WtH - Noch mehr Chaos in Mittelerde! [Extraszenen]

KurzgeschichteRomanze, Familie / P12
Gandalf Legolas OC (Own Character)
16.09.2020
16.09.2020
13
15.292
4
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
16.09.2020 2.693
 
Ein Königreich für ein Streifenhörnchen [Alternatives Kapitel]
Legolas betrat das Zimmer und schaute sich suchend um. Oh Gott, lass ihn nicht auch noch seinen Vater suchen! „Habt ihr meinen Vater gesehen?“ Eins stand fest: Gott ist ein wirklich mieser Verräter.
„Ähm, ja, er war vor einer Weile hier, ist aber bereits wieder gegangen. Er hat gesagt, dass er, ähm, ganz dringend weg müsste. An die Grenzen. Er konnte dich nicht finden und da sollte ich dir Bescheid geben“, schwindelte ich. Wenn Legolas mir das abnahm, hätte ich ein wenig Zeit gewonnen, um mir einen Ausweg zu überlegen. Legolas wäre sicher überhaupt nicht begeistert, wenn ich ihm plötzlich ein Streifenhörnchen als seinen Vater vorstellen würde... Sicher würde Thranduil hinterher auch mega angepisst sein, aber wie ich damit umgehen sollte, konnte ich mir überlegen, wenn ich ihn zurückverwandelt hatte. Vielleicht musste er ja auch ewig ein Hamster bleiben. Irgendwie erschien mir diese Möglichkeit plötzlich sehr reizvoll...
„Tatsächlich?“ Legolas runzelte die Stirn. „Es scheint ja wirklich sehr wichtig zu sein, wenn er sofort abreisen musste... Ich werde dem besser mal auf den Grund gehen.“ Er verabschiedete sich und verschwand. Lizzy stieß den angehaltenen Atem aus und auch ich atmete erleichtert durch.
„Was machen wir denn jetzt?“, wollte Lizzy wissen. Wenngleich sie für gewöhnlich die Stimme der Vernunft war, so war ich dennoch diejenige, die meist einen Plan hatte, wenn es um Streiche und deren Ausbaden anging.
„Als Erstes sollten wir für ihn einen Platz finden, wo er bleiben kann... Die Schublade ist keine Dauerlösung...“
Lizzy nickte entschlossen. „Gut, darum kümmere ich mich. Du überlegst dir in der Zeit eine Möglichkeit, wie du ihn zurückverwandeln kannst.“ Ergeben nickte ich, bevor Lizzy das Zimmer verließ.

„Ich hab einen Hamsterkäfig“, rief Lizzy aus, als sie zurückkam. In der Hand hielt sie tatsächlich einen einfachen Holzkäfig, in dem sich neben einer Schale für Wasser und eine für Futter auch ein Laufrad befand. Der Boden war mit Heu bedeckt.
„Wo hast du den denn her?“, wollte ich wissen.
„Es gibt hier einen königlichen Hamsterzüchter“, erklärte Lizzy grinsend.
„Ist das dein Ernst?!“
„Ja, offenbar mag der König Hamster sehr gerne.“ Tja, wer hätte das gedacht?
„Ich bezweifle aber, dass Thranduil sich selbst als hamster-ähnliches Tier so geil findet.“
„Ähm, ja, das wage ich auch zu bezweifeln. Hast du schon eine Idee, wie du Thranduil zurückverwandeln willst?“, hakte sie nach, während sie den Hamster-Käfig auf dem Nachttisch abstellte.
„Nicht wirklich. Ich schätze, ich muss es einfach ausprobieren“, gab ich Preis. Ich wusste ja nicht mal genau, wie ich es geschafft hatte, dass Thranduil jetzt sehr viel mehr einem Hamster ähnelte als einem Elben...
Lizzy verzog das Gesicht. Ich wusste, woran sie dachte: Ich hatte einfach ein Talent dafür, dass alles schief ging. „Vielleicht sollten wir erst einmal unauffällig Legolas fragen oder so... Oder fällt dir sonst jemand ein, der Ahnung von Zauberei hat und den wir unauffällig aushorchen können?“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, keine Ahnung, und ich glaube auch nicht, dass Legolas Ahnung davon hat. Lass es mich erst einmal probieren. Wenn es nicht klappt, können wir ihn immer noch fragen.“ Außerdem wollte ich, dass so wenig wie möglich davon erfuhren, weil ich hoffte, dass das Thranduil vielleicht etwas milder stimmen würde...
