Neue Wolken

GeschichteAllgemein / P12
Bernsteinpelz OC (Own Character)
16.09.2020
18.10.2020
3
2.686
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17.09.2020 1.110
 
Kapitel 1:
„Da bist du ja, Weidenstreif! Trainieren wir direkt? Bitte?“, stürmte eine kleine, grau-weiße Kätzin auf die Lichtung und begrüßte ihre Mentorin. Weidenstreif war eine der Tageslichtkriegerinnen, die nachts zu ihren Hausleuten zurück gingen und tagsüber für den Wolkenclan kämpften. „Nicht jetzt, Lavendelpfote. Blattstern hat mich heute zur Jagdpatrouille eingeteilt. Du kannst doch sicher mit Birkensprenkel und Weißpfote mitgehen, oder?“ „Die sind schon weg“, murmelte Lavendelpfote und lief mit gesenktem Kopf zum Schülerbau hinüber.

Dort lag ihr Wurfgefährte Moospfote und fraß gerade eine Maus. „Musst du nicht auch trainieren?“ „Nein, heute hat Beerenlicht keine Zeit. Ihre Zweibeiner gehen mit ihr zum Abschneider.“ „Zum Abschneider!?“, entsetzt starrte die junge Kätzin ihren Bruder an, „Was machen sie denn da mit ihr?“ „Keine Sorge, Mäusehirn, ihr passiert da nichts. Sie hat sich gestern  beim Training das Bein verletzt.“ „Wäre das nicht eigentlich eine Aufgabe für Schimmerfell oder Abendsturm?“ „Eigentlich schon, aber ihre Hausleute sind da anderer Meinung. Sie hat heute morgen gehört, wie sie darüber geredet haben und ist ins Lager gekommen, um Blattstern Bescheid zu sagen. Aber vielleicht gehe ich gleich mit Brombeerdorn und Federwind auf Grenzpatrouille, willst du mit?“

Eifrig nickte die Kätzin und sprang aus dem Bau hinaus in die Schlucht. Ihr Bruder schüttelte nur den Kopf über seine Wurfgefährtin. Währenddessen sprang diese schon auf der Lichtung herum, auf der Suche nach Brombeerdorn oder Federwind. Gerade sah sie den grauen Kater am Frischbeutehaufen stehen, zusammen mit seiner Schwester Schimmerfell. „Federwind! Federwind!“, laut rufend stürmte Lavendelpfote auf den Krieger zu. „Was ist denn, Lavendelpfote? Musst du so einen Lärm machen?“, fragte der Kater missbilligend und leicht verunsichert zog die Schülerin ihren Kopf ein. „Na los, was gibt es?“ „Weidenstreif kann heute nicht mit mir trainieren und Moospfote hat gesagt, ihr geht heute auf Patrouille. Kann ich mitkommen?“ Flehend blickte sie den Krieger an, doch er lehnte ab.

„Du kannst nicht mitkommen, Lavendelpfote. Ich nehme schon Kieselpfote mit und Schnee wollte uns auch noch begleiten. Wenn wir mit sechs Katzen durch den Wald marschieren, verscheuchen wir sämtliche Beute, die die Jäger noch fangen wollen. Vielleicht kannst du dich einer Jagdpatrouille anschließen. Frag doch mal Echowind.“  Schnaubend stapfte die Kätzin davon und suchte den zweiten Anführer des neuen Wolkenclans.

Doch als sie in den Kriegerbau hinein spähte, saßen dort nur der Tageslichtkrieger Honigblatt und seine Gefährtin Blauauge, die sich gegenseitig die Zunge gaben. „Wen suchst du, junge Schülerin?“, miaute die ältere Kätzin und richtete ihren Kopf auf Lavendelpfote. „Ist Echowind hier? Oder könnt ihr mir sagen, wo er ist?“ „Natürlich können wir das“, miaute Honigblatt, „Er ist mit Libellenjäger, Wasserstrom und Ahornpfote auf Jagdpatrouille. Sie sind bereits vor einiger Zeit losgegangen. Wieso fragst du?“ „Nur so“, murmelte die Schülerin und verschwand schnell wieder nach draußen in die Schlucht.

Betrübt lief Lavendelpfote auf den Ausgang des Lagers zu und rannte einfach in den Wald hinein. Ihr grau-weißer Pelz verschwand schnell zwischen den hohen Bäumen, während sie weiter hinein ins Geäst rannte. Sie fühlte sich gerade so überflüssig. Ihr gesamter Clan schien sich gegen sie verschworen zu haben. „Heiliger Sternenclan! Warum will mich denn keiner haben? Warum schiebt mich jeder zur nächstbesten Patrouille ab?“, jaulte sie in den leeren Wald hinein.

