Die interessante-persönliche-politische-Person

OneshotAllgemein / P12
Björn Höcke
16.09.2020
16.09.2020
1
3.040
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
16.09.2020 3.040
 
Es war an einem ganz gewöhnlichen Mittwoch Morgen am 12. August 2020.
Ich trat vor die Haustür, öffnete den Briefkasten und dachte an nichts Böses.
Erwarten tat ich nichts besonderes und zog einige Rechnungen, Werbereklame für diverse Supermärkte und einen Flyer von der AfD heraus... Ein Flyer von der AfD?! Augenblicklich verzog sich meine Mine zu einem angewidertem Blick. Missbilligend betrachtete ich den Zettel in meiner Hand auf dem in Großbuchstaben geschrieben stand: ,Die AfD mit dem Bürgermobil vor Ort in Heiligenstadt, am 20. August 2020.'
Ernsthaft?!, Jetzt wollen 'DIE' wirklich mit ihrer Schmutzkarre die schöne, saubere Luft meiner ehemals so 'christlichen' Kleinstadt verpesten?
- kleiner Spaß am Rande, denn ich bin selbst lediglich nur noch 'auf dem Papier' Katholikin. In Wahrheit glaube ich schon lange nicht mehr an einen Gott, da ich angefangen habe vieles zu hinterfragen was momentan so alles in der Welt, in der wir leben geschieht. In meinen Augen gibt es keine Gerechtigkeit, genauso wenig wie es einen Gott gibt.
Und gerade durch diese wachsende Ungleichheit in Deutschland gewinnt die AfD tagtäglich immer mehr Stimmen, und feiert sich als 'bürgerlich patriotische Partei der Mitte'. Stetig beteuern die AdDler, das sie sich für die ,kleinen Leute' einsetzen würden. Jedoch genügt bereits ein kurzer Blick in ihr Programm um das genaue Gegenteil festzustellen.
(Mal ganz abgesehen vom Rechtspopulismus in dieser Partei…)

Um nur einige Punkte aufzugreifen.:

- Privatisierung von Arbeitslosen- und Krankenversicherung
* Das würde bedeuten das die Bürger/innen frei darüber entscheiden dürfen, eine Arbeitslosen-/Krankenversicherung für sich abzuschließen, doch gerade die benachteiligten, welche keinen sicheren Arbeitsplatz haben, (z.B. Leiharbeiter) müssten dabei doch noch tiefer in die eigene Tasche greifen weil sie sich dann ohnehin überhaupt keine Versicherungen mehr leisten könnten.

- Abschaffung von Harz IV
* Wenn es dazu kommen würde, wären alle Arbeitslosen dazu verpflichtet „ehrenamtliche Arbeit“ zu leisten, um weiterhin einen „Hungerlohn“ zu erhalten um sich gerade so über Wasser halten zu können. - wie absurd! Dies könnte zu erheblichen Existenzängsten und Depressionen der benachteiligten Personen führen!

- Dreigliedriges Schulsystem
* Hauptschule-Regelschule-Gymsasium: „bloß nichts vermischen“ lautet die Devise, (wie auch bei den Kulturen; sprich: „Ethnopluralismus“; eine weitere Absurdität) sonst hätten Schülerinnen und Schüler ja am Ende noch ein Recht auf gleiche Chancen. Wo kämen wir denn da hin wenn jeder den Beruf wählen könnte den er will?

Auf dem Weg zurück in die Wohnung dachte ich kurz darüber nach wie viele Menschen doch inzwischen auf diese vermeintlich ‚neue Demokratie‘ reinfielen (besonders die auf aus den Nachbardörfern) und wurde dabei etwas traurig. Relativ schnell wandte sich diese Traurigkeit aber in Wut, als ich mir die ganzen Fratzen auf dem Flyer noch einmal genau ansah. Der stellvertretende Bundessprecher Stephan Brandner, die beiden Bundestagsabgeordneten: Jürgen Pohl und Markus Brühl und noch zwei weitere unbedeutende Gesichter dieser 'rechten Sippschaft‘. Fehlte ja nur noch Björn Höcke, der 'Messias der AfD‘, welcher sich 'Thüringer Spitzenkandidat‘ schimpfen durfte. Ich bekam plötzlich große Lust diesen lächerlichen Wisch zu zerreißen, also tat ich folgendes, filmte es und lud es mit dem Kommentar:
'Die wollen am 20. August wieder die Luft in meiner Innenstadt mit ihrer Anwesenheit verpesten." bei Instagram hoch. Schon nach kurzer Zeit bekam ich für diese kindische Aktion positives Feedback von meinen Followern. Das gab mir letztendlich doch noch ein 'belustigendes' Gefühl'.

