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Die Spionin

von Trios
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Alexsandr Kallus Ezra Bridger Garazeb "Zeb" Orrelios Großadmiral Thrawn Hera Syndulla Sabine Wren
13.09.2020
29.11.2020
12
33.155
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13.09.2020 1.431
 
Überall war Blut.
Sie verlor zu viel davon. Unter ihren Körper klebte alles. Es war nass und stank. Sie war sich nicht sicher, ob es Blut oder Schweiß war in das sie lag. Was den größten Teil von all dem ausmachte.
Von der Straße hörte sie den Lärm der Schlacht. Straßenkämpfe zwischen den Sturmtruppler und der kleinen Minderheit, die sich gegen ihre Besatzer wehrten.
Es war ihr egal wer gewann. Beide Parteien waren schuld an ihre Situation. Dass sie hier oben lag und sterben würde. Wenn sie noch etwas mehr Kraft gehabt hätte, dann hätte sie versucht die Fliegen zu verscheuchen, die um ihr Gesicht schwirrten. Leider konnte sie nichts verschwenden. Keine unnütze Bewegung. Darum schloss sie die meiste Zeit über die Augen und wünschte sich etwas ähnliches mit ihren Ohren tun zu können.
Das Bordell war leer. Keiner der anderen Frauen war bei ihr geblieben. Als die Kämpfe sich in dieser Straße verlagert hatten, waren sie alle geflohen. Diese Verräterinnen.
„Bleib wach.“ Hörte sie die Stimme einer ihr bis vor drei Stunden noch unbekannten Frau.
Missmutig lächelte sie. Das Schauspielern hatte sie satt.
„Warum sollte ich? Ich sterbe sowieso.“
Die Fremde wollte das nicht hören. Mit den feinsten Tüchern aus den Nebenzimmern fing sie das Blut auf und legte kalte Lappen auf ihrer Stirn. Zu genau erinnerte sie sich an diese Stoffe. Das feine Rosa und Cremfarbene mit den schönen Stickereien. Kleidung sollte daraus genäht werden. Für die ganz schönen Frau. Den gerade erst Erwachsenen. Heute wurden sie achtlos in Fetzen gerissen und an sie verschwendet. Einer sterbenden. Zumindest meinte die Frau es nur gut.
Die Kleidung der Fremden wies sie als Reisende aus. Einfache, Robuste Hose, mit Jacke und Hemd. Alles heil und wahrscheinlich sauber, bevor der Staub der Straße aufgewirbelt wurde. Mit Sicherheit hat sie in diesen Gebäude Schutz vor der Schlacht gesucht und hatte dann aus den zweiten Stock ihre Schreie gehört. Wahrscheinlich auch Flüche. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch Energie darauf verschwendet.
Die Fremde stammte nicht von Ryloth. Sie war durch und durch eine Menschenfrau und wirkte auch nicht wie die Soldatin des Imperiums. Selbst wenn sie es gewesen wäre, es war ihr gleich. Besser als alleine zu sterben.
„Blöde Situation in der ich dich hier bringe. Wir kennen noch nicht einmal den Namen des anderen.“
Die Fremde lächelte angespannt.
„Ich bin Maris Ferasi.“ Stellte sich die Menschenfrau vor.
Die Sterbende lächelte ebenfalls. Sie war der Welt schon etwas entrückt.
„Ich bin Uma.“
Sie besaß keinen Familiennamen. Nichts von Wert. Selbst dieses Kleid war nicht ihr Eigentum.
Die Menschenfrau, Maris hatte leuchtend rote Hände von dem ihr fremden Blut. Der Raum roch metallisch und war gleichzeitig stickig. Frische Luft hätte gutgetan. Leider war es durch die Schlacht unmöglich. Sie war der Auslöser des Ganzen und ihr war von all dem schon schlecht. Unfassbar das es Maris hier aushielt. Uma blinzelte ein paar mal.
„Hast du schon einmal dabei geholfen, ein Kind auf die Welt zu holen?“
„Nein.“
Zumindest war sie ehrlich und Uma war bereits in einem Zustand, dass es sie nicht kümmerte.
„Hast du selbst Kinder?“
Die Hände der Frau verharrten. Maris hatte sie verletzlicher gesehen als jede andere Person die sie kannte.
„Ich habe vor Jahren ein Kind verloren.“ Gab sie zu.
Uma war überrascht über die Ehrlichkeit. Es war ein Entgegenkommen zweier Fremder, die im Schrecken des Krieges nur einander hatten.
„Dir wird das nicht passieren.“ Sagte sie kämpferisch.
Das war eigentlich alles worauf Uma hoffen konnte. Sie lag im Sterben aber vielleicht würde es ihr Baby schaffen. Ohne Bacta konnte sie die nächsten Stunden nicht überleben. Sie wusste das und Maris auch. Selbst wenn die Menschenfrau das noch nicht akzeptieren wollten.

