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Weil ich dich liebe

OneshotLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Berlin / Andrés Der Professor / Sergio Marquina
12.09.2020
12.09.2020
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Weil ich dich liebe

Als Tokio und Rio aus dem Schacht kletterten, ahnte Sergio schon, das etwas vorgefallen war.
"Wo ist Berlin?"
Tokio zögerte kurz , als könnte sie die Angst hinter seiner Frage spüren.
"Er ist noch drinnen. Berlin hat gesagt, er will sie aufhalten...keine Ahnung , was er vorhat..." Sie wandte schnell den Blick ab und sah zu Rio, als erwartete sie seine Zustimmung. "Ja, er ist unsere Rückendeckung..."als er die unterdrückte Wut in seinem Blick sah, ruderte Rio schnell zurück. " Also...das war eigentlich nicht geplant, dass einer zurückbleibt...er kommt sicher gleich."
Der Professor stürzte zum Walkie-Talkie und sprach hastig hinein.
"Berlin? Kannst du mich hören?"
Es knackste in der Leitung und mit einem erneuten Knistern meldete sich Berlin.
"Professor?" Sergio bemühte sich, nicht die Sorge um seinen Bruder durchdringen zu lassen als er mit kratziger Stimme fragte "Wieso bist du nicht mit Tokio und Rio rausgegangen?" Doch eigentlich kannte er die Antwort schon. Andrés  wollte sich für das Team opfern. Und es war an Sergio, das zu verhindern.
"Ich gebe euch Rückendeckung, damit es alle nach draußen schaffen."
"Und wie kommst du raus?!" erwiderte Sergio, nun mit hörbarer Panik.
"Du hast es gewusst...Ich sagte nie, dass ich es beeinflussen könnte."
"Doch, das kannst du! Indem du jetzt sofort da rauskommst!"
"Entschuldige, Bruder, aber-"
"Du hast mir versprochen, dass du wiederkommt!"
Sein Bruder lachte leise. "Du weißt, dass meine Versprechen schon lange nichts mehr wert sind."
"In dem  Fall sollte ich mich wohl entschuldigen." Sergio war nun entschlossener denn je, Andrés zu retten. "Wie- wie meinst du das?" fragte er irritiert. "Das siehst du gleich", meinte Sergio und legte auf. Er blickte sich um, niemand sah in seine Richtung , Tokio und Rio waren mit dem Aufteilen des Geldes beschäftigt und Helsinki packte die Waffen in eine Reisetasche.
Sergio stürzte zu dem Schacht und stieg hinunter. Wenn Andrés nicht vorhatte, zurückzukehren, würde er ihn eben holen! Er rannte geduckt durch den Gang während er im Geiste Strategien durchging, wie er seinen Bruder überzeugen konnte , sich nicht umbringen zu lassen!
Als er am anderen Ende herauskletterte ,  rief er schon "Andrés!" Sein Bruder kniete neben einem kanonenähnlichem überdimensionalem Maschinengewehr und drehte wie in Zeitlupe den Kopf. Er rappelte sich auf und rannte zu ihm.
"Sergio! Was zum Teufel tust du hier?"
fragte er wütend , und ließ sich die Sorge und Angst um Sergio nicht anmerken.
"Denkst du ich lasse zu, dass du dich  umbringen lässt?" Sergios Augen funkelten und Andrés verlor sich beinahe in den Tiefen seiner dunklen Augen. Er riss sich jedoch zusammen und sagte  eindringlich : "Ich sterbe! Denkst du, ich könnte wirklich vier Monate warten und langsam zu einem Pflegefall werden?!"
Sergio seufzte und schien zu überlegen, wie er ihn überzeugen könnte.
"Nein! " kam es plötzlich von Andrés.
"Was ist?" Fragte Sergio verwirrt. "Hör auf, die zu überlegen, wie du mich hier rausbringen kannst, denn es wird nicht funktionieren! Ich bleibe hier und ich werde nicht mit dir gehen!"
Sergios Gesichtszüge verhärteten sich. Entschlossen sagte er. "Wenn du dich abknallen lässt, dann sicher nicht allein!"
Andrés riss einen Moment lang die Augen auf, bevor er sich wieder fing. "Nein, du gehst jetzt! Mag sein, dass ich sterbe, aber nicht du, Sergio! Du musst das hier überleben, ich lasse nicht zu , dass du in den Tod rennst!"
Sergio blieb stur und erwiderte nur: "Ich werde dich auch nicht sterben lassen!"
Sein Bruder verdrehte die Augen und sagte:"Jetzt stecken wir wohl in einer Sackgasse. Entweder du gehst, oder...?"
"Oder du gehst mit mir." beendete Sergio den Satz.
"Wieso verdammt noch mal willst du mich retten? Ich werde so oder so sterben, daran kannst nicht einmal du etwas ändern!" Sergio sah auf seine Schuhe und schwieg.
"Wieso?! Sag schon!"
schrie Andrés. Als Sergio den Kopf hob und ihm in die Augen sah, verschwand die Wut aus Andrés' Blick.
Denn Sergios Augen waren so sehr voller Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit und doch sah er immer noch entschlossen aus.
Und Sergio öffnete den Mund und sagte:
"Weil...weil ich dich liebe." Andrés schwieg. Als es langsam in seinem Hirn ankam, was sein Bruder eben von sich gegeben hatte, erstarrte er.
"Andrés...bitte sag was..." sagte Sergio mit trauriger Stimme. Doch Andrés hielt sich nicht mit Worten auf. Er drückte Sergio an die Tresorwand und küsste ihn.
Sergio war zuerst wie paralysiert, doch dann erwiderte er den Kuss vorsichtig. Andrés vergrub die Hand in seinen Haaren und Sergio legte eine Hand in seinen Nacken.
Als sie schließlich Luft holen mussten, sagte Andrés langsam:
"Vielleicht sollten wir... das in einer anderen Umgebung weiterführen..."
Sergio lächelte und nahm seine Hand. Und gemeinsam kletterten sie in der Schacht.

The End
 
 
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