„Na schön.“ Lizzy seufzte, bevor sie die Schublade öffnete.
Streifenhörnchen-Thranduil sprang sofort laut und beständig quiekend heraus. Lizzy konnte ihn gerade noch am Schwanz festhalten, bevor er sich davon machen konnte. Das fehlte uns noch! Wenn er uns entwischte, würden wir ihn vielleicht nie wieder finden! Lizzy wurde rot, als sie den Pelz-König in die Hand nahm. Tja, man hatte ja nicht alle Tage den großen König des Düsterwaldes in seiner Hand...
Ich konzentrierte mich wieder auf das eigentliche Problem und fixierte das Viech. Was sollte ich denn jetzt machen? Ich versuchte mir vorzustellen, wie er sich zurück in seine eigentliche Gestalt verwandelte, doch es passierte nichts.
Seufzend gab ich wieder auf. „Das bringt nichts. Ich hab keine Ahnung, wie ich das machen soll.“
Lizzy seufzte ebenfalls. „Na schön, wir lassen ihn erst mal in dem Hamster-Käfig und fragen Legolas. Ansonsten werden wir uns wohl an Gandalf wenden müssen.“
Ich verzog das Gesicht. „Können wir Thranduil nicht einfach so lassen?“
Meine beste Freundin starrte mich entgeistert an. „Spinnst du?! Das geht doch nicht!“
„Aber wieso denn nicht? Er sieht viel süßer als Streifenhörnchen aus und er kann auch kein Unheil mehr anrichten und mich erst recht nicht bestrafen!“
„Und was ist mit Legolas? Was wird er wohl sagen, wenn sein Vater auf ewig ein Streifenhörnchen bleibt? Und glaubst du, er ist begeistert, wenn er plötzlich König sein muss?“
Nein, der wäre überhaupt nicht begeistert... „Na schön, aus Mitleid mit Legolas gebe ich noch nicht auf.“
Lizzy grinste zufrieden, während sie Thranduil mit Mühe, weil der sich wehrte, in den Käfig verfrachtete. Grübelnd betrachtete sie den König. „Was frisst der eigentlich?“
Ratlos kratzte ich mir am Kopf. Was gab man einem verwöhnten König, der die erlesensten Speisen gewöhnt war, wenn der plötzlich ein Streifenhörnchen war? „Gras, Heu, Nüsse?“, schlug ich vor, „Es wäre jedenfalls auffällig, wenn wir etwas anderes nehmen würden... Ein paar Tage wird der das schon überleben.“
„Hoffentlich haben wir ihn in ein paar Tagen zurückverwandelt!“, meinte Lizzy.
Ich zuckte bloß mit den Schultern, als es an der Tür klopfte. „Herein!“, rief ich und Legolas trat ein. Ich tauschte einen angespannten Blick mit Lizzy.
„Niemand weiß etwas davon, dass mein Vater an die Grenzen reisen wollte“, ließ er verlauten.
„Oh, ähm, das ist aber merkwürdig“, bemerkte ich, „Du hast es doch auch gehört, oder, Lizzy?“ Warnend schaute ich sie an. Sie war eine grauenhafte Lügnerin, aber sie würde mir jetzt hoffentlich nicht in den Rücken fallen...
„Ja, ähm, das stimmt. Er meinte, es sei sehr eilig und er müsste sofort abreisen“, betonte sie und wich Legolas Blick aus. Also, wenn Legolas ihr das abnahm...
Er zuckte ratlos mit den Schultern, als sein Blick auf Thranduil fiel, der seine Aufmerksamkeit fesselte. „Oh, du hast ein neues Haustier?“
„Ähm, ja.“
„Wie heißt er oder sie denn?“
„Er, ähm, hat noch keinen Namen.“
„Das ist doch sonst gar nicht deine Art. Normalerweise hast du doch immer sofort viele Ideen.“ Also, wo er Recht hatte...
Um die ganze Geschichte nicht auffliegen zu lassen, meinte ich: „Wir wollten uns gerade einen ausdenken, du kannst gerne auch ein paar Vorschläge machen.“
Legolas rieb sich nachdenklich über das Kinn. „Was haltet ihr von Gandalf?“, grinste er.
