Sleeping Beauty

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
Eri Hizashi Yamada / Present Mic Naomasa Tsukauchi / True Man Nemuri Kayama / Midnight Shouta Aizawa / Eraserhead Toshinori Yagi / All Might
12.09.2020
24.09.2020
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14.070
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16.09.2020 915
 
Ein Schwung kaltes Wasser traf sein Gesicht, und ließ ihn kurz schaudern. Von all dem Gerede ums Küssen war ihm kurz richtig heiß geworden, auch wenn er nicht so ganz erklären konnte, weswegen. Auch wenn Eri noch ein kleines Kind war, und noch vieles hinterfragen und erfragen wollte, war es einfach unpassend in so einer Situation über so ein Thema zu sprechen. Außerdem hatte es ihm einen Stich versetzt, dass sie dem Mädchen nicht einmal ansatzweise erklärt hatten, dass Shota vielleicht nie wieder aufwachen würde. Vermutlich hatte All Might es schon wieder nicht zustande gebracht, jemanden reinen Wein einzuschenken. Es brachte doch nichts, ihr oder sonst jemanden falsche Hoffnung zu machen. Niemand hatte das verdient, vor allem kein Kind, das schon viel durchgemacht hatte.

Wieso sollten sie sich auch an irgendeinen noch so kleinen Strohhalm klammern, den es vielleicht nicht einmal gab? Ja, Shota hatte mit ein paar anderen Leuten an einem Fall gearbeitet, aber wer sagte schon, dass sie irgendwo die Lösung der ganzen Angelegenheit einfach so notiert hatten. Er kannte Aizawa gut genug um zu wissen, dass sein Freund nicht so töricht war, einfach offen irgendwo etwas aufzuschreiben, schließlich konnte es in die falschen Hände gelangen.

Wer wusste außerdem, dass sie ebenso daran gearbeitet hatten, wie man die Betroffenen wieder wecken konnte. Schließlich waren sie auf der Suche nach der Ursache für all diese Toten gewesen, und schienen tatsächlich fündig geworden zu sein. Immerhin kostete ihnen nun genau dieses Wissen langsam das Leben.

Wütend darüber packte Yamada den Seifenspender, der an der Wand hing und riss ihn mit Leichtigkeit von der Wand, um ihn in die nächste Ecke zu werfen. Dabei traf er einen Spiegel an der anderen Wand, der in tausend Scherben zersprang, aber es war ihm egal. Er hatte das Gefühl selbst gleich zu zerspringen und musste seinem Ärger einfach Luft machen. Dieses schreckliche Gefühl der Hilflosigkeit fraß ihn langsam auf. Nichts tun zu können und nur dabei zuzusehen, wie Shota schlief machte ihn wahnsinnig.

„Ich glaube es hat keinen Sinn das Badezimmer seiner Klasse kaputt zu schlagen“, erklang Toshinoris Stimme neben ihm. Am liebsten hätte Hizashi den nächsten Seifenspender von der Wand gepflückt und nach dem ehemaligen Profihelden geworfen, damit er seine Klappe hielt. Er war im Moment nicht in der Stimmung auf irgendwelche Sprüche, oder so zu tun, als würde ihm die ganze Situation nicht unter die Haut gehen. Anscheinend konnte Yagi diese bösen Schwingungen spüren, oder deutete den Blick des anderen richtig, denn er hob abwehrend die Hände. „Ich habe dich nur gesucht, weil Tsukauchi deine Hilfe wollte. Er ist drüben im Lehrerwohnheim und wartet auf dich. Wenn du willst bleibe ich währenddessen bei Shota und den anderen, um ein Auge auf sie zu haben“, versprach Toshinori. Vor allem aber würde er erst einmal das Chaos beseitigen, das Mic in diesem Raum veranstaltet hatte, und Nedzu darüber in Kenntnis setzen, damit der Schulleiter nicht glaubte, dass die 1-A randalierte.

Auch wenn sich Yamada tausend Dinge vorstellen konnte, die er lieber tun würde, nickte er stumm und lief zum Lehrerwohnheim, wo er den Detective in Aizawas Zimmer fand. Vielleicht würde ihm ein bisschen Bewegung und Ablenkung gut tun, um seine innere Unruhe zu besänftigen.

In guter alter Polizeimanier durchsuchte Tsukauchi gemeinsam mit zwei anderen Beamten die wenigen Habseligkeiten, die Shota besaß. Damit waren sie wohl ziemlich schnell durch gewesen, vermutlich hatten sie längst alles zwei oder dreimal durchgesehen. Was wollten sie wohl nun von ihm?

„Ah, Present Mic, Sie sind hier, hervorragend“, begrüßte Naomasa den Blondschopf und reichte ihm die Hand. Da Hizashi allerdings keinerlei Anstalten machte, sie entgegen zu nehmen, ließ der Dunkelhaarige seine wieder sinken. „Wir brauchen ihre Hilfe. Eraserhead und Sie sind doch sehr gute Freunde. Wissen Sie vielleicht, ob er irgendwo ein Versteck für seine Aufzeichnungen hat? Wir wissen zumindest, dass es welche geben muss“, erklärte er rasch.

Yamada seufzte schwer, schüttelte den Kopf und sah auf die wenigen Sachen, die man achtlos auf das Bett des Klassenlehrers geworfen hatte. Auch wenn Shota selbst nie sonderlich gut mit seinen Dingen umging, fand er es respektlos, wie lieblos die Polizisten die Sachen seines Freundes behandelt hatten. Vor allem als ihm ein kleines abgegriffenes Album ins Auge stach, hielt er inne.

Aufmerksam sah Tsukauchi ihn immer noch an und wartete auf eine verbale Antwort auf seine Frage. „Hören Sie, ich weiß, dass Eraser seine Arbeit nicht hierher mitbringen würde, wenn sie irgendwie Gefahr bedeuten würde. Wir haben hier schließlich eine Schutzbefohlene und einen Haufen Schüler, die in Sicherheit sein müssen. Keiner von uns würde hier irgendetwas verstecken“, versicherte Yamada dem Beamten und ging auf das Bett zu, begann gedankenverloren in den Sachen darauf zu kramen und steckte schließlich unbemerkt das kleine Album ein. „Wenn Sie hier nichts gefunden haben, dann gibt es nichts“, merkte er an und sah die Anwesenden abwartend an.

„Na gut … dennoch danke für ihre Hilfe“, bedankte sich Naomasa, „es muss schwer für Sie sein, ihren Freund so zu sehen. Ich kann verstehen, wie Sie sich fühlen.“ Hizashi bezweifelte das. Er verlor darüber allerdings kein Wort, nickte nur und verließ den Raum rasch wieder. Als er an Eris Zimmer vorbei wollte, blieb er jedoch wie angewurzelt stehen, ehe er sich dazu entschloss einzutreten und etwas aus dem Bücherregal zu holen. So wie er das Mädchen einschätze, würden sie sie nur schwer von dem schlafenden Shota wegbekommen und darauf bestehen bei ihm zu bleiben. Ein bisschen Lektüre dürfte da wohl nicht schaden, um sich die Zeit zu vertreiben und sie zum Einschlafen zu bringen
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