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Syksy - Herbstfeuer

von Areion
GeschichteHorror, Sci-Fi / P18 Slash
OC (Own Character)
13.09.2020
19.01.2021
39
188.911
11
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Dieses Kapitel
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13.01.2021 5.177
 
 Arena Tag 1
     

~Nur um uns dann…~

 

 Arbor Ferras (D7)  

„Wonach suchen wir?“, wollte Arbor wissen, während sie in dem Haus herumschlichen. Mittlerweile hatte der junge Mann das Gefühl, seit Stunden im Kreis zu laufen. Nichts war geschehen. Einmal hatten sie Octavius gesehen, aber sie hatten sich versteckt. Ilex hatte darauf bestanden, kein Risiko einzugehen. Und wer wusste schon, ob Octavius sich für ein Bündnis hätte begeistern lassen. Er war ein Karriero – und er war nicht gerade dafür bekannt, dass man ihm trauen konnte. Er hatte den Mann getötet, von dem er selbst gesagt hatte, dass er ihn sehr gemocht hatte. Und sie kannten sich nicht. Alles, was sie voneinander wussten, war, dass sie nicht zusammen gewinnen könnten. Wäre Arbor ein Karriero gewesen, er musste zugeben, er hätte sie wahrscheinlich auch umgebracht.
„Nach allem Möglichen. Etwas zu essen wäre super. Wasser. Erst einmal möchte ich aber von den anderen Tributen weg.“
Arbor nickte. Er hatte etwas Angst, was passieren würde, wenn sie anderen begegnen würde. Er war kein Kämpfer – wahrscheinlich würde man ihn umbringen, ehe er wüsste wie ihm geschah.
„Und du bist dir sicher, dass du hierbleiben willst?“, fragte Arbor, während sie den Gang entlanggingen. Hier und da gab es eine Tür, die sie vorsichtig zu öffnen versuchten, aber die meisten waren verschlossen. Die, die sie öffnen konnten, führten entweder in leere Räume oder in weitere Gänge, in denen es aber so dunkel war, dass man die eigene Hand nicht vor Augen hätte sehen können. Und das waren die Gänge, in die Ilex sich weigerte, hineinzugehen. Sie mussten sehen, wohin sie gingen. Und wer wusste schon, was für Kreaturen in der Finsternis auf sie lauerten?
„Hier? Hier will ich nicht bleiben.“
„Ich meine nicht hier im Flur. Im Anwesen.“
Ilex schmunzelte leicht.  Es verwunderte Arbor nicht, dass er es verstanden hatte. Der Mann war klug – klüger als Arbor es jemals sein würde.
„Ich weiß was du gemeint hast, Arbor. Nein, ich will nicht hierbleiben. Aber wo soll ich sonst hin? Solange ich keine Aufgabe habe, ist es hier genauso gut wie überall sonst. Vielleicht sogar besser. Ich meine – bis jetzt. Die Spielmacher lassen es in der Regel nicht zu, dass man es sich irgendwo zu lange bequem macht.“
„Bequem. Findest du es hier wirklich bequem?“
Der Siebener hätte sehr viele andere Beschreibungen für diesen Ort gehabt. Es war trocken und nicht besonders kalt in dem Anwesen, wenngleich die langen Fluren und hohen Wände eigentlich vermuten ließen, dass es anders hätte sein müssen. Arbor hatte mal etwas über die alten Herrenhäuser einer anderen Zeit gelesen. Kalt und zugig waren sie. Dieses Anwesen war warm genug, um wenigstens nicht zu frieren. Und dennoch war es hier ungemütlich. Die Gänge wurden indirekt beleuchtet, schwach nur, aber es war dennoch auffällig. Arbor fragte sich, woher das Licht kam, konnte es aber nicht ausmachen. Außerdem gab es so viele Türen, dass man sich nie sicher sein konnte, dass nicht irgendjemand – oder irgendetwas? – aus der nächsten Ecke gesprungen käme und sie angreifen würde. Ilex zögerte kurz, ehe er zu sprechen begann.
„Meine erste Arena war schrecklich. Es ist nicht schön, im Wald zu schlafen, wenn du überall Geräusche hörst und ganz genau zu wissen meinst, dass es andere Tribute oder Mutationen sein müssen, die einen umbringen wollen. Hier ist es still. Ich weiß nicht, ob mir das gefällt, aber hier ist es wenigstens warm.“
„Die Stille gefällt dir auch nicht?“
Arbor schmunzelte leicht. Es war kein fröhlicher Ausdruck, eher war er voller Mitleid. Es gab keine Arena, in der man sich wohlfühlen konnte – so waren Arenen nicht. Aber Arbor hätte nicht sagen können, was ihm mehr Angst gemacht hätte. Ein Wald mit seltsamen Geräuschen oder diese Stille. Diese konnte er überhaupt nicht einschätzen.  
„Sie ist genauso angsteinflößend wie die seltsamen Geräusche“, gab Ilex zurück.
