Wynonna Earp / Der verzauberte Kaffeebecher

GeschichteHumor / P16 Slash
16.09.2020
16.09.2020
1
1.339
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
16.09.2020 1.339
 



Waverly saß früh Morgens am Esstisch und las in einem alten Buch. Die Seiten des Buches waren bereits vergilbt und etwas eingerissen. Aber dieses mal diente es nicht, alte mystische Kreaturen zu erledigen oder irgendwelche Flüche aufzuheben. Es war ein einfaches, Jahrhunderte Jahre altes Buch, indem eine Keltische, bereits unter den Menschen ausgestorbene, Schrift niedergeschrieben wurde. Purgatory war seit langem wieder mal erstaunlich ruhig. Es liefen weder Monster herum, die einfache Leute auffraßen, noch hatten irgendwelche grummeligen Hexen etwas angestellt. Etwas klatschte sehr leise gegen den alten Holzfußboden des Earp Holzhauses. Es hörte sich an, wie nasse Haut, die gegen etwas hölzernes klatschte. Waverly machte sich nichts draus und beachtete dieses klatschende Geräusch nicht weiter. Als sie sich der nächsten Seite des Buches widmete und sich ein weitere Symbol anzusehen versuchte, hörte sie wieder dieses merkwürdige Geräusch. Die brünette drehte sich, um durch die leere Küche zu sehen. Als sie jedoch auf den Boden blickte, saß da etwas grün-braun gesprenkeltes, mit goldenen Augen, die sie neugierig anstarrten. Waverly starrte den Frosch an. Der Frosch starrte Waverly an. Waverly schmälerte ihre Augen und blickte den entspannten Frosch nachdenklich an. Als sie nachdachte, presste die brünette die Lippen zusammen. Könnte es möglich sein?

>>Nicole?<<
Fragte Waverly langsam und ruhig.

>>Nein...<<
Antwortete eine etwas mürrische Stimme.

Waverly zuckte zusammen, als sie die Stimme hörte. Sie drehte ihren Kopf zum Kücheneingang und erblickte eine, etwas beleidigte Nicole. Die Stirn der rothaarigen zierten Falten.

>>Hay, Baby….<<
Waverly versuchte mit ihrer gekünstelten und unschuldigen Niedlichkeit, die Frau abzulenken.

Aber die Ablenkung klappte nicht besonders. Nicole blickte den Frosch an, der Quakend auf dem Küchenboden saß und sah alles andere als glücklich aus. Eine ungewöhnlich schnelle Gänsehaut, breitete sich auf Nicoles Haut aus, als sie die Amphibie erblickte.

>>Kannst du mir einen Kaffee eingießen und reichen?<<
Nicole streckte den Arm aus.

>>Komm schon, dass ist nur ein harmloser Frosch.<<

>>Darf ich dich an deine Ablehnung gegenüber Spinnen erinnern?<<

>>Dass ist etwas völlig anderes! Die sind gruslig und haben so merkwürdige Augen...<<

>>Du meinst, wie du, wenn du mich dauernd beim schlafen beobachtest?<<

>>Hey!<<
Waverlys Stimme nahm eine, leicht beleidigte, Oktave höher an.

>>Eure Morgenenergie ist einfach nur furchtbar...<<
Wynonna schob sich an Nicole vorbei und betrat die Küche.

Die brünette war nicht etwas, was man einen Morgenmensch nennen konnte. Mit müden Augen steuerte sie zielstrebig die Kaffeemaschine an und hoffte dass ihre jüngere, bereits wache, Schwester sich wenigstens die mühe gemacht hatte, Kaffee zu kochen. Die ältere Earp trottete durch die Küche und trat beinahe auf den kleinen Frosch am Boden.

>>Vorsicht!<<
Rief Waverly schnell und laut.

>>Was?! Wo?!<<
Wynonna riss ihre müden, verschlafenen Augen auf und blickte sich schnell um.

Die vergangenen Jahre in dieser merkwürdig übernatürlichen Kleinstadt in Kanada, hatten sie gelehrt, bei solchen Wörtern schlagartig vorsichtiger zu sein. Dass war so ziemlich dass einzige, bei dem sie überhaupt mal auf andere hörte. Wynonna stand auf einem Bein, während dass andere in der Luft schwebte. Sie versuchte mühevoll das Gleichgewicht zu halten und wankte etwas dabei.

>>Unter dir.<<
Waverly deutete mit dem Zeigefinger auf den Fußboden unter Wynonnas Füßen.

Wynonna blickte unter sich und erkannte die Amphibie unter ihrem Fuß. Dass letzte was sie wollte, war sich in den frühen Morgenstunden die Eingeweide eines zertretenen Frosches von den Füßen zu waschen. Vor allem wenn sie noch keinen Kaffee hatte.

>>Kaffee?<<
Nicole versuchte es erneut.

Wynonna blickte hinter sich, sah zuerst Nicole an und blickte dann wieder zurück zu dem Frosch. Ein perfides Grinsen breitete sich im Gesicht der blauäugigen brünetten aus. Wynonna bückte sich, um den kleinen Frosch hoch zu heben. Wynonna wusste natürlich von der ablehnenden Haltung Nicoles, gegenüber Fröschen. Zu sagen dass Nicole keine Frösche mochte, war mehr als untertrieben.

