Grausame Nacht

von MissKrone
KurzgeschichteAngst / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
16.09.2020
16.09.2020
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Ein Blick in den Spiegel. Ein Blick zurück. Dein Spiegelbild wird dich nicht verrate. Ein dunkler Raum, erhellt nur von wenigen Kerzen. Taxiere dich, dein Spiegelbild.

Harry hob die Hand, um den Krawattenknoten zu lösen. Den obersten Hemdknopf. Dann den nächsten. Und den nächsten. Heißer Atem in seinem Nacken. Aus dem Dunkel hinter seinem Spiegelbild tauchte eine weitere Gestalt auf. Leises Wispern, Liebesschwüre. Erste Berührungen und noch ein Knopf. Er spürte eine kalte Hand unter seinem Hemd, die rot-goldene Krawatte rutschte ihm vom Hals. Fiel auf den Boden. Blieb unbeachtet liegen. Eine innige Umarmung und er war auch seines Hemdes entledigt. Schwarze Augen betrachteten ihn aus dem Spiegel heraus. Ein lächelnder Mund. Doch Harry betrachtete nur sich selbst. Die kalten Hände bewegten sich. Streichelten seinen festen Bauch, pressten ihn an sich. Zärtliche Küsse auf seinem Nacken. Das schwarze Haar des anderen fiel Harry über die Schultern, kitzelte ihn. Er blieb nur starr stehen, seinem Spiegelbild in die Augen sehend. Küsse, sanfte Berührungen. Dann packten ihn starke Hände an den Oberarmen und drehten ihn um, weg von seinem Abbild im Spiegel. Ihre Lippen trafen sich. Begehren und Hass liegen nah beieinander. Fast zu nah. Er wurde festgehalten, als wäre er ein Eigentum. Er wollte es nicht, aber er war nicht fähig sich zu wehren. Ihm fehlte der Halt des eigenen Spiegelbildes. Dann lösten sie sich voneinander. Blicke kreuzten sich und der Hass in ihnen strafte ihre süßen Worte Lügen. Nur die Lust lenkte sie. Ein kalter Finger zeichnete die Blitznarbe auf seiner Stirn nach.

„Ich liebe dich mehr als mein eigenes Leben“

Und doch das verräterische Flackern in den schwarzen Augen.

„Ich weiß“

Harry betrachtete den Anderen von oben bis unten. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Er selber jung, stark, willensstark. Smaragdgrüne Augen, widerspenstiges Haar, Und doch schmolz er wie Butter in den geschickten Händen des Anderen. Immer wieder. Dieser schmaler als Harry, bleicher und vom Alter gezeichnet. Es stand ihm nicht schlecht. Die Augen schwarz und bodenlos.

Langsam wand der Jüngere wieder seinen Blick ab. Ein Windzug und die Kerzen erloschen. Nur noch milchiges Mondlicht erhellte die Konturen der beiden Männer.

Snape trat auf seinen Schüler zu. Griff sein Kinn, küsste ihn hart. Der ließ es geschehen, genoss es sogar. Gegen seinen Willen. Dann schloss er doch auch seine Arme um den Anderen. Zwei Körper verschmolzen zu seinem. Absolute Hingabe an ungewollte Bedürfnisse.

Harry öffnete die Robe seines Lehrers und streifte sie ihm von den Schultern. Der nackte Oberkörper darunter war kalt wie eine Leiche. Die Lust nicht von Liebe getrieben. Und doch gaben sie sich hin. Ihre Hände verwoben sich ineinander, ihre Lippen, weich und feucht, bewegten sich gegeneinander, ihre Zungen spielten miteinander.

Harry sank nach hinten, zog den anderen mit sich. Sie landeten weich auf dem blutroten Teppich, der im fahlen Mondlicht schwarz wirkte. Ein Vorhang von Haaren versperrte Harry die Sicht. Über ihm sein Lehrer, der so ausdruckslos lächelte, wie ein Mensch nur lächeln konnte. Er schob einen Arm unter Harrys Nacken durch und zog ihn ein Stück zu sich hoch. Dieser ließ es mit sich machen, denn ihn hatten die körperlichen Begierden übermannt. Der Geruch des Lehrers betörte ihn, seine Hände ließen ihn schwach werden. Er fasst in das schwarze Haar des Anderen und hielt ihn fest. In diesem Moment wünschte er, dies würde ewig währen. Am nächsten Tag würde er sich wieder hassen. Bereuen. Doch nicht jetzt.

Sie bewegten sich rhythmisch gegeneinander, während sie sich küssten. Sie wollten beide mehr, wollten alles. Das einzige Geräusch war der schwere Atem der beiden Männer. Dann löste sich Snape von den Lippen seines Schülers. Snape griff in das ungeordnete Haar Harrys, riss seinen Kopf zur Seite um den Hals zu küssen. Ein leiser Aufschrei. Ob vor Schmerz oder vor Lust vermochten sie beide nicht zu sagen. Snape grinste gegen den Hals des Jüngeren und arbeitete sich dann küssend weiter nach unten um ihm die Hose von der Hüfte zu ziehen.

Nur der Mond beobachtete die beiden Männer bei ihrem Liebesspiel. Sie waren schweißüberströmt. Bei jedem heftigen Atemstoß, bei jeder Bewegung durchriss ein kleiner Seufzer die Nacht. Sie waren eins. Wussten genau, was der andere wollte. Gaben es sich, schenkten es sich. Snape verwöhnte Harry mit dem Mund und als dieser, den Rücken durchdrückend und mit einem lauten Aufschrei kam, löste er sich wieder von ihm und packte ihn an der Hüfte um ihn auf den Bauch zu drehen und auch sich Erleichterung zu verschaffen.

Als er in ihn eindrang, seufzte Harry laut und bewegte sich lustvoll gegen seinen Lehrer. Er bewegte sich, bewegte sich schneller, griff die Hüften seines Schülers, krallte sich in ihnen fest. Dann kam auch er und sackte schwer atmend über dem Anderen zusammen.

Es dauerte einen Moment, bis beide wieder zu Atem gekommen waren. Doch dann in dem Moment war der Zauber gebrochen. Snape löste sich von Harry und stand auf um sich wortlos wieder anzuziehen. Ohne sich noch einmal umzusehen, verließ er den kleinen Raum.

Harry drehte den Kopf zur Seite und blickte seinem Spiegelbild in die Augen. Die Augen waren so ausdruckslos, wie sie auch davor gewesen waren. Er streckte den Arm aus, um es zu berühren, doch seine Finger trafen nur kaltes Glas.

Er wusste, dass er niemals würde widerstehen können und hasste Snape dafür. Doch noch mehr hasste er sich selbst.
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