Arbor seufzte leise, während er dabei zusah, wie Ilex auf die nächste Tür zusteuerte, um diese zu öffnen und nachzusehen, was sich dahinter verbarg.
„Ich weiß, was du meinst“, gab er zurück.
Ilex antwortete nicht. Er drückte die Türklinke herunter und die Tür öffnete sich nach innen.
„Hier. Die Tür ist offen. Und es ist ein Raum, kein dunkler Gang.“
Ilex öffnete die Tür weiter, sodass auch Arbor in das Innere des Raumes sehen konnte. Und der Junge staunte nicht schlecht. Er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit einem weitläufigen Raum, der über und über mit Regalen vollgestellt war, in denen sich die Bücher nur so stapelten. In der Mitte des Raumes lag ein dunkelroter Teppich, auf dem einladende Sessel im sanften beige standen. Daneben befand sich eine eingeschaltete Stehlampe. Das alles sah so einladend und gemütlich aus, dass Arbor für einen Moment beinahe vergaß, dass er sich in den Spielen befand.
„Eine Bibliothek“, entkam es ihm und fasziniert trat er in den Raum hinein, um seinen Blick dort umherschweifen zu lassen. Er hatte noch nie so viele Bücher auf einmal gesehen, wenngleich er sich nicht allzu selten in der Bibliothek des siebten Distrikts aufgehalten hatte, die für seinen Geschmack schon einigen Büchern ein Zuhause bot. Die größte im ganzen Distrikt, hatte er sich sagen lassen. Gegen das hier war sie lächerlich.  „Wow. Das sind so viele Bücher. Ich habe so etwas noch niemals gesehen. Das ist großartig!“
„Eher seltsam“, bemerkte Ilex, der blind in das nächstbeste Regal griff und eines der Bücher hinaszuziehen, um es aufzuschlagen.
„Was meinst du?“
„Sie sind nicht nur Deko, ansonsten hätte man sich nicht die Mühe gemacht, beschriebene Bücher zusammenzusuchen und hier auszustellen. Und diese Bücher sind gewiss bewusst ausgesucht.“
„Ich verstehe nicht -“
„Hier sind ein paar Rituale beschrieben. Und Kreaturen. Hier zum Beispiel:  Onnern. Dämon des Ackers. Steigt nachts vom Kreuz und jagt Eindringlinge.“
 
Ilex schlug das Buch zu und sah zu Arbor hinüber, der dies nur nebenbei bemerkte. Sein Blick war zu den Sesseln geglitten. Sie sahen wirklich einladend aus.
„Meinst du, dass es das Wesen hier gibt?“, fragte er dann vorsichtig.
„Keine Ahnung.“
„Was, wenn Beech dort ist?“
Erst als er das ausgesprochen hatte, wurde ihm bewusst, dass dies gewiss nicht das war, was er hören wollte. Ilex seufzte leise und legte das Buch zurück. Auch er sah kurz zu den Sesseln, ließ sich aber nicht dazu hinreißen, sich zu setzen.
„Arbor, bitte“, murmelte er nur.
Benannter ließ den Kopf sinken.
„Entschuldige.“
Aber Ilex schüttelte nur den Kopf. Er schien nicht wirklich wütend zu sein.
„Ich glaube, ich würde gerne eine Weile hier bleiben und mich etwas umsehen.“
„Meinst du, das ist eine gute Idee?“
„Hier ist es genauso unsicher wie im Rest dieses Anwesens. Vielleicht eine Spur sicherer. Lass uns die Tür verriegeln. Hier ist ohnehin jede zweite Tür verschlossen. Es wird niemand hinterfragen, wenn diese Tür nicht aufgeht.“
„Das ist keine schlechte Idee.“
Der Mentortribut lächelte schwach, während er sich zur Tür drehte, um diese hinter sich zu schließen. Vorerst hatte er wohl darauf verzichtet, um im Notfall so schnell wie möglich verschwinden zu können.
„Das wird sich zeigen. Entweder ist das eine kluge Idee, oder aber wir sperren uns selbst ein und wir kommen nicht mehr rechtzeitig raus.“
„Oh. Sollten wir da wirklich -“
„Ich denke, es ist gefährlicher, wenn die Tür nicht verriegelt ist“, gab der Mann zurück. „Komm. Hilf mir mal mit der Kommode.“
„In Ordnung.“
Gemeinsam schoben sie eine Kommode, die an der Seite stand, vor die Tür. Sie war nicht hoch genug, um die Klinke zu blocken, aber sie war schwer, sodass er hoffte, dass es reichen würde, um andere Tribute glauben zu lassen, dass diese Tür verschlossen war.
„Suchen wir nach etwas Bestimmtes?“, wollte Arbor wissen, als Ilex sich wieder den Büchern zuwandte.
