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Wo dein Herz ist

MitmachgeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Mix
OC (Own Character)
15.09.2020
07.11.2020
2
6.887
6
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Dieses Kapitel
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07.11.2020 5.294
 
Kapitel 2:
Ungebetene Gesellschaft


"When the night has come
And the land is dark
And the moon is the only light we'll see.
No, I won't be afraid…
Just as long as you stand by me."
Stand by me, Ben E. King



Abbies Nacken war steifer als je zuvor.
Eingepfercht zwischen einem bescheidenen Plastiksitz der Londoner U-Bahn-Station und der Plexiglasscheibe daneben, hatte er die Nacht in einem Winkel verbracht, den sein Rücken ihn heute deutlich spüren ließ. Dass er heute gerädert sein würde, war ihm bewusst gewesen, als er sich gestern mit dem Rucksack gegen die Wand gelehnt und die Augen geschlossen hatte.
Eine Entscheidung, die er heute bereute.
Sein Rücken fühlte sich an, als hätte man ihn durch einen Mähdrescher gejagt. Seine Gelenke schmerzten, wenn er sich bewegte und seine rechte Schulter war so festgefahren, dass man glauben könnte, seine Muskeln wären über Nacht zu Stein geworden.
Trotzdem drückte er sich träge von der Wand ab, setzte sich auf und ließ die Schultern einmal kreisen, ehe er den Kopf in den Nacken legte und sich streckte. Sein Rücken gab ein verräterisches Knacken von sich, ansonsten jedoch verblieb er im selben kläglichen Zustand.
Die Kälte ließ ihn frösteln. Reflexartig zog er die Knie näher an seinen Brustkorb und berührte so mit dem Fuß eine der Eisenstangen. Mit einem kalten Schaudern musste er feststellen, dass irgendjemand seine Schuhe geklaut haben musste, während er geschlafen hatte.

Stattdessen jedoch fand er ein Ei auf seinem Schoß.

Ein großes, graues Ei ohne großartige Muster oder Farben, das bei seiner Bewegung beinahe runtergefallen wäre, hätte er nicht gerade noch rechtzeitig reagieren und es fangen können. Zusammen dazu fand er eine Art Handy vor, das ihn an eine Mischung aus antikem Handheld und modernem Smartphone erinnerte. Es war dünn und flach, aber verziert mit deutlich mehr Musterungen und farbigen Plastikplatten in einem eisblauen Farbton. In der Mitte des unteren Bedienungsbereichs fand er einen Fingerabdruckscanner vor, der weder in Telefone noch Spielekonsolen auf diese Art und Weise verbaut wurde.
Unschlüssig drehte er das Gerät in der Hand um seine Achse. Auf der Rückseite war innerhalb einer sonnenartigen Verzierung eine große Leerfläche, die er nicht weiter zuordnen konnte. Es wirkte, als würde an dieser Stelle etwas fehlen, aber um herauszufinden, was es war, müsste er erst wissen, womit er es hier zu tun hatte.
Das Ei hätte er erklären können.
Da am kommenden Wochenende Ostern war, bestand die Möglichkeit, dass jemand sich seiner erbarmt hatte und „dem armen verfilzten Jungen an der U-Bahn-Station“ eine nett gemeinte Geste dalassen wollte. Eier gab es derzeit im Überschuss und auch wenn es ungewöhnlich war, dass jemand zu Ostern Straußeneier kaufte, war es immerhin nicht so ungewöhnlich, dass er es in Frage stellen müsste. Eier standen zwar nicht gerade auf der Liste seiner Lieblingsspeisen, aber in seiner aktuellen Lage durfte man sich nicht über Almosen beschweren.
Das Gerät jedoch machte diese Erklärung vollkommen zunichte. Hätte ein Passant ihm helfen wollte, hätte man ihm Geld gegeben. Vielleicht sogar ein Einweghandy, wenn es wirklich um Anrufe ging, aber da Passanten unmöglich wissen konnten, dass er noch Familie hatte, geschweige denn nach ihnen suchte, war auch das bereits höchst unwahrscheinlich.
Unter Umständen hätte man ihm ein kaputtes Gerät geben können, dessen Teile er für viel Geld verkaufen könnte, aber auch dazu hätte die Person vorher mit ihm reden müssen, um herauszufinden, ob er sich mit sowas überhaupt auskannte.
Stattdessen lag es hier einfach auf seinem Schoß – und wer auch immer seine Schuhe gestohlen hatte, hielt es wohl sogar für noch wertloser als das. Oder war es quasi die Bezahlung für seine Schuhe?

Neben klassischen Buxen für Kopfhörer, Schlüsselanhänger und Ladestation, hatte es zusätzlich jedoch noch zwei Tasten, die Abbie zum Test drückte.
Da das Gerät nicht reagierte, ging er davon aus, dass es ausgeschalten war, was nur noch mehr Fragen aufwarf als sowieso schon.
Möglicherweise könnte er das Bedienfeld allerdings knacken, wenn er nur die Ein- und Ausschalttaste finden würde…
Hier war die nächste Ungereimtheit.
Egal wie lange er den Rand des Geräts abtastete, nirgends befand sich ein Regler, ein Schalter oder eine Taste, mit der er es einschalten könnte.

