Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Spionin

von Trios
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Alexsandr Kallus Ezra Bridger Garazeb "Zeb" Orrelios Großadmiral Thrawn Hera Syndulla Sabine Wren
13.09.2020
29.11.2020
12
33.155
8
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.11.2020 3.819
 
Der Mann Kullbee reparierte die Luke der Bargain Hunter, während Dahna Maris genau im Auge behielt. Versteinert und dennoch wachsam saß sie auf der Sitzecke des Wohnbereiches. Die Augen fest auf einen Punkt hinter Dahna gerichtet und entschlossen. Trotz allem hoffte sie ein klein wenig, dass der Hass hier für alle Spürbar war.
Die beiden sollten nicht hier sein und Tilda irgendwo in der Fremde. Sie waren die Bösen und nicht sie.
Dahna blieb davon unbeeindruckt. Zum wiederholten Mal gingen sie die nächsten Schritte durch. Maris verabscheute jedes Wort das die Twi`lek sprach. Allein Tildas Sicherheit verdanke sie ihre Selbstbeherrschung. Das runterschlucken aller Worte und Rachegedanken.
Ihr Kind sollte gesund nach Hause kommen. Nichts anderes war jetzt wichtig.
„Wir beide werden mit deinem Schiff nach Atollon fliegen. Sobald das Raumschiff wieder startbereit ist.“
Maris nickte zerknirscht.
„Dort werden wir so tun, als ob wir uns angefreundet haben und zwar schon bevor wir Atollon verlassen haben.“
Maris unterdrückte eine bissige Bemerkung und starrte weiter geradeaus.
„Du wirst zu den Anführern gehen und glaubhaft versichern, dass du alles tun wirst, um den Großadmiral aufzuhalten, da du weiß wie gefährlich er ist.“
„Ja.“ Murmelte sie, nun da Dahna sie scharf ansah.
Sie hatte die Twi`lek gefragt, warum es ihr wichtig war die Phönix Staffel auf ihrer Seite zu haben. Der Grund war einfach. Die Ghost Crew hatte einen Verbündeten in Thrawns Nähe. Jemand der ihr helfen konnte Informationen raus zu schaffen oder auch sie selbst, wenn alles den Bach runter ging.
Außerdem war es besser mehrere Personen in der Hinterhand zu haben. Es gab auch kaum Nachteile, da Dahnas Ziele und die der Staffel sich sehr glichen.
„Du wirst es aber zur Bedingung machen, dass wir beide den Weg bestimmen. Keine Einmischung! Du sagst allen was sie hören wollen und gehst dann mit mir.“
Das war eines der schlimmsten Dinge für Maris. Sie hatte die Jedis angesehen und sich sicher gefühlt. Und gerade auf deren Hilfe sollte sie verzichten und schweigen?
Dahna schien ihre Gedanken zu lesen.
„Wenn ich mich bei meinen Leuten nicht planmäßig melde, werden sie glauben, du hättest uns verraten und dem Kind wird es schlecht gehen. Also sei überzeugend bei den anderen Rebellen. Sehe es als Testlauf bevor du deinen alten Liebhaber triffst.“
Maris fauchte und Dahna lachte, wurde dann aber wenige Sekunden später ernst.
„Ich nötige keine Frauen zu irgendetwas. Du hast eine Aufgabe. Erfühle sie wie du es kannst. Wahrscheinlich hat er sowieso kein Interesse mehr an dir. Aber alte Zeiten verbinden und schaffen nähe. Nutze das aus!“
Sie wollte nicht daran denken, wie es sein würde auf Thrawn zu treffen. Das Ganze war eine verdammte Katastrophe!
„Wenn du dort bist, wirst du nach Plänen für Ryloth suchen. Dieser Salvin ist ein Idiot. Er wird bestimmt bis ins kleinste Detail Anweisungen befolgen. Du musst nur die Pläne finden, die Thrawn für Ryloth vorhat. Denn er hat etwas vor. Sonst hätte er sich nicht dermaßen eingemischt.“
Maris biss sich auf die Lippe. Sie war sich da nicht so sicher. Thrawn dachte in größeren Maßstäben aber gleichzeitig hasste er Inkompetenz. Er griff ein, wenn ihm etwas nicht passte. Vielleicht hatte er auch nur in den Widerstandsführer Cam Syndulla einen ebenbürtigen Gegner gesehen. Egal, sie schwieg. Sollte sie es Lebens aus der ganzen Sache schaffen, würde sie Dahna geben was sie wollte.
