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Ein Anfang im Sturm

GeschichteLiebesgeschichte / P12
Bibi Blocksberg Holger Martin
14.09.2020
15.09.2020
2
2.213
2
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14.09.2020 1.120
 
Hallo, hier gibt es wieder eine Geschichte von mir. Dieses Mal aber nur etwas kurzes: wei Kapitel. Wie ihr am Titel unschwer erkennen könnt, gehört sie thematisch zu meiner ersten Geschichte : "in jedem Sturm steckt ein neuer Anfang", kann aber natürlich auch gelesen werden, wenn man diese nicht kennt. Nun wünsche ich euch viel Spaß bei der Lektüre. Über Reviews würde ich mich riesig freuen.

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"Alex, kannst du Mal ein paar Minuten auf mich verzichten? Ich muss dringend telefonieren. Ein Sturm zieht auf und Holger ist doch allein auf dem Hof." sagt Tina ernst zu ihrem Freund Alexander. "Klar, aber wen willst du anrufen?" fragt er. "Na Bibi, sie ist die Einzige die jetzt noch helfen kann."

"Hallo Bibi." sagt Tina ins Telefon. "Hey Tina, wie geht es dir?" antwortet Bibi, erfreut etwas von ihrer Freundin zu hören. "Gut. Aber ich habe gerade wenig Zeit. Du weißt doch, der Graf hat Mutti auf eine sechswöchige Europareise eingeladen. Alex kümmert sich um die gräflichen Pflichten. Und heute ist hier eine Tagung wichtiger Adelsleute im Schloss. Ich kann hier nicht weg und Holger ist alleine auf dem Hof." erklärt Tina eilig. "Aber es ist doch nicht das erste Mal, dass er alleine ist." meint Bibi. "Nein, aber es zieht wieder ein Unwetter auf. Das dritte innerhalb von zwei Wochen. Holger war beim ersten Unwetter letzte Woche schon alleine, da war das zwar viel Arbeit, aber er hat es geschafft. Doch jetzt sind überraschend Ferienkinder da. Sie noch sehr klein. Als es vorgestern gewittert hat, sind die fast durchgedreht. Ich bin bei ihnen geblieben, während Holger den Hof sturmsicher gemacht hat, dann ging es. Aber wie soll Holger das alleine schaffen mit dem Hof und den Kindern? Außerdem..." Tina atmet tief durch. "Außerdem geht es ihm gerade nicht so gut. Er sagt natürlich nichts, du kennst ihn ja, aber ich glaube er hat sich ganz schön übernommen in den vergangenen Tagen. Ich habe Alex hier viel helfen müssen und dann die ganzen Sturmschäden nach jedem Unwetter, die Holger alleine beseitigen musste... und jetzt noch die Kinder dazu. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen. Aber ich kann Alex ja nun auch nicht hängen lassen." schließt Tina zerknirscht. "Warum sagt mir denn keiner was? Ich wäre doch helfen gekommen." sagt Bibi entsetzt. "Ich musste Holger versprechen dir nichts zu sagen. Er meint, du sollst dich in Ruhe auf deine Abschlussprüfung konzentrieren können."

Holger hat auf dem Hof bereits ganze Arbeit geleistet. Die Hühner sind im Hühnerstall, die Scheune ist dicht gemacht und alle Fenster im Pferdestall sind vernagelt. Holger muss jetzt dringend einige Pferde von der Koppel holen. Doch die Ferienkinder wollen ihn nicht gehen lassen. Er kann es verstehen, aber die Pferde müssen bei dem drohenden Sturm dringend reingeholt werden. Holger ist hin und her gerissen. Er kann die Kinder nicht mitnehmen, das dauert zu lange, dann kommen sie alle voll in den Sturm. Aber er kann weder die Pferde, noch die Kinder im Stich lassen, was soll er bloß machen? Erschöpft fährt er sich mit der Hand über die Augen. In diesem Moment hört er über sich ein vertrautes Geräusch. Das ist doch Bibis Hexenbesen! Er schaut nach oben. "Bibi, was machst du denn hier? Egal, ich brauche deine Hilfe. Kannst du dich bitte um die Ferienkinder kümmern?" ruft Holger, erleichtert, dass er nun Hilfe hat. "Klar, reite du nur los, die Pferde rein holen, ich mache das hier alles schon." sagt Bibi zu ihm. Und schon reitet Holger auf Pascal davon.

