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You broke me first

von Xcarly
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Montrose Gideon de Villiers Gwendolyn Shepherd Leslie Hay OC (Own Character)
14.09.2020
08.04.2021
12
16.612
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08.04.2021 1.614
 
>>Freundschaft ist relativ, sie kann in Sekunden zerbrechen, obwohl es so lange gebraucht hat sie aufzubauen<<

"Miss Hay bitte in mein Büro" Die Stimme meiner Chefin tönt durch unser Studio und ich erhebe mich Mühsam. Mein Bauch ist mittlerweile gefühlt größer als ich und mein Rücken schmerzt dauerhaft, aber ich beiße die Zähne zusammen und gehe mühsam zum Büro von Miss Swan. Vorsichtig klopfe ich an der Tür und warte geduldig auf ihr `Herein´ und öffne dann die Tür. Meine Chefin sitzt an ihrem Schreibtisch und schaut verschiedene Artikel durch. Obwohl ich schwanger bin, hatte ich mit ihr die Absprache getroffen nur noch kleine Aufträge anzunehmen die mir keine große Kraft abverlangten. Auch wenn mir das nicht unbedingt gefiel war es auf der anderen Seite auch mein Deal mit Raphael, der es überhaupt nicht gut fand, dass ich noch arbeite im 8. Monat aber ich konnte nicht den ganzen Tag nur zu Hause sitzen und meinem Bauch beim wachsen zusehen, dass hatte ja sogar er eingsehen.
"Miss Swan, sie hatten nach mir gerufen?" Zum ersten Mal seit ich das Büro betretten habe, schaut sie mich an und deutet auf die Plätze vor ihrem Schreibtisch. "Genau ja, setzen sie sich doch bitte. Ich weiß wir hatten abgemacht, dass sie erstmal keine großen Storys mehr übernehmen, aber ich habe eine Anfrage die an sie gerichtet ist. Penelope Lombard bittet um ein Exklusivinterview, aber sie macht es nur mit ihnen. Wir wären die erste und einzige Sendund und Zeitung die etwas über sie erfahren, dass wäre unsere und auch ihr großer Sprung. Wenn sie erstmal Bedenkzeit haben möchten, habe ich dafür Verständnis, das Interview wäre auch erst in 3 Wochen" gespannt schaut sie mich an und ich muss erstmal schlucken. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so eine große Chance hatte oder eine solche wieder haben könnte. Auch wenn ich den vorprogrammierten Ärger mit Raphael sehe, höre ich mich wie weit entfernt antworten. "Ich mache es" und ehe ich mich versehe habe ich einen Zettel mit Informationen in der Hand und bin aus dem Gespräch entlassen. Als sich die Tür schließt realisiere ich erst richtig die Chance die sich mir bietet. Seit der Sache von vor 4 Jahren fühle ich mich zum ersten Mal wie früher. Ganz sorgenlos und frei. Ich, Leslie Hay, habe die einmalige Chance mit Penelope Lombard ein Interview zu führen. Eine der 10 erfolgreichsten Frauen der Welt wird von mir interviewt. Voller Freude und Elan mache ich mich direkt an das Sammeln der Informationen. Automatisch greife ich zu meinem Handy und wähle eine Nummer die ich lange nicht mehr gewählt habe.
"Gideon de Villiers" Seine Stimme und sein Name erinnert mich automatisch an das was früher war, vorallem an Gwe.. Noch bevor ich ihren Namen zu Ende gedacht habe verwerfe ich ihn wieder. "Hi Gideon. Hier ist Leslie." ich höre ihn am anderen Ende tief einatmen. "Leslie was möchtest du?" Seine Stimme ist distanziert und in meinem inneren frage ich mich warum. Ich habe ihm nichts getan. Das hat sie ganz alleine geschafft. Nur sie alleine hatte uns alle zerstört und mir beinahe mein Leben genommen. Raphael war der einzige der für mich da war nach allem, auch wenn wir viele Höhen und Tiefen hatten, hat uns all das viel enger zusammengeschweißt. "Ich habe eine Frage oder zwei. Ich darf Penelope Lombard interviewen. Wir sind der einzige Sender der ein Interview bekommt und sie hat mich ausgewählt. Kannst du dir das vorstellen?" Meine Stimme ist vor lauter Freude gefühlt 10 Oktaven hochgegangen. "Wenn du wüsstest, freu dich nicht zu früh" und damit hatte er aufgelegt. Verwirrt schaue ich auf mein Handy. Warum hat er mich weggedrückt, ich habe doch nichts groß gesagt oder Gwe.. sie angesprochen. Mit einem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass ich lange Feierabend habe und mache mich damit auf den Weg zum Aufzug.
