Til my death do us apart (and hers back together)

OneshotAllgemein / P12 Slash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
15.09.2020
15.09.2020
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Me? Writing for a Show with a terrible last season? More likely than you think! Ne Leute, hab letztens mal wieder 1x01 gesehen und da kam es über mich. Viel Spaß damit, lasst gerne ein Review da, da freu ich mich ^^
Disclaimer: Nix meins, alles nur geliehen.
Have fun!





Til my death do us apart (and hers back together)

I. Mary

John hatte sich immer gefragt, was Sherlock von Mary halten würde. Er würde es niemals zugeben, nicht einmal vor sich selbst, aber es war ihre Auffassungsgabe gewesen, die ihn sofort in ihren Bann gezogen und weswegen er sie schließlich auf einen Kaffee eingeladen hatte.

„Sagen Sie, Dr. Watson, waren sie beim Militär?“ Er ließ ihren Knöchel, den er gerade noch auf gebrochene Knochen untersucht hatte, fallen, als hätte er sich daran verbrannt.

Afghanistan oder Irak hallte es in seinem Kopf wieder.

„Wie kommen sie darauf, Miss...“

„Morsten. Mary Morsten.“



Er hatte sich gesagt, dass es in Ordnung war. Dass es keine Rolle spielte, dass er daran dachte, wie sehr Sherlock von Mary beeindruckt wäre und damit auch von ihm und seiner ausgezeichneten Wahl. Er hatte sich selbst versichert, nachts, wenn er sich in einer leeren Wohnung rastlos von der einen Seite zur anderen wälzte, dass Sherlock sie lieben würde und dass es in Ordnung war, wie wichtig es ihm ist.

Er versicherte sich außerdem, nachts, wenn er mit Mary in einem Bett lag und sich rastlos von der einen Seite zur anderen wälzte, dass er sich nicht wünschte Sherlock würde kommen und ihm, wie bei allen anderen Frauen zuvor, sagen, wieso sie nicht die Richtige war.



John hatte sich oft ausgemalt wie ein Treffen zwischen Sherlock und Mary ablaufen würde und egal wie optimistisch er dabei geblieben war, nie hätte er damit gerechnet, dass die beiden sich mochten. Ein höfliches miteinander, ihm zuliebe, war alles, was er je zu hoffen gewagt hatte (nicht, dass es eine Rolle gespielt hätte. Sherlock war tot gewesen), und nun mit dem echten Sherlock zurück in seinem Leben (und keiner billigen Kopie aus Johns Gedanken) brachten die beiden sich aufrichtige Sympathie entgegen. John war erleichtert. (Er hasste es.)

Er hatte Sherlock gefragt, herausgefordert, seine Zukünftige auseinander zu nehmen wie all die anderen Frauen die er an Johns Seite kommen und wieder gehen hatte sehen, doch Sherlock Holmes hatte nichts als lobende Worte für Mary übrig. „Ich bin beeindruckt, John, wirklich. Wenn ich gewusst hätte, dass es nur meine 2- jährige Abwesenheit bedarf, damit Sie eine vernünftige Frau finden, wäre ich schon viel früher gegangen.“

John hatte nicht gewusst, was er darauf sagen sollte. (Geh nicht! Geh nicht! Geh nicht! Wage es nie wieder!)

Er hatte Mary gefragt, angefleht, an seinem besten Freund kein gutes Haar zu lassen wie all die anderen Leute, die John in Sherlocks Leben kommen und gehen hatte sehen, doch Mary Morsten kicherte nur. „Ich hab dir doch gesagt, dass ich ihn mag. Er ist ein außergewöhnlicher Mann.“

John hatte gelächelt. „Das ist er.“



Die Beiden gingen so vertraut miteinander um, dass John sich zeitweise wie ein Außenseiter fühlte, was völlig absurd war. Er war Marys Ehemann und Er war Sherlocks Partner. Wieso also war er hier das dritte Rad am Wagen?! Sherlock und Mary tuschelten ununterbrochen, hatten ihre eigenen geheimen Insider Witze und deduzierten zusammen so schnell, dass John der Kopf brummte nur bei dem Versuch zu folgen. Er war nicht eifersüchtig, nein (doch), aber er wusste nicht, woher diese Verbindung stammte.

(Er wusste auch nicht, auf wen von den beiden er eifersüchtig war.)

