine Zigarette an zündete, sah sie aus dem Fenster ihres kleinen Hauses. Die Sonne war noch nicht ganz auf gegangen. Vermutlich würde es noch eine Weile dauern, bis Leben in die Stadt einkehrte. Sie stand auf, um den Brief gleich zur Post zu bringen, bevor sie es sich anders überlegen würde. Und auf dem Rückweg könnte sie auf jeden Fall beim Händler anhalten. Vielleicht hatte sie Glück und das Messer, das sie vor ein paar Tagen bestellt hatte, war bereits da.

Schnell drückte sie ihre Zigarette aus und begab sich nach draußen. Dort schlug ihr der Geruch von Wasser und frisch gesägten Holz entgegen und in der Ferne hörte sie das Wiehern der Pferde. Es war auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung zu Valentine, dachte sie sich. Oder war sie es die sich verändert hatte? Nun, zumindest, dass sie nun auf einem Pferd ritt, freiwillig, als einen großen Bogen darum zu machen, zeigte ja, das sich irgendwas getan haben musste.

Die dunkelhaarige Frau lief über die Brücke zur Post und grüßte im vorbei gehen eine ältere Dame, die ihre Veranda fegte. Manchmal fragte sie sich, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie in Saint Denis geblieben wäre. Schnell rügte sie sich selbst für diese Gedanken. Man sollte nicht in der Vergangenheit hängen bleiben. Sie musste nach vorn sehen. Und das würde sie auch tun.

Allie betrat zögernd die Post und gab den Brief ab. War das wirklich eine gute Idee, fragte sie sich und dachte dann mit einmal an das zurück, was Arthur ihr an ihrem ersten Abend im Lager gesagt hatte. Denk nicht zu viel nach. Innerlich nickend nahm sie sich vor, seinen Worten zu folgen und wollte gerade gehen, als der Beamte sie aufhielt.

„Miss? Hier ist noch etwas für Sie angekommen.“, sagte er und hielt ihr einen Brief hin. Verwirrt nahm sie an und starrte die Schrift auf dem Umschlag an. Es war ein Brief von ihrer Mutter.

Allie spürte ihr Herz in der Brust schlagen. Wie hatte ihre Mutter heraus gefunden, wo sie war? Und wenn sie es wusste, wer noch? Panik machte sich in ihr breit und schnell steckte sie den Umschlag in ihre Tasche. Sie bedankte sich bei dem Mann und eilte aus dem Haus. Draußen pfiff sie ihre Stute zu sich, die nur kurze Zeit später auf sie zu kam.

„Gutes Mädchen.“, flüsterte sie und sprang auf. Ohen weiter darüber nach zu denken, trieb Asra etwas außerhalb von Strawberry an eine kleine Klippe. Hier hatte sie die letzten Tage nach einer missglückten Jagd immer wieder gesessen und den Sonnenuntergang beobachtet. Allie stieg wieder vom Pferd und setzte sich auf einen großen Stein.

Mit zittrigen Händen griff sie in ihre Tasche und fischte den Brief heraus. Etliche Minuten lang starrte sie den Umschlag einfach nur an. Umlegte sogar kurzzeitig, ob sie ihn einfach über den Rand der Klippe fallen lassen sollte. Sie seufzte und zündete sich eine Zigarette an, den Brief nicht aus den Augen lassend, als würde er sich in Luft auslösen, wenn sie nur genau genug hin schaute. Doch das passierte leider nicht. Allie seufzte wieder und nahm noch einen tiefen Zug, bevor sie den Umschlag schließlich doch auf riss.

Mein liebstes Kind,

ich kann es gar nicht fassen, dass ich diese Worte nun an dich schreiben kann. Vor einiger Zeit hörte dein Vater Gerüchte, man würde dich in einer kleinen Viehstadt suchen.
Oh mein kleines Mädchen, was hast du nur getan.
Seit du hier fort bist, ist es alles anders geworden. Mr. Cornwall hat dafür gesorgt, dass sie die Geschäftspartner deines Vaters von ihm abgewandt haben. Wir haben den größten Teil unseres Geldes verloren und dein Vater... Oh Allison... Mr. Cornwall erwartet deine Rückkehr.

Ich bitte dich, kehre zu uns zurück und wir finden sicher eine Lösung.