Abbie seufzte.
Den Abstecher nach London hatte er sich etwas anders vorgestellt, aber das Netzwerk des Ladens, in dem sein Vater arbeitete, war schwieriger zu knacken, als er erwartet hatte und da er das Geld für Medikamente aufsparen musste, war ihm nicht genug für ein Motel geblieben.
Apropos Medikamente…
Sein Blick glitt prüfend zu der Pumpe in seiner Hosentasche und er stellte mit einem weiteren Seufzen fest, dass seine Zuckerwerte im Keller waren – das erklärte wenigstens die massiven Kopfschmerzen, die ihm den Morgen nicht gerade süßer machten. Er bereute es, dass er nicht noch ein paar Insulinspritzen eingesteckt hatte, bevor er in Liverpool aufgebrochen war, aber die Zeit war knapp gewesen und er hatte nicht damit gerechnet, auf der Straße übernachten zu müssen.
Bevor er sich also weiter mit dem Ei und dem zugehörigen Was-auch-immer beschäftigte, galt es zuallererst einmal eine Apotheke zu finden.
In der Innenstadt sollte das ja hoffentlich kein Problem sein.

Die Leute, die früh morgens den Weg zur Arbeit antraten, musterten ihn skeptisch.
Obdachlose Jugendliche gingen für die Normalbevölkerung normalerweise eher im Hintergrund unter. Sie waren wie Schatten, die unter den Lebenden weilten. Eine unschöne Wahrheit, an die der Großteil der Menschen nicht erinnert werden wollte und deshalb den Blick abwandte. Man hätte nie genug Zeit, Geld oder gar Hingabe, um sich um jeden von ihnen zu kümmern, also machten die meisten Menschen sich nicht mal mehr die Mühe es bei einem einzelnen zu versuchen. Abbie selbst hatte nie so wirklich darauf geachtet. Die Lage in Liverpool war sicher nicht so schlimm wie in London, trotzdem wurde ihm jetzt erst bewusst, wie oft er eigentlich selbst schon an Leuten vorbeigelaufen war, ohne großartig darüber nachzudenken. Man war immer beschäftigt, mit seinem eigenen Kopf, eigenen Problemen, Sorgen und Wünschen, sodass man alles um sich herum nur noch in einem verwaschenen Nebel wahrnahm.
Er konnte sich jedenfalls glücklich schätzen, dass er nicht wirklich ein obdachloser Teenager war – noch nicht zumindest.
Mit nackten Füßen, einem großen Straußenei in der Hand und der alten Taschenuhr seines Vaters an seinem Gürtel passte er aber nicht so recht in das Bild des Ottonormalverbrauchers von London – und noch viel weniger in das eines Obdachlosen. Angesprochen wurde er jedoch von niemandem, was ihm in diesem besonderen Fall ganz gelegen kam. Das letzte, das er jetzt gebrauchen konnte, waren überbesorgte Helfer, die ihn zur Polizei schleppten, damit er dort dann von seiner Mutter abgeholt werden konnte, noch ehe er auch nur den Hauch einer Spur zu seinem Vater gefunden hatte.
Ein Hoch also auf die moderne Ellbogengesellschaft!

Selbst in der Apotheke, die sein Smartphone mit seinen kläglichen restlichen 20% ausfindig gemacht hatte, beäugten ihn die anderen Kunden nur einmal kritisch, ehe sie sich wieder ihrem eigenen Leben widmeten.
Es war erst nach seinem Einkauf, mit neuem Insulin und um eine Tüte am Arm reicher, als die Sache aus dem Ruder lief.
Das Straußenei ließ einen überdeutlichen Knack verlauten.
Einen Moment lang hatte Abbie geglaubt, er hätte es irgendwo angestoßen oder sonstwie beschädigt, aber die kontinuierlichen Geräusche und die herabfallenden Schalen überzeugten ihn ganz schnell vom Gegenteil. Sein Ei war nicht kaputt – was auch immer sich darin befand, schlüpfte gerade.