>>Oh, du bekommst deinen Kaffee, hier ist er!<<
Wynonna drehte sich um und hielt Nicole den Frosch entgegen.

>>Dass ist kein Kaffee!<<
Nicole wich sofort von der Schelmischen Erap zurück.

>>Doch! Es ist ein verzauberter Kaffeebecher. Du musst ihn nur küssen.<<

>>Verschwinde mit diesem Ding, Wynonna!<<
Nicoles Stimme wurde etwas höher als sonst.

>>Komm schon, Kermit! Küsse mich!<<
Wynonna legte etwas Verspieltheit in ihre Stimme und machte dabei Kussgeräusche.

Die rothaarige stolperte rückwärts, in die Richtung des Wohnzimmers. Wynonna verfolgte Nicole mit langsamen Schritten durch das Wohnzimmer. Der Frosch zwinkerte ein paar mal, als er durch das Wohnzimmer getragen und als Waffe eingesetzt wurde.

>>Wynonna! Ich schwöre dir, wenn du mich mit diesem Ding berührst werde ich….<<
Nicole sprach immer lauter, als sie das Sofa im Wohnzimmer umrundete. Den Blick starr auf Wynonnas Hände fixiert, versuchte sie sich dem Frosch in Wynonnas Händen nicht zu nähern.

>>Wynonna, mach sie nicht fertig. Du weißt dass sie keine Frösche mag.<<
Waverly wusste wie Wynonna sein kann, wenn sie sich einen Spaß machte.
Waverly spürte die gesteigerte Anspannung in Nicole, die immer weiter von Wynonna zurückwich und dabei beinahe über ein Spielzeug von C.J stolperte, wuchs und hatte Mitleid mit ihrer Frau.  

>>Dass ist kein Ausdruck dafür! Sie sind eklig! Ich hasse sie und ich würde sie nicht mal mit Handschuhen anfassen!<<
Knurrte die rothaarige beinahe fast schon und Waverly fragte sich, woher diese extreme Ablehnung herrührte.

Wynonna lachte laut und grunzte dabei. Sie drehte den Frosch in ihren Händen zu sich um und blickte ihn amüsiert an. Die brünette öffnete ihre Hände, sodass der Frosch nun in ihren Handflächen saß, ohne von ihren Fingern umklammert zu werden.

>>Ohh, es sieht ganz so aus, als ob Twilight Froggi Haught dich nicht küssen möchte.<<
Wynonna täuschte mit einer süßlichen und bedauernden Stimme, Mitleid für den Frosch vor.

Der Frosch blinzelte ein weiteres mal, bevor er seine Hinterbeine anspannte. Dass was dann geschah, hatte Wynonna nicht kommen sehen. Der Frosch sprang von ihrer Handfläche und hüpfte direkt gegen ihren Mund. Wynonna riss beide Augen auf. Der Frosch landete auf dem Küchentisch, sprang von diesen auf den Stuhl und dann wieder runter auf den Boden. Er Quakte ein mal und hüpfte dann davon. Wynonna spuckte einige male auf den Boden und rieb sich kräftig, mit beiden Händen, ihren Mund ab.

>>Offenbar mag dich das Fröschchen mehr.<<
Nicole grinste  breit.

>>Ich habe einen Frosch geküsst! Ich habe einen verdammten Frosch
geküsst!<<
Wynonna rieb sich ihren Mund nun mit den Ärmeln ihres T-Shirts ab.

>>Wenigstens bin ich nicht mehr die einzige, die dass getan hat.<<
Waverly lachte leise.

>>Klappe Waves! Dass ist etwas vollkommen anderes! Du hast so ein Vieh freiwillig geknutscht!<<

>>Aber auch nicht ohne Grund.<<
Verteidigte sich die jüngere Earp.

Waverly konnte sich noch gut an Jeremys angewiderten Gesichtsausdruck erinnern, als sie einen Frosch geküsst hatte, von dem sie überzeugt war, dass ihre Frau sich in diesen verwandelt hatte. Und auch daran, dass Nicole sie danach gezwungen hatte, sich 10 Minuten die Zähne gründlich zu Putzen, die Zahnbürste wegzuwerfen und sich danach zwei mal den Mund mit einer Mundspülung auszuspülen. Die rothaarige hatte sich strikt geweigert ihre Lippen zu berühren und hatte es beibehalten, bis Waverly dieses Programm durchlaufen hatte. Als dieses mal ein Frosch die Lippen von jemanden berührte und Nicole es mit ansehen musste, hatte sie nicht angewidert gequietscht. Nicole zeigte dieses mal sogar Schadenfreude. Immerhin hatte es dieses mal nicht die Frau getroffen die sie Küsste, sondern die Frau, die sie andauernd mit irgendwas nervte, wenn ihr langweilig war.

>>Tja, wenigstens wissen wir, dass der Frosch kein verzauberter Kaffeebecher war.<<
Nicole lachte.