„Wenn ich es zurückschaffen und habe was du willst, dann wird meine Tochter freigelassen? Keine weiteren Spiele?“
Dahna grinste und es wirkte fast Freundschaftlich. Wie Maris es verabscheute!
„Ein weiteres Mal könnte dieser Plan schwer funktionieren. Also ja, komm Lebend zurück und ihr werdet beide frei sein.“
Das würde also ihr Ziel für die nächsten Tage und Wochen sein.
Maris stand auf ohne Dahna anzusehen. Sie machte keine plötzlichen Bewegungen, darum kam sie damit durch. Die Twi`lek hob die Braue. Keine Aggression etwas Unüberlegtes zu tun war in ihr verhalten zu finden.
Maris war drauf und dran den Wohnbereich zu verlassen und ging in Richtung Kinderzimmer.
„Hey, was soll das!“
Dahna schnitt ihr den Weg ab. Grüne Augen bohrten sich brennend kalt in ihre.
„Solange wir noch nicht weiterfliegen können, möchte ich meine Loth-Katze begraben.“
Mina hatte es nicht verdient, später durch die Luftschleuse geschossen oder einfach wie Abfall zurückgelassen zu werden.
Dahna verschränkte die Hände und beobachtete Maris ganz genau, wie sie ihren Schall von ihrem Hals löste und dann die Loth-Katze, die noch immer im Kinderzimmer lag sanft hochhob.
Vorsichtig schloss sie das offene Maul, strich über das Fell und wickelte den Runden noch nicht ganz ausgewachsenen Körper in den Stoff ein.
„Ich würde kein Kleidungsstück an ein Tier verschwenden.“
Maris warf der Twi`lek einen giftigen Blick zu.
„Mina war nicht bloß ein Tier. Sie war ein Familienmitglied.“
Dahna schnaubte abfällig.
„Sehe nur zu, dass dein Kind wieder zurückkommt. Ihr Verlust wird größer sein.“
Ja, das würde es.
Sie stiegen beide aus der Luke aus, vorbei an den verwirrten Mann. Dahna zuckte nur mit den Schultern und er setzte seine Reparatur fort.
Die Erde nahe des Waldes war weich und roch frisch nach Blättern und Tau. Ein schönes Plätzchen für ein Tier und dennoch ein schwacher Trost.
Warum hatten sie Mina töten müssen? Es hätte doch ausgereicht, die Katze vom Schiff zu Jagen.
Maris Hände zitterten als sie mit den Händen ein Loch grub. Inzwischen hatte Dahna den Blaster weggesteckt. Ihr war klar das Maris nicht fliehen würde. Nichts unternahm was ihre Tochter gefährdete.
Als der grüne Stoff des Schalls unter Erde verschwand, schwor sie sich niemanden mehr begraben zu müssen. Sollte sie doch die nächste sein, die ihre ewige Ruhe fand.
Maris würde nicht in einigen Wochen vor einem Kindergrab stehen. Endlich erlaubte sie sich an Thrawn zu denken.
Sie hatte gemocht und war auch etwas verliebt in ihm gewesen. Freiwillig hätte sie ihm nie versucht auf diese Weise zu hintergehen. Einerseits wegen den alten Zeiten willen und auf der anderen, weil sie nicht Lebensmüde war.
So jedoch…
Tilda hatte ihre ganze Loyalität verdient.
Niemand sonst.

Äußerlich ruhig funkte sie kurz vor der Landung die Basis auf Atollon an. Dahna saß neben ihr, auf den Copilotensitz, den sonst immer ihre Tochter im Beschlag nahm. Sie waren alleine auf dem Schiff. Der Mann war nachdem die Luke repariert wurde verschwunden. Es wäre zu auffällig gewesen, wenn sie zu dritt landen würden.
Dahna hatte über den weiteren Plan geschwiegen, was nach Atollon genau passieren sollte und Maris war es ehrlich gesagt egal. Zuallererst würde sie die Anführer auf der Basis überzeugen müssen.