Ein kalter Schauer durchfuhr ihn.
Dass das kein normales Ei war, war ja klar gewesen, aber dass es tatsächlich lebte, rückte die Situation in ein ganz anderes Licht.
Tiere waren absolut nicht sein Forte. Von Vögeln ganz zu schweigen.
Entsprechend überkam ihn ein leichter Anstieg von Panik, als irgendetwas im Inneren des Eis sich immer mehr bewegte und die Schale Stück für Stück auseinanderriss.
Passanten drehten sich irritiert zu ihm um, als die ersten Schichten der Schale zu Boden fielen und Abbie hielt reflexartig die Arme über das Ei, sah sich prüfend in der Umgebung um und sprintete dann in eine der vielen Seitengassen, um alleingelassen zu werden.
Das Ei in seinen Armen bröckelte und er konnte spüren, dass seine Sicht ein wenig verschwamm, weil er seine Medikamente noch nicht genommen hatte, aber irgendwie hatte er es unterbewusst geschafft, sich an den Fußgängern vorbei zu einer schmalen Brücke zu kämpfen und darunter in Deckung zu gehen.
Er atmete tief durch, während er sich eng gegen die Wand drückte.
Seine Füße waren kalt und nass, während der Kanal leise unter ihm vor sich hinplätscherte und das Geräusch beruhigte ihn ein wenig.
Nach einer kurzen Diskussion mit sich selbst, riss er sich zusammen und wagte einen Blick auf das Ei, das in seinem Griff mittlerweile um die Hälfte geschrumpft war.
Zwei leuchtend rote Augen starrten ihm entgegen, während die letzten Schalen zu Boden fielen.
Abbie hielt den Atem an, um – was auch immer dieses Ding war – nicht zu provozieren.
Statt einem Küken fand er in seinen Armen ein kleines, rundes Geschöpf,  das ihn vage an eine Computermaus erinnerte. Seine Ohren, blitzförmige Antennen, hatte es neugierig aufgerichtet und schien auf irgendeine Reaktion seinerseits zu warten, während Funken aus seinem kabelartigen Schwanz knisterten. Die Augen leuchteten hellrot und erst als das Licht weiter an ihm hinunter sank, wurde ihm bewusst, dass sie ihn gerade gescannt hatten.

„Was bist du?“, fragte er.
Obwohl es mehr eine laute Überlegung war, gab das kleine Wesen ein elektrisches Piepsen von sich und wackelte mit seinen Ohren.
Abbie entwich ein verblüfftes Schmunzeln.
„Du bist wie ein Androide, hm?“
Er hatte Star Wars immer gern gemocht, trotzdem war es surreal nun selbst ein offenbar digitales Geschöpf in den Händen zu halten, das lediglich über kurze Tonfolgen mit ihm kommunizierte. Neugierig fuhr er mit der Hand über seinen Rücken – Metall. Sein ganzer Körper schien entweder mit einem Metallpanzer überzogen oder gänzlich daraus zu bestehen.
Trotzdem schmiegte sich die Maus an seine Berührung und gab eine kurze Reihe heller Töne von sich.
„Das gefällt dir?“ Er strich noch einmal über eine der Stellen und tatsächlich schloss das Wesen diesmal zufrieden die Augen.
Abbie kam um ein weiteres Schmunzeln nicht herum.
Ein Roboter, der Streicheleinheiten liebte. Nisha würde ihn für verrückt erklären, wenn er ihr davon erzählte.

Während die Maus zufrieden die Ohren anlegte und die Kuschelstunde genoss, erinnerte sich Abbie an das Gerät in seiner Hosentasche, das irgendwie mit diesem Wesen in Verbindung stehen musste.
Er zog es mit der freien Hand aus der Tasche. Durch Zufall kam er mit dem Daumen auf den Fingerabdruck Scan und mit einem Mal leuchtete der Bildschirm auf.
„Hätte ich mir ja denken können.“ Abbie schüttelte den Kopf.
Das Wesen schien seinerseits nun auch aufmerksam geworden zu sein und stupste das Gerät neugierig mit seiner Nase an.
„Kennst du das?“, fragte Abbie zum Test. Das Wesen gab ein kurzes Piepsen von sich, das er leider nicht weiter identifizieren konnte.
Er runzelte die Stirn.
„Einmal Piepsen für ja, zweimal für nein, ok?“
Mit den zusammengezogenen Augen schien die Maus ihn doch tatsächlich anzugrinsen. Sie piepste einmal.
„Sehr gut.“ Abbie nickte ihm zu, richtete sich im Sitzen ein wenig auf und hielt das Gerät weit genug nach unten, damit das Wesen es mit ihm inspizieren konnte. „Kannst du mir sagen, was dieses Ding kann?“
Seine Annahme war, dass es sich um ein Steuergerät für die Maus handelte, aber da sie schon allein agierte, bevor das Steuerpanel eingeschaltet war, schien diese Möglichkeit unwahrscheinlich. Sowieso war es recht… verrückt, dass ein Roboter aus einem Ei schlüpfte.
Der kabelartige Schwanz der Maus fuhr sich aus und klickte dann auf einen der unteren Knöpfe. Ein grünes Licht schien aus der Taschenlampe an der Spitze und das Wesen räkelte sich kurz in seinen Armen, um nun seinerseits in das Licht zu hopsen.

Augenblicklich gab nun auch das Gerät einen Ton von sich.