Auch das hatte er Sherlock einmal gefragt. Weil er Sherlock alles fragen konnte (gekonnt hatte. Früher. Bevor alles den Bach runter gegangen war). Sie waren in der Küche der Baker Street und sein Freund mit einem seiner Experimente beschäftigt. Die linke Hand am Rädchen des Mikroskops, die Rechte hielt die Pipette fest, als Sherlock mitten in der Bewegung stoppte, den rechten Arm noch in der Luft. John konnte Sherlocks Gehirn förmlich arbeiten hören und er fühlte sich schlecht seinen Freund in diesen Zustand versetzt zu haben.

„Sherlock?“, fragte er vorsichtig. Beim Klang seines Namens wachte der Detektiv aus seiner Starre auf und nahm seine Bewegungen reibungslos wieder auf.

„Kein Grund eifersüchtig zu werden, John.“

„Ich bin nicht eifersüchtig!“, echauffierte sich John, „sie ist immerhin meine Frau.“

Sherlock sagte nichts mehr dazu. John wechselte das Thema.



Auch Mary hatte er einmal gefragt. Weil er Mary alles fragen konnte (gekonnt hatte. Damals. Bevor alles in einem Blutbad geendet hatte). Sie lagen abends im Bett und Sherlock und Mary texteten sich ununterbrochen seit 26 Minuten. Sie blickte über den Rand ihres Handys zu ihm herüber, ein Lächeln auf den Lippen und Schalk in den Augen.

„Oh John, verstehst du es denn nicht?“. Sie musste die Ratlosigkeit von seinem Gesicht lesen, denn sie begann zu lachen. Mit einem Kuss beugte sie sich zu ihm herüber. „Wir haben etwas gemeinsam, etwas fundamentales, dass uns verbindet.“

Er hob fragend die Augenbrauen. Sie lächelte sanft.

„Dich.“



John war nicht wütend, dass seine Hochzeit zu einem Fall geworden war. Tatsächlich genoss er es ungemein mit Sherlock durch die Gänge der Kirche zu hetzen, dem Killer auf den Fersen. (Und wenn John sich für einen kurzen Moment wünschte, dass Mary nicht neben Sherlock stand, dass es nur er und Sherlock wären so wie früher, er neben Sherlock, sie beide gegen den Rest der Welt, dann war dieser Moment so schnell verflogen, wie er gekommen war.). Es war John und Marys Hochzeit und John würde nie vergessen, was Sherlock an diesem Tag gesagt hatte.

Die zwei Personen, die dich am meisten auf dieser Welt lieben.



Seit Sherlock Janine einen Heiratsantrag gemacht hatte, angeschoßen wurde, um sein Leben kämpfte und seine Frau als Betrüger entlarvt hatte, drehte sich Johns Kopf alles. Sherlock brachte das Chaos jedoch mit einem Satz zum Halt.

„Weil du sie gewählt hast.“ Da war Schmerz in Sherlocks Augen, der älter war als diese auf Lügen basierende Ehe, älter als der Reichenbachfall, sogar älter als die Frau und John erlaubte es sich für einen kurzen Moment ebenfalls in diesem Schmerz zu baden.

Wie kannst du es wagen. Du bist gegangen, Sherlock. Du hast mich zurückgelassen, mir keine Wahl gelassen, denn es gab nur vorwärts. Vorwärts oder dir folgen in den Abgrund.

Er sagte nichts davon. Er hoffte, dass Sherlock es in seinen Augen lesen konnte. Angesichts des gebrochenen Ausdrucks, der sich auf das Gesicht seines Freundes legte, konnte er es.



John wüsste gerne, wie der versuchte Mord an Sherlock Mary und ihn noch enger zusammengeschweisst hatte, aber er hat aufgegeben zu versuchen es zu verstehen.

(Und auch wenn John es sich nicht eingestand, er verstand sehr wohl, wie der versuchte Mord an Sherlock Mary und ihn auseinander getrieben hat. Er hatte es aufgegeben zu versuchen ihr dafür zu vergeben.)







II. Sherlock

Marys Tod löst einen Mix and Gefühlen in John aus, den er für eine lange Zeit nicht zu verstehen weiss. Er ist wütend auf Sherlock, wozu er eigentlich keinen Grund hat und er ist wütend auf Mary, was sinnlos ist und sich nicht schickt, da sie tot ist, aber vor allem ist er wütend auf sich selbst. Mary ist die Mutter seiner Tochter, seine Ehefrau, die Frau, die ihn wieder aufgebaut hat und dennoch braucht es bloß drei Tage bevor John merkt, dass er es überstehen wird.