Dahna legte ihr eine Hand auf den Arm und Maris zuckte zusammen.
„Ruhig, Freundin. Du musst entspannt aussehen. Zumindest neben mir. Sehe mich an, als sei ich die einzige auf Atollon der der vertrauen kannst. Das ist wichtig! Ich bin deine Vertrauensperson. Diejenige, mit der du den Plan sozusagen alleine durchziehen wirst. Vergiss das nicht.“
Wie könnte sie…
Ohne sich ein weiteres Mal umzusehen ging sie mit Dahna hinaus. Die Twi`lek ging zielstrebig zum Gebäude, wo die Anführer das letzte Mal zusammen versammelt waren. Maris schloss die Augen und ließ alles geschehen.
Für Tilda.
Sato war alleine und hatte offensichtlich gerade ein Gespräch per Holo beendet. Verärgert sah er auf. Sein Gesicht verhärtete sich als er Dahna sah die selbstbewusst auf ihm zukam. Dann hob er eine Braue als er Maris entdeckte, die hinter ihr hineinkam.
Dahna legte ihre Hände auf die Hüfte und baute sich vor Sato auf.
„Wir wollen etwas besprechen. Wenn sie Zeit dafür haben, Commander Sato.“ Dahnas Stimme klang selbstbewusst und herausfordernd. Bestimmt konnte sie sowohl Männer als auch Frauen ganz schön aus dem Konzept bringen.
Satos braune Augen blieben auf Maris gerichtet, die nervös versuchte nicht zu Boden zu starren.
„Hat es etwas mit dem Großadmiral zu tun?“
Maris grüne Augen richteten sich auf die von Sato. Sie dachte an Tilda und eine Entschlossenheit die jeden Rebellen Ehre gemacht hätte durchdrang ihr Gesicht.
„Ja.“
Sato nickte zufrieden und dieses Mal lächelte er sie an.
„Wenn das so ist, will ich ein Teil der Ghost Crew dabeihaben. Sie haben schon mit ihm zu tun gehabt.“
Maris nickte wie betäubt. Die Jedis würden dabei sein. Warum nicht?
Jetzt müsste sie auch noch diese beiden überzeugen.
Neben sich legte Dahna ihr eine Hand auf die Schulter. Für aussehen stehende sah es beruhigend aus, für sie war es eine Warnung.
Bleib ruhig.

Ezra war verwirrt als er gebeten wurde, zusammen mit Hera und Kanan zu Sato zu gehen. Er hatte gerade Sabine dabei geholfen das Diagnose Programm der Ghost abzuarbeiten, damit das Raumschiff beim nächsten Gefecht keine Probleme machte.
Hera und Kanan würden ihm nur von dieser Arbeit entbinden, wenn es etwas Wichtiges gab. Auch Sabine war nicht glücklich alleine weitermachen zu müssen. Schwieg aber als Ezra nur verwirrt mit den Schultern zuckte.
Im Gebäude angekommen, wo alle Besprechungen stattfanden, starrte er überrascht in Maris Gesicht.
Er Lächelte automatisch. Als er ihre Augen sah erstarrte es auf seinen Lippen.
Maris sah von außen normal aus. Ruhig und entschlossen. Ihr Aussehen war gepflegt, wie bei ihrer ersten Begegnung und doch stimmte etwas nicht…
Unter ihren Augen waren dunkle Ringe und ihre Wangen etwas blasser. Sogar das Gesicht schien Magerer zu sein.
Das war nicht die freundliche Frau die er kennengelernt hat.
Hera währenddessen starrte Dahna stirnrunzelnd an. Kanan blieb im Hintergrund.
„Warum bist du wieder hier, Dahna.“
Die Twi`lek mit den Violetten Augen starrte Hera Hochnäsig an.
„Ich bin nicht wegen deines Nichtstuns hier, sondern als Unterstützung für Maris.“
Hera legte den Kopf schräg und starrte auf die Hand, die noch immer auf der Schulter der Menschenfrau lag.
„Ich wusste gar nicht dass ihr euch kennt.“
Maris zuckte etwas zusammen und Ezra glaubte das die Finger der Twi`lek fester zugedrückt hatten.
„Wir sind uns hier auf Atollon wiederbegegnet. Danach wollten wir auf Lothal in Kontakt bleiben.“ Maris sprach ruhig und ließ Hera dabei nicht aus den Augen.