„Was ist denn los? Du siehst traurig aus“, kam plötzlich eine helle Stimme hinter Lavendelpfote aus dem Wald. Überrascht drehte sich die Schülerin um und sah einen schwarzen Kater aus dem Wald kommen. Er hatte gelbe Augen und sah relativ jung aus, Lavendelpfote schätzte ihn auf vier oder fünf Monde. „Wer bist du? Ich habe dich hier noch nie gesehen. Wo leben deine Zweibeiner?“ „Ich habe keine Zweibeiner.“ „Wie? Du hast keine Zweibeiner“, überrascht starrte der schwarze Kater sie an, dann schien er zu begreifen, „Du bist eine von den Clankatzen, oder? Wie heißt du? Bist du schon Krieger? Meine Onkel erzählen mir so viel von euch!“ Überrascht sah Lavendelpfote ihn an. „Genau, ich bin vom Wolkenclan. Mein Name ist Lavendelpfote und wie heißt du?“ „Levi. Mein Name ist Levi. Meine Onkel haben schon einmal von dir erzählt. Du scheinst ganz nett zu sein.“ „Wer sind denn deine Onkel, Levi? Du kommst mir bekannt vor.“ Tatsächlich kam sein schwarzes Fell ihr bekannt vor, doch sie wusste nicht, woher. „Mein einer Onkel heißt Rabe und der andere Esche. Aber die schlafen immer nur hier, tagsüber stromern sie mit euch durch die Wälder. Stell dir vor! Sie sind echte Krieger!“ „Natürlich! Rabenfeder ist dein Onkel! Du hast schon eine gewissen Ähnlichkeit mit ihm und Eschenschweif. Dann ist Mai sicher deine Mutter, oder? Ich habe sie schon einmal getroffen, als ich Rabenfeder zu seinen Zweibeinern gebracht habe.“

Lavendelpfote unterhielt sich noch einige Zeit mit dem Kater, bis plötzlich eine Patrouille hinter ihr aus den Bäumen trat. Es waren Echowind und seine Begleiter. Scheinbar hatte sich ihnen auch noch Eschenschweif angeschlossen, der jetzt freudig seinen Neffen begrüßte. „Eschenschweif!“, zischte Echowind und starrte Levi feindselig an, „Komm da weg! Das Hauskätzchen soll erklären, warum es sich auf Clangebiet befindet.“ „Ich… ich war spazieren. Hinter der Grenze, ich schwöre es euch. Aber dann habe ich Lavendelpfote hier jaulen hören und wollte nachsehen. Ich habe nichts schlimmes getan!“ Er schrumpfte immer weiter zusammen, doch Echowinds Blick blieb feindselig. „Verschwinde von hier, elende Hauskatze! Und lass dich hier nie wieder blicken!“ Der Kater fuhr die Krallen aus und schnell jagte Levi davon, allerdings nicht, ohne Eschenschweif und mich noch einmal traurig anzusehen. „Das war der Sohn meiner Schwester, Echowind. Er ist noch ein Junges, er hat nichts falsches gemacht!“, fauchte Eschenschweif und sträubte sein schwarzes Fell. „Das ist mir egal, Eschenschweif. Er ist ein Hauskätzchen.“ „Ich auch. Und trotzdem akzeptiert ihr mich als Krieger.“

Die beiden Kater stritten noch weiter, bis sich schließlich Libellenjäger einmischte: „Echowind. Nicht nur dieser kleine Kater ist ein Hauskätzchen. Ich bin es auch und ein paar unserer besten Krieger ebenfalls. Und trotzdem ist der Clan auf uns angewiesen. Ihr wart auch allesamt Streuner oder Einzelläufer, die vom alten Wolkenclan nur geduldet wurden. Bis Fuchsfell und Dunkelpelz euch um sich scharrten, habt ihr genau so wie wir gelebt. Also verurteilt uns nicht für euer altes Leben!“ Es war still, bis Echowind den Kopf senkte und leise eine Entschuldigung murmelte. „Wir gehen zum lager zurück. Nehmt eure Beute mit und kommt. Du auch, Lavendelpfote.“ „Na komm, Kleine“, murmelte Wasserstrom mir zu und wir folgten der Patrouille.



Hey!
Vielleicht haben einige von meinen treuen Lesern bemerkt, dass ich meine eigenen kleinen Samtpfoten mit in die Geschichte eingebaut habe. Ich wollte Levi und Loki eine kleine Gastrolle geben. In diesem Kapitel kam nur der liebe Levi vor, aber sein Bruder wird auch noch ein, zwei Mal mitspielen. Über Rückmeldung würde ihc mich sehr freuen.
LG Horrorprincess
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