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You broke me first

von Xcarly
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Montrose Gideon de Villiers Gwendolyn Shepherd Leslie Hay OC (Own Character)
14.09.2020
08.04.2021
12
16.612
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Dieses Kapitel
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08.04.2021 1.587
 
>> Meist belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge<<

Müde reibe ich mir über die Augen. In der letzten Nacht hatten mich Alpträume und Gedanken gequält und nicht mehr schlafen lassen. Gähnend stehe ich vor dem Medizinschrank und versuche konzentriert meine Arbeit zu machen. Immer wieder schweifen meine Gedanken ab und ich versuche nicht in meinen Flashbacks zu versinken. Als ich die Medikamente die ich brauche zusammen habe, drehe ich mich um und verlasse zügig den Medikamentenraum ohne auf die Umgebung im mich drum herum zu achten.
Ehe ich mich versehe, spüre ich den harten Boden, einen leisen kindischen Schrei und ein lautes Scheppern. Verwundert schaue ich mich um und finde mich auf dem Boden der Klinik wieder. Um mich herum liegen die Medikamente verteilt und ein kleines Mädchen steht schockiert vor mir. In ihren grünen Augen sammeln sich Tränen und ich beuge mich langsam zu ihr vor. "Hallo Junge Dame, wie heißt du denn?" Ich schenke ihr ein leichtes lächeln und die Tränen in ihren Augen verschwinden. "Ich heiße Lucia und du?" Ich merke direkt dass sie ein sehr aufgewecktes und neugieriges Kind ist und frage mich direkt was sie wohl hier macht. Die Kinder der Krebsstation kenne ich alle, aber sie gehört dort definitv nicht hin. Vielleicht liegt einer ihrer Eltern ja hier?
Kaum habe ich zuende gedacht höre ich eine weibliche Stimme durch den Flur rufen "Lucia? Lucia wo bist du? Wir wollen jetzt wirklich nach Hause, Mama hatte einen harten Tag, bitte komm zurück" Ehe ich mich versehe kommt Penelope um die Ecke und bleibt ruckartig stehen als sie mich erblickt. Ihre Augen weiten sich panisch als sie Lucia neben mir erblickt und ihre Stimme wird panisch "Lucia komm bitte sofort zu mir, ich meine es jetzt wirklich ernst" Ich Stimme duldet keinen Widerspruch und selbst ich erhebe mich bei dem Ton und fange an die runtergefallenen Medikamente aufzuheben. Lucia rennt Penelope in die Arme und lässt sich von ihr hocheben und durch die Luft schwingen. Unauffällig beobachte ich die beiden. In den paar Tagen in denen Penelope hier war, hatte ich sie noch nie so fröhlich und losgelassen gesehen. Ihr Lachen sah echt und freundlich aus und ihre ganze Erscheinung wirkte jünger. Als sie bermekte dass ich sie beobachte lies sie ihre Tochter runter und beugte sich zu ihr "Lucia sag bitte Entschuldigung zu Dr. de Villiers" sie schaute liebevoll zu ihrer Tochter und auch wenn ihr Ton keinen widerspruch dudelte war ihr Blick weich und sanft während sie ihre Tochter ansah. Ihr Umgang mit ihr machte mich wehmütig. Wie gerne hätte ich auch eine kleine Familie, aber diese Chance hatte ich gekonnt verspielt. Lächelnd schaue ich zu Penelope. "Es ist in Ordnung, eher muss ich mich entschuldigen, ich habe nicht nach vorne oder unten geschaut" Ich schaue lächelnd zu Lucia und bemerke zum ersten Mal ihre strahlend grünen Augen die meinem zum verwechseln ähnlich sind. Ich habe noch nie so intensive grüne Augen wie die von mir und Rapahel gesehen, aber ihre Augen sahen genauso aus wie meine. Mein lächeln wurde etwas weniger als ich sie genauer ansah. Auch ihre Gesichtszüge glichen den mei.nen in vielerlei Hinsicht. Ich riss mich aus meinen Gedanken und sah zu Penelope während ich meine Medikamente wieder aufhob. "Ich sollte jetzt mal weiter machen, meine Patienten warten schon" Symbolisch hebe ich die Medikamente hoch und verabschiede mich von den beiden und gehe zu meiner Station zurück.
Trotz allem hat mich die Situation aufgewühlt. Die kleine sah mir wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten aus, aber das konnte nicht sein. Ich hatte Penelope ja zuvor noch nie gesehen, trotzdem erschien mir etwas daran so vertraut, wenn ich nur wüsste was.
Seufzend nehme ich meine Arbeit wieder auf und schiebe den Gedanken an eine eigene Familie oder Gwendolyn zur Seite.