Dahna zog ihre Hand von Maris Schulter.
„Es geht um den Großadmiral.“ Fügte die Twi`lek hinzu.
Heras Augen verdunkelten sich und auch Ezra holte zischend Luft.
Maris nickte nun als Unterstützung für Dahna.
„Dahna hat mir klar gemacht, wie schlimm die Situation durch ihm auf Lothal aber auch auf Ryloth geworden ist. Es wäre falsch einfach wegzusehen.“
Ihr Mund schloss sich nach diesen Worten und wurde zu einer dünnen Linie.
„Sie haben mit einer fast Fremden über Ihre Verbindung zu Thrawn gesprochen?“ Hera war mehr als wütend. Wie arglos war die Frau überhaupt?
Gegen jede Wahrscheinlichkeit erschien etwas Kämpferisches in Maris Augen. So dunkel wie das kalte Weltall. Es verflüchtigte sich nach zwei ruhigen Atemzügen.
„Vielleicht kenne ich Dahna länger als jeden von euch? Mit diesem Teil meiner Vergangenheit gebe ich nicht an. Ich werde also meine Gründe dafür gehabt haben.“
Das war unbestreitlich. Ezras Stirn legte sich in Falten.
Ja, Maris hatte ihre Gründe neben Dahna zu stehen und es gefiel ihm nicht. Sein Instinkt sagte ihm, dass hier alles falsch lief was nur falsch laufen konnte. Warum nur lächelte Kanan dann? War er der Einzige der diese Schwingungen fühlte?
Hera schwieg. Auch sie war nicht überzeugt.
„Sind Sie sicher?“
„Ja.“ Nichts an diesem Wort verriet weniger Entschlossenheit als dafür nötig war. Sato nickt ernst.
„Wenn das so ist, dann lasst uns einen Plan ausarbeiten. Die Ghost Crew hat selbst einiges zum Großadmiral zusammengetragen. Wir könnten einen einigermaßen sicheren Weg finden in seine Nähe zu kommen.“
Kanan trat nun vor.
„Lothal wäre ein guter Anfang. Besonders die Tie-Jäger Fabrik dort. Coruscant wäre auch eine Möglichkeit. Doch von dort werden wir an keine Informationen gelangen.“
Auf die Imperiale Hauptwelt würde keiner von ihnen einen Fuß setzten.
Maris hob ihre Hand.
„Danke, aber ich habe eine Bedingung zu dem Ganzen. Dahna und ich sind alleine für den Plan und deren Einzelheiten verantwortlich. Niemand sonst.“
Satos Gesicht verdüsterte sich und auch Kanan schien überrumpelt zu sein.
Dahnas Hand legte sich um Maris Arm.
„Wir haben schon einen Plan. Einen guten. Das Einzige was wir von euch wollen, ist die Identität des Kontaktes nahe beim Großadmiral und eine Beschreibung, was genau ihr braucht.“
Ezra wurde blass.
„Woher wisst Ihr von dem Kontakt.“
Dahna verdrehte die Augen.
„Fulcrums Nachrichten gehen an einigen Rebellen. Auch ich kann sie hören. Dummer Junge.“
Ezra ballte seine Fäuste blieb aber ansonsten ruhig. Vielleicht hätte er wirklich zweimal darüber nachdenken müssen.
Kanan legte ihm eine Hand auf die Schulter. So wie es Dahna bei Maris getan hat.
„Fulcrums Identität können wir nicht offenlegen. Es ist zu riskant. Es würde sowieso nichts bringen. Unser Kontakt ist die meiste Zeit über auf den Raumschiffen. Maris wird es als Zivilisten nicht dorthin schaffen.“
Dahna zuckte mit den Schultern. Auch das gefiel Ezra nicht. Warum bemerkte Kanan das nicht? War er zu sehr auf das Potenzial das Maris für die Rebellion hatte konzentriert als auf irgendetwas anderes?
„Wir brauchen Informationen über die Fabrik in Lothal. Einzelheiten über die Produktion und über weitere Pläne für den Planeten.“ Hera seufzte angespannt.
„Eigentlich können wir so ziemlich alles verwenden, was wir in die Finger bekommen können.“
Maris nickte und schien doch abwesend zu sein.