„Nein“, gab der Mentor zurück. „Ich glaube nur, dass das hier ein paar Hinweise für die Arena geben könnte. Gib mir ein oder zwei Stunden, danach schauen wir, ob es hier eine Küche gibt, einverstanden?“
„Einverstanden“, gab Arbor zurück, ehe er sich ebenfalls herumwandte und nach dem nächstbesten Buch griff, um es herauszuziehen. „Na, dann beginnen wir mal mit -“
Es klickte. Dann ertönte ein lautes Schleifen. Erschrocken sprang Arbor einen Satz zurück, als das Regal vor ihm zurückschwang und ein Gang freigab. Ein Loch starrte ihm entgegen, das in einen schmalen, indirekt ausgeleuchteten Tunnel hinein.
„Was hast du getan?“, entkam es Ilex, während er neugierig näher kam.
„Gar nichts“, gab Arbor zurück, wobei seine Stimme leicht zitterte. „Ich wollte nur das Buch da rausziehen und da hat sich der Schrank verzogen.“
„Das ist ein Geheimgang.“
„Wohin der wohl führt?“
Ilex zögerte. Er schien nicht so recht zu wissen, was er tun sollte. Dann aber schien ihm ein Gedanke zu kommen.
„Lass es uns herausfinden.“
Arbor hob eine Augenbraue. Diese Aussage überraschte ihn dann doch. Sämtliche Gänge hatte er gemieden. Dieser Tunnel mochte nicht dunkel sein, aber wer wusste schon, wohin der Tunnel führen würde.
„Bist du sicher?“, hakte Arbor nach.
Ilex atmete tief durch.
„Nein“, sagte er dann. „Nur glaube ich nicht, dass wir eine Wahl haben. Du hast den Geheimgang gefunden. Entweder gehen wir freiwillig rein oder man wird uns reinjagen. Wir dürfen wählen.“
Arbor zögerte.
„Reinjagen?“, wiederholte er. Ilex nickte. Arbor spürte, wie er zu zittern begann.  
„Also gut. Dann lieber freiwillig.“
„Das denke ich mir auch.“
Arbor atmete tief durch, dann wagte er einen Schritt vor – der Schritt in das Maul eines hungrigen Löwen, so schien es ihm. Und er hatte nicht das Gefühl, dass er etwas daran ändern könnte.

„Ah!“
Der Schrei ertönte laut und ließ Arbor zusammenzucken. In dem gang gab es einige Ecken und man konnte nicht allzu weit sehen, dazu kam das schwache Licht, das die Sicht evenfalls stark einschränkte. Es war so eng, dass man nur hintereinander den Gang entlanggehen konnte – Ilex hatte breite Schultern und Arbor selbst war recht breit gebaut, sodass es das vorwärts gelangen nicht gerade leichter machte. Ilex war vorgegangen, weil er das Messer bei sich trug. Zumindest war das seine Erklärung gewesen, aber Arbor musste zugeben, dass er es auch nicht hinterfragt hatte.
Der Aufschrei, der vor ihm ertönte, kam nicht von Ilex, sondern von einer Stmme, die Arbor nicht gleich einordnen konnte. Sie war eindeutig männlich, aber wenn Arbor sie jemals gehört hatte, dann konnte er sie nicht einordnen. Sie klang nicht zwingend gefährlich, aber in dieser Stille und in dem Gang schien alles unheimlich. Wahrscheinlich hätte Arbor sich entschieden, sich umzudrehen und wegzulaufen, aber die Reaktion seines Begleiters ließ  ihn in der Bewegung verharren. Ilex war stehen geblieben und starrte um die Ecke – es sah nicht so aus, als würde Gefahr drohen. Vielmehr erschien es ihm, als wäre der Mann besorgt.
„Ach du Scheiße. Geht es dir – geht es dir gut?“
„Nicht umbringen! Bitte.“
Arbor zögerte, ehe er sich dazu zwang, um die Ecke zu sehen, was gar nicht mal so einfach war, wo Ilex doch vor ihm stand. Um die Ecke herum stand ein junger Mann. Sein rechtes Bein war deutlich verdreht, er hielt einen Arm eng an seinen Brustkorb gedrückt. Vielleicht war der Arm gebrochen, vielleicht war es auch seine Brust, die schmerzte. Die Kleidung war an manchen Stellen zerrissen und seine Stirn blutete leicht.
„Ich dachte, du wärst eine Mutation“, entkam es Ilex, während er langsam das Messer wieder sinken ließ. „Was machst du hier?“
„Ich? Ich suche einen Ausgang. Ich muss hier raus.“
Seine Stimme zitterte leicht. Sie klang gedrungen, etwas, als wäre seine Zunge angeschwollen.
„Kommst du auch aus der Bibliothek?“, fragte Arbor vorsichtig. Mittlerweile hatte Arbor den Entschluss gefasst, keinen Schritt weiterzugehen. Dieser Mann sah wirklich nicht gut aus. Er humpelte und blutete und Arbor befürchtete, dass dies an etwas lag, dass sich hinter dem Fremden befinden musste. Vielleicht eine Mutation, oder ein anderer Tribut, der versucht hatte, ihn auszuschalten.