„Da können wir ihn auch gleich Sauron nennen!“, konterte ich. Würde vom Temperament her auf jeden Fall besser passen... Lizzy warf mir einen warnenden Blick zu, während ich mir ein Lachen verbeißen musste. Diese Situation war schon wirklich auf eine sehr merkwürdige Art und Weise komisch. Da stand Legolas und gab seinem Vater, der zufälligerweise ein Streifenhörnchen war, Namen. Thranduil würde ohnehin mega sauer auf mich sein, also konnte ich auch noch ein wenig Spaß haben... „Was haltet ihr von Spacki-Backi?“ Lizzys Blick wurde mörderisch.
Legolas, der von allem natürlich nichts ahnte, steuerte seine Meinung bei: „Nein, der Name passt nicht...“
„Schnipsel?“
„Da würde mir Schnitzel aber besser gefallen“, grinste Legolas.
„Na, ganz toll!“, beschwerte ich mich, „Knabber-Knirps?“
Legolas schüttelte wieder den Kopf, bevor sich sein Gesicht erhellte, als er wohl den perfekten Namen fand. „Krümel!“, rief er aus.
„Der gefällt mir“, betonte ich. Lizzy blieb demonstrativ stumm. „Damit ist sein offizieller Name Krümel!“
„Na, Krümel, wie gefällt dir das?“ Legolas beugte sich vor und öffnete dann die Käfigtür, um Krümel zu streicheln. Ich verbiss mir ein Lachen. Das wurde echt immer besser. „Du bist aber ganz schön dick, mein Lieber“, urteilte er. Also eines stand fest: Ich würde bei meiner Strafe sicher nicht alleine sein. Legolas setzte Thranduil bzw. den neugetauften Krümel ins Laufrad und animierte ihn zum Laufen, was Krümel mit einem Biss quittierte. Also wenn das so weiter ging, würde ich gleich einen Lachanfall bekommen und Legolas würde merken, dass etwas nicht stimmte...
„Wir hätten ihn eigentlich auch Thranduil nennen können“, bemerkte Legolas und ich bekam den Schock meines Lebens.
Mein Herz blieb stehen und ich zwang mich zum Atmen, bevor ich vorsichtig fragte: „Wieso findest du das?“
Legolas zuckte mit den Schultern. „Er hat irgendwie Ähnlichkeit mit meinem Vater. Die eisblauen Augen sind dieselben.“ Erleichtert atmete ich aus. Wenn er nur wüsste, wie richtig er lag...
„Ich finde Krümel deutlich besser.“ Ich verbiss mir arg ein Prusten. Legolas machte mich gerade echt fertig...
Es klopfte erneut. Wieder rief ich „Herein“ und dieses Mal trat Gimli ein. Auch sein Blick fiel gleich auf Krümel. „Oh, ein neues Haustier? Wie putzig!“ Jetzt konnte ich nicht mehr an mich halten. Der Zwerg fand den verhassten Elbenkönig putzig! Selbst Lizzy hatte jetzt Schwierigkeiten, ernst drein zu schauen. Gimli sah von einem zum anderen. „Hab ich irgendetwas verpasst?“
Legolas, der ebenfalls verwirrt drein blickte, antwortete: „Anscheinend haben wir beide etwas nicht mitbekommen...“

In der nächsten Stunde war Krümel Hauptgesprächsthema. Gimli und Legolas hatten sich in den kleinen Kerl verliebt, was bei Lizzy und vor allem bei mir immer wieder für Erheiterung sorgte. Wenn die wüssten! Ein paar Mal hatte ich Andeutungen fallen lassen, um Legolas wegen Rückverwandlungen auszuhorchen, aber er kapierte sie nicht oder ging nicht drauf ein und ich konnte wohl kaum direkt fragen. Er würde kapieren, dass ich etwas angestellt hatte und er war nicht dumm und würde rasch auf den Trichter kommen, dass Krümel nicht zufällig eine solche Ähnlichkeit mit Thranduil hatte...
