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2020 09 13: The Darkest Hour [by Katie-chan]

OneshotFantasy / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood
13.09.2020
13.09.2020
1
1.977
4
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
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13.09.2020 1.977
 
Tag der Veröffentlichung: 13. September 2020
Zitat: "In unseren dunkelsten Stunden, wenn das Leben an uns vorüber zieht, finden wir etwas; etwas, das uns antreibt, was uns weitermachen lässt.“ (Tomb Raider 2013)
Titel der Geschichte: The Darkest Hour
Autor: Katie-chan
Hauptcharaktere: Alec Lightwood
Nebencharaktere: Clary Fray, Jace Herondale, Magnus Bane
Pairings: Magnus Bane x Alec Lightwood (angedeutet)
Kommentar des Autors: Hallo liebe Leser, mein erster Beitrag hier in einem derartigen Projekt. Als ich das Zitat gelesen habe, ist mir diese Szene sofort eingefallen und so habe ich natürlich nicht gezögert, sie zu Papier zu bringen. Malec gehört zu meinen OTPs. Und ich habe noch andere OS mit den beiden auf meiner Liste stehen, also dachte ich, dass ich das hier als perfekten Einstieg in das Fandom nutzen kann. Ich wünsche euch also viel Spaß mit meinem ersten Oneshot in diesem Bereich. Spielen tut das ganze irgendwann in der ersten Staffel. Da ich die Bücher und die Serie kenne, fällt es mir manchmal etwas schwer, zu differenzieren, was wie wann wo gewesen ist. Viel Spaß.