- painting_champignon
„Iiieeh, sogar die Kamera verweigert eine Scharfstellung!
Ein Glück, ich esse gerade!“

- peterschmidt193
„Boah die im Auto wären ein Grund gegen einen Baum zu fahren oder in einen See. Wobei das mit dem See wäre nicht gut. Der See würde anschließend umkippen!

- level_x_der_echte
„Ey so‘n Scheiß haben wir in Erfurt auch das sollte auf den Straßen verboten werden ich meine die fahren locker jeden anders aussehenden um… aber ehrlich ich hab das Ding schon zwei Mal in meiner Gegend gesehen und hab denen zweimal klar gemacht dass wir die Wichser nicht wollen!!!
Komplett widerlich dieser Nazischeiß!

Beim lesen der Kommentare lächelte ich stumm und ging daraufhin zu meinem Kleiderschrank um mir meine 'Protest-T-Shirts‘ anzuschauen. Es war mittlerweile schon eine kleine Sammlung in der Zahl von '4‘ zusammengekommen.

- Das erste T-Shirt zeigte die Evolution des Homo Sapiens von Charles Darwin. Allerdings rückwärts, also vom Mensch bis hin zum Affen und rechts neben dem Affen, am Ende der Reihe stand AfD geschrieben. (Tiefer kann man also gar nicht mehr sinken.)

- Das nächste war ein verschlüsseltes T-Shirt, welches nur von Leuten verstanden werden konnte, welche der musikalischen Sprache mächtig waren. FCK und die Musiknoten A, F und D auf einer Tonleiter im vier viertel Takt waren darauf abgebildet. (Die AfD sorgt ja gerne mal für 'Misstöne‘.)

- Folgendes T-Shirt, auf welchem der Pfeil vom Logo der AfD nach unten aufgedruckt war, war da schon offensichtlicher. Provokativ stand auch noch ‚Alternative für die Tonne‘ darauf.
(Eigentlich hätte es ‚blaue/braune Tonne‘ heißen müssen, denn Mülltrennung ist wichtig.)

- Mein persönlicher Favorit war allerdings das vierte T-Shirt, welches sich in meinem Besitz befand. Mit der Aufschrift: „Auf NZS Kein Bock Auf Hoecke Keine Böcke“, weil damit nochmal ganz explizit einer der größten Spalter unseres Landes angesprochen wird.

'Zu schade das er am 20.08. nicht persönlich dabei sein wird‘, dachte ich mir. Dennoch würde ich mit diesem T-Shirt einige seiner Anhänger provozieren, also entschied ich mich am 20. August für dieses.

Als der Tag schließlich gekommen war verspürte ich nahezu eine gewisse 'Vorfreude‘ mein T-Shirt der Öffentlichkeit zu präsentieren denn da ich eigentlich bisher eine 'gemäßigte Bürgerin' war, die sich vieles gefallen lassen hat, hatte ich noch nicht all zu viele Gelegenheiten dazu genutzt diese 'links-grün-versiften' Botschaften zu tragen.
Auf dem Weg in die Innenstadt ging ich an einer Litfaßsäule vorbei auf der nochmals angeschlagen war dass die 'AfD‘ heute eine Veranstaltung plante. Schnell zückte ich einen schwarzen Edding aus meiner Handtasche und schrieb in großen Druckbuchstaben 'SCHEIßVEREIN' als kleine Korrektur darauf. War das schon die Vorstufe zum Vandalismus? 'Und wenn schon', Dachte ich mir, zuckte mit den Schultern und ging weiter meines Weges.
Schon von weitem sah ich welch ein großer Ansturm an besorgten Bürgern sich ebenfalls so früh auf den Beinen befand. So richtig wusste ich noch gar nicht was mich genau zu dieser Veranstaltung hinzog. War es Neugier? Sorge? Wut? Hilflosigkeit darüber, dass sich die Geschichte möglicherweise wiederholen könnte? Ich war mir noch nicht ganz schlüssig darüber welches Gefühl ich empfand oder was genau ich dort mit meinem ‚Auftreten‘ bezwecken wollte. Ich wusste nur das ich auf jeden Fall etwas ändern wollte, selbst wenn meine T-Shirt Aufschrift lediglich ein stummer Schrei nach Vernunft war. Ich hoffte einfach nur das mich einige Bürger/innen darauf ansprechen würden, oder die Botschaft zumindest lesen würden. (Falls diese Leute denn überhaupt lesen konnten…)