Nach meinem Feierabend mache ich mich direkt auf dem Weg zur Loge um zu elapsieren. Auch wenn ich nicht gerne dort bin, aufgrund der ganzen Erinnerungen, muss ich einmal die Woche dorthin um mit Falk zu reden. Den Rest der Zeit habe ich den Chronographen zu Hause und kann so direkt dort Elapsieren. Nach einer unendlich langen Fahrt parke ich vor dem Eingang und gehe direkt zu Falk ins Büro um dort nur noch diese elendige Besprechung hinter mich zu bringen. Seit dem der Graf weg war, hatten wir in der Loge an sich nichts mehr zu tun, trotzdem wollte Falk mich einmal die Woche sehen um einen Austausch zu haben. "Gideon endlich" verwundert schaue ich zu Falk und dann auf meine Uhr. "Falk ich bin überpünktlich was gibt es also?" Falk schaut mich ernst an und ich sehe endeutige schweißperlen auf seiner Stirn. Auch ich bekomme langsam ein ungutes Gefühl. Was war hier los? "Gideon uns ist ein kleines Missgeschick unterlaufen und der Graf ist weg" Wie Falk es sagte klang es überhaupt nicht nach einem Problem aber mein inneres wird sofort unruhig und ich schaue entsetzt zu Falk. "Wie kann einem da ein Missgeschick passiere? Der Mann ist super gefährlich und muss weg gesperrt werden, wer weiß was er vor hat" Sofort denke ich aus irgendeinem Grund an die kleine Lucia und Gwendolyn, doch wische den Gedanken direkt wieder zur Seite. "Gideon da ist noch was. Wie haben einige neue Prophezeihungen gefunden aus denen hervorgeht dass..also dass...dass.." Ich falle Falk ungeduldig ins Wort. "Falk was steht in der verfluchten Prophezeihung, sag es mir" Falk sieht unsicher an die Wand neben mir und schaut mich danach direkt an. "Wir konnten den Prophezeihungen entnehmen dass Gwendolyn mit Sicherheit noch am Leben ist, nur konnten wir nicht entnehmen wo sie ist oder was sie macht" Die Worte kommen nur langsam bei mir an. Obwohl ich nie geglaubt habe dass Gwendolyn nicht mehr am Leben ist, erleichtert mich der Gedanke. "Gideon wir müssen sie finden und hier her bringen. Da ist dann auch noch was" Falk schaut betrübt zu mir, steht auf und kommt auf mich zu. Schlagartig habe ich ein mehr als nur ungutes Gefühl in meiner Magengegend. "Was noch" mein Stimme ist gepresst und ich merke wie mir kotzübel wird. "Damals als die ganze Situation mit Gwendolyn und dem Grafen war, da ist wohl ne Menge schief gelaufen..Wir haben...wir haben..also wir.." Falk holt tief Luft. Langsam ist meine Geduld am Ende. "Falk raus damit jetzt, was ist schief gelaufen. Was ist mit Gwendolyn?" Falk holt tief Luft "Gwendolyn hatte damals nichts mit der Sache zu tun gehabt. Der Graf hatte das ganze geplant und alles in die Wege geleitet. Gwendolyn hatte also nichts damit zu tun und..ja also..sie.. sie ist auch nicht Schwanger gwesen vom Grafen. Dementsprechend vermuten wir, dass du der Vater von Gwendolyns ungeborenen bzw. mittlerweile geborenen Kind bist" Falks Worte reißen mir den Boden unter den Füßen weg. Auch wenn ich innerlich die ganze Zeit gewusst hatte, dass Gwendolyn nichts damit zu tun hatte so war das jetzt die Bestätigung. Sie war komplett unschuldig gewesen und wir hatten sie verleugnet. Ich hatte mein eigenes Kind verleugnet und die Liebe meines Lebens mit meinem  Verhalten verkrault. Wie oft hatte ich ihr versprochen dass ich sie nicht mehr fallen lasse oder verletzte aber dass hatte ich nicht lange durchgehalten. Ohne nochmal zu Falk zu schauen, verlasse ich den Raum und die Loge und fahre komplett abwesend nach Hause um dort zu elapsieren. Meine Gedanken lassen sich nicht ordnen und ich fahre komplett abwesend durch den Feierabendverkehr. Hatte Falk es Grace erzählt? Wusste sie was sie ihrer Tochter angetan hat? Was ich ihrer Tochter angetan habe?
Warum hatte ich ihr auch nicht einmal zugehört damals? Wie konnte ich dem Grafen mehr vertrauen als Gwen? Dem Mädchen die mir mehr als einmal meinen Arsch gerettet hat und sich für die ganze Menschheit geopfert hätte. Wie kann man nur so blöd sein. Meine Hände krallen sich in das Lenkrad und über meine Wangen laufen Tränen. Ich hatte sie verloren und mein Kind gleich mit. Ob Leslie wusste was sie Gwen damals mit ihrem Unglauben angetan hatte? Immer wieder wiederholt mein Kopf dieses eine Wort "unschuldig". Wie konnte ich einem Menschen vertrauen der uns Jahrhunderte an der Nase herumgeführt hatte und bei dem es nur um sein eigenes Ego ging. Wir hatten Gwendolyn einfach verstoßen und schwanger alleine gelassen.
Ich spüre wie mir die Galle aufsteigt und bin froh als ich endlich zu Hause bin und den Chronographen einstelle. Selbst in der Vergangenheit verfolgt mich das Wort "unschuldig". Es ist wie das Ultraschallbild damals. Es hatte mich auch verhöhnt und erniedrigt, aber auf eine ganz andere Art und Weiße. Ich lege mich einfach auf den Boden und warte auf den Rücksprung. Ich musste Gwendolyn finden und auch wenn sie mit uns allen nichts mehr zu tun habe möchte, muss ich unbedingt mit ihr reden, sie musste mich einfach anhören. Ich wollte mein Kind sehen, wollte ihm ein Vater sein und Gwendolyn vielleicht irgendwann ein Mann, auch wenn das so unrealitisch ist wie sonst nichts.
Ich musste sie einfach finden und mit ihr reden, koste es mich was es wolle. Gwendolyn war die Liebe meines Lebens und erst jetzt merke ich was ich alles verloren habe und ein zittern und schluchzen durchfährt meinen Körper solange bis ich schließlich einfach auf dem Boden einschlafe.
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