„Aus… der Bibliothek?“ Der Mann sah vollkommen verwundert aus, war Arbor noch vor dessen Antwort deutete, dass er nicht einmal wusste, wovon er sprach. Dann schüttelte er leicht den Kopf. Sein Gesicht verzog sich leicht – allein die Bewegung schien ihm Schmerzen zu bereiten. „Nein. Nein, ich bin gefallen. Und mein Bein – meine Güte, ich muss tief gestürzt sein. Mein Bein tut weh.“
Er verzog das Gesicht, während er einen Schritt vormachte. Sein Körper zuckte leicht, das Bein gab unter seinem Gewicht leicht nach.
„Hey, schon gut“, murmelte Ilex und packte ihm am Arm. Arbor sah zu, wie der andere Mann sich dankbar gegen ihn lehnte. Er schien froh darum, sich festhalten zu können. Dann drehte sich Ilex zu ihm zurück. „Wir bringen ihn erstmal zurück. Wir müssen uns die Wunde ansehen.“
„Gut.“
Arbor nickte, auch wenn es ihm nicht besonders gefiel. Sie kannten den Kerl nicht – Arbor wusste nicht einmal genau wie er hieß oder aus welchem Distrikt er kam. Außerdem war ihm das Armband bereits aufgefallen. Er hatte nicht die gleiche Farbe wie sie – vielleicht war das eine Falle.
„Kannst du gehen?“, hakte Ilex nach.
„Ja, das wird schon funktionieren.“
Es gefiel Arbor wirklich nicht, aber er entschied sich, nichts weiter darüber zu sagen. Ilex wollte helfen – und er war bereits in der Arena gewesen. Er musste doch wissen, was er dort tat. Aber was, wenn nicht? Was, wenn er glaubte, dass dies der richtige Weg sei, und der Typ sie dann doch umbringen würde? Arbor zwang sich, sich erst einmal zurückzuhalten und den Mann im Auge zu behalten. Bewaffnet schien er nicht zu sein – zumindest sah es nicht so aus, als hätte er etwas dabei. Das war wohl das Einzige, was Arbor zumindest im Ansatz beruhigte.
„Was ist denn mit dir passiert?“, fragte er, während er den jungen Mann musterte. Es war schwierig, ihn zu stützen, das konnte Arbor sehen – nicht, dass er besonders schwer erschien. Es war vielmehr der enge Gang, der die ganze Sache erschwerte.
„Ich sollte die Kette nehmen, aber der Boden hat sich geöffnet. Patch konnte mich nicht festhalten, da bin ich gefallen. Ich weiß nicht, wie tief das Loch war. Tief genug, jedenfalls.“
„Dass du noch lebst, zeigt, dass sie euch nur separieren wollten“, gab Ilex zurück, worauf der andere nur mit den Schultern zuckte.
„Das, oder ich hatte Glück. Vielleicht bin ich einfach gut gefallen.“
Arbor war sich ziemlich sicher, dass der Mann nicht unbedingt Glück gehabt hatte. Ein verdrehtes Bein – er wusste nicht, ob es vielleicht gebrochen oder verstaucht war – konnte ziemlich gefährlich werden, wenn man in der Arena war.
Gemeinsam gingen sie den Gang zurück. Mit einem Mal schien die Überlegung, dass sie den Gang nehmen müssten, verworfen geworden. Sie kehrten zurück in die Bibliothek, der sie so begrüßte wie sie ihn verlassen hatten. Leer und mit einem schwachen Licht beschienen, dass es fast unheimlich erschien. Es war zu einladend für die Spiele.
Ilex schob den Fremden sogleich auf einen der bequemen Sessel und schob einen Zweiten so, dass der Mann den Fuß hochlegen konnte. Dann schob er das Hosenbein etwas nach oben, um sich die Wunde anzusehen. Der Junge verzog das Gesicht, konnte sich einen Schmerzensschrei jedoch verkneifen. Ob er Erfahrungen damit hatte, sich Schmerzen auszusetzen? Oder hatte er sich einfach besser unter Kontrolle als Arbor selbst es sich jemals zusprechen würde.
„Es blutet etwas, aber nicht allzu stark. Kannst du auftreten?“
„Nicht besonders gut.“
„Dann ist das Bein wahrscheinlich gebrochen. Oder verstaucht.“
„Na prima. Und das ausgerechnet in der Arena.“
Der Neue seufzte genervt, während er sich vorbeugte und sich über den Knöchel strich. Arbor musterte ihn. Wieder fiel sein Blick auf das Armband des Mannes.
„Ilex, kann ich mal mit dir reden?“, fragte er schließlich, wobei er den Mann betrachtete. Der Siebener drehte sich zu ihm herum.
„Sicher.“
Arbor griff nach seinem Arm und zog ihn ein Stück in die Ecke.