Nach Sherlocks Verschwinden, wie John es nennt (alles außer tot.tot.tot.tot.), war er ein Wrack gewesen. Er macht sich darüber keine Illusionen und er weiss, ohne die Hilfe von Lestrade, der ihm an den guten Tagen ein Freund war, und Mycroft, der ihm an den schlechten Tagen ein Werter war, hätte John das nächste Jahr nicht erlebt. Er hatte keinen Sinn gesehen ohne Sherlock. Es gab einen Punkt in Johns Leben, da war bereit gewesen Sherlock ins Grab zu folgen.

Er würde Mary nicht folgen. Es tat weh, Gott, und wie, aber John hatte schon einmal den Schmerz gespürt die wichtigste Person in seinem Leben zu verlieren und das war es nicht. Er würde Mary überstehen, aber er hatte Sherlock fast nicht überlebt.

Er darf nicht über die Implikationen nachdenken.

„Es ist nicht okay.“, krächzt John, zerfressen von Schuld.

„Nein“, antwortet Sherlock, „es ist, was es ist.“

John ist sich nicht sicher, ob sie das Selbe meinen, als sich Sherlocks lange Arme um ihn schlingen, aber er möchte es glauben, wenn auch nur für eine Sekunde.



John braucht genau 3 Wochen, bevor er beschließt mit Rosie in die Baker Street zu ziehen. Er hält es 3 Monate aus, bevor er Sherlock zu sich zieht und ihn küsst. Die Weingläser, zu denen John gedrängt hatte um seine Nerven zu beruhigen, stehen vergessen auf dem Couchtisch, während John seine Lippen auf Sherlocks presst. Wie ein ertrinkender krallt er sich in Sherlocks Hemd fest, um ihn am fliehen zu hindern. Er will doch nur eine Chance.

Sherlock flieht nicht. Im Gegenteil, er bittet John stumm um Einlass und als John ihn gewähren lässt entkommt Sherlock ein leises Stöhnen, welches eine Geschichte von Sehnsucht und Verlangen erzählt und Johns Herz zerspringen lässt.

Er wird mutiger und lockert seinen Griff in Sherlocks Hemd, lässt eine Hand zu den braunen Locken wandern, wie er es sich so oft schon vorgestellt hat. Sherlock belohnt ihn wieder mit diesem wundervollen Laut, in dem John ertrinken will.

Er könnte für immer so weiter machen, Sherlock küssen und erforschen, doch dieser unterbricht den Kuss irgendwann um nach Luft zu schnappen. John nutzt diese Gelegenheit und nimmt ebenfalls ein paar tiefe Atemzüge bevor er Sherlock mit seinem Blick fixiert. Wage es nicht jetzt einen Rückzieher zu machen, will er sagen, doch Sherlock kommt im zuvor.

„Bist du dir sicher?“ Die Entschlossenheit in Sherlocks Augen trifft John unerwartet, doch er hofft, dass Sherlock etwas ähnliches in seinem Blick sieht.

„Ja.“ Er sagt es mit all der Selbstsicherheit, die er aufbringen kann.

„Gut.“

„Gut?“

„Ja“, sagt Sherlock und ist blitzschnell über ihm, presst ihn mit seinem Körper nach hinten und in das Sofa hinein. „Ich war des Spielens müde, John.“, haucht er und beginnt John zu küssen, als gäbe es kein Morgen.



„Du liebst mich.“ Es ist eine Feststellung, keine Frage. Sie sitzen am Frühstückstisch und Sherlock ist mit den Schlagzeilen der Times beschäftigt, während John Rosie füttert. Sherlock blickt weder von seiner Zeitung auf, noch zögert er mit seiner Antwort.

„Ja.“

„Seit wann?“

Bei dieser Frage schmunzelt Sherlock. „Länger, als dass es mich stolz machen würde.“

John starrt ihn kurz ungläubig an, bevor beschließt, es ruhen zu lassen. Für jetzt. Stattdessen sagt er: „Ich liebe dich auch. Nur fürs Protokoll.“

„Ich weiss“, sagt er grinsend und blättert um. John will ihm das selbstgefällige Lächeln aus dem Gesicht wischen und setzt schon zu einer Retourkutsche an, als Sherlock doch noch einmal das Wort erhebt, diesmal weniger sicher.

