Urlaub (ungeplant)

OneshotMystery, Fantasy / P12
Lucius Malfoy Severus Snape
16.09.2020
16.09.2020
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Endlich sind die letzten Schüler im Hogwartsexpress verschwunden. Die Schule ist wie ausgestorben. Meine letzten Sachen sind gepackt. Mein erster Urlaub nach dem Krieg und ohne Störungen. Raus aus den kalten Mauern und rein ins Paradies. Ich freue mich schon auf den Amazonas. Dort suche ich nach seltenen Tränkezutaten. Gleich aktiviert sich mein Portschlüssel. „Was ist das den jetzt? Warum macht mein Kamin so komische Geräusche?“ Ich trete näher an den Kamin. Ehe ich mich versehe, fällt etwas Blondes gegen mich und, wie hätte es auch anders sein können, aktiviert sich der Portschlüssel genau in diesem Moment. Wir landen unsanft auf dem grünen Boden. „Das darf doch jetzt nicht wahr sein. Ich hätte es wissen sollen. Kein Urlaub ist mir gegönnt. Was fällt dir eigentlich ein so unangemeldet bei mir reinzuschneien? Wo ist mein Gepäck?“. Ich schaue mich suchend und fluchend um. Keine Spur. Mein unfreiwilliger Mitreisender fragt mich tatsächlich: „Ich hoffe doch, dass wir schnell wieder von hier verschwinden werden.“ Jetzt platzt mir der Kragen. „Lucius Abraxas Malfoy! Du hast doch eine Vollmaise. Der Portschlüssel aktiviert sich erst in 2 Wochen wieder. Was so viel bedeutet wie, dass wir 2 Wochen in der Wildnis ohne Gepäck gestrandet sind“, donnere ich zischend zu meinem besten Freund. Lucius zieht ein leidendes Gesicht und schaut sich unwohl um. „Narzissa und Draco werden mich umbringen. Wir wollten heute nach Südfrankreich. Ich war bei dir, um dich einzuladen. Was machen wir jetzt?“ Lucius schaut überfordert zu mir. „Keine Ahnung. Möchte die Diva vielleicht einen Platz am Strand und einen Cocktail?“, frage ich ironisch nach. Lucius verdreht die Augen. „Vielleicht sollten wir erst einen Platz für die Nacht suchen, anstatt hier blöde Kommentare abzulassen“, sagt Lucius zu mir. Ich gehe drohend einen Schritt auf ihn zu. Er geht rückwärts und hebt beschwichtigend die Hände. Ich rette ihn vor den Fall über einen umgefallenen Baumstamm und flüstere: „Versuche dich nicht zu verletzen. Dieses Privileg ist mir vorbehalten. Du hast meinen Urlaub ruiniert. Meinen allerersten Urlaub nach langem.“ Ich ziehe meinen Zauberstab und bemerke mit wohlwollen sein zusammenzucken. Ich zaubere aus den Gegenständen der Natur ein Zelt, Schlafsäcke und was wir sonst fürs erste benötigen. Ich reiche ihm einen verwandelten Kanister und sage: „Dort geht’s zum Fluss. Wir brauchen Wasser. Bring trockene Äste fürs Feuer mit.“ Lucius geht ohne Murren zum Wasser. Als er wiederkommt, setzt er sich zu mir ans fertige Lagerfeuer. Ich reiche ihm einen gegrillten Nager, Beeren und schenke das Wasser aus. Nach dem schweigsamen Essen gehen wir ins Zelt, um zu schlafen. Ich merke, dass Lucius nicht schläft. Er zuckt merklich bei den Geräuschen zusammen, welche er nicht kennt und die Natur uns schenkt. „Du sollst schlafen, Luc“, kommt es versöhnlich von mir. „Bist du noch wütend auf mich?“, fragt er mich. „Nein. Du bist mein bester Freund. Wir haben schon genug durchgemacht. Wir haben uns diese Auszeit verdient. Nutzen wir es als Chance und machen das Beste draus. Keine Verpflichtungen und keine Erwartungen, welche erfüllt werden müssen.“, erkläre ich ihm. Ich höre ein leises „Danke“ von ihm. Wir wünschen uns noch eine gute Nacht und schlafen schnell ein. Am nächsten Tag werden wir von einem Federvieh geweckt. Wir gehen aus dem Zelt. „Hermes, was machst du denn hier?“, fragt Lucius überrascht. Der schwarze Uhu übergibt Lucius einen Brief und wartet dann am Baumstamm. „Er will eine Antwort“, kommt es altklug von mir. Lucius lässt sich davon nicht provozieren. Erst als er einen kleinen Schubs von mir bekommt, sieht er in mein Grinsen. Wir brechen beide in Lachen aus. „Zissa und Dray machen sich sorgen um uns. Wir sind beide verschwunden ohne Nachricht, schreiben sie. Dein Gepäck ist in deiner Wohnung. Ich antworte ihnen und erkläre unsere Sachlage.“, sagt Lucius und gibt dem Uhu den fertigen Brief „Es gibt Rührei zum Frühstück und am Mittag angeln wir. Den Fisch essen wir heute Abend“, sage ich ihm. Nach den zwei Wochen kann ich sagen: Das war der beste Urlaub meines Lebens. Ich hatte selten so viel Spaß und ich habe meinen Bruder, meinen besten Freund wieder. Wir verbringen die restlichen Ferien in Frankreich bei Narzissa und Draco am Strand. Dort fand ich eine neue Liebe – aber das ist eine andere Geschichte.