„Was machen wir jetzt mit ihm?“, wollte er wissen, worauf Ilex die Stirn runzelte.
„Was meinst du?“
„Sein Armband hat nicht die gleiche Farbe.“
„Ich weiß.“
Arbor zögerte. Das Nächste, was er aussprechen musste, fiel ihm unglaublich schwer.
„Wir müssen ihn umbringen, oder?“, fragte er dann, worauf der Mann entschieden den Kopf schüttelte.
„Nein.“
„Nein?“
Etwas in dem Kopf des jungen Siebeners drehte sich. Er verstand das nicht. Einerseits war er froh, dass er ihn nichts antun müsste – er wusste nicht, ob er in der Lage gewesen wäre, jemanden umzubringen. Andererseits verstand er auch nicht, wieso er leben konnte. Es durften nur Personen einer Farbe überleben. Und sie würden nicht zusammen gewinnen. Ob Ilex bereits weiterdachte? Er selbst durfte das Anwesen nicht verlassen. Das war gewiss kein Vorteil. Es gab keinen Grund, warum er bevorzugt wurde – und Ilex Aufgabe war gemein. Seine würde nicht freundlicher sein.
„Die Farben spielen keine Rolle“, gab Ilex zurück.
„Aber -“
„Wir sind zu Beginn der Spiele, Arbor“, unterbrach Ilex ihn. „Wir sind keine vierundzwanzig Stunden hier.  Außerdem haben sie es selbst gesagt, die Spielmacher – das Tor hebt die Regeln auf. Entweder müssen wir uns ohnehin alle gegenseitig am Ende umbringen, oder wir haben die Möglichkeit, alle zu gewinnen. Beides hat es schon gegeben.“
„Und was, wenn er uns umbringen will?“, hakte Arbor nach, wobei sein Blick zu dem Jungen auf dem Sitz glitt. Dieser sah zu ihnen hinüber. Sie standen recht weit weg, dennoch fürchtete Arbor, dass er sie verhören würde.
„Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er in der Verfassung dafür ist“, gab Ilex zurück.
Der Mann zögerte.
„Ich weiß nicht, Ilex“, murmelte er dann.
Ilex sah zurück, dann wieder zu Arbor.  
„Wenn du dich nicht wohl dabei fühlst, können wir auch ohne ihn gehen“, gab er dann zurück.
Arbor zögerte. Er wusste, dass das keinen Sinn machte. Der Kerl sah schrecklich aus – er mochte nicht tödlich verletzt sein, aber es könnte schwierig werden. Schwierig für den Jungen, dessen Namen Arbor nicht kannte. Er war verletzt. Allein würde es für ihn sehr schwierig werden. Eine Mutation, ein Karriero. Dann wäre er schnell tot.
„Nein, ist schon in Ordnung“, murmelte er, worauf Ilex lächelte.
„Das ist bestimmt die beste Wahl, Arbor.“ Dieser nickte, auch wenn er das nicht wirklich glaubte. Das alles könnte ihnen beiden zum Verhängnis werden. Sie wussten doch gar nicht, mit wem sie es zu tun hatten. Er könnte ein Mörder sein – ein Serienmörder – der nur darauf wartete, dass er sie loswürde. In den Spielen wurde man schnell zum Mörder. Und vielleicht war er es schon vorher mal gewesen.
Er sah zu, wie Ilex sich herumdrehte und den anderen Mann anlächelte.
„Dearis, wie wäre es mit einem vorläufigen Bündnis?“


Valance Psarn (D4)  

„Was denkst du, werden wir in der Kirche finden?“, fragte Valance, während er Valance von der Seite beobachtete. Cunning wirkte vollkommen ruhig, während er selbst nicht sehr viel mehr als Langweile verspürte. Vielleicht hatte Cunning wirklich Recht gehabt. Vielleicht war die Arena nicht der richtige Ort für ihn. Er hatte es sich anders vorgestellt. Seit die Spiele begonnen hatten, waren ihnen keine anderen Tribute über den Weg gelaufen. Sie hatten nichts zu essen, nichts zu trinken und wateten durch die Dunkelheit. Er hatte nichts gegen die Finsternis. Dunkelheit machte ihm nichts aus. Diese schreckliche Langweile, das war das Schlimmste. Immer wieder wanderte sein Blick von links nach rechts, auf der Suche nach Tributen oder Mutationen. Es war schrecklich still. In der Ferne hörte er ein Käuzchen rufen, ansonsten war da nichts. Nicht weit von ihnen entfernt sah er eine Kirchturmspitze, die sich gen Himmel streckte. An den Seiten verlief eine Friedhofsmauer, doch die Kirche war auch begehbar, ohne diesen betreten zu müssen. Sein Begleiter hielt es für klüger, sich davon fernzuhalten. Wahrscheinlich war es das auch. Und dennoch hätte Valance sehr gerne einen Blick darauf geworfen. Eigentlich waren ihm Friedhöfe zuwider – sie waren trist und so still, dass Valance es kaum aushielt. An solchen Orten konnte man fast vergessen, dass man selbst noch lebte. Aber dieser Friedhof – Valance war sich sicher, dass es dort anders wäre. Vielleicht würden sie dort von der endlosen Stille befreit werden.  