„aber... es tut gut, es dich sagen zu hören.“ Die Art und Weise, in der Sherlock sich hinter dem Berg an Papier versteckt und seinen Blicken ausweicht, lässt John sofort weich werden und die Liebe in seinem Herzen anschwellen.

Da er weiss, dass er nicht ganz unschuldig an Sherlocks Unsicherheit ist, versucht er es neckend. „Willst du mich denn nicht fragen?“

Jetzt legt Sherlock doch die Zeitung weg und schaut ihm fragend in die Augen.

„Seit wann ich dich liebe? Oder weisst du das schon. Lass mich raten, du hast es schon längst deduziert gehabt.“

„Oh John,“ Sherlock steht auf und umrundet den Küchentisch um sich hinter John zu platzieren. „Die Frage ist doch nicht, seit wann liebst du mich“, flüstert er in Johns Ohr, „sondern seit wann du bereit bist es zu akzeptieren.“

Da ist eine Traurigkeit in Sherlocks Ton der John zittern lässt, denn verdammt, er hat Recht. Natürlich hat er Recht.



„Mary hat es gewusst?“ Es ist eine Frage, keine Feststellung. Er ist glücklicher als je zuvor und mit der Zufriedenheit kommen auch die Schuldgefühle. Immer und immer wieder hat er sich Marys Abschiedsvideo, ihre letzte Botschaft für ihn und Sherlock angesehen und er glaubt das Puzzle langsam zusammenzusetzen, aber er braucht Gewissheit und Sherlock konnte schon immer jedes Rätsel für ihn lösen.

Sherlock ist, selbstverständlich, nicht im geringsten überrascht von seiner Frage. „Was genau? Dass ich dich liebe oder, dass du mich liebst?“, fragt er lediglich.

John hat nicht gewusst, dass das Letztere überhaupt eine Option war. „Beides?“, antwortet er deswegen etwas verloren.

„Ja.“

Es ist nicht das, was er hören wollte, aber das, was er befürchtet hat.

Sie liegen in Sherlocks altem Schlafzimmer, was inzwischen ihr gemeinsames Schlafzimmer ist, und John kommt der Gedanke, dass es vielleicht nicht angebracht ist mit seinem neuen Freund über seine tote Ex zu reden, aber dann erinnert sich John daran wie er Mary Stunden um Stunden von Sherlock erzählt hat und vielleicht ist das einfach Johns Ding.

„Wie?“, fragt John.

Sherlock antwortet nicht gleich, sondern wählt seine nächsten Worte bedacht und John wird zum wiederholten Male in den letzten Monaten daran erinnert, dass auch Sherlock die letzten Jahre gezeichnet haben.

„Mary... war eine ausgezeichnete Menschenkennerin“, beginnt er schließlich. „Sie hat mich sofort durchschaut. Und, und umso länger ich wieder da war, umso mehr Zeit wir zusammen verbracht haben, umso klarer wurde es für sie, dass du mich auch liebst.“

„Ich habe sie geliebt.“, versucht John sich zu erklären, doch Sherlock erstickt jeden Ansatz im Keim.

„Oh, John, das wusste sie doch“. Sherlock beginnt beruhigende Kreise auf Johns Rücken zu malen. „Sie war bloß der Überzeugung, dass du mich mehr liebst.“ Sherlock entkommt ein leises Lachen, das John, dessen Kopf auf Sherlocks Brust ruht, mehr spüren als hören kann. „Wir haben uns oft darüber unterhalten, vor allem während den Hochzeitsvorbereitungen.“

Johns Kopf schnellt in die Höhe. „Was?“

Ein trauriges Lächeln legt sich auf Sherlocks Gesicht bei der Erinnerung. „Was dachtest du denn worüber wir die ganze Zeit geredet haben?“

„Oh John, verstehst du es denn nicht? Wir haben etwas gemeinsam, etwas fundamentales, dass uns verbindet.“ Sie lächelte sanft. „Dich.“

Er versteht nicht, wie er es hatte übersehen können, aber jetzt wo er es weiss, sieht er es in jeder ihrer Interaktionen.

„Ich weiss nicht. Tischdekoration?“

Sherlock muss erneut schmunzeln. „Sicher, das war auch ein prominentes Thema.“

Er scheint das Thema damit beenden zu wollen, doch John ist dazu noch nicht bereit. „Und, das war in Ordnung für sie? Für dich? Ich meine, war da keine Wut? Eifersucht?“

„Wenn ich mich recht entsinne, warst du der Einzige, der eifersüchtig war.“, neckt Sherlock ihn.