„Digimon erkannt“, verkündete die digitale Stimme einer Frau. „Choromon. Ein Maschinendigimon auf dem Baby Level. Seine roten Augen bestehen aus Photosensoren, die ihm eine hohe Geschwindigkeit ermöglichen. Befindet es sich an dunkeln Orten, kann es sich nicht mehr bewegen. Choromon sind dafür bekannt, elektrische Funken aus ihrer Schwanzspitze zu versprühen, wenn sie glücklich sind.“

Abbie beobachtete die 3D-Darstellung der kleinen Maus auf dem Bildschirm. Ihm wurden mehrere Details zu Choromon gelistet, Durchschnittliche Größe, Gewicht, Typus. Mit manchen Daten konnte er nichts anfangen, aber er hob fragend eine Augenbraue, als er über den Punkt „Attacken“ scrollte.
„Du bist also Choromon…“, meinte er dann abwesend und legte das Gerät zur Seite, um das kleine Wesen selbst zu mustern. „Und du bist ein Digimon?“
Ein Piepsen für Ja. Choromon sprühte freudig ein paar Funken aus seinem Schwanz.
Abbie erinnerte sich an Digimon – grob zumindest. Nisha hatte früher viel über Mythologie gelesen und war ganz fasziniert von den Geschichten über magische Schutzgeister, die die Menschen bewachten. Er hatte das immer für alberne Kindermärchen gehalten, aber trotzdem war Choromon hier vor ihm. Möglicherweise konnte das Gerät ihm dazu ja ein paar Antworten geben…

Bevor es sich jedoch mit den anderen beiden Tasten und sonstigen Möglichkeiten befassen konnte, kam neben ihnen auf der Brücke eine dunkle Gestalt am Boden auf.
Ein violetter Kobold erhob sich vom Boden und drehte sich mit einem wissenden Schmunzeln zu ihnen um, ehe er eine Hand an die Hüfte legte.
„Rai!“, rief er nach oben. „Ich hab ihn gefunden.“
Bevor Abbie den Scanner benutzen konnte, gab Choromon einen Ton von sich, der fast schon einem Fauchen glitt. Eine paar Platten an seinem Rücken hoben sich ab und in einer regelrechten Gasexplosion verteilte sich ein metallischer grauer Staub in der Umgebung, der sowohl Abbie als auch den Kobold zum Husten brachte.
Ein Zupfen an seinem Zeh holte Abbie in die Realität zurück und er stand auf, während Choromon ihn mit eiligem Piepen dazu animierte, wegzulaufen.
Abbie war noch etwas wackelig auf den Beinen, als er sich erhob, stolperte dann aber mit mehreren Hustern nach rechts – weg von dem Kobold.
Weit kam er jedoch nicht.
Schritte von oberhalb der Brücke näherten sich und Choromon machte piepsend einen Hopser rückwärts, als nun auch auf dieser Seite eine Person erschien.