Die Wehen hatten wiedereingesetzt. In ihrem müden Verstand war sie trotz der Schmerzen erleichtert. Zu lange hatte sie nichts gefühlt. Kurz hatte sie geglaubt ihr Baby sei tot ohne einmal die Welt kennengelernt zu haben.
„Ich halte deine Hand!“
Sie spürte Maris Hand in ihrer, war aber zu schwach um zuzudrücken. Uma konzentrierte sich ganz auf die nächste Wehe und gab ihr bestes mitzupressen.
Etwas in ihrem inneren riss und das schockierte keuchen von Maris sagte ihr alles. Das gefühlt letzte Blut rauschte aus ihrem Körper. Sie lag in Blut. Schweiß war nicht so zäh und kratzig auf der Haut.
Sie ignorierte es trotzig und Maris auch. Beiden Frauen war klar wie schlecht ihre Chancen standen.
„Noch einmal pressen.“ Sagte Maris stattessen angespannt und ließ ihre Hand los um das kleine Wesen aufzufangen. In ihrem schläfrigen Gedanken kam es ihr wie ein Zeichen vor. Nur war sie zu Müde um den zu folgen.
Sie presste und spürte etwas Kleines nach weiteren Minuten qualvoll aus sich herausrutschen.
Kein Schrei durchbrach die Stille aber Maris lächelte erleichtert.
„Es ist ein Mädchen. Es atmet.“
Uma wollte ihr glauben. Ihre Augen schlossen sich bereits.
„Schau sie dir an.“
Uma öffnete ihre Augen nicht mehr und sie wollte das Baby auch nicht auf ihrer Haut spüren. Nur dann könnte sie nie in Frieden diese Welt verlassen.
„Nein.“
Maris zögerte. Sie musste das Baby abgelegt haben, denn schon spürte sie wie schmerzhafte Tücher um ihren Unterleib geschlungen wurden um die Blutungen zu stillen. Um Zeit zu schinden bis Hilfe möglich war.
Der Lärm von der Straße war leiser geworden, jedoch noch nicht verschwunden.
Uma ließ sie. Sollte die Frau doch den Frieden finden alles versucht zu haben. Ohne Maris hätte sie schon vor Stunden aufgegeben.
„Wenn dir etwas passiert, soll ich das Kind zu einer Familie bringen? Gibt es einen Vater?“
Uma lächelte mit geschlossenen Augen. Natürlich hatte Maris schnell herausgefunden, wo sie sich befand.
„Ich habe keine Familie. Nur die feigen Frauen, die mich hier allein gelassen haben.“ Murmelte die Twi`lek. Sie zögerte.
„Der Vater war gar nicht so übel. Schon Monatelang bevor ich schwanger wurde, hatte ich nur ihm. Er war recht reich und sehr eifersüchtig. Als ich ihm erzählte, dass ich schwanger bin, hat er mir versprochen, das Kind nach Couruscant zu schicken. Eine gute Schulbildung und Betreuung sollte es erhalten. Er würde sich schon darum kümmern. Er könnte sich ein Uneheliches Kind leisten. Aber dann ist er eines Tages nicht mehr aufgetaucht. Aus Gesprächsfetzten habe ich herausgehört, dass er bei einem Anschlag getötet wurde.“
Uma wusste das er Verheiratet gewesen war und ihre Tochter niemals Anrecht auf irgendeine Absicherung haben würde.
Mit einem Mal ergriff eine Angst ihr Herz.
„Bitte lass das Kind nicht hier zurück. Besonders als Mädchen wird es an diesem Ort so werden wie ich.“
In ihren geschlossenen Augen sammelten sich Tränen.
„Bring sie weg aus der Stadt. Drück sie irgendjemanden in die Arme, die ihr bessere Chancen geben können. Bitte.“
Es war falsch einer fast Fremden diesen letzten Wunsch aufzuzwingen. Doch das Leben hatte mit ihr nicht fair gespielt. Warum sollte sie selbst es tun?
Maris drückte ihre Hand. Der griff war um so viel fester, als alles was sie zustande bringen konnte. Selbst die Dunkelheit hinter ihren Augen verschwamm hinter einem grauen Schleier.
„Ich verspreche dir, dass ich dein Kind nicht zurücklassen werde.“ Flüsterte sie mit ernster Stimme.
Ganz in ihrer Nähe hörte sie den lauten Schrei eines Babys. Der erste Schrei ihrer Tochter in dieser Galaxis.
Uma lächelte ein letztes Mal. Maris hatte sie nicht angelogen.
Ihre Tochter war am Leben.

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Anmerkung:

Willkommen bei meiner neuen Geschichte:) Wie angekündigt ist sie mit keinen meiner anderen Werke verknüpft. Sie steht für sich alleine. Wenn sich also einige Fakten aus „Die Diebin“ oder auch „Dinge die ich dir Schulde“ widersprechen, wundert euch nicht. Ich schreibe gerne verschiedene Geschichten zu einer Person und tobe mich dann aus.
Mit dem Titel bin ich nicht hundertprozentig zufrieden. Vielleicht ändert er sich noch. Obwohl er es eigentlich schon perfekt trifft.
Die Geschichte, nach den Prolog, wird zum allergrößten Teil während der dritten Staffel von „Rebels“ spielen. Wenn ihr sie ließt und euch am Ende einreden könnt, das sie bei „Rebels“ existiert und nur nicht gezeigt wurde, weil sie eindeutig nicht Kindgerecht ist, dann habe ich alles richtig gemacht;)
Es wird einige Folgen bei Rebels geben, die ich auch aus einer anderen Sicht beschreibe. Wo Maris im Hintergrund, auf der anderen Seite steht. Trotzdem werde ich versuche auch für jene die Geschichte verständlich zu machen, die Thrawn zwar mögen aber mit „Rebels“ nichts anfangen können.
Personen wie Saw Gererra und Mon Mothma habe ich als Hauptcharakter zwar mit reingenommen, doch sie werden weniger als Person auftreten, sondern mehr die Ideologie die sie vertreten.
Ich habe vor, jeden Sonntag ein Kapitel reinzustellen. Hoffentlich habt ihr euren Spaß dabei, auch wenn die Geschichte etwas länger und düsterer wird als die anderen.

Danke fürs Lesen:)
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