Alec stöhnte. Jeder Nerv in seinem Körper schrie vor Schmerz. Er konnte nicht sagen, ob sein Arm gebrochen war oder wie die klaffende Wunde an seiner Wade aussah. Diese blöde Wunde. Der Dämon hatte ihn getroffen. Nur an der Wade, doch er hatte gespürt, wie seine Haut aufgerissen war. Natürlich wäre jeder idiotische Mundie davon ausgegangen, dass es nur eine Fleischwunde war. Klar. Eine Fleischwunde war für Mundies aber auch schon etwas überaus schlimmes. Doch das hier, das war durchaus tragischer. Denn diese Wunde war infiziert mit dem Gift des Dämons. Er musste handeln, soviel war klar. Er musste die Ausbreitung des Giftes verlangsamen, denn wenn es sein Herz erreichen würde und sein Herz es weiter verteilen würde, dann war es nur eine Frage der Zeit, bis sein Körper kollabieren würde und er schließlich sterben würde.
„Clary?“, presste Alec hervor. Er betete zum Erzengel. Die Rothaarige musste einfach okay sein. Jace würde ihm den Kopf abreißen, wenn ihr etwas zugestoßen war. Der Tag hatte eigentlich ganz harmlos begonnen. Eigentlich hätte ihn das schon stutzig machen sollen. Nichts war jemals harmlos, wenn man ein Schattenjäger war. Noch weniger seitdem Jace Herondale bestimmt hatte, dass man auf seine kleine Freundin aufpassen sollte, weil er eine wichtigere Mission hatte. Was auch immer das war. Denn seit dieser kleine rote Wirbelwind da war, hatte Jace Geheimnisse vor ihm. Da war Alec sich absolut sicher. Natürlich hatte Clary sich dazu entschlossen, dass sie das Institut trotz klarer Ansage gerne verlassen wollte. Er hatte es zufällig auf der Kamera gesehen, dass sie sich in Richtung des Ausganges bewegt hatte. Und kurz hatte er darüber nachgedacht, sie einfach gehen zu lassen. Seitdem sie hier war, machte sie nichts anderes als Schwierigkeiten. Ihren besten Freund aus Versehen in eine Ratte verwandeln lassen? Check. Die Unterkunft der Vampire von New York stürmen? Check. Den obersten Hexenmeister von Brooklyn um Hilfe bitten und trotzdem episch versagen? Check. Keinen Ärger für all die Schwierigkeiten bekommen und auch noch von Jace, seinem Parabatai, bei allem, was sie tat unterstützt und beschützt werden? Check!
„Clary. Sag doch was“, keuchte Alec erneut. Natürlich mochte er Clary nicht, auch wenn er durch sie Magnus zufällig näher gekommen war – was niemals an die Öffentlichkeit kommen durfte. Trotzdem war es als Schattenjäger seine Pflicht gewesen, sie zu retten. Alec versuchte sich zu erinnern. Verdammt. Alles in seinem Kopf war in tiefe Nebelschwaden getaucht. Er musste sich konzentrieren. Der Dämon war plötzlich aufgetaucht. Aus dem Nichts. Als er kurz nicht nach Clary geschaut hatte. Er hatte seinen Blick über die Mundies, die wie Ameisen wieder einmal durch die Gegend gelaufen waren, schweifen lassen. Und dann hatte Clary geschrien. Kein Hilfeschrei, es war eher ein Kampfschrei gewesen. Oder etwas dazwischen. Der Dämon, ein Ravener Dämon, hatte sich direkt auf sie gestürzt. Alec hatte das einzige getan, was er in diesem Moment hatte tun können. Er hatte sie zur Seite geschubst. Da sie nicht darauf vorbereitet gewesen war, war sie besser geflogen, als er angenommen hatte. Doch für ihn hatte der Schwung nicht ganz gereicht. Er hatte sich noch zur Seite geschmissen. Dabei hatte der Fangzahn des Dämons seine Wade gestreift. Das Gift des Ravener Dämons gehörte zu den tödlichsten und wenn er es nicht stoppte, würde es ihn ohne Frage töten. Natürlich hatte der Dämon bereits mit seinem Leben bezahlt. Auch wenn Alec die Gefahr des Giftes kannte, wusste er auch, dass der Dämon nicht eher Ruhe gegeben hätte, bis alles in seinem Umfeld sich nicht mehr bewegte. Also hatte er eine Seraphklinge gezückt und das Ding herausgefordert. Es war wohl unnötig zu sagen, dass er gewonnen hatte. Aber vorher hatte der Dämon ihn ordentlich gegen die Wand geschleudert. Er war mit der Schulter dagegen geprallt und heruntergerutscht. Der Ravener hatte seine Chance nutzen wollen und sich auf ihn stürzen wollen. Er hatte seine Klinge tief in dem Rachen des Dämons versenkt und es war mit einem lauten Fauchen und Zischen über ihm zerfallen. Er hatte also nicht bloß einen gebrochenen Arm oder noch schlimmer eine gebrochene Schulter, er hatte nicht bloß diese Wunde an der Wade – er war auch noch von oben bis unten in Dämonenblut getaucht. Und das war super eklig und brannte an den Stellen, wo das Blut seine Haut berührte.
Mit der Schulter und dem Arm, den er nicht mehr bewegen konnte, hatte er keine Chance, seine Wade abzubinden, bevor das Gift sich weiter verteilte. Er hatte genau genommen überhaupt keine Chance, irgendetwas abzubinden. Selbst wenn er seine Stele zücken würde und die Wundheilung dadurch antreiben würde, wäre sein Arm nicht rechtzeitig genug wieder einsatzfähig. Er musste sich also etwas anderes ausdenken. Er versuchte sich an der Wand abzustützen und aus der liegenden Position in eine sitzende zu kommen. Er blinzelte und wischte sich über das Gesicht. Dieses Blut klebte und roch so ekelhaft. Aber das war nicht sein größtes Problem. Er versuchte die tanzenden Punkte vor seinen Augen zu vertreiben, doch je mehr er sie wegblinzeln wollte, desto mehr wurden es. Er ließ den Kopf gegen die Wand sinken und schloss die Augen. Seine Wade brannte. Seine Schulter brannte. Seine Haut fühlte sich an, als würde sie in Flammen stehen. In seinem Kopf drehte sich alles. Und diese dumme Rothaarige antwortete ihm einfach nicht. Er hatte die Gefahr gebannt. Irgendwann würde jemand kommen, der nach ihnen suchte. Vielleicht wenn er sich bis dahin einfach ausruhte? Wenn er sich nur kurz dem Drängen seines Körpers hingab?
Irgendwo klingelte ein nerviger Handyklingelton. Clarys Klingelton. Fast erwartete Alec, dass sie den Anruf entgegennehmen würde, aber das passierte nicht. Und das bedeutete, dass sie vermutlich bewusstlos war. Alec biss die Zähne zusammen. Jace würde ihn töten, wenn Clary etwas zugestoßen war. Sofern das Gift nicht schneller war. In dem Fall würde es Jace zerreißen. Er konnte sich nicht vorstellen, wie es sich anfühlen musste, die Verbindung zu verlieren, die sie hatten. Jace würde ihn finden! Er musste spüren, dass etwas nicht stimmte. Und so wie er nicht ohne Jace leben konnte, so wusste er, dass Jace nicht ohne ihn leben konnte. Wenn er also sterben würde, würde er einen Teil von Jace mit sich in den Tod nehmen. Dieses Telefon war seine Hoffnung. Wenn er es schaffte, bis dorthin zu kommen und jemanden anzurufen, dann wäre wenigstens Clary gerettet – auch wenn es für ihn möglicherweise zu spät sein würde. Alles, was jetzt passierte, könnte für ihn bereits zu spät sein. Aber wenn er nur hier lag und darauf wartete, dass jemand ihm zur Hilfe eilen würde, dann wäre er ein miserabler Schattenjäger. Er war besser ausgebildet worden als das.
Er versuchte seine Kräfte zu sammeln und sich für die kommende Welle an Schmerz zu wappnen, wenn er sich gleich in Bewegung setzen würde. Wenn er gleich dafür sorgen würde, dass das Blut schneller durch seinen Körper gepumpt werden würde. Und mit dem Blut auch das Gift. Er schob sich die Wand wieder nach oben und biss die Zähne zusammen. Halb vorwärts stolpernd, halb krabbeln ließ er die Wand los und wankte in den Raum herein. Er würgte trocken vor Anstrengung, als er sich neben Clary auf die Knie fallen ließ. Ihre Blässe sah gar nicht gut aus, doch sie schien auf den ersten Blick nicht weiter verletzt zu sein. Alecs Hände zitterten als er ihre Taschen nach dem Telefon abtastete, das schon wieder erneut angefangen hatte, zu klingeln. Jace konnte auch wirklich eine Nervensäge sein.
Verzweifelt versuchte Alec das Gespräch anzunehmen, doch seine blutigen Finger strichen über das Display, ohne dass etwas passierte. Alec unterdrückte einen frustrierten Schrei, während er das blöde Handy anstarrte, das sich mit Blut offensichtlich nicht steuern ließ.
„Alec?“, fragte plötzlich Jace aus dem Handy. Der dunkelhaarige Schattenjäger hatte schon lange nicht mehr so eine Erleichterung verspürt, die Stimme seines Parabatais zu hören. „Alec, bist du das? Wo ist Clary?“
„Jace …“, keuchte Alec. Er rieb sich die Stirn. Er wollte weitersprechen, doch seine Zunge war zu schwer. Er blinzelte und das Handy rutschte aus seiner Hand. Er hörte, wie Jace seinen Namen rief und dann hörte er, wie das Handy auf dem Boden aufschlug, kurz bevor sein eigener Körper der Schwerkraft folgte. Von seinem Sturz bekam er nicht mehr viel mit. Er stieß mit dem Kopf auf dem Boden auf und wurde von der angenehmen Schwärze umfangen.