„Rotwein und Oblaten“, gab Cunning auf die Frage seines Freundes zurück, worauf Valance das Gesicht verzog. Noch ging es ihnen gut – Valance mochte etwas Durst haben, immerhin waren sie auch schon eine ganze Weile unterwegs – aber das würde sich noch ändern. Alkohol würde ihren Durst nicht löschen. Und Oblaten machten auch nicht wirklich satt.
„Lecker“, bemerkte er nur, worauf Cunning ein schmales Lächeln zeigte.
Er schien zu wissen, was Valance dachte, denn er sagte:
„Wir kümmern uns um alles, sobald wir uns das mal angesehen haben.“
Der Mann zuckte mit den Schultern. Irgendwas würden sie wohl finden. Die Spielmacher wollten ihnen nicht zusehen, wie sie verhungerten.
„Ich hasse Kirchen“, murmelte er, während er zu der hohen Spitze blickte, die immer höher kam. „Sie sind lahm.“
„Diese hier wird anders sein.“
„Tja. Ich habe es dir schon einmal gesagt“, erwiderte Valance, während er seine Hände tiefer in seine Taschen grub. Auf seinen Lippen lag ein schwaches Lächeln, welches auf seine Weise finster erschien. „Zum Traualtar, Cunning. Ich führe dich nur einmal in die Kirche, und das dann auch nur dann.“
Er hatte es in einem anderen Zusammenhang gesagt, damals, vor zwei Jahren, als Cunning gesagt hatte, dass er in die Spiele gehen müsste. Ob er ihn zur Ernte bringen würde. Er würde ihn lieber zum Traualtar führen. Dabei blieb Valance. Der einzige Grund, warum er vielleicht eine Kirche betreten würde. Aber nicht hier. Nicht jetzt. Eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, dass es überhaupt noch der Fall sein würde. Das hier waren die Spiele – und wenn er Spielmacher wäre, dann hätte er sie nicht in ein Team gesteckt. Wahrscheinlich glaubten sie, dass sie beide naiv und glauben würden, dass sie zusammen gewinnen könnten. Dass sie sich darauf verlassen würden. Valance musterte Cunning von der Seite. Er war froh drum, jemand Vertrauten an seiner Seite zu haben. Aber er hatte sich nicht gemeldet, weil er ein Romantiker war, der hoffte, dass sie zu zweit und glücklich aus den Spielen kommen würden.
Cunning Armstrong und Valance Psarn, zusammen in den Spielen. Wer wusste schon, wer von ihnen am Ende noch stehen würde?
„Kannst den Weg ja schon mal abgehen“, gab Cunning zurück, worauf Valance ein amüsiertes Lachen von sich gab. „Was?“
Valance antwortete nicht gleich. Selbst dieses Gespräch erschien ihm irgendwie träge. Cunning war mit seinem Kopf bei der Aufgabe, die wahrscheinlich auf sie zukommen würde und das mochte richtig sein – aber so nebensächlich, wie er mit ihm sprach, störte es ihn.
„Das hier ist ätzend“, sagte er schließlich. „Die Spiele sind ätzend. Langweilig. Diese ganze Farbsache – was für ein Schwachsinn, wenn ich wollte, könnte ich die Farbe – deine Farbe- immer nach der meinen ändern.“
„Das wäre aber ziemlich dumm“, gab Cunning zurück.
Valance hob eine Augenbraue.
„Ach.“
„Ich würde mir eher mal die anderen ansehen. Je nachdem, wie weit die Spiele fortgeschritten sind, könnte das interessant werden.“
„Wir werden sehen.“ Valance dachte darüber nach. Wahrscheinlich hatte Cunning Recht – erst einmal waren die Farben vollkommen irrelevant. Wenn, dann konnte er vielleicht etwas Chaos stiften. Über Cunning und sich selbst brauchte er sich vorerst keine Gedanken machen. „Vielleicht finden wir noch eine Waffe“, sagte er dann.
Cunnings Blick wanderte zu Valance.
„Ales bräuchtest du eine“, sagte er dann, worauf Valance zu lachen begann.
Die Worte am Füllhorn hatte er noch nicht vergessen – und sie hatten ihm Freude bereitet. Seine Fäuste als Waffe. Es war nett, dass Cunning so sehr an ihn glaubte. Aber je nachdem, was in den Büschen und hinter den Bäumen lauerte, wäre es gut, sich auch anderweitig verteidigen zu können.