Gerade als die Beiden sich zur Nacht verabschieden wollten, fiel mir etwas Wichtiges ein. „Ähm, Jungs, könnte vielleicht einer von euch Krümel nehmen?“
Lizzy warf mir einen fragenden Blick zu und ich gab ihr mit einem Blick zu verstehen, dass ich ihr später erklären würde, was los war. Legolas runzelte fragend die Stirn. „Warum?“
„Ich, ähm, mir ist gerade eingefallen, dass ich eine ganz furchtbare Allergie habe und ich will nicht morgen früh total geschwollen aussehen.“
Legolas nahm mir meine Ausrede nicht so richtig ab (was kein Wunder war, nachdem ich den ganzen Tag in Krümels Gegenwart verbracht hatte und nicht einmal ein Niesen gezeigt hatte), doch Gimli schien hellauf begeistert. „Natürlich. Er kann bei mir bleiben.“
„Perfekt.“ Ich drückte dem Zwerg den Käfig in die Hand. Thranduil hasste mich eh schon, da würde eine Nacht bei einem Zwerg auch keinen Unterschied mehr machen.
Ich schob die beiden Jungs hinaus und kaum dass die Tür ins Schloss gefallen war, fuhr Lizzy mich an: „Hast du den Verstand verloren? Du kannst Thranduil doch nicht bei Gimli unterbringen!“
„Soll er etwa hier bleiben und uns beim Umziehen zugucken?“, konterte ich. Lizzys Mund formte ein perfektes 'O', als sie begriff.
„Ja, aber du hättest ihn trotzdem Legolas mitgeben sollen. Nach einer Nacht bei Gimli wird er den Zwergen noch den Krieg erklären!“
„Jetzt sieh doch nicht alles so negativ! Vielleicht trägt diese Nacht ja auch zur Völkerverständigung bei!“
„Das glaubst du doch wohl selber nicht.“
„Ich glaube, Thranduil hat erst einmal ganz andere Probleme als einem Krieg mit den Zwergen und wir beide sollten uns auch lieber eine Taktik ausdenken, wie wir Thranduil wieder in seine ursprüngliche Gestalt zurück bekommen.“

Die ganze Nacht hatten wir über eine Möglichkeit gegrübelt, doch wir hatten keine gefunden und so blieb mir jetzt keine andere Wahl, als mit Legolas zu sprechen und ihm die Wahrheit zu gestehen. Deshalb stand ich nach einer schlaflosen Nacht früh vor seiner Tür. Ich wollte es lieber gleich hinter mich bringen. Also klopfte ich an und wartete mit hämmerndem Herzen auf sein „Herein“. Als es erklang, trat ich sofort ein. Legolas sah mir schon an der Nasenspitze an, das etwas nicht stimmte (was angesichts meiner betretenen Miene sicher nicht schwer war). „Was ist passiert?“
„Ich hab etwas unglaublich Bescheuertes gemacht und ich brauche deine Hilfe.“
„Wenn du es unglaublich bescheuert findest, dann ist es wirklich schlimm“, meinte er, „Außerdem siehst du so aus, als hättest du dir die Nacht um die Ohren geschlagen.“
Ich ignorierte seinen Kommentar. „Weißt du zufällig, wie man etwas zurückverwandelt, nachdem man es in etwas anderes verwandelt hat?“
„Ich hab nicht viel Ahnung von Zauberei, nein. Ich weiß nur, dass man sich intensiv konzentrieren muss. Und dass man wohl irgendwie auf seine Machtquelle im Inneren zurückgreifen muss, aber das kann nicht jeder. Es kommt sowieso drauf an, was du verwandelt hast. War es ein Ding oder ein Lebewesen?“
„Ein Lebewesen.“
„Was denn?“
„Die Frage wäre wohl eher 'Wen denn?'“
„Amy, was hast du getan?“ Er schaute mich durchdringend an, als ihm plötzlich eine Erleuchtung kam. „Hat es etwas mit deinem neuen Haustier zu tun?“
„Kann schon sein.“
„Amy, wer ist Krümel wirklich?“ Ich schwieg, aber es war auch gar nicht nötig, dass ich antwortete. Legolas kapierte selbst und sog entsetzt die Luft ein. „Er hat die Augen meines Vaters... Amy, bitte sag mir, dass du nicht meinen Vater in ein Streifenhörnchen verwandelt und in einen Hamsterkäfig gesperrt hast!“
„Das könnte ich, aber dann müsste ich lügen...“
„Wie konnte das verdammt noch mal passieren?“
„Das war ein Versehen“, gestand ich zerknirscht.