„In unseren dunkelsten Stunden, wenn das Leben an uns vorüber zieht, finden wir etwas; etwas, das uns antreibt, was uns weitermachen lässt“, wehte eine verdammt bekannte Stimme durch Alecs Gedanken. Er konnte die Worte verstehen, doch der Sinn in diesem Moment war ihm nicht greifbar. Er versuchte die Stimme einer Person zuzuordnen, doch das einzige, was er greifen konnte, war das Gefühl, das ihn bei dieser Stimme erfüllte. Das Gefühl, vor dem er sich so lange gewehrt hatte. Das er so lange nicht vernünftig hatte einordnen können. Ihm war erst vor kurzem klar geworden, dass dieses Gefühl Liebe war und er hatte noch immer seine Probleme damit, zu akzeptieren, dass es okay war. Es war okay, dass er als Schattenjäger liebte. Es war okay, dass er den obersten Hexenmeister von Brooklyn liebte und deshalb schwul war. Und es war nicht seine Schuld, dass die Schattenjäger in ihren festgefahrenen Riten und Verhaltensweisen steckten und einfach hinter der Zeit lebten. Er war derjenige, der alles ändern konnte. Er war derjenige, der die Akzeptanz fördern würde. Die Akzeptanz, zu lieben, wen man lieben wollte. Und die Akzeptanz von Schattenwesen und Schattenjägern. Mit dieser Bindung konnten Magnus und er so viel verändern. Sie hatten so viele Pläne gehabt. Doch diese Pläne konnten sie nur durchsetzen, wenn Alec es schaffte. Er musste es schaffen. Und wenn er es nicht für sich selbst schaffte, diese Dunkelheit zu besiegen, die ihn umgab, dann musste er es für all diejenigen schaffen, die sich auf ihn verließen. Seine Schwester, Jace, Magnus. Alle Schattenwesen, die eine neue Chance in einer neuen Welt haben wollten.
Alec konnte nicht sagen, wie lange er gebraucht hatte, um seinen Weg zurück zu seinem Bewusstsein zu finden. Wie lange er sich wieder an die Oberfläche kämpfen musste. Er stöhnte und biss die Zähne schmerzvoll aufeinander, während er versuchte, die Lider zu heben. Er spürte, wie jemand seine Hand ergriff und sie drückte.
„Es wird okay, Alexander. Entspanne dich einfach“, sagte die Stimme, nach der er sich so sehr verzehrte. Magnus Bane war hier. Und es war vollkommen egal, was als nächstes passieren würde. Solange Magnus hier war, wusste Alec, dass er in den besten Händen war. Er gab den Kampf gegen seinen Körper auf und ließ sich zurück in die Dunkelheit sinken. Er wusste, dass Magnus ihn retten würde.
Er war das Licht in den dunkelsten Stunden.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine tolle Geschichte. Das Zitat passt hier sehr gut.

Eure lula-chan
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