Diesmal jedoch war es eine menschliche Frau. Sie schlitterte einen Moment lang über die letzten Treppenstufen, drehte sich dann aber in ihre Richtung und verzog das Gesicht, als sie das Pulver bemerkte. Reflexartig hielt sie sich eine Hand vor den Mund.
„Alles in Ordnung?“ Ihre Stimme war genuschelt durch den Stoff davor, aber auch so erschien sie ihm nicht wütend. Tatsächlich vermittelten ihre Augen einen fast schon genervten, desinteressierten Ausdruck, der nicht so recht zu Situation passen wollte.
Sie war schlank, soweit er beurteilen konnte. Sowohl Hose als auch die Herrenbluse, die sie trug, saßen locker und verschleierten so einen Großteil ihrer tatsächlichen Statur. Ihr Gesicht war recht markant. Mit den starken Wangenknochen und den hüftlangen, schwarzen Haaren könnte er sie jedoch bestimmt schnell wiedererkennen – die Wahrscheinlichkeit, dass sie versuchte, hier irgendetwas im Geheimen zu machen, war also relativ gering.
Als das Pulver sich im Gebiet verteilte und nachließ, ließ Abbie seine Abwehrhaltung ein wenig sinken.
„Ich denke schon“, antwortete er ruhig und gab Choromon mit einem kurzen Nicken zu verstehen, dass es nicht noch einmal anzugreifen brauchte. „Wer seid ihr? Was wollt ihr?“
„Eigentlich wollten wir nicht kämpfen“, beschwerte sich der Kobold hinter ihm, während er sich ein paar Pulverreste aus dem roten Halstuch klopfte. „Aber wenn ihr Stress wollt, könnt ihr den haben!“
Choromon ließ erneut ein Fauchen verlauten und stellte augenblicklich Ohren und Schwanz auf, doch die Frau unterbrach die beiden direkt.
„Das ist ein Baby, Impmon. Das wäre ja wohl kaum ein fairer Kampf.“
Sie seufzte einmal, aber der Kobold schien auf sie zu hören.
„Entschuldige das Chaos“, sagte sie nun an Abbie gewandt. „Mein Name ist Raikou. Ich habe dich vorhin in der Apotheke gesehen. Kurz bevor dein Digimon geschlüpft ist.“
„Und deshalb seid ihr uns gefolgt?“, fragte Abbie prüfend. Ihr Gesichtsausdruck blieb neutral, kühl, distanziert. Trotzdem konnte er nicht erkennen, dass sie versuchte, eine Lüge zu vertuschen – entweder war sie also wirklich gut oder hatte nichts zu verbergen.
Sein Blick fiel auf Impmon, das nun an die Seite seiner Freundin trat, während Choromon näher in Richtung Abbie flitzte und dort mit aufgestellten Ohren seine Funken versprühte, als wolle es das andere Digimon davor warnen auch nur einen Schritt näher zu kommen.
Offensichtlich war der lila Kobold auch ein Digimon – allerdings kein Roboter wie Choromon es zu sein schien. Dafür konnte er allerdings sprechen.
Sowohl diese Raikou als auch Impmon könnten ihm also so einige Fragen beantworten.
„Es ist das erste Mal, dass ich jemandem begegne, der auch ein Digimon besitzt“, erklärte Raikou ruhig. „Ich weiß noch, dass ich sehr verwirrt war, als er mir das erste Mal erschienen ist. Um ehrlich zu sein…“ Sie rang einen Moment mit den Worten und Abbie fiel auf, dass sie seine nackten Füße und die wahrscheinlich heruntergekommene, nasse Kleidung musterte. „Ich wollte dir meine Hilfe anbieten.“
Sie versuchte sich an einem Lächeln, steif und unwohl. Die Situation schien ungewohnt für sie und der unschöne Start schien das nicht gerade zu unterstützen. „Du hast wahrscheinlich viele Fragen.“
„Ich bin immer noch dagegen“, brummte Impmon mit einem missbilligenden Blick zu Abbie. „Du hast das damals auch bestens selbst herausgefunden. Das kriegt er auch hin.“
„Wie lange kennt ihr euch schon?“, entgegnete Abbie mit einer Gegenfrage.
„Nicht lange, ehrlich gesagt“, antwortete sie stumpf. „Ein paar Tage? Vielleicht eine Woche?“
„Und ich bin schon zweimal digitiert“, verkündete Impmon stolz. „Das zeugt ja schon davon, dass Raikou die beste ist, wenn es um Partner geht.“
Abbie verstand nur die Hälfte von dem, was es sagte, aber das allein genügte, um ihn zu überzeugen. Auch wenn ihr Wissen nur begrenzt war, könnten sie ihm zumindest für den Anfang helfen, Choromon etwas besser zu verstehen. Und möglicherweise konnte Choromon ihm dann erklären, wo es so plötzlich hergekommen war.
„In Ordnung.“ Er streckte Raikou seine Hand entgegen, was Impmon mit gebleckten Zähnen und einen Fauchen quittierte. Sie strafte ihren Partner mit einem tadelnden Blick und gab Abbie zur Begrüßung die Hand.
„Abbie“, stellte er sich nüchtern vor. „Freut mich sehr.“
„Gut.“ Diesmal war das Lächeln auf Raikous Gesicht schon ein wenig entspannter. Sie warf einen prüfenden Blick in die Straßen um sie herum. Die Menschen oberhalb der Brücke waren noch nicht auf sie aufmerksam geworden, trotzdem war der Anblick von zwei Menschen mit einer lebenden Computermaus und einem Kobold wahrscheinlich etwas seltsam.
Sie nickte in Richtung eines Cafés. „Wie wäre es, wenn wir uns einen ruhigen Ort zum reden suchen?“





„Bin wieder da!“
Ein kurzes Klingeln verkündete Lunas Ankunft, noch während sie die Tür hinter sich schloss.
Obwohl es später Samstagabend war, leuchtete noch immer Licht im Hinterzimmer des kleinen Modeladens ihrer Familie.
„Das Wetter könnte langsam echt mal besser werden“, beschwerte sie sich im Gehen, schob die Tür mit der Hüfte zur Seite und begrüßte ihre Mutter mit einem kurzen Kuss auf die Wange.
„April, April, der macht, was er will. Oder wie sagt man?“, erwiderte diese, mit Blick und Gedanken auf das feine Stickmuster konzentriert, das sie gerade in den Rock eines goldgelben Kleids einarbeitete. Als sie den Stoff in Lunas Armen bemerkte, hob sie dennoch kurz den Blick und drückte ihren Kopf in einer angedeuteten Umarmung gegen ihre Hüfte. „Danke, dass du die Lieferung für mich abgeholt hast. Du bist ein Schatz. Wenn dein Vater sie erst später mitgebracht hätte, würde ich wahrscheinlich noch morgen hier sitzen.“
Luna musste nicht lange hinsehen, um zu erkennen, dass ihre Augen vor Anstrengung bereits gerötet waren. Auch ihr Haar war zerzauster als sonst und ein paar vereinzelte braungraue Strähnen hatten sich aus dem Dutt gelöst, den sie sich immer für die Arbeit steckte.  
Sie musste ein Seufzen unterdrücken, als sie die Stoffpaletten auf dem Tisch daneben ablegte und nestelte stattdessen an den Saum ihrer Jacke. „Ist das immer noch für das Kleid von heute Morgen? Für die private Bestellung?“
„Mhm“, bestätigte ihre Mutter während sie den Faden einmal neu einfädelte. „Die Frau will es am Montag in der Früh gleich abholen kommen. Bis dahin muss es also fertig sein.“
„Puh“, merkte Luna an und beugte sich ein wenig über das Ergebnis. Die Grundform des Kleids hing bereits gerade und ordentlich an der Puppe, doch sie wusste noch, dass die Bestellung mehrere komplizierte Stickmuster beinhaltete, die bisher gerade mal den Saum des Rockes zierten. „Da hast du noch einiges vor dir. Brauchst du Hilfe?“
„Das ist lieb, aber nein danke.“ Ihre Mutter tätschelte kurz ihre Wange und nutzte die Pause um sich zu strecken und aufzustehen. „Aber sag mal, hast du vielleicht meine Rollkreide gesehen? Ich muss für die Ärmel noch etwas vorzeichnen, aber ich kann sie einfach nirgends finden.“
Luna überlegte einen Moment. Normalerweise lag die Kreide immer hier unten auf dem Arbeitstisch. Es machte keinen Sinn, sie an einen anderen Ort zu bringen, weil der Stoff, den sie anzeichnen mussten, auf keinem anderen Tisch ausgebreitet werden konnte.
„Ich schaue mal in meinem Zimmer“, meinte sie dann mit einem Schulterzucken. „Ich kann mich zwar nicht erinnern, aber vielleicht hab ich sie mal für was kleines hochgenommen.“