So lief ich also zunächst unbemerkt durch die Stadt und setzte mich dort auf irgendeine Bank um dem Treiben von sicherer Entfernung aus zuzusehen. Es war schier unfassbar wie viele Leute sich dort tummelten und nicht nur ältere, auch junge Menschen in meinem Alter waren dort. Zwei junge Frauen präsentierten sich in hellblauen AfD T-Shirts hinter dem Infostand und redeten dort mit den Leuten.
'Was sollte das bitteschön darstellen? Die neue 'Höcke Jugend?‘, dachte ich mir im Stillen und sah mit angewidertem Blick zu wie die Leute von dem Infostand Bonbons und Windmühlen in 'blau-roter Farbe' an die Kinder verteilten. Denn die Kinder von heute, sind die Wähler von Morgen. Die wussten genau was sie tun mussten um Stimmen zu bekommen. Solche Veranstaltungen sollten meiner Meinung nach verboten werden.
Als ich mein Handy aus der Tasche zog um einige Fotos davon zu machen fuhr gerade ein großer Polizeiwagen vorbei und versperrte mir kurzzeitig die Sicht auf das Geschehen. Als er wieder fort war glaubte ich meinen Augen kaum. Da stand doch plötzlich mitten in der Menschenmenge auf der anderen Straßenseite niemand geringeres als 'Björn Höcke‘ höchstpersönlich, der sich gerade geschäftig mit einem Bürger unterhielt. Ich staunte nicht schlecht und machte große Augen denn ich konnte es nicht fassen das ausgerechnet 'ER' sich auf diese Veranstaltung hin verirrte, wo er doch noch nicht einmal angekündigt war. Vor einem Jahr war er schon mal meiner Stadt und hatte dort eine Hassrede auf dem Marktplatz gehalten. Da ich aber zu dieser Zeit an einem Stand auf der Gegendemo 'Meile der Demokratie‘ geholfen habe, hatte ich seinen Auftritt ‚leider‘ verpasst. Ich habe im Nachhinein nur erfahren das er sich mächtig darüber aufgeregt hatte, weil mitten in seiner Rede die Kirchenglocken anfingen zu läuten, da in der Nähe zum gleichen Zeitpunkt eine Hochzeit stattfand. Er bezeichnete dies als einen 'politischen Anschlag‘ auf ihn, um ihn Mundtod machen zu wollen. Das bewies erneut das mit ihm nicht gut Kirschen Essen war.
Also sah ich ihn somit zum aller ersten Mal in 'Fleisch und Blut‘ und musste feststellen das es ganz schön seltsam war einen Politiker, welcher im Internet und in den öffentlich rechtlichen Satiresendungen ständig als Meme durch den Kakao gezogen wird einfach so auf der Straße stehen zu sehen. Denn auch ich war nicht ganz unschuldig und hatte schon einige Memes von ihm erstellt, von denen sich einige ausgedruckt und zusammen gerollt in meiner Tasche befanden. Ich hatte zunächst vor diese an die Passanten zu verteilen, doch als ich ihn auf einmal da stehen sah, kam mir eine noch bessere Idee in den Sinn. Aber hatte ich genug Mut dazu?
Das sollte sich in den nächsten Minuten herausstellen.
Ich dachte mir jetzt, oder nie, sonst verschwindet er gleich wieder hinter der nächsten (rechten) Ecke. Also drückte ich mit zittrigen Händen die Aufnahmetaste meines Handys und ging mit weichen Knien in seine Richtung auf der andere Straßenseite. Obwohl er mitten in einem Gespräch war bemerkte er offensichtlich aus dem Augenwinkel heraus das er von mir gefilmt wurde, denn ich war noch einige Meter von ihm entfernt als er sich auf einmal zu mir umdrehte, auf mich deutete und einfach nur fragte:
„Selfie?“
Augenblicklich erhöhte sich mein Puls. Völlig perplex von ihm angesprochen worden zu sein, nickte ich nur kurz. Dann winkte er mich mit einem selbstgefälligem Grinsen im Gesicht zu sich rüber. An dieser Stelle wäre mir beinahe das Herz in die Hose gerutscht, aber ich versuchte locker zu bleiben soweit es diese angespannte Situation zuließ.
'Was würde er wohl zu meinem T-Shirt sagen? Würde er sich dadurch angegriffen fühlen? Und was sollte ich nur sagen?‘, Dachte ich als ich mich ihm mit ganz weichen Knien langsam näherte und dabei mein Herz in meinen Ohren schlagen hören konnte. Mit jedem weiteren Schritt schnürte sich meine Kehle mehr zu. Als ich schließlich direkt vor ihm stand kam was kommen musste.: Er fragte mich:
„Zeig mal dein, T-Shirt. Was steht da?“
„NZS…“ entgegnete ich mit kleinlauter Stimme.
Er las weiter:
„Kein Bock auf Höcke?!“, frage er erstaunt.
„Hmm…“ bestätigte ich noch eingeschüchterter.
'Warum nur musste er nur so groß sein?‘, dachte ich und fühlte mich neben ihm noch kleiner als ich mit meinen 1,50m ohnehin schon war.
„Warum denn? Erzähl mal.“ forderte er mich auf.
Ich brachte darauf nichts weiter als ein kurzes Kichern heraus und merkte wie mein Kopf langsam rot wurde.
„Du musst es mir erklären.“, Bat er mich weiter.
Doch mein Verstand war total auf 'Leerlauf‘ geschaltet und ich brachte keinen Ton raus. Sprachlos beendete ich mit zittrigen Händen die Aufnahme und versuchte meine Gedanken etwas zu sammeln. (Ich wollte ihn schließlich nicht ins Gesicht filmen...)
Ich hätte ihm sagen können weshalb ich diese Einstellung gegenüber ihm habe. Das ich für eine gerechte Demokratie bin und gegen Gewalt und Rassismus, das er nicht umsonst als 'Faschist' bezeichnet werden darf, das ich der Meinung bin das er einer der größten Spalter unseres Landes ist… aber alles was ich rausbekam war ein zaghaftes: „Man hört ja sehr viel negatives über Sie, in den Medien…“ Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken oder ganz weit weg gerannt nachdem ich ihm das direkt ins Gesicht gesagt hatte, aber ich blieb wie angewurzelt vor ihm stehen und wartete auf seine Antwort. Anstatt aggressiv zu reagieren blieb Herr Höcke sachlich indem er mich mit gespielter Freundlichkeit fragte:
„Und was in den Medien über mich berichtet hat glaubst du, ja? Aber du gehst doch bestimmt auch zur Schule und müsstest es doch besser wissen das dort sehr viele Lügen über mich verbreitet werden.“
- Was er nicht wusste.: Ich bin schon seit 5 Jahren mit der Schule fertig. Als ich ihm das sagte blickte er mich mit großen Augen an und sagte:
„Dann wissen Sie ja sicherlich auch das ich selbst 15 Jahre als Lehrer an einem Gymnasium tätig war und Vater von 4 Kindern bin.“
Ich nickte und als wenn er meine Gedanken lesen könnte sagte er dann, das er gegen Gewalt sei und es nicht in Ordnung findet, mit den Nazis auf eine Stufe gestellt zu werden. Dabei deutete er auf mein T-Shirt. Weiterhin fragte er mich:
„Nur weil ich für eine Politik gegen die die etablierten Parteien stehe, welche vom Programm her ununterscheidbar geworden sind bin ich ein Nazi?“
„Nur weil ich mein Land liebe bin ich ein Nazi?“
„Nur weil ich verhindern will das fremde, unintegrierbare Menschen unser Land überschwemmen bin ich ein Nazi?“, und sah mich dabei mit eindringlichen und vorwurfsvollen Blicken an. In meinem Kopf schrie es: ‚Ja, genau das sind Sie! Sie dürfen sogar offiziell als ‚Faschist‘ bezeichnet werden weil sie von einer ‚Umvolkung der Deutschen‘ gesprochen haben!‘, doch in Wirklichkeit zuckte ich als Antwort nur zaghaft mit den Schultern und grinste weiter verlegen vor mich hin.
„Wären Sie denn trotzdem dazu bereit ein Foto mit mir zu machen?“ fragte ich letztendlich und sah ihn erwartungsvoll an. Ich musste es tun, denn mir hätte sonst niemand geglaubt das ich diesen 'Typen‘ auf der Straße getroffen habe. Außerdem sollte man seine 'Feinde‘ kennen.
„Das können wir sehr gerne machen, aber dann muss ich das T-Shirt verdecken, weil ich nicht mit den Nazis auf eine Stufe gestellt werden möchte.“