„Ein Versehen? Wie kann so etwas ein Versehen sein?“
Bevor wir unsere Diskussion fortsetzen konnten, kam Lizzy durch die Tür. Sie sah besorgt aus und hatte einen verlegenen Gimli im Schlepptau, was nichts Gutes bedeuten konnte. „Wir haben ein Problem“, verkündete Lizzy.
Gimli sprach: „Es tut mir leid. Krümel ist mir entwischt.“
„Verdammt!“, fluchte Legolas, „Wir müssen meinen Vater sofort finden!“
„Vater?“, echote Gimli verwirrt.
„Lange Geschichte“, wimmelte Lizzy ab, „Wir sollten uns aufteilen.“

„Put, put, put“, machte ich, während ich mit Legolas durch die Gänge lief und kam mir unglaublich bescheuert vor. Legolas schenkte mir einen schrägen Blick, den ich mit einem Schulterzucken erwiderte. „Was denn? Soll ich etwa 'Thranduil' oder 'König' rufen? Wie würden dann wohl die anderen Elben gucken, wenn wir ein Streifenhörnchen so ansprechen? Und dein Vater weiß, dass wir ihn 'Krümel' rufen, also wird er vielleicht kommen. Ich schätze mal, er hat sich verlaufen, weil das Schloss für ein kleines Tier wie ihn so groß ist.“
„Oh Valar!“, stöhnte Legolas, „Ich habe meinen eigenen Vater dick genannt, ihn Krümel getauft und ihn gestreichelt!“ Ja, das Letzte war jetzt auch gar nicht zweideutig...
Ich prustete los. „Oh ja, das war komisch.“
„Ich komme mir so doof vor.“
„Du konntest es nicht wissen, Legolas, und wenn du dir das mal genau überdenkst, dann würdest du das auch witzig finden.“
Seine Mundwinkel zuckten kurz, was ich als gutes Zeichen dafür nahm, dass er mich nicht umbringen wollte. Doch da wurde er plötzlich wieder ernst. „Sieh doch!“ Er deutete auf Streifenhörnchen-Thranduil, der auf einmal aus einem Nebengang geschossen kam und über den Gang schoss. Ihm dicht auf den Fersen war ein Kater, der entschlossen schien, das maus-ähnliche Tier zu erlegen. Das wäre doch mal eine Schlagzeile: Elbenkönig von Kater gefressen. Wenn es nicht so verdammt ernst wäre, dann hätte ich wohl gelacht. Doch das musste ich jetzt auf später verschieben. Während Legolas versuchte, die Katze aufzuhalten, rief er mir zu: „Amy, jetzt verwandle ihn zurück!“
„Ich weiß nicht, wie!“
„Konzentriere dich einfach! Besinn dich auf deine Zauberkraft! Du musst es dir genau vorstellen!“
Okay, ich kann das. Ich atmete tief durch und starrte intensiv auf das Streifenhörnchen. Ich stellte mir vor, wie er sich wieder in den Elbenkönig verwandelte und versuchte dann in meinem Inneren meine Macht zu finden. Als mich dieses Machtgefühl erneut durchströmte und ich zuschaute, wie sich das Streifenhörnchen verwandelte, fühlte ich auch eine Spur Bedauern, dass Thranduil nicht noch länger Hamster-Haustier bleiben konnte...
Und dann stand auch schon Thranduil vor mir beziehungsweise eine thranduil-ähnliche Gestalt. Er hatte zwar wieder seine normale Größe und auch weitgehend seine alten Gesichtszüge, die lediglich von Hamsterzähnen und Hamsterbacken sowie Knollennase und Hamsteröhrchen entstellt wurden. Obwohl er wieder seine blonden Haare hatte, hatte er auch noch weitgehend einen gestreiften Pelz. „Hm, okay, daran werde ich wohl doch noch arbeiten müssen“, urteilte ich mit Blick auf Streifen-Thranduil. Legolas brach bei dem Anblick seines Vaters in Prusten aus. Thranduil begann quietschend zu schimpfen, was ein so merkwürdiges Bild abgab, dass auch ich nicht mehr an mich halten konnte. Thranduil würde mich definitiv in den Kerker werfen lassen, aber dieser Anblick war es wert.
Review schreiben