„Lenk nicht vom Thema ab!“, versucht John von Thema abzulenken, doch, als er den Schalk in Sherlocks Augen sieht, weiss er, er ist schon vor Jahren aufgeflogen.

„Marys und meine Beziehung war von dem gegenseitigen Glauben geprägt, dass der jeweils andere eine viel bessere Wahl für dich wäre.“, erklärt Sherlock. „Keine Wut, keine Eifersucht, nur das Verlangen dich glücklich zu machen.“

John erinnert sich lebhaft, als sei es gestern gewesen.

Die zwei Personen, die dich am meisten auf dieser Welt lieben.

John sieht wie das Puzzle sich vor seinem inneren Auge zusammensetzt. Wieso seine Frau nicht ihm, sondern Sherlock eine Videobotschaft hinterlässt.

Ich verspreche dir, wenn er denkt, dass du ihn brauchst, wird er da sein.

Es war ein Stück einer Konversation von der er noch nie ein Teil gewesen war. „Deswegen ist sie vor dich gesprungen. Sie dachte, ich würde ihren Tod besser verkraften als deinen.“

„Ja.“. John hat keine Antwort erwartet, aber Sherlock gibt sie ihm dennoch. Manche Dinge ändern sich eben nie, denkt er.

John spürt wie ihm die nächsten Worte im Hals stecken bleiben. Seine Augen brennen vom Zurückhalten der Tränen, die schon eine Ewigkeit fließen wollen und er erstickt in Schuld.

„John“, sagt Sherlock und John kann ihn fast nicht hören durch das laute Pochen seines Herzens, das in seinen Ohren widerhallt. „Sie.. wir beide wussten worauf wir uns einlassen. Es war unser kleines Spiel“, gibt er gequält zu, „wer kann den anderen übertrumpfen. Ich habe Magnusen für sie getötet und sie... sie ist vor mich gesprungen.“ Ein hohles Lachen verlässt seine Kehle. „und hat dir damit die Wahl genommen. Zumindest kann sie den Sieg für sich verbuchen.“. Sherlock schlägt einen unglaublich sanften Ton an, „aber es war unser Spiel, John. Und dich trifft keine Schuld. Wir gesagt, wir beide wussten was wir tun.“

Sherlock kann es so oft sagen wie er will, John weiss, dass er schuldig ist. Er hat das Gefühl die beiden wichtigsten Menschen in seinem Leben hinters Licht geführt zu haben und das ohne es überhaupt zu merken.

John würde Mary gerne tausend Dinge sagen, ihr an den Kopf werfen und um Verzeihung betteln, aber Mary ist tot. Er kann für sie nichts mehr tun, aber er kann, er muss, dem Mann neben sich versichern, dass er noch so clever sein kann, Sherlock hat nichts verstanden.

„Sherlock“, sagt er leise und wirft sich förmlich auf seinen Partner. Der Kuss ist kurz und viel zu nass von all den vergossenen Tränen, doch John muss Sherlock irgendwie zu verstehen geben, dass er ihn liebt, schon immer geliebt hat.

„Sie hatte Recht.“, flüstert John gegen Sherlocks Lippen, sodass ihn große Augen anstarren. „Ich hab Mary geliebt, ja, aber sie hatte Recht. Ich hätte es nicht überlebt dich noch einmal zu verlieren“ Er nimmt Sherlocks immer ungläubiger werdendes Gesicht in beide Hände, „ und deswegen fühle ich mich so schuldig. Weil ich mit dir so unfassbar glücklich bin. Es gab nie eine Wahl zu treffen“

Da ist so viel Liebe in Sherlocks Augen, dass John die Zweifel dahinter fast nicht sehen kann. Er rügt sich innerlich selbst, war er es doch, der diese Zweifel all die Jahre über genährt hat.

„Und es tut mir so unendlich leid, dass ich dich so lange habe warten lassen.“

„Schon gut.“, würgt Sherlock hervor.

„Nein ist es nicht.“, entgegnet John, „aber ich werde mich bemühen es wieder gut zu machen. Für den Rest unseres Lebens.“

Es ist Sherlock, der den Abstand diesmal zwischen ihnen schließt.
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