„Trotzdem wäre euer Kontakt wichtig.“ Beharrte Dahna während Maris Augen immer öfter zur Tür huschten.
„Euer Plan. Euer Risiko.“ Meinte Hera.
Dahna biss die Zähne zusammen, sagte aber nichts.
Diesen Plan hatte Sato vorgeschlagen. Warum sollte Maris jetzt nicht geholfen werden? Ezra war drauf und dran den Namen des Agenten laut zu rufen, als er sich an das letzte Mal erinnerte, wo er Thrawn als den Großadmiral benannt hat.
Keiner war Glücklich darüber gewesen. Und Maris hatte es auch in einer schrecklichen Situation gebracht. Darum schwieg er. Es würde einen anderen Weg geben müssen Kallus zu zeigen, das Maris zu ihnen gehörte und er ihr helfen musste.
Was immer Kanan glaubte zu wissen, Ezra ahnte bereits, das Maris jede Hilfe brauchen könnte die sie bekommen konnte.
„Ob mit oder ohne Unterstützung, ich werde es machen. Legt mir keine Steine in den Weg.“ Maris sah bei diesen Worten Hera an und etwas bittendes lag in ihrer Stimme.
Nun war es Hera die wegsah. Der es unangenehm war.
„Natürlich nicht. Wir sind dankbar für jede Hilfe aber überleg es dir noch einmal. Eine Rebellin die von Atollon weiß…“
„Wie hundert andere auch?“ Hielt Maris dagegen und lächelte traurig.
„Komm schon. Ich bin niemand wichtiges. Ich kenne keine weiteren großen Pläne und ich bin nicht unersetzlich. Atollon ist jederzeit in Alarmbereitschaft. Manche Risiken müssen auf sich genommen werden. Das wissen wir alle.“
Hera wirkte als hätte sie auf etwas sauren gebissen. Sie mochte Maris nicht, sie traute ihr nicht einmal und genau daran lag das Problem.
„Falls es zu Komplikationen kommt, werde ich mich mit euch in Verbindung setzten.“ Dahna klang abweisend als wollte sie all das schnell hinter sich bringen, sobald offensichtlich wurde, dass niemand ihnen mehr über Fulcrum sagen würde…und Maris schien es genauso zu gehen.
„Ich vertraue auf euren Plan. Aber was ist, wenn er dich nicht in seine Nähe haben will? Wenn du sofort als Rebellin durchschaut wirst? Es ist zweifelhaft ob wir dich retten können.“ Sato sprach das wichtigste aus. Ein Rettung war vielleicht nicht möglich. Auch er wollte sicherstellen, dass Maris verstand auf was sie sich da einließ.
Augen voller Erinnerungen sahen in denen von Sato.
„Ich werde zumindest eine Chance habe in seine Nähe zu kommen und ich weiß, dass er mich nicht sofort töteten wird.“
Sato blieb skeptisch. Genau wie alle anderen. Ezra verstand dieses vertrauen das sie wohl noch immer in Thrawn legte nicht. Es machte ihm zudem nervös.
„Wie können Sie sich da so sicher sein?“ Harkte Sato nach.
Die grünen Augen schlossen sich und widerwillig sprach sie etwas aus, das sie wohl am liebsten für sich behalten hätte.
„Während unserer gemeinsamen Zeit, habe ich ihm einmal das Leben gerettet. Die Ärzte, seine Besatzung und auch er selbst haben es anerkannt. Er wird mich nicht sofort töten. Nicht wenn er nach wie vor ein Mann von Ehre ist.“
Verblüfte Blicke gingen durch den Raum. Selbst Dahna schien nichts davon gewusst zu haben. Sie sah sauer aus.
Kein Wunder das Maris geschwiegen hatte. Sie hatte ihren Momentanen Erzfeind das Leben gerettet! Damit würde er auch nicht angeben wollen. Das war genauso schlimm wie der Tag, an dem er Maul vertraut und Kanan dadurch sein Augenlicht verloren hatte.
Das brachte ihr bestimmt keine zusätzlichen Sympathien ein. Die giftigen Blicken konnten aber nicht dafür verantwortlich sein, dass sie immer öfter Richtung Tür sah und am liebsten sofort diese selbstzerstörerische Mission antreten wollte.