Als Luna die Tür zu ihrer Wohnung direkt über dem Laden hinter sich schloss, fiel ihr direkt auf, dass irgendetwas nicht stimmte.
Ein paar Jacken lagen auf dem Boden verteilt, die Kissen lagen kreuz und quer auf dem Sofa und aus dem Zimmer ihrer Schwester drang Musik so laut, dass Luna sich wunderte, wie sie und ihre Mutter die nicht von unten hören konnten.
„Shino?“, rief sie in den Raum, erhielt aber keine Antwort. „Hey, Shino!“
Verwirrt streifte sie ihre Schuhe ab und machte sich auf den Weg in das Zimmer. Das wäre das erste Mal, dass sie ihre Schwester bevormunden müsste – Shino war sonst eher ein schüchternes Mädchen. Falls sie je den Wunsch verspürt haben sollte, laute Musik zu hören oder irgendwie zu rebellieren, hätte sie Luna bestimmt davon erzählt. So ein Verhalten sah ihr überhaupt nicht ähnlich und Luna konnte sich beim besten Willen keinen Reim darauf machen.
„Shino?“
Sie klopfte lautstark gegen die Tür, um ihre Schwester nicht zu erschrecken. Stattdessen jedoch öffnete sich die Tür schon bei der leichtesten Berührung und offenbarte ihr so ein vollkommen leeres Zimmer, das wie das Wohnzimmer unten ebenso verwüstet war. Kissen waren im ganzen Raum verteilt und ein paar Bücher hatte irgendetwas oder irgendjemand aus den Regalen gefegt. Das altmodische Radio in der Leseecke war bis auf Anschlag aufgedreht und Luna schaltete es ab, während sie sich irritiert im Raum umsah.
„Shino?“, fragte sie diesmal ohne die störende Musik. „Bist du da?“

Ihre einzige Antwort war ein Rascheln, als würde jemand mit einem Besen über den Boden wischen und Luna erstarrte in ihrer Position.
Waren das Einbrecher?
Sie hielt inne und lauschte, ob sie Schritte oder Stimmen hören konnte.
Ein weiteres Geräusch. Diesmal dumpf, als würde jemand einen Geldbeutel immer wieder fallen lassen – dann ein Rascheln und weg war es.
Wenn sie sich nicht irrte, kamen die Geräusche direkt aus dem Raum gegenüber – ihrem Zimmer.
Mit zittrigen Fingern fischte sie ihr Handy aus der Hosentasche und überlegte, ob sie ihre Mutter oder doch gleich die Polizei rufen sollte.
Einbrecher waren – zumindest in den meisten Fällen – ja eher unbewaffnet. Sie suchten sich leere Häuser, deren Besitze gerade nicht zuhause waren und flüchteten, wenn sie erwischt wurden. Aber das war nur der Regelfall. Andererseits würden die Einbrecher sie bestimmt hören, wenn sie hier direkt im Raum nebenan am Telefon sprach – sie würde sich zuerst verstecken müssen.
Ihr Blick fiel durch Shinos Zimmer.
Unter dem Bett verstecken kam nicht in Frage. In der Schublade darunter befanden sich sämtliche Winterlaken und ließen nicht genug Platz für eine Person. Selbst der Schrank würde eng werden, aber davon abgesehen bot das Zimmer nicht viel mehr außer Schreibtisch und ein paar Bücherregalen.
Ihre Gedanken wurden unterbrochen von einem weiteren Plumpsen.
Das knarzende Geräusch ihrer Tür folgte und Luna hielt den Atem an, als wer auch immer anscheinend gerade ihr Zimmer verließ.
Was sie vorher als gefallene Beutel interpretiert hatte, schienen viel eher Schritte zu sein. Ein Hopsen, Humpeln womöglich? Als würde jemand einen schweren Sack mit sich schleppen müssen, den er bei jedem Schritt wieder auf dem Boden abstellen musste, bevor er weiterging.
Sie versuchte durch den Türspalt nach draußen zu linsen, um zu erkennen, was es damit auf sich hatte. Die Tür zu ihrem Zimmer öffnete sich, aber niemand trat hindurch. Keine vermummte Gestalt, kein Kapuzenträger, kein humpelnder einbeiniger Entflohener aus einer Anstalt.
Und trotzdem entfernte sich das Geräusch in Richtung Küche…
Luna blinzelte verdutzt.
Hatte jemand einen Ball geworfen, der über den Boden gehüpft war? Dafür war das Geräusch aber zu dumpf gewesen…