"Hallo, ich bin Bibi." stellt die junge Hexe sich den Ferienkindern vor. Nachdem die Kinder ihr ihre Namen genannt haben, fragt Bibi, ob sie schon Abendbrot gegessen haben. Sie schütteln die Köpfe. "Wegen diesem blöden Sturm, der kommen soll, hat Holger gar keine Zeit dafür gehabt." sagt Susi, die älteste der Kinder. Marie zieht an Bibis Hand. "Ich habe Angst. Es soll nicht wieder blitzen und donnern. Das mag ich gar nicht." sagt sie weinerlich. Bibi streichelt ihr tröstend über den Kopf, geht mit den Kindern schnell in die Küche und schneidet dicke Scheiben vom Brot ab. Im Kühlschrank findet sie genügend Wurst, Käse und Butter.  

Als der erste Regen fällt und von fern das Donnergrollen zu hören ist, schaut Bibi besorgt aus dem Fenster. Sie sieht wie Holger nochmal vom Hof reitet um weitere Pferde zu holen. Doch Bibi kann sich jetzt keine Sorgen um ihm machen, die Kinder müssen beruhigt und dann ins Bett gebracht werden.

Wenig später liegen alle Ferienkinder in ihren Betten. Aber so müde sie auch sind, sie können einfach nicht einschlafen. Sie sind durch das Gewitter, was nun richtig in Gange ist, so aufgedreht, dass sie kaum still liegen können. Als die kleine Marie auch noch anfängt zu weinen und die Anderen sich davon anstecken lassen, weiß Bibi sich nicht anders zu helfen, als mit ihrer Hexkraft. "Eene meene nicht mehr stören, ihr sollt den Donner nicht mehr hören. Eene meene ruhig sitzen, ihr seht auch nichts mehr von den Blitzen. Hex Hex!" sagt sie leise. Die Kinder haben von der Hexerei nichts gemerkt, lauschen nun aber gespannt hinaus. "Ich glaube das Gewitter ist vorbei." stellt Marie erstaunt fest. "Ja, jetzt hört man nur noch den Wind und den Regen." stimmt Susi Marie zu. Dann kehrt Ruhe ein und die Kinder fallen fast sofort erschöpft in einen tiefen Schlaf. Bibi atmet erleichtert auf. Zumindest dieses Problem ist gelöst.

Sie geht zurück in die Küche. Doch Holger ist noch nicht hier. Also setzt Bibi sich ans Fenster und schaut auf den dunkler werdenden Hof hinaus. Kurz darauf öffnet sich die Stalltür. Holger kommt heraus und verschießt die Tür fest hinter sich. Er geht zielstrebig auf das Haus zu. Der Wind zaust an seinen Haaren und peitscht ihm den Regen ins Gesicht. Bibi läuft in den Flur und öffnet ihm die Tür. Als er vor ihr steht sieht Bibi, das Holger völlig durchnässt und von oben bis unten mit Schlamm bespritzt ist. Er sieht ziemlich fertig und übermüdet aus. "Ich würde dich jetzt sehr gerne umarmen, aber ich glaube, das verschieben wir lieber auf später, wenn ich geduscht bin und frische Sachen trage." sagt Holger matt, zieht seine Stiefel aus, hängt den Regenmantel an den Haken und verschwindet erschöpft im Bad.

Bibi schnappt sich einen Wischmop und putzt die Spuren weg, die Holgers Stiefel im Eingang hinterlassen haben. Und da sie schon Mal dabei ist, greift sie sich auch noch einen Besen beseitigt gleich das Krümelchaos, dass die Kinder beim Abendessen veranstaltet haben.
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