Als er mir das gesagt hatte wollte ich zunächst protestieren und irgendwas mit 'Meinungsfreiheit‘ entgegnen, doch dann dachte ich mir das ich so garantiert nicht mehr zu einem Foto mit ihm kommen würde, also blieb ich still und ließ es über mich ergehen. Um selbst ein Foto zu machen, war ich viel zu aufgeregt, dazu zitterten meine Hände viel zu sehr. Also bat ich daraufhin einfach einen von seinen Sicherheitsmännern das Foto zu machen und drückte ihm mein Handy in die Hand. Grinsend wie ein ‚Honigkuchenpferd‘ blickte ich der Kamera entgegen, während mir Höcke mit den Zettel, welchen er gerade in der Hand hielt das T-Shirt verdeckte und seinen anderen Arm für das Foto sanft um mich legte. (Selbstscham...)
(Selbstverständlich wollte ich das Bild danach so bearbeiten das der Spruch wieder sichtbar ist, wo wäre denn da sonst der Witz?)
Während das Foto gemacht wurde holte der andere Sicherheitsmann von Höcke derweil einen Stapel Papier aus dem ‚Bürgermobil‘ und drückte mir diesen anschließend in die Hand, mit den Worten:
„Hier ist noch etwas zum Lesen, damit Sie sich richtig informieren können, wenn Sie mir versprechen es nicht in die nächste Mülltonne zu werfen.“
Freundlich nahm ich den Stapel an 'Nazi-Propaganda‘ entgegen und entgegnete mit sarkastischem Unterton:
„Vielen Dank, ich werde es mir auf jeden Fall durchlesen.“ , Und dachte dabei insgeheim schon an ein kleines Feuerchen… (typisch Linke...)
Im selbigen Moment dachte ich daran das ich ja auch noch eine Kleinigkeit für ihn vorbereitet hatte. Also öffnete ich meine Tasche, nahm die Papierrolle mit den bearbeiteten Bilden von ihm heraus und drückte sie Björn Höcke in die Hand, mit den Worten:
„Ich habe im Gegenzug auch noch etwas für Sie.“
Er nahm es an und ich grinste vor mich hin. Zu gerne hätte ich seine Reaktion darauf gesehen doch er öffnete die Rolle leider noch nicht. Ich hoffe nur das er die Bilder im Nachhinein noch gesehen hat. (Die liegen jetzt wahrscheinlich schon in meiner Akte für die Todesliste drin...)
„Haben Sie denn jetzt noch irgendeine Frage an mich, wo sie den 'Björn Höcke‘ schon mal live treffen?“, fragte er mich in der 3. Person und fühlte sich dabei wie ein selbstverliebtes Model.
- Perfekte Gelegenheit für den ‚Namensjoke‘ schoss es mir durch den Kopf und sagte ohne weiter darüber nachzudenken:
„Björn? Ich dachte Bernd…“
Darauf knuffte er mich doch tatsächlich sacht in meine Schulter rein und sagte mit einem Schwall von Sarkasmus in seiner Stimme:
„Was, habe ich da gerade Bernd verstanden? Da muss ich ja doch noch gewalttätig werden…“ Verlegen drehte ich mich von ihm weg und grinste.
„Nein, das war selbstverständlich nur ein Scherz, glauben Sie mir, ich bin absolut gegen Gewalt.“ quoll es weiter aus seinem 'Nazimund‘ heraus.
'Ja, solange Sie noch nicht an der Macht sind.‘ dachte ich, behielt meine Gedanken aber lieber für mich.
„Mir fällt keine Frage ein, denn ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos, da ich nicht damit gerechnet habe, Sie persönlich hier anzutreffen.“ gestand ich verlegen.
Er meinte darauf das er eben gerne Bürgernähe zeigt um sich mit den Menschen auf einer Augenhöhe zu unterhalten.
‚Mal gut das ich so klein bin.‘, dachte ich darauf.
Dabei hätte ich noch so viele Fragen an ihn gehabt.:

- Was ist mit Landolf Ladig passiert?

- Haben Sie ihre Männlichkeit inzwischen schon wieder entdeckt?

- und am wichtigsten:
 Wieso sind die AfD Gründer Henkel und Lucke ausgetreten, wo diese Partei doch angeblich so gemäßigt ist?

Fragen über Fragen, doch nicht eine davon fiel mir in diesem Moment ein. Ich stand nur da und bekam den Mund nicht auf. Als würde mich irgend etwas daran hindern, das zu fragen, was ich von ihm wissen wollte, also verabschiedete ich mich einfach kurz und knapp bei ihm und grinste dabei noch immer vor mich hin. Dennoch fand ich es im Nachhinein sehr schade das mir nichts eingefallen wollte, was ich ihn hätte fragen können, denn schließlich trifft man nicht jeden Tag eine 'interessante-persönliche-politische-Person in diesem Land‘.

Doch wer weiß? Denn wie heißt es noch so schön:

Man trifft sich immer zwei mal im Leben...
Review schreiben