Ein Klirren in der Küche folgte.
Was auch immer hier war, es war definitiv nicht mehr in ihrem Zimmer.
Ein Tier vielleicht? Möglicherweise hatte sich durch ein offenes Fenster ein Vogel oder eine Katze nach drinnen verirrt – und durch einen verletzten Flügel oder eine Pfote schleppte das arme Tier sich nun humpelnd durch das Haus.
Die Erkenntnis beruhigte sie ein wenig, auch wenn sie noch nicht hundertprotzentig sicher war.

Ein weiteres Klirren ließ sie aufschrecken und Luna schluckte ihre Nervosität hinunter und trat vorsichtig aus dem Zimmer.
Ein paar Äpfel kamen ihr entgegengerollt, als sie die Küche betrat.
In der Ecke, unter den Überresten von dem, was wohl mal die Obstschüssel gewesen war, konnte sie ein Schmatzen hören.
Vorsichtig, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, schnappte sie sich eine der Einkaufskisten und hielt sie vor sich, um das Tier möglicherweise damit einfangen zu können, bevor es sie anspringen konnte. Dann schlich sie auf leisen Sohlen auf die Ecke zu.
Ein Vogel schien es nicht zu sein, denn den Geräuschen nach zu urteilen hatte es Zähne – und zwar eine ganze Menge davon. Übrig blieb also Katze, Marder oder Hund und selbst davon konnte es sich nur um ein Jungtier handeln, das kaum größer als eine Obstschüssel sein konnte.
Je näher sie kam, desto mehr konnte sie das kleine Wesen unter den Scherben erkennen. Die Ohren spitzelten als erstes heraus, danach das tief violette Fell, das Luna mit gerunzelter Stirn innehalten ließ.
Noch bevor sie wirklich darüber nachdenken konnte, zuckten jedoch die Ohren des Tiers und es drehte sich rückartig zu ihr um und starrte aus großen, gelben Augen zu ihr nach oben.