„Wollen und brauchen, Cunning. Wollen und brauchen.“
Sein Begleiter antwortete nicht gleich. Mittlerweile hatten sie die Kirche erreicht. Das Gebäude war aus schwarzem Stein. Eine doppelflügige Tür blickte ihnen entgegen, die aus dunklem Holz geschlagen worden war. Goldene Türringe boten sich nahezu dafür an, sich öffnen zu lassen. Auf den Rahmen sah Valance ein paar Zeichen, die auch Cunning, der gerade nach dem Henkel hatte greifen wollen, sah und die Hand sinken ließ.
„Schau mal, eine Inschrift“, bemerkte er, während er die kleinen Symbole zu lesen versuchte. Allerdings schien er damit recht schnell an seine Grenzen zu gelangen, denn schließlich wandte er sich an seinen Begleiter. „Kannst du das lesen?“
Es amüsierte Valance, dass er an dieser Sprache scheiterte. Er selbst musste zugeben, dass er dieser alten Sprache nie viel abgewonnen hatte – aber seine Familie hatte stets einen großen Wert auf Bildung gelegt, sodass er sich so ziemlich jeden Mist durchgelesen und gelernt hatte. Zumindest am Anfang. So lange, bis er gelernt hatte, dass es sehr viel einfachere Wege gab, um an die guten Noten zu kommen.
„Das ist Latein. Nicht mein größtes Talent, aber… Moment.“ Er betrachtete die Zeichen eingehend. Seine Sprachkenntnisse waren leicht eingerostet, aber mit etwas Mühe schaffte er es doch, sie mehr oder weniger zu entziffern. „Da steht etwas wie  Eintritt jenen mit reinen Herzen . Vielleicht sind wir gar nicht so willkommen.“
Cunning verdrehte die Augen.
„Willkommen oder nicht. Wir müssen da rein. Hoffen wir einfach, dass wir nicht in Flammen aufgehen.“
„Ja. Hoffen wir‘s.“
Valance machte entschieden einen Schritt zurück. Er war sich nicht sicher, was genau sie mit reinem Herzen meinte, aber ganz gleich, was es bedeutete, er war sich ziemlich sicher, dass es etwas war, was Leute wie Cunning und er nicht zwingend besaßen. Und er hatte nicht vor, sich diesbezüglich auszuprobieren.
„Das heißt dann wohl, dass ich als Erstes gehen soll.“
„Ich bitte darum“, gab Valance zurück. Cunning erwiderte darauf nichts. Er zögerte auch nicht, die Tür zu öffnen und einen Schritt vorzumachen. Valance beugte sich etwas vor, sodass er durch die Tür ins Innere sehen konnte. Er sah einige Bankreihen, in deren mitte ein langer Gang zu einer kleinen Empore führte, an der ein Altar stand. Doch was sich dahinter befand, das interessierte Valance sehr viel mehr. Schon von Außen sah er eine doppelflügige Tür, die mit einem großen Torbogen umspannt war.
Sein Blick wanderte wieder zu Cunning, der die Türschwelle bereits übertreten hatte. Einen Moment lang dachte er, dass der Mann vielleicht zurückgeschleudert oder auf irgendeine absonderliche Weise umgebracht würde, aber schließlich musste er feststellen, dass rein gar nichts geschah, was ihn zum Schmunzeln brachte.
„Wow. Ich bin begeistert. Du bist reinen Herzens.“
„Ja, sicher.“ Cunning verzog das Gesicht. „Und jetzt komm rein, wir haben keine Zeit für Spielchen.“
„Zu schade.“
Dann trat er durch den Eingang hinein.
In dem Gebäude erschien es Valance gleich ein paar Grad kälter als noch draußen. Die Kleidung, die sie trugen, war nicht so dick, dass es ihm nicht aufgefallen wäre. Cunning dagegen achtete nicht darauf. Er sah sich kurz um, wohl um sicherzugehen, dass nichts und niemand auf sie lauerte, dann ging er den Gang entlang. Valance folgte ihm, wobei er es sich nicht verkneifen konnte, ihm spöttisch eine etwas verzerrte Version des Hochzeitslieds zu trällern, ehe ihm ein kleines, vogeltränkeartiges Detail neben dem Altar auffiel. Er trat näher und sah hinein. Darin befand sich Wasser. Entweder war das eine miese Falle, oder aber eine Möglichkeit.
„Das muss das Tor sein, von dem die Spielmacher geredet haben.“
„Ja“, gab Valancer zurück, ohne es eines Blickes zu würdigen. Er hatte den Altar seine Aufmerksamkeit gewidmet und drehte sich nun zu ihm herum. Neben einem frischen Strauß Blumen, der in eine Vase auf die weiße, makellose Tischdecke gestellt worden waren. Daneben stand ein goldener Kelch, davor lag ein Buch im schwarzen Einband.  
„Schau mal, hier gibt es fünf Auslassungen.“
Nun wandte sich Valance doch zurück und schenkte dem Tor seine Aufmerksamkeit. Cunning hatte Recht – in den Türen gab es fünf Auslassungen, etwa faustgroß und sechseckig.