Hier lief nichts mit rechten Dingen zu. Er war sich ganz sicher.
Maris steckte in Schwierigkeiten und als Jedi war es seine Aufgabe ihr zu helfen.

Sie kehrten zur Ghost zurück. Maris war mit Dahna verschwunden und Ezras Unruhe wuchs. Hartnäckig versuchte er Kanan davon zu überzeugen.
„Sie hatte Angst!“
„Sie wird bald Thrawn treffen. Sicher hat sie Angst.“ Bemerkte Hera trocken.
Ezra blickte ihr verstimmt in die Augen.
„Du bist doch auch dagegen!“
„Es ist aber nicht meine Entscheidung. Es war Satos Vorschlag und Maris hat zugestimmt.“
Kanan legte Ezra beschwichtigend die Hand auf die Schulter.
„Ezra, die Macht hat mich auf Maris aufmerksam gemacht. Sie ist zurückgekommen. Entschlossener als wo sie von Atollon verschwunden ist. Hab vertrauen. Es wird alles gut werden.“
Das heizte seine Wut nur noch mehr an. Kanan war ein guter Lehrer, aber in diesen besonderen Fall wollte er nur das sehen was er sehen wollte. Er glaubte das die Macht etwas mit Maris vor hatte und rückte nicht davon ab. Egal wie seltsam sie sich verhielt. Wie verändert sie wirkte.
„Was ist, wenn sie erpresst wird?“
Hera und Kanan blieben Zeitgleich stehen.
„Wir sind alle Rebellen. Das hast du selbst gesagt, Ezra. Wir alle kämpfen freiwillig. Schmäler die Opferbereitschaft nicht herab.“
Ezra war nicht davon überzeugt. Nicht mal annähernd. Kurz meinte er auch in Heras Augen Verunsicherung zu sehen, bevor sie es abschüttelte. Auch wenn sie es leugnete. Hera wollte sich nicht damit beschäftige, weil sie Maris nicht mochte. Er hatte niemanden auf seiner Seite. Auch auf Zeb würde niemand hören und Sabine war kaum älter als er selbst.
Was sollte er tun?
Er ließ Hera und Kanan alleine ihre Wege gehen, schloss die Augen und öffnete sich der Macht. Ihm war klar, dass er Maris und Dahna nicht einfach heimlich folgen konnte. Beide hatten klar nach keiner Einmischung verlangt. Außerdem trug er selbst Verantwortung. Die Ghost zu verlassen wegen eines schlechten Gefühls wäre dumm. Nicht der Weg der Jedi…
Ezra konzentrierte sich auf sein erstes Gefühl. Maris brauchte Verbündete und er jemanden zum Reden.
Sabine war noch immer mit den Reparaturen beschäftigt.
„Kommst du endlich zurück um mir weiterzuhelfen?“
Ihre Hände hatte sie an den Hüften gelegt. Ihre Wut verflog sofort als sie sein Gesicht sah. Nachlässig schmiss sie das Werkzeug in eine Ecke.
„Was ist passiert?“
Ezra ließ alles raus. Er verschwendete keinen Gedanken daran, ob das gesprochene geheim bleiben sollte. Er musste sich einfach Luft machen. Sich und sein ungutes Gefühl.
Sabine hatte währenddessen die Arme verschränkt und die Lippen fest zusammengepresst.
„Wir können nichts tun.“
„Das ist mir klar.“ Gab er wütend zurück und bereute seine Worte gleich darauf.
Sabine schwieg kurz und ging dann zurück zum Werkzeug und holte eine kleine Metallkugel hervor. Sie stammte wahrscheinlich aus dem Innenleben irgendeiner defekten Maschine.
„Hier, gib ihr das.“
Ezra runzelte die Stirn und betrachtete das kleine Ding. So groß wie eine Murmel wurde es bunt bemalt. Es war in ein kräftiges Lila getaucht und ganz klein und filigran, war in Rot der Phönix zu sehen.
„Geh zu ihr und gib ihr das als Glücksbringer mit. Vielleicht wird sie mit dir reden, wenn du allein mit ihr bist.“
Ezra war nicht ganz davon überzeugt. Wenn er sie schon ziehen ließ, sollte sie zumindest Fulcrums Identität kennen. Aber würde das nicht Heras Angst, das Maris etwas Wichtiges preisgab weiter steigern? Er wusste es nicht.