„Na sieh mal an, wen wir da haben!“

Allie kam nicht dazu, den Brief ihrer Mutter zu Ende zu lesen, denn um sie herum tauchten plötzlich drei Männer auf und kreisten sie ein. Einer davon kam ihr bekannt vor... Wie ein Schlag traf sie die Erkenntnis. Sie hatte ihn bereits gesehen, als sie mit Arthur auf der Lichtung war. Das waren O'Driscolls. Allie war davon aus gegangen, dass er alle getötet hatte, doch wie es nun aussah, ist es diesem hier gelungen zu entkommen.

„Wisst ihr, wer das ist, Männer?“, fragte der Überlebende seine beiden Kumpanen, während sie immer näher kamen. „Das hier ist die kleine Schlampe von Arthur Morgan!“

Panisch sah sie zu ihrer Stute, die mit ihren Waffen viel zu weit weg stand. Doch was blieb ihr übrig? Bevor Allie weiter darüber nachdachte, und somit noch mehr Zeit vergeudete, nahm sie die Beine in die Hand, sprang auf und versuchte durch eine Lücke an den Männern vorbei zu rennen. Doch noch bevor sie an den Männern vorbei war, packte einer von ihnen sie an den Haaren und zerrte sie zurück. Vor Schmerz schreiend, krachte sie auf den Boden.

„Nicht so schnell, Kleine.“, sagte wieder der vermutliche Anführer dieses kleinen Trupps. „Wir sind hier noch nicht fertig.“

Nur mit Mühe konnte sie einen weiteren Schrei verhindern, als sie an den Haaren wieder hoch gezogen wurde. Tränen schossen ihr in die Augen. Wie sollte sie hier nun weg kommen. „Doch wo bleibt meine Höflichkeit“, sagte er und trat näher an sie heran. „Ich bin Levin.“ Mit diesen Worten verpasste er ihr einen kräftigen Schlag in den Bauch, der sie wieder zu Boden brachte. Ihre Haare wurden los gelassen und sie lag gekrümmt vor den Männern. Der Schmerz erschütterte ihren ganzen Körper und sie wagte es sich kaum zu atmen.

Wieder wurde sie an den Haaren gepackte, wieder schrie sie auf. Diesmal wurde ihr Gesicht jedoch nur zu dem Mann gedreht, der sich als Levin vorgestellt hatte. „Was denkst du, Schlampe, wird der gute Arthur Morgan machen, um dich wieder zu bekommen?“ Wieder raste eine Faust auf sie zu, traf sie hart im Gesicht und ließ es eine kurze Zeit lang schwarz um sie werden.

„Colm wird es reichen, dass sie atmet.“, hörte sie einen anderen Mann lachend sagen und spürte, wie ihre Arme zusammen gebunden wurden. „He, aufwachen!“ Wieder ein Schlag ins Gesicht, diesmal die flache Hand.

Allie hatte Probleme damit ihre Augen zu öffnen und sie schmeckte Blut. Alles um sie herum drehte sich, als sie auf die Beine gezogen wurde. Sie sah Levin aus halb geöffneten Augen an, der seinen Blick lustvoll über ihren Körper gleiten ließ. Allie hätte sich am liebsten übergeben. „Dem Alten wird es sicher egal sein, wie es mit ihrem sonstigen Zustand aussieht. Und Dutchs Köter wird es sicher nur noch wütender machen.“

Noch bevor Allie einen klaren Gedanken fassen konnte, spuckte sie ihm ins Gesicht.

Perplex starrte Levin sie an. Dann dauerte es nur den Bruchteil einer Sekunde und ein hagelte eine Faust nach der anderen auf sie ein. Würde sie jetzt sterben? Vermutlich, denn wer sollte sie hier schon retten? Arthur war nicht da und für andere war sie nur eine unbedeutende Frau, die sich mit den falschen Leuten angelegt hatte.

Alles drehte sich und die Schwärze begann sie zu verschlingen, schloss sie immer weiter in ihre Arme. Das letzte was sie sah, war ein großes dunkles Ding, welches einen der Männer ansprang, gefolgt von Schreien und Schüssen. Doch vermutlich bildete sie sich das nur ein, dachte sie sich noch, bevor sie endgültig weg driftete.



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So, nach der kurzen Uploadpause hoffe ich, euch gefällt das neue Kapitel. Heute Abend kommt noch mindestens Eins :)
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