„Das sind wohl die Rätsel“, bemerkte er, ehe er sich nach dem Buch streckte und es an sich nahm. Er schlug es in der Mitte auf, nur um festzustellen, dass es leer war. Etwas verwundert blätterte er weiter nach vorne.
„Das ist weniger ein Rätsel als das Teil eines Suchspiels“, korrigierte Cunning, während er nachdenklich mit einer Hand die Ausbuchtungen nachfuhr. „Das würde dann auch erklären, warum wir mit allen zusammenarbeiten sollen. Die Arena ist groß. Und diese Auslassungen sind ziemlich klein. Gerade Mal faustgroß.“
„Na dann, viel Spaß.“
Valance blätterte vorwärts und fand ein paar Seiten, die tatsächlich mit einer recht geschwungenen Schrift verziert waren. Handgeschrieben, wahrscheinlich von den Spielmachern verfasst, oder wenigstens in Auftrag gegeben.
„Spaß, Spaß wird das wohl eher weniger. Es wird vermutlich sehr schwer, jemanden davon zu überzeugen, mir zu glauben. Hoffentlich ist der zweite Priester vertrauenswürdiger.“
„Ha!“
„Warum lachst du?“
„Hier, die erste Seite. Priester: Cunning Armstrong und Verdelith Jewell. Das Buch ist wohl für euch.“
Er gab es dennoch nicht her. Amüsiert musterte er die vorderste Seite. Cunning Armstrong und Verdelith Jewell. Dann würden die Farben vermutlich doch noch einmal interessant werden. Cunning würde niemand trauen. Und Verdelith war nun auch niemand, den man sonderlich viel Vertrauen entgegenbrachte. Es war allseits bekannt, dass er nach Rache für seinen Bruder sann. Man würde vermutlich davon ausgehen, dass er sie nur für seine Racheaktion benutzen wollte.
Er sah wieder auf die Seiten und blätterte um. Auf der nächsten Seite stand ein Willkommensgruß der Sankt Rosewell-Kirche, die dazu einlud, ihr sechshundertjähriges Bestehen zu feiern. Sie luden an diesen einen Ort, an dem noch Frieden herrschte, frei der schrecklichen Geschichten und Obskuritäten, die in und um das Anwesen der Rosewell gesichtet sein sollten. Darunter standen mehrere Sichtungen aufgezählt, die Valance fürs Erste nur überflog. Von Geistern bis hin zu seltsamen Wesen im See schien es vieles zu geben. Nachts sollte man sich nicht mehr im Wald herumtreiben, da Hexerei ihn verflucht habe. Der See wäre tödlich – man sollte weder davon trinken, noch darin schwimmen. Die Wege zum Anwesen sollten daher nur bei Tag genutzt werden – erst jetzt wurde Cunning wirklich bewusst, dass es nach wie vor dunkel war. Eigentlich hätte es unlängst wieder Tag sein müssen. Zumindest sagte ihm sein Gefühl, dass genug Zeit vergangen war, dass es mittlerweile hätte hell werden müssen.
„Na prima“, murmelte Cunning, ehe er neben Valance trat, um ebenfalls einen Blick in das Buch zu werfen. „Stehen da vielleicht Hinweise drin, wo wir die Teile finden können?“
„Es ehrt mich, dass du mich für ein solches Genie hältst, dass ich innerhalb weniger Augenblicke gut zwanzig Seiten lesen kann, aber ich muss dich enttäuschen, Cunning. Aber es scheint auf jeden Fall ein recht interessantes Buch zu sein. Ich glaube, hier können wir unsere Ressourcen auffüllen. Das Wasser scheint trinkbar zu sein. Sie bezeichnen diesen Ort als Zuflucht. Das könnte natürlich auch eine Falle sein.“
„Nein, das denke ich nicht“, gab Cunning zurück, der das Buch an sich nahm und nun seinerseits die erste Seite überflog. „Ich denke, dass uns dieses Buch zumindest eine kleine Hilfe gibt. Hier steht etwas über angeblich verfluchte Orte – der Wald, der See. Ich denke, dass wir da mit der Suche beginnen sollen. Vielleicht hat ja sogar schon jemand etwas gefunden.“
„Was es erschweren würde“, gab Valance zurück. „Ich denke nicht, dass sie es dir freiwillig geben würden, nur weil du so lieb bitte  sagst.“
„Abwarten“, murmelte Cunning. „Aber ich glaube, dass es helfen könnte, wenn ich Verdelith finden würde.“
Valance hob eine Augenbraue.
„Wirklich? Du denkst, er kann uns helfen?“
„Er wird.“
Die Art, wie Cunning sprach, ließ Valance schmunzeln. Er kannte diesen Ton. Er wusste, dass dies der Moment war, in dem die Arena vielleicht doch ein klein wenig spannender würde.  
„Na, da bin ich aber mal gespannt.“
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