Er traf Maris alleine vor ihrem Raumschiff an. Sie umrundete es und musterte jeden Winkel nach Beschädigungen. Sie schien hochkonzentriert, die Stirn in Falten gelegt und so entschlossen wie im Besprechungsraum.
„Gut das ich dich noch erwische.“
Seine Worte ließen sie zusammenzucken. Wie schreckhaft Maris war. Die ganze Mission würde zur Katastrophe werden, wenn sie nicht ruhiger wurde. Dann aber bemerkte er wie sie unsicher um die Ecke sah. Die Twi`lek Dahna stand ganz in der Nähe und prüfte ebenfalls ein Teil des Schiffes. Sie hob die Braue und beobachtete ihm ganz genau. Sein ungutes Gefühl bestätigte sich gerade.
„Ezra, was machst du hier?“
Sie versuchte zu lächeln ohne dass es ihre Augen erreichte. Die Twi`lek hatte etwas mit ihrem ganzen verhalten zu tun. Jetzt war er sich ganz sicher.
„Sabine hat dir einen Glücksbringer mitgegeben.“ Er holte die Kugel hervor und ließ sie in Maris Hand fallen.
Ganz kurz verschwanden die Anspannung und ein Teil ihrer wahren Freundlichkeit kam zurück. Im hellen Licht betrachtete sie das kleine Kunstwerk.
„Hat Sabine es selbst bemalt? Das es ziemlich schwer bei der Größe.“
Der Phönix war winzig klein aufgemalt und trotz allem gut zu erkennen. Ezra grinste und war selbst stolz auf Sabines Talent.
„Ja, sie Malt sehr gerne. Sie ist wirklich talentiert. Nach der Mission kannst du es ja deiner Tochter geben.“ Mit einmal wurde ihm klar, dass er sie nirgends gesehen hat. Das Maris kein Wort über sie gesagt hatte.
„Wo ist sie überhaupt?“
Die Kugel verschwand in ihrer Hand als sie diese zur Faust ballte.
„Sie ist nicht bei mir.“
Ezra wartete einige Sekunden ob Maris noch etwas anderes sagen würde. Einen Ort oder Freund nannte. Eine Bestätigung, dass Tilda sicher sei. Nichts davon kam über ihre Lippen.
Als das schweigen sich in die Länge zog, schlenderte Dahna auf sie zu. Maris Augen huschten umher.
„Ist alles in Ordnung?“ Er flüsterte fast. Maris schloss ihre Augen und atmete tief durch.
„Danke für deine Frage, Ezra aber bitte lass es gut sein. Lass mich mit Dahna meine Mission antreten. Bitte!“
Das letzte Wort war flehend. Inzwischen legte die Twi`lek eine Hand um Maris.
„Wir müssen los. Nicht wahr, Maris?“
Diese nickte und entspannte ihre Hand wieder.
„Sag Sabine danke von mir.“
Ezra nickte und biss fest die Zähne zusammen. Hier ging nichts mit rechten Dingen vor. Ihm war klar, dass er Dahna nicht vertrauen konnte. Und egal wie misstrauisch er noch immer wegen Kallus Motive als Fulcrum war, in ihrer Gegenwart würde er dieses Geheimnis nicht lüften.
Er wusste auch durch Kanan, dass er als Jedi niemanden helfen konnte, der Hilfe ablehnte. Ob es ihm gefiel oder nicht, er musste Maris ziehen lassen.
„Möge die Macht mir dir sein.“ Sagte er leise.
Maris nickte nur und verschwand dann zusammen mit Dahna auf ihrem Schiff.
Ihr Schicksal so ungewiss, wie die Unbekannten Regionen für die meisten Bewohner des Imperiums.

------------------------
Anmerkung:
Wer auf eine Begegnung zwischen Maris und Thrawn berennt, kann auch gerne in meiner neuen, deutlich kürzeren Geschichte „Saboteure auf Lothal“ vorbeischauen. Dort werde die Kapitel auch etwas länger sein. Da verspreche ich, dass es nicht über zehn Kapitel dauert bis die beiden aneinander geraten;)

Danke fürs Lesen:)
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast