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Love and Fight

von Lilime
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Morgan Dutch van der Linde Hosea Matthews Jack Marston Tilly Jackson Uncle
17.09.2020
04.11.2020
18
30.704
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24.09.2020 1.089
 
„John, Micah, Hosea! Ihr kümmert euch um die Häuser und rumstehenden Kutschen. Keiner wird verletzt, keine Aufmerksamkeit erregt, verstanden? Wir müssen uns zurück halten. Es geht uns gut hier, wir sind angesehene Männer. Zerstört das nicht.“ John runzelte die Stirn bei Dutchs Worten. Was plant der alte Mann nur, dachte er sich und nickte dann aber. Zusammen mit den anderen beiden machte er sich zu den Pferden, um direkt los zu ziehen. Seit ihrer Flucht waren nur drei Tage vergangen und sie machten sich auf die Suche nach Vorräten und Geld. Dutch hatte sich anscheinend mit dem Sheriff in Rhodes angefreundet und bestand darauf, dass die Truppe erst einmal die Füße in der Gegend still hielt.

„Bei Eris Field gibt es ein altes Haus, zwangsgeräumt. Jemand in der Stadt hat mir erzählt, dass die Familie alles zurück lassen musste. Auch Schmuck und Geld.“, erzählte ihnen Micah auf dem Weg. „Wir sollten uns das mal anschauen.“

John nickte und gemeinsam ritten sie Richtung Eris Field. Die drei Männer kamen an einen dichten Wald an und Micah meinte, es wäre nicht mehr weit. Einer nach dem anderen manövrierte sein Pferd durch die dicht aneinander gewachsenen Bäume hindurch. John musste sich anstrengen, um in der Ferne das Haus erkennen zu können. Der Weg dahin, wurde ihnen von etlichen großen heruntergekommenen Ästen und Sträuchern erschwert.

„Ich denke, wir sollten, den Pferden zuliebe, ab hier laufen, meine Herren.“, meinte Hosea und stieg sogleich vom Pferd. John tat es ihm gleich und sah sich wachsam um. Er konnte nicht sagen was es war, aber irgendwas an der Sache hier bereitete ihm ein ungutes Gefühl. Und das nicht nur, weil die Sache Micahs Idee war. Langsam begaben sie sich Richtung Haus und John fielen die Fußspuren auf, die hier überall zu finden waren. War vielleicht schon jemand vor ihnen da? Er kam gar nicht mehr dazu, die anderen beiden Männer darauf aufmerksam zu machen.

Die Männer zuckten zusammen, als eine Kugeln nur knapp Johns Kopf verfehlte. Sofort sprangen Micah und Hosea hinter ein paar Bäume um Schutz zu suchen, während John sich hinter einem großen Stein hockte.

„DAS WAR EIN WARNSCHUSS! DER NÄCHSTE SITZT!“ Die Männer sahen sich irritiert an, als eine Frauenstimme aus dem Haus erklang.

„Verflucht Micah, hast du nicht gesagt, das Haus wäre leer?“, John sah den blonden Mann wütend an, sein Gewehr gezückt.

„Ja klar“, kicherte der angesprochene. „Bestimmt nur 'ne alte Hexe. Wenn ich mit der fertig bin, wird es leer sein.“ Micah lud seine Waffe und richtete sie auf das Haus, bereit, sofort abzufeuern, sobald er etwas erblickte.

„Nicht schießen.“, sagte nun Hosea und sah die beiden warnend an. „Es gibt sicher auch einen anderen Weg. Vielleicht sollten wir etwas anderes suchen.“

„WAS IST JETZT? HÖRT AUF MIT DEM KAFFEEKLATSCH!“ Wieder ertönte ein Schuss, doch keiner der drei Männer konnte so richtig sagen, woher dieser kam.

John fluchte leise. Laut Dutchs Anweisung sollten sie keine Risiken eingehen. Einfach nur schnell rein und raus. „Es tut uns leid, Ma'am! Wir wollten Ihnen keinen Schrecken einjagen!“, rief John zum Haus herüber. „Uns wurde gesagt, das Haus wäre unbewohnt.“

„HÖR AUF ZU LABERN! KOMM RAUS UND ZEIG DICH, FEIGES ARSCHLOCH!“

Micah kicherte wieder. „Lock' sie raus, dann verpass' ich ihr 'ne hübsche kleine Kugel zwischen die Augen.“

„Sie werden nichts dergleichen tun, Mr. Bell.“, mischte sich Hosea sein. Er wollte nicht, dass das hier in irgendeiner Schießerei endete. Und er wollte die Dame auch nicht umbringen oder Schuld an ihrem Tod sein. Sie waren zwar Outlaw, aber keine, die unschuldige Frauen erschossen, nur um das Haus wegen ein paar Dollar zu plündern. Er nickte John zu, deutete ihm, er sollte die Anweisungen befolgen. Vielleicht ließe sich ja auch alles friedlich regeln.

„LOS, ARSCHLOCH, ICH HAB NICHT DEN GANZEN TAG ZEIT!“ Wieder ein Schuss.

John lehnte sein Gewehr am Stein an, hinter dem er hockte und stand langsam und mit erhobenen Händen auf. Er entdeckte eine kaum wahrzunehmende Bewegung am Fenster. Das musste sie sein. „Hören Sie, Ma'am.“, sagte er. „Ich-“

„SCHNAUZE!“ Die nächste Kugel schlug direkt neben ihm im Boden ein. „DIE ANDEREN SOLLEN AUCH RAUS KOMMEN!“

Micah steckte sich eine Pistole in den Hosenbund am Rücken und deutete den anderen an, nichts zu sagen. Dann traten auch er und Hosea aus ihrer Deckung hervor. Micah schien den Ernst der Lage noch nicht begriffen zu haben, denn er hatte sein dämliches Grinsen immer noch auf den Lippen „Jetzt siehst du uns. Wie wäre es, wenn du jetzt zu uns heraus kommst?“

Es kam den drei Männern wie eine Ewigkeit vor, in denen nichts geschah. Irritiert sah John zu den anderen beiden Männern. Hosea zuckte nur mit den Schultern. Vielleicht war die Frau ja auch hinten raus abgehauen? Ihre Blicke richteten sich prompt zur Tür, als diese langsam mit dem Lauf des Gewehres aufgestoßen wurde, das immer noch auf sie gerichtet war. Schritt für Schritt trat die Frau heraus, die die Männer nicht aus den Augen zu lassen schien, den Finger am Abzug. John war überrascht. Micah hatte irgendwas von einer alten Hexe eben erzählt... Doch das, was da nun vollständig zu ihnen aus dem Haus trat, war alles andere als das. Es war eine junge Frau, vermutlich um die 30, vielleicht jünger. Ihre blonden Haare hatte sie unter ihren Hut versteckt und legte somit ihren schmalen, hellen Hals frei. Ihre Augen hatten etwas stechendes, als sie in die Brusttasche ihres Hemdes griff und neue Patronen heraus holte um ihre Waffe zu laden. Das Hemd war ihr bei weitem zu groß, vermutlich eher das eines Mannes, und sie hatte es unordentlich in den Bund einer zerschlissenen Hose gesteckt.

„KOMM NÄHER, DAMIT ICH EURE HÄSSLICHEN VISAGEN SEHEN KANN.“, sie brüllte immer noch, das Gewehr nun wieder auf sie gerichtet.

John und Hosea liefen mit Bedacht ein paar Schritte weiter. Micah... nun, der schien das alles für ein schlechten Scherz zu halten, ging etwas weniger vorsichtig auf sie zu. „Ich wette, du könntest uns nicht mal treffen, wenn einer von uns direkt vor dir stehen würde.“

Die drei gingen weiter zu ihr, bis sie ihre Gesichter klar und deutlich vor sich sehen konnte. Erschrocken riss sie die Augen auf. „Das ich das noch erlebe. Ich dachte du Bastard würdest längst verwesen.“, sie legte das Gewehr an und zielte direkt auf den Kopf von einem der Männer. „Aber was nicht ist, kann ja noch werden, DADDY.“

Alles was dann zu hören war, war ein Schuss und Schreie, die im Wald widerhallten.


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