Was sie vor sich fand, war keine Katze. Auch kein Marder, kein Hund oder generell ein Tier, das Luna je zuvor gesehen hatte.
Vor sich fand sie ein wortwörtliches Fellknäul. Ein rundes Geschöpf, das entweder keine Gliedmaßen besaß oder dessen dichtes, lila Fell sie komplett verdeckte. Lediglich die Mundpartie war weiß gefärbt und richtete ihre Aufmerksamkeit so nur noch viel mehr auf die Reihen spitzer Zähne, die das kleine Ding trotz seiner Größe vorweisen konnte.
Sie hatte das Gefühl, dass sie sich gegenseitig jahrelang angestarrt hätten. Im Vergleich dazu ging es plötzlich ganz schnell, als das Ding aufsprang und sich auf sie stürzte. Luna holte mit ihrer Einkaufskiste aus, doch trotz fehlender Beine übertrumpfte es sie in Geschwindigkeit, huschte unter ihren Armen vorbei und sprang sie direkt an.
Sie hatte damit gerechnet, umgeschmissen zu werden. Das Gefühl von Zähnen, sie sich in ihre Wade oder ihren Oberschenkel bissen oder dass das Tier sie sonst irgendwie angreifen würde. Stattdessen spürte sie einen kurzen Zug an ihrem Hoodie und realisierte, dass das Wesen sich lediglich an dem Stoff festgebissen hatte und nun wie eine Statue daran hinunterbaumelte.
Mit einem vorsichtigen Handgriff hob sie die rechte Seite ihrer Kapuzenjacke ein Stückchen an, aber das Tierchen regte sich nicht.
„Ähm…“
Aufgrund der spitzen Zähne, wollte sie es aber auch nicht wirklich anfassen, bevor es sich am Ende doch für ihr Fleisch statt dem Stoff ihrer Kleidung entschied.
„Hallo, du?“ Luna musterte das Wesen verwirrt, bekam aber keine Antwort. Stattdessen schien das kleine Kerlchen jedoch allmählich die Kraft zu verlassen und es sank langsam an ihrem Reißverschluss entlang nach unten.
Luna fing es mit der Einkaufsbox auf und obwohl es einen Moment lang verwirrt über den Untergrund schien, starrte es dann wieder aus gelben Augen zu ihr nach oben. Es war regelrecht winzig und sein Blick erinnerte sie an ein Reh im Scheinwerferlicht. Womöglich hatte es im Moment sogar viel mehr Angst vor ihr als sie vor ihm.
„Hey… ähm, Kleiner?“ Sie versuchte sich an einem Lächeln, in der Hoffnung weniger bedrohlich zu wirken. „Wo kommst du denn her?“
Es quäkte nur einmal zur Antwort, versuchte aus dem Korb heraus zu hopsen und scheiterte. Dann starrte es sie wieder tonlos an.
„Ich würde dich ja gern rauslassen, aber du hast ein ganz schönes Chaos angestiftet“, versuchte sie ihm zu erklären.
Wieder quäkte das Wesen in der Kiste, diesmal kläglicher.
Kurz darauf folgte ein unverkennbares Grummeln. Magenknurren.
„Du hast Hunger“, stellte sie mit einem Blick auf die angebissenen Äpfel fest. Ein mitleidiges Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. „Na das können wir einrichten. Bleib aber ja in der Kiste, okay?“
Sie stellte es auf dem Esstisch ab und hielt die Hände zunächst noch in Griffreichweite, um es packen zu können, falls es fliehen wollte, aber das Fellknäul schien sie verstanden zu haben. Es blieb brav in der Kiste sitzen und wartete.
„Okay…“ Luna hob einen der Äpfel vom Boden auf, klopfte ihn an ihrer Jacke ab und hielt ihn in die Kiste. Noch bevor das Wesen hopsen und ihre Hand fressen konnte, ließ sie den Apfel fallen, was das Fellkäul jedoch nicht weiter zu stören schien, da es sich augenblicklich über das Obst hermachte.
Sie seufzte.
Irgendwie war das kleine Ding ja doch ganz süß.
Allerdings hatte sie keine Ahnung, was es war, was es denn fressen durfte, wo es herkam und was sie nun damit anstellen sollte.
Ihr Blick fiel durch das Zimmer, während sie grübelte und eine ganz andere Sache wurde ihr bewusst:
Es würde eine Heidenarbeit werden diesen Schweinestall wieder aufzuräumen…




Autorenkommentar:
OH BOY.
Damit ist das erste Kapitel geschafft! Und Leute, Leute , es wird ein echtes Stückchen Arbeit diesen Haufen dazu zu bringen zusammenzuarbeiten.
Abbie und Raikou sind die ersten, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie gut zusammen funktionieren könnten. Da wir nicht Raikous Sicht hier hatten, ist es bei ihr vielleicht etwas schwieriger nachvollziehbar, weil sie sonst auch nicht gerade super offen ist, aber ich hoffe, dass es für dich zumindest Sinn ergibt, liebe KuraikoMazuki. Für die von euch, die wie ich ebenso zu dusselig sind, Namen richtig auszusprechen: Man spricht den Namen "Raikou" wie den japanischen Namen "Reiko". ^^

Mehr Informationen haben wir über Abbie. Hier hab ich mich etwas schwer getan zwischen "Wenig Emotionen" und "Nicht zu wenig Emotionen, damit es für den Leser nicht langweilig ist". Sagt mir gerne, was für ein Eindruck bei euch entstanden ist. Sorry, dass ich deinen kleinen Kerl in so eine missliche Lage gebracht habe, Jina-chan,aber... Allein London ohne Ahnung von seiner Familie hat das irgendwie einfach angeboten, haha.

Den Abschluss des Kapitels bildet Luna, die tatsächlich einer der wenigen Charaktere ist, die ich noch nicht mit einem anderen in das Anfangskapitel gepackt habe, weil... zu viele Zufälle und zu wenig Einleitung. Ich wollte noch nicht direkt mit dem Plot starten, weil das sonst zu viel durcheinander geworden wäre. Das Kapitel ist dadurch etwas lang und ich hatte überlegt, ob ich Luna in ein extra Kapitel packe. frage also an euch: Sind 10 Seiten Kapitel für euch noch ok oder bereits zu lang? Ansonsten würde ich das in Zukunft nämlich auf einen Sichtcharakter pro Kapitel beschränken.
Luna gehört im Übrigen zu: RubyKurosawa

Das war's dann aber erstmal von meiner Seite.
Danke für's Lesen und ich hoffe, der Start in die Story hat euch gefallen. >w< Im nächsten Kapitel versuche ich dann etwas mehr Action reinzubringen, aber hier brauchte ich erst mal Worldbuilding… und damit sind wir noch nicht fertig. :'D
Sagt mir auch gern Bescheid, ob ihr weiterhin Autorenkommentare wollt oder ob ich sie in Zukunft weglassen soll! ^^

Gruß
Pinsel
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