In unserer Wohnung angekommen stelle ich meine Tasche neben die Tür und hänge meine Jacke auf. "Rapahel? Ich bin zu Hause. Bist du da?" Raphaels Kopf kommt aus unserem Wohnzimmer. "Ich bin hier Mignonne" Dass er mich nach all den Jahren immernoch so nennt, lässt mich automatisch lächeln. ich trette nach Raphael in unser Wohnzimmer und erstarre auf der Stelle. Auf unserem Sofa sitzt Falk und schaut betrübt zu uns. "Falk, was machst du denn hier? Ist etwas mit Gideon oder Grace?" Meine Stimme klingt neutral, viel zu neutral. Ich hatte mein Trauma zwar lange überwunden, jedoch saß der Schmerz des gebrochenen Vertrauens so tief, dass ich manche Nächte nicht schlafen konnte oder schreiend aufwachte. "Nun ich bin nicht ohne Grund hier nein, aber es geht nicht um Grace oder Gideon." Er atmet kurz tief ein und aus. "Es geht um Gwendolyn und den Grafen". Automatisch versteife ich mich und schaue ängstlich zu Raphael und dann wieder zu Falk. "Was ist mit denen? Falk ich möchte weder von ihr etwas wissen, noch von ihm. Sie hat alles für was wir standen verrraten und mein Leben in Gefahr gebracht. Was will sie? Geld? Den Grafen aus dem Knast befreien. WAS WILL SIE?" Meine Stimme wird immer lauter und ich spüre wie meine Hände zu schwitzen anfangen. "Leslie beruhige dich, es ist alles gut" Rapheals Stimme klingt so unfassbar weit entfernt, aber trotzdem beruhige ich mich und lege eine Hand auf meinen Bauch um diesen leichten zu steicheln. "Leslie hör uns zu. Ich habe vorhin bereits mit Gideon gesprochen, ich dachte eigentlich er hat euch schon Bescheid gegeben, aber da dem nicht so ist.. Du musst versprechen dich nicht aufzuregen" Falks Blick durchbohrt mich und ich nicke nur. Er holt tief Luft. Wie schlimm kann es schon sein. "Der Graf ist weg" Er schaut erwartungsvoll zu mir und meiner Reaktion. Ich spüre wie mir Tränen in die Augen steigen, halte seinem Blick jedoch stand. Raphael verkrampft sich neben mir und schaut ungläubig zu Falk. "Wie kann denn sowas passieren?" In seinen Augen sehe ich einen Kampf seiner Gefühle und ich verstehe mehr als nur gut wie er sich fühlen muss. Wenn ich jedoch dachte, dass diese Info schmerzhaft ist, habe ich niemals mit dem Schmerz gerechnet der mich in wenigen Sekunden einholen wird. "Es geht an sich aber um was anderes" Falks Stimme wirkt zittrig und gebrochen. "Aus den Unterlagen des Grafens konnten wir entnehmen, dass Gwendolyn mit dem ganzen überhaupt nichts zu tun hatte. Der Graf hat es so gestellt als wäre es Gwen gewesen die für deine Entführung gesorgt hat. Auch das Baby ist nicht vom Grafen sondern von Gideon wie wir denken. In einem Satz zusammengefasst ist Gwendolyn unschuldig" Im Raum herrscht schweigen und dann merke ich es. Der Boden wird mir unter den Füßen weggezogen. Ich bekomme keine Luft, mein Atem ist rasselnd und meine Augen füllen sich mit Tränen. Ich fange einfach nur an zu schreien und schmeiße mich auf den Boden. Meine Arme schlinge ich um meinen Körper. Ein Zittern fährt durch meinen Körper und ich spüre wie Raphael Falk anschreit sofort Gideon Bescheid zu geben, dass wir zu ihm in die Klinik kommen. Der Schmerz ist so stark dass ich es einfach nicht mehr schaffe zu atmen. Alles tut weh. Es soll aufhören. Wie konnte ich nur glauben, dass Gwen es zulässt dass man mich entführt. Sie war gekommen um mich zu retten. Hatte ihr Leben und das Leben ihres Kindes riskiert. Ich dachte damals sie macht mit dem Grafen gemeinsame Sache und sie kommt um mich zu erniedrigen. Hätte man mir gesagt, dass die Wahrheit so sehr weh tun kann, hätte ich ihn ausgelacht, aber jetzt verstehe ich es. Es tut so unfassbar weh. Raphael wiegt mich hin und her wie ein kleines Kind. Meine Hand fährt zu meinem Bauch. Wie kann ich ein KInd bekommen und mit Raphael glücklich sein, wenn ich nicht mal weiß ob Gwen mit ihrem Kind überhaupt noch lebt. Der Gedanke daran, dass Gwen vielleicht nicht mehr am Leben ist, zerstört mein letztes Fünkchen Gewissen und ich spüre wie mein Hals anfängt zu schmerzen, meine Knie zittern und ich keine Luft mehr bekommen. Wie meinen letzten Anker nutze ich Raphaels Arm, kralle mich in ihn und gebe mich meinen Tränen hin. Am Rande bekomme ich mit, wie mich mehrere Sanitäter umgeben und ich langsam von Raphael gelöst werde. Sofort fange ich wieder an zu schreien, sodass Raphael binnen Millisekunden wieder an meiner Seite ist. Ich bekomme leicht mit wie ich in einen Kranknénwagen geschoben werde, Raphael immer an meiner Seite. Der Schmerz rollt nur so über mich. Ich hatte sie alleine gelassen. Wir hatten ihr alles genommen und sie alleine gelassen. Ich erinnere mich an ihr gebrochenes Auftreten vor Gericht und das Blutverschmierte Gesicht als sie mich befreien wollte, jedoch direkt dem Grafen in die Hände gelaufen ist. Ich erinne mich an unseren Abschlussball, den Tag als Gwen von Gideon einen Antrag bekommen hatte und es Charlotte mit einem glatten 1,0 Abischnitt gezeigt hatte. Ich erinnere mich an all die Gespräche die wir hatten über Kinder, heiraten und unsere Berufswünsche. Ich erinnere mich sogar noch daran wie sehr Gwen unter dem Grafen gelitten hat und wir sogar den Unterricht im Mädchenklo verbracht haben um Informationen zu sammlen. Tränen strömen über meine Wange. Wie konnte ich mich so täuschen lassen und Gwen nicht vertrauen. Ich spüre wie mein Körper in Bewegung gestetzt wird und das letzte, was ich vor der absoluten Dunkelheit sehe, sind Gideons Augen und Augen einer fremden Person. Penelope Lombard.
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